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Jüdisches Volksblatt · 1901-10-04 · 40 (4.10.1901) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
40 (4.10.1901)
Date
1901-10-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 40 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 4. October 1901 Seite 3 zur Verpflegung der Militärmannschaften benöthigten Rinder speciell in der von den Juden prakticierten Weise schlachten lässt und zwar nicht aus eigenem Antriebe und Wohldienerei gegenüber den Juden, sondern ebenfalls auf Basis „wissenschaftlichen, fachmännischen und literarische:: Materiales", das zumindest gleichwertig dein Materiale sein dürfte ,welches dem Wiener MagistratSgremimn zugrunde gelegt war. Die preußische Militärverwaltung dürfte wohl vor dem Vorwurfe philosemitischer Allüren gefeit sein! Das Magistratsgremium ist zlveifellos eine hochansehnliche Körperschaft, mit erheblichen Machtmitteln ausgestelltest und in gewissem Wirkungskreise sogar eine landesfürstliche Behörde; nichtsdestoweniger müssen wir in feierlichster Weise dagegen Einspruch erheben, dass es sich in einer Angelegenheit eine Autorität arrogiert, die ihm in keiner Weise zukommt. Wir müssen sogar den wohlbegründeten Verdacht anssprechen, dass es dem Wiener Magistratsgreminm mit den aufgestellten Thesen gar nicht ernst bei der Sache sei, dass dieselben nur aufgestellt sind, um dem Wiener antisemitischen Janhagel und Mob — in Blouse und Frack — einen Brocken hinzuwerfen, um den letzteren bei guter Laune <]it erhalten und ihn zu ergötzem Denn Wiener Magistratsgremmm dürfte wohl erinnerlich sein, dass sich alle politischen Instanzen Oesterreichs bereits mit der Schächtungsfrage befasst haben und dass die höchste Verwaltungsinstanz unter dein Ministerium Taaffe, das den Juden gewiss nicht günstig gesinnt war, die Frage des ritnellen Schächtens z u g u n st e n der Juden entschieden hat. Das Wiener magistratische Gremium dürfte es ferner tvissen, dass unter den gegebenen Verhältnissen, so ungünstig sie sich auch für Juden derzeit gestalten mögen — eine gegenthcilige Entscheidung von den Verwaltungsbehörden nicht erhofft werden: kann. Man muss daher zu dein Schlüsse gelangen:, dass es den: Wiener Magistrate unter anderem auch darum zu thui: gewesen: ist, die gesammte Judeuschaft Oesterreichs zu büskieren, zu provocieren m:d sie ii: ihren inr:erstei: eonfessionellen Gefühlen auf das empfindlichste zn verletzen. Das Wiener Magistratsgremiun: hat erfreulicher- und glücklicherweise außerhalb des Weichbildes der Residenzstadt kein Jota dreinzureden ur:d dessen Beschlüsse, wenn sie —■ was sa ganz ausgeschlossen ist — je zur Geltung gelangen sollten, kömüen nur dieJudeuWieus tangieren. Aber auch betreffs derJuden Wiei:s sprechen wir dem Magistratsgreinimn das Recht entschieden ab, denselben Provoeationen, Verhöhnungen! und Verletz:n:gen ihrer Religionsgefühle ins Gesicht zn schleudern. Die Juden betragen nahezu 10 Procent der Wiener Bevölkerung und tragen über 25 Procent zu den Steuern bei. Der kostspielige magistratische Apparat wird daher auch zu sehr erheblichem Theile von jüdischem Gelde bestritte::. Schon eingedenk dessen sollte der Wiener Magistrat sich bestimmt sehen, gegen die Wiener Judenschaft diejenige Rücksicht zu beobachten, auf die Anspruch zu mache:: sie ein volles Recht besitzt. -100 Millionen Mohammedaner kennen auch keine andere Methode der Schächtnng, als die Inden und in Bosnien und der Herzogewina schächten Juden u::d Türken in gleicher Weise. Vielleicht wird die Regierung uu: die Empfindlichkeit der Türken zu schonen, die E'.npfindlichkeit der Inden nicht verletzen! Doch Scherz beiseite. Wir fragen den chochweisen Wiener Stadtrath, ob es nicht viel barbarischer ist, Wild zu schießen und es stundenlang mit der Kugel in: Leibe ■ herumlanfen zu lassen, wie es bei Christen Vorkommen soll. Das wäre ein dankbares Feld für den löblichen Eifer des Wiener Stadtrathes, Thierschutz zu betreiben. Auch der Thierschutzcon.gress hätte sich mit dieser Frage befassen sollen. Wir wollen uns weiter mit der meritorischen Seite des rituellen Schächtens nicht beschäftigen, auch nicht mit den pompösen und Prätentiösen Thesen des Wiener Magistrates, dem: es werden andere Factorei: berufen sein, in dieser gar nicht mehr controversen Frage das letzte Wort zn sprechen, es scheint aber nicht zun: kleberflusse zu sein, aus die Folgen hinzuweisen, welche die Abschaffung des rituellen Schächtens in Wien für den Wiener Fleischconsum in: allgemeinen und für die arischen Wiener Fleischhauer, in: speciellen nach sich ziehe:: musste. Wir wiederholen, es ist ganz ausgeschlossen, dass ein Verbot des rituellen Schächtens in Oesterreich in: allgemeinen je zur Geltung kominen könnte; es ist auch nicht anznnehlnen, dass irgend eine Behörde die Hand dazu bieten wurde, das rituelle Schächten in Wien zn verbieten; angenounnen aber — und nicht zugegeben, das Unwahrscheinliche und Unmögliche: könnte doch zur Thal lverdeu und die rituelle Schächtuug in! Wien wurde untersagt sein, — was wären dann die Eon-! seguenzen? Unmittelbar vor den Thoren Wiens schon be-! ginnt die ungarische Grenze und die jüdischen und die vielen! hundert arischen Fleischhauer, die derzeit Fleisch von rituell j geschlachteten Thieren feilbieten, würden einfach den Be- | zug rituell geschlachteten Fleisches aus Ungarn veranlassen.! Was dies für den ohnehin eine volle Bedeutung nicht n:ehr ’ besitzenden Fleischmarkt der Residenzstadt bedeuten würde, | braucht wohl des Näheren nicht inehr erörtert zu lverdeu. l Nicht die jüdischen Fleischhauer wären daher die Betroffe-! nen, sondern deren arische College::. Bekanntlich tauschen i die jüdischen und arischen Fleischhauer gegenseitig Vorder-; und Hindertheile der Rinder; die jüdischen Fleischhauer! haben Bedarf für den Vordertheil die arischen dagegen fite* den Hinterkheil. Es wären daher nicht nur die jüdischen, sondern auch viele arische Fleischhauer darauf angewiesen, ihren Bedarf aus den ungarischen Märkten zu versorgen. Das wäre ein harter Schlag für die Approvisionierung Wiens, von dem es sich nicht erholen könnte und müsste noch mehr zu dem Niedergange des Wiener Fleischmarktes beitragen. Die Ungarn aber, würden sich neuerlich ins Fäustchen lachen und die lang gehegte Absicht, in Pressburg einen im großartigsten Stile projectierten Schlachtviehmarkt und Großschlächterei zu errichten, verwirklichen. Wir sind der festen Ueberzengung, dass — sollte wider alles Erwarten, was ja im Reiche der Unwahrscheinlichkeit möglich ist, — das rituelle Schächten auch nur Gegenstand der Berathung in: Plenum des Gemeinderath es sein, — gerade die arischen Fleischhauer diejenige:: sein werden, die der Abschaffung des rituellen Schächtens die größte Opposition bereiten werden. Drief aus Lemberg. Von Dr. Samuelsoyn. Wie wunderthätig die polnische Assimilation auf die Lemberger Juden wirkt, möge hier erzählt werden. Anderswo rennen die deutschassimilierten Juden in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche, um aus derselben fette Staatsanstellungen zu holen. Ueberängstliche Eltern in Deutschland bereiten ihre Kinder schon vom zarten Alter dazu vor, um ihnen den Sprung in das Taufwasserbecken zu erleichtern. — Zartbesaitete deutsche Mütter lassen ihre Knäblein nicht mehr in den Bund Abrahams aufnehmen. Dieser Schacher mit dem heiligsten Kleinode und dem unsterblichen Ich, wie verächtlich er auch ist, verbirgt sich unter der Maske der Zeit, der Utilität, des Materialismus. In Lemberg aber gibt es wieder andere Käuze. Die wollen ihr Poleuthum ganz nach dem Reeepte des Grafen T a r n o w s k i. Pole sein, setzt die Geburt durch polnische Elter:: und im Katholicismus voraus, und dies ist wohl erst in der zweiten Generation möglich. Es haben daher vor einigen Tagen zwei Familienhäupter das Salto mortale in das Polnisch-christliche Wasser vollzogen; der eine ein gewisser Herr W e i n t r a u b, Oberingenieur bei der Staatsüahn, der andere Dr. N u s s b a u m, Lehrer an der Thierarzneischule in Lemberg. Beide Herren haben ihren Hälsen glücklich einen Goldkragen gesichert. Es handelt sich da um etwas Höheres, um die Sterne; noch mehr, um einmal ganz und voll aus dem verachteten Volke, das ans Mizrajim vor kaum 3200 Jahren — als Sclaven ausgezogen war, herauszukominen. Die Herren Täuflinge lassen sich noch einen recht starken polnnischen Namen beilegen —und treten ganz anders auf. Hinwieder bemerkte ein: anderes Assimilationsjüdcheu polnisch-assimilatorischer Zucht, dass sein Geschäftchen — das von Bruchbändern und Pariser Specialitäten wimmelt — Brüche aufweist. — Flugs greift er nach dem Rettungsanker — er erkiest einige glaubensstarke, opferfreudige. Aristokraten, die ihn, seine schöne Gattin und Kinderchen in den Schoß ihrer Kirche hineinhoben und alle Löcher mit Goldmetall ausfüllten. Unser Volk wird ein so durchwegs krankes Glied aus seiner Gesellschaft los, das ansteckend und entzündend wirkt. Wir freuen uns über diesen Verlust. Das christlich-polnische Volk hat der Kirche, die durch das „Los von Rom" hart bedrängt wird, mit drei neuen Familien anfgeholferr. Wir sind so grvßmüthig, das Deficit des Katholicismus durch diesen Ausschuss zn decken. Habeant sibi. Schreiber dieser Zeilen aber ruft dem jüdischen Cnltnsi Vorstände in Lemberg zn: Cavcant consules! j Die Polonisierung in Gemeinschaft mit dem verhängnisvollen Unterrichte in unserer heiligen Lehre durch neun Zehntel! unjüdisch denkenden und lehrenden Religionslehrer führt zum Massenabfalle, los von Juda und los aus Rom. Kanu: ist es noch Zeit, die 5000 jüdischen Schästein zn retten vor dem Weihwasser. Es ist fast ein Wunder, dass die ztvei jüdischen Schulen, die ehemalige Haupt- und die. Mnsterschule (Knaben und Mädchen), ehemals von 1500 Kindern, heute von nahezu 800 Kindern besucht, uns erhalten blieben. Wir sprechen heute von der Mädchenschule. Diese wird von 400 Mädchen besucht. Dieses ist wohl nichts Auffälliges bei den tausenden jüdischen Mädchen, welche die christlichen Stadtschulen besuchen. Was aber doch unsere Sympathie für dieselbe erweckt, ist, dass mit diesen Kindern ein großes Stück jüdischen Elends — mit in die Schule geht. Dieser Schule steht wiederum ein Mann sui generis als Dirctvr vor, den das Erbarmen über da-? jüdische Elend an diese Schule brachte. Dieser Mann heißt Dr. B i e g e le i s e n. Herr Dr. B i e g e l e i s e n entsprießt väterlicherseits einer ärztlichen Familie — der assimilatorischesten Richtung, mütterlicherseits hingegen der jüdisch-philosophischen Familie Nachinau K r o ch m a l. Dr. Biegeleisen sah im Elternhanse und seiner Umgebung (gegen den Willen seiner Mutter) Assimilation und Christeuthum und Abfall, studierte sehr intensiv altpolnische Liternr und brachte es zu einer Berühmtheit durch seine literarischen Arbeiten über „Pan Tadeusz und andere". Wnnderbarerweise hielt derselbe, oüschon alle um ihn getauft sind, an dem Judenthum fest, das er leider nicht aus feinem Selbststudium keimt. Die Pole:: heischten de:: Tribut und Seelenschacher — unser Biegeleisen wollte diesen nicht entrichten und lebte von seiner Feder. Die jüdische Gemeinde, in ihrem wüthenden Polonisirnngseifer der Sturm- und Drangperivde, übergab diesem Manne, der Säule der polnischen Literatur, die ehedem noch deutsche Schule zur Durchführung der Polvinsiernng. Allein in ihm schlägt ein jüdisches Herz — vielleicht wärmer als in manchem hebräischen Fortschrittsmanne von ehedem. Dr B i e g e l e i s e n sah das schauderhafte Elend der schulbesuchenden Mädchen und regte die Gründung eines Vereines besser situierter 200 Frauen unter dem Titel Przytulek (Zuflucht) unter der Leitung der Frauen Dr. Byk, Parnes und Parmas an. Diese übertragen ihre mütterliche Sorgfalt auf 60 der ärmsten Mädchen und ^führten eine Nachmittags-Correpetition unter einer bezahlten Schullehrer::: ein. Neben dieser Wohlthat werden die Kinder mit einer Jause versehen und bekleidet. Diesem Vereine gesellt sich ein zweiter Verein höchst achtbarer Hausfräulein unter dem Titel „Praca skolna“ (Schularbeit) unter der Leitung der Fräuleins B l u rn e n f e l d und K l a r f e l d zu, welche die Versorgung der übrigen armen Kinder mit dem Nöthigen sich zur Aufgabe gestellt haben — und eine Art Protectorat über diese kleinen Enterbten im Lemberger Israel führen. Wir begrüßen diese zwei Vereine nicht bloß ihrer Hilfsaction wegen, sondern aus dem Gesichtspunkte der A nnäherung der reichsten Kreise an d i e ä r m st e n> Dieses Factum allein genügt, um die Herzen der jüdischen Damen nicht versteinern zu lassen, sondern sie stets weich und empfindlich zu erhalten und deren Augen offen zn erhalten für das Elend ihrer Connationalen. Eine Bemerkung möchten wir nicht unterdrücken und diese Herrn Dr. B i e g e l e i s e n ans Herz legen, zumal unser Director es wohl empfindet, dass das Judenthum nur auf dem Wege jüdisch-nationaler Erziehung erhalten werden könne. Möge er dafür sorgen, dass die Mädchenschule auch das nöthige Gewicht aus das hebräische Können der Schülerinnen lege, und sich dafür einsetzer', diesem empfindlichen Mangel ab- Zuhelfen. Die jüdische Mädchenschule möge eine Schule für zukünftige jüdische Mütter in Israel werden. Dieses Verdienst zu erringen, schätzen wir höher als die Großthat der Polonisierung. — Die Inden für Inden! Wien. (H e i m a t s r e ch t s b u r e a u des Jüdischen Volksvereins.) Seit Inkraftsetzung des neuen Heimatsrechtes wurde seitens des Heimcllsrechtsbureaus des Jüdischen Volksvereins eine große Zahl von Gesuchen um Aufnahme in den Heimatsverband beim Magistrate eingereicht. Natürlich werden von diesem große Schwierigkeiten gemacht, die noch dadurch erhöht werden, dass die Matrikenverhältnisse bei den Juden der Provinz sehr traurige sind. Fast jedes zweite Gesuch bildet einen Streitpunkt. Nichtsdestoweniger wurden von ca. 700 eingereichten Gesuchen bereits 300 zustimmend erledigt. Der Magistrat befolgt nämlich die Praxis, jedes Gesuch sechs Monate lang liegen zu lassen, bis die äußerste Frist erreicht ist. Die meisten Schwierigkeiten werden bei Aufnahme von Witwen gemacht, den Ungarn werden größere Taxen vorgeschrieben, weiters werden Personen, welche von der Cultusgemeinde Unterstützungen empfangen haben, als der öffentlichen Armenpflege zur Last fallend, abgewiesen. In allen Streitfällen wurden Recurse anhängig geinacht, welche selbstverständlich bis zum Verwaltungsgerichtshof gehen werden. Was das Material betrifft, sa nehmen zumeist die unteren Schichten der Bevölkerung, Hausierer, Dienstmänner, Agenten usw., für welche die Zuständigkeit eine wahre Wohlthat bedeutet, die Dienste des Bureaus in Anspruch. Wien. (Die Ausländer und das neue H e i m a t s g e s e tz.) Wie bekannt, will die Gemeinde Wien auch von jenen Ausländern, welche auf Grund der Ersitzung das Heimatsrecht nach dem neuen Heimatsgesetze vom 5. Deeember 1896 erwerben, eine A u f n a h m s g e b ü r einheben. Gegen eine solche Entscheidung des Heimatsrechts- Ausschnsses bat nun ein davon Betroffener an die Statthalterei recurriert, und diese bat schon unter dem 15. Mai d. I. erkannt, dass für die Zusicherung der Aufnahme eine G e b ü r n i ch t bemessen werden dürfe, weil nach der Tendenz des obenerwähnten Gesetzes „die Ausländer bezüglich der Ersitzungserfordernisse den Inländern g l e'i ch g e st e l l t feieu". Die Gemeinde Wien hat gegen dieses Erkenntnis, das erst jetzt ans Tageslicht kommt, recurriert, und das Ministerium des Innern hat unter dem 28. Juni erkannt, dass der erwähnte Beschluss des Ausschusses für die Verleihung des Heimatsrechtes zwar nicht gegen das Gesetz von: 5. December 1896, wohl aber gegen die Bestimmungen der §§ 7 und 59 1 des Wiener Gemeindestatutes verstoße, und hat diesen Beschluss sistiert. Gegen diese Entscheidung hat die Gemeinde die Beschwerde an den Verwaltnugsgerichtshof ergriffen. Da tausende von Ausländern um das Heimatsrecht in Wien eingeschritten sind, ift die zu erwartende Entscheidung von großer Bedeutung, wobei jedoch benierkt werden muss, dass die Beschwerdeführer gut thun, die Verhandlung der Sache zn urgieren, da sonst noch Monate verstreichen werden, bis ein Erkenntnis ersließt. Auch beim Magistrat muss auf Zustellung der Entscheidungen gedrungen werden, da eine Weisung vorliegt, alle Erledigungen für Ausländer l i e g e n z u l a s s e n, bis der Streitfall entschieden sei. Dadurch werden viele Gesuchswerber an der Einbringung der eventuellen Recurse behindert. Ueberhaupt werden die Heimatsrechtsaugelegenheiten vom Magistrate in unerhörter Weise verschleppt, da zum Beispiel dem Beschwerdeführer die obcitierten Entscheidungen vom 15. Mai und 28. Juni erst am 26. September, und zwar mit dem Vermerk „Sehr dringend", zngestellt wurden. Interessant ist auch die Entscheidnug des Ministenums des Innern, das sich nicht den

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