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Jüdisches Volksblatt · 1902-01-17 · 3 (17.1.1902) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
3 (17.1.1902)
Date
1902-01-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 17, Jänner 1908 Nr. 3 Kleine Chronik. Inland. Die Vollendung des Rothschild-Pavillons. In feierlicher Weise wurde am Sonntag der nunmehr vollendete Rothschild-Pavillon seiner Bestimmung übergeben. Dieser von den Freiherren Nathaniel, Ferdinand und Albert v. Rothschild gestiftete chirurgisch-gynäkologische Pavillon ist ein Erweiterungsbau des im Jahre 1873 vollendeten Spitals der israelitischen Cultusgemeinde. Zu der Feier im neuen Pavillon hatten sich eingefunden: Der Statthalter Graf Kielmannsegg, Freiherr v. Chlmnecky, Freiherr Albert v. Rothschild, Sectionschef v. Kusy, Hofrath Prof. Dr. Chrobak, Hofrath Professor Dr. Schauta, Regierungsrath Prof. Dr. Oser, der Präsident der Cultusgemeinde kaiserlicher Rath Heinrich Klinger mit zahlreichen Mitgliedern des Cultusvorstandes und viele andere Persönlichkeiten. Der Obmann des Baucomitees Dr. Anton Löw gedachte in Worten herzlichen Dankes der hochherzigen Erbauer des Pavillons und aller Anderen, die sich um den neuen Pavillon Verdienste erworben. Sodann ergriff der Statthalter das Wort, um seiner Freude über das Zustandekommen des schönen Werkes Ausdruck zu geben. Hierauf übernahm kaiserlicher Rath Klinger das Gebäude in die Obhut der Cultusgemeinde. Zum Schlüsse wurde unter Führung des Directors Oser, des Primarius Dr. Fleischmann, des Primarius Doctor Otto Zuckerkand! und des Architekten Baurathes Stiaßny ein Nundgang durch alle Räume des neuen Pavillons unternommen. Heil Wolf! Er ist wiedergewählt, das teutsche Voll hat seinen Liebling wieder! Mit 85 Stimmen hat er seine Gegenkandidaten in die Flucht geschlagen, zwar etwas wenig imposante Größe, aber und Einigkeit herrschen können, und dass diese neue jüdische Culturstätte weder gegen eine bestehende Institution, noch gegen eine Körperschaft, sondern zum Wähle und Frommen des Judenthums ins Leben gerufen wurde, schloss die erhebende Feier. Wir können es uns nicht versagen, der Verdienste zu gedenken, welche sich der Director des Creditinstitutes für jüdische Kaufleute und Beamte Herr Max P a p p e n h e i m um das Zustandekommen dieses für die Juden im IX. Bezirke so wichtigen Vereines und seiner Anstalt erworben hat. Bortrag des Hofrath Karcis. Am 14. d. M. hielt In dem Momente, da er es thut, ist er unrettbar verloren. „Wie, Sie wissen es nicht, wird er zur Antwort bekommen; Sie wissen es wirklich nicht? Das ist doch nicht möglich. Gehen Sie denn tu kein Theater, oder verstehen Sie nicht deutsch?" Die ganze Gesellschaft wird aufmerksam und betrachtet den Unglücklichen, der nicht den „Krastel" erkannt hat, mit halb mitleidigen, halb verächtlichen Blicken. So imgebildet — wahrscheinlich aus der Provinz — solche und ähnliche halblaute Ausrufe schwirren durch die Luft. In einem solchen Falle ruft man vielmehr, je unklarer einem die Situation ist, mit umso größerer Bestimmtheit: „Sehr treffend, zum Verwechseln, pyramidal" usw. Selbst wenn irgend ein Hallunke einem eine Falle legen will oder ein unerfahrenes Hofrath Kareis vor einem zahlreichen Auditorium im Fest- Dämlein wirklich so naiv ist, und fragt: Wer wird denn imitiert? saale des „Jüdischen Volksvereines" einen Vortrag über'lasse man sich nicht aus der Fassung bringen und antworte mit die „Wunder der Reuzeit. Er führte vor das Auge der unerschütterlicher Geduld und constantem Missverstehen ungefähr: andächtig lauschenden Zuhörer die Entdeckungen auf dem! „Ganz richtig, derselbe, oder gleichfalls." Diese Methode hat mir Gebiete der Elektricität uüd des Magnetismus, insbeimmer geholfen. Hat man also diese Klippe geistesgewärtig umsondere die drahtlose Telegraphie und drahtlose Telephonie. schifft, so kann man mit umso größerem Behagen den nächsten In besonders sympathischer Weise wusste er die wissem Punkt des Programmes genießen. Der „Jour" erreicht nämlich schriftliche Darstellung mit einem herzerlsivarmen Tone zu langsam seinen Höhepunkt. Es kommt das „Weauerische". Mit verbinden, der vom Herzen kam und zum Herzen gieng. raschem Schritt tritt der Coupletsänger auf und singt seine Lieder Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners, den vom goldenen Wiener Hdrzen. von der einzigen Kaiserstadt, von wir öffetf als bisher auf der RednÄribüne zu erblicken der schönen blauen Donau und dem Wiener Walzer. Die Zuhörer, hoffen. | die bisher in einer gewissen nachlässigen, englischen Weise Beifall Ein Jour. Zu den unausweichlichen Missgeschicken, denen lp^udeten, markieren helle Begeisterung, und wenn sie gar man in Wien ausgesetzt ist, gehört, abgesehen von den Unfällen etticr gewissen unnachahmlichen Grazie zu „paschen anauf der elektrischen Tramway, die Einladung zu einem „Jour" fa,,Qen' so ist das ein Anblick für Götter. Jetzt ist der richtige (sprich Schur). Man kann sich noch so ekelhaft benehmen, man Augenblick, in dem eine andere Nummer aufmarschiert, die in keinem fällt doch irgend einem mit sieben Töchtern gesegneten Familien- Schottenrings fehlen darf, nämlich die Parodien des Vater in die Arme, der selbst so eine „Z'widerwurzen" mit in den °^cc ^udeuthums. Je geistloser und je platter, umso Kauf nimmt. So stand auch ich eines schönen Abends vor einem kcffer' die bloße Nennung des Wortes «Jude, Löwy, Jtzig, Kohn, Hause in der Gonzagagasse (die Nummer sag ich nicht), nachdem usw. genügt, um laute Beifallsstürme zu erregen. Wage ich glücklich die künstliche Alpenlandschaft am Schottenring passiert hatte; diese von Gräben und Hügeln durchsetzte Landschaft ahmte immerhin ein veritabler Sieg. Es wäre schade gewesen, wenn fäufdOertber Weise eine Hochgebirgsgegend nach, dass ich bei- Wolf im Abgeordnetenhause gefehlt hätte. Die.flatterte wäre nicht vollständig. Da sitzen Herr Herzog, der Denunciant, Herr Schneider, der Fälscher, Herr Schönerer, der emeritierte Bordcllhausbesitzer, wie hätte da Wolf, der Jungfrauenverführer, fehlen sollen. Die Gallerie muss vollständig sein, damit bei einer Judennahe auch einen ganz alpinen Absturz erlebt hätte. Doch mein Glück ließ mich noch im letzten Moment das Geländer einer schwanken Brücke erfaßen und so gelangte ich, wie ich schon vor einigen Zeilen bemerkte, glücklich vor ein Haus in der Gonzagagasse, in dem Herr Harald Kohn wohnte. Ein in den Farben des fürstbischhösi aber ja nicht, Deine Nachbarin zu erinnern, dass sie eine Jüdin ist, denn damit hast Du Dich in einem jüdischen Salon unmöglich, gemacht. Mit dem Vortrage der „jüdischen Couplets" hat der Jour seinen Höhepunkt überschritten. Nasch werden einige Erfrischungen serviert, dann ist es Zeit, sich zu empfehlen. Du empfiehlst Dich auch und denkst vielleicht darüber nach, ob denn bei den bekanntlich sehr intelligenten Juden keine andere Art der Unterhaltung und Geselligkeit möglich ist. ttf! L ÄÜfÄtwL1’ÄLÄ1t“1'!! 'SÜiÜÜÜ”nb "2" r 1. *** und R-d-halla jlidisch-r HochschiUcr. .Samstag, einzige Sohn, namens John (sprich Schohn) streckte sich gähnend im Fauteuil. Ich war ttnglücklicherweise einer der ersten, und so musste ich das ganze Programm genießen. Der erste Punkt ist also: Allge kommt. An sich ist ja die Wahl ein Unicum. Der dreifache Treubruch: am Freund, an der Frau, an dem Mädchen, weiter die offenkundige Kuppelei — all das schadet einem Liebling des Deutschthums nicht, wenn er ein gutes Mundwerk hat. Man kann vom Herrn aufs Geschirr, vom Abgeordneten auf die Wähler schließen. Wie weit muss die Sittenverderbnis im deutschen Volke eingerissen sein, wenn solche Moral zur öffentlichen proclamiert wird! Stolz meinesGespräch über—dasWetter, meinenSie, verehrterLeser; o nein dürfen wir Juden darauf Hinweisen und sagen: so was kann — über das Salzkammergut. Wenn man also nicht zufällig in Ischl, bei uns nicht Vorkommen! Nicht einmal zum Tempel- Russee oder Gtnunden geboren ist, oder die schönsten dreißig Somdiener würde solch ein Mensch bestellt, geschweige denn zum Vor- - mer dort verbracht hat, so rathe ich jedem Laien, sich vor dem stand eines Gemeindewesens oder zum Mandatsträger. Unsere Besuch eines „Jour" einen Führer durch das Salzkammergut zu jüdischen Abgeordneten werden wohl Gelegenheit finden, darauf fQlifen; es sind solche schon um 60'Heller in jeder renommierten hinzuweisen, dass solche deutsche Moral nicht als tonangebende sich Buchhandlung erhältlich. Aber auch eine größere Ausgabe dürfte aufspielen kann und darf; mit der Wiederwohl Wolfs haben die einen nicht gereuen, wenn man einmal beobachtet hat, mit welcher unverhohlenen Verachtung ein ahnungsloser Fremdling behandelt wird, der noch nie die Jschler Esplanade (sprich Es-pla-nad) oder meme beiden Gummiradler. Pardon Gummigaloschen ab. Im den 18. d. M. findet in der Halle ein Vortrag des PräsZ Salon empfteng mich Frau Amalaswintha Kohn und stellte mir ihre des Vereines, med. Ignaz Zollschan statt über das Thema: Töchter Daisy, Baisy, Naisy, Kaisy, Lilly, Milly und Tilly vor; der „Eugen Dührings Theorien über das Judenthum." Verein „Kinderheim". Am 25. Jänner 1902, abends 7V, Uhr, findet die vierte ordentliche Generalversammlung des fit** f a 4«tWirXAM Vereines „Kinderheim" für verkrüppelte Kinder jüdischer Confession im Saale des „Jüdischen Volksvereines", Wien, II., Leopoldsgasse 49, statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vereinsvorstandes; 2. Cassabeticht und Bericht der Revisoren; 3. Wahl des Vereinsvorstandes; 4. Wahl von zwei Revisoren und eines Stellvertreters; 5. Eventualia. Die p. t. Mitglieder werden dringend gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Deutschen das Recht, andere Nationen als minderwertiger zu be trachten und zu behandeln, eingebüßt, und das wird bei Gelegen heit gesagt werden. eWnn schon der Ehebruch und die U n z u ch t parlamentsfähig sind, dann muss man auch die Consr quenzen daraus ziehen! Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk' wo man denn den Sommer verbringen werde. Jüdi scher Bolksvtreirr für den VIII., IX, XVIII. und XIX. Bezirk. Am verg. Donnerstag hielt Dr. S o f e r einen Vortrag über „Jmtg-Jtlda". Anknüpfend an die Wandlung, die die Anschauung über das Wesen der Kuitst in der Gegenwart durchmacht, entwickelte der Vortragende die Anhänge einer bewussten jüdischen . 0, rf r~ . , t . ~ t _ „ . rjrr. r. , ,. . 0 Kunst in unseren Tagen. Int besondereit gieng er aus die jüdische den Ausseer See gesehen hat. Sehr passend schlteßt sich an dteses Poesie über und las einige Gedichte eines jungjüdischen Dichter- Thema eine zwanglose Discussion über das Radfahrwesen nnd kreises vor, der sich um des „Jüd. Volksbtatt" gesammelt hat; Tenuisspieleu an. Darauf wird lebhaft die schwere Frage erörtert, es waren Gedichte von Doitath, Scherlag, Momphray, Eisler, Sonntag den 12. d. M., vormittags um 11 Uhr, fand die feierliche Einweihung der durch diesen Verein ins Leben gerufenen jüdischen Religionsschule statt. Die Feier nahm einen sehr ivürdigen Verlauf. Unter den zahlreich erschienenen Güsten bemerkten wir unter anderen die Herren: Richard Rappaport, Cultusvorstand Dr. Markus der Die Debatte droht etwas hitzig zu werden, die sieben Töchter wünschen sieben verschiedene Orte, als sich John gähnend erhebt und sagt: „Wir werden sicher wieder nach Ischl gehen, ich seh schon. Jedes Jahr ist die Streiterei und jedes Jahr geht es wieder nach Ischl." Damit sinkt er wieder mit seiner düsteren, weltschmerzlichen Miene in sein Fauteuil zuri'lck. Dettn dies ist das große Unglück seines jungen Lebens: jedes Jahr Spitzer, in Vertretung der Cultusgemeinde Herrn "ach Ischl; in allen anderen Punkten geben die Elterir dem ver- Braun, ferner Obmann des Tempelvereines im IX. Bezirk, sielten Jungen nach, aber in dem einen Punkte sind sie uner- Herrn Gottlieb B e t t e l h e i m, in Vertretung des Talmudschütterlich. Es ist daher kein Wunder, wenn Selbstmordgedanken Thora-Vereines für den XIV. und XV. Bezirk die Herren das Hirn des liebenswürdigen John verdüstern. Inzwischen bil- Jakob Herz und Moritz Stern, Jakob S t r « ß b er g, i fac" sich einige zwanglose Gruppen. Baisy hat sich mit einem Frci- Obmam. des Schulvereims für den X. Bezirk. Obercantor Bauer, die Vertreter der jüdischen Presse u. s. w. Entschuldigt halten ihr Fernbleiben die Herren Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n u, die Cultusvorsteher Taussig und Ellbogen u. a. m. In Vertretung des beruflich verhindert gewesenen Bereirisobmam.es Primarius Docior Sigmund Kornfeld erüffnete Vorstandsmitglied Jakob Krausz die Feier mit einer Begtüßungsrede an die Erschienenen, in welcher Redner die Entstehungsgeschichte der Vereines und ,einer Schule vertrug, den Gründe'vr --"«"ch- Geschichten zu °-rbr°ltcn. Nun ist und Förderern des Vereines, dem „Jüdischen Volksverein', der Cultusgemeinde, den politischen uub Schulbehörden, r, „, . . . .. . r , .. cts _ f fr* . . ' ' l - \ lf melt sich Imebcr um dteseu Brennpunkt realer Jnteres en. Es den Dank des Vereines absiattete und owohl an diele denr - uu . r.a, r , . ., f ,.(• ' . J, ' empfiehlt sich, elbst wenn man bisher geschwiegen hat, jetzt zu L Ä Glanbensg«i0sen den Appell weil man sonst leicht in den Verdacht geräth, dass einen, die "L d»!- echt ludsich-cul urelle Institution auch M ^ichs wichtiger sind, als der ganze Jou?. Mau erzählt z. B. ip'rtor-«» t "ü erstutzen. ^y^Clitierte ciniflc Witze, aber beileibe nicht aus den „Fliegenden Blättern", I s Hj! 0l_ ^a^ei’ Ul gewohnter meisterhaftrr Weise, t)jcllE jclI^ mc^r am Platze ist der „Stmplirissimus". das „Ma Tauwu. woraus der Delegierte der Cut Ni?-! Erfolg erzielte ich durch folgenden Witz: Frau Amcier si^b^llde zu kiiier Erklärung das Wort ergriff, ln welcher l ^.i Frau Bemeier zu Bestich. Frau Bemeier sagt: „Aber, li Berel», versicherte, dass O.e Cultusgemeinde die > Frau, nehmen Sie sich doch ein Brötchen." Frau Ameier: „Ich Bestrebungen des -Lchutveielner. m.l Fieuden begrüße ^ur.d danke, ich habe rnir schon eiltes genommen." Frm. Bemeier: „Sie die selben auch nach hu t! lichte it unterjtützen werde. Herr t haben sich zwar schon zwei genommen, aber das thut tiiehts. Neh- Dr. Hermann C Hajes als Ho..orar-L>chullnspector des j uten Sie sieh noch ein drittes." Nach diesem kurzen Vortrag Vereines übergab dann in Begleitung £inev wohldurch-! kannte ich.mich tingestört den culinarischen Genüssen hingeben, bis dachten, die Bedeulung der hebräischen Sprache in Schule der Beginn der Vorträge tneine ruhige beschauliche Thätigkeit störte, und Haus darlhuenden, Mil großem Beifall ausgenommenen Zuerst ließen die Anwesendet. einige Clavier- und Violinvorträge Rede, Schule^ und Schüler NN dre zitm1Jnierrichl£ berufenen der Töchter des Hauses ohne Protest über sich ergehen. Hierauf .. ,f der Burgtheaterkünstler auf. Beda, Sofer. Hierauf prodtieierte sich ein jugendlicher Violntvirluose, Herr Geige r. Wochenprogramm der Toynbce-Halle. Sonntag den 19. Jauner. Adolf Steinschneider: „Reminiscenzen an das Jahr 1848/' Montag den20.Jänner. FrauDr.G r ü n w a l d : „Die jüdische Geschichte, eine Parabel." Dienstag den 21. Jänner. S. Wertheimer: „Jaffa." Mittwoch den 22. Jänner. Dr. M a rg ulie s: „Das Wesen des Talmud." Donnerstag den 23. Jänner: Dr. I. S a d g e r: „Aus dent Gebiete der Naturwissenschaften." Freitag den 24. Jänner. Arnold Frankfurter! „Bibel, Erklärung der Sidra." Samstag den 25. Jänner. Concert: Musik, Gesang. Anmeldungen zu Vorträgen sind zu richten an Dr. Leopold 5k a h n, VII., Lindengasse 11. Nenes aus Schilda an der Schwarzawa. Da haben wir die Bescherung. Unser sonst so ruhiges Schilda ist nicht mehr zu er- Icnttcn, seitdem cs eine leidige Rabbinerfrage hat. Alles ist in Aufruhr gerathen. Das gährt und brodelt, wie in einem 5kessel. Und war das alles auch wirklich nothwcndig? Wir lebten still und harmlos,'unser Siutt war auf Nichtjüdisches nur gerichtet. Unsere Gedanken waren frei von Predigten. Da mit einemmale streckte sich cs drohend wie ein Gespenst itt die Höhe und verfolgt einen auf Schritt und Tritt. Freilich, es lässt sich nicht leugnen, dass dieses Fatale auch seine, guten Seiteit hat. Man laitgweilt sich wenigstens nicht mehr mit Gesprüchet. übers Wetter, man ist nicht mehr darauf der Moment gekommen, wo die bekannten belegten Brötchen zur so erpicht, vom deutschen Schulvereinsfeste zu sprechen; denn man Stärkung wieder verabreicht werden. Die ganze Gesellschaft samhat jetzt zur Noch noch ein anderes Thema. Und auch der letzter Zeit ein wenig ins Stocken geratyene Tratsch kommt dabei nicht am allerschlimntsten weg. Dettn es tnuss doch mattchem eigenthümlich erscheinen, dass die größte Stadt Mährens schon fast ein ganzes Jahr nach Candidaten fahnden tnuss, t.nd bisher nur im ganzen schreibe und sage drei Manu zur Probe berufen, und obwohl keiner derselben den?lnsprüchen zugesagt, die ganze Sache wieder auf sich Großen Erfolg erzielte ich durch folgenden Witz: Frau Ameier ist beruhen lässt. Da wollen denn gar seltsame Gerüchte nicht verliebe s.tmnnett, nnd man rannt es sich allgemein zu, dass der eine von den bereits Berufenen als Neffe eines sich allmächtig dünkenden Hirten in Israel, schließlich die Stegespalme davotttragett werde. Wozu sind auch einflussreiche Verwandte ans Erden da, wenn sie eittem nicht einmal zu dieser Kleinigkeit verhelfen könnten? Inzwischen müssen, dnntit nur ja kein geeigneterer mtd tüchtigerer Rabbiner sich's eiufalleu ließe, zu rotnpetiereti, gewisse Abschrecktliigsutittel erfunden werden, denen zufolge der „zukünftige" Mmnt es sich schon heute hinter die Ohren zu schreiben hat, dass ihm eilte neuerliche Ueberprüfung seines theologischeit Wissens unter willigen in eine Ecke zurückgezogett, Naisy mit einem Neserveofficier, der selbstverständlich zu jedem Jour die Uniform anzieht, und Kaisy zeigt einem jungen Doctor im anstoßenden Zimmer Photographien und Ansichtskarten. Mama Amalaswintha sieht alles; aber, mein Gott, was muss nicht alles probiert werden, weint matt sieben Töchter an den Mann brittgeit will. Nur die Aelteste, Daish, sitzt mit einer Altersfrcundin ttnd hechelt die Anwesenden und itoch mehr die Abwesenden weidlich durch; sie hat vor dem ewigen Flirten einen Abscheu; ein viel größeres Vergnügen ist es, über Jour fehlen; ich ertheile daher feinen Umständen geschenkt werden faiin und darf. Diese Politik, im Rcunen welchür Herr Rutztztuer Dr. Rosenfeltz betrat der tutvermeidliche Imitator in einer gefühlvollen Rede die Wichligkeil des ZusatumeN' Diese Piece darf bei keinem Wiener Wirkens der Ellern mit de.. Lehrern yervorhot) und das tmerfahretum Jüuglingeu einige freundschaftliche Winke. Unterso klug atlSgetiftelk sie. war, sie erwies sich dennoch ein wenig Lehrprogramm entwickelte, dtuchdem noch Herr Jakod lässt z.B. der Vortragende im Vollgefühle seitter .Ktutst es, dieNameu zu ttttbesonnen, denn die Herreit Vorsteher erblickteit darin bloß eine Äraus z, auf die Worte des Delegierien der Cultusder Imitierten zu nennen, und man weiß nicht, wen er eigentversteckte Drohuttg, einen Wink tmk dem Zannpfahl, dass sie sich gemeinde hinweisend, betonte, dass dieser Verein und dessen lich zum Opfer auserkoren hat, so frage der Jüngling, wenn ihm wohlweislich hüten mögeit, einen anderen, als den vott der rabbi- Schule ein geheiligter Boden seien, aus welchem nur Friede ' sein Renommee etwas wert ist, tun keinen Preis nach detn Natnen. ' Nischen Oberbehörde vorgeschlageiwn ttnd für geeignet befundetten

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