Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 15 (11.4.1902)
- Date
- 1902-04-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Seite 4 Wien, Freitag Jüdische." Volksblatt M. April lurberlirhen raiiT'.’ iiei'abutuniiDigen. 'Pinn irago einmal oio '•!'>etivii 11c11•;>in;i11ncr, ob Ni.' Die SehmnnlGiip uoir -O oder von!<> PrebeeanDiDalen gmlieißen. 'Pinn mirD eine klare nnD Denrliene Pinireovi neviietimeit: man [dulDo aitv Der 2hte Den Sallau eure* nnD eo luerDcn hüiSnen-;- fünf oDer fee!) v enn fliehe Bewerber verblei heu. Siele air.ubörcn bf -Srif genug, noch ehe Die .wrren Vorsteher ihre Sommcrbilten beziehen.;,wanpp ÜanDibaten vvrzusüliren iit offenbar nur ein Witz nnD i'ein guter. Srganifation ,'Jvei Auf na Den: Sie Arbeit nach innen und narb nnfjen. Warb innen pofilifai foriale nnD wirtsrhastlirhe Lviy,iel)iinit Der SitDen. PPa* Der Witter von Der nnglnckfei inen P!nr fafjmtg, Ivel che Den Silben eine ^ainpfe^fteUiuiej gegenüber Den chriitlichen büeriealeit nnD gegenüber. beit BeNrebmigeii Der .Airehe angenneieit hat, jagt, berbient befoiiDcvo herborgeboben 51t werben. Auch Da* S'ort von Der [analen R'ückstänbigkeit bei: Silben ist neu, i'ibcrraschenb, Drum nicht ininber wahr. Vortrag, gelialien am 20. rbuiri 1902 tmu HoflmD Oji'riiljforiDooi-arcu 21\ I n t 0 v M 0 0 n, Vice. Präsidenten des „jüdischen Volks Vereine-.--". Alo Die nationale jüDische Bewegung begonnen batte, fanD sie viele?yeiitbe nnD (Gegner. 'Sab ist Da* Schicksal S’ber neuen Pt'iebtiing, Daj* Die Sragen sich ihr entgegen stemmen, ohne ihren Sieger-mg anshalten 31t föniien. Dieser lionferoativinttv war oft ans Den besten Motiven Hervorgegangen. Diese Angst vor Dem Weiten batte nicht S>aü gemacht vor Den officielbeit .'heprafentaitten süDischeu Geistes tmD^jiibi scheu Wipens, vor Den Pfabbinern; im <e-egentbeil: Sie böfeiten 'Sorte nnD Die kräftigen Bannfliiehe gegen Die „Ptatioaaiinen - Die jiibi]ehen Antisemiten" kannte man oft von Dieser ^seite hüten. BesremDen, fren--- bige tleberraschnng nnD Aussehen musste es Daher wachrufen, als etlva vor Iah ress rin Die überaus mnthige, getabeyn glängcnD geschriebene Broschüre eines Rabbiners^ > erschien, welche so gang anders Die Snbcitfrage bebanbeite, als man es von Dieser Seite gewohnt ivar. Vom Nationalen als etwas Setbuuc'rftänDtidieni ausgehenb, springt Sr. Rosemnaim mit beiDen fyüfjeit soiiio ureigenste (Aebiet Der Gegner Der jüngften iDealßtischen Bewegung unter Den Silben über, nämlich auf Das Gebiet der Real-Politik; beim wenn man schon sonst nichts Den.Wationaluten entgegenzuhalten wusste, so tvar es schließlich bas (Einfachste, aus Die Gebiete Der realen Bolitik hinzuweisen, mir den beftebenben (5urs zu rechtfertigen. Ser Verfasser beginnt mit einer Ilntersnchung Des Zionismus als Der jüngsten Streitfrage. Hier gibt es Zwei Möglichkeiten: Entweber ist Der Zionismus Die Lösung Der Jnbensrage für Die Süden ober bloß für die Pluswanberirben^ Während nun Herzl und Der offieielle Zionismus im Siege Desselben eine Losung für alle Süden sieht, welche sich iricht assimilieren können ober wollen, meint Rosemnaim, Dieses Resultat blaß für Die Auswanbernben erhoffen zu können, inDes Die Zurückbleibeubeu Die Jubenfrage unabhängig vom Zionismus lösen müssten. Tie nicht Auswanberungslnstigen ober nicht Auswanberungsfähigen müssten sich bereits heute an Diese Lösung machen. Darum sollen sie vor allem eine Kampforganisation bilden. Diese kann entweder im Anschlüsse an bestehende Parteien ihr Heil suchen oder, falls diese nicht möglich oder nicht erwünscht ist, muss sie ihre eigene Organisation sich schaffen. Der Anschluss aller Juden an eine Partei, was eben die einzige Möglichkeit wäre, eine Kampforganisation der Juden in einer anderen Partei zu erblicken, war nur solange möglich, als sämmtliche Juden vom Bewohner des nördlichsten Galizien lüs zu den jübischen Einwohnern von Triest sieh Deutsch fühlten und liberal nannten, somit ihre Scharen der großen und mächtigen Verfassungspartei zusühren und von derselben auch den entsprechenden Schutz verlangen konnten. Seitdem die Juden jedoch sich an die .Nationalitäten anzulehnen begonnen haben, in deren Mitte sie leben, nach dem Sturze der einst mächtigen liberalen Partei findet Noscmnann trotz der eingehendsten Musterung keine einzige Partei, in deren Mitte Die Juden auch nur in großer Zahl ihre Interessen vertreten und sich selbst geborgen und gerne gesehen betrachten könnten. Auch in der socialdemokratischen Partei nicht; eine Partei, deren Grunblage die materialistische Geschichtsauffassung bildet, kann eine Gemeinschaft nicht einmal Derfteben, bereit Eristenz feit Jahrtausenden ein Kampf um einen eigenen Glauben, um die Anerkennung nationaler Eigenart und geistiger Unabhängigkeit war. Sie ^ocialbemofratie ist eine Elassenpartei, die Gesammt- Heit der Jubeuheit die Zusammenfassung sämmtlicher Classen derselben. So erblickt Rosenmann nirgends auch nur die Möglichkeit für eine aussichtsvolle, wenn auch gewiss nicht ehrenvolle oder moralische Hörigkeit der Indem. Sie -Schaffung eines eigenen Organes für die eigenen Bedürfnisse der gesammten Jtidenheit, welches so beschaffen sein sollte wie der ManDatsgeber selbst, nämlich jüdisch, e eschen nt nicht bloß ehrenvoll, sondern auch politisch klug, ja geradezu als einzig möglich. Die Eultusgemeinde erschien dem Verfasser hiezu nieht ausreichend. Rosemnaim glaubt, dass eine Erweiterung der Aufgaben der CultusncmciiiDe über den derzeitigen gesetzlichen Nahmen nicht von.Nutzen ist, eine Auffassung, über die zu streiten umso müßiger wäre, als die von dem Verfasser der Cultusgemeinden von heute zugewiesenen Aufgaben bis auf weiteres recht genügend sind. Als solche Aufgaben wären zu neunen: Einheitliche Ordnung des jüdischen Armeuwessens, um die Wanderbettelei, diese! Schmach des modernlen! Judenthums, einzuschränken. Ausgestaltung des Arbeits¬ und Stellennachweises, Ausgestaltung der Jsr. Allianz zu einem Schulvereine für ganz Oesterreich n. a. m. Rosenmann oinbicicrt der zu schaffenden jüdischen * 1 Jüdische Realpolitik in Oesterreich. Ein Vademeeum für e '.st Denkende. Bo» Dr. M. Rosenmann, Vezirksrabbincr in? oridc-dvri. Wien 1000. Verlag R. Löwit. _ Sn alten diesen Richtungen den Süden die richtigen Aussap'migen beiznbn'ngen, sie politisch und social zu schulen, wäre somit die Plusgabe der inneren Pfrbcit. Schließlich stellt der Verfasser als Special-Jorder rimgen im .Kampfe nach außen folgende Resultate auf: st Subventionierung des israelitischen Eultus durch den yüaat. 2. Außergeltuugsebung der Sonntagsruhe für diejenigen Betriebe nitD Geschäfte, Deren Bescher und Angestellte israelitischer Gonsession sind und die nachweislich die ^abbathruhe einhalten. st. Besetzung der im Ministerium für Eultus und Unterricht bestehenden Abtheilung für jüdische Eultusaugelegenheiten mit jübischen Kräften. -I. Einführung der hebräischen Sprache als Lehrgegenstanb ait den PNittelschuleii mit obligater Geltung für die jüdischen Schüler. 5. Gleichstellung Der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen mit den anderen Lehrkräften. 6. Eingliederung der israelitischen theologischen Lehranstalten in Wien in die Wiener llniversität und die Errichtung von Lehrkanzeln für Hebräisch und jüdische Geschichte cm den philosophischen Santflöten in Wien, Krakau, Prag, Ezeriwlvitz. Die Forbermigeii Rosenmanns scheinen uns alle erreichbar, ja noch mehr, sie sind uns ein Minimalprogranmt, lvie man es ja von dem ersten Auftreten eines Real- Politikers auch gar nicht anders erwarten kann. Nur. e i n Verlangen scheint uns nicht realisierbar: V 0 n b e n Juden in b e r Zeit nationaler u n d s 0 - e i a l e r K ö mp f e ans alle n Ge bieie n Re - | e r v c z u v e r l a n g e 11, ohne i h n eit ei n (st c bie t f ür Die Be t hä tigu n g ihrer eige - n e n n a t i 0 it a 1 e it n it b social e 11 T r i e b e a it 3 u w e i s e n , i st u i ch t m ö g l i eh. Wo alles liebt und hasst, können wir temperamentvolle Juden gewiss nicht! wie ausgebrannte Krater Dastehen, wir nicht und unsere Jugend schon gar nicht. Was dem Verfasser als selbstverständliche Voraussetzung vorgeschwebt hat, bas muss in kraftvollen Worten, in tönenben Aeeorden feilten Weckruf begleiten: Sie H 0 f f n u n g a n f Die nationale W i e b e r g c b it r t D e s j it D i s ch e n G eiste s und d e s j ü d i s ch e n Volke s. IrtLiimb» Verscum'ulnng. Mittlvoch den 16. d. M., -stbst Uhr abends, findet im Festsaale des „Jüd. Volksvereins" eine Versammlung der jüdischen Handwerker zum Zwecke der Gründung eines jüdischen Handwerkerbundes statt. Tagesordnung :' Besprechung Der Zustände int jübischen Handwerkerstände. Versammlung jüdischer.Kleiderhiindler im Umherziehen. Montag den 31. 0. M. fand in Antreibers Restauration eine Versammlung jüdischer Äleidcrhändlcr statt. Die Redner schilderten übereinstimmend die Verschlechterung ihrer Lage; früher concentrierte sich der ganze Handel in der Halte in der Jndengasse; seit dieser Zeit aber erössneten einige Trödler ihr EZeschäft, die die bessere Ware anslansen, so dass in die Halle nur Ansschussivare komme, deshalb seien viele Käufer Iveggebtieben. Die Versammlung fasste eine Resolniion, in der alle Bernfsgenossen aufgefordert werden, ihre ganze Ware zuerst in der Hatte zum Kaufe anznbieten. Herr H. P l a s ch r e s wurde von der Versammlung ersucht, auch seine Meinung zu äußern. Cr erklärte, er sei gerne dem Ersuchen gefolgt, denn das Ziel des Jüd. Volksvereines sei, gerade die Lage der Aermslen unseres Volkes zu mildern. Er forderte die Anwesenden ans, um eine dauernde Besserung ihrer Lage zu erzielen, einen lt n t e r st ü h u n g s - und Sparverein zu gründen und zu diesem Zwecke ein zehnglicderiges Comilce zu wählen. Er selbst erklärte sich gerne bereit, mit Rath und That bei diesem Beginnen zur Seite zu stehen. Dieser Antrag wird, nachdem der Porsivendc Herr Hatschet dem Antragsteller den Dank im Namen der Versammlung votiert hat und die Herren Klausner und Schasfranek den Antrag unterstützten, einstimmig zum Beschlüsse erhoben. Die „Deutsche Zeitung" hat wieder einmal glänzend ihren Ruf als „die düminjte Zeitung von Wien" gerechtfertigt; das „D. V." war so schlau, Chamade zu blasen, die „D. Z." blies; aber guten Mnthes Fanfare. Dieses edle Organ für Idiotie und Crelinismus schreibt nämlich entrüstet: „Nicht die verdächtigenZZilden haben jetzt zu belveisen, dass ihre Behauptungen von ihrer Schnldlosigkeit ihatsächtich richtig sind, nein, die armen christlichen Dienstboten müssen den für sie infolge ihrer Verhaftung fast nicht zu ervringenden Beweis antreten, dass an ihnen ein Verbrechen begangen lvorden ist." Wörtlich. Ja, weis; denn dieses Leibblatt des dummen Kerls von Wien nickst, dass es ein Axiom der Rechtswissenschaft ist, ein Ariom, das allgemein gillig ist, wo moderne Rechtslvisjenschaft gepflegt Ivird, also sowohl in Europa als auch in Amerika, kurz in der ganzen Culturwelt — dass der K l ä - g er di e S ch u l d d e s A «geklagten beweisen m u s s u i e aber d e r A n g e k l a g t e s e: ine Uns ch n i d? _ Da. mir fürchten, dass dieser Satz dem Verständnisse einer löblicheil Redaction entrückt ist, so ivollen Ivir zu Nutz und Frommen der Leser der „D. Z." den Satz an einem frei gewählten Beispiel erörtern. Nehmen wir z. B. an, wir würden schreiben, dass ein Stadtrath in seiner Stellung als Tramwahreferent . von der Wamwaygesellschaft bestochen lvorden sei —, nehmen wir an, lvir lvürden diese Beschntdignng erheben und es käme jjil einem Processe, so müssten wir die Schuld des Stadtrathes belveisen und nicht etwa die Vertreter des Stadtrathes seine Unschuld. Die Vnchfeldzeilnng fährt dann in ihrem Artikel fort: „Die Staatsanwaltschaft verfolgt die beiden Mädchen wegen Aufreizung; jedem Einsübligen ist aver dar, dass von der Slaat-c-nuioalischaft selbst die "ß-'vollecimg in dem ADunenie ansgereizt ivnrde, als sie die Neiden AU’ tibi tu i! hi wer <5 cd! 0 > -s und üliegel fehle. Vnsere Bevölkerung vesiiit seil jeder ein^geivlises Misstrauen gegen alles, lvas Behörde heisstpst-nrch ein soiclies nnvegreifliches Vorgehen muss aver der letztest-iest des Vertrauens der Bevölirrnng in die Lt'iectivität unserer — fvctfIm’ijövbcu zerstört und nntergraven lverde>n" Wir glauben mit diesem Erenipel ei was zur Belehrung der „D. Z,.heigetragen ,gi haben und ibrer Begrisfsverlvirrnng ein dichilein ansge,etzt zn haben. Armer Staatsanwalt! Das stanze Jahr beioeis! Tn eine lvahre Lammsgeduld gegen die ,-intisemitische Presse, rnoig liebst Tn zn, dass sieZasi in jeder Nninmer gegen die Siaalsgrnndgesetze hetzt; einnial im Jahr verhaftest Dil zlvei Dienstmädchl-n, was sage ich, verhaftest Dn, die Dienstmädchen sitze» hinter schloss und :>!iegel —eines Klosiers, an dessen Pforten helainittich die <rtaatsgelvalt endigt, Dn leitest vielmehr nur eine llntersnchnng imcii 8 -'dB St.-Vj. (Vergehen gegen die öffentliche Ruhe und Drdnnng durch Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen Nationaiitäten, Religioiisgeiwsseiischaften nslv.) ein und schon hast Dn es mit der tindantbaren Pressmente verdorben. Die „D. Z,." ruft Dir zn, dass Du selbst die Bevölkerung aiifreizest. Der antisemitische Mob besitze ohnedies ein gewisses Misstrauen gegen alles, lvas Behörde heis;e. Dn lieber Himmel, da hat die „D. Z." recht. Wir eriiiiiern nur an den berühmte» Ausspruch Pcrganis: „Wir Deutsche siirclsten Evtl und den (sterichtssaal." Wir erinnern nur daran, dass der Staatsanwalt siel, nicht scheut, selbst christlieh-sociale Diebe und Tefraudanten von niuadelhafter (R'siinn'.ng anzntlagen. Ein solches nnbegreistiches Vorgehen muss selbst den letzren' ütest des Vertrauens der Ehristlicli-Tveialen in die Objecrivität unserer Strafbehörden zerstören und untergraben. Das ebrenhafte Vergani-Blatt ivar so schlau, rasch seine Aieinnng in die Tasche zn stecken, fast so rasch, lvie seinerzeit die ('-emeindeobligationen in Mühldorf in die Tasche gesteckt lvurden; es spricht jetzt von einem Aufsitzer der Fudenpresse. Astrn das „dümmste Blatt von Wien" lvar so frech, noch in seiner Sonntagsrnnnmer von einer llntersnchnng lvegen ritueller Blntabzapfung zu sprechen. Sie spricht von dem unaufgeklärten Dunkel der Affaire, von einer sensationellen Wendung, von den: Landesgericht usiv.; so viel Worte, so viel Lügen. Aber diese Bruiiiienvergifter lvissen, was sie thnn, sie fürchten, dass auch über sie ein Tag des dZrrichteS hereinbrechen lvird, und deshalb betreiben sie die Methode, für jeden Schuft sich einzusetzen, dcunit dann auch alle Schufte sich für sie cinsetzen. Jüdisches Theater. Wir machen unsere Gestniningsgenossen ans die jüdische Schmispielergesettschaft aufmerksam, die in Edelhofers Saal, Rothe ^terngasse, gastiert. Ter Briiiittennuer israelitische nnterstiitnlngs-Vereiil veranstaltete am 22. v. M. int Prachtsaale des Hotel Continental seinen diesjährigen Pnrimball, der einen äußerst animierten Verlauf tiahm. Ilm das Fest haben sich vor allem der Vereinsvorstand und der Obmann deS Baileomitees Herr Dr. Jae. Schreiber große Verdienste erivorben. Unter den Klängen der Polonaise zog das Comilee in den Saal ein. Der Tanz wurde von Herrn Dr. Jae. Schreiber mit Frl. Elsa Körner eröffnet. Hierauf folgten mit ihren Tänzern die Fräuleins des Juncz-Damencomitees: Slegine Schick, Malvine Fried, ttludolsine Seidl, Steffi lttonbitschek, Minna Luftig, Helene Thumin, Elsa Roubitsthek, Regine Wassner, tttosa Feuer, Flora Lölvy, Hermine Löwy, L-idvnie Rosenfeld. Die Ballmusit besorgte die beliebte Saloulapette Emil Bauer; das Tanzarrangement lag in den beivährten Händen Prof. Julius Singers. Der Tempelverein Brigitreuan war vertreten durch seinen Obmann Herrn Cnltusrath Hermann Cltbogen und die Vorstandsmitglieder Herren Jac. Kolm, Juwelier, und Heinrich Mayer. Ferner Ivar anivesend Frau ^tatharina Kohn, Vorstandsdame des FraneiNoohlthätigkeitsvereineS. öü wurde bis in die frühen Morgenstunden hinein flott getanzt, und steht zn erwarten, dass diese schöne Veranstaltung, um die sich nicht znm mindesten die Herren des Jnng- Herren-Comitees wirkliche Verdienste erwarben, auch ein ansehnliches Neinerträgnis zn Gunsten der Armen der Brigittenau abgeivorsen hat. Jüdische Tonl)bee-Halle im 20. Bez., Karajnngassc 20. Die Unterrichtsstunden beginnen mit Sonntag den 10. April, und finden wie folgt statt: F ü r H e r r e n: H e b r ä i s ch: Sonntag Vorm, von 0—10 Uhr. Beginn 10. April. E n g l i s ch: Moniag abends von halb 8 bis halb i) Uhr. Beginn Ick. April. Donnerstag abends von halb 3 bis halb 9 Uhr. Beginn 17. April. Französisch: wird erst bestimmt. Stenographie: Dienstag abends von 8 bis 9 Uhr. Beginn 15. April, Samstag abends von 8 bis halb 10 Uhr. Beginn 19. April. F ü r D a m e n: H e b r ä i s ch: Sonntag Vorm, von 10—11 Uhr. Beginn am 13. April. Englisch: Sonntag Vorm, von 11 bis 12 Uhr für Fortgeschrittene. Beginn am 13. April; Mittwoch abends von 7—8 Uhr für Anfänger; Beginn am 10. April. Literatur: Mittwoch abends von 8—9 Uhr für Anfänger; Beginn am 10. April. Französisch: Dienstag abends von 7—8 Uhr für Fortgeschrittene; Beginn am 16. April; Donnerstag abends voii 7—8 Uhr für Anfänger; Begirin am 17. April. Stenographie: Samstag abeiids von 8 bis halb 10 Uhr; Beginli am 19. Älpril. Handarbeiten: Montag abends von halb 8 bis 9 Uhr; Beginn am Ick. April. A bas les Juifs! So lautet der Schlachtriif der „Gyp" im „D. V." Die stähleriien Nerven eines Zeitngnsma>nieS reichen lainn hiii, dieses „edle Brüderpaar", das einander so würdig ist, dass es sich gewiss schon oft m die Arme gesunken, zu lesen. „Ghp" ist die letzte voni StanniieMtrabean, bereu berühmterAhnherr, einer der hervorragendsten Urheber der fraiizösischen »ievolntion, begeisterter Verfechter der Judencinaiicipation war. Madame Gyp verweiidet ihr nnleiigbnres Talent dazii, die französische Jugend ,;u vergiften durch Romane und Erzählungen, , die den Spittelberg erröthen machen könnten. Seit einiger Zeit macht Madame Ghp in AntisemitiSmns und leistet sich im „D. B." 10 ,Spalten, die das Jndenihnm bernichten sollen. Wenngleich ein Theil des Effectes verloren gehl durch die gleichzeitig im „D. B." auSgeschrokeke blöde Mache aus der Pramergasse, deren kläglichen Ausgang denn doch auch dem dümmsten Kerl klar macht, dass „alles", was Ehren- Vergani über Inden und Judenthum schreibt, „erstiinken und erlogen" ist, dürfte es denn doch einmal an der Zeit sein, im Namen des gesunden Atenschenberstandes in dieses Getriebe hineinzuleuchten. Ich klage „Ghp" a». den OleninS der Ak-enschheit pmd ganz speciett den Geist deS französischen Volkes sträflich beleidigt zu haben mit einer belvnssten Lüge. Die ck2 Mittionen Franzosen, daS geistreichste Volt der Erde (das behauptet gewiss auch Ghp) sind in ihrer moralischen und materiellen Erzstenz bedroht. Durch wen? Nicht etwa durch 100 Millionen Chinesen oder 120 Millionen Russen oder 60 Millionen Deutsche I Nein, durch E l nh u n d e r t i a u s e n d Einwohner Frankreichs^ von denen 90 000 in den denkbar bescheidensten Verhältnissen leben. Die 10 000 restlichen Inden ergeben, Frauen und Kinder abgerechnet, 2000 Männer, die in der Lage sind, eine halbe Million V e a m t e, f ii n f z igiausend Ossi c i e r e, b i e r z : gt a n s e ,1 d A e r z t e , z e h 11 l a u s e n d A d b 0 c a t e 11 mw 10 Millionen Einwohner zn n n t e r d r ü ck c n, zn e 0 rr n m p i e r e n und z n g r n n d e z n r i ch t c n. (olanbt Pka^ daine Ghp diesen selbst erzeugten Kohl, so ist sie fürs Narrenhaus i'eis itnb jebe ^3ofciuif zu ti’iiöc, fifaubt [io dioö niefjt, bcnui [tcljt tljcc Gesinnnng ans der moralischen Höhe ihrer literarischen Erzengmsse, und nicht wir, sondern das französische Volt hat die zn richten, die es wagt, Frankreich so herabzilsetzc», dass sie ihni Heulen und Zähneklapperii impntiert, bor einer ebenso lächerlicheii als erslindeneil Gefahr. Eines niüsseii wir Ghp zngesteheii, dass die Inden in Frmikreich ganz außergewöhnliche Stellungen eiunelMen, dank ihrem Talente, ihrem Fleiße iind dem Umstaiide, der Frankreichv Größe begründet, dass iiian in Frankreich bedeutende Männer heranzieht, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Paris oder ni Tlmbliktn . ficboicu, o(i [io (S()ri[tou übco ^cuctciuljctoi! fiub. i[t oö oittc