Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 3 (17.1.1902)
- Date
- 1902-01-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt Nr. A 17. Jänner 1902 , Der Verein „Schomcr Israel" hat keinerlei Ambition, ckci- «erlei persönliche Interessen zu vertreten. Er kann deshalb unbefangen sein Programm dem jüdischen Publicum unterbreiten. Deshalb erscheint das Verlangen, die Wahlangelegenheiten den fänden einzelner, persönlich dabei Interessierter, unterstützt von einer Clique bezahlter Agitatoren, zu entreißen und die Acten unabhängigen Bürgern anznvcrtranen, berechtigt. Die jüdischen Gmididaten mögen nun hervortretcn und ihr Programm entwickeln! Sollte diese moralische Action von der alten Clique gestört oder verdrängt tvcrden, dann wird der Verein sich jeder weiteren Mitwirkung enthalten, möglichcriveise aber auch zur Streichung -er missliebigen Candidaten schreiten. Lieber keine Vertretung, als eine Vertretung von Paradejudcn — Pseudojuden. Zun: Schlüsse noch eine Forderung: Der jüdische Handwerker, -er ml den Magistrat seine Steuer entrichtet, hat ein begründetes Anrecht auf Arbeitsnahine beim Magistrat; deshalb wollen wir auch neben den Männern der Feder solche der manuellen Arbeit in den Gemeinderath wählen. Unsere jüdischen Handwerker müssen auch «halten, so man verlangt, dass sie geben. S. Veremsnachrichten. Verein der NikolSburger. Sanrstag den 4. Jänner 1902 fand in den Saallocalitäten des Hotel „Bayrischer Hof" der dritte Festball des ■ Vereines der „Nikolsburger uird Eisgruber" statt. Derselbe wies einen besonders starken Besuch auf und wurde durch den Besuch der beiden Vicepräsidenten des „Jüd. Volksvereins", der Herren Rich. N appaport und Herrn. Plaschkes, und des leitenderl Directors des „Jüd. Credit-Jnstitutes" Herrn Max P a p v e n h e i in beehrt. Ein Kranz von jungen Damen und Herren, sowie nahezu sarmntliche irr Wien lebenden Nikolsburger Studenten und auch eine größere Anzahl Mitglieder der ^Akadem. Rede- und Lesehalle" betheiligten sich an dem Tanze bis in den Morgerrstilnden. Um das Gelingen des Festes haben sich besondere Verdienste erworben: der Obrirann Moritz Spieltn a n n, desserr Stellvertreter Dr. K a tz e r, die Ausschussmitglieder Dr. Abel e s, Dr. H o l i t s ch e r, E p st e i n, Glückselig, P i s k, Eisler, Josef F r i e d l ä n d e r, P a s ch k e s, sorvle namerrtlich der Obmann des Ballcomitos Herr Oskar T e l t s ch e r. Dem Vereinsfonds, der zur Unterstützllng verarrnter Larrdsleute verwendet wird, dürfte eine hübsche'Summe Angeführt werden. Der Allgemeine Krankennnd UnterstütznngSverein „Nächstenliebe^ (II., Praterstraße SO) verarrstaltete am 11. d. irr derr Prachtsnlerl des „Bayrischen Hofes" ein Costürilkränzcheil (zwanglos), daS eitlen glänzerrden Verlauf rrahrn und der theilnehmenden zahlreicheir Jugend Gelegenheit bot, bis zunr dämmernden Sonrrtag dem Tanze zu huldigerr. Aus der Fülle reizender, annruthiger Eostüme, die denr gelungenen Abende ein blmtes Gepräge verliehen, mögen wegen ihrer Originalität ein „Münchener Kindl" (Frl. Helene Singer) und' „Launische Danre" (Frl. Paula Po l lak) besonders erwähnt sein. Der vom Herr» Tanzmeister R e ch n i tz e r arrangierte Cotillon,die Vereinsinsignien darstellend, wurde lebhaft acelainiert. Um das Gelingen des Balles haben sich insbesondere die Herren Wilhelm E l tb o g e n, Dr. Leopold W e i ß, Friedrich Ä u f w e r b e r, Emil Weiner und deren unermüdlich thätige Frauen uerbient gemacht. Wir motlen hoffen, dass ihre ivochenlänge, rastlose Zlrbeit durch ein namhaftes Reinerträgnis, das sie dem außerordentlichen Unterstützungsfoirds des Vereines zuführen konnten, belohnt wurde. m. —ld. Biclitz-Binlaer Jüdischer Turnverein. Das 3. Stiftungsfest, welches am 31. Deccmber v. I. abgehalten wurde, erfreute sich wie seine beiden Vorgänger, eines Massenbesuches. Schon vor 8 Uhr abends war im großen Saale kein Plätzchen mehr frei. Es mochten an 1000 Personen am Feste theilgenommen haben. Der Obmann Herr Dr. Haas begrüßte die erschienenen Gaste, unter denen sich auch Abordnungen des M.-Ostrauer und Privozer jüd. Turnvereines befanden, mit herzlichen Worten, dankte für die, den Turnern stets geschenkte Sympathie und ersuchte die Anwesenden, den jungen Verein auch in materieller Hinsicht zu unterstützen. Die hierauf ausgeführten vom Turnwart Herrn Münzer einstudierten Frei- und Geräthübungen fanden allseitig lebhafte Anerkennung, insbesondere wurden die prächtigen Uebungen am Reck und Hochbarren mit Pferd, mit reichlichem Beifall belohnt. Der von 16 Turnerinnen in ungarischen Costümen ausgeführte Reigen gefiel außerordentlich und musste auf stürmisches Verlangen loiederholt werden. Für den gemüthlichen Theil sorgte Herr Silberbusch als Coupletsänger und Damenimitator und war die beste Leistung dieser Abtheilung, das im Vereine mit Frl. Dora Goldmann aufgeführte Tanzduett mit Gesang „Der lustige Ehemann". Von Erfolg begleitet waren die Prodnctionen des Herrn Richter, eines vorzüglichen Schnellzeichners. Den Abschluss bildeten die Leiterpyramiden, eine wahre Specialität des Turnvereines. Das gesanuute Programnr war gut zusammengestcllt und erwies sich Herr Schrenzel als tüchtiger Regisseur. Unter den eingelaüfenen Glückwunschdepeschen ist die des Herrn Dr. Theodor Herzel besonders hervorzuheben. DaA nun folgende Tanzkränzchen bei den Klängen der Militärmusik hielt, die junge Welt bis 5 Uhr morgens beisammen. Eingesendet. Der in Vereinskreisen bestens bekannte Pianist und Liedereomponist Herr Carl Weinstabl hat am Sonntag den 19. Jänner 1902 in den Gallerie-Sälen des Hotel „Union", Nußdorferstr. 23, seine Bcnefice, und haben zu diesem Ehrenabcnde ihre Mitwirkung, zugesagt: Die Damen: Frl. Christ, v. Herrmann (Jubilämns-Theater)V Frl. Haust Führer (Gartenbcm), Frl. Ella Lilly (Walzer-Sängerin), Frl. Etta de Jona (Operetten-Soubrette). Die Herren: Rich. Waldemar (Colosseum), Carl Ludw- Zwerenz, Ad. Rakowitsch (Jubiläums-Theater), Leop. Paasdorfer (Seidl), Leop. Kirchner (Komiker), Math. Scheimbaucr (Walzer- Sänger), Rich. Nadragee (Ventriloquist). Die Duettisten: Herr und Frau Magistris, Herren Premier und Weidner, Herren Maresch und Weigl, Herren Brüder Ponkracz. Der Concertflügel wird von der Finna Wäldhäusel bereitwilligst beigestellt. Nach den Vorträgen findet ein Tanz-Kränzchen statt. Der Abend verspricht sehr genussreich und unterhaltend zck werden, und wünschen wir dem Beneficianten den besten Erfolg. Briefkasten. S. I. in Wien, II., Obere Donauftraße: Wenden Sie sich' an den Verein für unentgelrlichen Arbeitsnachweis, II, Taborstr. S. D. in Suczawa: Wir können Ihnen leider nicht dienen, B. R. S.: Wenden Sie sich direct schriftlich an den Verein,, dessen Adresse im Blatte ersichtlich ist. Varteigenossen! Verlanget in allen Localen das „Jüdische Uolllsblatt! 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