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Jüdisches Volksblatt · 1902-01-10 · 2 (10.1.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
2 (10.1.1902)
Date
1902-01-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 Wien, Freitag indisches Volksblatt 10. Jänner 1902 litik anders als der hon der Gegenwart umgemodelte und' zugestutztc Wille der Nation, der als unveränderliche Größe sich von Geileration zu Generation vererbt. Auch in der deutschen Socialdemokratie lassen sich die Uebergänge Nachweisen von der Zeit, in der man Politik zu ulachen, verabscheute und verachtete, bis man uuter dem Zlvnnge der Verhältnisse frisch und voll im ganzen Reiche in die Politik eingriff. Das sind die Vorbegriffe, die lvir unseren Lesernan die Hand geben, bevor sie das folgende P r o g r a m m d c r jüdischen V o l ks Partei studieren. Dieses Programm ist nichts neues; ungeschrieben stand es seit langem in den Köpfen unserer Führer, zerstückt und unzusammenhängend findet man es in den Jahrgängen des „Jüdischen Volksblattes". Alle unsere Anhänger in Wien und in der Proviilz, die mit diesem Programm übereinstimmen, fordern wir pt Schlüsse auf, sofern sie noch nicht organisiert sind, ihre Adresse in der Centrale, 2. Bez., Leopoldsgasse 49, bekannt zu geben. * Die Noch an Mittelschullehrern. Seit geraumer Zeit empfindet die Unterrichtsverwaltung in schwerwiegender Weise den Mangel an Mittelschullehrern. Eigentlich sollte dies ja nicht befremden. An und für sich ist die Stellung des Lehrers au einem Gymnasium durchaus nicht belleidenswert. Der Gehalt ist ein minimaler und nicht iill Einklallge mit beit gestellten Anforderungen. Der Mittelschullehrer nluss das Gymnasium oder die Realschule mit gutem Erfolge absolviert haben. Von dem Gynmasiallehrer wird weiters noch gefordert, dass er die Universität besucht uild promoviert, habe. In Oesterreich j im allgemeinen und speciell in unserem Unterrichtsnlinisteriunl hat man sich, ob mit Recht oder mit Unrecht, bleibe dahingestellt, in jüngster Zeit augewöhnt, von Aspiranten um eine Mittelschullehrerstelle nur dann Rcspcct zu empfindeil, wenn sie auf ihren Doetor-Hut hinzuweisen vermögen. In der Noth ist bekaniltlich auch der Teufel begnügsanl, daher das Uuterrichtsmillisteriunl sich in der Nothlage mit sogeuailnten Supplenten behilft. Von den Supplenten, die zumeist noch nicht die volle Lehrbefähigung erreicht haben, lvird dieselbe Leistuilg in didaktischer und pädagogischer Richtung verlallgt, wie von einem wohlbestallten definitiv angestellten Mittelschullehrer, wofür ihnen dagegen nur ein Adjutum zugewiesen wird. Im allgemeinen werden von dem Mittelschullehrer Leistungen verlangt, die denen Alles Hochschulprofessors, wenn auch nicht ganz gleich stehen, so zumindest sehr nahe kommen; in nlailcher Beziehung wird von einem Mittelschullehrer mehr verlangt als von einem Hochschulprofessor, denn der Hochschulprofessor tradiert bloß, während der Mittelschullehrer unterrichten resp. lehren und seine Schüler individualisieren muss. Nach dem Gesagten ist es loohl selbstverständlich, dass das Bestreben ltnb der Bewerb, Lehrer einer Mittelschule zll lverden, nur bei einer ganz geringen Zahl von Maturanten vorhanden ist. Nun sollte man meinen, bie llnterrichtsverlvaltnil g werde bei ben Aspiranten auf eine AtittelschnUel)rersteile, namentlid); i'n einer Zeit, lvo ein esfectiver Mangel herrscht, einfach llur aus die Befähigung R'ücksicht nehmen, aber lveit gefehlt. In Oesterreich spielt hi alles die eonfessionelle Frage hinein. Der Bewerber um die karg dotierte Supplentenstelle muss nicht nur ein tadelloses Curriculum vitae, vorzügliche Zeugnisse, eine eminellte Befähigung für das Fach, er muss auch einen Taufschein beibringen. Vor den Acten eines Aspiranten, in denen sich irur ein Taufschein befindet, bekreuzigt sieh der Personalreferent lvie vor dem Beelzebub. Dem. Gesuchsteller wird mit einem, nicht misszuverstehenden Hinweise bedeutet, den fehlenden Taufschein nachzutragen, dann, lvird seiner Aceeptiernng kein Hindernis mehr im Wege stehen. Dieses Opfer des Jutellects ist unerlässlich. Was die Unterrichtsverlvaltung bemüßigt, von den jüdischen. Bewerbern um eine Mittelschullehrerstelle die Eonvertierung, daher den Abfall vom angestammten Glauben, zu verlangen, ist ganz unerfindlich, und unbegreiflich. Haben, die Juden weniger Befähigung als ihre .andersgläubigen Mitbewerber? Gereichen die derzeit im Lehramte befindlichen Gymnasialprofessoren, jüdischer Consession ihrem Stande zur Unehre? Darauf kann, die Unterrichtsverlvaltnng die Antwort nicht schuldig bleiben, sie 'muss vielmehr der Wahrheit die Ehre geben und zugestehen, dass die jüdischen Mittelschullehrer intellectuell ihren arischen Entlegen zumindest gleichwertig sind. Die Unterrichtsverlvaltung wird ferner nicht zu leugnen vermögen, dass den jüdischen Mitteüschullehrern vorzügliche'didaktische und Pädagogische Leistungen zier Seite stehen. Es muss nun darauf hingewiefen lverden, dass den Juden staatsgrundgesetzlich der Zutritt zu allen öffentlichen. Aemtern gewährleistet ist. Es besteht daher kein anderes Hindernis, jüdische Bewerber in den 'keineswegs sehr beneidenswerten Stand der ZRittelschrillehrer aufzunehmen. Unterrichtsmiuister v. Härtel unterlasst keine Gelegenheit, seine liberale Gesinnung zu documentieren nnd zu. manifestieren. Es liegt uns ferne, auch nur den 'leisesten Zlveifel in die Aufrichtigkeit seiner Politischen Anschauungen und seiner freiheitliche Gesinnung zu hegen. Dies lväre Wohl nach seinen Antecedenzien kaum möglich. Wir sind auch fest überzeugt, dass Dr. v. Harte! keine Schuld deizumesfen ist, lvenn der oder jener Personalreferent aus purer Wichtigthuerei, vielleicht um etwa der herrschenden Strömung eine Concession zu machen, oder gar sich für das kommende antisemitische Regime rechtzeitig in ein gutes Licht zu sehen, seine Vollmacht überschreitet und von den Bewerbern um eine Mi ttelsch u! lehre rstolle llugMirliches und Ungesetzliches ver- 8 eile 3 sangt. Dr. v. Harte! ist aus der Wiener Hochschule hervorgegangen, daher es ihm wohl bekannt sein wird, dass die jüdischen Professoren der Wiener Universität zur Zierde gereichen und zumeist wissenschaftliche Capacitäten ersten Ranges sind. Dr. v. Härtel halte aber auch Umschau unter den Mittelschullehrern, und er wird finden, dass die Juden darunter an Begabung, Pflichttreue und Fortbildungstrieb den arischen Eollegen in nichts nachstehcn. Man darf daher wohl der ebenso bestimnüen als zuversichtlichen Erwartung Raum geben, dass die Unterrichtsverwaltung bei der Aufnahme von Aspiranten als Supplenten oder Lehrer für Mittelschulen sich nur von rein sachlichen Motiven leiten lassen lvird. Wir verlangen dies als unser gutes Recht als Staatsbürger. Wir fordern alle diejenigen jüdischen Bewerber aus, uns Fälle bekannt zu geben, wo sie wegen, ihrer Confession eine Zurücksetzung erfahren haben, wir sichern den Zurückgesetzten eine Untersuchung des Falles zu und werden, es an Bemühungen nicht fehlen lassen, den Präterierten zu ihrem Rechte zu verhelfen. Eine Wendung. (Epilog zum Zionijtencongrrss.) Von Dr. Paul Weisengrün. Noch liegt kein vollkommen detaillierter, einheitlicher und eindeutiger Bericht über die letzte, wichtige, ja entscheidende Tagung der Zionisten aller Welttheile vor. Aber selbst aus den lückenhaften Darlegungen gewinnt man die feste Ueberzeugung, dass die sogenannten politischen Zio-! nisten sich immer mehr und mehr derjenigen nationalen! Richtung nähern, die in. dem „Jüdifchen Volksverein" i ihren strengsten Ausdruck gefunden hat. In dem Augenl blicke, wo diese letztere Bewegung sich anschickt, aus dem Vereins leben allmählich ins Parteileben überzugehen, ist; diese Wandlung derjenigen nationalen Gruppen, die mit ihr; stets die Bekämpfung der Assimilation gemeinsam gehabt! haben, von höchstem Interesse.! Von Parteitag zu Parteitag betont der politische! Zionismus die Gegenwartsaction immer mehr und mehr.! Man analysiere die Ereignisse des lebten Baseler Cangresses und diese Ueberzeugung wird sich zu einem fast mit mathematischer Sicherheit beweisbaren Satze verdichten. Von den! Anträgen auf Versicherung gegen Alter und Invalidität,! von dem Streben nach Gründung von Kindergärten, Volks- 1 lesehallen usw. soll kein, besonderes Aufheben, gemacht werden. Man könnte schließlich diese Punkte doch uls mehr oder weniger unwesentliche Ergänzungen auffassen, als! Nebenforderungen, die das Wesen der Dinge kaum berühren. Aber die Rede Nordans, sowie die Resolution Buber beweisen aufs kräftigste, wohin die Partei zu steuern j gesonnen ist. Mar Nordau, nebft Herz! der Führer der . Gesmmntbewegung, der Mann, der das Wort geprägt hat: I „Das Judenthum wird zionistisch sein oder es wird nicht sein", spricht doch heute schon ganz anders lvie vor fünf Jahren, lvo die Verwirklichung alter Volksträume in der festen und scheinbar so präcisen Gestaltung des Judenstaates; vor der Thür zu stehen schien. Nordau vertritt ben, rich- , tigen Grundsatz, dass die Auswanderung der östlichen Ju- ' den nur mit Vorsicht zu erfolgen habe, dass dieselben vor! allem bestrebt sein sollen, ihr Handwerk in der Hei'- \ mat besser auszuüben. Was sie in Nelv-Uork und London; lernen ruft er ihnen zu, das können sie ebenso gut in. Lodz und Bialystok. Die Handwerker im Osten müssen nur ihren selbstmörderischen Wettbewerb aufgeben. Keine Concurrenz, sondern Cooperation, so lautet der Rath, den der l Zionistenführer gibt. Genossenschaften müssen gegründet : werden, Kartelle. Der Zionismus möge die Bildung der Genossenschaften entschlossen in die Hand nehmen. „Sicheres,; täglichem Brot für die jüdische Masse und die Möglichkeit, peinige Ersparnisse zu sannueln," heißt es wörtlich, „Er- ' ziehnng zum Zionismus und dadurch Eroberung der Gemeinden, das ist es was Noth thut." j Besucher des Jüdischen Bolksvereins haben diese Worte so häufig gehört. Noch anheimelnder klillgt es dem. jüdischen Volksparteiler, lvenn Nordau mit aller j Energie die Zionisten höhnt, die von Gegenwartsaufgaben , deshalb nichts wissen wollen, weil sie angeblich die Kräfte , der Juden zersplittern und unser Streben zu einem einheitlichen Ziele, ablenken. Auf dem letzten Eongresse wurde auch mit großer Mehrheit ein Antrag „Buber" angenoini men, der als ein integrierender Bestandtheil des Zionismus : die allmähliche nationale Erziehung der Judenheit erfasst . haben will. Wie häufig haben lvir es nicht ausgesprochen,! dass die lvichtigste Vorbedi'ngnng für die Stärkung, für die i Renaissance des Judenthums die nationale Erziehung sei. Ilnd lvie oft tönte uns dann der Rllif entgegen, das sind! Nebendinge, sie sollen keinen tvesentlichen, integrierenden Bestandtheil des Programms bilden, die Hauptsache ist und bleibt die palästinensische Heimstätte, selbst, die Gründung des Jndenstaates. Wie wenig, lvie seltsam lvenig wurde auf dem letzten Parteitage von. der Heimstätte selbst gesprochen. Sie grüßt uns nur gleichsam ans der Ferne, sie ist selbst für die politischen Zionisten nur eine schöne 'Decoration gelvorden. Die Hauptsache ist die Gegenlvartsaction, die lvirtschastliche Arbeit uslv. Herz! hat davon gesprochen, dass der Sultan die Inden, gerne sehe. Aber wenn der Beherrscher aller Tiirken mehr gesagt hätte, lvenn er Herz! den Auftrag gegeben, hätte, zu. erklären, dass der ottomanische Kaiser die Hiuüberführmlg von. Hunderttausenden armer Inden nach Palästina aufs lebhafteste begrüßen werde, lvürde das nicht ebenso für den Eolonial- .'wie für den politischen Zionismus sprechen. Sonst keine Spur von Beziehungen zur Inangriffnahme der palästinensischen Heimstätte. Ueberall Erörterungen wirtschaftlicher Natur, Besprechungen reiner Organisationsfragcn, wie wir Volksparteiler es von jeher gewöhnt sind. Man kann vom lchten Baseler Eongresse sagen: Es war ernste Gegcnwartsarbeit, mit einer leisen, diplomatischen Verbrämung. Wir lvollen durch den letzteren Satz nicht etwa behaupten, dass lvir mit dem Gegenwartsprogram me der politischen Zionisten voll und ganz übereinstimmen. Wir müssen sogar offen bekennen, dafs wir einigen Anschauungen begegnen, die uns nicht ganz unbedenklich erscheinen. Productive Genossenschaften, lvie sie Nordau vorschlägt, sind, wie dke Nationalökonomie lehrt, veraltete Formen des Genossenschaftsbetriebes. Consumvereine für die Proletarier, die Hinüberleitung der Handwerkermassen in ländliche Siedelungsgenossenschaften im Sinne Franz Oppenheimers scheinen mir viel wirksamere Mittel zu sein. Ebenso die Ausbildung des Lehrlingswesens und die Gründung von Creditinstituten sind lauter Dinge, die das Programm der Jüdischen Volkspartei in präcisester Weise enthält. Aber der gute Wille, Wirtschaftspolitik zu treiben, ist vorhanden und darüber müssen lvir uns aufrichtig freuen. Hie und da begegnet man in unseren Reihen Aeußeruugen, in denen diese Zufriedenheit nicht gerade durchzittert. Eine gelvisse Schadenfreude, dass die politischen Zionisten denn doch zu unseren Waffen greifen inussten, spricht aus gewissen Privatäußerungeneiniger Parteigenossen. Das ist menschlich erklärlich. Musste doäp der heftige persönliche Kampf, der vielfach gegen uns geführt lvurde, gar manchen unserer bravsten Genossen mit einer gelvissen Erbitterung erfüllen. Aber die meisten Volksparteiler freuen sich aufrichtig über den neuen Curs, über die Wandlung im Lager der politischelt Zionisten. Diese ist ein erfreuliches Symptom dafür, dass die Realpolitik über kürz oder lang die Massen der Judenheit erobern wird. Noch trennt uns eive principielle Frage von den politischen Zionisten. Sie haben eine andere Vorstellung von innerstem Wirken der national-bildenden Kräfte. Sie glauben, dass das nationale Ausleben eines Volkes durchaus gekettet ist an den Besitz eines Territoriums. Sie verkeilnen die Macht der rein geistigen Bindeglieder, der psychischen Gemeinsamkeitsmerkmale. Sie sind Nationalisten, die von einem lverdcnden Volke träumen. Wir sind Nationalisten, die den latenten Nationalismus der orthodoxen Massen, die den Jargon reden, in eine bewusste, verfeinerte, moderite Form bringen möchten. Aber die Hoffnung lvinkt uns, dass auch hier bald eine Besserung cintreten lverde. Die politischen Zionisten lverden sich lvahrscheinlich auch in diesem Punkte bald ändern, sie werden einsehen, dass ohne unsere politischen Forderungen die ganze wirtschaftliche Gegenwartsaction nur Halbe Arbeit ist. Möge der n ä ch st e C o n g ress d i Annäh erun g an unsere p o lit isch>en A n s ch a u ltnflen bedeuten, e b e n s o w i e d e r fünfte (So n g ress d i e A n nähe r u n g a n u n - s e r e läng st v e r t r e t e neu w i r t. s ch a f t l i ch e n A n s i ch t e n b e d e u t e t. Ob sich diese Hoffnung erfüllen wird oder nicht, sicher ist eines. Wir überschätzerr unsere Kraft gewiss nicht. Wir wissen, lvie unendlich viel uns zur Größe und Macht fehlt. Aber lvir wissen auch, dass lvir von Tag zu Tag wachsen müssen, weil jeder Tag uns kleine, aber innere und dauerhafte Erfolge bringt. Die Anzeichen dafür mehren sich, dass unser Weg der allein richtige ist. Langsam und allmählich durchsickern unsere Ideen den schwer bestellbaren Boden der Judenheit. Manbekämpft uns und beginnt dennoch unsere Vorschläge zu billigen, ja, mau^schätzt uns gering ein und passt sich doch unserer ganzen Geistesrichtung an. Nicht auf die Eroberung immer lveiterer Volksgenossensilld wir so stolz, wie auf die geistige Eroberung von Judengruppen, die noch einstweilen von uns nichts wissen lvollen. In diesem Sinne bedeutet der letzte Parteitag der Zionisten geradezu einen Triumph für unsere Sache. Die Zukunft des Kathfchild- Spitales. (Orig.-Bericht des „Jüd. Volksblatt".) Die Budgetdebatten in der Cultusgemeinde sind geradezu stereotyp geworden. Alljährlich wiederholen sich dieselben Seeuen in der Rathsstube in der Seitenstettengasse. Das Budget lvird vorgelegt, die einzelnen Posten werdeil im Laufschritt absolviert — nicht unähnlich der Budgetkomödie, lvie sie alljährlich in der Genleinderathsstl'.be am Franzensring anfgeführt wird — die einzelnen, schüchternen Versuche, an'der Wirtschaft des Enlstlsvorstandes Kritik zu üben, werden unbeachtet gelassen. Findet sich gar ein beherzter Cultusvorsteher, der die Behauptung aufzustellen wagt, „es sch ei nt, dass einiges faul sei im Staate", so kann der widersvenstige Mameluk eines ganzen Platzregens der Entrüstung, der sich über sein annes Haupt ergießt, gelvärtig sein. Da wird über den Verräther das altehLchlaflied vom Chillnl haschein angestinullt, dieses heuchlerische Lied, mit lvelchem das etlva erlvachende! Gelvissen eingelnttt zu werden pflegt. Unter dem. Deckmantel, dass ein Chillul hasehem vermieden lverden müsse, ist schon gar viel gesündigt und llnverantwortlichkeit gutgeheißen worben. Wir jedoch als Organ der öffentlichen Bceiuung haben , bie Pflicht, auf die Missgriffe und Schäden in der Vermal-

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