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Jüdisches Volksblatt · 1901-12-20 · 51 (20.12.1901) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
51 (20.12.1901)
Date
1901-12-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 20. December 1901 Nr. 51 allen Seiten flössen Gelder zusammen, zündende Reden wurden gehalten und — Fensterscheiben eingeschlagen. Wir begreifen es. Wer kann etn stärkeres Gefühl für nationale Bedrückung haben als wir Juden? Und wer einpfindet den Schmerz des Golus-Lebens mehr als lvir? Und kann jemand ein größeres Verständnis haben für das Aufflammen des nationalen Bewusstseins als wir? Wir sind ja das unterdrückte Volk Par excellence, das Volk, das seit jeher am wenigsten Verständnis und Berücksichtigung fand, das von allen Nationen verfolgt wurde und nicht zum wenigsten von. der — polnischen. Verfolgt werden selbst von Verfolgten — das ist das bitterste Gefühl, das ein Menschenherz fassen kann! Da erinnern wir uns an einen polnischen Abgeordneten aus Posen, der im preußischere Landtag in den Achtzigerjahren eine antisemitische Brandrede losgelassen hat, und dein ein jüdischer Abgeordneter prompt die Erwiderung gab: „Einer, dessen Haus aus Glas gebaut ist, sollte keine Steine auf die Straße werfen, denn es kann leicht geschehen, dass sein eigenes Haus zufammenstürzt." Doch ferne ist uns jedes Gefühl der Geuugthuung bei Betrachtung der Wreschencr Affaire, doch ist unser Herz auch frei von irgend welcher tiefer gehenden Sympathie — Wrescheu erinnert uns bloß an die Zustände in Galizien im allgemeinen und in Lemberg im besonderen. Dieselben Polen, deren nationalen Gefühle so lebhaft zu erglühen vermögen, die einen so mächtigen, weithin schallenden Lärm zu schlagen wissen, wenn ihre Brüder irgendwo unterdrückt werden, dieselben Polen scheuen sich nicht, alle Mittel der Gewalt -anzuwenden, wenn es gilt, ihre eigenen Interessen zu wahren, sic scheuen sich nicht, das jüdische Gefühl zu verhöhnen und die jüdischen Interessen zu bekämpfen, dort, wo sie die Macht besitzen. Sie werfen Steine auf das e Haus, um es in Trümmer zu schlagen rmd erheben ein Wutbgeschrei, Ivenu ein kleines Sternchen zuweilen auch ihr eigenes Haus trifft. . . Tw Polen möchten gerne die Wreschener Affaire zu einer Sache Europas machen, lvir Juden aber Hüffen es schon längst, dass es „kein Europa mehr gibt". Rumänien tritt den Berliner Vertrag mit Füßen, Russland unterdrückt feine jüdischen Bürger, welche Geld- und B lutst euer gleich allen anderen entrichten müssen, wir werden für vogelfrei erklärt und selbst die freie Luft zu athmcrr wird uns verwehrt, Verfassung und Constitutionalismus bleiben für uns ohne Geltung, aber das alles sind unsere „inneren Angelegenheiten", um die sich Europa wenig be- , kümmert. Denn „es gibt kein Europa mehr!" Aber nach gibt es unterdrückte Völker und Nationen in Europa und die sollten wenigstens nicht selbst zum Unterdrücker anderer werden! Die Polen haben es am wenigsten nöthig, im preußischen Landtag mit den Antisenriten zu gehen und in Hializien die nationalen und ökonomischen Angelegenheiten der Juden zu unterdrücken ... Den Unterdrückten steht es schlecht an, gleichzeitig Unterdrücker zu sein. * Achtung vor der Mutter! Altes und Neues Testament, Judenthu.m und Christenthum stehen im Verhältnisse von Mutter und Tochter zueinander, aber zumeist fehlt es an der einer Mutter gegenüber von Seite der Tochter gebotenen Achtung. Ja. in Zeiten, da die Tochter die Gewalt in Händen hatte, bedrückte jeher die Privatunternehmungen diesbezüglich eine geringere Nolle gespielt haben, so ist für diese lvirtschaftliche Gruppe auf längere Zeit gar keine Aussicht auf Besserung vorhanden. Die wirtschaftlichen Dra11gsnlientngsversuche der Behörden haben sich auch keineswegs vermindert, und die liberale Negierung Stourdzas ist mindestens so rücksichtslos wie das conservative Regime. In politischer Beziehung hat sich auch nichts geändert; aber ein Schimmer von Hoffnung, ein leichter, leiser Schimmer zeigt sich doch. Wie sich die Leser des „Jüdischen Volksblatt" vielleicht erinnern, hat der conservative Führer Taki Jonescu, das geistige Haupt der Partei, sich für die Einführung von fremden Eapitalien, für eine größere Berücksichtigung der sreinden Elemente usw. erklärt. Nun ist in Rumänien eine größere Berücksichtigung der fremden Elemente, sei es auch nur in wirtschaftlicher Beziehung, auf die Dauer ohne eine günstige Euwirkung auch auf die jüdischen Volksschichten unmöglich. Die. Juden sind nach dem Gesetzw formell im Lande Fremde. Eine jede Gleichstellung aller Fremden in Bezug auf lvirtschaftliche AuSuützuug der reichen Naturkräfle des Landes, in Bezug auf Förderung von Industrie uslv., muss uothweudigerwcuse die wirtschaftliche Lage der Juden verbessern. Vor kurzer Zeit ist eine Broschüre eines berühmten Rechtsgelehrteu erschienen, eines Nationalrumänen, in der zum erstenmale die Abänderung des Artikels 7 der Verfassung als eine Staatsnothweudigkeit proclamiert wurde. Der Artikel 7 der Verfassung besagt, dass der ländliche Grundbesitz mir rumänischen Staatsbürgern gehören könne; Ausländer, Fremde, demnach auch Ol) Percent aller Juden dürfen überhaupt keine Güter kaufen und besitzen. Nun ist Rumänien, wie gesagt, ein durchaus agriculturelles Land. Diese gesetzlichen Beschränkungen sind nunmehr im Laufe der Entwicklung für die Rumänen ebenso fühlbar wie für die Juden geworden. Der Großgrundbesitz und ein Theil des mittleren Besitzes ist überlastet, kolossale Hypotheken ruhen auf den Gütern. Die meisten Güter Rumäniens gehören nicht inehr dem Grundbesitz, sondern der Hypothekenbank. Sie ist die eigentliche Herrin der rumänischen Erde. Die Großgrundbesitzer sind eigentlich nichts als ihre Vasallen. Die Heriychaft einer neuen „todtcn Hand" bereitet sich für Rumänien vor. Unter solchen Umständen leidet der Großgrundbesitz natürlich schwer. Da er von Tag zu Tag mehr und mehr an Kaufkraft einbüßt, so muss auch der Handel in den. großen Städten darunter leiden. Der Absatz der Waren stockt. Ueberall gehen die Einnahmen'des Staates zurück. Kurzum, Rumänien befindet sich in einer trostlosen Lage. Das alles würde sich mit eurem Schlage ändern, wenn die Fremden die Güter kaufen dürften. Der rumänische Boden ist fast so einträglich wie der amerikanische. Seine Bearbeitung erfordert wenig Capital und liefert insbesondere die glärrzende Mais-Ernte dürfte sicherlich! ..^j-otzH'lu ist der Preis deS BodeirS pro Geld ins Land bringen. Da Rumänien ein durchaus agrinl„ l.im, alp dwselbe —110(1 tat des culturelles Land ist, so trifft der bekannte Spruch: „Hat-S-^^chUr der benachbarteu Bukowina. Wilrden die Deutder Bauer Geld, so hat es das ganze Land" hier inWirklich-! iVm}l3°fcn t1111^ Engländer die Guter kaufen dürfen, feit zu, und das allgemeiueAufhören wenigstens der ärgsten! Hl Owingen Zähren der Preis der rumanpchen wirtschaftlichen Depressiouszustände muss auch auf einen i Ilch fast um day c oppelte erhöhen, großen Theil der jüdischen Bevölkerung mit der Zeit günstig! öic'fen Ausführungen gipfelt die Broschüre des beeinwirken. Aber leider gibt es zahlreiche jüdische Volksi rühuiten Rechtsgelehrten Flaislein. Sie erregt naturgesie ihre Mutter, bereitete ihr bittere Schmerzen und suchte sie zu vernichten. Von dem moralischen Gebot „Ehrfurcht vor der Mutter" war keine Rede, und als Todfeindin stand die Tochter gegen die Mutter auf und errichtete Scheiterhaufen für sie. Aber es gelang ihr nicht, die Mutter zu vernichten und inzwischen sind die Zeiten der Inquisition vorüber, die Kirche musste ihre weltliche Macht aus der Hand geben, und cs kamen Zeiten, da Mutter und Tochter zugleich den heftigsten Ansehdungen sich ausgesetzt sahen. Der veränderten Zeitlage entsprechend gieng dieser neue Kampf ohne Blut, ohne Scheiterhaufen und Marter ab, es war ein Kampf der Geister, ein Duell der Feder. Die Mutter fühlte sich in diesem neuen Zustande unbehaglich genug, doch immerhin froh, dass die Verfolgung des Fleisches wenigstens ein Ende gefunden hcüte. Die Tochter aber konnte diese Angriffe nicht verschmerzen und suchte jetzt bei der weltlichen Macht Schutz und Hilfe gegen die Lästerer und Bedrücker und findet sie auch. Es verlautet, dass der Justizminisier einen Geheim- Erlass an sämmtliche Staatsanwälte Oesterreichs gerichtet hat,Zn welchem ihnen empfohlen wird, alle Zeitschriften, Broschüren und Werke, in denen Angriffe gegen das Christenthum Vorkommen, genau zu überwachen und die gegebenen Maßnahmen zu treffen. Das geschieht für die Tochter — aber für die Mutter? Darf also noch immer das alte Testament ungestraft verhöhnt werden, trotzdem es die Grundlage des neuen bildet? Doch nennen tvir nur das Kind beim richtigen Namen. Geschützt wird bloß die christlich e Religion, nicht aber die jüdische, und da erlauben wir uns die Frage: Ist denn die jüdische Religion nicht auch vom Staate anerkannt und beziehen sich die einschlägigen Paragraphen des Strafgesetzes nicht auch auf sie? Hat unsere Religion dasselbe Schicksal wie unser Volk, dass sie gleichfalls alle Rechte besitzt — aus dem Papier? Weshalb spricht der Justizminisier in seinem Geheim- Erlass nur von der christlichen Religion? Wird vielleicht die jüdische weniger angegriffen als diese? Vom juristischen Standpunkte berufen wir uns auf das Gesetz, vom religiösen aber rufen wir ans: „Achtung vor der Mutter!" Zur Iudenfrage in Rumänien. (Original-C'.-'rrespvudcnZ de? „Jüdischen Volksbkatt".) B xt k a r e st im December. Die Lage der rumänischen Juden hat sich im großen und ganzen nicht wesentlich geändert. Zwar ist eine gewisse Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse eingetreten, und schichten, die noch jahrelang aus wirtschaftliche Besserung werden warten^ müssen. Ein großer Theil der Juden in den größeren Städten sind Bauhandwerker. Da nun die Negierung aus Sparsamkeitsrücksichten geraume Zeit die Bauthätigkeit ganz sistieren muss, da in Rumänien von mäß in Rumänien großes Aufsehen. Man discntiert aufs heftigste das Für und Wider! Taki Jonescu hat erklärt, dass er diesen Anschauungen nicht feindlich gegenüberstehe, und eine große Anzahl junger Politiker ist hiefür eingetreten. Die ganze Bewegung ist für Rumänien ein Novum. Er dachte an seine kranke, blasse Mutter, die er so überaus geliebt, und nun Misste er, wer der Glücklichere war . . ." Der Jüngling umrde ein Mann und trat ins Leben. Doch alle Vorgänge der Außenlvelt, mit denen er in Berührung kam, hinterlicßen ihre Zeichen. Man darf bei ihm von einer hochgesteigerten Empsindlichkeit sprechen gegenüber allem, was wider die berechtigten Ansprüche seiner Persönlichkeit auf volle Geltung und Achtung bei der Mitwelt gerichtet war. Man denke sich diese Gemüthsanlage inmitten der brutalen Aenßerungeu das Antisemitismus, deren es in dieser Härte nicht einmal bedurft hätte. Es gab Demüthigungen, unter denen sich seine feingestimmte Seele qualvoll wand, Demüthigungen, die schlimmer waren, als rohe Faustschläge ins Gesicht. So oft auch das Judenthum oder ein Jude in seiner Gegentoart verspottet oder beschimpft lvurde, so oft erwachte in ihm „jene uralte Empfindung, jenes Gemeiusamkeitsgefühl, das tvie ein geheimnisvolles Fluidum von einem Juden zum andern strömte, so dass mau sich kannte und vertraute, ohne sich auch nur einmal gesehen zu haben. Er bekämpfte es in sich, denn es eifchien ihm als ein romantisches Gefühl der alten jüdischen (Nmeration, als An Gefühl, das überwunden werden musste. Wenn er sich einem armen Juden gegenüber sah und einem amten Bauern, so wusste er genau, wem sein Mitleid galt. Und dieses Gefühl musste seiner Meinung nach sterben. Er rang oft in sich und mit sich, aber: er überwand es nur halb. Stets dieses geheimnisvolle Band, das ihn mit dem Juden verband, stets dieses halbe Interesse dein Nichtjuden gegenüber." Was er hier sagte, das war ein Ziel, das er sich setzte, ein Wunsch, den er hegte, der jedoch nie zur Reife gedieh. Immer und immer wieder schwankte sein weicl)es, sensitives Geniüth, das die Außenwelt mit rauhein Griffe quälte, zwischen zwei Ertremcm hin und her, zwischen dein fast eruptiv austretenden, so echt germanischen Willen zum Leben und dem grausamen, fast selbstmörderisclwn, echt jüdischen Pessimismus, der um Zeine ersten Schöpfungen den Schleier müder Resignation schlingt. Z8on diesen zwiespältigen Gefühlen, von diesen wahren ^eelensqualeu, die in ihm erwachten, so bald er sich mit der Außenwelt berührte, suchte er durch seinen Roman „Werther der Jude" sich zu befreicn. Die lang verhaltenen Schmerzen, die in ihm grollten, kamen in denn Buche zum Ausbruche. Werther weist aber auch dem Dichter Jakobowski den Weg, den er hätte gehen müssen, um edel, hilfreich und gut, doch aufrecht und ein Jude, sich auszuleben; denn gerade Weither zeigt, dass die physischen Werte und Justincte, die der Jude mit zur Welt bringt, kräftiger sind, als alle Versuche, sie zu verleugnen und zu vernichten, und dass ein gefühlsechtes und instinctsicheres Ansleben nur möglich ist aus dem Boden des eigemm Volksthums. Werthers Leben wird zur Tragödie, weil er diesen Weg nicht sieht oder findet. Statt sich der Kraft bewusst zu werden, die in ihm tvohnt, kämpft Werther einen trostlosen Kampf, sie zu unterdrücken. Und in diesem Kampfe gebt er zugrunde, trotz alles ehrlictjen Wollens, trotz aller heiligen Vorsätze. Ilnd wenn Jakobolvski sein Ideal darin sieht, dass biie jüdische Minderheit mit de völligen Auf geben aller treuuenden Hindernisse sich der: germanischen Mehrheit assimiliere, dass die Judenfrage durch restloses Aufgeben in deutschen Geist und deutsche Gesittung gelöst tvird, gibt „Werther der Jude" eine Antwort, die dadurch nickst dunkler tvird, dass sich der Dichter ihr ver'schließt. Das Judenproblem durchzieht auch seine weiteren Dichtungen. „Diyab der Narr", der von einer weißen Mutter geboren, und darum im Stamme der Araber als Ausgestoßener gilt, ist nichts anders, als wieder der Jude, den der Hohn seiner gangen Umgebung verfolgt, und auch er schützt sich vor diesem Spotte, indem er sich in die Einsamkeit seines Innern flüchtet und sich dadurch über die Mittvelt erhebt. Vor der Welt spielt er den Narren, in Wirklichkeit aber ist er der edelmüthigste.der weiseste und tapferste Mann, dessen eigenes Selbst draußen in der Einsamkeit wächst, wo niemand sein „verstelltes Sein ahnt". Und wie eben im Märchen. aber nicht im Leben, triumphiert er dann über die Widersacher, und Ehre, Liebe und Macht ( fällt ihm von selbst Zu. j Und selbst als Ja kobowski den Versuch macht, die mythologische Vorstellungswelt dcs nordisch-germanischen Volksthums neu zu erschaffen und die Titanen der deutschen Göttersage, die vor keinem Wesen erbeben, vor keinem auf der Erde, in ihr und über ihr, seine Phantasie bevölkern, da ist es wieder Loki, der „e nterbt e" Gott, den er in den Mittelpuukt der.Haudlung stellt. So wieMichelangelo, der arme entstellte Krüppel, hoch oben auf dem Gerüste. Gestalten schasst, die aus dem Himmel geholt, in den Himmel wachsen, so ist es der Jude, der unfreie, verfolgte und gehöhnte, der Erlösung sucht in einem Reiche, das nicht von dieser Welt ist, unter Riesen, vor deren Größe der Hass der Tage, unter dem ein armes Menschlein sich krümmt und windet, zusammeuschrumpft in ein Nicksts. - - - Jakobowskis Verdienste um das Deutschthum sind keine geringen. Mit der Herausgabe seiner „Lieder für das Volk" und seiner „Deutschen Dichter in Auswahl fürs Volk" schuf er ein ideales Unternehmen von hohem Culturwert. Ob er sich den Dank der Deutschen damit verdient, zeigt der Umstand, dass er noch in seinen letzten Lebensjahren, als er sich längst durchgesetzt hatte, viel Hohn und Zurücksetzung erfahren musste. Danken, innig danken werden ihm nur wir, wir jimgen Juden, weil er mit seinem Buch der Leiden, wenn mich ohne zu erkennen, den Weg gezeigt hat, den wir leicht und sicher gehen können, und das Ziel, dem tvir zustreben müssen, um nicht gleich dem Inden Werther zu scheitern. Was Jakobolvski' weitschaueud gewünscht hatte, es ist in Erfüllung gegangen: Er war erst ein Deutscher und dann ein Jude. Dazu aber ward ihm ein Charakter gegeben. Und darum gieng er zugrunde. In den langen Kämpfen, die er vergebens geführt, hatte sich seine Lebenskraft verbraucht, und die Krankheit, die ihn befiel, fand nicht den Widerstand starker Jugend. Am 2. December 1000 ist Ludwig Jakobolvski jäh verschieden.

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