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Jüdisches Volksblatt · 1901-09-06 · 36 (6.9.1901) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
36 (6.9.1901)
Date
1901-09-06
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 6. September 1901 Nr. 36 Chronik des Judenthums. Anlarrd. Wien. (P c t i t i o n s st u r m gegen die geplante Abänderung der §§ 59 und 60.) In letzter Stunde haben sich die betheiligten Kreise aufgerafft, um durch Mafsenpetitionen an das Herrenhaus die Anjahre) gestiegen. Die Beiträge wurden grötztentheils schon j Leinberg. (W a h l r e s u l t a t e i n Galizien.) im September—October 1900 geleistet, wodurch das Zin- Nach den bis Mittag hier eingetroffenen Wahlmeldungen senconto erheblich profitierte. An Jahresbeiträgen gienhaben die Nu t h e n e n bereits zwei Mandate verloren, gen 15 828 K 73 h, cm Spenden 2669 K 62 h, cm Zinsen In Z y d a e z o w, welchen Bezirk bisher der Nllthene Dr. 1818 X 83 h, in Sunnna 20 307 K 18 h ein. Die Aus- Olesacki vertrat, erhielt Stanislaus P a w l igaben für 3tegie und Bespeisung beliefen sich auf 16 514 X,' k o w s k i 66 von 131 Stimmen, der ruthenischeGegenso dass sieh ein Ueberschuss von 4782 X 36 h ergibt, der candidat, der Geistliche Dawydiuk, nur 65 Stimmen. In Gründnngsfouds hat sich auf 44 696 X gehoben. Damit K a k u s z, welchen Bezirk bisher der Ruthene Modest ist der beste Beweis erbracht, tvelcher Sympathien sich der K a r a t n i e k i vertrat, wurde der Candidat des Central- Verein erfreut. Im abgelaufenen Schuljahre wurden 140 Wahleomitees Dr. Adolf W u r st mit 94 von 166 Stimmen nähme dieser Vorlage zu verhindern. Bogen zuin Sammeln Kostgänger anfgenonunen, welche sich aus Volks-, Mcktel-, gewählt. Karatnicki unterlag mit 66 Stiinmen. Wiedergevon Unterschriften liegen in allen Kaffeehäusern auf. Auch die Redaction des „Jüdischen Volksblattes" nimmt Unterschriften entgegen und ertheilt gerne Auskünfte betreffs Art der Agitation. Wien. (Der fünfte Z i o n i st e n - C o ng re ss.) Das Actions-Comitee hat den fünften Congress für die Tage vom 26. bis 29. December 1901 nach Basel mit folgender Tagesordnung einberufen: 1. Tag (Donnerstag) : A. Vormittags-Sitzung, 10 Uhr: I. 1. Eröffnung des Congresses durch den Präsidenten des Actions-Coinitees. II. 2. Wahl des Legitimations-Ausschusses, des Eongressbureans und der übrigen Ausschüsse. III. 3. Geschäftsordnung. IV. 4. Rechenschaftsbericht des Actions-Comitees: a) Allgemeiner Th eil, b) Cassabericht. F. Nachmittags-Sitzung, 4 Uhr: V. Discussion über den Rechenschaftsbericht. 2. Tag (Freitag): A. V o r m i t t a g s - S i tz u it g, 10 Uhr: VI. Fragen der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden: Generalreferent: Dr. Max Vorbau, d) Allgemeiner Th eil, b) Specieller Theil: 1. der körperlichen Hebung, 2. der geisticgen Hebung: a) Jüdische Geschichte, Literatur und Sprache, d) Jüdische Kunst, c) Jüdische Wissenschaft, d) Volksbildung und Volkserziehung, Gewerbe- und Hochschülern, sowie aus Handels- und Hand- , lvählt erscheinen bisher die Ruthenen Mandyezewski Werkslehrlingen recrutierten. Dieselben erhielten eine gein Nadworna, dem kein Gegencandidat gegenüber-gestellt sunde schmackhafte Mittagskost und an höhere jüdischen, wurde, ititb B a r winski irr Brody. Feiertagen auch ein gutes Nacht mah l. Wir .beglinkwilnschen > Lemberg. Bei der heutigen Landtagswahl erhielten ™ll, f C1i'f lI?t s' rt 1? Li 1 bon 210 abgegebenen Stimmen der Candidat des polnischen W'twM sich wesentliche Verdienste «worbm hat, zu CenImC-WahCkomU-es Dr. M «ruuowi-, 121 Stimjemen befolgen. l Dr. Lewicki (Jungruthene) 89 Stimmen. Ersterer Jttl Bezirke erscheint somit lviedergewählt. Irr D o b r o rn i l entfielen auf den bisherigen Abgeordneten T y s z k o w s k i, Candidaten des polnischen Central-Wahlconütees, von 133 abgegebenen Stimmen 132. Er erscheint somit wiedergewählt. In B r z e z a n y wurde R. v. T r a c z e w s k i (conservativ) mit 96 von 139 Stinunen gegen beit ruthenischeu Candidaten Staruch, der 43 Stimmen erhielt, gewählt. . . Qf . - Ta f-r c-c» ■ ■ r» « Tarnopol. Die Wahl verlief ohne Störung. 178 kz"ck,7 Aid M -ih^ilmäZn Walilmmmer galten itjuc .Stimmen ab. Hierva,, entfielen auf Hrtvt Srtv efii feftn »» t CYi Hirt Al t tt 1i- DCIl V t£? l) CI ICJC11 'OCLllCtCL ÖC^ \2x"UCl |" Olt $1' orytowski 119, auf den radicalen Bauer Stephan H a r m a t i j 69 Stimmen. Przcmyslany. In den Landgemeinden Przemyslany Nmrde Graf Roman P o t o c k i als Landtags-Abgeordneter lviedergewählt. Prag. (Zu den L a u d t a g s w a h l e n.) Weinberge wird bon den Jungczcchen der Abgeordnete Dr. Herold und in Przibram Bezirksobmaun Joseph Hodys neuerlich als Candidat aufgestellt. Kürzlich fand in Pardubitz eine Vertraucusmänner-Versammlung statt, die namentlich bon agrarischere Parteigängern stark besucht war. Die Versammlung berlies sehr lebhaft. Der?lbgcordncte Udrzal, der zugunsteu des juugczechischen Candidaten zu sprechen versuchte, wurde niedergeschrierc. Bei der Abstimmung über die Landtags-Candidatrcr fiel der jungezechische Carcdidat Komarek gegen den Agrarier Pilar durch. Letzterer gehörte, wie der „Czas" meldet, bis vor kurzem der juugczechischen Partei I von Vertrauensmännern der czcchischen Agrarpartei im Jungbunz lauer Wahlbezirke hat dem Bürgermeister Joseph Dürich das Mandat des Bezirkes angetragen. Bürgermeister Dürich nahm die Candidatur an. Die „Czeska Demokratie", das Organ der radieal-, nationalen Soeialisten, veröffentlicht einen Aufruf an die Wähler, ‘ in welchem es heißt: „Wir wollen für den kleinen Mann sprechen, und zwar schon aus dem Grunde, weil diejenigen, denen er bisher sein einziges politisches Gut, seinen Stimmzettel, ausfolgte, in sei-! ner Gutmüthigkeit auslieferte, sein Vertrauen systematisch täuschten ‘ Lemberg. 3. der wirr schaftlichen Hebung. Diden Referaten folgende Discussion Ä'-m « lütrb ein bte)cm Doge tu» 3 lehr nachnnttagv ohne Ponse . scheu noch seine culturcllcn Interessen vertheidigen konnten. Was ^-4len und Rclchsraths-Abgeordneter i. fortgesetzt werden. 3. Tog (Samstag): Abend- Sitzung. Beginn 6 Uhr: VII. Organisation. (Referate und Discussion.) 4. Tog (Sonntag): A. Vor m i tt a g s - S i tz u n g, 10 Uhr: vm. 1. Notionolfonds. IX. 2. Die Jüdische Coloniolbonk. B. dl achmittog suns aber vor allem anderen in den Wahlkampf drängt, ist Folgendes: Wir wollen, dass der Landtag des Königreiches Böhmen nufhöre, ein Versteck eines veralteten, dem czcchischen Volke schädlichen, drückenden Feudalismus zu sein, der, auf fremder, öffentlich-rechtlicher Grundlage fußend, das böhmische öffentliche Leben zuschnürt und die Wiedergeburt des ehemaligen czcchischen Demokratismus un- Siüun o 4 Uhr - X 1 Bericht der ständioeu Ausschüsse! möglich macht, dem gesammten Culturleben des czechischen Volkes YT n Ä?; a/, f cuaji uei t ran engen aiuiujiiijt. sornbleibt und jede tiefere Sehnsucht nach Selbständigkeit der böh- XI. 2. lohten dev Actioilv-Comiteev und der Commlssiomischen Länder gegenüber der unnatürlichen Gruppierung des cisnen. XII. 3. Initiativanträge und Eventualia. Die Namen! leithanischen Staates unterdrückt." Das socialdemokratische Organ der einzelnen Referenten werden später Verlautbart werden. > »Pravo Lidu" spricht sich über die möglichen Erfolge der Landtags- , Wahlen folgendermaßen aus: Als Hauptgegner rm Wahlkarnpfe r . . „ Wien. (A d a s s - I e r u s ch u n.) Am 8. September 6 Uhr können nur die jungezechische und die Agrar-Partei einander Bestrebungen zu lvert gehen und dcesbezugüch sogar vom nationalen abends findet im 9. Bezirke, Harmoniegasse 8, die Einweihung des gegenüberstehen. Die Arbeiterschaft kann selbstverständlich weder Programme abiveichen, betonte Redner, dass man im Parteileben neuen Bethauses statt, wobei die Herren Oberkantoren Bela Gutmit der einen noch mit der anderen Partei sympathisieren. Die und ber der Entwicklung der polnischen Verhältnisse unbekümmert mann und M. Scharr nebst Tempelchor die cantoralen Functionen! übrigen czechischen Parteien fallen im großen und ganzen wenig ins um gewisse Formeln dem Zeitgeiste Rechnung tragen müsse. Das übernehmen werden.! Gewicht. Die czechische Volkspartci wird kaum mrt einigen Candi- Bestreben, die Arbeltermassen und die Landbevölkerung zur Vedaturen hervortreten, die Ccrndidaturen der radical-fortschrittlichen thecligung am öffentlichen Leben heranzuziehen, sowie das Wahl- " ■ " - -- - - - - Mlichcn Partei werden ^'ocht zil eriveitern, kvniie doch uiimoglich als een nationales Verwerden. Der zweite Candidat Dr^ Lilien be- (W ä h l e r v e r s a rn m l u n g.) Jir einer Wäh- Sonntag Dr. Rutowski, Dr. Ronranowicz um die Wahl in den Landtag aiis dem Lemberger Stadtbezirke. Dr. Rutowski hob in seiner Candidateirrede hervor, dass das demokratische Häuflein der Polen vorsichtig rurd systematisch gegeirüber der coirservativen Nebermacht eine Etappen-Politik befolgen müsse, um die weitreichenden Pläne der angesichts ihrer Nebermacht zielbewusst auftretenden reactionären Schädlinge nach Möglichkeit zu durchkreuzen. Das größte Unglück der polnischcrc Demokraten sei ihre Zersplitterung in einzelne Gruppen. In dieser Hinsicht theilen die polnischen Demokraten das Schicksal aller liberalen Parteien, und sie seien daher im galizischcn Landtage!vie auch im Polen-Club des Reichsrathcs zur volitischen Ohnmacht verurtheilt. In Betreff des gegen die Demokraten erhobenen Vorwurfes, dass dieselben in ihren freisinnigen an;..« c o .. I daturen hervortreten, die Ccrndidaturen der radical-fortschrittlichen tyecugung am off , 1^ .) .uCltfetllt LI 11 a b e r l)=iu och -; Partei sind hoffnungslos und die der staatsrechtlichen Partei werden ^cht zu eriverterr nermnenheim fmd NN Laufe des Monates Auguft 28, ]Ctt! wohl demselben Fiasco begegnen, wie bei den Wahlen in den brechen angejeheu Eröffnung der Slnstalt im ganzen 163 bedürftige Frauen - Reichsrath. Was die czechischen Nationalisten betrifft, so ist es genesen und unentgeltlich verpflegt worden. Alleinstehende Frauen und Mädchen, die sich berufsmäßig der Pflege von armen Wöchnerinnen widmen wollen, werden vorgemerkt. Die Anstalt wird in kurzer Zeit in der Lage sein, die ersten herangebildeten Pflegerinnen zur Verfügung zu halten. Daselbst wird auch ein Verzeichnis von Frauen geführt, welche geneigt wären, Kostkinder zu übernehmen. Das Heim befindet sich Knöllgasse Nr. 22 und 24. Wien. (F r e i p l ä tz e für Z i t h e r u u t e r r i ch t.) An A. M. Sachers behördlich concessionierter Zitherschule kommen für ders Schuljahr 1901/1902 vier ganze und vier halbe Freiplätze (lückenlose Wiener Normalstimmung) zur Besetzung. Nähere Auskunft hierüber, sowie die Jnformationsschrift „Woran erkennt man den guten, woran den mangelhaft ertheilten Zither-, Clavier-, Gesang- und Violinunterricht?" sind im Schullocale, Wien, 16. Bezirk, Grundsteingasse 41, erhältlich. Daselbst auch Pension für Musikzöglinge. Wien. (I m B e t h a u s e „M arpe Lanefes ch",) 2. Bezirk, Glockengasse 4, werden die Sitze täglich von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr im Vereinslocale vermietet. Der Vorstand. Wien. (V e r e i n z u r u n t e r st ü tz llngjüdif ch e r K l e i n g e w e r b e t r e i b e n d e r i n W i e n, 2. B e z., O b. D o n a u st r. 81.) Zufolge llleneralversammlungsbeschlusses wurde Herr Dr. Richard Rappaport neuerlich ^zum Ehrenpräsidenten des Vereines gewählt. Bei der constituierenden Vorstandssitzung lvurden gewählt: Znm Obmann: Herr Sanl .Klausner, zum Obmann-Stellvertreter: Herr Julius Fischel, znm Schriftführer: Herr David Korkes, zum Schriftführer-Stellvertreter: Herr Adolf Fischel, znm Cassier: Herr Alexander Holzapfel, zum Cassier-Stellvertreter: Herr Isidor Belf, zu Controloren: die Herren Israel Gruber und Philipp Salzmann. Vorstandslnitglieder ohne besondere Function: Die Herren Bernhard Ehrlich, Dr. Josef Finkler, Sano Grünberger, Leon Horn, Berthold .Kaiser; Ersatzmänner die Herren Sigmund Eiffermann, Schaja Gutenberg, Bernhard Ober, Jsak 9kadzi)viller und Michael Schlinger. Brünn. (S i i p e u d i e u für i s r a e l i t i s ch e Lehra m ts c a n b i et t c ei.)_ Das Curatorium dcs mährisch-jüdischen Landesmassafonds beabsichtigt, Zöglingen von Lehrerbildungsanstalkeineswegs ausgeschlossen, dass sie vielleicht in dem einen oder ande^ ren Wahlbezirke durchdringen werden. Die Socialdemokratie wird in den Wahlkampf selbst reserviert gehen, da sie sich dessen vollkommen bewusst ist, dass bei der jetzigen Wahlordnung die czechische Arbeiterschaft überhaupt kein Wahlrecht hat; sie ivird nur Zählcandidaten aufstellen. Prag. (R elegierte S t u d e n t e n.) Zivei Hörer der Prager deutschen Universität, und zwar der Jurist N e u b aucr und der Candidat der Medicin B u ch sb a n m, wurden im Juni dieses Jahres vom akademischen Senat relegiert infolge eines Conflicts, den sie mit Angehörigen der crntisemitischen Verbindung „Saxonia" hatten. Die Mitglieder der letzteren beschlossen nämlich, Studenten israelitischer Confession keine Satisfaction zu geben. Infolge dessen kam es zwischen ihnen und Mitgliedern der Prager Studentenverbindungen wiederholt zu Zusammenstößen. Die beiden obgenannten Universitätshörer hatten mit Mitgliedern der „Saxonia" einen Conflict, bei dem cs ten, die sich gleichzeitig zu israelitischen Religionslehreru ausbilden besser. An ihrer Spitze marschiert Dr Scharf; diesem Ritter fMrtürtn i'v «rt O C\(\ Ov.,ii.,... 4t. 4 Ol 4.. . C i i /•/< vi c i r m ff c c /.*'/■ zu Thüt lieh kecken kam. Die Sache gelangte vor den akademischen isenat, der, )vie erwähnt, Neubauer und Bnchsbanm relegierte. Dieses Urtheil hatte damals unter der hiesigen freisinnigen Studentenschaft große Erregung hervorgernfen. Es wurden Eingaben an den akademischen Senat und an das Unterrichtsministerium gerichtet, in denen unter Darstellung des ganzen Sachverhaltes angeführt wurde, dass das gefällte Discipsinarerkenntnis nur auf mang-'lhasten Informationen des akademischen Senats über die Verhältnisse in der Studentenschaft und über die Conseqnenzen, die sich ans dem Verhalten der „Saxonen" ergeben mussten, beruhen könnten. Die beiden relegierten Studenten richteten überdies eine Beschwerde an das Unterrichtsministerium gegen das Urtheil. Wie nun die „Vohemia" meldet, hat das Unterrichtsministerium dieser. Beschwerde keine Folge gegeben.; Prag. (D e r R ü ck t r i 11 d e r A b g e o r d n e t e n D r. Za lud und D r. S ch a r f.) Wir haben im „I. V." öfters die dentschliberale Assimilation gebrandmarkt; die czechischen Assimilanten sind nicht um ein Haar wollen, Stipendien zu je 200 Kronen zu bewilligen, gegen die Verpflichtung, nach Ablegung der Reifeprüfung und ihrer Ausbildung zu Religionslehreru sich als Lehrer an israelitischen Schulen in Mähren durch eine Reihe von Jahren verwenden zu lassen. Es werden daher Eltern und Vormünder von absolvierten Schülern der Bürgerschulen oder der Nnterclassen von Mittelschulen, die das fünfzehnte Lebensjahr vollendet haben, hierauf mit dem Bemerken aufmerksanc gemacht, dass solche Zöglinge Gelegenheit haben, sich gleichzeitig am israelitischen Proseminar in Brünn die für Religionslehrer nöthigen .leenntnisse anzueignen. Brünn. 1F r e i t i s eh v e r e i n. ) Der so segensreich wirkende Brünner Freitischverein erstattet eben den Jahresbericht über seine Thätigkeit im abgelaufenen vierten Vereinsjahr, von welchem nur Gutes zu berichten ist. Die von der traurigen Gestalt, diesem Busenfreund des Ehren- Brzeznolvsky, gebürt das Verdienst, dass bei 40 jüdische Schulen in den czechisch-jüdischen Gemeinden ausgelassen wurden. Doch diesen Verräther des jüdischen Volkes erreicht eine gerechte Vergeltung; die Jnngczechen Iverfen ihn jetzt, nachdem sie seiner Dienste entrathen können, heraus; sie lohnen seine Handlangerdienste mit einem Fußtritt. Durch die Vereinigung der Vorstadt Lieben mit Prag wurde der Wahlbezirk Josefstadt seines jüdischen Charakters entkleidet; flugs werden von Seiten der edlen Jnngczechen an Stelle der Inden Zalud und Scharf zwei Arier candidiert. lieber Dr. Zaüld wollen lvir kein Wort verlieren; er war gegen Zahl der Mitglieder ist auf 1287 (gegen 1232 im Vor-! Dr. Scharf gehalten, ein gllter Jude; das sagt alles. sprach zunächst die Judenfrage. „Wenn man" — sagte Redner — „der Mitwirkung der Juden, die in Galizien einen so namhaften Bruchtheil der Bevölkerung ausniachen, auf nationalem Gebiete nicht entrathen könne, sollte man in Anerkennung der consessionellen Gleichberechtigung keine Winkelzüge gebrauchen und der Ziclassung der Juden zu öffentlichen Aemtern und anderen Stellungen sich nicht widersetzen. Der Antisencitismus, Ivelchcr mit den christlichen Lehren nicht im Einklänge steht, werde den Frieden in dem auf das Zusammenhalten aller Volksschichten angewiesenen Lande schwerlich fördern. Lluch den Ruthenen gegenüber müssen die Polen, tvelche am ehesten die Wirkungen der nationalen Unterdrückung zu beurteilen verstehen, gerecht Vorgehen, und sie sollen die begründeten Forderungen der Brudernation berücksichtigen. Selbstverständlich dürfe aber an eine administrative Zlveithcilung Galiziens gar nicht gedacht werden." Der dritte Candidat, Romanolvicz, wiederholte, Ivas er schon In früheren Wählerversammlungen gesagt hat, dass die polnischen Demokraten ungeachtet der Einwendungen der eonscrvativen Partei in vielen wichtigen Fragen sogar mit den vielgclästerten Social-Demokraten geradeso ».ne mit der bäuerlichen Volkspartci zusammengehen können, ohne sich dadurch einer Prcisgebung nationaler Interessen lchccldig zu machen. Die Ausführungen der drei Candidaten werMen beifällig anfgenoenmen. Mittivoch tverden die Candidaten deck' vom polnischen Central-Wahlcomitee autorisierten Demokraten vor den Lemberger Wählern erscheinen. Krakau. (Zu den L a n d t a g s!v a h l e n.) Auf Grund des von der Krakauer Wählerversammlung gefassten Beschlusses erschien in Lemberg eine Abordnung, bestehend auS den Iteichsraths- Abgevrdncten Notker und DaSzynski, beim Statthalter Graf PiniuSki, um über verschiedene Wahlmissbräuche, die insbesondere in den Bezirken K'rakau, BrzeSko, Dobrolva, Wieliczka, Jaslo, Krosno und Biala vortämeu, Beschwerde zu führen. Die Deputation überreichte zugleich dem Statthalter ein auf die Durchführung der Wahlmännerivahlen bezügliches Memorandum. Der Statthalter erwiderte, wie „Slolvo PolSkie" berichtet, dass er in Betreff der legalen Durchführung der Wahlen schon vor einigen Tagen die Bezirkshanptlente ausdrücklich angelvieseu habe, die gesetzlichen Bestinunnngen stricke zu befolgen. Hinsichtlich der begangenen Wahlmissbränche versprach Graf Pininski, eine genaue Prüfung eines jeden Falles, der ihm zur Kenntnis gebracht kvürde, zu verfügen. Gegebenenfalls'lvürden die Schuldigen zur Berant- Ivortnng gezogen iverdeu. Das ruthenische Central-Wahlcomitee empfiehlt den ruthcnischen Wählern im Landgemeindenbezirke Krosno für den Führer der polnischeic Volkspartei Stapinski und gegen den Candidaten des polnischen Central-Wnhlcomitees Ritter v. Trzecieski zu stimmen. Das polnische Central-Wahlcomitee hat in dem Landgemeindebezirke Ropczyce die Candidaticr des ehemaligen Ministers Ritter von Jendrzejolvicz genehmigt. In Krakau hat eine oppositionelle jüdische Wählerversammlnng, in ivelcher der Reichsraths-Abgeordicete DaSzynski seine Candidatenrede hielt, sich gegen,.irgendkvelche Abmachungen und gegen daS Zusammengehen der Inden mit der conservativen Polenpartei erklärt und die Unterstützung der polnischen demokratischen Candidaten beschlossen. UeberdieS tvurden auch DaSzynski und Dr. Adolph Groß als Candidaten ausgestellt. Eine jüdische Wählerversamnilung in Lemberg beschloss, in der Landeshauptstadt die Candidatur des ReichSrathS-Abgeordneten Dr. Byk zu unterstützen. Je: den Landgemeinden Gryboiv candidiert gegen den bisherigen Abgeordneten Klemensietvicz (Demokrat) der Ingenieur Dlugospotvski als Schützling des polnischeil Central-Wahlcomitees. Die polnischen Blätter behaupten, dass die ruthenischen Geistlichen die ruthenischen Bauern in aufreizenden Reden und mit Drohungen von der Unterstützung der Candidaten des poluischeu Central-Wahlcomitees abzuhalten suche». Gegen den Pfarrer Littvinolvicz in Kudrynce (Bezirk Borsczolv) haben Gendarmen die Anzeige tvegen einer Hetzpredigt erstattet. Der Landesansschuss-Beisitzer Vayhinger hat die ihnc neuerlich nngebotene Candidatur in der Stadt Tarnow ailgenonnnen.

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