Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 33 (16.8.1901)
- Date
- 1901-08-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 16. August 1901 Nr. 33 Die AbgeorD treten der Städte und der Handelskammer giengen geradewegs in den deutsch-liberalen Club. Ezemoivitz ist aber auch so glücklich (?), eine deutsche Universität zu haben. Weil nun die heimischen, wissenschaftlichen Capacitäten sehr dünn gesäet sind, tvird auslvärtige deutsche Ware importiert. Diese eingewanderten deutschen Professoren haben an Dühriugs Brüsten gesogen — verzeihen Sie mir diesen Tropus — sie haben mit deutscher Gründlichkeit sich den deutschen Antisemitismus als Wissenschaft angceiguet, sie sind überzeugt von der Nothlvendigkeit der Erhaltung der deutschen Rassenreinheit. Dass Juden mit Deutschen anr selben Stammtisch sitzen, der deutschen Burschenschaft angehören, in der Kneipe aus demselben Stiefel wie Thuiskos Sohne ziehen sollen, das war ihnen ein Greuel. Als mm die deutsch-liberale Partei zur wohlverdienten ewigen Ruhe eingieng, da vollzog sich der Wandel. lieber Anregung deutscher Professoren der Universität wurde der „Verein der christlichen Deutschen" in der Bukowina" gegründet, der mit Siegesschritten durch das ganze Land gieng und Tausende von Deutschen in seine Mitgliederliste aufnahm. Der Verein ist in erster Linie ein wirtschaftlicher, in zweiter Linie ein geselliger Verein. Sein Grundzug ist deutschnational ohne Schönerer'schen Beigeschmack, d. h. er ist gut österreichisch. Den Juden gegenüber übt er das asemitische Princip. Antisemitische Emmnciationen hat er sorgsam vermieden. Das ist die Wahrheit über den Verein der christlichen Deutschen. Um die Zeit der Gründung dieses Vereines hat der Zion OS m u s seine ersten Wellen gezogen. Je stärker die deutsche Seperation war, desto stärker schwollen die Zionvereine in der Bukowina an. Uns nationalen Juden war daher die Gründung dieses deutschen Vereines keine Ueberraschung, sa er war uns willkommen, weil er die jüdisch-deutsche A s firn i l a t i o n aufs Haupt schlug. Den jüdischen Bannerträgern des deutschen Liberalismus war er jedoch ein herber Schmerz. Sie fühlten sich ihr Leben lang als Deutsche, und mit einnnnale waren sie extra muros gestellt. Ja, man that ihnen so wehe, sie zu den christlich-deutschen Veranstaltungen nicht einmal einzuladen. Seit dieser Zeit datiert der Umschwung in den politischen Anschauungen der Inden. Die Aufrichtigen erklärten offen das „Deutschthum mosaischer Confession" fiir einen Schwindel. Einige, die es nicht zugestehen wollte::, sprachen von einer Verirrung der Zeit. Aber allen wurden die Augen geöffnet. Man entdeckte plötzlich, was seit jeher offenkundig tvar, dass man politisch gleich Null sei, dass wir im Landtag so gut wie gar nicht vertreten waren, man entdeckte, dass man bisher den Deutschen selbstlos Dienste geleistet, ohne jemals von ihnen eine Gegenleistung zu verlangen. Glück oder Zufall wollten es, dass eine mächtige, bedeutende Persönlichkeit (Dr. S t r a u ch e r), wie zur Führung des Landes geschaffen, in den Vordergrund des öffentlichen Lehens trat. Die Verhältnisse schufen den Führer und das Bedürfnis nach einer politischen Organisation der Inden. In China haben wir leider leine so gute körperliche und geistige Erziehung der Jugend. Dagegen kann ich Sie versichern, dass wir der sittlichen Erziehung eine größere Aufmerksamkeit zuwendcn. In unseren Schulen und Universitäten wird das Hauptgewicht darauf gelegt, die Jugend zu den Pflichten des Mannes und des Ehemannes zu erziehen, für die Pflichten als Vater und Gatte, als Sohn, als Unterthan und als Freund. Ich will Ihnen ein bis zwei Stellen aus unseren Classikern citieren, und Sie werden sich ein Bild von unserem Erziehungsshstem machen können. Einer der berühmtesten Schüler des Confucius sagte eines Tages: „Ter, welcher die Tugend so liebt, wie er seine Pflicht thut, dient Vater und Mutter, gehorcht seinem Herrscher und hält seinen Freunden die Treue. Möge ihn jemand unerzogen nennen, ich sage, dass er erzogen ist." Eonfucius zählte einmal auf, was für die Erziehung des Volkes gethan tverden nurss, und sagt: „Vier Hauptdinge gibt es: die Schrift, die Moral, die Aufrichtigkeit und die Treue." In China tvidmen wir der moralischen Erziehurrg große Aufmerksamkeit, aber leider mif Kosten anderer Dinge. Wenn ich aber Ihre Erziehung betrachte, so ist sie weder für mich noch für Sie vollkommen. Ich bin competent für die Angelegenheiten meines Landes, aber hinsichtlich Ihrer Angelegenheiten und Ihrer Kindercrziehnng sind Sie bessere Richter als ich. Dies bringt mich auf einen anderen Gegenstand. Die Chinesen und die Juden sind stets Freunde gewesen. Ich finde Bande der Sympathie zwischen diesen beiden Völkern. Ihr Volk ist über die ganze Erde zerstreut tvorden, über alle Länder. Sie blieben nicht auf einem Fleck, durch die Gewalt der Umstände sind sie zerstreut worden, und jetzt finden sich überall Juden. In China ist das anders. Wir sind immer in demselben Lande geblieben. Vielleicht ist cs dem fünften Gebot zuzuschceiben, dass wir unser Land haben behaupten können. Doch was die A e h n l i ch k e i t und die Uebereinstimmuug zwischen den beiden Völkern betrifft, so besteht sie leider darin, dass beide Völker verfolgt wurden und noch verfolgt sind oder, wenn sie nicht verfolgt werden, so werden sie doch verachtet. Aber Sie tverden mit mir sagen, dass man gegen diese beiden Völker ein großes Vorurtheil zeigt. Voreingenommenheit aber entsteht durch Unkenntnis der Thatsachen. Vorurtheil ist die Folge von Engherzigkeit. Jetzt lassen Sie mich ertvägen, warum Sie und wir so verachtet tverden oder, um es mild auszudrücken, warum so viel Vorurtheil gegen uns besteht. Mau begann dieser Organisation vorzuarbeiten. Und es war höchste Zeit. Ein von Regierungsgnaden zum Politiker avancierter Universitätsprofessor, der durch seine persönliche Liebenslvürdigkeit den Juden ganz besonders gefährliäje Reichsrathsabgeordnete Dr. S k e d l, hatte den politischen Fehler, den die Deutscherr im Lande gemacht hatten, erkannt. Ji: änderet: Ländern (Böhmen, Niederösterreich) könnet: die Deutsche!: die Juden leichter entbehret: als in der Bukowina, wo es zur Aufrollung der deutsche!: Rnssenfrage zn früh lvar. Die Deutschen, sagte er sich, sind ohne die Juden zu schtvach. Folglich nurss der Riss verkleistert werden. Aber irrie? Den bewährten Verein der christlichen Deutschen wollte er nicht missen, dieser Verein ist in Wahrheit Znm deutschen Bollwerk, zun: nationalen Hort geworden. Da kam der Herr Professor ans eine Idee. Ebenso wie es ch r i st l i ch e Deuts ch e gibt, kann es ja auch „j ü d i s ch e D cu t s ch e" gebe::. Gemacht. Es wurde ein deutsch-politischer Verein gegründet. In diesen: Vereine werden Deutsche und Jllden fürs Deutschthun: arbeiten. Zu unserer Schmach und Schar:de haben sich auch nationale Juden gefunden, die dieser Gründung mehr oder iniiwer verhohlen das Wort redetet:. Von anderen, die der national-zionistischen Auffassung der Judenfrage sternestehen, konnte es nicht mehr wunderirehmen. Dieser deutsche Lockruf hat seine Wirkung gethan. Nicht viele such es, die dem Prof. Dr. S k e d l in dein deutschpolitischen. Verein hereingefallet: sind. Aber es sind leider nicht die schlechtesten unserer jüdischen Mitbürger. Diese wenigen blasen jetzt die alte Assinülationspfeife, um jüdische Gimpel zu fangen. Die Gründung des „Jüdischen Volksvereines" und des „Deutsch-Politischen Vereines" geschah nahezu gleichzeitig. Jeder Verein suchte den: anderen zuvorzukommen, weil er genau wusste, wie gewaltig fertige Thatsachen wirken. Ich sagte, die Gründung des „Jüdischem Volksvereines" tvar eine Nvthwendigkeit. Mai: wird nüch aus der bisherigen Darstellung bereits verstanden haben. Die Erziehung de r M affen i n jüdischnationale m G e i st e i st e i n e H a u p t a u f g a b e der Jüdisch-Nationalen u n d Z i o n i st e n, zwischen denen ich keinen wesentlichen Unterschied finden kann, höchstens in quantitate, keineswegs aber in qualitate, weil beide Richtungen jüdisch-national sind, mit den: Unterschiede, dass der Zionismus ein Plus in seinem Programme hat, zu dem die „Jüdische VolkspaAei" nicht Stellung nimmt, hoffentlich aber :wch synipathisch Stellung nehmen wird. Das ist meine ganz persöhnliche Anschauung über den Streit in: Lager Jsra els. Ist es null, um auf das Thema znrückzukon:n:en, unsere Aufgabe, das jüdische Volk national zu erziehen, so müssen wir jüdische Organisationen schaffen, die nach der Natur der Sache auch politischen Bestrebungen dienen müssen, erstens, damit der nationale Selbstzweck erreicht wird, zweitens, damit unsere Stammesgenossen von Organisationen ci la „Deutsch-Politischer Verein in Czernowitz" abgezogen werden, und drittens, damit das zum Theile schon ausgerottete Unkraut der widerlichsten Assimilation nicht wieder überhand nehme. Wenn tttnu wegen unserer Fehler und Schwächen voreingenommen ist, so ist das gerechtfertigt; aber nach einiger Erwägung muss ich sageil, dass wir nicht deshalb verfolgt werden. Wir werden nicht wegen unserer Fehler gehasst, obgleich Sie mit mir darin überstimmen tverden, dass wir nicht alle vollkommene Wesell sind. Aber dennoch behaupte ich, dass dieses Vorurtheil gegen Sie und gegen die Chinesen nicht wegen unserer Fehler, obgleich wir solche haben, soildern tvegen unserer Tugenden besteht. Ja, wegen Ihrer Tilgenden, tvegen Ihrer Geschicklichkeit, Ihres Fleißes, Ihrer Sparsamkeit, Ihrer Beharrlichkeit rmd geschäftlichen Tüchtigkeit. Diese guten Eigenschaften besitzen Sie in hervorragendem Grade, und dies erregt den Neid und den Hass der anderen Völker. Und diese guten Eigenschaskeii theilen toir Chinesen mit Ihnen, und deshalb tverden wir verachtet. Wohin ich kam, überall habe ich gegen Euer Volk murren gehört, gegen mein Volk toagten sie es in meiner Gegenwart nicht zll thun. Und tvenn ich frage, toarum sie so einen Argwohn gegen Euch hegeii, könnoli sie mir keine bessere Anttoort geben, als dass Ihr ihnen zu schlau seid. Das Volk, welches immer glücklich ist und von den anderen geachtet wird, wird leicht träge, nachlässig und indolent. Weil dieses Vorurtheil gegen Sie besteht und toeil Sie zerstreut sind, werden Sie sich anstrengen und einporsteigen; und mit der Zeit tverden Sie das erste Volk der Erde sein. Dies ist eine chinesische Doctrin. Ich citiere Ihnen einige Sentenzen des Mencius: »Wenn Gott jemandem viel Gutes thun will, dann seht er ihn zuerst dem Hunger und äußerster Armut aus und vernichtet seine Unternehmungen. So stachelt er seinen Geist, stählt seinen Körper und bringt ihn zu kräftiger Thätigkeit." Daraus sehen Sie, dass Leben ans Kummer mü> Unglück entsteht, urrd Tod aus Lust und Wohlergehen. Ein Däensch muss sich selbst anstrengen, um emporzusteigen, ebenso eine Nation. Wenn wir verstoßen und verachtet werden, sotten wir uns in der Welt auszeichnen. Daher müssen wir trotz aller Feindseligkeiten zufrieden sein und uns auszeichnen ouf dieser Welt. Die Völker dieser Erde haben verschiedene Religionen und einen verschiedenen Glauben. Die Juden können nicht verlangen, dass alle Völker ihrem Glauben zugethan sind. Die Menschei: unterscheiden sich in verschiedenen Dingen, in unserem Geschmack unterscheiden wir uns alle. In der Nahrung liebt der ein Süßes, der andere Saures; in der Kleidund dieser jene Farbe, jener wieder eine andere. In politischen Dingen gibt es wiederurn verschiedene Parteien. In Ihrem Lande Für die Juden meines Heimatlandes stand die Frage offen, ob sie Deutsche werden oder ob sie Judetl bleiben wollen. Der „Jüdische Volksverein" in Czernowitz gibt die Antwort: „W i r w o l l e n I u d e n b l e i b e tt." Eine gräfliche Eseawotage. Von Dr. Rübe« Vierer. Mit den Worten des Verzweiflungsrufes unseres hartbedrängten Stammvaters, des Patriarchen Jakob: »Und wann tverde ich für mein Haus arbeiten? '22« 22 nWK Tlö mit dem wir den vorigen Artikel geschlossen, tvolleli wir seinen Nachfolger beginnen. Lange Jahre diente unser Staumivater bei Onkel Laban, dreimal sieben böse Jahre. Er diente für die Frauen, er diente für die Schäfchen. Noch machte der Ehrenvetter keine Miene, ihn zum freien Manu zu machen. Schier bis in alle Ewigkeit sollte jene Leibeigenschaft vor viertausend Jahren andauern — ob schön, ob Regen, ob unter den: heißen Sonnenbrände des Morgenlandes, ob unter der schneidenden Kälte der Nächte. Wie tvunderbar passt jene Hausgeschichte Israels aus dem fernen Osten n:rf die Geschichte der Juden des ziemlich nahen OsterlS — Galizien. Dienen wir nicht als sogenannte „Emancipierte" dem polnischen Vetter schon länger als dreirnal sieben Jahre? Frohnen und nichts als srohnenl Eine moderne Leibeigenschaft, eine Puns/.czyczna des i'in de XIX siöcle. Das galizische Israel dient mit dem Einsätze aller seiner politischen Habe dem polnischeil Gentleman ungefähr in folgender Weise: Sieben Jahre für die Ertheilung des österreichischen Staatsbürgerrechtes, andere sieben Jahre für die gnädige Ertheilung des Bürgerrechtes als Landsmann Galiziens, sieben Jahre für die Ertheilung der Gleichberechtigung als Bürger der Gemeinde, endlich die vierte siebenjährige Capitulation — wohl die schlimmste und blutigste — für das Recht, den Sabbath- Erub zu legen. Laban, edler Onkel, was tvillst Du noch mehrl? Allein, tver ewig erwägt, tver etvig kopfhängerisch seinen beklagenswerten Zustand erträgt, der bleibt ein wehrloses Klageiveib, hat kein Recht, Verbesserung seiner Lage zu erwarten. Einem solchen Menschen passt eben die Situation des Sclaven, des etvigen Sclaven, ihm nützen alle verbrieften Rechte, unter die Seine Majestät der Kaiser seinen saerosancten Namen gesetzt hat, ebensoviel, tvie einem Tobten forcierte elektrische Bäder. Unser heiliges mosaisches Gesetz kannte schon früh derlei Typen; es zollte ihnen jene Achtung, es brachte ihnen jene Hilfe, die sie eben verdienten, indem cs vorschrstb: An den Pfosten des Sclavenhauscs mit dem Sclaven, an den Pfosten bringt ihn, fasset sein Ohr, welches die Gesetze der Menschenfreiheit vernommen und diese außeracht zu lassen wagt, bohrt sein Ohrläppchen an diesen Holzpfahl als ewiges Schandmal seiner niedrigen Gesinnung! Das Staatsgesetz „Mosche Rabbenu" verachtet ihn! Er bleibe ein Diener, ein Sclave für alle Zeit, ein erworbenes Stück Vieh, seinem Herrn auf Gnade und Ungnade, auf Leben und Tod ausgeliefert! Zu unserer modernen Zeit, welche wir Juden wie keine andere. Nation so bitter und ernst empfinden, seien jene beherzigenswerten Worte gesprochen: Sintemal wir uns an jenes geschichtliche Bild, an den Ursprung des Wcltkampfes des Jakobsstammes gegen seine Bedränger, erinnern, wollen wir fortfahren mit der Frage: Nun, was soll jetzt geschehen für das Haus Jakob im Staate Oesterreich, im Lande der modernen Labanitcn? Die Antwort ist gegeben. Sie lautet: Sammeln wir uns, machen wir es uns besser, organisieren wir uns! Diesen Ruf lässt der Verein „Schomer Israel" seit dreiundhaben Sie Republikaner, Demokraten und Socialisten. So ist es auch mit der Religion. In der That denken sich die Völker viele weise Dinge aus und machen eine- Religion. Moses machte eine Religion, und Cvnsucius machte eine Religion, ebenso Mohammed. Ein Glaube für alle tvürde nicht durchführbar sein. Diese Religionen mussten ans einem gesunden Princip basiert sein, denn die Religion muss solide Grundlagen haben. Jeder Prophet ist ein Weiser, wenn er eine Religion, eine Lehre anfstellt. Er kennt das Volk, in dem er lebt, und er passt die Religion den Bedürfnissen dieses Volkes an. Die Religion des Confucins ist den Bedürfnissen unseres Volkes angepasst, die jüdische Religion tvird den Bedürfnissen Ihres Volkes gerecht. Diese Religionen haben jahrhundertelang gedauert und haben manchen Stürmen widerstanden. Keine schlechte Religion kann so viele Jahre dauern. Nehmen Sie die Religion des Confucins. Ich sage nicht, dass sie eine vollkornmene Religion ist, aber sie ist den Bedürfnissen der Chinesen angepasst, und eö ist schwer, sie zu verdrängen. U:n eine Religion zu verdrängen, muss die neue eine große lleberlegenheit über die alte besitzen, ebenso die Anpassungsfähigkeit für das betreffende Volk. Wenn die neue Religion diese Eigenschaften nicht hat, tvird sie keinen Erfolg haben. Ich tvill damit nicht gegen das Missionswesen reden. Ich will nur sagen, dass mm: nicht durch stolzes Benehmen und durch Verachtung eines Volkes und. seiner Gewohnheiten ihre alte. Religion überwinden kann, sondern nur dadurch, dass man ihnen wirklich überlegen ist. Durch Freundlichkeit, durch Acte der Milde und des Wohlwollens kann man hof- 'en, einige zu bekehren, aber nicht anders. Bei manchen ist es üblich, diejenigen, tvelche nicht zu ihrem Glauben gehören, Heiden zu nennen. Aber es gibt auch unter Heiden einen Unterschied. Es gibt Heiden, welche schlechte Handlungen verüben, und andererseits solche, tvelche besser sind als die besten Juden und die besten Christen. Zu dieser Classe hoffe und strebe ich zu gehören. Ich traf einmal bei einem Gastmahl einen Amerikaner und nagte ihn, ob er ein Christ sei. Zu meiner Ueberraschung antivortete er: „Ich bin ein Heide." „Sind Sie nicht Amerikaner?" »Ja, aber ich bin ein Heide, und bin stolz darauf." Als ich ihn fragte, toarum, da sagte er. dass er getauft sei. Doch als er zu Jahren kam, Bücher las und selbständig dachte, da kam er zu dem Schlüsse, dass ec nicht den: Glauben der Mehrheit angehöre. Vielleicht sagte er das alles rn:r aus Höfliclsteit gegen mich — einen Heiden.