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Jüdisches Volksblatt · 1902-01-03 · 1 (3.1.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
1 (3.1.1902)
Date
1902-01-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksbiatt 3. Jänner 1902 Nr. 1 mii einem Messer in der Hand, das Sie einem anderen in die Brust senken. Verschwinden Sie von hier und machen Sie andere Gegenden unsicher! Und weiter: Mein eifrigstes Bestrebe n wird sein, die Juden in der Classe weniger zu machen. Erzählen Sie nur keine Lozelcch und Schwanzes, ich bin kern Freund vom Alten Testamente. Bei der Familie K o p p st e i tt wird die Frechheit gepflegt usw. usw." Der Verhandlungsrichter hat den sauberen Herrn Dr. Spicka wohl freigesprochen, allein letzterer kann ausrufen: „Es war ein Pyrrhussieg!" Der Richter begründet seinen Freispruch damit, dass die Klagsthatsachen wohl erwiesen seien, jedoch die species facti einestheils keine Beleidigung involvieren und nur Gegenstand einer disciplinären Behandlung bilden können, anderentheils eine Verjährung vorliege. Wir wollen in das gerichtliche Verfahren, das in der Appell instanz noch eihe Fortsetzung finden wird, nicht angreifen, wir möchten nur die Aufmerksamkeit des Unterrichtsministers Dr. v. Härtel auf dieses Prachtexemplar eines JiMndbildners lenken, ihn darauf hnlveisen, dass er den Professor Dr. Spicka dorthin schicke, wo er seinen Antecedenzieu nach passt, nämlich in den Ochsen- oder in den Kuhstall. Herr Tr. Spicka dürste geeignet sein, mit einer Mistgabel oder Stallpeitsche zu hantieren, zum Lehrer von Gymnasiasten taugt er entschieden nicht. Man traut seinen Ohren nicht, man glaubt seinen Augen nicht, dass solche Vorgänge in einer Mitelschule eines civilisierten Staates möglich sind. Ein Lehrer, der nicht nur seinen Schüler mit dem ordinärsten Unflat belvirft, sondern auch die unschuldige Famliie dieses Schülers in niedrigster Weise beschimpft, passt nicht in die Schule und sollte am längsten Lehrer getvesen sein. Tenn er versündigt sich nicht nur an seinen Schülern und seiner Familie, sondern auch an seiner Classe, in welche er den Keim zu Hass lind Zwietracht trägt. Wir verlangen die exemplarische Behandlung des Herrn Dr. Spicka, nicht etwa lvegeu seiner antisemitischen Gesinnung, nicht bloß weil er unS Juden und das ganze Judenthum in unqualficierbarer Weise beschimpfte', wir verlangen dies auch, weil wir Juden Bürger eines civilisierten Staates find und nie und nimmer zugeben können, dass ein Individuum von der Qualität und Oualification eines Dr. Spicka unser Vaterland in so frivoler und cynischer Weise prostituiert. Glücklicherweise sind Prachtexemplare ä la Dr. Spicka in unseren Mittelschulen nicht häufig anzutreffen. In der Provinz, wo man sich noch mehr oder minder größere Nüchternheit bewahrt hat, würde sich ein Lehrer wie Dr. Spicka nicht 24 Stunden halten können, denn der Lehrkörper mit dem Director an der Spitze würde ihn mit Schimpf und Schande davorjagen. In Wien jedoch unter dem unter höherer Patronanz stehenden antisemitischen Regime kommen derlei Fälle, allerdings nicht in so crasser Weise, öfter vor. Wir verlangen daher von dem Herrn Unterrichtsmmister nicht nur die augenblickliche Amovierung des Herrn Dr. Spicka als Gymasiallehrer, wir fordern auch weiter, dass die Unterrichtsverwaltung unverweilt mit einer Orddvnnanz in allerentsch-iedenster Weise jede antisemitische sah in ihr die einzige Quelle seines Glückes und seiner Freute; er sah in ihr die Mutter der Söhne, .die einst an seinem Sierbelaze Kaddisch sagen werden; die jüdisch-deutschen Kosenamen dieser Zeit „Vögele, Hündchen, Blümchen, Täubchen, Hindl" alhmen eine solche Innigkeit und Zärtlichkeit, dass sie allein für die Tiefe der Gefühle zeugen könnten. Äußer Religion und Familie kannte diese Generation nur da- Gefräst, das der Jude betrieb, um seine Familie zu erhalten und den Kindern eine sorgenfreie Existenz zu sichern. Tie Sr ö nungen in dem Leben der Völker, in deren Mitte er wohnt.', ir^rührten ihn nur in ihren unmittelbaren Wirkungen, die lerder gar zu oft blutige Verfolgungen, Vertreibungen und Vermöge.-confiScativnen waren. Aber die altjüdische Familie über st and diese Zeit. Inzwischen wuchs die zweite Genera« ioa heran. Für diese hatte das jüdische Lehrgebäude nicht mehr diesen Charakter der Unbedirigtheit, ihr religiöses Leben nicht mehr den Charakter der Unentwegtheit. Erstens war sie mit der Lehre nicht in solchem Maße vertraut wie die vorangehende; musste und konnte sie manchelernen, was diese nicht wusste, brauchte sie wieder manches nicht zu kennen, war diese mit Genusin sich ausgenommen hatte. Dre Schranken, die den Juden von dem öffentlichen Leben trennten, fielen, und der Jude begann in die Maschine der Weltgeschichte einzu» greifen. Er trat mit seinem Gastvolke, dem Deutschen, in innigeren Eontact. Nachdem er einmal das Princip aufgestellt hatte, dass nicht alle Gebräuche. Sitten und Borschrrften für die neue Zeit brauchbar und annehmbar wären, begann er den Process der Sichtung. In dem Maße, aler nun die alten jüdischen Gebräuche zu den Tobten warf, und je größer die Anzahl der Opfer war, umsomehr wuchs da» fremde Wesen in sei«, Innere» hinein und erfüllte sei« Denke» und Trachten. Denn der nationale Geist, der berufe» und fähig gewesen wäre, diese Lücke auszufüllen, »oar «hm nicht überliefert worden. Dre religiöse Form beherrschte die vorangehende Generation derart, dass ihr nationaler Kern gar nicht zum Bewusstsein kam untec den vielen Andacht-Übungen und Ceremonien. So musste bei der zweiten Generation mit den Andachtsübungen und Ceremonien auch da- Judenthu« fallen. Diese zweite G'neculion ist e», welche heute noch de« politischen Antheil der Juc.en an den öffentlichen Leben bestreitet und die Führung der pidlshen Angelegenheiten in der Cultu-gemeinde innehat. Sie Ausschreitung unterdrücke; denn die Geister, die man beschwört, sind nicht wieder so leicht zu bannen. Wohin soll es auch führen, wenn schon in die Brust der in zartem Alter stehenden Jünglinge,' die später unsere Richter, Amtspersonen usw. sein sollen, der Keim der Zwietracht und des Hasses eingeimpft wird. Man betrachte sich nur das Milieu dieses Hernalser Gymnasiums. Der Ordinarius einer Classe ist ein wtrthschnaubender, flegelhafter, zügelloser Antisemit. Der Director dieser Anstalt weiß angeblich von den antisemitischen Allüren, die allerdings von ihm missbilligt werden, seines ihm mllerFebenen Professors nichts. Ein College sucht Dr. Spicka mst zweifelhaften Aussagen reinzuwaschen. Wir verlangen daher nicht zuviel, wenn wir den Unterrichtsminister anffordern. mit eiserner Strenge irr dieses Milieu hineinzufahren, ein Exempel zu statuieren, allen zur Warnung, die sich dergleichen Frechheit und Niedertracht herauszunehmen wagen sollteit. Die Deutsche volkrpartei an der wiener Arbeit. Die Deutsche Volkspartei, dieses eigenartige Gemengsel aus „gemäßigten Deutschnationalen "»unzufriedenen „Liberales und „Christlich-Socialen", welches bei den letzten Wahlen in der Provinz Niederüsterreich einige Erfolge zu verzeichnen hatte, versucht nun auch in Wien, der Hauptstadt des Reiches. Wurzel zu fassen. Obwohl ihre ersten diesbezüglichen Versuche misslungen sind und die jüngste Versammlung der Deutschen Volkrpartei in Margarethen von den Christlich-Socialen sogar gesprengt wurde, ist. e» doch aus mehreren Gründen noch wendig, dass wir uns beizeiten mit den Bestrebungen der Deutschen Volkspartei, in Wien Wurzel zu fasten, etwas näher beschäftigen. Es ist dies umso nothwendiger, als man von dieser Seile sich an die Juden heranbiedert, dieselben sogar zu Versammlungen einladet und die Juden theilweise sogar an diesen Köder anbeißen, besonders verlockt durch den Umstand, dass unter den Wiener Anbängern der Deutschen Volkspartei sich auch sogenannte „Liberale" der sattsam bekannten Observanz befinden. Demgegenüber muss vor allem mit Schärfe betont werden, dass die Deutsche Volkspartei mit wenigen Ausnahmen nicht etwa nur auS national-chauvinistischen, sondern auch aus antisemitischen Abgeordneten sich recrutiert, die bisher das einemal den Alldeutschen, das anderemal den Christlich-Socialen in maßgebenden Fragen Heeresfolge leisteten. Weder die Thätigkeil 'der Deutschen Volkspartei im Reichsralhe, noch ihrer Anhänger im niederösterreichischen Landtage und am allerwenigsten das Verhallen der ihr nahestehenden Personen im Wiener Gemeinderathe rst darnach angethan, dass die österreichischen und respective die Wiener Juden Beranlastung hätten, der Deutschen Volkspartei im Kampfe gegen die Christlich-Socialen beizuspringen. Denjenigen Juden aber, die trotz aller Erfahrungen der letzten Jahre immer noch verblendet genug sind, unter ist unjüdisch durch uno durch. Alle ihre altruistischen Gefühle opfert sie auf fremden Altären. Sie ist eS, die noch heute im liberalen und foeialdemokratischen Lager die Wogen der politischen Begeisterung peitscht, bi» von dem Sturme, den sie entfachte, sie selbst verschlungen wird. Die jüdische Tradition verblasst inzwischen immer mehr in ihre« Herzen. Hie und da wird die Erinnerung daran entfacht durch die berüchtigten Witze und den gelegentlichen Besuch von Tingl-TanglS a la Orpheumgesellschaft. Dieser Geist zieht allmählig in die ganze Familie eiu. Und wenn dieser Jude der zweiten Generation noch nicht von dem Glauben abfällt, so ist da Trägheit und Jneonscqnenz die Ursache und dort vielleicht Pietät gegen den letzten Wunsch der Eltern oder eine nicht zum Bewusstsein kommende Stimme des Blute-, oder eine unausrottbare Erinnerung an die düsteren Melodien verklungener Tempelgesänge und an die weihevolle Poesie verrauschter Feste. Doch manchmal versagen alle diese Motive, und schon die zweite Generation tritt über. In einem solchen Hause wächst nun unsere Jugend, unsere Zukunft auf, in einem Hause, wo da- Judenthum der Gegenstand der Scham vor dem Dienstboten ist. in einer Zeit, in der da- Kind auf der Straße von seinen Schulkameraden wegen seine- Judenthums beschimpft oder gemieden wird, in der e» in der Schule wegen seine» Glauben» von dem Lehrer zurückgesetzt wird. Früh sammelt sich in der Brust dieses Kinde» ein Groll gegen diese» Judenthum, den da» Leben vielleicht zum Hass oder zur Feindschaft entfacht; diese» Judenthum erscheint ihm als ein schwerer Alp, der sich schwer auf seine Brust legt und lähmend alle freie Regungen zu ersticken droht. Die Judenseindschaft ist nicht eine Erfindung der Neuzeit; aber eine Erfindung der Neuzeit ist e-, dass sie nicht an der Schwelle de» Judenhanseaufhört. Diese» ekle Gespenst hockt heute in den Palästen, Häusern und Hütten der Juden selbst, wird dort gemästet uvd großgezogen und schlürft mit schreckliche« Grinse« da» beste jüdische Blut. Wenn da» Kind weinend nachhause kommt und der Mutter voa feinem Kummer erzählt, nimmt die Mutter, wie ihre Mutier e» gethan hat, das Kind auf den Schoß und erzählt sie ihm schöne Geschichten auder Vergangenheit unseres Lotte», flößt sie Liebe zu feinem Botte in da» Herz de» Kinde», indem sie seinen Stolz und seinen Ehrgeiz weckt? O nein, die alte tausendjährige Geschichte unsere» Volke-, die unerreichltchen, vielbewunderten Griste-schvpfungen unserer Dichter und Propheten dem Kampfe gegen den Antisemitismus immer nur ausschließlich den Kampf gegen die Cbristlich-Socialen und Cleriealen zu verstehen und alle Parteien, auch antisemitische gegen dieselben zu unterstützen, müssen wir an die Thatsache erinnern, dass die Christlich.Socialen im Wiener Rathhause und in der uiederösterreichischen Landstube niemals ohne Unterstützung der verschiedenen deutschnationalen Schattierungen zur Macht gelangt waren. Wenn aber trotz all dieser Erfahrungen und Thatsachen die Juden in Wien und im übrigen Oesterreich sich einbilden, es müssten unter allen Umständen die sogenannten freisinnigen Gruppen gegen die Christlich-Socialen und die Alt-Cleriealen unbedingt unterstützt werden, so müssen wir mit Verlaub Folgendes daraus antworten: Ein Freisinn, der gepaart ist mit nationalem Chauvinismus und Antisemitismus, der offenkundig Bestrebungen unterstützt, die Oesterreicher erster, zweiter und dritter Classe schassen wollen, ein solcher Talmi-Freisinn ist für die Juden mindestens so gefährlich, wie der offene Alt- oder chriftlick-Sociale Jung-Clenealtsmus. Wenn ein Ttzeil des deutschen Bürgerthums Wiens und Niederösterreichs nach dem Bankerotte der Liberalen, Demokraten und SocialPolitiker sein Heil im Lager der eonfusen Deutschen Volkspartei sucht, so können wir eS ihm nicht verwehren; als unsere Pflicht aber betrachten wir es, die Juden Wiens und Niederösterreich s ausseindringlichste davor zu warnen, sich von den Matadoren der Deutschen Volkspartei inS Schlepptau nehmen zu lassen. Der fitttfir Wmstrii-Ciingress itt Kchl. (Von unserem Specialcorrespondenten.) Basel, Ende December 1901. In diesem Jahre gieng dem großen Zionistencongress eine Art Eongress der „Jugend" voran. Es waren Studenten und Studentinnen deutscher mrd schweizerischer Universitäten vertreten, welche dem Zionismus angehören. Die Debatten wurden in r u s s i s ch e r Sprache geführt. trotz des Protestes von fünf Mitgliedern, welche dieser Sprache nicht mächtig sind, ein genügender Beweis, dass alle diese jungen Leute, die in der Fremde studierett, aus Russland such. Dr. Weitzmann eröffnete (18. December) die Sitzung mit einer allgemeinen Rede, worauf Dr. Kohan- Bernstein (Kischencw) über die neue Organisation der „Jugend" sprach. Er sagte: „Die alten Zionisten werden in die hintersten Reihen gedrängt, während die neuen vorne stehen." Für die Jugend sei eine v o l k s t h ü m l i ch e Organisation vottnöthcn, keine politische oder diplomatische, sondern eine ö k o n o m i s ch-c u l t u r e l le. Diese Organisationen der Jugend hätten alle Interessen und Fra gm der Juden zu vertreten. D r. M o z k i n (Berlin) meint, dass die jung-zionistische Partei eine demokratische F. acrion zu bilden hätte, worauf der Student O b e r - s o h n (Genf) die Verhältnisse der Zionistetr in Russland zum dortigen Arbeiterbund besprach, der einen rein socialdemokratischen Charakter hat. Das Comitee, das im Ausland seinen Sitz hat, wirkt auf die jüdischen Arbeiter durch Broschüren undFlugschciftcn gegen das jüdischeVolk. Gegen den „Bund" müsse die zionistische Jtlgettdpartei auftreten. Beschlüsse wurden nicht gefasst und eine treue Organisation sind dieser Tochter Judas unbekannt; wüthend beißt diese moderne Mutter die Zäbne aufeinander und sagt: ,Weine nicht, ich habe schon mit dem Vater gesprochen—wegen der Taufe. Aber wirklich, ti dauert mir schon zu lang." So wächst eine Jugend heran, die dem Judenthum nicht indifferent gegenübersteht, sondern feindlich und gehässig. Nur so ist eS psychologisch zu erklären, dass Söhne oder Enkel von Rabbinen oder gesetzesstrengen Juden Renegaten werden. Wenn diese» giftige Kraut einmal im Herze» der Jugend wuchert und tolle Blüten treibt, dann versucht wohl die zitternde Hand de» Greises e'ntfetzt, e» auSzuretßen; er verflucht die Stunde, in der er dem fremden Geiste, fremde» Flitter und Tand Thür und Thor geöffnet hat; er raust sein greise» Haar, aber eS ist zu spät. Der Knabe versteht nicht mehr die Sprache de- Alte«; die Eltern sind ihre» Kindenicht mehr sicher. Da-ist da-Ende der Tragödie einer Familie. Wie sie hieß? Ich bin um keinen Namen verlegen; denn diese Familie führt leider hundert und tausend Namen; einem jeden von Ihnen schwebt ein Name auf der Zunge; der Fall ist typisch für eine ganze Schichte unsere» Volke». Diese Untergrabung der Grundlage de» jüdischen Volke» gefährdet e» auf» höchste. «Die Familie bedeutete für unsere Vorfahren nicht nur den Zufluchtsort vor dem Haffe, Neide und Schimpfe der Arier; ich halte dafür, dass sie eine tiefere ethische Bedeutung hatte. Es ist nicht ohneweiter» einznseheu, das» die Nachkommen eineder stolzesten und mutbigsten Völker de- AlterthumS die Sclaverei and fortwährende Kränkung ihrer Menschenwürde im Mittelalter überhaupt ertrugen, und das» nicht vielmehr ein eruptiver Au-bruch ihrer Jnstinete fie zur Empörung und zum Untergang geführt bat. Dieser Wille zur Macht, dieser Hunger nach Macht brannte sicher auch im Herzen der Juden de- Ghetto; in der Außenwelt fand er keine Befriedigung, und das Bott wäre an seiner Nichtbesriedignng zu Grunde gegangen, hätte der Jude nicht in seinem Hause Gelegenheitjgehabt. in seinen vier Wänden den Herrn zu spielen. Hier war er der oberste Richter und Befehlende; sein Wille war hier Gesetz. Wen» der Sabbath nahte und er an der festlichen Tafel saß, dann fühlte er sich in seinen Festkleidern wohl auch als Fürst und Nachkomme von Königen, Propheten und Feldherren. Und die Nachfahren dieser Männer fitze« johlend und zechend bei einer Orpheum-Gesellschaft und ergötzen sich daran,

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