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Jüdisches Volksblatt · 1902-04-25 · 17 (25.4.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
17 (25.4.1902)
Date
1902-04-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite- 2 Wien, Freitag] Jüdisches Volksblatt 25. April 1902 Nr. 17 tauchten Gerüchte über beit Ritualmord in weiteren Kreisen der Bevölkerung keinen Glauben fanden, und dass durch dieselben eine weitergehendc Beunruhigung nicht hervorgeruseu wurde." Seine Excellenz der Herr Justizminister hat sich die Beantwortung der Interpellation wahrhaft sehr leicht gemacht. Er beschränkt sich auf die Wiedergabe der nackten Thatsachcn, die ja ohnehin allgemein bekannt sind. Es gibt wohl keinen vernünftig denkenden Menschen, weder in Oesterreich, noch auf dem ganzen Erdenrund, der auch nur im entferntesten an die Fabel des Ritualmordes glaubt, und am wenigsten, dass sich ein solcher im Monat März des Jahres 1902 in Aussig zngetragen hat. Wenn dev Justizminister an der Hand der Acten und der gerichtlichen Untersuchung dies bekräftigen zu müssen glaubt, so hat er damit nur offene Thüren eingerannt. Man war zwar zu der Erwartung berechtigt, dass der Justizminister bei dein Status, ln den: die Nitualmord-Affaire jahraus jahrein ihrUnwcsen treibt, zu der Frage des Ritualmordes höchst persönlich Stellung nehmen werde. Dies zu thun hat er jedoch unterlassen aus Motiven, die sehr nahe liegen, und zwar zweifelst ohne deshalb, um die Herren Eisenkolb, Schneider e tutti quanti nicht in üble Laune zu versetzen. Es wäre Pflicht und Schuldigkeit des Justizministers gewesen, zu dem Gespenst des Ritualmordes endlich einmal in offener, aufrichtiger Weise Stellung zu nehmen, die Interpellanten auf das Gefährliche ihres Treibens aufmerksam zu machen und sie einfür allemal zur Ruhe zu verweisen, unter Hinweis darauf, welches Unheil der Ritnalmordspuk bisher bereits angerichtet hat und welche Vergiftung der Volksseele, welcher widerliche Hass und unendliche Zwietracht dadurch schon herau'fbeschworen worden ist. Dies wäre, wie bereits erwähnt, die Schuldigkeit eines Justizministers, der es mit seinenr hohen Ainte und seiner wichtigen Stellung ernst meint. Ter Justizminister hat dies jedoch unterlassen, deshalb klagen wir ihn an und fordern ihn auf, das Versäumte nachzuholen. Wir Juden haben unter der Beschuldigung des Ritualmordes wahrlich schon genug gelitten. Genug des Jammers und des Elends ist dadurch über unseren Volksstamm heraufgezogen, und wir haben gewiss das Recht, zu verlangen, dass der oberste Chef der Justizverwaltung die Gelegenheit benütze, nicht uns von der Beschuldigung des Ritualmordes reinzuwaschen, denn das ist wohl nicht nothwendig, sondern allen sein „Ceterum censeo" zuzurufen, die sich herausnehmen, immer und immer wieder das Ritualmordmärchen aufzubringen und uns Juden zu beunruhigen und gegen uns mit Raubmord und 'Brand vorzugehen. Seine Excellenz der Justizminister Freiherr von Spens-Boden steht ohnehin in unseremSchuldbuche roth angestrichen. Wir haben seinerzeit von ihm Rechenschaft gefordert, wie er es billigen könne, dass ein ihm unterstehender Beamter, der Präsident des Wiener Oberländesgorichtes, -Krall, den jüdischen Bewerbern um eine Anstellung i!m Justizdienste zuzumuthen wage, vorher den .Abfall vom angestammten Glauben zu vollziehen. Darauf hat der 'Justizminister bisher keine Antwort ertheilt. Ebenso wenig auf eine von fortschrittlicher Seite im Abgeordnetenhause in dieser Richtung gestellte Interpellation. Wir rufen dem Minister zu: quousque tändeln abutere Patientin nostra? Wir möchten Herrn von Spens-Boden rächen, unsere Geduld denn doch nicht allzusehr zu missbrauchen und auf die Probe zu stellen, es dürfte denn doch einmal die Zeit der Zsbrechmmg für ihn kommen. Die ministerielle! Laufbahn des österreichischen Justizministers kann nach! Wochen, Monaten, ja nach Jahren zählen, endlich einmal' wird sie ein Ende nehmen; das Jrrdenthum besteht schon Jahrtausende und wird der göttlichen Mission zufolge usqne ad finem bestehen. Es ist daher übel angcthan, wenn Freiherr von Spens-Boden uns Juden und das Judenthum so von obenher behandelt. Antisemitische Pnmphleten-Literatur In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 8. Zlpril haben der alldeutsche Mgeordnete Rudolf Berger und Comj Plicen an den Ministerpräsidenten eine Interpellation, be-! treffend das von der Theatercensur erlassene Verbot der Aufführung des Dramas „Söhne Israels" von V. Kriloff und S. K. Litwin gerichtet. | | In der Begründung dieser Interpellation heißt es : unter anderem: | . , Das Werk „Söhne Israels" behandelt mit scharfer Charakteristik ein Thema lion allgemeinem Interesse, es enthüllt uns ein Stück jüdischer Weltanschauung. Das Drama ist wie geschaffen,; der O e f f e n t l i ch k e i t den Abgrund s i t t l i ch e r V e r-' tverflichkeit u u d Grausamkeit der Juden und, deren rnit Recht und Sitte anderer Völker im* offenen Widerspruch stehende Anschauungen und Begriffe vor Augen zu führen. Ohne von Antisemiten geschrieben zu sein und auch nicht anders gehalten, als wie es Dramatiker mit den Angehörigen anderer Völker thun, verfiel das Werk doch der Censur, aus; dem Grunde wohl allein, weil der Inhalt anfklärend a n t ij semitisch wirken könnte.; Die österreichische Negierung scheint einzig und allein nur dazu berufen zu sein, über Pfaffe n,AdelundJudenihre schützende H and zu breiten. Sie fühlte sich auch in diesem Falle gezwungen, mit Hilfe ihrer Polizeiparagraphen als Schutz- und Schirmherrin ihrer „Bürger mosaischer Confession" aufzutreten. Sie hat durch die getroffene Verfügung des Aufführungsverbotes den abermaligen Beweis von der Macht des jüdischen Einflusses erbracht. Sie hat sich als gefügiges Werkzeug der „Alliance Jsraelite" in den Dienst der Juden gestellt. j Wie der Geist dieser Race das ganze öffentliche Leben und alle Bevölkerungsschichten beherrscht und zersetzt, so hat er sich auch durch die Macht seines Geldes die Gewalt des Staates dienstpflichtig und der Corruption dadurch zugänglich gemacht. Seit es der keine Grenzen nach oben kennende jüdische Einfluss dahin gebracht hat, dass sogar der oberste Beamtenkörper in diesem Staate durch Juden verseucht ist, darf es keinen Denkenden wundcruehmen, wenn diese jüdischen Beamten ihre bekannte Machtstellung als Rathgcber von Ministern dazu missbrauchen, um all die schriftlichen Erzeugnisse geistiger Arbeit zu unterdrücken, welche geeignet erscheinen, den: „auserwählten Volke" nicht zum Vortheile zu gereichen. , Wenn aber die Negierung hofft, durch solche willkürliche Handhabungen der Ccnsurgesctze das antisemitische Gefühl aus dem Herzen des Volkes zu reisten, so irrt sie sich. Auch in Oesterreich wird der Zeitpunkt noch kommen, wo das durch jüdische Nacenmoral und auch von den Machthaber aus purer Selbstsucht demoralisierte, geknechtete und misgcbeutetc Volk in wiedergefundenem Bewusstsein der eigenen Kraft zur Abwehr, zur Selbsthilfe schreiten wird. Schon bei dem Erscheinen des Werkes „Söhne Israels" gieng ein Sturm durch die gestimmte jüdische Presse Europas; mit allen ihnen zugebote stehenden Mitteln arbeiteten die durch die in diesem Drama vorgesührten Charaktere tiefster Verworfenheit sich im In-, nersten getroffen fühlenden Juden dahin, die öffentliche Aufführung | dieses Stückes zu Hintertreiben. In Russland, wo die Censur-' bchörde dieses Stück freigegeben hat, inscenicrten sie sogar gröstere Dheaicrscandale, so dass die Negierung die Bühnen, die das Drama zur Aufführung brachten, beschützen musste.; Wir bitten unsere Leser um Verzeihung, wenn wir uns herausgenommen haben, sie mit dieser antisemitischen Stilblüte zu belästigen. Wir erachten es jedoch für nothwendig, unseren Leserkreis damit vertraut zu machen, was alles eme Partei stch gegen Juden erlauben darf, mit der die Deutsche Fortschrittspartei sich in Gemeinbürgerschaft befindet, die Deutsche Fortschrittspartei, die den Judenstimmen ihre Mandate verdankt, für die die Juden sich intellectuell und materiell opfern und der sie die Kastanien aus der glimmenden Glut holen. Sage mir, wer interpelliert und ich sage dir, wie die Interpellation beschaffen ist und welche Tendenz sie verfolgt. Von den Alldeutschen Berger, Schönerer, Jro, Hauck und den drei graduierter — tres faciunt collegium — Eiscnkolb, Schalk, Baveuther kann man freilich nichts anderes erwarten, als dass sie über Juden schimpfen und das Judenthmn und seine heilige Geschichte verunglimpfen. Die Alldeutschen sind eine Partei, aus deren Boden die sittlich verkommene Persönlichkeit des noch alldeutscheren Wolf entsprossen. Man kann doch nicht verlangen, dass die Mitglieder der alldeutschen Partei, mögen sich unter derselben auch noch so viel graduierte Personen befinden, so viel Bildung besitzen, dass ihnen die Geschichte des Judenthums und die ehrwürdige Vergangenheit des jüdischen Stammes geläufig fein sollte, wir haben auch nicht die geringste Sehnsucht, die Alldeutschen mit derselben vertraut zu machm. Von der Fortschrittspartei, die sich mit Vorliebe das Epithetonornans „Die Judenliberale" beilegen lässt, hätte inan jedoch erwarten sollen, dass sie, wenn schon nicht gegen Beschimpfung, so doch gegen die Fälschung der Geschichte des Judenthums in angemessener WeiseEinfpruch erhöbe. Man dürfte freilich ein solches Verlangen fttr sehr naiv finden im Hinblick darauf, dass die Fortschritts-, vulgo judenliberale Partei bisher gegen alle gegen die Juden gerichteten antisemitischen Verdächtigungen, Verleumdungen und Beschimpfungen noch niemals mit, der Wimper gezuckt hat. Wir haben unseren Standpunkt gegenüber der Fortschrittspartei im Abgeordnetenhaufe schon vielfach gekennzeichnet. Diese fortschrittliche Partei hat nichts gelernt und nichts vergessen. Die Gemeinbürgerschaft mit dm antisemitischen Fractionen des Abgeordnetenhauses geht ihr höher als das Interesse der Juden, die für sie überhaupt nur während der Wahlperiode existieren. Einen anderen Standpunkt jedoch nehmen wir gegenüber der Regierung ein. Die Regierung ist eine staatliche Behörde, berufen, allem Bürgern des Staates ohne Unterschied der Nationalität und Confession gleichen Schutz angedeihen zu lassen. Von dieser Behörde haben wir Juden das gute Recht, zu verlangen, dass sie uns diesen amtlichen Schutz in vollem Umfange zutheil werden lasse. Wir fordern auch zunächst, dass der Herr Ministerpräsident, an dessen Adresse die Interpellation gerichtet wurde, die Beantwortung nicht auf die lange Bank hinausschiebo, vielmehr, dass er sie prompt erfolgen lassen möge, ohne Rücksicht darauf, ob Dr. v. Koerber damit den antisemitischen Abgeordneten unbequem erscheinen könnte. Wir fordern vom Ministerpräsidenten als Minister des Innern, demnach als Chef der obersten politischen Aufsichtsbehörde, dass er endlich einmal offen Farbe bekennen und sich frank und frei darüber ausspreche, wie er sich gegenüber dem Antisemitismus verhalte, dass er klipp und klar bekenne, ob er gewillt sei und ob er soviel Macht besitze, den Juden und dem Judenthmn feinen gesetzlichen Schutz angedeihcir zu lassen. Dies zu wissen ist uns von um so höheren! Interesse, als die Wahlen in den Landtag bevorstehen und wi!r fest gewillt sind, vorher eine Generalabrechnung zu pflegen. Iephtas Tochter. Von Otto Werneck. Sie war allein zuhause, als er zu ungewohnter Stunde seinen Besuch machte. Anfangs hatte er die Empfindung, dass es passender wäre, wieder wegzugehen. Er blickte sie einen Augneblick zweifelnd und unentschlossen an. Dann aber zog er langsam seine Handschuhe aus und ließ sich ihr gegenüber in einem Fauteuil nieder. „Was arbeiten Sie da?" fragte er, nur um eben etwas zu fragen.! „Ein Milien." „Ein Milieu?" „Ja." i „Ihre Frau Mama ist ausgegangen?" | „Ja, sie hat Besorgungen in der Stadt."! „Und da sind Sie natürlich allein!" „Wie Sie sehen."; Sie lächelte matt. Er war mitunter etwas zerstreut, und dann machte er immer so alberne Bemerkungen. Sie schwiegen eine Weile. Er nahm ein Buch vom Tische auf und blätterte gedankenlos daran. Plötzlich legte er es 1 wieder weg und fragte: _ i „Und fürchten Sie sich nicht, so .... so allein zu bleiben . . .?" Er warf die Frage scheinbar absichtslos hin, aber ein, lauerndes Begehren zitterte in ihm. Er umfasste ihre Gej stalt mit einem heißen Blicke. Sie waren allein. Mann' und Weib. Und sie fühlten es beide, wie ihre Wünsche anfiengen, sich einander zu nähern, tvie ihre Gedanken sich vertvirrten. Namentlich der Mann. Noch nie hatte er wie jetzt, wo nichts die Unmittelbarkeit ihres heimlichen Einverständnisses störte, sein eigenthümliches Verhältnis zu ihr so deutlich erkannt. Er, der eben im Begriffe stand, mit einer anderen, zu der ihn aufrichtige Herzensneigung zog, eine Ehe einzugehen, hatte für dieses Weib kein Körnchen Liebe übrig. Aber seinen Sinnen, das fühlte er, konnte sie gefährlich werden. Seine Sinne stachelte sie zu einer unbändigen Raserei des Verlangens auf, die ihm das Blut tvie Wahnsinn durch die Adern peitschte, und seine müden Nerven mit endlofen Wünschen zu Tode hetzte. Er wusste, dass sie ihn liebte. Er hätte blind sein müssen, um es nicht zu bemerken. Ihm aber graute vor ihrer Liebe. Er fürchtete sich vor einer Seelengemeinschaft mit ihr, deren schlanke Jugendfülle ihm die wüthendsten Begierden erweckte. In seinem decladenten Mannempfinden war es ihm, als ob die tödlichen Wonneu, die ihm seine kranke Phantasie bei dem bloßen Gcdankeu an dieses Weib vorwaltc, eine Einbuße erleiden müssten, wenn ihn auch seelische Beziehungen mit ihr verbänden. Ihm war, als ob er dies junge, köstliche Fleisch nicht so voll und ganz genießen könnte, wenn er nicht sein ganzes EmpfindungsVovmögen darauf allein concentrierie, wenn er das geringste Atow seiner Genussfähigkeit auf Nebensächliches vergeudete. — Und wie sie setzt von ihrer Arbeit aufsah, begegnete sie seinem Blicke, und die Sinnlichkeit, die darin flanunte, ergoss sich wie eine heiße Sturzflut über ihren ganzen Körper. Sie erschrak, denn sie hatte die Gefahr erkannt und mit ihr zugleich die Unmöglichkeit, ihr zu entrinnen. Und aus ihrer Todesaugsl heraus klang die Frage: „Woran denken Sie jetzt?" Er antwortete erst nach einer Weile: „Wollen Sie das wirklich wissen?" Sie nickte stumm. Da erfasste er ihre Hand, die matt in ihrem Schoße lag, und rückte näher zu ihr hin. Sie ließ ihn gewähren und machte nicht den geringsten Widerstandsversuch. Sie wusste, dass sie ihm verfallen war, und dass es für sie kein Entrinnen mehr gab. Und mit jener weichen, flüsternden Stimme, die so unendlich viel Bestrickendes für sich hatte, fragte er wieder: „Kennen Sie die Geschichte von Jephta dem Feld- Herrn?" „.Nein." „Darf ich sie Ihnen erzählen?" „Ich bitte darum." Er holte die Bibel vom Bücherständer und nachdem er eine Weile darin geblättert, begann er vorzulesen. „Und es geschah zu jener Zeit, dass die Kinder Israels in Gilead Krieg führten gegen die Ammoniter. Und es machten sich auf die Aeltesten von Gilead und kamen zu Jephta und sprachen zu ihm: Wohlan, sei unser Führer, auf dass wir käinpfen gegen die Kinder Ammons! Da gieng Jephta mit den Aeltesten von Gilead, und das Volk machte ihn zum Haupt und zum Führer über alle. Und siehe, es kam der Geist Gottes über Jephta, und er that ein Gelübde dom Ewigen, indem er sprach: Wenn du in meine Hände geben wirst das Volk der Ammoniter, und es Ivird geschehen, was mir aus der Thüre meines Hauses entgegenkommt, wenn ich in Frieden zurückkehre, so soll es dir gehören, und ich will es dir als Schlachtopfer darbringen. Und Jephta zog hin zu den Kindern Ammons und der Herr gab sie in seine Hände, also, dass er sie schlug von Aror bis nach Minnith zwanzig Städte, und bis nach Abel Kerannm, eine große Niederlage, und es demüthigten sich die Kinder Ammons vor den Kindern Israels. Jephta aber kam nach Mizpah in sein Hans, und siehe, seine Tochter kam ihm entgegen mit Chmbeln und Flöten, und sie war. sein einziges Kind. Er hatte außer ihr weder Sohn noch Tochter. Und es geschah, als er sie erblickte, da zerriss er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie sehr hast du mich betrübt! Siehe, ich habe meinen Mund anfgethan zu dein Elvi gen und kann nicht mehr zurück. Da sprach sie zu ihm: Wenn dn deinen Mund anfgethan hast zu dem Ewigen, mein Vater, so thue mir, lvie bu gelobt, wie auch dir der Herr beigestanden ist gegen deine Feinde, die Ammoniter. Mir aber gib zwei Monate, dass ich hingehe ins Gebirge mit meinen Gespielinnen und ineine Jungfrauschaft beweine. Und er sprach zu ihr: Gehe hin! — Und sie gieng hin ins Gebirge mit ihren Gespielinnen, Nm ihre Jnngfrailschaft zu beweinen. Und es geschah am Ende von zwei Monaten, da kehrte sie zurück zu ihrem Vater und er that ihr nach sei nenn Gelübde, welches er denn Herrn gelobt. — Sie aber hatte noch keinen Mann erkannt." „S i e ab e r h a t t e n o eh kein e n M a n n e r ka n n t," wiederbolte das Mädchen dumpf, als er geendet Hatto und mm das Buch ans don Tisch legte'. Dann schwiegen sie beide. Sie lehnte sich apathisch in den Sessel

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