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Jüdisches Volksblatt · 1901-10-18 · 42 (18.10.1901) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
42 (18.10.1901)
Date
1901-10-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42 Jüdisches Volksblatt 18. October 1901 Seite 5 Wien, Freitag die Äckerbauschule ein hervorragend sociales Problem im arretierten Arbeitern wurden die Zähne ausgeschlagen, und die Herren Dr. Jgmcs avid und die Bärte mit dem Fleisch ausgerissen. Im heiligen Russland dringt natürlich nichts an die Oeffeutlichkeit. Niemals, amerikanischen Judenthüm gelöst unb der Name ihres Gründers, Dr. Joses Krauskopf, wird mit unvergängwurderr als Als Verdesigniert für Dr. „ , - - Merkader Ede. für Emödy hrrrgegen Dr. Franciscy Lajos und Petrovics Lahlo. Um 9 Uhr begann die Abftimnnlng. Schon in den Nachmittagsstunden hatte Dr. Janics einen bedeutenden Vorsprung, der sich noch steigerte in. den Abendstunden, als sich die verspäteten städtischen Bürger scharenweise zur Abstimmung für Dr. Janics meldeten. — Wir wollen konstatieren, dass die Emödy-Partei in den Morgenstunden schon sich darüber klar war, dass sie in der 01) a Vf . I.. P Jfl Pi > ..I . (YY1 .! ...! IV i /.ii... P Z/1 i*j Geschichte der Anstalt dem Programm beigegeben werden. Schließlich rufen wir Krauskopf den Gruß der alten palästinischen Bauern zu: Gott mit Dir, wackerer Mann! nicht einmal am Tage der Befreiung von dem absoluten lichen Leitem m den,Ani-alen der indischen Geschichte ver-!gch n?ch steigert-i».d-„»1ndsmnd-„. als sich i>ieuetfpffl febtt Regiments, wird man alle Greuelthaten erfahren, die gegen zeichnet sein. Erreicht die Anstalt weiter Nichts, als dass - - - - --- die unglücklichen jüdischen Arbeiter verübt wurden. Vor-! aus der ungeheilren Masse des jüdischen Proletariats allläufig wisssscn wir nur. dass ein Jiwe, JakÄb Leis«, «m I iährlich zchn bis zwanzig junge Leute das grosse Los zi«. Minorität bt-ibt. Mn °ii,° solch storlo Majoriiät 'hatt-» s-lbst 14. Mai d. I. zutode geprügelt wurde. Wahrscheinlich ist Heu, statt ihr Leben m der Schwitzbiide zu vermartern, als j die sanguinischesten Parteigänger von Dr. Janics nicht erwartet, er nicht das einzige Opfer. Zu alledem hat die Lodzer freie Bauern eine ehrenvolle Existenz zu führen, so ist das > Gegen 7 Uhr abends hatten alle Gemeinden abgestimmt, die Schluss- Polizei eine Bande verkoMmeirer Subjecte organisiert, um auch, gut jüdisch gesprochen, eine „Mizwe", und das: emmrierte der die ihrem „Äeußern" nach verdächtigen Arbeiter zu über-sGhetto-Problem der , amerikanischen Großstädte einen!SaÄ fällen und zu misshandeln. Unsere Briider in Lodz haben eine bittere Zeit durchgemacht; ein Theil war ganz muthlos geworden, andere wollten gegen die Polizeihenker und Messerhelden Gewaltmittel anwenden. Das Ortscomitee des „A l l g e m e i n e n j ü d i s ch e n A r b e i t e r b u nd e s" trat jedoch entschieden gegen die letztere Taktik auf und empfahl den Arbeitern eine neue bis jetzt in Polen noch niemals angewendete Taktik: den politischen Streik. Tausende Weber auf mehreren großen Fabriken und mehrere hundert Arbeiter anderer Professionen legten an ein und demselben Tage die Arbeit nieder und meldeten ihren Arbeitgebern, dass sie die Arbeit nicht früher aufnehmen Ivürden, als bis die Gelvaltthätigkeiten der Polizei aufhören tvürden. Die Fabrikanten in der Angst, dass ein großer Streik ausbrechen würde, telephonierten dem Chef der Polizei, und forderten energisch die Beseitigrmg der Schlägerbande. Bereits am anderen Tage ließ der Polizeichef die Fabrikanten und die Vertreter der Arbeiter holen, und versprach ihnen, für Ruhe zu sorgen. Man streikte nur einen Tag. Das Comitee des Bundes hielt die Sache für gewonnen und ließ die Arbeit lvieder aufnehmen. Einige Tage schien wirklich ein Sieg erfochten zu sein. Aber wir leben nicht umsonst in Russland, und schon erfahren wir die Nachricht von einer neuerlichen Misshandlung eines Arbeiters. Es wäre naiv, zu hoffen, dass durch einen einzigen Streik das berüchtigte Lodzer Polizei wesen reformiert ...; / w nt t » r . j 1168 Stimmen gegen Emödy Josef auf welchen 75,9 Stimme«: ab- Schntt der Losung naher gebracht. Zu bemängeln hatten ■ gegen Baron Max Gagern, den Candidaten der Volkspartei, auf tvir, dass der Gevarilngsausweis fehlt und so der Leser wählt wurde. Eine Deputation holte den wiedergewählten Mgenicht in iwr Layc Kosten zu I fjgfjgj**# ÄS den Erfolgen ein tirtherl zu bilden. Ferner sollte eine kurze Präses eine Aufforderung an die Menge, sich ruhig zu zerstreuen, dankte der Bevölkerung für ihre musterhafte Haltung und der Wahlact war ohne störenden Jncidenz vorüber. In Galgocz ist Dr. Rudnyanßky Bela mit 808 Stimmen gegen Baron Max Gagern dem Candidaten der Volkspartei auf —. . , cv, , - r , m,Uar t , welchen 1055 Stimmen abgegeben wurden, unterlegen. Für diese Die Gemeinde Rodef Schalom IN Plttsburg hat am Niederlage trifft die Verantwortung zum großen Theile den Wahl' 6. und 7. September ihren neuen Teinpel eingeweiht und Präses Craus Jstvarl, der in allen Dingen eine unglückliche Hand durch Verkauf der Sitze nicht nur die gesammten Barkosten gedeckt, sondern noch einen bedeutenden Ueberschuss erzielt. Das wesentlichste Verdienst an diesem Umstande, welcher seit der Errichtung der Stiftshütte, als Moses die Israeliten bitten musste, ihre Geschenke einzustellen, sehr selten vorgekommerr ist, — man sagt in den Vereinigten Staaten nur noch einmal beim Bau des Tempels Emmanuel in New- Pork gebürt dem Rabbiner Levy. Levy, ein Eng-i länder von Geburt, ist ein Tvpus des modernen amerikazu haben scheint. Am Wahltage wollten etwa 300 Wähler von jenseits der Waag sich über die Brücke nach Galgocz begeben, allein sie wurden an dem Brückenköpfe durch die Galgoczer Dkänner und Weiber aufgehalten, insultiert, förmlich zurückgetrieben und auseinandergejagt. Der Wahlpräses hatte eben vergessen, die Brücke mit Militär besetzen zu lassen und dort für eine ruhige Passage zu sorgen. — Die durch die Volkspartei auseinandergejagten Wühler Rudnyanßkys zerstoben nach allen Richtungen und konnten nicht mehr zusmnmengebracht werden. Die Wahl Gagerns wird aus diesen Gründen und übrigens auch darum noch angefochten werden, weil er als neunmonatlrcher nisch-n Rabbiners, der seine Hauptaufgabe,in eommunaler ISÄd®m Wirksamkeit auf erziehlichem und sociologischem Gebiete, Galgoczer Mandat trieb, ist noch kaum verübt worden, sucht. Als solcher hat er sich in Philadelphia, seinem Wir-!.. rr In Mitra-Zsambokret, von welchem Bezirke es hieß, dass kungskreise bewährt, und die Gemnnde in Pittsburg hat ^lcht°d°T-g°n'n^KS^^^Sa^eaniZ ihn, als ihr bisheriger Rabbiner, der bekannte Gelehrte 500 Wähler auf sich zu vereinigen, jedoch blieb er gegen Stefan Dr. Lipman Mayer, der dreißig Jahre hindurch mit sel-1 Rakovßky, auf welchen 945 Stimmen abgegeben wurden in der teuer Aufopferimg sich dem Dienste der Gemeinde gewidmet I Minorität wiirde; es wird noch schwer gekämpft werden müssen. Aber hatte, zu allgemeinem Bedauern resignierte, Herrn Levy Bericht lieber die Wahl in Ny.-Zsambokret erhalten wir folgenden der „Altgeineine jüdische Arbeiterbund" hat neue Sympathien und neue Kräfte durch den Streik gewonnen. Adriaüopck. (A n s z e i ch n u n g.) Herr Mordon Benbossat, berufen, der die Gemeinde in kurzer Zeit auf eine blühende Basis brachte. Dr. Mayer, der seinen, hoffentlich recht Wie kolossal die Erfolge sind, die die Geistlichen am Gebiete der Verhetzung des Volkes bereits erzielt haben, gab es der hithmim ' Beispiele mehr als genug in Gestalt von Vergreifungen an den PerlUlUJJICJL Srt*» v» fs langen Lebensabend wissenschaftlichen Studien in der Judenfrage eine wahrhaft gerechte Haltung ein- .nimmt, ist der „Adeverul"; ei n Gerechter in der ganzen rumänischen Journalistik. Wie der „Adeverul" meldet, hat ftch ein Bund christlicher rumänischer Studenten gebildet, die die Emancipation der rumänischen Juden betreiben will, damit die rumänische Nation ihr auf dem Berliner Congresse verpfändetes Wort einlöse, und nicht wortbrüchig vor ganz Europa dastehe. Capstadt. (Jüdische Soldaten in Südafrika.) Der Feldrabbiner L. Kohen in Südafrika hat ein Verzeichnis der jüdischen Officiere und Soldaten im englischen Heere verfertigt; die Zahl der ersteren sind ‘SO, der letzteren 1200. Srief aus Philadelphia. Mitte September. Der Tod des Präsidenten William Mc Kinley, welcher <nn ersten Neujahrstage seiner Wunde erlag, hat über die .ganze civilisierte Welt einen Schatten tiefer Betrübnis verbreitet. Es ist nicht nur die Fluchwürdigkeit des Verbrechens, welches den an die Ewigkeit des Rechts glaubenden Staatsbürger empört, es ist noch mehr die Kränkung darüber, dass in einem Lande, wo Freiheit der Presse, der "Versammlung und des politischen Meimmgsausdruckes am Stimmkasten jede Gewaltthätigkeit als unsinnig erscheinen lassen müsste, eine solche Unthat möglich lvar. Die aufrichtige Trauer einer Nation von sechsundsiebzig Millionen sucht die Unthat zu sühnen. Um so fluchwürdiger ist es, ine That eines überspannten, nach herostratischem Ruhme dürstenden Buben einer Classe aufbürden zu wollen, wie das die polnischen Katholiken thaten, die in einer zu Philadelphia abgehaltenen Versammlung erklärten, zColgosz sei ein Jude, und die Polen tviesen ihn voi^ sich. Zufällig ist er aber ein Kind polnischer Katholiken und lvurde in der katholischen Pfarrschule zu Detroit erzogen. Niemandem wäre es jedoch eingefallen, die Katholiken oder die Polen als Classe dafür verantwortlich zu machen, lvas ein Einzelner, der, wie es sich jetzt herausstellt, als Solni eines Ntörders erblich belastet war, begangen hat. Die Herrschaften vergessen, dass Amerika nicht Frankreich, Oesterreich oder Belgien ist, wo man Dreysus- oder Hilsner-Processe inscenieren kann. Ferner sollten sie sich merken, dass die Meukelmörder der letzten Jahre Caserio, Lucheni und Bresci katholisch erzogen ivaren. Wenn wir Jllderr auch nicht Böses mit Bösem vergelten wollen, ist doch der Betveis geliefert, dass die Prätension von dem Werte katholischer Schulen als Erziehungsanstalten für loyale Bürger eitel Geflunker ist. * Die National Farm School in Doylestown versendet ihren Jahresbericht. Zum erstemnale hat eine Classe die Anstalt absolviert und die ach tAbiturienten haben sofort Stellungen als Verwalter oder Molkerei-Dlrectoren erhalten. Ein Zögling ist als Gutsverwalter von dem wackeren Isaak W. Bencheim angestellt worden, der die Absicht hat, auf seiner Farm unter sachverständiger Leitung russische Judenknaben aus Louisvilte zu praktischen Bauern elf Reden und Ansprachen gehalten. Ans Oberungarn?) Die Wahlschlacht ist vorüber; von Ausschreitungen geringerer Art abgesehen, welche ln einigen Bezirken vorkamen, ist der Wahlact ruhig verlaufen und als Endergebnis derselben muss constatiert werden, dass die liberale Partei Unseres Comitats zutode getroffen auf dem Schlachtfelde liegt. Von den elf Wahlbezirken dieses Comitats konnte mir in Nyitra, N.-Tapolcsany und Vagnjhely der Besitzstand der liberalen Partei gewahrt werden; in Szenicz und in Verbo ist das Mandat in die Hände der mit der Volkspartei vereinigten Panslaven gerathen; in Szakplcza, Zsambokret, Privigye. in Galgocz und Erseknjvar hat die Volkspartei siegreich das Feld behauptet; in Vag-Vecse elldlich wird es zu einer Stichwahl kommen, weil keiner der drei Candidaten die absolute Majorität erhielt. Dies ist in kurzem das Facit des Wahlgcnrges, und wir constatieren, dass das Ergebnis für die liberale Partei unseres Comitates ein höchst beschämendes ist. Seit Jahr und Tag sahen wir mit aufrichtiger Besorgnis, dass die Abgeordneten von dem Augenblicke an, als sie in den glücklichen Besitz des heiß ersehnten Mandates gelangt sind, sich um den Bezirk, um ihre Wühler nicht kümmern; sie glaubten genug gethan zu haben, tvenn sie zeitweilig beim Obergespan ihre Aufwartung machten, — die Wähler wurden einsirch als Canaille behandelt, um die man sich nicht mehr zu künnnern braucht, denn die Sorge uni das Stimmvieh glaubte man denr Stnhlrichter, dem Notär und — dem Dorfjuden überlassen zu können, ivelch letzterer zur Zeit der Wahlperiode in der 'Regel zum «sehr geehüen israelitischen Mitbürger" promoviert wurde um dann nach' der Wahl zum beschämenden Bewusstsein seiner Unbedeutendheit zu gelangen. Die Herren Abgeordneten glaubten, dass die Zeiten offenen Menschenhandels noch immer andanern; sie betrachteten die Wähler als Marktware, welche ihren Preis hat und rechneten nicht mit der durch das Gesetz über die Curialgerichtsbarkeit geschaffeneic neueic Situation; sie rechneten nicht damit, dass die Wähler von anderer Seite zum Bewusstsein ihrer Bedeutung gebracht werden; sie lvaren von ihrem eigeneli Wesen so sehr entzückt, hatten von sich selbst eine so hohe Meinung, dass sie meinten ganz unersetzlich zu sein, und dünkten sich hoch, dass sie es für etwa Erniedrigendes hielten, während der fünf Jahre auch niir ein einzigmal herabzusteigerl zum Volke, zur Quelle von der sie geschöpft, der sie Stellung, Bedeutung und Erwerb zu verdanken hatten. Gleich dem Nufer in der Wüste machten ivir die liberale Partei auf die drohenden Gefahren aufmerksam, welche sie zufolge ihrer Unthätigkeit über sich hermifbeschwört, allein unsere Mahnungen verhallten in dem Chorus derjenigen, die da glaubten, alles besser wissen und besser verstehen zu müssen, mid weil wir nicht einstimnren wollten in die Lobgesänge, die man zu Ehren der Parteileitung anstimmte, machte man uns Böswilligkeit gegen die liberale ^Ärrtei dieses Comitates zum Vorwurfe. Nun, die Ereignisse haben uns bitter recht gegeben; von zehn Bezirken vermochte die liberale Partei nur drei zil behaupten, und es muss ein Anblick gewesen sein für Götter, als der geschäftsfnhrende Vicepräsident des FMKE. eurem Panslaven das Abgeordnetenrnandat zu überreichen in die Lage kam. Ueber die Wahlen in den einzelnen Bezirken berichten ivir in Folgendem. Wahlpräses Csillaghy Ghörgh hatte hier in umfassendster auf dem Kossnth-Platze untergebracht, — die Wähler der Enrödh Partei in dem Hofe des Nathhauses. Trotzdem die Wähler der beiden Parteien so nahe aneinander waren, wurde die Ordnung rncht im entfenüesten gestört. Das ausgerückte Militär, die Gendarmen und die Polizei hatten nichts zu thnin DaS Wetter tvar günstig; der Aufzug der Wähler vom Lande bollzog sich ziemlich schleppend. Es war kein rechtes Animo. Wahlpräses Csillaghh *) Diese interessanten Schilderungen aus den Bezirken, in denen die Volkspartei und die Slovaken die größten Erfolge errangen, entnehnien wir der „Nentr. Z." Weise geschändet wurden. Ueberhaupt beginnt die edle Dorfjugend an vielen Orten ausgiebigen Gebrauch der — Excremente zu machen. Die historischen Typen der besoffenen Kortese waren diesmal verschwunden, doch statt ihrer waren die katholischen Geistlichen eingetreten, die in ihren vom Staube verschmierten Gewändern, schweißtriefenden, Hochrothen Gesichtern, in den Zügen der entfachfeit Leidenschaftein derart widriges Bild, boten, dass es mit der Würde des geistlichen Standes eigentbümlich contrastierte. Ein einzelner solcher Mann entwürdigt «llenfalls seine Person, doch wenn alle zusmnmen das Korteshandwerk ergreifen, so ist diese Sache ernster. . Mustergiltig lvar die Ordnung am Wahlplatze, aber auch die Stille. Nur am Sammelplätze der Volkspartei gieng es lustig her, doch die überlauten Balger waren halberwachsene Burschen.— Man muss es den Wählern, auch der Volkspartei lassen, dass ihr persönliches Betragen mustergiltig ivar. Ueberhaupt auch vordem, waren diese, etliche Professionsschreier ausgenommen, durchaus anständig in ihrem Betragen, sehr im Gegensätze zu den früheren Wahlen. AllerScandal geht von den befederten Kindern und den Weibern aus. Deshalb wäre es angezeigt,. Fedem und Fahnen absolut zu verbieten, dies würde mehr nützerl als alles andere. Trotz des überhasteten Auftreten Nudnays, dem kaum eine Woche Vorbereitungszeit gelassen und trotz des Vortheils den Rakobßky davon hatte, nwnatelang der alleinige Candidat zu sein, hätte dennoch Rudnay gesiegt, wenn der Privigyeer Exbürgerrneister Coloman Breschenßky nicht gewesen wäre, der wüthend gegen die Regierungsorgane agitiert und hier cortesiert hat. Das ist einzig und allein Herrn Filberger in Privigye zu verdanken, mit seiner Action gegen die Privigyeer Bürgerschaft und für die bekannte Pallffysche Steinkohlengeschichte und der flauen Auffassung dieser Sache im Comitate selbst. Beachtenswert ist, dass die Intelligenz vollzählig an der Wahlurne erschienen ist, auch jene ihrer Glieder, die sonst nicht zu stimmen pflegen. Nicht erschienen sind Rakovßkys Verwmrdte, Majthenyi und Tarnoczy, Wohl nur um nicht gegen ihren Verwandten zu stimmen, mit der Volkspartei haben gestimmt: Fürst Livius Odeskalchy, der „national" erschienen war auf einem grasgrünen Wagen, mit einem rothen Kutscher und einem schneeweißen Bedienten, und Herr Bela von Zerdahelyi, der sich dadurch „am Comitate rächen" wollte, weil er sich gekränkt fühlt! Die hier zutage getretene Verhetzung des Volkes durch die Geistlichkeit, die in Ansprachen und Kanzelreden, aber auch durch Missbrauch des Beichtstuhles agitiert und wühlt, ist eine Sache von derart kolossaler Tragweite, dass die Regierimg sich mit derselben eingehender befasserc sollte, denn wenn auch die Geistlichen es sein tverden, die schließlich das Bad ausgießen werden, so können sie doch bis dahin natürlich viel schlimmes bewirken. Von riesigem Nachtheile ist in diesem Culturkampfe der bei uns so allgemein ansgebreitete Aiüisenlitismus. der einerseits den achtbarsten Gliedern der Gesellschaft die wohlverdiente und schuldige Achtung nicht gönnt, einzig weil sie Juden sind, andererseits aber die Macht des Capitals vertrockneten Auffassungen zuliebe nicht anerkennen will und we»ln ein Jude oder Millionär mich nur dcni geringsten Verstoß begeht, wird damit gleich das Tam-Tam geschlagen — und der Verhetzung des Volkes in die Arme gearbeitet. In Szakolocza ist, wie bekannt, der doytige Abgeordnete Frideczky Timoth znrückgetreten und ist an seiner Stelle der Pöstyener Kaplan Horak Ede mit dem Programm der liberalen Partei gegen den Domherrn Esernoch Janos von der Volkspartei aufgetreten. Horak erhielt 529 Stimmen, — Esernoch hingegen 1232 Stimmen. In Privigye ist bekanntlich nach dem Rücktritte Markhots der Bajmorczer Pfarrer Rridnay Alajos für die liberale Partei ausgetreten; jedoch combinierte man sofort, dass dies keine ernste Candidatur sei, sondern das Ganze ist nur darauf berechnet gewesen, um zu verhüten, dass die volksparteilichen Agitatoren nicht nach Zsambokret hiicübergehell, wo bekanritlich der Bruder des Bajmoczer Pfarrers, der hiesige Bnrgermcister aufgetreten war. Dieser Calcnl hat nicht eingeschlagen. Die Volkspartei fühlte sich in Privigye sicher genug, um, einen Kräfteüberschuss, nach Zsambokret abgeben zu können und so fuhren sie dann täglich auf 20^ Wagen in jene Gemeinden, welche wohl zum Privigyer Stnhlbezirke, jedoch zum Zsambokreter Wahlbezirke gehören. Am Wahltage zog Pfarrer Rudnay seine Candidatur zurück mcd der bisherige Abge-

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