Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 44 (1.11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. Preitnp: Nr. 44 •fnäisc Volksblatt I. November 1901 fallcnbei* ifr, dass eine gewisse Presse, toeläje Joint allerlei unbedeutende Ereignisse aufmerksam reglstriert. gerade diese Morde ivdtschweigt." .! Also, es Uxu: gar kein Zweifel, den: „D. V." war wie- > der die Entdeckung einer' Ritnalmorves gelungen, und ein Schritt weiter auf seiner ruhmvollen VeibrechereistdeckungS- Lausbahn war gemacht. Zwar batte die. Sache einige Haken. So war in ganz Salzburg kein Mädchen abgängig: dann sind die Juden Salzburgs au den Fingern abzuzählen: aber unter der Marke Ritnalmord rann man dem Arier der' zwanzigsten Jahrhunderts den fcljaiiöcvljaftoftoit Blödsinn | auftischen: er nimmt alles mir fromm gläubigem Gemütüe! auf. I Ta widerfubr aber Ehren-Vergani an: nachäen rage ein bitterer Schmerz: vielleicht der bitterste seit dem Tage im ZI au deo ge richte. Die Blatter brachten eine Aufklärung dieses „mysteriösen" Mörder-, der „die gleichen Merkmale trug, wie der Koiutzer Vivrd". Der Dbäter war nämlich der Bursche einer' iKittineifterv, und dar Opfer eine ögyp-, tische Mumie. Diese wollte der Rittmeister dem Salzburger Museum schenken; sie war aber durch die Reise so lädiert, dass er davon absah, und dem Burschen befabl, sie ans den Friedhof zu tragen, da ihm kein anderer passender Ort einfiel. Armer Bergani, armer Salzburger Edelvolk, so schnöd bist du um eilten Ritualmord betröget: worden'. Wattn, bietet sich wieder für euch eine solche prächtige Gelegenheit. in dem Sumpfe der tiefsten menschliche:: Entartung lustig herumzuwühlen? Und du, mechanischer Erzeuger, von Eiden, lieber Schneider, wie viel bluttriefende Iuterpellationen hättest du. gehalten und dier aller sollte nicht sein: es wäre wirklich zu schön gewesen. Nicht einmal dieses Vergnügen gönnen diese geizigen Semiten dem Edelvolke der Arier, sich am Stammtische, wie einst von den Türkenkriegen, so seht ein bisschen über die Leibspeisen der Juden j zu unterhalten, alr da sind: christliche Blutwürste mit! Sauerkraut, oder christlicher Iungferubraten mit. Erdäpfel| ltrtö ähnlicher.. Da muss mau wirklich Antisemit werden.! „Bety-IsracI". Auc- Lolomea lvird gemeldet: Dank Der, imermüdlichcn Ttiärieffeit des hiesigen jüdisch-nationalen Vereines „Betb-Israel", der Herren Tr. Rosenhe ckmrd Löbl Taubes, beschloss dr Verein aus Anregung des lerne rer., ans der Vereins- Bibliothek, bestehend ans ca. SCO sehr wertvollen wissenschafrlichen Werken, eine allgemein zngänglickie Volksbibliorhek zu machen. Tic feierliche Einweihung der Volksbibliorbek fand Samraag den 26. October d. I. um 8 Uhr abends srakk. Dass eine solche Institunon von der jüdischen Bevölkerung mir Freuden begrüftr wurde, documentierre sich darin, dass noch eine 2runde znpor. vor Oer Eröffnung der feierlichen Einweihung, die Vereins-Localirälen, die mehrere hunderr Personen fassten, überfüllt ivarcn ltub dem An^ reger dieser Idee, Herrn Löbl Taubes, Dank zollten. Ter begabte Redner Sradrarzt Tr. Roscnheck, der die Versammlung cröffneie, führte in einer cinsründigen Rede die Nothivendigkeit eines solchen Instituts behufs Belebung des jüdisch-nationalen Volksaefnhles aus und erklärte die Volksbibliorhek, die für zwei Tage der Woche, Samstag und Sonnrag, too jeder Jude frei ist, für jeden unentgeltlich offen steht, als eröffnet. Die sachlichen Worte des begabten Redners wurden von der zahlreich verjannnelten jüdischen Bevölkerung mit liefern Ernste angchört, sie lohnten seinen Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Als zweiter Redner nahnr der bekannte Bolksredncr Herr Löbl Taubes das Wort, der in einer längeren Rede den Zweck des Vereins auseirrandcrsehie und nachivies, dass der Verein, der derr Namen „Bcrh-Israel" führr, auch diese Benennung verdient. Hierauf wies er nach, dass die Inden von der Assimilation gar nichts zu erhoffen hätten rund die Uinrevr znm Iudenthnm drirch den Antisemitismus hervorgernren wurde, da dadurch die nationale Bewegung velcbter wurde. Er schloss mit einem Appell an die jüdische Bevölkerung, von der Bibliothek den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Eirr enthusiastischer Beifall lohnte die rrefflichcn Ausführungen des bekannten Boltsredners. Es sei an dieser stelle dem Redner Herrn Löbl Taubes, wie auch dem Herrn Dr. Salomon Rosenhcct für seine thatrrästige Unterstützung und dem Bibtiorhekar Herrn Marens Berger, der die Güte harte, seine Dienste im Interesse der Volksbibliotbek unentgelrlieb beizustellen, der Dank ausgesprochen, tind hoffen auch, dass der Verein, der sich zur Aufgabe stellt, die hiesige südifche Bevölkerung mit jüdisch-nationalem Geiste zu beleben, jeden Samstag rmd Sonnrag jüdisch-wissenschaftliche Vorträge abhalten wird, zur Belebung des jüdischen Geistes sehr viel beitragen kann und loird. Moritz Haber. Aus Podersam wird gemeldet: Unser Rabbiner, Herr Rudolf Rychnoosky, feierte mrt 19. d. M. das Fest der silbernen Hochzeit. Die Cultusgemeinde machte es zu ihrem eigenen Feste und setzte alles daran, es zu verherrlichen. Zum Schlüsse des Mnssafgotresdieiistes, an welchem fast sämmtliche Gemeindemitglieder theilnahmen, wurde, während der Tempelchoc die Hymne: „Ehre sei Gort in der Höhe!" execurierie, die Gattin des Rabbiners von 2 an der Spitze des Frauenvereins stehenden Damen zum Altäre geführt, worauf der Cultnsgemcindevorstaiid lind die beiden Tempelvocfteher. die Herren Moritz Lötvy, Israel Schickt und Adolf Epstein, hinzurraten. Der Cultusvorsreher hielt eine gediegene, vom Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache an den Rabbiner, die nicht nur auf diesen und seine Gattin, sondern auch auf alle Aiuoesendeu cittcu mächtigen Eindruck machte. Er sprach dem Gefeierten seine und der Gemeinde Sympathie aus, die er sich dlirch ein nahezu Ivjähriges Wirten in Podersam erworben, und schloss mit einem innigen Glückwünsche seine Ausführungen, worauf die Herren Telnpetporsleher die Ehrengabe der Gemeinde, einen wunderschönen silbernen, reichbergoldeten. 25 Zentimeter hohen Pocal überreichten, an welchen Aet der Cnltusgemeindevorsteher Herr Moritz Lötvu, ivelcher, nebenbei bemerkt, durch piele Jahre an der Spitze einer der bedeutendsten mehrelassigen Schnlcii Böhmens stand, den Wunsch knüpfte, es möge der Pokal dem Iubelvaarc zu einem „Loch jeschnoth" iverden. Mir Rührung dankte der Gefeierte für die Beweise der Hochstbätzting und versprach auch in Hinkunft seine Hräfte voll und ganz in den Dienst der Gemeinde sretlen zu wollen. Der Frauenvereiu ehrte das Jubelpaar ebenfalls drirch ei» sinniges wertvolles Geschenk rnrd auch alle Gemeindeinitglieder bezeugten durch vielfach mir Geschenken verbundene Glückwünsche, welch lebhaften Anrheil sie an dein Geschicke ihres Rabbiners nehmen. Aus Llattun lvird uns geschrieben: Die hiesige Cnlnisgemeinde, die in jüngster Zeit den Löjäyr'igen Bestand ihres Go nee Hauses gefeierr hat, bei ivelcher Gelegenheit der Trtsrabbiner Herr Dr. M. L. Wolf eine zündeirde dtede hielr, die alle Zuhörer begeisterte, schreitet ans ihrer Bahn rüstig vorwärts. Die von ihr erhaltene, ztveirlassige, mit den: Oeffenrlichcei; scechte v ersehet re israelitische Volksschule erhielr im heririgen Schutiahre geräumige, prachtvolle Local träten, die dem Gedeihen der Ansralr, die gegenw- Ivärtig von 75 Zchglingen besucht lvird, nur förderlich sein können. Die Schule zählr fünf Lehrkräfte, und zivar die Herren: Dr. M. L. Wolf lals Religionslchreri, A. Vamn. Ak. Berka. L. Lorintzer und Frl. F. Popper ials Indnstrielehreriiu. . Am 6. ds. peranstalrere der hiesige israelitische Ehorgesangsnnd Geselligkeirsverein im grasteu Saale des Hotels „zur Rose" eine« tlmerbaltungs' abend, der wie alle Productionen dieses wackeren Vereiries glänzend arisfiel. Der Saal ivar mit Gästen voir nah rwd fern buchstäblich überfüllt. Gleich der erste Programmpmrkt: „Himmelskinder". Polka für gemischten Chor mit Clavierbegleitnng von Weinzierl, entfesselte einen wahren Beifallssturm und lnusste tviedcrholt werden. Es ist dies arich lein Wunder, denn der Vereiri verfügt über ein echtes und rechtes Linistlerpaar, bestehend ans Herrn Obereairtor Leo Lornitzer und seiner Gemahlin Frau Bertha .Eonritzer, einer absolvierten Conservaroristin und feinfühlige» Sängerin; aber mul: die a:-.deren Mi wirkenden verdienen alles Lob, insonderheit die Damell Tel. Marie Lranstöpf und Frau Wilhelmine wehleisp nee, ferner die Herren: 11. Tr. Nathan Reiser. Richard Latz, Robert Löivu uuD Marl Gottlicb. Der Eoncertzeiehncr Herr Mar Bermam: sei noeb besonders hervorgeboben. — Die Gäste entfentten fielt erst gegen Morgengrauen; selbstoerständlich war der Reinertrag des in jeder Bezietnnig gelungenen Al'ends ein groster und tvird aus j seyliestlich wenn Gütigen istveeken zufallen. Denselben dienen aucit die diesige Cbannta (tzrnvpc und der israelitische Frauenverein. Die! erstcre vetleider ailsährlicb sämmtlielre arme Linder vollkommeil, der' letztere nimmt lieb armer Wirtivcn lind anderer '.intersttznngsbedürfciger tveibli-.ber Perwncu nrit 'Werkthätigkeir an ilud trister bei. Lrankheits' und Sterbefällen besondere Dienste. Als Dbmaim - der Ehauuta-lvrllvve fungiert gegemvärtig Herr Adolf Wiener,! Fabrikaitt. Der Frauenvereiu hat feilte verdiettstvolle lattgjährige! Präiideuiiu Frau Julie Singer infolge lleberfiedelung derselben verloren und tvird zu einer kst'enivahl schreiten; als Scktriftsüyrrrin f ivatret Frau Antonie T'reickiliuger getviswnhafr ihres Amtes. —! Die Cbeivra-Ladisckia bat unter der Leitung des Herrn S. I. l Lraiislovf ihr Vermögen bedeutend vermehrt, unlängst ein Feld: zur Erlveirernng des Friedhofes angekanfr lind Den letzteren mit i einem neue;: eiserne!? ttzitterthore versehen lassen. Aus diesem tvahrheirsgetrenelt Bericlite ist ersievtlich. dass unsere Enlrus- ' gemeinde, deren Leitung den beloäbrren Händetl des Herrn Josef Treichlinger und seiner Vorstandsgenossen anvertraut ist, stetig fortscltreiter. Zunr ^rebllisse sei unseres herrlichen, Herz nnd Geist erhebendell Gortesdienstes gedacht; der Löwenanrheil gebürt den! gediegenen Leisrungen des Dbereanrvrs Herrn Leo Lvrnitzer nnd i des Ehordirigenten Herrn Dr. R. Reiser; unsere Synagoge — wir: sagen das mit bereebtigtem Stolze ist bei jeder Gelegenheit mir Andeicistigen gefüllt.; Jsracritische Culkusgerneinde Wie». Freitag den, :. ist o v e IN o s r 1901,!>> Uhr v o r Ul i t t a g s, sinder eine D esse n t i i ch e P l e rr a r s i \\ u tt g des V o e ft a u des der i srae l. Cu Aus g em e in d o W i e?i stall. T ag es o rdn u n g: - 1. "Aus den Einläufen. 2. Prüsidialverichr. 9. Berichte des Bei-w treLer-Eollegiueas: n) Bethausvereiu Siutmering (Ref. Herr Vier-: Präs. Dr. K o h n : 1», Bestellung von Enratoren für Stiftungen ’ (Sief- Herr Vice-Präs. Dr. Stern); o> Angslegenhelteu des Altersorrsorgungs- und Siechenhauses ststef. Herr Ob.-Ing. von, Mises::;!i Subventionierung ws Vereines Tefilas Hcruoriur", p) Subverrtiouierung für den Btbeland Tawind-llnierricht, f) Sprach- und Bibelschul.Unterricht in der Leopoldstadl :Ref. Herr Vice-Präs. Dr. o h n. 1.-Regelung der Kofchersleisch-An- \ gelegercheit ,Ref. Herr Ob.-Ing. von Astis es-. Wien, 29. Oetober 1901. Der Präsident.! Eine Niederlage deck C.rrltuevurfta»de«). Herr B. Ho sbiuer bittet uns, zu comtanmu, dass er bei der aus Anlass i der Bestallung eines Nabbiners stattgehabten Vertranonsmänner- Versammlung das Wort nicht ergriffen ha;. j Der „Iüdisüre V-olkövereiw' eröffnet mit I. November! 190t seine Bibliother und biete: seinen Nstitgliedern, für rvelche! dieselbe zugänglich ist, eine neue Ouelle zur Förderung rtnd Hebung ihrer iutellectuellen Interessen. Der Vorstand erhofft eine rege, Betheiligung seitens der zur Entlehnung Berechtigten, und gibt; gleichzeitig die Bibliotheks-Ordnung ausntgswene bekannt: Die! Bibliothek ist jeden Sonntag von 9—w Uhr vormittags und jeden! Mittwoch von 0-7 Nhr abends für Mbglieder des „Jüdischen i Vollsvereines" geöffnet. Für 'Abnützung der Bücher i[t eine monatj liche Entlehnungsgebür von!'? Heller zu entrichten. Es kann stets nur ein Stück und für nicht länger als ü Wochen ernliehenj iverden. Als erster Entlehnnngstag wurde Sonntag, st. fstoveinber,; festgesetzt. In letzter Zeit liefen an Bücherspenden für die Biblioj thek folgende Werke ein-. K l o v ft o ek, Sämintliche Werke : Heine, Philosophische nud kritische Abhandlungen; W i e l a n d, Sämmt-1 liche Werke; L e s s i n a. Sämmtliche Werke; H a m e rl i n p, \ Aspasia; Dreyfus Alfred, Fünf Jahre meines Lebens; I f f-: land. Theatralische Werke: Bernfeld Dr. S.. Inden und Judenthum, illußerdsm Schritten von T o l st o j, Zola, Gotts ch a-l!, I u h a n i A h o, K o m .p e r t, Victor H u g o, Zedlitz,! Wilbrandt n. n. m. Die Bwliothek sieht ueuerdlngs kräftigerj Förderung durch freundliche Zuwendung von Büchern entgegen,! und ist jederzeit gerne bereu, solche Spenden abholen zu lassen. Eine dtiederbiA' dcs CultusvorstiNides. Herr Dr. Fenchtvanq ersucht uns uni Atlsnahine solcienden Dehreibentz: \ (beehrter Herr Nedacteur! \ Ihr Berichterstatter ist falsch nnterrichtet, lveim er! n Nr. 43 Ihres pesch. Blattes im Artikel „Eine Niederaeje des CulturvorstandeS" sagt, ich hätte im Jahre 1393 :: n e Passahprediat in Wien gehalten nnd eS sei über nich vom Rabbinersennnar ein ungünstiges Zeugnis abgejebc-it worden, als es sich eben damals < 1893 ) um Beebung deS Ottakringer NabbinatS handelte. Ich balle vielmehr im Jahre l892 aus Einladmlg des wiener Vorstandes drei (H a st p r e dB g t e n gehalten mb zwar am Sallbath wajihro, an: ersten und am letzten Zassahtage: davon zwei im Leopoldstädter, eine im Stadtrempel. Es handelte sich damals um Anstellung eines Adlatus ckir den erkrankten Jellinek s. A. DaS Nabbinerseminar wnnte weder über die Predigten, noch über mich ein ßöiib :chten abgellen, weil es damals noch nicht eristierte. Ich väre Wohl in der Lage, auf Hunderte tlrtheile, aus ein ihrendes AnerkennungS- :u:d Dankschreiben des Wiener LllltliSvorstandes und vortreffliche llft'itikeil bedeutender Männer llinzuweisen, unterlasse es jedoch und schicke, weil phr Arti kölsch rer ber gerade Jellinek nennt, ein Antwort- ’d)rciben desselben, das ca* mir aus ll>örz. woselbst er zur äillr weilte, auf einen Brief schickte, den ich ihm vor meiner predigt in der Seitenstettengasse geschrieben hatte. Indem ich in: vorhinein für den fretlndlichen Abdruck lieier Zeiten danke, zeichne ich-hochachtungsooll Nabb. Dr. D. Fetlchtwang. Demgegenüber bemerken wir, dass unser Pericht-?rstatter nicht behauptete, Herr Dr. Feuchtloang hätte in Wien blos; einmal gepredigt, sondern lediglich betonte, dass : r ihn blaff ein m a t auf der Kanzel sprechen hörte. Im llebrigen thut Herr Dr. Feuchtwang nnretht, uns einer Stellungnahme gegen seine Berufung zu bezichtigen. Herr Dr. Feuchtwang hat vielmehr den für ihn ungünstigen lltlSfall der Angelegenheit lediglich seinen Protectoren m zanken, welche seine Benlfung in einer Weise erzwingen -N-Mton Ums,4m nnbadinaf böseS Blut machen musste. Ihnen muss er es zuschreiben, wenn seine fraglos vorhandene Erg nung und Würdigkeit gar nicht in Betracht gezogen und nur über die eigenthümlichen Ilmstünde gesprochen werden konnte, welche als Begleiterscheinung dieser Affaire aufrraten und welche nur auf die Zustände im Vorstände, nie aber auf Dr. Feuchtwang selbst ein böses Licht warfen. Landesversamml««,:. Die ifr. Neolopcu - Difiriets - Präfi - deuten lialtcn ihre Iahrespersammluny am 11. November l. I. in Budapest ab. Yinböiner-Iirstallativn. Der nen,zelvählte orrh. Rabbil-er in Debrcczin lvnrde am 22. Oe tob er installiert. . Sonutaa den L0. d. M. rvurde in Ofen der nenpeivähite Rabbiner Dr. Arnold L'ifs feierlichst installiert. Aiiivesen'd tvaren Ackerbauminister Dämmst, der Staatsseeretär im Enltnsiniiiisierinin Z,silinszkb, Dr. Ma.r Falk und andere. Die .Ärakauer Fleischerzunst und die Judetl. Aus strakau lvird uns geschrieben: Die Krakauer Fleischerzunft, welche über ein recht stattliches Vermögen verfügt, weigert sich seit jeher. Juden in ihren Schvff anfznnehmen, und hat bisher allen Versuchen, diesen offenbaren Rechtsbruch gutzumachen, getrotzt, nach dem Grundsätze: >>><- bmmi-ovm, l,I<- yAvowo. Die Statthalterei hat eildlich mit Erlass von: 14. d. M. das Statut verworfen, weil die Bestininrnng, loelche die Bkitgliedsehaft an den christlichen llilauben knüpft, den Bestimmungen des Paragraphen 107 der Gewerbeordnung vom Jahre 1897 und den Grundgesetzen über die allgemeine!! 3:echte der Staatsbürger ividerspricht. Wir sind neugierig, ttxis die edlen Poiacken und Eomp. jetzt thun iverden. Der Liberatismiis in Ungarn. Aus Budapest lvird uns geschrieben: Wir berichteten seinerzeii, dass das Eha-- rakteristische der Wahlergebnisse nicht etwa die numerische Schwäche der liberalen Partei sei, sondern vielmehr der <9 e i st der ist'eaieruugspartei. Eine Partei, in der Ale müder Aarolpi, Graf Zeliirskp filzt, in der Daranpi, der Intimus Egans Vciuister ist, ist autiliberal, sie mag sich ueuueu wie sie will. Das bestätigt auch die letzte Dbrourede. Es heifft in ihr: „Die Regelung des Ein- und AuSwandermigsnoeseus verträgt keinen weiteren Aufschub: in Verbindung damit ist die Einführung der Staatspolizei au den Laudesgreuzen uothwendig geworden?" Das ist ein deutliches Präludium für das Verbot der Judeueiliwauderung an den Grenzen: das (stünfer-Programm ist also bereits regieruugs- und hoffähig. Der Passus betreffs der Gewerbegesetzgebung heimelt uns so an, als wäre er einem christlich-socialen Parteiprogramm entnommen. Die Dinge nehmen also die Entwicklung, die wir prophezeiten. A. Hilfsactiou für Galizien. Ans Lemberg wird uuS gemeldet: Wie durch die jüdische Presse bereits bekannt, erösfueteu die vereinigten deutschen, österreichischen und amerikanischen Bne Brith-Logen in Wien eine „Hilfsactiou für die galizischen Juden". Zur leichteren Verwirklichung und Ausführung dieses ProjeeteS wurde die Constitmernug von Ortsgruppen in Ara kau und Lemberg beschlossen. Die hiesige Gruppe, deren Statuten erst die behördliche Genehmigung erhalten haben, ruht in den Händen des Obmanns Samuel von Horowib. Zweck der Action ist, der uothleideuden hierländischen jüdischen Bevölkerung in allererster Reihe durch Schaffung von A r b e i t s - und V e t> d i e n st g e l c g c n heit e u unter die Llrme zu greifen. Zu diesem Behufe werden die Fabinkauten in den Jnbuftriegebieten N'iederüsterreichS, Mährens, Böhmens und Schlesiens herangezogeu Iverden, ihre Fabricate, Halbfabvicatc ustv., die der Appretur, Verfertigung usw. bedürfen, unter Garantie des Actionscanntees an die ihnen angewiesenen Ortschaften in Galizien gelangen zu lassen. Am besten dürften sich solche Artikel der Tertilindnstrie eignen, die mit der Hausindustrie in engstem Znsanimenhaug stehen, wie Strick- und Wirkwaren, Näh- und ^chireiderarbeiten, die die Frachtfahrten hin und zurück vertragen. - - Es wird übrigens Sache der Actionsleiinng sein, sich mit den betheiligten Bahnen behufs Gewährung weitgehendster Frachtermäßigungen ins Einvernehmen zu sehen, damit die Gestehungskosten durch die Frachten, nicht zu sehr erhöht werden. Aelmliche Vergünstigungen gewähren. übrigens die österreichischen Bahnen bei stattgesnndenen Elementarereignissen den Landwirten, Abbrändlern, Ausstellungen usw. Und dass die jüdische Bevölkerung auf dem flachen Lande sich derzeit in f ö r m - l i ch e v N o t h befindet, und schlimmer daran ist als so manche Elementarbetroffenen .- diese Beweise Iverden sich an der Hand von Daten den Bahnen leicht erbringen lassen. Am Ende müssen die Bahnanstalten schon vom ökonomischen Standpunkte ans ans größere Frachtconcessionen eingehen, da ihnen doch jeder fremde Güteraustausch auf ihren Linien ivillkommen sein muss, zumal im anderen Falle der geplante Verkehr ganz ansbliebe. Dass ein großer Theil der hier verfertigten Fabricate für den heimischen Consnm im Lande Zurückbleiben dürfte (wie allerhand Deeken, Dücher usw. > liegt ja auf der Hand, da dieserlei Waren ohnehin von oben in größeren Massen herablangen müsseir. An Arbeitskräften wird es in Galizien überhaupt keinen Mangel geben. In einem Lande, Ivo so viele Hände ruhe-: und die Zeit herbeiwnnschen, die ihnen Arbeitsgelegenheit beschere, hat diese Action große Aussichten. Auch iverden die Lohnausprüche keinesfalls die Hälfte, der in den obenerwähnten Jiidustriebezirkei: gezahlten übersteigen dürfen. Wenn es so vielen taufeitben in London eingewandertcir Inden gelingen konnte, sich der dortigen Schneiderindnstrie zu bemächtigen und die Concnrrenz mit der heimischen Handwerkschast anfznnehmen, warum sollte es ihren zuhause schmachtenden Brüdern nicht gelingen, sich durch Fleiß und Arbeit aus ihrem Elende empvrznarbeiten? Ein dauernder Erfolg der geplanten Action wird lediglich von: Ernst und Willen der Leiter in Lemberg und Krakau abhängen desto, von deren a u s f ü h r e n d e ti Oroanen. Wem: wir London vorerst erwähl haben, lag