Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1901-12-06 · 49 (6.12.1901) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
49 (6.12.1901)
Date
1901-12-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2432763-2432864-2432913--1264-2435003
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 6. December 1901 Nr. 49 ist dies aber auch das Volk, das die meisten Social demokraten zählt. So gehen wir einer Vermählung des nationalen Empfindens und der socialen Bethätigung entgegen! Dieser Process ist unaufhaltsam, und täglich mehren sich die Anzeichen und Symptome dafür, dass diese Bewegung ebenso die wilden Ausbrüche eines falschen Nationalismus, wie die starren Auswüchse eines ungemilderten Capitalismus überwinden werde. Als Gobineau seine Betrachtungen über die Rassengleichheit aufstellte, vermochte er die Stärke des socialen Gedankens noch nicht zu ermessen. Wie kann man dies dem bedeutenden Völker-psychologen verübeln, wenn Decennien später der auf ihm fußende, gewaltige Weltumstürzler Nietzsche sich darüber beklagt, dass man aus dem Arbeiter eine Frage gemacht habe. Wenn ein so großer Geist so plump zugreift und eine so handwerksmäßige derbe Psychologie treibt, ist es wiederum den Gründern des wissenschaftlichen Socialismus nicht zu verargen, dass sie eine Gleichheit der Völker hypothetisch annehmen, eine Gleichheit derselben Nationen, die höchstens auf eine Gleichwertigkeit Anspruch erheben. Ein Jahrhundert schöpferischer Synthesen bricht an, starre Einseitigkeiten werden überwunden, scheinbare Gegensätze werden in organischer Weise überbrückt. Dem 20. Jahrhundert ist es Vorbehalten geblieben, auch die Synthese „National-Social" zu schaffen. Was von den anderen Völkern gilt, gilt doppelt von den Juden. Für sie. die „Minoritäts-Nation", müsste man den national-socialen Gedanken schaffen, wenn er nicht vorhanden wäre. Kein Volk braucht ihn so dringend wie die Juden. Nationales Leben ist bei uns gleichsam bis vor kurzem nur latent vorhanden gewesen. Das Nationale Ausleben der Juden schreit förmlich nach einem Umgießen des Jnstinctmäßigen in das gedanklich Greifbare. Kaum haben die Juden die Scham, national empfinden zu müssen, abgelegt, kaum haben sie begonnen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, und schon erhebt sich wie eine drohende Wolke am Horizont, der falsche, krankhafte, einseitige Nationalismus. Es wird versucht, der Complexität der hier in Betracht kommenden Probleme förmlich ins Gesicht zu schlagen. Schon hört man altchauvinistische Weisen mit neuem Text. , Nur aus dunkler Sehnsucht, nur aus träumerischen Wünschen heraus soll der neue Lebensinhalt des Judenthums gegossen werden. Das schickt sich schlecht für eine Zeit, die Makkabäer und Bar Kochba feiert, die nicht nur Helden im' gewöhnlichen Sinne des Wortes waren, sondern deren monumentale Größe darin bestand, ein Volk von hyperraffinierten Männern,'von geistiger Decadence dazu .'/Mattlasst. zu..haben,' Wm Schwerte zü greifen. Seltsam, ^'.d^r^ätlönale^ChMvinismus/ .dex anderen Volker ist roh, der falsche Nationalismus der/Juden beruht auf einer . Hypertrophie romantischer Empfindungen. Nationale Cultur wird identificiert,mit nationaler Sehnsucht. Dagegen muss Protest erhoben werden, Die nationale Cultur fallt und steht'nicht mit der Verwirklichung alter und edler Volksträumen. Es gibt ein lebendiges Judenthum auch außerhalb der Mauern Zions. Und gerade weil für einen seltsamen Ritt ins Land unserer Sehnsucht allenthalben so eifrig gerüstet wird, müssen wir die Fahnen der national-socialen Cultur über dem Lande wehen lassen!! Der Romantikerritt ins Gebiet der alten Sehnsucht wird wiederum misslingen. Die Renaissance des Iudenthums, die Errichtung einer modernen Judencultur dürfen aber nicht unmöglich gemacht werden. Daher müssen wir uns in den Tagen, wo der Geist der Makkabäer in uns erwacht ist, doppelt rüsten. Unsere Hauptwaffe ist und bleibt das national-sociale Streben. Für die anderen Völker ist der national-soäiale Gedanke einstweilen noch ein Luxus, ein Versprechen kommender Dinge, für uns Juden jedoch schon heute eine eiserne Notbwendigkeit. Wenn wir nicht sterben wollen, sei es durch vollkommene Assimilation, sei es durch romantische Träume, dann müssen wir unser nationales Ausleben auf dieser einzig möglichen Grundlage errichten. Es gibt Augenblicke, wo man, auf die Gefahr hin, geschmacklos zu sein, weithin sichtbare Wahrzeichen aufrichten muss. Man soll dann große Lettern hinmalen, damit auch die Kurzsichtigen sie zu sehen vermögen. In diesem Sinne wollen auch wir den Satz hinschreiben : Die Juden werden national-social sein, oder sie werden nicht sein. Die sociale Flüge des ///... Mittelstandes. Von Dr. Arnold Ascher. Sociale Frage! —Wie oft hört und liest man diese beiden Worte! In zahllosen Werken, bei jedem allgemeinen Bortrage, in sämmtlichen politischen Versammlungen, in jeder Nummer einer Zeitung begegnet man ihnen! Unendlich ist die Zahl derjenigen, die ausgezogen sind, diese Frage zu lösen, und unermesslich ist die Menge der Mittel, die zu diesem Zwecke angegeben werden. Im eigentlichen Sinne eine Bezeichnung für all die Probleme, welche an die Menschheit herantreten, wenn man glaubt, dass die Zustände des gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht derartig sind, dass sie dem Ideal einer rationell! „Pflege des Gemeingeistes, Erhaltung und Hebung der Standesehre unter den Genoffenschaftsmitgliedern und Angehörigen, sowie in der Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen ihrer Mitglieder und Angehörigen durch Errichtung von Vorschusscassen. Rohstofflagern, Verkaufshallen, durch Einführung des gemeinschaftlichen Maschinenbetriebes und anderer Erzeugungsmethoden rc." Befähigungsnachweis und Genossenschaftszwang wurden mit Gesetz vom 15. März 1883 (R.-G.-B. Nr. 39) eingeführt; die sociale Frage für den österreichischen Handwerkerstand ist sicherlich dadurch nicht gelöst worden; man ist der Lösung vielleicht nie ferner gewesen wie heute. Der Befähigungsnachweis hat nicht vermocht, die Etablierung von Handwerkern zu verhindern, die in einem Jahre viel mehr erzeugen könnten, als sie in zehn Jahren abzusetzen imstande sind, und die Gerichtsverhandlungen, die von Defraudationen und Streitigkeiten der Mitglieder, aber auch der Genossenschaften, untereinander berichteten, zeigten, dass „die Pflege des Gemeingeistes", die „Hebung der Standesehre" und die „Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen" ebenso selten herbeigeführt wurde, wie nahezu gar nicht Vorschusscassen rc. gegründet wurden. Denkt man daran, wie in den 18 Jahren des Bestandes dieser Institutionen nicht eine einzige der mit Sicherheit vorhergesagten Besserungen eintrat, während in anderen Ländern, die sich dieser Segnungen nicht erfreuen, die Verhältnisse zumindest nicht schlechter liegen, dann erscheint wohl das Misstrauen gegen diese neue Panaeee, die alle Wunden des nothleidenden Gewerbestandes heilen soll, begründet. Ob solche gewerbliche Reformen angesichts der industriellen Verhältnisse in Oesterreich, wo gerade bei dem unzulänglichen Exporte im Inlands möglichst intensiv an dem Vertriebe gearbeitet werden muss, die erhoffte Wirkung ausüben können ist zumindest unsicher; sicher aber ist, dass Tausende ehrlicher und arbeitsamer Existenzen für immer vernichtet werden. Und wie es mit den Agenten, Gebäckshausierern Blumenverkäufern, u. a. geschieht, so wird es mit den Hausierern beabsichtigt, für die alle an Stelle der socialen Frage des Mittelstandes — denn sie insgesammt recrutierten sich ja mit ihrem, wenn auch oft winzigen Betriebscapitale zum Mittelstände — nicht mehr die sociale Frage des Arbeiterstandes tritt, denn den wenigsten von den zumeist älteren Leuten wird es möglich sein, Arbeit zu erlernen oder zu finden, zumal ja hier wieder den Befähigungsnachweis gestalteten Gesellschaftsordnung entsprechen, denkt man in jjjangefn wird. Es wird das Heer der vollständig Erwerbs der letzten Zeit bei dem Schlagworte: „Sociale Frage" — für die meist überhaupt schon nichts mehr in Frage immer mehr ' nur an bit Frage des' - Lohnarbeiterstandes, ^mmt — verstärkt. / i!''■T Zieht man all diese Umstände in Betracht, erwägt man, Heimat des deutschen Dichters mit dem polnischen Namen und der jüdischen Abstammung. Dort verbrachte er in kümmerlichen Verhältnissen, die jedes freudige Aufflammen in dem Knaben dämpfien und unterdrückten, die ersten Jugendjahre. „Der Vater lief von Haus zu Haus Und lief sich fast die Seele aus. Fünf Jungens satt zu kriegen. Mit einem fünfzig Pfennig-Brot Da hat man seine liebe Noch! Zehn Kilo müsst' es wiegen. Die Mutter immer bleich und krank -Das gieng so jahr'- und jahrelang, Wir schlichen uns auf Zehen Nur manchmal um ihr Bett herum, Da saßen wir und hörten stumm Die alte Wanduhr gehen." („Leuchtende Tage".) Die bleiche, kranke Frau schwebt wie ein Schatten über seinen jungen Jahren. Oft und oft erinnert er sich später der Tage seiner Kindheit, wo das blasse Gesicht seiner Mutter, die er so überaus geliebt, zu ihm sprach. Bald auch musste er erfahren, dass die Generation, zu der er gehörte, in einer Umgebung voll Hass aufwuchs, und tief grub sich jedes böse Wort, das dem Judenjungen galt, in seine empfängliche Seele. Scheu und verbittert, weicht er den Kinderspielen aus und hockt brütend und zusammengekauert in einer dunklen Ecke, wo er unverletzt seinen Träumen nachhängen kann. „Das weiß ni emand, wie viel ein jüdischer Knabe an Zurücksetzungen, an Hohn und Beschimpfungen tagtäglich zu erleiden hat, das weiß ja niemand, was es heißt, „Jude sein", niemand, wie sich eine nur halbwegs empfindliche Seele tagtäglich unter Schmerzen winden muss. Von dem Augenblicke an, wo ein jüdisches Kind zum erstenmale die Straße betritt, beginnt auch die Kette seiner Leiden . . ." Tief fällt der Hohn und der Hass in die junge, reine, unbefleckte Seele und hinterlässt dort seine grausamen Spuren: „Als Kind verlacht, Mit dunklem Sehnen, So fand die Nacht Mich oft in Thränen." (Aus „Tag und Traum".) (Fortsetzung folgt.) also die Frage, wie die Lage des Capitallosen, im Lohne eines Arbeitgebers stehenden Arbeitnehmers gebessert werden könne.' . m . .. . Dadurch üb-rfi-ht man Ä-r Är zu leicht, dass neben dieser « O-lch-°r 8«M Gruppe auch noch bei anderen GeseÜschäftsclassen offenbare Schüben ’ am ganzen' GtsellsEäftskörp'er hervürtr'eten. Wellen' der socialen Frage' des Arbeiterfiandes verdient doch auch Berücksichtigung die des Mittelstandes, denn auch seine ökonomische' Lage genügt nicht den Ansprüchen, welche die betreffendes Angehörigen nach ihrer soclalen Bedeutung zu stellen berechtigt sind; auch die ganze Sage^er ÄngehörVgen Vieser Classe zumindtst eines großen Theiles derselben — ist gedrückt. Wenn es zu den Aufgaben des Staates und der Gesellschaft gehört, die schwierigen socialen Probleme zu lösen, durch die die ungenügenden Zustände ganzer Gesellschaftsclassen gebessert werden sollen, dann darf der Mittelstand gewiss nicht übersehen werden. Zur Beseitigung der Missstände reicht die Kraft der Einzelnen — nicht nur der Individuen, selbst der betreffenden Classe — nicht mehr hin, dazu ist die Mitwirkung der Gesellschaft, also Gesellschaftshilfe, und des Staates, also Staatshilfe, nöthig. Dadurch, dass eben die thaisächlichen Zustände der Gesellschaft in Widerspruch gerathen sind mit dem Gesellschaftsideal, mit einem Zustande, wie er nach der idealen und sittlichen Anschauung sein sollte, und dass man allgemein zur Ueberzeugung gelangt ist, dass Staat und Gesellschaft die Möglichkeit und die Pflicht haben, diesen Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit, zwischen dem, was sein sollte, und dem, was ist, zu heben, entsteht nach allgemeiner Definition das sociale Problem. Sehen wir nun zu, in welcher Weise in Oesterreich daran gegangen wurde, dieser schwierigen Frage, welche immer dringender Berücksichtigung erheischte, näher zu treten. Die Zeit ist ja noch nicht vorüber, wo unter einem anderen, immer und überall, gehörten Schlagworte: „Hilfe für den kleinen Mann" Anregungen und Ratschläge laut wurden, und gerade jetzt pendelt zwischen Abgeordnetenhaus und Herrenhaus ein Gesetzentwurf, von dem gewisse Volksbeglücker behaupten, daß durch dessen unveränderte Annahme die sociale Frage für den nothleidenden stabilen Geschäftsmann nicht nur annähernd, sondern geradezu vollends gelöst wird. Man könnte vielleicht, wenn man die Wortführer dieser Action hörte, wirklich glauben, dass durch die geplante Aenderung der §§ 59 und 60 der Gewerbeordnung die mit Gefahren er entgegengeht, dann kann wohl an die kommenden Ereignisse nicht ohne Besorgnis gedacht werden. .. / Auf der' eineü- Seite vön der mächtig anwachsenden Großindustrie bedrängt, welche'die Erfiüdüngen der irnmer rastldsen Technik Mt Erfolg für-sich in Anspruch nimmt,'lauf der anderen Seite vdn 'MaßnahmeylHirddöht/welche''imnteV'hüehr die Reihen jener lichten, die mit geringem' Betriebseapitfil durch Fleiß, Unverdrossenh it und Rührigkeit doch noch immer das -Existenzminimum erwerben, führt der Mittelstand einen schweren, aufreibenden Kampf um seine Existenz. Dieser Kampf wird aber verzweifelt und nahezu trostlos für den jüdischen Mittelstand. Wir haben es bisher vermieden, die Lage des jüdischen Handels- und Gewerbetreibenden zu besprechen, denn alles, was bis nun angeführt wurde, trifft den Juden nicht mehr wie die anderen; aber wenn das bisher Gesagte schon die traurigste Perspective für alle eröffnet, wie muss sie erst für die jüdischen Interessen sein. Gewisse, wenn auch anscheinend wirtschaflliche Reformbestrebungen, wie die des Hausierverbotes, tragen so sehr den Stempel des Judenhasses an sich, dass selbst der Umstand nicht beachtet wird, dass zehnmal so viel Nichtjuden ums Brot kommen; gewisse beabsichtigte Ausnahmsbestimmungen und Privilegien sind augenscheinlich nur intendirt, um selbst bei Geltung der Gesetze Begünstigungen zu ermöglichen, die sicherlich den Juden meist versagt sein werden. Die Boycottbestrebungen nehmen zweifellos an Macht eher zu als ab; die geschäftliche Conjunctur tvird nicht günstiger. Will man gegenüber all diesen betrübenden Aussichten erwägen, womit dem jüdischen Mittelstände wenigstens zum großen Theile Hilfe gebracht werden könnte, so bleibt wohl nur der zweckmäßigste Weg der der wirtscyaftlichen Kräftigung. Was die Genossenschaften sollten, aber bisher stets vermissen ließen, „Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen, Errichtung von Vorschusscassen. Rohstofflagern, Verkaufshallen rc.", kurz die Errichtung und die Erhaltung wirtschaftlicher Organisationen, erscheint wohl als die rationellste und erspriessvollem Rechte constatierte schlechte Lage zahlreicher Gewerbe- - ^rdrrung, die man dem jüdischen Mittelstände zutherl treibender wenigstens zum Theile gebessert würde, wenn nicht werden laffen fömite. ®af3 lnsbesondere einer solchen die vorherigen, von derselben Seite mit heftiger Agitation be-, Bedarf, braucht nicht des Ausführlichen dargelegt zu werden, denn triebenen und schließlich zustande gebrachten gewerblichen Reforc~* ^aun uumöglich jemand geben, der bezweifeln würde, dass men zu begründetem Misstrauen Anlass gäben. Was wurde nicht anfangs der Achtzigerjahre alles gegen die Gewerbeordnung vom 20. Dezember 1859 R >G.-B. Nr. 227 vorgebracht; welch paradiesisch Zeitalter wurde nicht allen Handwerkern in Aussicht gestellt, wenn es mir gelingen werde, diese böse Gewerbeordnung in einigen Punkten abzuändern; es sei ganz klar und einleuchtend, dass es in dem Momente den „gelernten" Handwerkern glänzend ergehen müsse, wo nicht ohne Weiteres ihm ein Concurrent erstehen könne, der, ohne „gelernt" zu haben, nur „durch die Macht des Capitales" ihm seinen Verdienst und alles, was den Handels- und Geschäftsmann bedrängt, den jüdischen Geschäftsmann doppelt bedrückt. Es muss deshalb mit Auerkenuung und Befriedigung hervorgehvben werden, dass durch die hingebungsvolle und aufopfernde Thätigkeit einzelner Männer in Wien ein „Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte" begründet wurde, das angesichts der geschilderten Sachlage sicherlich allseits die größte Unterstützung und Beitragsleistung verdiente. Wird auch niemand so utopistisch sein, darin allein die Lösung der socialen Frage des jüdischen Mittelstandes zu er- Erwerb streitig mache; deshalb müsse der Befähigungsnachweis ' blicken, so liegt doch zweifellos ein gut Stück verdienstlichen, verlangt werden. Nicht mehr solle der einzelne Gewerbsmann' nachahmenswerten Strebens darin, und man kann ungeachtet für sich allein seine Interesse» wahrnehmen müssen; es solle der großen Zahl der schon bestehenden Vereine in Bezug auf auf die Constituierung und den Bestand der Genossenschaften derartige Gründungen nur den Wunsch aussprechen: Vivant gedrungen werden, deren Zweck im § 114 der Gewerbeordnung! Lequontes! mit den wirklich schönen Worten auseinandergesetzt wird: -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.