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Jüdisches Volksblatt · 1901-10-18 · 42 (18.10.1901) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
42 (18.10.1901)
Date
1901-10-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt 18. October 1901 Nr. 42 8eite 2 Wien, Freitag Wissen will, sie ist der Grund, dass alle Nationalitäten einig sind in der Bekämpfung der Deutschen, die Polen so gut wie die Italiener, und die Czecherr so gut wie die Slovcnen; denn die Nation eines Goethe oder Schiller hasst niemand. Wir gestehen offen, dass wir dachten, dass die Deutschen etwas gelernt hätten: . aber sie haben mit den modernen Anlvandlungen, die sie hie und da in ihren Oppositionskärrrpfen markierten, rasch gcörochen, seitdem ihnen wieder die Sonne der Negierung zu lächeln scheint. Nichts, gelernt und nichts vergehen, ist ihre Losung; so muss die Entwicklung Oesterreichs über ihre Köpfe gehen, anstatt itach ihren Köpfen. Nicht einmal die Czecherr sind so borniert, das Rerrcgatenthum als Bedingung der Duldung von den Juden zu verlangen; so werden die Juden doch endlich einsehen, iver ihre natürliche Bundesgenossen, sind, und die Scenen von Budweis und Olrrrütz werden sich nicht mehr wiederholen, wo die Juden während der Wahlen, sich für die Deutschen aufopfern, um nach den Wahlen von ihnen beschimpft zu weichen. Es ist ja ganz klar, wohin die Entwicklung der derttschcn Parteien steuert; in gemischtsprachigen Gegenden, wo man der Hilfe der Jttden nicht entrathen kann, wird man liberal schillern; wo man die Juden nicht braucht, wird man überall antisennäsch sein. 1 Aber die moderne Nationalitätenbeweguna ist nicht spurlos an den Juden vorbeigegangen. Sie hadert das „Schutzjudcnthum", diese liebliche Blüte des Ghetto, satt;. sie Wollen sich die ethische Gleichberechtigung erkäntpfen auf Grund der ethnischen; dann wird auch der gesellschaftliche. Antisemitismus, der ebenfalls zu den Selbstverständlichkeiten des Dr. Nitschc gehört, zu dein alten Gerümpel geworfen werden. Jit den böhrkischkl! FMagsmhleri. Trotzdem infolge zahlreicher Stichwahlen das endgiltige Ergebnis der böhmischen Landtagswahlen, noch nicht bekannt ist, so zeigt das bisherige Resultat doch schon allen, die sehen woltm, bcn Staatslenkern wie den Gesetzgebern Oesterreichs, und. was für uns in erster Linie in Betracht komrnt, den österreichischen Juden, die Nichtigkeit der in rmserem Blatte wiederholt vertretenen Anschauung, dass es mit dern alten Parteiwesen bergab geht, dass sie alle zusammen mit ihrer bisherigen Politik vor denr nahen Bankerotte stehcir. Wie weit der stets zunehmende Ekel der Bevölkerung auf deutscher, wie auf czechischer Seite in Böhmen bereits gediehen ist, das beweist deutlich der Umstand, dass es Orte gab, wo nicht ein einziger Wähler zur Urne erschien, dass in anderen Ortschaften kaum ein Viertel der Gcsammt- Wählerschast sich an der Wahl,betheiligte. Z ^Wenn es wirklich wahr wäre, wie die chauvinistische Presse auf deutscher und czechischer Leite immer itnd immer wieder behauptet, dass es sich bei den Parteikämpfen in Vöhmett um Sein oder Nichtseilt des Deutschthums und Czechenthums handelt, um die „höchsten Güter der Nation", dann wäre diese Theilnahmslosigkeit der gesummten Bevölkerung, die stets in Zunahme begriffen ist, einfach nicht zu verllchca. Diese Apathie der Bevölkerung ist aber nur darauf zurückzuführen, dass sie erkannt hat, dass es sich den meistert der bestehenden Parteien nicht tun die ideellen und materiellen Güter der Natiorten, sondern hauptsächlich um die Erlangung von Mandaten handelt, unb dass die Bevölkerung des bis zur Gluthitze entfachten ruaß- und zielloser: Nationalitätenhaders rmd Rassenkampfes allmählich überdrüssig wird. Kurz gesagt: das bisherige Resultat der böhmischen Landtagswahlen bedeutet in erster Linie den Bankerott des nationalen Chauvinismus tmd bringt in zweiter Linie die Unzufriedenheit sowohl der deutschen ivie der czechischerr Be- 'völkerung Böhmens mit der bisherigen Thätigkeit särrrmt- ' licher bestehenden Parteien zuut Ausdruck. Dass die Bej vülkerung mit aller: Partei eit unzufrieden ist, dass sie sich ' jedoch darüber noch nicht klar goto ordert ist, welche Politik j an die Stelle der bisherigen treten soll — documcntiereu die zahlreichen Stichrvahleir. Aber eines ist doch deutlich erj sichtlich, dass die Bevölkerung der nur-nationalen Politik keineswegs huldigt, dass die Wählerschaft wohl eine nationale, aber keine national-chauvinistische, sondern nationalsocialc Politik will. Der garrze Wahlkampf war, sehr lvenige Bezirke ausgenommen, rücht ein Kampf zwischen Deutscher: rrud Czecherr, sondern ein Karupf zwischen den zahlreichen deutschen Fraktionen unb Grrrpperr der Czecherr untereinander. Die Wahlresultate auf beider: Seiten aber zeigen ein Anwachsen der socialen Strömungen und besonders der agrarischen. Diese Erscheirrurrg tritt allerdings viel schärfer bei bcn Czecherr als bei der: Deutschen hervor. Zur Abwehr der agrarischeir Strönumg Hattert sich die Jmrgczecheu rücht etwa nur mit den von ihnen so lange bekänrpfterr Altczecherr vereinigt, sondern sie, die „derrrokratischen freifinnigen Jungczechen", hatten sich so Iveit pwstituiert urrd sich selbst mit der ritual-antisemitischen Baxasraction verbündet. Das ganze Corrrproirüss erreichte jedoch rrur das eine Resultat, dass die Jungczechen inr Vereine mit bcn Altczecherr und derr radicaleir czechischerr Staatsrechtlern Vara'scher Couleur von deir Agrariern irr derr Landgemeinden aufs Haupt geschlagen wurden. Das Corrrprorrriss zwischen den sogenannten staats-! rechtlichen czechischerr Fraktionen konnte nicht die todten Altczecherr wieder irrs Leben zrwückruferr, unb cs ist auch rricht imstande die, die halbtodterr Jungczechen auf die Dauer zu galvanisieren, selbst wenn sie zrnrr Rettungsanker aller uiitergehenden Parteien — zuirr Antiserrritisnrus greifen. Hatten es denn die Jungczechen überhaupt nothwerrdig, sich durch das Bündnis mit der Baraparter, die nirgends aus eigener Kraft, sondern nur drrrch das Cornpromiss mit den Jnngczecherr Carrdidaterr durchbrachte, sich jetzt schon zu demaskieren. Für die böhnrischerr Juden ist dies allerdings gürrstig, da sie beizeiten erkanrrt haben, dass der czechifche Liberalisrnrrs dern deutschen ganz gleichwertig ist, rmd dass dieJungczechen ihre sogenannten „freiheitlicherrPrincipien", sowie die Juden der Baxapartei ebenso gerrre zu opferrr bereit chst, als die sogenanrrte deutsche Fortschrittspartei den arrtiserrritischerr Dentscherr, Volksvarteilern tnrd derr antisemitischen Alldeutschen. Aber es gibt in der Politik ebenso wie im Leben des Einzelnen eine rächende Nenresis, derr einen ereilt sie früher, deir andererr später. Das gegenseitige Wetteifern der Fractionen im nationalen Chauvinismus und Antisernitisnms Hai keiner von ihnen einen rechten Erfolg gebracht, loic nicht mir die Wahlresultate im czechischerr, sonderrr auch im deutschen Lager zeigen. Die sogenannte deutsche Fortschrittspartei, für welche sich die Juden irr Budweis gegenüber derr czechischerr Gegnern garrz überflüssigerweise echauffierten, verloren im Wahlkampfe nicht allzuviel Mandate, darum, weil sie in nahezu aller: zweifelhafter: Bezirken überhaupt gar keine Candidaten ausstellten.... Die deutsche Volksparter, diese Caricatrrr einer politischen Fmction, welche sich aus einer Reihe von Ueberläufern aus der: altliberalen urrd andererr Fractiorrerr recrutiert, erlitt inr Kampfe gegen die Alldeutschen ein schmähliches Fiasko, trotzdem sie im Punkte des natioualeu Chauvinismus, sowie des Antisemitismus mit derr Alldeutschen wetteiferte. Die Allderüscherr selbst aber eroberten eirre Reihe von Marrdaterr, jedoch lange nicht so viel, als man im deutschbürgerlicher: Lager theils erhoffte, theils befürchtete. Und was dabei sehr irr Betracht kormrü, ist nicht rrur die Anzahl der vor: der: Alldeutschen erzielter: Mandate, sonderrr wie schlvach die Stiiruueubetheiligung in den Bezirken war, wo alldeutsch gewählt wurde. Die Christlich-Socialer: verlöre:: von ihren zwei Mcmdaterr eirres und die Loeialdemokrateu erränget: keirr eirrziges Mandat, obwohl durch die directeu Wahlen sich ihre Wahlchauceu verbessert hatten, obwohl ein großer Theil der jüdischer: Stirnmerr ihnerr zufiel rtnd die Urrzufriederrheit der producierenderr Volksschichterr rnit jener chauvinistischer: Politik, welche die wirtschaftlichen Jrrteresserr der Gesammtbevölkerung ignoriert, ihnen vielfach den Boden ebnete und zu zahlreichen «Stimmen verhalf. Wenrr trotz alledem kcirr einziger socialdemokratischer Abgeordneter in der: böhmischer: Landtag gewählt wurde, so ist dies auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Erstens hat die socialdernokratische Partei aus ihrem allgemein internationalen Programm noch immer rricht die rrothwerrdigeu Consequeuzerr für die österreichische Nationalitätenpolitik gezögert urrd es bisher unterlassen, für ihr national-autoiroirristisches Pwgranrrrr mit der nothwerrdigerr Energie gegenüber derr national-chauvinistischen Parteien einzutreten. Zweitens hindert sie ihre marxistische Orthodoxie, irr gewerblicher: und bäuerlichen Kreiserr Wurzel zu fassen, ja sie hat inr Gegensätze sogar einen Theil vor: Arbeitern an die deutsch-nationale und czechisch-nationale Arbeiterpartei verloren, wie speciell das Anwachsen der Ltinrmenzähl der Klofacfractiou beweist. Wie also ans alledem ersichtlich, hat die Bevölkerung Böhmens deutscher urrd czechischer Nationalität, sich , für keine der verschiedenen Fractionen zrr sehr echauffiert rmd es lag kern Grund gerade für die Juden vor, sich für die bestehender: Parteien zu erhitzen. Allerdirrgs muss erfreulicherweise coustatiert werden, dass der größere Theil unserer Volksgenossen» unserem Rathe folgend, sich an derr Wahlen nicht betheiligte; rmr ein geringer Theil war rwch imrner so verblendet, denr deutschen Casino in Prag oder der jungczechischen Partei Heeresfolge zu leisten. Welcher Dank ihnen von letzterer Seite dafür gezollt wurde, ist daraus ersichtlich, dass in Prag die Candidatur des jüdischer: Candidaten Scharf zugunsten Machaczeks fallen gelassen wurde, obwohl gerade Scharf durch Jahre hindurch für die jungczechische Partei Propaganda gemacht hat. Nach einem unvermeidlichen Entwicklungsgesetze zeigte sich bei sänuntlicherr Nationalitäten der österreichischen Monarchie, dass jedes Anbiedcrn der sogenannten nationalgcrrräßigteir Fractionen an die nationcil-chcmvinistischen Gruppen sich nicht nur auf Kosten des gerneinsanrerr österreichischen Reichsgedankcns, sonderrr auch ans Koster: der Jrrderr vollzieht. Der chauvinistische Nationalismus, welma—■— m ui«i i—~TnnTi*nrw>nii miiiiihimiiibiwrwkwi ■ wmaixifamrsgMtfmimoawi vom Theater, die schlanken, gewandten, dunkeläugigen Tragiker und Komiker, die alle so glatt rasiert waren, was so interessant ist und — so riesig kitzelt! Daher hatte Dr. Neu mann, wie ihn alle Welt, beziehungsweise der „Herr Graf", wie ihn seine Dienerschaft nannte, niemals zu klagen über den Zuspruch, den die Abende seiner Gemahlin fanden. Baruch Samuel war trotz seiner trüben Jugend ein aufgeweckter Mensch gewesen; cr war noch immer schlagfertig, geistig frisch und zu jedem Gehirnturnier ganz außerordentlich gut ausgerüstet. Während der berühmte Rechtsanwalt demgemäß gern gehört wurde in der Gesellschaft, so fand es seine Frau ganz angemessen, in einer Rolle zu glänzen, zu welcher ihr Gestalt und Geist nicht minder verliehen war, wie ihrem hochbegabten Manne. Aber der „feinen" Gesellschaft gegenüber war sie doch vor allem die Lady, die geborene „Bon", die „Gräfin" rc. und es war merkwürdig, wie namentlich die bürgerlichen Damen in ihrem ganzen Thun und Lassen einen Unterschied zu machen wussten zwischen dem Herrn Dr. Neumann und der „Frau Gräfin, geb. . . * * * Ein paar Jahre vergiengen, Dr. Benedikt. Graf rc., erzielte mehrere politische Erfolge, von denen alle Welt sprach, von denen jedermann in seiner Partei — er war konservativ — entzückt war, mit Ansnahme.seiner Frau. Denn was er vorgebracht, was er mit dem ganzen Eifer eines erfahrenen Rechtsanwaltes geschickt, ja gerissen vertheidigt hatte, das war aber gerade in diesem Augenblicke bei Hofe nicht genehm. O, ganz im Gegentheil! Und das Gcoßkreuz und die längst ersehnte, erhoffte, erwartete Anerkennung des „Grafen" war durch sein Verhalten in die weiteste Ferne gerückt. Das aber machte die gnädigste Gräfin ihm, dem Grafen, eines Abends zum Vorwurfe. Alles, alles, was sie angeblich gelitten hatte, warf sie ihm vor, dass sie, die Geborene von rc. Frau eines Juden geworden sei, niemand ihren Titel für voll annehme, und dass er gerade jetzt, wo der König ein einziges Wort von ihm erwartet habe, um ihn ins Ministerium zu berufen, dass gerade jetzt er, der sonst so loyale Mann, so ziemlich das Urtheil der Socialisten und Anarchisten gebilligt habe. Sie sei ein unglückliches Weib u. s. w. Dr. Benedikt, Graf re., hatte in furchtbarer Erregung zugehört. Er sagte darauf kein Wort, schloss sich in seinem; Zimmer ein und begann zu grübeln. Endlich warf er die -unangenehmen Gedanken von sich und gieng an eine Arbeit, i die schon seit Wochen stillag, denn die vielen Gesellschaften chatten ihn dabei gestört. Nachdem er eine Weile geblättert, kam der alte Arbeitsgeist über ihn.' Er arbeitete bald mit Freude und Genugthuung an dieser Schrift, die ihm Vergnügen bereitete, und mitten im Schassen hatte er gar schnell die aufgeregte Scene vergessen, die seine Fran ihm eben erst gemacht hatte. 'Er schrieb viele Seiten und war so schaffensfreudig, wie seit langer Zeit nicht mehr.- Es klopfte. Es batte aber nicht an der Thäre geklopft. > Es klopfte noch einmal — ganz langsam . . . j Der Graf von P o r t i a n o sank, leise aufstöhnend auf : seinen Sessel zurück, die Augen ganz weit geöffnet. Es hatte plötzlich an sein Herz geklopft, und das war müde. . todmüde. i Er schaute geradeaus, und da sah er vor sich den kleinen, l vom Unkraut überwucherten jüdischen Friedhof in Galizien. Und er sah auf dem „guten Ort" die Gräber der Eltern, die j runden großen Steine, mit den verschlungenen Händen als ^Zeichen des Adels der Priesterschaft ... Da war es dem -Grafen, als wäre er ein ganz kleines Kind, das der Mutter | im Schoße läge. Und er hatte nur noch den einzigen Wunsch, j dort begraben zu sein, bei der Mutter, dort mit seinen l Leuten zu wohnen „am guten Ort" dort, wo . . . I Das Herz machte noch einmal tukk-tukk ... . * * * Der Herr Graf war eben gestorben, und der Pfarrherr kam gerade zur rechten Zeit, um neben der trauernden Gräfin die Einsegnung zu vollziehen. Eine Rabbiner-Grganrsation. Ein Zeichen der Zeit! Der Gedanke, dass die Hilfe für daS jüdische Volk nrrr von einer großer: Organisation auSgeherr kann, hat, wie eS scheint, bei all denen Anklang gefunden, welche ernstlich über diese Hilfe Nachdenken und es ehrlich mit ihrem Volke meinen. Dieser Gedanke drang selbst bis zu der: Rabbinern orthodoxer Richtung und beschäftigt seit eitriger Zeit auch derr Oberrabbiner von Ccnro (Aegypten). Dieser arbeitet nämlich an einem Plane zur Gründung einer Organisation der Rabbiner aller Länder. Es soll eine Art Ra bbrncr-Welt-Cor: gross znsammeutreierr, welcher aus sich ein ständiges Comitoe, eirre Art Synhedrion eritennen soll, welches über alle religiösen Angelegenheiten ohne Appellation zu entscheiderr haben wird und diese Entscheidungen sollen für das ganze Jrrdenthurrr maßgebend fein. Der Entwurf eirres darauf bezüglicher: Statutes soll bereits vorliegen rmd auch eine Broschüre hat der genannte Rabbiner verfasst, irr welcher er sich auf Aussprüche angesehener Rabbiner und Gewürm stützt. Die Einzelheiten dieser Broschüre interessieren uns vorläufig weniger, ohnehin ist die Sache noch nicht so weit gediehen, aber die Idee an sich ist interessant genug, wenn luir auch von unserem n a t i o n n I e n Standpunkt aus nicht umhin können, ihren Wert zrr bezweifeln, namentlich gegenüber der Bedeutung einer jüdisch-nationaler: Organisation. Wer diese Arrgelegenheit rrrit ein Ivenig historischer.Kritik beurtheilt, wird so recht den Unterschied zwischen eirrst und jetzt wahrnehmen. Eine Rabbiner-Organisation, im Sinne eines anerfannten geistiger: Centrrnns, besaßen wir bereits irr Palästina nach dem Makkabäerkrieg bis kurze Zeit vor dem Fall Jerusalems, wir befaßen es ferner, Wern: arrch weniger üusgebildet, zrir Zeit der Gewinn: in Babylon, beide jedoch verschwanden nicht durch innere Zwistigkeiten, sondern durch äußere Gelvalt, welche es verhindern wollte, dass dem Judenthmn in dieser Form rroch einige Macht verblieb. Anders steht die Sache herrte. Die Negrermrgerr hätten gegen ein geistiges jüdisches Centrmn vielleicht wenig einzuwenden, aber das wahre Hindernis liegt in nuferer Zersplitterung, in unserer Uneinigkeit urrd Zerfallenheit. In den alten Zeiten rmd auch durch das ganze Mittelalter hindrrrch hat eine prineipielle Einheit rmter aller: Rabbinern geherrscht, die eine religiöse Anschauung war für alle Rabbiner nraßgebend, obwohl auch hier in mancher: Einzelheiter: verschiedene Auffassringen bestanden. In jener Zeit^ tväre eine solche Organisation, vorausgesetzt, dass die Regierrmgen sie gestattet hätten, noch imrner-

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