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Jüdisches Volksblatt · 1901-12-13 · 50 (13.12.1901) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
50 (13.12.1901)
Date
1901-12-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches VolksblaH 13. December 1901 Nr. 50 lautet, beabsichtigt das Jungberren-Comite die Veranstaltung einer kleinen Nachfeier für das Comito, über welche Näheres in der nächsten Zeit bekanntgegeben wird. Die armen und die reichen Juden. Zum Ucberdrusse wiederholen die Judenfeinde der verschiedenen Couleurs die Phrase, dass sie gegen die armen Juden nichts hätten; sie bekämpften nur die reichen. Das ist die schöne Theorie; in der Praxis befolgen sie das gerade Gegentheil. Wer vor einigen Tagen das Glück gehabt hätte, mit Herrn Strobach, Lueger und Consorten zur Eröffnung der zweiten Hochquellcnleitung nach Lunz zu fahren, hätte das viel größere Vergnügen genossen, bei Rothschild zu speisen. Lueger und Rothschild, wie reimt sich das zusammen? Sehr einfach Rothschild besitzt in der Lunzer Gegend einige Jagdschlösser; Herr Strobach, der bekannte Judenfresser, ließ es sich nun nicht nehmen, im Vereine mit seinen Brüdern im Geiste (?) beim Juden zu essen. Es war, wie Augenzeugen berichten, eine auserlesene Tafel; jedenfalls auserlesener als die Gäste; auch die Speisen waren viel feiner als die Manieren des Strobach. Das „Deutsche Volksblatt" berichtet in verschämter Weise, dass die Wiener im „Jagdschlösse Köstriz" gespeist hätten; den Namen des Wirtes unterschlägt es. Wir wollen ihm deshalb keine Vorwürfe machen. Das Unterschlagen ist so seine Gewohnheit geworden, dass es ihm schwer fiele, von seinem Metier abzulassen. Dieselbe schöne Theorie über die reichen und die armen Jrrden geben auch die Socialdemokraten zum Besten. In Wirklichkeit aber verfolgen sie dieselbe Methode tvie die Christlich-Socialen. Mm: kann Herrn Victor Adler sehr oft bei den Großjuden Zifferer, Brunner usw. sehen; hat inan ihn aber jemals in einer Versammlung jüdischer Hausierer gesehen? Nun ja; die Hausierer haben eben kein Geld, und ein rechter Socialdemokrat kann keinen Juden leiden, aber seine Gelder nimmt er gern. Wie aber der Herren wahrer Geist beschaffen ist, das konnte man in der letzten Obmännerconferenz erkennen. Da giengen Prinz Liechtenstein und Pernerstorfer Arm in Arm, um ein paar tausend jüdische Proletarier ihres letzten Haltes zu berauben; diese k. u. k. Socialisten mit ihren Führern Liechtenstein und Pernerstorfer, als neueste Qrdnungspartei zur Rettung des Staates, zur Erledigung des Budgets, zur Bewilligung des Ausgleiches und einiger neuer Steuern — das ist wahrlich ein Anblick für Götter und selbst für einen österreichischen Politiker, der an manche Unwahrscheinlichkeiten gewöhnt ist, ein ungewohntes Schauspiel. Ja, wenn eines Tages allen diesen Comöüianten die Masken zur Erde fielen und die Sünder in ihrer Sünden Maienblüte dastündcn, würde sich in ganz Europa ein Höllengelächter erheben, das selbst die Karyatiden aus ihrer steinernen Ruhe aufschrecken würden. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler versendet folgenden Aufruf; „An die Freunde der studierenden jüdischen Jugend! In keinem Volke ist der Drang nach Wissen in solchem Maße vorhanden, wie bei dem jüdischen. Selbst die gewaltigsten Hindernisse, die dem Juden!' sonst hört man nicht viel von ihnen. Befragt man sie selbst, so antworten sie mit wichtiger Miene: Interne Verbindungsarbeitenl Worin diese, Pauken und Tarokpartien ausgenommen, bestehen, kann ich Ihnen, da ich in diese keinen Einblick habe, leider nicht nüttheilcn. Abgesehen von den Verbindungen haben wir dann noch die jüdische Lesehalle, als Centralverein aller jüdischen Hochschüler der Tsingfiner Universität ohne Rücksicht auf die Parteistellnng gedacht. Diese hat nominell zwar eine ziemlich große Anzahl von Mitgliedern, in ihrer letzten Plenarversammlung erschienen aber nur 80, was von dem regen Interesse der 2000 jüdischen Studenten Tsingfins an jüdischen Angelegenheiten spricht. Doch ist der Verein in diesem Jahre unter eine tüchtige Leitung Welt hinter ihm stehe, und dass er die Zeit nicht ferne erachte, wo auch die unteren Volkskreise zu einer reiferen Gesinnung kommen werden, die Zeit, wo inan nicht mehr die niederen Jnstincte, die niederen Volkskreise mit Erfolg wird aufhetzen können. Die Passivität in der schmählichen Haltung der „Arbeiter-Zeitung" in diesem Processe geht aber so weit, dass sie es sogar unterlässt, die Ausführungen des Verthcidigers Dr. Wessclsky, eines in Wolle gefärbten Christlich-Socialen, ins gebärende Licht zu setzen. Dr. Wesselsky fitldet es nämlich für gut, in seinem Plaidoyer auszufühven, in früheren Jahren wären die von Dr. Ofenheim bekämpften Anschauungen Gesetz gewesen, indem ein Jude ein Zeugnis gegen einen Christen abzugeben nicht befähigt gewesen ist, und dass Dr. Ofen- Heim mit seirrer Anklage das große christliche Volk, die großen Geister, die alle Antisemiten waren, beleidigte oder vielmehr beleidigen wollte. Da hätte doch die „Arbeiter-Zeitung" ein dankgekommcn, die jetzt daran geht, ihn auf eine höhere Stufe zu. bars Feld gehabt, die großen christlich-socialen Geister zu beschwöbrinoen Nene Besen kebren „ämlick, bei uns in Cbina mit' rctK?llleni sic scheut es, Nttt den Herren Schnel-er. Lueger. Gret ringen, ne L'cscn kehren namua, auch ber mw in Eyma gm ^rig c tutti qnanti anzubinden; denn Uc smd Fleisch von ihrem und so ist mit deni neuen Ansschn,s cm neuer frecher Zug in die Fleische und Blut vo,i ihrem Blute. Dagegen bereitet es der „Ar- Halle gekommen. Vor alleni hat es die Leitimg vecstandeii, ttt beiter-Zeitung" in ihrer schimpflichen Haltung ein Gaudium, dem Literatilr niid Wissenschaft hervorragende Mäniier für die wöchent-, sozialdemokratischen Mob ei,ien oder mehrere Juden zur Verspeisung m ... ow,,.1 3it präsentieren. Die „Arbeiter-Zeitung , die alles, was in der lich einmal stattfuidenden Vorträge der Halle zu gewinnen. Dazu vorgeht, bekrittelt, der es keine Partei, die nicht ziw socialfassten ste den Eiitschluss. Ende Jänner einen Ball zu der-, demokratischen Fahne schwört, recht machen kann, die den Cato von anstalten mit den, Doppelzwccke, einerseits jüdische Geselligkeit in Eisen posiert, nimmt in der Judenfrage einen Standpunkt ein, der rein jüdischem Kreise zu pflegen, andererseits das Ansehen und stmsa verwerflicher ist, als sie unt ihrer Theorie viel Unheil anzu- ... \ r r't ' at-x yJ rr stiften vermag. Denn zu ihrem Leserkreise zahlt ein socraldemodic starke rer Halle zii heben. Nichts natürlicher, aO das-, sich li-atischer Mob, die sogenannten Ehrcnproletarier. Die Haltung der nun das Präsidium der Halle an die jüdischen Professoren der „Arbeitcr-Zeitulig" ist umsomehr zu brandmarkeil, als sie die Tsingfiner Universität mit der Bitte wandte, dem Ehrcncomitee des Abonnements der Inden nicht verschmäht, deren Geld ihr non ölet Balles beizutrcteii. Sie tverdcn vielleicht iingläubig den Kopf jst, besonders dann, wenn man es zu Sanierungen benöthigt in ....... T 0 .. £ „ ' u.. .. ... schiefen Positionen, tn denen sich dieses Blatt seit der Entstehung schütteln, wenn ich Ihnen die Erfahrungen mittheile, die dw inoft befunden hat. Man bemerkt in der Regel den Splitter im dische Lesehalle mit unseren „gelahrten Herren" gemacht hat. Und Auge des anderen, sieht aber nicht den Balken im eigenen Auge, dennoch berichte ich Ihnen wahrheitsgemäß. Einer der Herren, citic Wir lwerbet, rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass sich die „Arbeiter- Zeitung" dieses Balkens im eigenen Auge bewusst wird, insolange sie in der Judcnfrage die Gesinnungslumperei fortsetzen tmrd.^» Urs. Bortrag Adolf Gelber. Sonntag den 16. d. M., 8 Uhr abends, hält Herr Redactenr Dr. Adolf Gelber im Festsaale des „Jüdischen. Volksvereins" einen Vortrag über „Eirr Voltaircaner des 20. Jahrhunderts". Israelitische Cultusgemeinde Wien. Sonntag den 15. Decernbcr, um halb 11 llhr vormittags, findet im Sitzungssaale, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, eine Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde mit folgender Tagesordlinng statt: Aus den Einläufen. Berichte des Vertreter-Collegiums; rccr x v . cx «-i 1. Budget pro 1902 (8 90 des Statutes), Referent Herr kais. Rath Herr von unangenehmen Erfahrungen sprach, die er schon nnt „ju- Hwsch; 2. Ernennung von Curatorcn für Stiftungen, Referent Herr Zierde der Universität, Lehrer der orientalischen Sprachen, gab zu verstehen, dass er durch seine Lehrthätigkeit am Tsingfiiier Rabbinerseminar genug compromittiert sei, ein anderer Herr, der Name, ohnehin in Oesterreich gewiss unbekannt, thnt ja nichts zur Sache, bat inständigst, doch auch chinesische Professoren ins Comitee mifzunehmen, er fühle sich in rein jüdischer Gesellschaft entsetzlich unbehaglich. Ein dritter jüdischer Professor meiiite, vor allem müsse der Name des Ballfestes ein anderer sein, er empfehle ihiien verschiedene Titel, so: „Chinesische Winternacht" oder „Prinz Carnebals Weltfahrt", jedenfalls müsse aber das „jüdische" ans dem Titel verschwinden. Füge ich noch hinzu, dass ein vierter dischen Dingen" gemacht, und das Anerbieten stellte, sich vom Chrencomitee loszukausen, so habe ich Ihnen von den ekelerregenden Angelegenheiten der Juden Tsingfus geiviss genug erzählt. Sie sehen daraus, mit was für Schwierigkeiten die jüdische Halle zu kämpfen hat. Hoffentlich beschämt der jüdische Philister Tsingfins Vice-Präs. Dr. A. Stern; 3. Srwvention für den Bibel- und Talmud-Unterricht, Referent Herr Vice-Präsrdent Dr. G. Kohn; 4. Normale für den Bethausvorstand, Referent Herr Vertreter Dr. M. Steiner. Verein zur Verpflegung armer jüdischer Brustkranker auf dem .. , rv- . r.,c, r f m . Lande. Wir haben jüngst des Vereines armer jüdischer Brustunscre ^zntelligenzbonzen und verhrlft unserem braven Verern zu £ran|cc erwähnt, der eine mehr als dreißigjährige segensreiche einem Erfolge. Berücksichtigen Sie beim Lesen meines Briefes. Thätigkeit aufzuweisen vermag, es aber trotz aller Bemühungen geehrter Herr Redacteur, wenn Ihnen vieles seltsam und unglanbnoch nicht dahin bringen konnte, ein eigenes Heim zu gründen, bar erschient,. dass Schreiber dieses Berichtes in China, im Lande * welches dazu dienen soll, die annen jüdischen Krmcken in deirmoder Zöpfe, lebt und ernpfangen Sie die herzlichste Empfehlung von ' boi^^tttnÄ^Kost^^zn Som- Jhrem ergebenen / Wnirg Nautsi. I fall bei der ärztlichen Behandlung angedeihen zu lassen, die erck> .c :*>•>- •" < «I t forderlich ist, eine vollständige Heilung in absehbarer Zeit zu erdie beiliaen Lallen der Erkenntnis" verschliefen sollen i. «au der Lese- und Redeyalle jüdischer Hochzielen. Gleichzeitig bähen wir an die jüdischen Seelsorger die Bitte SL S9i"fF“s; schüler in Wie». Die Lese- und .Redehalle jüdischer Hoch-! gerichtet, in geeigneter Weise das Interesse unserer wohlhabenden oder .^W-If^üler^tieranftattet am 22: Jänner 1902 im Rvnacher-Saale, Glaubensgenossen aus das wohlthattge, Wirken^ des llenanntt'i schüchtern. Hat schon der judnche Student an und furi . ... m . , .. 1 Vereines zu lenken und dieselben zubestimmen, nach 51raften em sich zufolge seiner Aökunft einen schweren Standpunkt, so »aß, pessin RMertrtzgms zur Unterstützung armer Hoch-., Scherflei,r,zur Errichtung dieses Brilstkrankenheims beiziliragen, zilerwartet den arme^mittellosen Studenten ein surelnbavpr. ^uler dient. Das Ballcomrte mit Herrn carid. jur: Robert mal nur ein verhattnismagig Nicht namhafter Geldbetrag erforder- I © t e f t n 3 e r an der Spitze .entfaltet eine rege Thätigkeit, es liäi und ein-Bauplatz m dem bekann ou. Lungenkrauke voriiihifrfwnt ZUglrch geeigneten Luftcurorte Roznml Ui Mahren, bereits voreseyendsteu Mlschen Wiener gereicht uiis zur besoiidereii Befriedigung, constagewinnen. Für die beiden r t-ieucn zn können, dass Herr Dr. Adolf Schmied!, der greise, Hotel de France statthochverehrte Rabbiner im großerr Leopoldstädter Tempel, an einern gramm »»*'1 der lebten Feiertaae in seiner Predigt diesfalls für den Verein doppelter Kampf, Ms dem nur wenige ohne Gefährdung!-c, ihr°° Psychischen und physischen Kräfte als Sieger Äe"IloftSSTwc®bS?B®6r™e«i.T (SW™ein .n'an;fur,^^ ' Cvniitöabende, die wahricheittlick im Hiitel de France statthochverehrte Rabbiner im großen Leopoidstiidtcr Tempel, a §!-^«nd Ausd-u-r. fj„den werden, ist bereits ein sehr reichhaltiges Programm enti d°r lehten. Feiertage in sei.« .Predig., diesfa-ls siir den des mittellosen jüdischen Studenten im Kampfe für Wissen und selbständige Existenz zu ersticken drohen. Dem jüdischen Studenten ist nur ein einziger Ausweg geblieben — sich durch Ertheilung von Lectionen sein Brot zu verdienen. An diesen letzten Strohhalm klammert sich der mittellose jüdische Student. Es ist eine traurige Thatworfen, so dass die werden verspricht. Veranstallung eine recht , , zur Verpflegung ariner jüdischer Brustkranker einen warmen gelungene zu. ^,3 gute Herz unserer bemittelten Glaubensgenossen ge- ' richtet hat, der hoffentlich seine Wirkung nicht verfehlen wird. Der Jubiläumsconnners der „Hasmonaea". Der große Musikvercinssaal von Czernowitz erstrahlt . im elektrischen Lichte, er hat sein Festgewand angelegt, die Muschel ist in einen Wintergarten verwandelt, die rauschenden Klänge der Militärkapelle durchfluten den Saal, festliche Stimmung in die Ver- Zum Processe Ofenheim. In der Nummer 39 vom 27. September haben wir die Gesinnungslumperei der „Arbeiter-Zeitung" in Sachen der Schächtfrage in gebärender Weise festgenagelt. Die , „Arbeiter-Zeitung" hat die ihr ertheilte derbe Lection ruhig einfache, dass ihm selbst dieser einzige Ausweg verrammelt 'oefteckt, trotzdem sie, wenn ihr irgend jemand irgendwo auf die ,, ... . wird unh rmar nicht fifnfi nun K-iten unterer cfcotMSa HüHnermlgen tritt, ein jämmerliches Geheul vom Stapel lässt. Es sammlung tragend. Vom Präsidialtisch aus ist der Anblick ein " .»oJ scheint, dass der „Arbeiter-Zeitung" die Gesinnungslumperei zum imposanter. Die Logen sind dicht gespickt, ein den besseren Stün- ™ auch von spellen oer südlichen Famluen zweiten Element geworden ist, namentlich hört sie nicht auf, in den nngchörendcs Damenpnblicum bildet die reizende Garlnerungselbst, indem v- — - .^ - ■ . oi rj- *- . Lheils den ohne sich vor eigenen Glaubensbrüdern ein furchtbares Verbrechen be- Versammlung besprechenden Artikel „Köhn und Kolowat". Was präge, Doctorentafel und Studentisch in der Mitte, rechts und links gehen. Um für diese eclatanten Uebelstände Abhilfe zu eigentlich die „Arbeiter-Zeitung" vcranlasstc, den Titel „Kühn" zu die Jungen und die „Alten" und Philister, quer oben die Hono- ' ' . “ - - - - wühlen, kann nur damit erklärt werden, dass die „Arbeiter-Zeitmrg"! ratioren. Schallende Prositrufe künden die Ankunft der Uni- Zlimindest über den anderen Tag einen Judenbraten vorsetzen muss, versität, die durch ein Collegium von Dreien (Prof. Dr. Ehrlich, In der erwähnten Versammlung hat ein „Kohn" das Wort liicht Prof. Dr. Handl und Prof. Dr. Eusebius Propoivicz) berrteten ist. ergriffen, und in keinem der in Wien erscheinenden Blätter >var in Rechts lind links der Universität sitzen die angesehensten Männer dem betreffenden Berichte von einem „Kohn" die Rede. Der „Kohn" > der Czernoivitzer Judenschaft, der Präsident der Advocatenkammer hat zweifelsohne für die „Arbeiter-Zeitung" die Zeche bezahlen Dr. Heinrich Kiesler und Landesgerichtsrath Dr. Barber, alte müssen, um den Bericht dem soeialdemokrntischen Janhagel mund- Freunde der Verbindung, Regierungsrath nird Vic'ebürgerrneister gerecht zu machen. Die schmähliche Haltung, welche die „Arbeiter- Dr. Reiß, Reichsrathsabgeordneter Dr. Strancher, Oberrabbiner Zeitung" anlässlich der Enthüllung des Heinedeiitmals eingenomi Dr. Rosenfetd, kais. Rath und Stadtrath Em. Rosenzweig, Lcmdmen, haben wir seinerzeit zur Genüge gekennzeichnet. Das Pertngsabgeordneter Josef Steiner, G.-Räche, Adbocaten und Aerzte, fideste jedoch leistet sich dieses gesinnmigslumpige Blatt in dem Beamte utxb Vertreter der Presse. Drei jüdisch-akademische Ver- Jnjnrienproresse Ofenheim-Neumayer. Nebenbei gesagt, bildettz bindnngen sind beim Festcommers vertreten: „Unitas" (Wien), dieser Jnjurienprocess einige Lichtpunkte in der gegenwärtig tristen,! „Emunah" (Lemberg) mxd „Hebronia" (Czernowitz), ferner der von Vorurtheilen beherrschten Zeit. Ein Mann ans der besseren tzlc-' „jüdische Vvlksberein" mid der Verein „Zion". Glückivünschc rmd setlschast, den oberen Zehntausend angehörend, Herr Dr. Ritter. Festesgrüße sind ans der ganzen Wtzlt eingelangh Das Gau- Ofenheiin, besitzt den persönlichen Muth, coram pnblico, an ge schaffen, hat die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, welche ihre Aufgabe nicht bloß in der einseitigen Förderung des geistigen Wohles der jüdischen Studentenschaft erblickt, ein Lections-Vermittlungs-Comitö gegründet, welches sich das Ziel gesteckt hat, den jüdischen Familien tüchtige, verlässliche Jnstructoren aus den Reihen der armen jüdischen studierenden Jugend kostenlos zu verschaffen. Wir richten daher an alle unsere Brüder die Bitte, sich zuversichtlich an unser Comitö zu wenden, falls sie eines Hochschülers (Hörer der Universität oder Technik) zum Unterricht ihrer Kinder bedürfen. Alle Förderer unseres Werkes mögen versichert sein, dass sie ihre Kräfte zur Abschaffung eines schreienden Uebelstandes einsetzen und dass sie der Dankbarkeit und Anerkennung der jüdischen Intelligenz gewärtig sein können. Das Lections-Vermittlungs-Comitö der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Hahngasse 8." Brief aus Chinesien. Sehr geehrter Herr Redacteur! Sie fordern mich auf, Ihnen in Kürze zu berichten, was die jüdischen Studenten Tsinfins treiben. Kurz gesagt, lautet die Anttvort: Dasselbe, was die der anderen Städte Chinas — nichts. Ich nehme es als selbstverständlich an, dass Sie sich rncht nach den wissenschaftlichen Fottschritten der Studenten, sondern nach ihrer nalionalen Arbeit erkundigen, und darauf lautet eben obige Antwort. Au der Tsingfiner Universität studieren circa 2000 jüdische Studenten; von diesen kümmern sich 160 um jüdische Arigelegenherten, beziehungsweise sie geben vor, es zu thnn. Nicht ganz die Zahl von 100 beträgt die Zahl der jüdischen Verbindungsstudeliten, nach denen Sie sich in Ihrem geschätztem Schreiben ja auch erkundigten. Was diese thnn? Ich glaube, dass sie dann und ivann einen Cammers oder irgendwo einen kleinen Scandal vermxstalten. v. weitster Stätte deS Gerichtes, mtir et orbi zu bekemren, er sei kein Aiitisemit und berurtheile den Antisemitismus als eine Verirrung. Wie verhält sich nun demgegenüber die gesinnungslnmpige „Arbeiter-Zeitung"? Sic greift den Kläger Ritter b. Ofenheim in ganz nnqualificierbarer Weise an. Das mag ihr gutes Recht sein. Herr b. Ofenheinl gehört den besitzenden Clnsseil an, und diese sind nicht nach dem Geschmacke der „Arbeiter-Zeitmtg", die sich bekanntlich als obersten Grundsatz gestellt hat, „gleiches Recht für alle, ohne Unterschied der Nationalität und der Confession", 31t Verkünder:, bereitet es unsagbaren Schmerz, davon Act nehmen zrr müssen, dass sich jemand gefunden hat, ihre Ideale, die nur auf dem Papiere stehen, in Wirklichkeit umznsetzen und in der Praxis zrr bethätigen. Sie verschweigt daher in ihrern Berichte Ofenheinr-Neumayer die interessantesten, den Juden günstigen Episoden, von denen sogar die nrrtisemitischen Blätter Act nehmen. Sie unterdrückt, dass Oferrheim die Beschlüsse der arischen Studentenschaft, welche dieselbe bezüglich der Satisfactivnsunfähigkeit gefasst hat, brandrnarkte, sie berschlveigt weiter, dass die Beharrptung des Verthcidigers Dr. Wesselsky, dass im österreichisck)en Staate der Grundsatz der Satissactivirsunfühigkeit vor: Juden je Geltung hatte oder noch gelte, silfmn erlogen ist, dass es absirrd sei, die Satisfactionsunfähigkeit einer ganze rr Volksgesellschaft aufzustellen. Die „Arbeiter-Zeitung" lmterdrückt ferner deri in feierlicher Weise gemachten Aussprrlch Ofenheinis, er sei kein Antisemit, dass die gebildete, die sittliche deanills ist verklungeli, der Festredlier, A.-H. Dr. Meyer Schifter steigt ans die Tribülie. Erivartungsbolle Stille. Lorgnons und Ferngläser sind auf den Redner gerichtet. Ausgehend von der Eiltsteyiillgsllrsache der Verbindurlg eirtwickelte er ein glänzeirdeS Bild von der Geschichte der „Hasmonaea", von ihren Kämpfen und Leiden, aber auch von ihren Siege» lvährend ihres zehnjährigen Bestaildes. Als erste Lehrerin des jüdisch-nationnle»l Gedankens in Czernvlvitz hat die „Hasmonaea" dllrch Wort und Schrift, mrd lveirn cö galt, mit der Waffe in der Hand ihre Ueberzeugung verfochten lind sich so eine geachtete Stellung an unserer Alma mater, einen Ehrenplatz in der Geschichte der zionistischerl Bewegung, ein bleibendes Andenken in den Herzen der jüdischen Sklldcntenmrd Bürgerschaft dieser Stadt erworben. Die „Hasmoliaea" betrieü die Propaganda des Gedankens. Ihr Natiolralismus kennt rächt Hass und Uiidnldsamkeit, er ist ein Criltlirelement im edelsten Siliiie des Wortes. Dem arrfblühenden jüdischen Volksthum sind Dichter, Künstler und Schriftsteller erstanden, die nationale Werke schaffeil und sich in Jdeeilgemeinschaft fühlen mit den Maffen und dem Leitsterll ihrer natiorlalerl Pflicht folgerl. Mit scharfeni, kritischen: Verstände beleuchtete der Redrier den arigeblicherr Gegerrsatz zwischen Naiiorralisrmls und Weltbürgetthrlm und führste aus, dass beide Principien vor: ihren Abgeschmacktheiten befreit, in ihrer Vereinigung zur Einheit werden, nämlich zur Idee der. Menschentvoylfahrt durch Erstrebirng der höchsten Cultlwideale im riattirlichen Kreise der Nationen, tmb in diesem Sinne bedeutet der Na-

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