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Jüdisches Volksblatt · 1901-11-08 · 45 (8.11.1901) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
45 (8.11.1901)
Date
1901-11-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 8. November 1901 Nr. 45 Anders die Alldeutschen. Diese triefen förmlich von Vornrthcilslosigkeit, modernem. Geist und Aufgeklärtheit. Die „Ostdeutsche" schreibt anlässlich der Maßregelung eines übergetretenen Beamten, dass dadurch der stanze Ernst, «der auch die ganze Jämmerlichkeit, Hohlheit und Nnhalt Sarkeit unserer öffentlichen Zustände beleuchtet wird. „Ist i>av nicht uiU'rborrf Hub da-Z ^cü'biclit in cinom 2 tuau'. dessen Grundgcscb l>om ‘21. Dcceinber 1 st»7 faiit: „'-i' oliv W! n n d c u sit n d dJ c lu i l f c n § f v e t b c i r i st jede r in a it n u *■’ währIeisret, der Genuss b u r g e r l i rlt e r viecbte ist uotti;lic Azionsbekeimtnissc unabhängig", in einem Ltaate, dessen (besetze jederman n nach vallendetem bierzehntein Lebensjahre die freie Wahl des Religionsbekenntnisses gewährleisten, welche ausdrücklich bestimmen, dass der Betreffende in dieser freien Wahl »öthigenfalls von der Be h ö r d e zu s ch ü p e n i st, in einem Staate, dessen Gesetze ausdrücklich sagen, dass wegen eines Eonfessionswechsels n i e m a n d benachtheiligt oder verfolgt werden darf, und dass jeder d i e s b e z ü g l i ch e E i n g r i f f g e s e tz l i ch j u b e st r a f e n i st! . . . Nach dem Gesetze isr der Genuss bürgerlicher Rechte vom Ncligionsbekenntnis llrnabhängig — und man geht so vor, als wäre nur der Nömisäje vertrauenswürdig, patriotisch und zu einem öffentlichen Amte tauglich und jeder Nichtrömische verdächtig, unzuverlässig oder Gott weiß tvaS . . . Welch ein Zwiespalt! Welch ein Widerspruch! Welch schreiendes Unrecht! Kann man ein Vaterland, das seine Bürger so ungleichmäßig und unbillig behandelt, liebenV Kann man zn Behörden, welche sonnenklare Gesetze nicht^zur Ausführung bringen, Vertrauen hegend Muss in einem solchen «taate das Rechtsbelvusstscin und das sittliche Gefühl der Bevölkerung nicht geradezu ertödtct werdend Untergräbt sich ein solcher Staat nicht selbst die Lebenstvurzel, seine Existenzberechtigung und Existenzbedingung? . . . Wer ist der wahre „Patriot", wer „Verräther"? Wen die G ö t t e r v e r d e r b e n »volle n, den v e rblenden sic." Das schreibt dieselbe „Ostdeutsche", welche die Ausschließung der Juden von allen öffentlichen Aemtern direct oder indirect beinahe irr jeder Ntnnnler verlangt. Da müssen wir doch diesen Alldeutschen zurufen: „I h r fei b st macht den Genuss bürgerlicher Rechte von dem Glaubensbekenntnisse abhängig, I h r s e l b st leiht die Hand, uni die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu untergraben. Mit welchem Rechte beklagt Ihr Euch darüber, dass Euch Unrecht geschieht, da Ihr doch d a s s e l b e U nr e ch t anderen zufügt. Was einem recht ist, in dein anderen billig." Die Präteriernng der Juden im 'Amt ist erst durch die s ch ö u e r ianis ch e n Be a m t e u ins Systein gebracht worden. Sie geschah immer und überall, aber nach Willkür unb Zufall; der Jude hatte immer die Hoffnung, durch besonderen Fleiß und durch besondere Intelligenz nach manchen Präterierungen endlich doch zu avancieren. Wir erinnern nur an die Aera des clericalen Grafen Schönborn. Aber dlirch das unermüdliche Wühlen und Hetzen der jungen beut s ch n a H o n n l e n Beamten, die im Laufe der Jahre imer höhere «Lkusen der Bnreankratie erkloulineu, gelang es, die Ausnahme zur Regel zu erheben, aus einer Laune eine Do c t r i n zu machen. Die Alldeutschen beklagen sich über den Fall Pogatfchuigg in Innsbruck; sie interpellieren und schreien Zeter und Mordio. Wir wollen ihnen taufende ll n d a b e rtausende Fälle erzählen, in denen Männer wegen ihrer Religion zurückgesetzt unb ausgeschlossen wurden, nur dass sie nicht den lieblichen germanischen Rainen „Pogatschnigg" trugell, nur dass die gute Hälfte der Ungrechtigkeit und GeschesVerletzung auf das Eonton d e u t s ch - nationaler Beamten zu setzell ist. Durch eine veränderte politische Lage lverdeil nun die Alldeutschen drangsaliert; wir könnell nnS nicht entbrechen, darin den Finger der Nemesis zli sehen, die die Sünder durch ihre eigenen Sünden straft. Tie A l l d e ll t s ch e n haben d a s R e ch t verwirkt, s ü r G l a u b c n ll n d G e wi s s e n s f r e i h e i t z u s p r e ch e il. die überliefer Nil Motive auslehnten und kräftigeres Betonen der gegenwärtigen Lebensfragen forderten. Auch in der Behandlung der Sprache lvar ein Streit ausgebrocheil. Tie „Dichter" alten Schlages wollteil als Puristen die rabbinische Sprache ilicht anerkennen und forderten voin Schriftsteller einen reinen biblischen Stil, lvähreud andere, den kllappen, engen Charakter des Alt-Hebräischen erkennend. zll talilllidischen oder sogar Fremdworteil Zuflucht ilahuleu, um die Sprache, in der sie schrieben, gefügiger zu gestalten und ihr die Fähigkeit bei'brachteil, alles Moderne in ihr Gewand kleiden zll können. Diese Forderullg ist übrigens durchaus lücht uell. Die Schriftsteller aus beit Sechziger- bis Neuuzigerjahreu des vorigen Jahrhunderts, ivie I. L. G o r d o n , P. S m o - l e il s k i, M. L. L i l i e n b l u in , )ll. A. B r a u d e s nsw. erkannten die Forderungen der Zeit und suchten sprachlich ivie inhaltlich dem Volke näherzukomuleu und es zu belehren unb aufzuklären. Tie hebräische Sprache hat, ohne dass dies als Programm proclamiert wurde, nothgedrungen zahllose Fremdworte in sich allsgenommen und wenn „B e n - S e lo" in der Vorrede zll seinem hebräischdcntschen Wörter buche < Ozar Ha-schroschim ) sagt: „Ich weiß, dass die hebräische Sprache nicht mehr im Mlinde unseres Volkes lebendig werben wird," so ruft später L e b e n s o h n , als er den Sue'schen Roman „Die Geheimnisse von Paris" in der hebräischen llebersetzung von K. Schulmann sah: „Roch ist zu hoffen, dass unsere heilig e Sprache wieder lebendig Ivird, lind dass alles Prosa ne in ihr ivird gesagt werden können." Diese Schriftsteller-Generation lebte jedoch, ivie gesagt, im Volke und in ihnen lebte der Geist der hebräischen Sprache. Die Literatur eriveiterte sich inzwischen von Wochenschriften zll Tagesblättern, von kleinen Aufsätzen zu bedeutenden Werken und die Belletristik schllf eine Anzahl Rvlnane und Novellen, die alle das jüdische Leben der Die „Züdlsche volkparlei imö ihr Programm". Herr Rabbiner Dr. Freund in Bodenbach veröffentlicht im ^prechsaal der von ihm redigierten „Mittheilungen des Isr. Lrnweslehrervereins in Böhmen" folgenden Ar titel. welcher die Sumpathien, deren lieh unsere Sache in den .strecken »der jüdischen Lehrerschaft erfreut, zum Ausdrucke bring!. „Wir haben es vrineipiell stets vermieden, die Gunw sätze einer der vielen iüdischeil Parteien in unseren Blättern zu erörtern, iveit uns bekailut, dass die Eollegen in unseren Reihell selbst beit verschiedensten Parteien angehören und es nicht gut allgeht, in einem Vereins blatte für eine eben nur dem betreffenben Verfasser genehme Idee sich einzn setzen. Wir machen heute eine Ausnahme unb wollen vom rein akademischen Standpunkte die Frage behandeln, ob die „Jüdische Volkspartei lmd deren Programm" wohl mit dem Streben der isr. Lehrerschaft in Einklang zu bringen wäre oder in Widerspurch steht. _ Tie „Jüdische Volkspartei" recrlitiert sich alls allen Stünden der^Jndenschaft, wünscht ansgleichend zn wirken nach dem Spruche ^2 tUicl)t der Besitz ist es, der alls Rang und Ansehen, auf Autorität unb Gefolgschaft Anspruch gibt, sondern Iver sich einsetzt für das Judenthnm, wer mit dem Bedrängten gemeinsam fühlt, wer für das Wohl der Massen denkt, diesen Unglücklichen mit Rath unb Thal beisteht, der nicht zulässt, dass jemand ein Recht verknmnlert wird, iver Antritt für die Interessen der jüdischen Gemeinbürgschast, der verdient wohl Anerkennung, auch wenn die Erfolge hinter dem Bestreben zunickb leiben. Die „Jüdische Volkspartei" strebt die Organisation der Inden Oesterreichs ohne Rücksicht aus deren Umgangssprache an unb null vermittelst dieser organisierten Gesanmltilldenschaft Oesterreichs auch dieser zn Rechten verhelfen, vor Unrecht bewahren. Wenn diese Partei ihr Ziel erreicht —- und dies ist nicht ausgeschlossen nach der täglich sich mehrenden Zahl der Anhänger — dann darf sie sich das Recht zllsprecheil, das Wort für die Jndenschast zu führen, dauu wird sie Einfluss haben. Uebelstände, die inniitten der Jiwenheit bestehen, abzustelleu. Dass diese Partei politisch weder das Interesse einer der in Oesterreich streitenben Rationen zu wahren noch zu frören die Absicht hat, sondern einzig unb allein das Interesse der Inden in Oesterreich zu fördern bezweckt, iit also klar.' Hub die Interessen der jüdischen Lehrerschaft sind vielleicht andere? Haben wir nicht innner lind überall nur die Förderung des Judenthmns und aller diesbezüglicheil Institutionen itnb Vereine im Auge? Haben wir nichl mit eigenen Leibe erfahren, wohin das Anbiedern und Anbrüdern führt, wohin die nationale Politik die Juden gebracht, ivie rücksichtslos der Zeitströmung eine jüdische Schule nach der anderen geopfert wurde? An alles wurde gedacht, nur nicht au das Judenthmu und dessen Erhaltung. Als Deutscher, als Czeche zu gelten, als solcher auch anfzutreten, ja Chauvin zu überbietcn aus Koste il des Juden, war faire. Die Folgen find nicht ausgebliebeu und die gebrachten Opfer haben ben Moloch Oltasfeu- und Elasseuhass" nicht befriedigt, dagegeil hat der Jlide, der es noch geblieben lvar, wollte er iricht üesellschasUich tobt sein, sich seines Judeuthums eriunern müssen, ltnd so eutstaudeu eine Menge Pa Ae len im Judeuthuiu, die statt zu einen, die.straffe sich gegenseitig entzogen und sich zersplitterten. Die „Jüdische Volkspartei" ist keme irgelid jemand ausschließeude Partei, sie nimmt gern jeden in ihre Mitte aus und verlangt and) von jedem, ber ulitthut, die Erfüllung der Pflicht, sich eins mit der Gesaiuiutheit zu fühlen, den Juden im besten Sinne des Wortes allerorts im Leben mtd ju der Politik stolz zu zeigen. Ist es nicht auch unsere Atlsgabe, Inden zu er- Gegenwart zum (Gegenstände hatten. Die Literatur ist bei altem .stampfe g e f ti il d geblieben, die Schriftsteller, die aus deul Volke kamen, besaßen feste P r i ll c i p i e n und luareu heilbringeub fitr das Volk. Ihre Werke waren von tiefem Ernst durchdrungen und wirkliches Talent und das Verlangen nach positiver Arbeit machte sich überall geltend. Bei diesem Stande der Dinge traten die „Rcuesten" rnis den Plan. Sie kamen aus Deutschland oder aus der Schweiz, wo sie das Doctorat erlangt hatten, und, ohne je reif gewesen zu sein, hatten sie in sich alles moderite Decadeutellthum ausgenommen und stürzten sich mit dem ilcietz^ sche'schen Grundsatz „llinlvertuug aller Werte" auf die jungen Schößlinge unserer Literatur. Zwar wuchsen auch diese „Reuen", wie bereits er wähnt, aus dem Beth-Hamidraich hervor, auch sie waren Sprösslinge der Orthodorie. da sie sonst die hebräische Sprache nicht hätten beherrschen können, aber sie blieben nicht mehr in der alten Sphäre stecken, alles Decadente in der westeuropäischen Literattir hatte es ihnen augethan, und dies wollten sie mm dem hebräisch lesenden Publicum zuführeu. Voll Zweifel und Skeptik, mit einem breuueudeu Verlangen nach „Umirertuug" kehrten sie von den europäischen Universitäten heim und suchien dem jüdisäieu Pubticuu! alle jene gewürzten Speisen darnibriiigen, die ihnen selbst den Magen verdorben batten. Das Decadente in der Ivesteuropäischeu Literatur gieug ihren uuausge reiften Seelen nahe und mit allem Pessimismus und hilf losen Wollen, das sie keuuzeichuete, forderleu sie alles Ueberlieferte zum Kampfe heraus, indeiu sie dem Volke eine „dunkle Philosophie" eiuzuimpseu sltchieu, über deren Wesen sie sich selbst nicht klar waren. « Ein zweiter A rtikel folgt.) Dr. H. W. 'ziehen, die ein steifes Rückgrat haberr, ist es llicht unser Ziel, jüdisches Bewusstsein der Jugend einzuimpfen? Nun, dann sind wir, ohne uns bisher Rechenschaft gegeben zu haben, Mithelfer der „Jüdischen Volkspartei" und indem wir ihr Helsen, das zu werden, ivas sie erstrebt, helfen wir auch uns, unserem Staude, unseren Zielen und stpvecken!" Was die galinsthen Kaadiagswahlen lohten. Bon Dr. 'Rudolf Frühling in Krakau. Unter obigem Titel hat der Krakauer Prediger Doctor Thon in de-e Rr. -40 der „Welt" voul 4. October l. I. einen warmen Nachruf dem durchgefalleneu Caudidateu der Stanczyken-Parlei, zugleich Präsidenten der EultuSgemeiude Krakau, Herrn Dr. Leon Horowitz, gehalten. Bei Gelegenheit verurtheilte er aufs schärfste diejeiligen Juden, welche gegen ihren Präsidenten gestimmt haben, speciell aber versetzte er einer Person scharfe Hiebe - und ich muss leider hier ein kleines Geheiinnis lüften und ver ratheu, dass meine Wenigkeit gemeint war. Was die galizischeu LaudtagSwahteil lehren, lässt sich in folgenden Satz zusauuneusasseu: Sie lehren, dass das mlglückliche Land auch für weitere sechs Jahre der berüchtigten Herrschaft uuset'er cleriealen Stauezykeu Partei ansgeliefert bleibt und dass jegliche Hoffnung auf die geistige und moralische Hebung des Volkes vorderhand geschwun den ist. Au dieser tralirigeu Wahrheit hätte der Fall nichts geändert, wenn unsere zwei Stailezvken-Judeu, die Herren Bpk unb Horowitz, die Landtagsmandate erobert hätten. Der Altssatz des Herrn Dr. Thon lehrt aber allch anderes, und wenn ich mich eutschiosseil habe, aus denselben zu reagieren, so thlie ick) dies aus zwei Gründen: erstens, weil ich manche Unwahrheiten, welche sich in diesen Artikel eingeschlichen haben, richtigstellen muss, und zweitens, Iveil ich meinen Gesinnungsgenossen die neueste politisäie Wendling bei unseren Juden ivahrheitsgetreu schildern will. „Die letzten LaudtagSwahleu brachten einen Sieg des Ganz-Schlechten über das Nicht-Gute", behauptet Dr.Thou. Unter dem „Nicht-Guten" meint er gewiss Parteimänner des Dr. Horowitz und es berührt mich ungemein schlnerzlich, dass unser zionistischer Prediger wisseiltlich zu den „Nicht- Guten" gehört und für sie von der Kanzel herab Propaganda macht. Das Gestäildlüs ist ein mildpruder llmstaud und gibt Hoffnung auf Besserung. Was aber die „Ganz-Schlechten", die „Garlz-Schwarzen", die „strebenden" mW „Alifstrebeuden" mW wie sie Herr Dr. Thon dort noch nennt, anbetrifft, so gestehe ich gerne, dass ich zu denen mit Leib und Seele halte, und - fit venia verbv -— ich verspreche keine Besserung. Die haben nämlich recht, sie kämpfen für eine gute und ehrliche Sache. Es kann niemandem, auch einem Prediger, nicht schaden, wenn er für die sogenannte herrschende Partei die Lanze bricht und dem Präsidenten der Cultnsgemeiiwe mit voller flnsopsernng zur Seite steht. Weint aber Männer der Arbeit mit 'Ansopfernng ihrer Zeit und Älittel — eingedenk dessen, dass sie sich die Gunst der Rüüchen und Einslnssreichen gründlich verscherzen — gegen die herrschende Partei, so die christliche, wie auch die jüdische sich offen anflehnen und in den Wahlkampf mit vollem Eifer eingreifen, dann sind sie nicht die „Ganz- Schlechten", sondern sie sind enilveder verrückt oder ehrlich. Tertiim» n.on ist datum — Herr Dr. Thon! Warum musste Herr Dr. Horolvitz fallen? Weil er Jude ist? Rein, als Jude wäre er uns der liebste unter den Candldaten gewesen, aber er musste falten, weil er ein Spstem^ verkörpert, mit welchem wir Inden im jüdischen Interesse doch einmal brechen mussten. Die christliche Gesellschaft hat einen unklaren und übertriebenen Begriff van unseren Eiiltilsgemeiiwen. „Sie bilden eine geheime. Organisation, durch welche die Juden in jeder Richtung die Macht zu erlangen trachten und ihre Solidarität ist noch desto gefährlicher, weil sie geheim ist so behauptet ein bedeutender Theil der Christen. Was sind aber die galizischeu Enltnsvorstände in der Wirklichkeit? Da sitzen sogenannte „Regierer", meist reiche Juden, ohne Auswahl, sehr oft Wucherer, gerichtlich abgestrafte Missethäter, irelehe stolz sind, dass sie bei verschiedeneil Anlässen der hohen tRegiernng < lese „den Cleriealen" > Dienste leisten, welche dem Jndenthnm meist schaden. Bor jeder Wahl schleicht so ein „Regierer" zum Horm Bezirkshanptmann, auch zum Vorsitzenden des Wahleomitees, berechnet die „Spesen" und besorgt dann „so manches". (siegen jede freiheitliche Regung des Volkes bei^ den Wahlen kämpfen die „Regierer" mit besonderer Hartnäckigkeit, und diesen Leuten haben es die armen Juden zn verdanken, dass das Landvolk den Inden bei den Wahlen scheel ansieht und ihm Rache schwört. Wie oft konlmt es vor, dass die Juden in den Dörfern den Bauern Wahllegitiinationen ans den Händen reißen oder als Mitglieder der Wahteominissionen das Wahlresnltal fälschen?

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