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Jüdisches Volksblatt · 1901-12-06 · 49 (6.12.1901) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
49 (6.12.1901)
Date
1901-12-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 6. December 1901 Seite 5 berechtigt hm-, die Heimatsbercchtigung besitze. Der Verwaltungsgerichtshvf unter Vorsitz des Präsidenten Grafen Schönborn beschäftigte sich kürzlich mit der Beschwerde des Rabbiners gegen die Entscheidung der böhmischen Statthalterci nnd des Ministeriums des Innern. Als Vertreter des Beschiverdefnhrers erschien Dr. Ludwig Bendiener ans Prag. Der Verivaltnngsgerichtshof gab der Beschwerde statt nnd hob die angefochtenen Entscheidungen, mit ivclchcn dem Rabbiner Büßgang das Heimatsrccht in der (Gemeinde Hartmanitz abgesprochen tvorden!vnr, als ungesetzlich ans. Definitiv — heißt es in der Begründung — müsse derjenige als angestellt be Ein Grabdenkmal für Ludwig Jakobowski. Uns geht die folgende Zuschrift zu; Freunde und Verehrer des am 0. December v. I. dahingeschiedenen Dichters Ludwig Jakobowski haben sich zusammengethan. um auf dem Grabe des Verewigten einen würdigen Denkstein zu errichtetr. Alle, die ihn persönlich oder aus seinen Werken trachtet werden, dessen Anstellung nicht widerrufen werden könne,! schätzen gelernt und die Absicht haben, sich an der Stiftung wenn die Anstellung nicht als unsicher oder schwankend erscheint! - seines Grabmals zu betheiligen, werden gebeten, etwaige Wer auf 3’A Jahre fest eingestellt tverde, muss als bleibend nnd! svp,„idliebst an einen der Nnterreidineten aelanaen definitiv angcstellt erscheinen. Dieser Grundsatz muss umsomehr bei i '^uwlicylt an euiui Dti AnleizeMMlen gelangen einem Rabbiner gelten, tveil bei ihm schon gesetzlich die Anstellung! ä" lasten : Dr. ^ases Ettlnrger, Berlin, Schaperstraste o/, auf längere 'seit Oorgcschrieben ist. i Heinrich R i p p l e r. Berlin, Wilhelmstraße 141. Ans Budapest Ivird gemeldet: Eine Deputation der Finmaner! Der Antrag Heim in der bayerischen Abgeordnetenkammer, jüdischen Gemeinde sprach dieser Tage, unter Führung des Gonver- > Ans München wird gemeldet: Znm Antrag Dr. Heim nnd Genenrs Grafen L. Szapary, beim Cultusininister I. Wlassies vor und bat, den Ban einer Syilagoge durch ein Darlehen ans dem israelitischen Schnlfonds zu ermöglichen. Der Minister versprach, dem Ansuchen innerhalb der bestehenden Vorschriften auf Grundlage einer Pupillargarantie Folge zu leisten. - - Die Hauptstädtische Unterrichtscoimnission hat beschlossen, das Gesuch der israelitischen Cultusgemcindc um Erhöhung der jährlichen Subvention auf (»n ooo K. bei der Commune zn befürivorten. Vortrag, lieber Einladung des Troppauer jüdisch-literarischen Vereines hielt am 21. v. M. dessen verdienstvolles Ehrenmitglied Herr De. S. Knlka mi§ Leipnik einen Vortrag über „Wissenschaft nnd Jndcnthnm". >— In gewohnter, gediegener Weise verstand es der Vortragende, in anderthalbstüntziger freier Rede den lehrreichen Stoff eingehend zn behandeln nnd die vielfachen Berührungspunkte der jüdischen Lehre mit der Wissenschaft überzeugend darznthnn. — An der Hand vieler Bibel- und Talmud-Stellen wies der über eine erstaunliche Gelehrsamkeit nub ein seltenes Gedächtnis verfügende Redner nach, dass die Wissenschaft vom Judenthnm zn allen Seiten hochgehalten nnd aufs eifrigste gepflegt wurde. Welche Fülle von lichtvollen Abhandlungen auf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft: der Astronomie, Arzneiknnde, Anatoinie, Botanik. Geometrie, Rechtslchre n. a. in den jüdischen Schriftiverken, insbesondere im Talmud, enthalten ist, hievon entrollte der einen riesigen Fleiß nnd eine fast nnübertreffliche Gründlichkeit bekundende Vortrag ein anschauliches Bild. Lebhafter Beifall und Anerkennung wurde dem greisen, mit einer bewunderungswürdigen Geistesfrische begnadeten Vartragsmeister seitens der zahlreichen Zuhörerschaft zntheil. C. Teplitz. (Todesfall.) (Orig.-Bericht.) Wie ein Lanffeuer eilte am Samstag die .Stmibe von Mund zn Mund, dass der langjährige gewesene Vorsteher unserer Enltnsgemeinde, Herr Dr. Oskar Willner, einem langen Leiden erlegen ist. Der Dahingeschicdene erreichte ein Alter von 58 Fahren. Was die Cnltusgemeinde in dein Verewigten verliert, was der Verstorbene geschaffen, lvaS er für das öffentliche Wohl der Gemeinde geschaffen, wie er im Stillen gelvirkt, das anfznzählen nähme zu viel Rmnn in Anspruch. Mit dem Namen Dr. Oskar Willner sind viele humanitäre Werke'werbnndein die in denn Verstorbenen ihren stets hilfsbereiten Förderer fanden. Dr. Oskar Willner, der auch in der Repräsentanz der böhmischen Landes-Judenschaft sehr erfolgreich thätig!var nnd außerdem auch die Interessen der Glaubensgenossen ini Bezirksschukrathe tviirdig vertrat, war die Seele und der eigentliche Urheber zum Baue des neuen prächtigen Gotteshauses in unserer Gemeinde; unter seiner Aegide wurde auch an die Errichtung einer Leichenhalle im, Friedhofe geschritten. Dr. Oskar Willner war auch einer jener wenigen. die treu zur angestammten Religion sich bekannten, und er war ein Mann von Offenherzigkeit und Liebenswürdigkeit. Wie hochgeschätzt der Verblichene bei arm und reich gewesen, ivelcher Sympathien er sich erfreute, das bewies das am Sonntag nachmittags stattgefnndene Leichenbegängnis. Reichenberg. (G r ü n d it n g e i » e r O r s g r u p p e de s H i l f s v e r e i n s f ü r die n o t h l e i d e n d e j ü d. B e völk e r rr n g Galiziens.) Jüngst fand hier eine Versammlung angesehener Gemeindemitglieder statt, in welcher das unsägliche Elend eines großen Theiles unserer galizischen Glanbensbriider erörtert wurde. Die Herren Rabbiner Dr. Hofmann, Cultusvorsteher Dr. Schnürniachcr, Ludwig Edelstein besprachen diese brennende Frage nnd richteten an die Versammlung einen warmen Appell behufs Sanierung der tieftraurigcn Zustände, die unter unseren östlichen Glaubensgenossen herrschen. Diese Anregung fand lebhaften Anklang. Es wurde einmüthig beschlossen, in Reichenberg eine Ortsgruppe des in Wien bestehenden Hilfsvereines zu gründen und die Ziele und Zwecke desselben aufs thatkräftigste zu fördern. In das vorbereitende Comitee wurden nachstehende Herren gewählt: Rabbiner Dr. Hofmairn, Dr. W. Schnürmachcr, Ludwig Edelstein, Adolf Haag, Siegmnnd Meller und Carl Neumann (Mitchef der Firma S. S, Neumann). Hoffentlich folgen and) andere Gemeinden diesem Beispiele! Kratnu. Die Statuten des hier von der jüdisch-nationalen Jugend gegründeten „Turnvereins", die einmal wegen Formfehler abgelviesen lvurden, sind nun von der Satthalterei genehmigt worden, nnd der Verein lvird in den nächsten Tagen seine Thätigkeit beginnen können. Um die Mittel für die ersten Ausgaben 'und Einrichtungen anfznbringen, hat sich der zionistische Studentcnverein „Haschachar-Przedswit" entschlossen, den Ertrag der in der Channkah-Woche stattzufindenden Makkabäerfeier dem Turnvereine zu widmen. Die Makkabäerfeier soll im Locale des jüdischen „Bürgerclnbs" stattfinden. Man sollte meinen, dass die jüdischen „Bürger." dieses Clubs den hohen Zweck berücksichtigen, welchem der Ertrag dieser Festlichkeit dienen soll, ivenn es ihnen auch noch so fern liegt, selbst an einem alte» jüdischen Feste von so hoher Bedeutung, wie die des Makkabäerfestes, sich zn betheiligen. Der Zlveck, sollte man ferner meinen, soll die Mittel heiligen, mich wenn diese Mittel nach Zionismus nnd jüdischer Nationalität riechen, tvenn der „Bürgerclub", der kein einziges ch r i st l i ch e S Mitglied hat, gleich des „jüdischen" AdjeetivS entbehrt. Man sollte' schließlich glauben, dass die „Bürger" mosaischer Confession es von den „Mitbürgern" anderer Confessionen, denen sic in allem nachäffen, wenigstens so viel gelernt haben sollten, dass die Jugend, die sich in nassen gegen die jüdischen Richter bemerkt der Jnstizministcr von Leonrod, er denke, die Antragsteller wollten das Recht der Krone auf Ernennung der Beamten nicht beeinträchtigen. Er betrachte den Antrag nur als „Wunsch". Mit dem Gesetze von 1869 seien alle ans der Verschiedenheit der Confessionen herrührendcn Rechtsnngleichheiten aufgehoben lvorden. Den jüdischen Rcchtspraktikanten könne daher der Eintritt in den Staatsdienst nicht verwehrt werden. Der Procentsatz der Bcvölkernngsziffer könnte nicht maßgebend bei Anstellungen sein. Er verkenne aber nicht, dass infolge der Stimmung der Bevölkerung die Wirksamkeit eines Beamten beeinträchtigt werden könne. Deshalb habe er stets das Bestreben gehabt, dass jüdische Beamten nicht in solchen Bezirken verwendet ivürden, in denen eine unfreundliche Stimmung gegen sie herrsche. Dem Antrag könne-auS gesetzlichen Gründen nicht entsprochen werden. Er lverde aber der von der Simmnng der Bevölkerung ansgehcndcn Tendenz des Antrages Rechnung tragen. Abg. Adolf Müller (Soc.) ironstert den Anträgen»!) die Stellung des Justiz- Ministers. Letzterer stehe auf dem Standpunkte: „Es ist ungesetzlich, aber wir machen's ja doch." Er müsse sich wundern, dass so viele Mitglieder einer Partei (Centrnm), die selbst so lange und so schiver unter Ausnahmegesetzen gelitten und noch gegen das Ausnahmegesetz ivider die Jesuiten so hart ankämpfen, hier ein I Ausnahmegesetz schaffen wollen. Die Socialdemokraten werden ' gegen den Antrag stimmen. Abg. Dr. Casselmann erklärt namens der Liberalen, dass sic den Antrag Heim ablehnen, und zwar zunächst aus Gründen staatsrechtlicher Natur. Der Antrag verstoße gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung der Confessionen in und Rafsenvorrechtc. Die Liberalen würden umsomehr in ihrer Ablehnung des Antrages Heim bestärkt, als niemand!visse, .oft diese Aspiration nicht über die Inden hinaus auf andere Consessionen übcrgrcifen ivürdc, umsomehr als im . Landtag schon einmal Vorwürfe wegen Zurücksetzung der Katholiken im Verwaltungsdienst gegen die Regierung erhoben lvurden. Im Ausschuss habe der Abgeordnete Dr. v. Daller (Ccntrum) den Antrag Heim zu Falle gebracht. Dr. Schädler (Centrum) habe sich dagegen'erklärt und bemerkt, unsere Zustimmung konnte einmal eine Waffe gegen uns werden. Dr. Pichler habe Bedenken gehabt, und nur ein caveant consulcs aussprechen lvollen, und der Justizetatreferent Lerno (Centrum) habe den Antrag als unannehmbar. erklärt und gesagt, es könnte einmal gegen eine andere Confession gehen. Unter diesen Umständen bewundert er (Casselmann) den Muth jener protestantischen Mitglieder des Hauses (agrarische freie Bereinigung), die den Antrag unterzeichnen. Abg.^ Hilpert (fr. Ver.) berlvahrt sich gegen die letztere Bemerkung Casselmanns, die eine Bevormundung sei. Zur Sache sagt er, wir haben erreicht, was wir lvollten, da die Justizverwaltung die Tendenz des Antrages anerkennt. Abg. Dr. v. Daller (Centrrnn): Er habe im Ausschuss die materielle Begründung des Antrages Wohl begriffen und anerkannt, dass schwere Klagen im Volke über das Judenthum bestehen, aber er habe staatsrechtliche Bedenken und Bedenken vom Standpunkte der Religionsfreiheit ans gehabt. Nachdem aber Dr. Heim dargethan, dass die Verfasstmg nicht altcriert werde, dass gegen die Religion der Juden nichts gesagt lverde, und nachdem er in der Begründung Dr. Heims seine eigene Ueberzeugung wicdergefunden habe und nach Abänderung des ursprünglichen Antrags Heim durch Eittschiebung des Wortes „möglichst" (möglichst nur im Verhältnis üer jüdischen Bevölkerrmg zur Gesammtbcvölkerung) eine starre Anwendung der Bevölkcrungsziffcr nicht verlangt lverde — meine Herren, wir reden immer von Parität; eine gewisse Parität muss herrscheli — stimme ich für den Antrag. (Bravo rechts.) Abg. Köhl (D. Bp.) spricht sich gegen den Antrag von dem Fundamcntalsatz der Gleichberechtigung aller Saatsbürger aus. Eine Anzahl Centrumsmitglieder beantragt namentliche Abstiinmullg. Domeapitular Dr. Zimmern (Centruril): Er köilne sich mit dem Antrag unter deil gleichen Gesichtspunkten wie Dr. Daller befreuliden. Redner spricht vom Judenthum als von einer nationalen Gefahr. Abg. Dr. Casselmann (lib.) erklärt, auf die antisemitischen Reden etlvas zu erwidern, hieße der Sache zll viel Ehre anthun. Abg. Dr. v. Daller habe bisher als Führer der Centrnmspartei gegolten. Nachdem er sich jedoch heute dem Dr. Heim so sehr unterworfen, habe er wohl die Führung der Fraction all Dr. Heim abgegeben. Abg. Dr. Hein: (Centrum) sagt in seinem Schlusswort, lvenn etwas einen Katholiken zllln Antisemiten machen könne, so wäre es das Verhalteil der Jllden llils gegenüber. (Zllruf rechts: Presse.) Jatvohl der Presse, der „Frankfurter Zeitung", der „Neuen Fr. Presse", des „Berliner Tageblatt", welche mit dem den Juden eigeilthümlichen SarkasMlis lins behmidcln liild sich freuen, wenn die anderen - Collfessioneil lins behandeln und sich freuen, wenn hintereinander Hetzen. Redner sagt, er wisse, dass auch bei deu Liberaleil Anhänger seines Antrages seien. Sie feien aber hellte nicht anivesend, z. B. die elf Herren vom Bunde der Landwirte. Etatsreferent Abg. Lcrllo (Centrum) erklärt, er verkenne die ivirtschaftlicheilKlagell desVolkes gegell dasJudenthlMl llicht, stimme aber gegcil deil Antrag Heim, Iveil das Gesetz voll 1869 (Gleichberechtigllllg) nicht verletzt werden dürfe und die absolute richterliche Unabhäilgigkeit und Alltorität hochstehen nmsse. Darmlf wurde der Antrag in namentlicher Abstimmung mit 77 Stimmen des Centrums lind der agrarischen freien Vereinigung gegen 51 Stimmerl der übrigen Parteien angelloulmen. Vom Centrum stimmteil die Abgg. Reb, Dr. Siben, Dr. Schädler uild die Oberlarldesgcrichtsräthe Geiger llnd Lerno gegell dell Antrag. Auf liberaler Seite fehlten ..... .. . . , _ verschiedene Mitglieder, darunter Anhänger des Bundes der Landzn thiln Vorhaben, ob es ihueli überhaupt bei der hier herrschenden wirte. Nach eitler Allfstellung des Justizministeriums gibt es iri ' Behufs Einberufung einer Landes-Couferenz der engl.-jüd. Frauen hat sich in London ein Comitee gebildet, das am 7. November eine Sitzliilg abhiclt, bei welcher Frau Nathmliek L. Cohen als Präsideiltiil eine bemerkenswerte Rede hielt. Aus Darmstadt!vird gemeldet: Als erste jüdische Lehrerin in Hessen ivlirdc mit Beginn des Wintersemesters Fräulein Anila Oppenheimer, Tochter des Cantors Oppcnhcinlcr von hier, an der hiesigen Mädchellmittckschule angestcllt. Den beiden anderen jüdischcll Lehrkräften, die an deil Darmstädter Schulen staatlich allgcstcllt sind, deil Herreir Steril ilnd Sandheimer, wurde bei der Neurcgulierlmg der Gehalte ihre gesammtc, im privaten (Religions-) Schllldicilst verbrachte Dicilstzeit angercchnet. Aus einer diese Woche erschienenen Statistik erhellt, dass für eine Bevölkerung von beinahe 5 Millionen Einwohnern, worunter 4 Millionen Araber und 360.000 Franzosen, die Juden etwa 57.000 Seelen zählen, die dank dem Gesetz Cremieux französische Unterthanen wurden. In der letzten Aufzählung der Bevölkernng im Jahre 1866 zählte man 92.000 Franzosen und 21.000 Juden. Ein Enpitcl über die Rechtsverhnltniffe in der Türkei. Wir theilcn folgenden Fall als Beitrag zur objectiveu Beurtheilung der türkischen Verhältnisse nlit. Der Kaufmann Jakob Oppenheimer ans Hessen, der sich vor zwanzig Jahren in Constantinopel niedergelassen hatte und dort ein Colmnissioilsgeschäft betrieb, erwarb im Jahre 1896 vom Ministerium der Kaiserlich Ottomanischen Civilliste auf die Daller von 17 Jahren das Pachtrecht an einem Antiinon-Bergwcrk zu Ghcunuk Tschiftlik bei Kutahia in Kleinasien, in denl die Pachtrcchte der früheren Pächter des Bergwerkes eines geivissen Ali Bey nnd Georges M. Braggiotti in aller Form Rechtens durch einen von der Cibilliste vorgeschriebenen notariellen Aet auf Herrn Qppnheimer übertragen wlirden. Im Deeembcr 1898 beganil der Betrieb des Bergwerkes, aber scholl inl Juni 1898, nachdem er mehrre Gebäude errichtet, vier Schmelzöfen aufgestellt und Vorräthe cnrfgchäuft hatte, beganueu im Einvenlehmen mit der Civilliste die früheren Pächter beiin Civilgcrichte in Pera zu klageil. Das Verfahren wurde jedoch mangels einer rechtlichen Illlterlage und infolge Einschreitelis des deutschen Generalconsulates eingestellt. Am 6. September 1898 erschieil ein gewisser G. Karasisi aus Kutahia auf dem Bergstaatsbürgerlicher liild staatsrechtlicher Hinsicht. Der Antrag sei j ^XiC und forderte D. auf, dasselbe zu verlassen, da^die Civilliste eiil bedenklicher Versuch, ein Kronreclü unter Verletzliilg der Veri eiilcn gelvrpen Nmnr Volto verpachtet ha^. ^zakob Oppenfassullg zu beeinträchtigen. Jil dieser Anschauung würde,l die tzeuiler welgcrte )lch, dres zu thun und rref d,e Hrlfe des deutschen Liberale,, nicht beirrt durch den verfehlten Hinweis/durch die Ge-> Gcneralconiuls^an, worauf der deuffche Botschafter das turklsche legenheitsvhrnse Dr. Heims, dass es sich nicht um die Confession! Z^tzGter,um dc^Jnnern veranlasse, ern Telegramm zur Wahrui^g der Juden handle. Die Berfassmig kenne keine Rassennnterschiede! Rechte de-, '^ppcnhelmer abzusenden. Allem drese^, Telegramm .. gefehlt. _ _ diesen Herren, der Intelligenz lrnseres Casinos, großes Unrecht tlpm, wenn man von ihnen solches und ähnliches vormlssetzen sollte. Die. Zionisten ivollen die mnkkabäische Vorzeit feiern. Gut, daun sollen sie dafür bezahlel,; einerlei tvas sie mit dem Erträgnisse zu thnn Vorhaben, ob es ihnen überhaupt bei der hier herrschenden Apathie nnd Theilnahmslosigkeit für alles Jüdische auch gelingen wird, ein Erträgnis zn erzielen. Der „Festsaal" des Bürgerclubs kostet für einell Abend nicht tveniger als 150 Kronen, und wenn es den Herren viel zu theuer ist, dann — sollen sie es lieber lassen! Und in Erinanglling eines großen Saales hat sich der Verein „Haschachar" entschließen müssen, den Ivohlhabenden und intelligenten Bürgern des Clubs den geforderten Betrag für die Benützung des Saales z,r bezahlen, ein Betrag, der für die hiesigen Verhältnisse nicht bloß ungeheuer nnd unglaublich hoch, sondern vielmehr ansbenterisch zn nennen ist. Wir Ivissen nicht genau, wie theuer die poluische Studeuteuschaft es bezahlen muss, wenn sie irgendein polnisches Vereinslocal zu nationalen Veranstaltungen benützen lvill. Nach unserer Kenntnis der Verhältliisse können wir mit Sicherheit behaupten, dass ein polnischer Bürgerclub gegen die polnische Jugend getviss nicht so rücksichtslos handeln würde, wie der jüdische gegen die seinige. Ein SUldent. tvurde unterwegs unterdrückt und war^ also für den Geschädigten wertlos. Statt dessen erschien Karasisi am 16. September 1898 bewaffnet auf dem einsam gelegenen Bergwerke, erbrach gewaltsam mehrere Gebäude und schlug O., als er ihn zur Rede stellte, nieder. Sodann erschien ein Gendarm aus Gehdis mit einem Beboll- ,nächtigten des Volo und verlangte unter Vorweisung eines vom Kaimakam (Ortsvorst.) mksgefertigten Ausweisungsbefehles die Auslieferung der Werkzeuge, und nachdem Karisisi eine willkürliche Schätzung des Bergwerkseigcnthums aufgestellt hatte, zwang er ihn zur Unterschreibung eines vorgelegten Schriftstückes. Jakob Oppenheimer musste das Bergwerk verlassen und theilte sofort den Sachverhalt dem deutschen Generalconsulat mit. Am 8. November 1898 theilte die Voffchaft dem Geschädigten mit, dass er auf telegraphische Anweisung des Ministers des Innern wieder in den Besitz eingestellt werden sollte und die znm Schutze seiner Person und seines Eigenthums nothwendigen Maßregeln ergriffen werden sollten. Als aber Oppenheimer auf das Bergwerk zurückkehrte, erfuhr er, dass inzwischen eine telegraphische Weisung von Seiten des Ministers der Civilliste ergangen sei, wonach die Ausführung des vorerwähnten Telegrammes zu unterbleiben habe. Alle Versuche, welche der Geschädigte seitdem gemacht hat, um wieder in den Besitz seines Eigenthums zu gelangen (er schätzt seinen Verlust auf 185 000 Mark), sind vergeblich gewesen. Diese Vorfälle sind besonders deshalb charaktrisiisch, weil der Minister der Civilliste den privaten Angelegenheiten des Sultans Vorsicht, und der Sultarr ^inmittelbarcn Einfluss auf seine Enffchließungen nimmt. F. Z. Bayern 3 Oberrichterbeamte, 13 Landesgerichtsräthe, 10 Staats aulvälte nsw.» im ganzen einschließlich Notare und Secretäre: 51 Juriste,r jüdischer Confessioic im Justizdienst. Jüdisches Franenstift zu Frankfurt a. M. Aus Frankfurt a. M. wird gemeldet: Die Erben des perstorbenen Baron Wilh. v. Rothschild s. A. haben den hochherzigen Entschluss gefasst, das auf der Zeil gelegene, ihnen zugefalleneWohnhmls in ein 24Jnsassen fassendes Stift für Frauen mnzuivandeln. Durch diese Stiftrrng wird alleinstehenden Damen (Witwen und älteren Fräulein) gegen ein mäßiges Eritgelt möglich, ein Heim sich anfzusuchen, in dem sie ruhig leben körnten, rrnd in dem ihnen alle Annehmlichkeiten eines Juden und Kuthenen. Von Dr. H. Kadis ch. Der. Haupteinwand, der gegen die jüdisch-volklichen Bestrebungen erhoben wird, gipfelt bekanntlich darin, dass die Geltendmachung der nakional-jüdischen Individualität zur Isolierung der Inden von allen übrigen Volksstämmen der österreichischen Monarchie führe und die bisherigen Feinde der Inden noch durch jene vernrehre, die gegenwärtig noch ihre Freunde sind. Die Unrichügkeit dieser Behauptung, die größtentheils von Anhängern jener Parteien aufgestellt werden, welche i'iber einen größeren jüdischen Anhagg verfügen, ohne den sie einen großen Theil ihrer Mandate für den Netchsrath und Landtag verlieren würden, ist nicht schwer zu erweisen. Besonders deutlich zeigt sich die Unrichtigkeit der bisherigen jüdischen Politik, welche auf die specifischen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung keinerlei Rücksicht nahm und die jüdischen Volksmassen für die politischen Interessen anders nationaler Cliquen ausnützte, in Galizien. Dort haben die assimilatorischen Hausjuden ■ des Polen-Clubs die national-socialen Interessen der in unendlicher wirtschaftlicher Noch und politischer Rechtlosigkeit schmachtenden jüdischen Volksmasien der polnischen Schlachta geopfert; diese Hausjuden des Polenclubs, eiste Art jüdischer Oligarchie, haben weiters mitgeholfen den polnischen Stanczyken nicht etwa nur das rnchenische Volk in maßloser Weise national zu unterdrücken und ökonomisch auszubeuten, sondern auch ün polnischen Volke alle oppositionellen Bestrebungen gegen die herrschende conservativc Adelspartei nieder zu halten. Das Resultat dieser Politik, die die Herren Byk, Horowitz und Consorten eingeschlagen haben, ist allgemein bekannt. Im ruthenischen Volke werden die Inden als Helfershelfer der polnischen Unterdriicker betrachtet, in den polnischen breiten Volksmasien gelten die Inden wieder als sorgenloserr Daseins geboten werden. Wie wir hören, wird dieses - ^Stütze dev herrschenden Stanczyken-Partei. Von diesen Stift bald eröffnet werderr. und Interessenten dürfte zu rathen selbst aber werden sie wie eine Citrone ausgepresst und sej"'^ihre Bewerbungen baldmöglichst einzureßchen.^ Herr. Michael „gM^r. Wie die letzten Wahlen beweisen, hinwegge- Köpfen Nation

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