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Jüdisches Volksblatt · 1901-11-08 · 45 (8.11.1901) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
45 (8.11.1901)
Date
1901-11-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 8. November 1901 Nr. 45 strebungen sei heute Abend gemacht; hoffentlich werden künstlerisch und wissenschaftlich begabte Damen und Herren stets zur Mitwirkung bereit sein, um den nach der Tagesarbeit sich hier Einfindenden geistigen Genuss zu gelvähren. Hierauf hielt Herr Dr. Ernst Tuch einen äußerst wirkungsvollen Vortrag „Unsere Tohnbeehallen". Daran schlossen sich äußerst beifällig anfgenommene Gesangs-Vorträge und ein Imbiss, bestehend aus Thec und Bauwerk an. Bis auf weiteres werden Sonnabends und Dienstags von 8—10 Uhr polulärc Vorträge, musikalische Unterhaltungen usw. im GcmeinschaftSheim veranstaltet. Die Lesehalle, tvelcher der „Verein für jüdische Literatur" seine Bibliothek zngewcndet hat, ist an fünf Tagen der Woche geöffnet, Zur Ausschmückung der neuen Räume sind deni Vorstand viele Zulvendnngen gemacht Ivordcn n. a. viele wertvolle Kupferstiche von einem Gönner des Unternehmens in Berlin. Die zur Eröffnung erschienenen Gäste lvarcn von den gebotenen Genüssen so voll'des Lobes, dass man dem neuen Unternehmen umso zuversichtlicher eine verheitzungsvollc Zukunft voraussagen kann. Congrcss. Alls Bukarest lvird uns geschrieben: Hier hat dieser Tage die Vorberathung für die Einberufung des geplanten Eangresses der israelitischen Cultusgemeinden Non Rumänien ftattgefilnden. Bei dieser. Vorberathung wurde zunächst einStatutenproject, betreffend dieGründnng einer Liga der israelitischen Gemeinden nach dem Muster des in Deutschland lind Oesterreich bestehenden israelitischen Gelncindebundes, angenommen. Ter Zweck dieser Liga wird darin bestehen, die allgemeinen Interessen der Gemeinden, soweit sie sich auf culturelle, religiöse und administrative Angelegenheiten der Israeliten in Rumänien beziehen, zu wahreil uild sich durch ihre Mandatare überall dort vertreten zu lassen, wo es sich um Fragen handelt, welche die Israeliten betreffen. Alle israelitischen Gemeinden sind Mitglieder dieser Liga und lverden durch enen oder zwei Repräsentanten im Generalrathe, deni obersten Organe der Liga, vertreten. Juden, welche sich besondere Verdienste erworben haben/können durch Ballotagc als auszerordentliche Mitglieder zugelassen werden und haben in diesem Falle ebenso wie die Gemeinden einen jährlichen Beitrag zu bezahlen. Es gibt auch Ehrenmitglieder, welche vom Generalrathe proclamiert werden. Der das Reich würde ciue große Thorheit begehen, wollte es, um eine Anzahl englischer Arbeiter vor der Coucurrenz der Fremden zu schützen, mit der altberühmten Tradition der englischen Gastfreiheit brechen. Der russische Jude mag für manchen Engländer kein sehr angenehmer Nachbar sein. Er ist wenig reinlich und spricht einen unverstnädlichen Jargon; aber er ist sehr fleißig, sparsam und tugendhaft und hat manches verrufene Haus mtö ganze verrufene Straßen gesäubert, indeni er die Diebe und die Dirnen aus den Verbrecherhöhlen nusmietetc und verdrängte. Daneben haben die russischen Juden in England zahlreiche neue Gewerbe eingcführt, so die Mäntel-Eoufeetion, die billige Herrenkleider-Jndustrie neugeschaffen und den bisherigen Import dieser Artikel aus Deutschland gänzlich verdrängt. Gleichzeitig haben sie der Stiefelfabrication und der Kunsttischlcrci in England einen mächtigen Aufschwung verliehen. Alle diese Erzeugnisse, welche England früher aus dem Auslände beziehen musste und jetzt selbst in großen Massen nach seinen eigenen Colouien sowie nach Nordamerika exportiert, würden mit der Verdrängung der russischen Inden aus England verdrängt lverden. Redner lvics zum Schluss auf die Verluste hin, welche die englischen Rheder schon jetzt zu beklagen habeil. Bis vor kurzem habe die „Jewish Eolonizatiou Association" die von ihr nach außereuropäischen Ländern beförderten jüdischeli Auswanderer ulit englischen Dampfern über Englaild geschickt, jetzt aber ivairdern, da die englischen „Anti-Alicnisteil" einen solchen Lärm schlagen, alle diese Emigranten über Hamblirg ltitb Bremen aus. Nachdem auch Herr S.. Strailß gegen den Antrag gesprochen, wurde derselbe nahezu einstimmig vcrlvorfen. — Ein jüdischer Gcmcindebund lvird in London geplant. Derselbe soll sämmtliche orthodoxen Gemeinden umfassen uild neben den gemeinsamen religiösen auch wichtigen politischeil Zwecken dienen. Sir Samuel Montagu, lvclcher in der vorgestern stattgehabteil Sitzung der „Federation of Syuagogucs" deil betreffenden Antrag gestellt hat, wies mtf die wachsende Agitation gegen die Frenldeil-Einwanderllilg hin und forderte ailgesichts des schmachvollen Treibens der „Liga der englischeil Brüder" alle Shnagogeil-Gemeinden Englands auf, sich der Federation auzuschlicßcn, um mit vereinten Kräften das drohende antisemitische Gespenst zu verscheuchen. Jede sich anschließelide Gemeinde soll einen jährlichen Beitrag von 5 Lstr. zahlen, wofür die Federation ihr gegen Erstattung der Reisekosten eiilcn Prediger rcsp. Maggid zur Verfügung stellen lvird. Die Verbündeten Synagogen sowie jedes einzelne Mitglied derselben würdcil noch eine ganze Reihe anderer mehr oder minder großer Vortheile religiöser und wirtschaftlicher Natur genießen.. Herr Hermann Landau bczeichnetc es als ein offenes Geheimnis, dass die zu einer blauen Internationale verbundenen Antisemiteil des ganzen europäischen Continents enorme _ ___ __ Slimmen aufgebracht haben, um in England eine Anzahl Agitatoren Generalratb versammelt fiä cinmoiTm'"^'nTire?u stitterm und einige sogellanilte „Zeitungen" zu ernähren, die C i 1 “ un ^te ^emmg in England eine ailtisemitischc Canlpaglle unterhalten sollen. Zu pi.1 Arbeiten der -Mga ist einem NUS / Personen bestehenden! geeigneter Zeit werde Redner mit der Nennung von Namen dienen. Comltee, von denen 6 in Bukarest ansässig sein müssen, und 1re“ r‘rt'“ .. ” ' ' " - dem Präsidenten der Liga anvertraut. Nächst der Grün- Er selber fürchte weniger das Unterhaus als die jüdischen Verräther. Oder sei cs nicht Vcrrath, wenn das Parlamentsmitglied SJofmft}** i«nrSrt Samlicl, den er nicht Nlit dem edlen Stllart M. Samliel zu verg ich er ^iga wurre auch me ^agevordnung des emzuwechseln bitte, statt das Parlament, was sehr leicht wäre, von dem verusenDen Eongresses oiscunert und IN folgender Weife! Nutzen der cingcwandcrtcn Juden zu überzeugen, sich unseren ärgsten festgesetzt: 1. Constituierung der Liga und Votierung der Feinden anschlicßt? Die seit vielen.Jahren brachliegende un>Hda Statuten; 2. die Frage der Eidleistung mors judaico; 3. die gesetzliche Organisation der isr. Gemeinden; 4. das Recht die Schächter zu ernennen; 5. die Frage der Bildung von Civilgesellschaften aus den isr^ Wohlthätigkeitsgesellschaften; 6. die Unterstützung dev Handwerker; 7. die Schulprogramme; 8. die Lage derstsr. Lehrer; 9. die Emigrationsfrage. Die Einladungen für den Congress werden b floß senein Gemeinden zugehen, welche als solche organisiert sind und die Gabela a, m t .fl\aÄc ^ben.und SÄ? werden von Herrn >z. Brociner als Präsidenten des im suchs gegen feine Dienstmagd Grudsinskaja von dem Geschworenen- -viahre 1896 stattgehabten Congresses Ulld von Herrn Flitt- Gericht in Wilna zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurtheilt mann, dem Vorstande der isr. Gemeinde in Fokschani, worden. Das Vostommnis hatte gesteinertesAufsehenerregt, weil ...-l->.r.. ,i r . . rv . r ~ ° / btc rusiischen Antljcmiten und ihre ausländischen Verbündeten die, krampfhaftesten Anstrengungen machten, dasselbe zu einem „Ritualmord"-Versnch zu stempeln, und geschäftig bemüht waren, die erforderlichen Zeugnisse und Zeugen für diese wahnwitzige Bezichtigung zu präparieren. Diese Campagne ist in der Gerichts-Verhandlung jämmerlich zuschanden geworden, indem der Staatsanwalt und her gänzlich verrostete Axt des Antisemitismus könne in England nur von jüdischen Verräthern an Israels Stanim angelegt werden. Redner erinnert an Baron Hirsch, der seinen Reichthum nicht auf englischem Boden gesammelt, von dessen Hinterlassenschaft aber der englische Fiscus dennoch eine Steuer von 25 Millionen Mark erhoben habe. Eine Resolution, welche alle Synagogen-Gemeinden Englands aufsordcrt, sich dem Londoner Synagogenbund anzufchlicßen, gelangte hierauf zur einstimmigen Annahme. — In derselben Sitzung wurde Rabbi Avigdor Chaikin mit einem Jahresgehalt von 7000 Mark zum Oberrabbiner der Federation gewählt. lich, hat die Initiative in der Spionage nach verbotenen Schriften, die unter Lehrern und Schülern „von unbekannten Personen" verbreitet werden, der Curator des Wilnaifchen Lehrbestrkes auf sich genommen. Die Negierung, die jede anständige Zeitschrift verbietet (letztens „Siewerny Kurjer" und „Schisa") und die gemeinsten Schmutzblätter, wie „Moskowskija Wjedomosti", „Nowoje Wremja" unterhält, ruft selbst in allen Schichten der Bevölkerung das Bedürfnis nach einem freien Worte hervor. Und die schlichten Helden, die sich der unmenschlich schweren Arbeit in den geheimen Druckereien Russlands unterziehen, in der vollen Gewissheit, früher oder später eingekerkert zu werden, werden stets Wege finden, das jüdische Volk aufzuklären. Weinbau in Syrien und Palästina. Aus Verliu wird geschrieben: Aus einem Berichte des Kaiserlichen Cousulats in Beirut veröffentlicht der „Neichsauzeiger" über den Weinbau in Syrien und Palästina folgende Mittheiluugen: Der Weinbau, tvelcher in Syrien schon im grauen Alterthum gepflegt wurde, hat in den letzten Jahren au Ausdehnung zugenommen. Während früher die Trauben, soweit sie nicht frisch consumicrt Ivurdeu, fast durchgängig als Rosiueu zur Ausfuhr gelaugten, werden sie jetzt gröhteuthcils zur Weinbereitung verwendet. Die Ernte tvar, entgegen der des Vorjahres, eine reichliche. Es wurden im Libanon ungefähr 600 000 Kilogramm zum Preise von 29—31 Fr. per 100 Kilogramm und in der Bekaa (Schtora, Zahle usw.) 400 000 Kilogramm zum Preise von 31—34 Fr. per 100 Kilogramm Wein erzeugt, von Ivclchem 230 000 5lilogramm nach Aegypten und 170 000 Kilogramm nach Europa ausgeführt wurden. Die Negierung erhebt von dem im Laude bcreiteteuWeiu eine Fabricationssteuer in Höhe von 16 Pcrccnt des Werthes, bewilligt aber den nach dem Auslande ausgcführten Weinen eine Art Ausfuhrprämie durch Rückvergütung der Hälfte dieser Steuer. In der Bekaa (Hochebene ztvischen Libanon und Autilibanon) befassen sich die Jesuiten und verschiedene Europäer mit der Weinbereitung nach französischer Art, und cs ist ihnen gelungen, in den sogenannten Schtoraweinen sehr gute, und im Geschmack feine Qualitäten zu erzeugen, die sich namentlich zum Verschneiden mit Bordeauxweinen gut eignen. Die gewöhnlicherl Roth- und Weissweine von Schtora und Zahle, welche mit Wasser gemischt als Tischivein viel getrunken werden, lverden mit 20 bis 60 Centimes pro Liter verkauft, während die süßen, den Samosweinen ähnlichen Dessertweine des Libanon (der sogenannte vino d'oro) 40 Centimes bis 1 Franken per Liter je nach Qualität erzielen. Seit Jahren ist den Libanonweinen eine große Coucurrenz in den Palästinatveiiicu crtvachseu, die in großen Mengen von Jaffa und Haifa nach Europa, namentlich imch Hamburg und Antwerpen, ausgeführt werden. In Palästina sind es besonders die jüdischen Colouien und die deutschen Niederlassungen in Jaffa, Sarona, Jerusalem und Haifa, denen der Weinbau und die Weinbereitung große Fortschritte verdankeic. Von den jüdischen Colouien befassen sich spcciell Rischon lc-Zion bei Jaffa und Sammarin (Zicyron Jacob) bei Haifa mit der Weinbereitung in allergrößtem Stil unter Anwendung der modernsten Fabrikationsmcthodcn. An beideir Orten sind sehr ausgedehnte Stellereien angelegt. Die Ergebnisse sind sehr günstige. In Sammarin werden jährlich durchschiiittlich 10 000 Hektoliter erzeugt. Ein Dampfer der deutschen Levantelinie verlud Anfang Mai 1901 in Tautura, dem Küstenplatz von Sammarin, 2710 Fass zu 2 Hektoliter oder ca. 700 Tonnen Wein nach Hamburg.!rief aus Prag. unterzeichnet sein, in welch lchterer Stadt der Congress am 8., 9. 10. November tagen wird. Aus Paris. In der letzten Sitzung des Verwaltungsrathcs der „Jewish Colonization Associarion" wurde beschlossen, zur Enteine^Siellverweters 3^?^; noct) ll^rÜcklicher der Vorsitzende betonten, dass nicht der Schimson-Brmlel mit diesem Amte betraut j ÄcibiflunG bT me raf Auftreten der französischen Republik Verurtheilung eingelegt, welche dank den Bemühungen des wackeren gegnr dle Pforte bringt das französische Protectorat über Syrien! Herrn Rechtsanivalts Dr. Grusenbcrg von Erfolg ivar. Der Senat rn Erinnerung, das, aus den Zeiten Louis Napoleons stammend, j hat als Appcllinslanz das erste Ilrtheit cassiert ltnb die Angelegens rn neuester Zeit von der^Turkei und Deutschland ganz ignoriert heit zur erneuten Verhandlung an ein anders zusammciigesctztes > wurde.. Wir ^uden müssen jedenfalls wegen Palästina die Vor- Geschworenen-Collegium in Wiliia verwiesen, welches sich am 22.1 gange im Orient genau verfolgen. November mit der Augelegercheit beschäftigen tvird. Hoffentlich Aus Brüflel. Unser Königreich zählt nur 4000 Juden, fletingt cs, das Lügengewebe ,=m zerreißen und dem Beklagensaber trotzdem gibt es Leute, welche über das „gefährliche lieberiverten, der völlig schuldlos seit bald zwei Jahren im Gefängnis handneymen des Judenthums in Belgien" zetern. Gegenüber diesen i schmachtet, die Freiheit wiederzugeben. — Abermals hat der diri- Protest gegen die Judcnhetze in 300 000 Exem- , , .. - „ -ir. r . ... ., „ plaren über das ganze Laiid verbreitet. Jii das Comitec, das seinen Glaubensgenossen eine wesentliche Erivelternng ihrer Bewcguiigs Namen ilach Marnix de Adcgounde führt, einem Freiheitsheiden ' freiheit bedeutet. Es iviirdc angeordiiet, dass jeder Beamte, wclim Unabhängigkeitstampfe der Niederläiider gegen Spanien, wer-' ^er einen Juden deshalb verhaftet, weil er Uiiberechtigterweise den Juden nicht anfgenommen. '! außerhalb des Ansiedcliingsrayons betroffen wiirde, wegen Frei- Antisemitische Thätigkeit nach außen. Wie der „Hajchudi" Msberaubnng zu belangen sei^ Noch bedeutsamer ist die Entberichtet, soll der Vorsteher der israelitischen Cnltusgemeinde in I ichstdung de., Senate^, dasi, deii^ ^"dcn der tlmzug von. London, Herr Hermann Landau, in einer Versammlung eri einem anbe reu, n ni titefOae ^InniacfjOa ei R vc er derselben klärt haben, er wisse bestimint und fönnc Beweise Vorbringen, dass Vestvaltung uuterstehl, resp. cenisclbcii^ Äscher^ gehört, mcht be^ die antisemitischen Orgaiiisationcn auf dem Contirient viele englische ' ivel)rt..werden durse, wav Blätter bestochen haben, damit sie Fcindseligteircu gegen die Juden * cc dAanntlich Miseren Glmchclw-- im enalstchen Volke verbreiten'sollen " ' genopcn den Aufenthalt aus dem flachen Lande verbieten, geschehen im Inguschen Volke ve vreiten sollen. Lar. Endlich hat der Se.iat vermittelst Urtheils vom 3. d. M. dem Tic Juden in Portugal. Wie mau aus Lissabon bedurch die geiiannteii Gesetze gestattete,i „vorübergeheudcii" Aufelitrichter, hat die dortige kleine jüdische Gemeinde, die allmählich bis, HM auf dem flachen Lande eine Interpretation im liberalsten auf 300 Seelen angewacyscli ist, nunmehr von der Negienmg die Sinne gegeben. Seitens des Gonverneiirs von Mohilciv ivar ein Bewilligung crhalteii, eine Synagoge zu errichten. Eilt Londoner i einem Gutsbesitzer als Holzverfrachtcr augestellter (Alaiibeiis- Blatt will erfahren haben, dass die portugiesische Negierung einen genösse für die Dauer des Winters mit der Motivierung ausgeder jüdischen Vorsteher der tfeinen Gemeinde nach Marokko zu dem jviesen worden, dass während der navigntioiislosen Zeit seine Be- Zwccke entsendet habe, um die dortigen Juden zur Uebersiedelnng schäftignng ailfhöre uiid damit der (Üriliid für seinen Anfenthält auf nach Portugal zu bewegen und ihm das Recht ciugeräumt habe, die j)em fAachen Lande fortfatle. Der Sciiat erkannte jedoch dahin, dass Auswanderllngslustigcn mit Reisepässen zu versehen. } ,lltr ^t.m betreffenden (hntsbesitzer und nicht dem (houverneiir die Fremdcnsrage in England. In der letzten Sitzung des Ge-1 Entscheidung darüber zustche, ob sein Angestellter auf dem Gute uoth )tverordwendig sei oder nicht, und dass überhaupt der Begriff „vorüber gehend" keincSivegs in beschräiikendem Sinne aufgefasst lverden dürfe. ncter für Stcpiih (Ecast-Lolidon) den Antrag ein, „den Magistratsrath anfzufordern, über die Fremdcn-Einlvandcrnng in Eiigland, specicll über die in London, Bericht z,i erstatten, sotvie der Versanunlung die Mittel nnb Wege anzugeben, um die staatlichen Behörden zu veranlassen, die Freniden-Eiiilvanderimg zu beaufsichtigen resp. zu verhindern." In der Debatte bethcuertc der Autragsteller, dass er kein Aiittsemit sei, vielmehr die Juden sehr hoch schätze nnb deren Verdienste um Kunst, Wissenschaft und Handel vollauf zu tvürdigen tvisse. Die Frage sei aber keine theologische und richte sich nicht allein gegen die Jiiden, sondern auch gegen die Deurscheit, die Italiener und die Fraiizosen, welche nach England kämen mrd den englischen Hmidliiiigsgehilscii, Gastwirt und Friseur verdrängen. Herr . n-,u, “ „ m „ r Ä M m ,, r s , A Alfred A. Cohen bestritt, dass die Eliitvaiiderungsfrage vor das b und es in Litth aue n, P 0 l en un d R us s l an d vor, Forum des Londoner Gemciiiderathes gehöre, da es undenkbar sei, £1*.,**°'* unbekannten Pers0nen den Schülern und..Lehrern des die Fremdei, von Londoi, ausznschließcn mid sie in Leeds oder Wilnaer Lehrermstitutes zugesandt tverden. In Erwägung dieses Manchester zuzulassen. Man könne doch nicht Loiidon mit einer; t)at Se. hohe Excellenz der Herr Minister der Bolksaufklärung chinesischei, Mauer umgebcu oder die nach Loiidon lanfeiiden Eisen- ' angeordnet, Maßregeln zu ergreifen, um dre Verbreitung dei» bahnzüge untertvegs anhältcii und sie darailfhiu untersiicheii, ob sich artiger Schriften unter der jüdischen Schuljugend, svivie kluch in unter den Passagieren nicht ettva einige Fremde befinden. Aber selbst anderen Lehranstalten zu vermeiden. Curator . . . ." Wie ersichr- Jagd auf Agitationsschriften. Man übersendet uns folgendes, aus einem russischen Lehrbezirks stammendes gebeime Document zur Veröffentlichung: ..Ministerium der Volksaufklärung. Curalor.... Lehrbezirkes. Nro. . . . d. 19. September (2./10.) 1901. Geheimes Rundschreiben. S. Wohlgeboren dem Herrn Director des ... . Gymnasiums. Der Herr Curator des Wilnaifchen Lehrbezirkes legte dem Ministerium der Volksaufklärung einige Exemplare von Flugblättern und Proclamationen des „Allgemeinen Jüdischen Arbeiter¬ (Original-Correspondenz des „Jüdischen Volksblatt".) Prag, Ende October. Wie weit und zu welchen Resultaten die Assimilationsjnden gelangen, das beweist der crasse Fall, den ich Ihnen hiermit zu dem Behufe mittheile, damit die hiesigen Verhältnisse zum warnenden Beispiele anderen Gegenden dienen. Wozu Genosseuschaften errichtet werden, dürste allenthalben bekannt sein. Der Jude ist noch immer in seiner Totalität kein Bettler, und ihn zu einem solchen zu machen, ist das vornehmste Ziel einer solchen nichtjüdischen Genossenschaft. Nun haben bis jetzt alle Branchen, m denen der jüdische Handel eingreift, ihre Genossenschaft mit dem erwähnten Ziele, nur für jene der Landesproducte gab es keine solche Coucurrenz, ganz einfach geshalb, Iveil dieser Handelszlveig in überwiegendem Maße in jüdischen Händen lag, die zum Ilcberftusse noch sehr capitalskräftig sind; daher Ivar ein Wettbewerb aussichtslos. Das muss anders werden, galt die Parole, und gerade so wie dem Diamanten nur sein eigenes Material beikommen kann, so wusste ein Weg gefunden werden, um die Juden mittels ihres eigenen Fleisches zu depossedieren und wenn möglich, volkswirtschaftlich zu vernichten. Zu diesem Behufe wurde nun eine landwirtschaftliche Genossenschaft errichtet, deren Zweck gemeinsamer Einkauf ihrer Bedürfnisse und ebenso der gemeinsame Verkauf ihrer Produkte angeblich bildet; in Wirklichkeit sucht man. zahllosen jüdischen Existenzen das Fortkommen unmöglich zu machen. Der Präsident dieser antisemitischen Gesellschaft ist Herr Josef Koscherak, gewesener Präses der Cesko-zidovska politicka Jednota und noch Jude, dessen Töchter aber nicht nur in den Hafen der Ehe, sondern auch iw jenen der katholischen Kirche glücklich eingelaufen sind. Nnsschnssmitgled ist Herr Emil H e l l e rauch noch Jude, allein von selbiger Qualität wie der erstere. So sehen unsere czechischen Juden aus, jeglicher, selbst der größte Antisemitismus ist ihnen nicht groß genug, wenn es sich um ihr Verschwinden in der böhmischen Rasse handelt; dass sie aber Re Existenzbedingungen der Stammesgenossen vollständig untergraben, dafür bleiben sie blind und taub. Ein lehrreiches Beispiel für viele : Vor nicht langer Zeit vefttarb hier ein Mann, dessen bedeutenden Nachlass, da er ohne leibliche Erben blieb, seine zlvei Neffen erhielten. Der eine, der Advocat ist, musste seine katholische Frau zum Judenthnm übertretest lassen, sollte er nicht dem fetten Erbtheile entsagen. Allein kurze Zeit nach dem Tode giengen beide 9teffen samt Familie zur alleinseligmachenden Kirche über, deren bedeutende Säulen zn sein, sie sich mit allen Kräften bestreben. Sie machen Capitalien, die der fleißige und tüchtige Onkel als Jude gesammelt, den Feinden des Jndenthums dienstbar und schlvächen volkswirtschaftlich ihre ehemaligen Glaubensgenossen, weil es noch immer nicht allgemein bekannt, ist, dass sie Juden 31t sein schon lange aüfgehört haben.

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