Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 11 (11.3.1902)
- Date
- 1902-03-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 11 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 14. März 1902 Seite 9 Kaposi habilierte sich als Doeent an der Wiener Universität und erlangte damit eine Stellung, die bekanntlich nicht hinreicht, aucl> nur des Lebens kärgste Nothdurft zu befriedigen. Er besaß imstillbaren wohl verzeihlichen Ehrgeiz, eine Lehrkanzel cm der Wiener Universität zu erlangen, wozu er sehen frühzeitig die Befähigung bekundet hatte. Das ist bekanntlich für einen: Juden nicht so leicht, auch wenn er alle Imponderabilien dazu besitzt. Wohl würde es Kaposi auch als Jude schließlich zu derselben Stellung gebracht haben, allein. es fehlte ihm hiezu die Geduld, und was die Hauptsache ist, er besaß nicht die materiellen Mittel, noch eilt Decennium auf eine gut besoldete Stelle warten zu können. In dieser heiklen und gefährlichen Situation trat, wie es bei uns zulande üblich ist, auch an ihn der Versucher heran, und Kaposi besaß leider nicht die Standhaftigkeit, den Versuchungen Widerstand entgegenzubri'ngen. Mit schwerem ^Herzen, wir eonstatieren dies der Wahrheit gemäß, entschloss sich Kaposi, das Opfer des Jntelleets zu bringe:: und den Glauben seiner Väter abznschwören. Nun wären wir bei dein wunden Punkte angelangt, der an den: Marke des Judenthnms nagt. Die Staatsgrundgesetze garantieren uns lvohl akademisch den unbehinderten Antritt zu allen Öffentlichen Aemtern und Stellungen, allein in der Praxis wird uns dieses stecht in frevelhafter Weise wegescamotiert. Der Fall ist leider typisch. Es gibt Wohl keine jüdische Familie, die von demselben verschont geblieben wäre. Wir beklagen es tief, dass wir die Creme unserer Jugend verlieren müssen, dass sie uns in gewaltsamer Weise entrissen wird. Es zerbricht uns das Herz, wenn wir, wie das ja täglich vorkommt, gewahr werden müssendass die talentvollsten Zweige unseres jüdischen Stammes absterben. Es ist ganz unfassbar, was das jüdische Volk in Oesterreich nur seit dem Bestände der Staatsgrundgesetze an Koryphäen auf allen Gebieten eingebüßt hat. Von den gewesenen Ministern Unger und Glaser angefaugen bis auf Kaposi, mit dem richtigen .Namen Rio ritz Kahn herab. Die österreichischen Minister, denen die Durch- und Ausführung und Handhabung der Gesetze anvertraut ist, von denen man zu erwarten berechtigt wäre, dass sie die Staatsgrundgesetze, auf die sie einen heiliger: Eid geschworen haben, schützen, haben sich seit jeher dazu hergegeben, Prolesyten zu machen. Namentlich das österreichische Unterrichtsministerium hat in dieser Richtung eine berüchtigte Berühmtheit erlangt. Im österreichischen Unterrichtsministerium befindet sich ein Stab von Beamten, die mit der Mission der Proselytenmacherei betraut sind, und die das ganze Jahr hindurch mit i Seelenfängeret beschäftgt sind. Macht sich irgendwo ein! Jude auf dem: Gebiete des klnterrichtswesens bemerkbar, so erscheint flugs der Sectionschef 36 oder der Hofrath I) als Negoeiant und ruht nicht früher, bis die arme Seele eingefangen ist. Wir erzählen damit freilich nichts Neues, aber dieser schimpfliche Seelenhandel kann nicht oft genug aufs Tapet gebracht werden. Eine andere Frage ist, warum sich dies überhaupt zuzutragen vermag und warnm es auch von uns geduldet wird, und da kommen wir auf einen zweiten wunden Punkt, der noch mehr an: unserem Leibe zehrt. Mit Leisetreterei, wie sie bisher von unseren jüdischen maßgebenden Kreisen geübt worden ist, wird auch der kleinste Uebelstand nicht zu beseitigen sein, umsoweniger Schandthaten, wie sie alltäglich gegen das Judenthum ausgeübt werden. Das „Jüdische Volksblatt", refp. die Richtung im Judcnthmn, deren Organ das „Jüdische Volksblatt" zu sein die Ehre hat, besteht wo chviel zn kurze Zeit, als dass es möglich gewesen wäre, größeren Erfolg zn erzielen. Wir können uns, ohne Widerspruch zu begegnen, rnit Stolz und Befriedigung das Verdienst vindicieren, nach mancher Seite hin schon Wandel geschaffen zu haben. Wir geloben, nach Und vor die Bahn zn wandeln, die wir uns vorgezeichnet haben, nämlich ohne jede Rücksicht die Wahrung der Interessen des jüdischen Volkes zu verfolgen, und hiezu erbitte:: wir uns die Unterstützung aller Glaubensgenossen. Die Handelskammer-Wahlen. Von Alfred Zweig. Wir befinden uns mitten in der Wahlcampagne für die Handels- und Gelverbekaminer. Die Majorität in der neuen Kammer ist bereits den Liberalen gesichert, denn die 1. und 2. Seetion haben schon gewählt und diese 20 (von 48) Mandate waren von allem Anfänge an als unantastbarer Besitz der Fortschritlichen zu betrachten. Der eigentliche Kampf beginnt erst jetzt, Ivo es sich um die dritte und vierte Seetion Handel. Bei! uns ist es nur interessant zu beobachten, wie tvenig liberal das sogenannte liberale Eomitee bei der Besetzung der sicheren Mandate vorgegangeu ist. Es wurde peinlich darauf gesehen, die neue Kammer nicht zu sehr zu „verjuden" und die Mitbürger israelitischer Confessio::, Ivelche zugelassen wurden, werden sich wohl schwerlich dadurch comprolnittieren, dass sie sich für uns naheliegende Interessen, Ivie z. B. für die armen jüdischen Hausierer, einsetzen. Unter den 16 ehemaligen Kammerräthen, Ivelche nicht mehr candidiert wurde',:, finden loir zum größeren Theile jüdische Namen, und nicht alle diese Herren haben freiwillig auf ein neuerliches Mandat verzichtet. Die Herren Tvebitsch, Schefftel und Schwitzer, verdiente Kammermitglieder, wurden ohne Motivierung nicht mehr zugelassen; speeiell Herr Schwitzer hat sich dadurch missliebig gemacht, dass er gegen die reaetionärien Bestreben, gen immer energisch aufgetreten ist. Diesmal hatte es das Eentm lwahlcomitee doch zu bunt getrieben, so dass sich selbst bei den sonst so zahmen Handelskammerwählern eine Fronde bemerkbar machte. Herr Schwitzer eandidierte auf eigene Faust und wurde auch gewählt zwei andere Oppositionelle, die Herren Lemberger und Sopper erzielten eine stattliche Stimmenzahl. Dagegen fühlte sich das Eomitee veranlasst, in der weiten Gewerbesection Herrn Weißenberger aufzustellen, welcher zugleich auch auf der antisemitischen Liste prangte. Bei den heutigen schroffen Parteiunterschieden ist es wohl nicht anzunehmen, dass Herr Weißenberger sich nicht zn dem einen oder anderen Programm hinneigt und die Ehriftlich- ^oeialen üben viel zu stramme Parteidiseiplin, als dass wir ihn zu den Liberalen rechnen könnten. Die Fortschritlichen begehen eben immer dieselben Fehler. Im Jahre 1894 war es möglich, dass Dr. Lueger, trotzdem die Liberalen noch die Majorität besaßen, durch das Abschwenken der unsicheren Elemente zum 1. Diee- Bürgermeister gewählt wurde. In der künftigen Handelskammer sind ähnliche Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. Man komme uns nicht mit der Ausrede, dass die Handelskammer nur berufen sei, wirtschaftliche Fragen zu erörtern. Eine Körperschaft, welche Abgeordnete in den Neichsrath und Landtag entsendet, übt politische Functionen von solcher Wichtigkeit aus dass es sehr unvernünftig ist, sichere Mandate mit Persönlichkeiten zu besetzen, die inan im bellen Falle als farblos bezeichnen kann. Es ist immer zu befürchten, dass die Herren bei der ersten wichtigen Abstimmung zur Gegenpartei übergehen. So bildet das Gebaren des fortschritlichen Eomitees eine Kette von unnöthigen Coneessionen: an die Christlich- Socialen. Es zeigt sich immer mehr, wie nothwendig es ill, dass sich die jüdische Wählerschaft organisiert. Wir hätten in manchen Seetionen unzweifelhaft Aussicht auf Erfolg gehabt aber so waren Nur gezwungen, nolens-volens für eine Eandidatenlille zu stimmen, an deren Zusammenstellung Männer gearbeitet Haben, welche sich viel darans zugute thun, wenn sie von Herrn Armann eines Blickes gewürdigt werden. Rechte und Pflichten der Inden. Die Saat, die energische Männer vor Jahren säeten. beginnt aufzugehen. Anfangs verhöhnt, später mit allen Mitteln der Naneune verleumdet, ließen sich diese Männer, die Gründer der jüdischen Volkspartei, nicht bei ihrem Werke beirren und sie erleben langsam die Genugthuung, dass ihre Ideen zur Anerkennung gelangen und das heißt, dass sie in absehbarer Zeit siegen werden. Diese Empfindung musste man haben, als man jüngst Gelegenheit hatte, einem Kreise von jüdischen Bürgern, die vor nicht zu langer Zeit die Existenzberechtigung einer jüdischen Politik leugneten, von einem Reichsdeutschen, dem Lande der gepriesenen Assimilation, die unbedingte Nothwendigkeit einer jüdischen politischen Partei hervorheben zu hären. Es war dies Dr. M a y e r E o h n, der seinen verblüfften Zuhörern eine Srafp.redigt hielt, wie sie nicht besser ein Gesinnungsgenosse vom Stapel lassen konnte. Dr. Mayer Cohn erörtert die Frage der Assimilierung vom r e l t g i ö s - k i r ch l i ch c n u n d n a t i o n a l e n Standpunkte. Mit beißender Satire bringt er das Wort „Assimilierung" (Verähnlichung) mit „Simia" (Affe, Nachäffung), in Zusammenhang und es ist wohl erklärlich, Pass er sich gegen diesen innerlich unwahren „Proeess" ausspricht. Er hebt hervor, dass eigentlich eine kirchNehret igiöse Assimilierung, von einigen Entgleisungen (Mommsen) abgesehen, der Tendenz des vorigen Jahrhunderts entsprechend, welche religiösen Fragen ziemlich unparteiisch begegnete, nicht begehrt wurde. Ja selbst bei christlichen Mitbürgern fanden die Inden Unterstützung gegen solche Jnmuthung, wie znm Beispiel bei den Katholiken in Deutschland, die zum Schutze der jüdischen Minoritäten den Schutz der eigenen Minderheit erkannten. So genossen die Juden religiöse Freiheit allerdings nur insoweit, als es sich nicht um Aemter und Stellungen handelte. Anders stand und steht es aber mit der nationalen Assimilierung. Das Gebaren jener Eapläne, die getaufte und ungetaufe Juden in einen Topf werfen, hat lvohl Dämchen: die Angen geöffnet und nicht nur die verwerfliche, sondern auch die lächerliche Seite der Assimilierungsidee bloßgelegt. Die Frage des Staatsbürgertlmms hat mit der Frage der Nationalität nichts zu thun. Speeiell in Oesterreich hätte man eine richtige Erkenntnis für die Wahrheit dieses Grundsatzes haben müssen. Die österreichischen Juden haben immer geglaubt, sich für das stramme Deutschthum einsetzen zn müssen, und das war von Hebel und hat ihre Lage verschlechtert. Dian mag sich für Beethoven, Mozart, uslv. begeistern, mit dein Deutschthum haben ihre Werke nichts zn schaffen. Die Juden haben es nicht nöthig, alle deutschen Dummheiten zu umschmeicheln, sie sollen das Gute anerkennen und in sich aufnehmen — mehr nicht, und übrigens als „getreue Eckarte" vor extremen Ausschreitungen' im Interesse des Staates warnen. W ä r e n di e I n d e n n i ch t i m G efol g e e i n e r R a t i o n o d e r P a r t e i, s o n d e r n selb slst ä n d i g o r g a n i s i e r t, s o k ö n n t e n sie u :n s o m e h r e i n e m ä ß i g e n d e W i r k n n g a u s - ü b e n. Durch Assimilierung können sie es nicht, denn diese leugnet die Nationalität und verlangt Aufgeben der Individualität, sie ist eine Entäußerung des eigenen Ich und somit gegen dem Naturtrieb, der gebietet, die Eigenart zu erhalten. Dr. Mayer Cohn führt dann den Nachweis, dass auf naturhistorischem Gebiete keine Assimilierung vorkommt, und vergleicht mit kaustischem Witze die tzlssimilauten mit solchen, „die sich nicht zu erkennen geben wollen." Der alte Vorlvurf gegen Oesterreich, „es komme immer um eine Idee zn spät", treffe auch die Assimilanten. Die österreichischen Juden scheinen noch im Zeitalter Goethes und Schillers zu schwärmen, vergessen aber, dass diese Heren ihrem Zeitalter weit voraus waren und dass jenes Zeitalter noch tief in Barbarei steckte. Die Assimilation ist nur eine veraltete Mode des vorigen Jahrhunderts. Aber von dieser Schwärmerei müsse man umsomehr ablassen, als oä ja jetzt dem deutschen Geiste an einem Ideale fehlt. Dieses Fehlen eines wahrhaften Ideals verschuldet es auch, dass der Antisemitismus platzgegriffen hat. Wie wenig es auch für die Juden zweckmäßig war, sich der Fortschrittspartei anzuschließen, haben nicht bloß die Thatsachen bewiesen sondern musste van vornherein erkannt werden. Zwischen Liberalismus und Nationalität gestellt, musste diese Partei auf die nationale Seite fallen und den Liberalismus in prari verleugnen. Wäre die liberale Partei eine wahre Staatspartei gewesen, die sie zu sein vorgab, hätte sie gerade um Oesterreichs willen nicht die nationale Frage in solcher Weise fördern dürfen, wie sie es gethan. Taaffes Sturz, die Zertrümmerung der Eoalition wegen Eilli waren ihr Verhängnis, ihre Schuld. Ihre Pflicht war es, die Liberalen aller Nationen auf liberalem Boden zu einigen, und sie hat nicht einmal den leisesten Versuch dazu gemacht. Als tadelnswertes Beispiel führt der Redner auch das Benehmen der deutschen Studenten in Innsbruck gegen italienische Doeenten an. Er geht dann zu näherer Beurtheilung des Verhaltens der Juden in Oesterreich zur nationalen Bewegung über. Nach Ansicht des Redners hätten sich die Juden nicht genügend Rechenschaft über die Wirkung des Verhältnisses der deutschen Parteien znm öllerreichischen Staatswesen gegeben. Die Juden hätten sich sogar hervorragend am Linzer Programm betheiligt. (Rufe: Nur Einer!) Sie hatten sogar die Ausschreitungen der Alldeutschen mitgemacht, ja sogar einem Franko Stein ihre Stimme gegeben. Das lasse sich nur pathologisch erklären, nämlich aus einein gewissen weibischen Zuge in den österreichischen Juden. Das führe aber in weiterer Fortsetzung zur Demoralisierung. Die Fehler dieser Juden erinnern an: die „deutsche Frau", die denr Verführer ihrer Tochter aus Interesse für das Dentschthum verziehen habe. (Heiterkeit. ) Keinesfalls liege es im Interesse der Juden und ebensowenig im Interesse der österreichischen Staatsidee, die Allderrtschen zu fördern. Vielmehr haben die Juden die Pflicht, in Allen: und Jedem sich den: österreichischen Staatsgedanken anzuschließen. Im Falle Franko Stein habe man zur Rechtfertigung des Verhaltens angeführt, es wäre sonst ein Soeialdenwkrat gelvählt worden. Aber der Socialdemokrat, dessen Ziele in nicht absehbarer Ferne etlva erreicht werde,: könnten, sei von: österreichischen Standpmrkte weit weniger gefährlich als der Alldeutsche, dessen Ziele sich in der Gegenwart gegen den österreichischen Grundgedanken richten. Dr. Mayer Cohn befürwortet dann eiip selbständiges Verhalten der Juden und kritisiert sehr scharf die Stellung der Liberalen dem Staate und den Juden gegenüber und erörtert dann die Mittel welche die Juden zur Abwehr ergueifen müssen. Allerdings sei aus der schweren Dulderrolle, die sie so lange spielen mussten, wohl zu erklären, da;sjic es noch nicht versucht haben, sich zur Abwehr zu organisieren. Als ein erfreuliches und lobenswertes Symptom bezeichnet er die Regungen des jüdischen Geistes unter der Jugend und insbesondere unter den - Studenten, in deren ^Kundgebung er einen natürlichen Rückschlag gegen die frühere Selbstentäußerung und Assimilation erblickt. Wenn von: dem an den Juden verübten Unrecht gesprochen wird, könnte mau den Antisemitismus nicht übergehen. Re an. habe ihn eine Sumpfpflanze genannt. Das "sei richtig. Aber wenn solche Pflanze:: wachsen, tver ist schuld? Die Pflanze oder der Sumpf? Ohne Sumpf müssten sie verkümmern. Dean müsste also den ^umpsboden zn curieren sich! bemühen. Dass dies gerade in Oesterreich von jenen nicht geschehen ist, die hiezu die Macht und die Pflicht Haben, das zeigen die Mädchenentsübrungen. Er wolle den Regierungen nicht alle Schuld beimessen. Um politischen Constellationen willen müssen diese Vieles dulden, was ihnen selbst nicht angenehm ist. Aber die Juden sollen auch nicht alles von. der Regierung verlangen. Einerseits wollen sie selbst eine parlamentarische Regiernng, andererseits wollen sie ein autoritatives Einschreiten. ' Das sei unvereinbar. Da die parlamentarische Regierung aber ans parlamentarische Verhältnisse Rücksicht nehmen muss, sollte:: die Juden beitragen derartige parlamentarische Verhältnisse zu schaffen, dass sie ihnen günstig seien. Dazu gehört aber, dass sie sich selbst wehren und schützen. Der Redner verweist beispielsweise auf die Unthätigkeit im Falle Amten und betont noch viel energischer, dass die Juden: einen jüdischen Abgeordneten fallen ließen — weil die Antisemiten dies gewünscht hatten. (Rufe: Dr. Bloch!) Es wäre> Pflicht aller Juden gewesen, die Wahl dieses Eandidatei: durchzusetzen — dagegen fanden sich jiidische Abgeordnete die dessen. Wahl verhinderkeu. Dr. Mayer Cohn verließ sodann das politische G:*- biet, um der Pflichten, auf dem Gebiete der Nächstenliebe zn gedenken und an die Pflichten des Besitzes zu erinnern. Mit den öllerreichischen Juden und mit den reichen Indra gieng er scharf ins Gericht. Wenn es sich um internationale Unterstützungen handelt, leisten sie am wenigsten, oft aar nichts, und wenn es sich un: locale Unterstützungen handelt, appellieren sie an alle Welt. Offenbar mangle es an dem richtigen Pflichtgefühl. Es gebe hier sehr fromme Lernte, die erlle Gebote erfüllen, aber das Gebot, den zehnten Theil ihres Einkommens zu wohlthätigen Zlvecken zu verwenden.