Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 31 (2.8.1901)
- Date
- 1901-08-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Ul Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 2. August 1901 Seite 5 Mit Recht ist schon von Herrn Rabbiner Dr. Mim,; in Ockciwitz ans die Handiverlvr Schlesiens, von anderer Seite auf die jüdischen Bauer» in Argentinien und den übrigen Calvinen Neriviesen worden. Zn Nerinnndern isl nur, dass bisher nicht die amtliche Statistik des deutschen Reiches herbeigezvgen ivnrde, ivelche genau an gibt, wie viele Inden ans unserem heimischen Baden landivirtschaftliche Berufe betreiben. Gestatten Sie mir hierfür die I.ahlen^der Berufs- und (üelverbestatistik des deutschen Reiches von l I. Juni .ISOfi anzilfiihren. Danaeli gibt es in der landtvirtschafthchen Gärtnerei, Viehzucht, Forsllvirlschaft und Fischerei: 1. Selbständige Israeliten f 11 >7 männliche und 11!) iveibliche Kill!, 2. Wirtstliaftsbeamte, Wirtschafterinnen nsiv. 78 männliche und 8 iveibliche -- 7t!, .Unechte, Äliägde nsw. S‘>8 männliche und 780 weibliche ~ 11!7!>, znsainnien 1 <!:> männliche und 1 Bl8 ineibliche, Slimma '>871 Personen. Vinf die einzelnen Bnndessiaaten entfallen hiervon:^ans Preußen und zivar: Ostpreußen l IN männliche, 22 iveibliche, Westprensten!ll männliche, 70 iveibliche, Ponnnern 8,1 männliche, 2l iveibliche, Posen 107 männliche, (!(! iveibliche, Schlesien 1P8 männliche, 78 iveibliche, Sachsen 10 männliche, —- iveibliche, Schleswig- Holstein 2 männliche, 2 iveibliche, Hannover 21 männliche, bkälter in hebräischer Sprache: „Habageleth" und „Hazevi", die ein zigen in (1(111,3 Palästina. Ansterdem gibt der Gelehrte und Buchdrnckereibesilzer A. M. Lnnez vierteljährlich eine periodische Zeit schrift „Jerusalem" heraus, wie auch jährlich einen literarischen „Palästina t'lsmanach" --- die allerdings nur eine kleine cknzaht von Abonnenten im In- und Anslande haben. Wahrend es nun um diesen Ziveig des Drinkereigewerbes ziemlich gut bestellt ist, befindet sich der Steindruck hier noch 'st, den ersten Anfängen seiner Entwicklung. Die hiesige Steindrnckerei, obivogl die einzige snr nein,; Palästina, konnte sich ivährend ihres fünfjährigen Bestehens schon deshalb nicht gut entlvickeln, iveil es an Arbeitskilisten, besonders an tüchiigen Reaschinenmeistern fehlt. Sonst ist das Etablissement mii allen nötliigen Maschinen und Materialien versehen. Cs hat eine grösste Schnellpresse mit Moiorenlnirieb, eine Handpresse, viele bearbeitete und glatte Solenhofer Sieine nsiv. Gegenivärtig beschäftigt die lithographische Ansiail zivei lOietfier i iid drei (Oesellen, lönnie aber noel, vielen anderen Fachleute: Arbeit geben, falls sieh solche am Plaste befänden. Nicht selrei gerätst der Inhaber der Lithographie bei Anhävfnng von Ansträ gen ans Mangel an Arbeitern in die größte Berlegenheit. Ans dieiveibliehe, Westfalen 57 männliche, 88 iveibliche, Nassau 178 männ-! sein Grunde werden hier auch leine Ansichlslarten erzeugt. Da liehe, 11 1 iveibliche, Rheinland 207 männliche, 158 iveibliche, > den hiesigen Handwerkern jedes Verständnis für eine richtige Or- Hohengollern 7 männliche, — iveibliche, zusammen 1111 männliche j ganisation fehlt, gibt es hier auch keine Fachvereine. Znm Schlüsse und 580 weibliche Personen; Bastern 58.5 männliche, 858 iveibliche, j will ich »och bemerken, dass der gange Bedarf an Maschinen, Bneh- Eaehsen 2 männliche, Württemberg 7 8 männliche, 28 weibliche, > staben (Schriften! und Materialien fast ansschlirstlich ans Deutsch. Baden 12!) männliche, N8 iveilstieliv, Hesst'ii 12! männliche, 82 weist-! laust bezogen ivird. liebe, Mecklenbnrg-Schiverin «y männliche, 8 iveibliche, Sachsen-! Jerusalem. <W g s s e V. I 0 i t II n g.) Der neue Weimar 2 mannstche, > iveibliche, Meckleiibnrg-Strelist 1 mann-! Pascha, Dschiwad Bel), hat die Negierung i» Canftantinopel liebe, Oldenburg;> männliche, 5 iveibliche, Brannschiveig » mann- . T 2 / ' % , c ^v r r .c , c I... iichl-, l iveibliche, ^.-Alienbnrg 8 männliche, Coburg.Goiha!; OUs den Wussetiutlllgek, an dem ^elstlsglem keldet, ailsmeltmännliche, Schwargbnrg-Sondershansen 1 männliche, 'Waldeck 8! sam gemacht, der Sultan hat hierauf telegraphisch beaufmännliebe, 7 Iveibliche, Schanmbnrg-pippe 1 männliche, stippe 1 j tragt, 0000 Lire türkischer Währung an.stnweisen, um die mannliche,!> iveibliche, Bremen 1(1 männliche, Io iveibliche,HN"1-; ollen Wasserleitungsröhren von Buer ab gegen eiserne ansbnrg 7 mannliche, CI aii-stothriiigen 1 (»(> mannliche, to(> weibliche, , r. r" ~ •' 8, Y , , c , st 2 rfr znsammen 2108 männlielje, 1208 iveibliche — .8871 Personen. ) stNlvechjeln. Das? Coimtee hat sofort telegraphlsa) M In dieser Zahl sind die als Gesinde für häusliche Dienste beschäs-; Europa eiserne Dtöhren bestellt, und man hofft, bis Ende tigten Israeliten nicht mit einbegriffen. Als solche lvnrde» allsterj Sominer Jerusalem mit Wasser genügend?,n versorgen. dein gezählt: Prengeii 171 männliche, 001 weibliche, Bastern 4 . {i^ f ...s r , männliche, 81 iveibliche, Sachsen 8 männliche, 7 weibliche, Wärt j » . . .s... (Jtach k l a n g ~u ben u b o n j p i ,_o t g u»tg ut.) temberg <! iveibliche, Baden 2 männliche, 21 weibliche. Hesseii g Dw,e Woche oeganu m Korfu ein Proeess gegen.m Emgeborene männliche. 10 iveibliche, Mecklenbnrg-Schiverin 2 weibliche. Sach- ' fernen Englanoer, die an den Unruhen g-g-n d.e Juden sen-Weimar 2 iveibliche, Oldenburg 0 iveibliche, Brannschiveig lj ft“» 1 s ^^ete M nmnUch weibliche, Cvbl'rg-Gorsta 8 iveibliche, Anhalt 1 iveibliche, stippe 1 - ^r das ..Ech m, oaiv die Hwen cm ...mo geiautu hatten, iveibliche, stübeck 2 .-,ä,.nliche. Bremen 1 männliche, 0 iveibliche.! Z» fuße Pobel war naturtta) sowrt bereü, Rache zu neg nsn. Hanibnrg 0 männliche, 88 iveibliche. Clfast-storhringen 0 mä.nri aber fand uum das Kmd ber Verwanotrn. Der Verhandlung liehe, 08 weibliche Personen. ' (wohnt auch der engüscye Eonful bei. Dr. C. x ii ch. Smyrna. (I ü d i s ch c V e r e i n e..) Hirr haben Paris. (E h r n n g e n.) Herr ch'aphiali Polak, sich Zwe i V e r e i n e gebildet, deren einer die^Berbreitung Seeretär der Directiou der Staatseisenbahn, und Herr Hat-. der türkischen, der andere die der hebräischen^WprachcWPUn son, Beamter der „Compagnie generale transatlantiglie", lvurden zli Officieren der Ehrenlegion ernannt. Herr Dr. Weil! lvnrde zum Professor für Linderkrankheiten an der Lyoner Universität ernannt. Zlvecke hat. Der lebtere hat bereits Abeud-Curse eröffnet, lvelche von Herrn Moise Halevy geleitet werden. Tiflis. (A n s lv e i s n n g c n.j Seit einiger Zeit wird hier von amtswogen ivieder einmal die Iudenjagd betrieben. Dabei geht das Bestreben der Behörden dahin, nur recht viele Inden ans iflis ansgnlveisen, gleichviel, ob die Ansmeisungen zu recht oder zu Paris. i E i n e H e r a u s f o r d e r nng Leon Dandet's.) Leon Daudet, der Sohn von Alphonse l unrecht geschehen. Heber die Zahl der Attsgewiesenen liegen ge- Daudc t, [durfte dem Socinliftcn G ctaii! t-i» ich -> ed!>!">- «nn"be» E »«. W li° .k'fr ÄA eme .Herausforderung znm Duell lvegen eine -lltirelv der ntiiien gegen ihre Anslveisnng beim Gouverneur Beschivcrde einge- „Petite Diepublique", worin General Geranlt-Richard als Hegt haben. Wie grvst muss'erst die Zahl der Ansgewicsenen sein, eine Schmach bezeichnet hatte, dass Leon Daudet setzt in der welche ihre Ausweisung still hingenommen und ohne Klage Tiflis „Libre Parole" mit Drumont zusammen arbeite, der ihn in j ^w'lasien haben. _ dem Buche „La sin ii’itii monde" aufs gröbste beschimpft! habe. Drumont behauptet dort, Leon Daudet habe die Enkei tin Victor Hugos nur um ihrer Millionen willen geheiratet - Genf. Die „parteilose Bereinigung der Inngtürlen" (Asfociaiion impartiale des jenneS Ottomansl veröffentlicht eine Adresse an die Schiveig, die in dentstster ilebrrsestnng rnigefähr folgender-, masten lautet: Auf das Begehren eines gekrönten Hauptes, das der ertanchte Gladstone im englischen Parlament auf rmmer um der Begei.hnnng „der graste Mörder" brandmarkte, Hai man foebe-'i einen politischen Flüchtling, Inngtürken, den Ionrnalisten Ali Fahri, vom Schweizergebiet ausgeiviesen. Angesichts dieser harten, durch die Iiitrignen Mnnir Bests, (Gesandten S. Ri. des „rothen" Siilkans, rwerbZttttd WirtschKsts-GeiLosse!:- schaft zur Grvrchtuug vor? Mrrrerrhäuser'rr (r. G. '«r. b. G.) Es ist ein interessantes Zusamnrentrefsen, dass gerade um dieselbe Zeit, um welche wir in -anseren Ailesührn'.igen. bei dem Bunkte angelangt find, Zweck und Ziel der in Gründung befindlichen ErwerbsundWirtschasts-GeuossenschafL „Freie Vereinigung-Wiener Kanfleute" in erörtern und concrete Vorschläge des Das meiste Verständnis für die Bedürfnisse der Kleingewerbetreibenden zeigte noch Herr Professor P h i l i p p o v i ch; seine Einsichten decken sich vollständig mit denen des bekannten Münchener Stadtschnlrathes Herrn Dr. K e r s ch e n st e i ne r, ivelche derselbe in seinem Festvorlrnge gelegentlich des 80jährigen Jnbilänms des Bastrischen Kunstgewerbeveremes in Alünchen zum Ausdrncke brachte. (Der Zusammenhang zwischen der gewerblichen n?d staatsbürgerlichen E rziehnng bildet gleichsam den panvtinhall der erst kürzlich von der königlichen Akademie zu Erfurt gekrönten PreiSarbeil des Herrn ' Stadtschnlrathes Dr. .K e r s ch e n st eine r. Den „Münchener Neuesten Ätachrichten" vom 8. Jnlt l. I. entnehmen ivtr folgenden Bericht, den wir im Auszüge briugeu. Herr Stadtschulrath Dr. K e r s ch e n st e i n e r ergriff das Wort ziliu Festvorrrage „lieber geiverbliche Erziehuug" uud und sagte unter anderem: „Es ist ein Zeichen des Ernstes unserer Zeit, dass auch an diesem Jubelfeste eine Frage zur Erörterung kommen soll, die Frage der geiverblichen Erziehung, deren ernste Bedeutung der Siaatsmaun ivie der Bürger, der Gewerbetreibende, wie der Industrielle, ja man kann sagen, alle Vaterlandsfrennde fühlen." „Geivisse technische Fertigkeiten, so sagt er, „sind jedem Menschen mehr oder minder nothivendig; darum ist es nöthig, dass überall Arbeitsschicken für Knabeii und Mädchen angelegt und mit den Lehrschnlen in Verbindung gebracht rverden. Bon diesen Schulen sollen auch jene nicht freigesprochen werden, von bervorgerusenen Mastregel habea die jungen Orwinanen ohne lln . zur Rettung in seiner Existenz bedrohten kaufmännischen Detaillersehied. des Stammes und Bekenntnisses die Nothwendigkeu. erkannt, die össenlliche Meinung aufzuklären und die Sache der jiuvgen Türkei zu vertheidigen. Zn diesem Behnse gründeten sie die parteilose Bereinigung der Inngtürken. Die jungen Ottomanen anerkennen die Gastfrenndstpaft, die ihnen die Sehkveiz geivahrt; sie sind gerührt und ergriffen von der groistherzigen Iiniriatwr, welche die Presse und viele Bürger der Srhiveiz zugunsten ihres miglücktichen, der Tnrannei eines Despoten zum'Opfer gefallenen Freundes Ali Fahri ergriffen haben. Sie vertrauen ans den Gerersttigleilssinn des Echiveizervolkes rind die Lostalität seiner geamicten llkegiernng und erivarten alles von ihrer erlenchteten Grostmull) gegenüber dem Verbannten. Die Srhiveiz und Genf, heilige Ställen aller Freiheit, Heimatländer Wilhelin Tells und Philipp Bcrthelirrs, Ivarenchmmer die Znflnckstsslätte der Verfolgten und Geächteten, die Znflnckit aller edetn und grostmüthigeii Gedanken. Treu ihren Ueberlieferungen wird die Srhiveiz auch ferner den jungen Ottomanen ihre Gastfrenndschaft getvähren, veren einziges Strben darauf aözielt, für ihr unglückliches Bwterland eine Bersassnng zu erhalten und die für eine heilige Sache kämpfen, de:- Srbnst des Rechtes eines von einem Tstrannen nnlersvckilen Volkes. O Schiveiz, du edles stand! Selbst ivenn wir alle bis ans den lebten Handels zu machen, auch im nicderösterreichischen st and tage eine Debatte abg:s:"'brt ie sich mit demselben Gegenstände wude, der Rettung des Kleingewerbss, beschäftigte und den Wortführern aller im Landtage verrretenen Parteien reichlich Gelegenheit bot, ihren Standpunkt gegenüber den Kleingeiverbetreibenden eingehend zu präcisieren; ergötzlich war es, zu sehen, wie sie alle,! Chriftlich-Soeiale und Liberale, Socialpolitiker und Demokraten, miteinander wetteiferten um die Gunst des kleinen Mannes, Per ivieder einmal, weil die Landtagswahlen in naher Sicht sind, im Werte gestiegen ist. .Hernnsgerornmen ist bei dieser Gelegenj heit ivieder nicht viel; neue Gesichtspunkte sind auch keine zutage gefördert ivorden. Es ist immer die alle Geschichte mit deirselben Variationen. Den Standpunkt der Christlich-Socialen, der eigentlichen Vertreter des Kleingewerbes, kennen wir ja bereits' zur Genüge; er heißt: „Wasch' ruir den Pelz und mach' ihn nicht nass;" auch die Medicin, die die Socialdemokraten für das todtkranke Kleingewerbe stets in Bereitschnsl haben, ist uns nicht unbekannt; sie hat sich mit den Jahren nicht verändert und ist rloch immer dieselbe gebliebeil; sie lautet: „Kleingewerbetreibende, Ihr müsst crepieren, für Euch ist kein anderes Kräntel gewachsen," (Und dieKleingewerbetreck.wnden wollen die Nothivendig- '.11(01111 ausgeiviesen ivürden ans deinen: heiligen Boden, so ivürden keit, sich selbst — und dies sehr bald — ouszuhängeu, noch immer mir dennoch deinen: Bolle znrnfen: Dank dir, Achtung lind Beivnnllicht einsehen, und sind — es ist eigentlich eine Frechheit von ihnen. derniig Jerusaleur. lB n ch d r n ck e r e i e ».) Dass die Lage der hiesige» Bnckidrnckereien sich in letzter p,eit bedenkend verbesserte, ist lvoht dein Umstande zu verdanken, dass die Verfasser von Cominentarien zu der heil. Schrist und Verleger ihre ^aerte umso liel'er hier drucken lassen, als sie hier nicht lhenrer zu stehen tour noch rmmer am Leben. Zudringliche Leute das! Aber ob für einen Todlkranken, der seinen Zuckaud nicht kennt uub am Leben bleiben will, das auch die richtige Ntediein ist, wollen wir dahingestellt sein lassen. "Sagte doch der soeial deniokratische Redner sehr treffend; „Heftet die Lage des .Kleingewerbes, dass es rettungslos dem men, als in Europa und Amerika, von lvo ans sogar nicht selten hier - Untergänge geweiht ist, siitd wir ja alle einig, niach einig sind svlckie Aufträge ei nt reffen. Die neue Mast reget des Unterrichtswir niw über die wragwelte der Maßregeln, oie überhaupt zu M'inisterillms, ivelche säinmilickie Buch- und Steindruckereie» inner semer Siettung getroffen werden rönnen Das Hecht soviel, auch -.- - Ujcj ,,tL. btc Sveialdenwkralen ivyseu tecn uRlttel, wie oem rleuien Manne m. chlccideuzgeholfen werden könnte. Abgeordneter Schneider har wie logen,' Wand wnner auch diesmal den Nagel ans den 5kopf getrosteil; also d sogar "wpor- > uur die Kleingewerbetreibenden, die ein Ver.nögen von fl. 10.000 strenge Aufsicht der Censnr (sog. Maares) stellt, ha! auch viel zur Belebung und Hebung des Druckgewerbes beigeirngen. arbeiten, lvie Neiijahrsglücklviinsche ans ganzen Boge lalender n. dgl. werden in großer Anzahl erzeugt und so,,.— . - . .. lieri. Neulich erschien in einer hiesigen Druckerei ein originelleaufwärts (warum denn nicht gleich eine Million) noch besitzen, Abreistkalender in vier Abiheilnngen für Israeliten (in hebräisch), dürfen gerettet werden, die weniger oder gar nichts mehr be- Russen, Deutsche und Mohammedaner. Die stöhne der hiesigen Buchsitzen, können wienerisch gesagt, hin werden, wann sie wollen; drnckergehilfen sind dnrchschnittlich dieselben >vie in Europa, da i "ud so was will ein Abgeordneter sein; der ganze Jammer hier die Lebensmittel ebenso thener sind >vie dort. Ein Setzer für! unserer Aertretnugskörper ist noch nie so zutage getreten, wie die hebräische Sprache bewnimt bei einer zehnstündige» Arbeitszeit bei der Rede dieses Menschen, wir rväreu begierig, zu wissen, im Sommer und nennstündiger im Winter durchschnittlich 15 Frcs. ■ wie viele Wähler für die Christlich-Socialen daun noch übrig per Woche. lI» Europa ist der durchschnittliche Verdienst 25 Frcs. .blieben, wenn die letztgenannte .Kategorie Lklemgewerbeireibender Per Woche bei nennstündiger Arbeitszeit. Red.) Setzer für Arabisch von ihnen nbsiele; dann wäre es wohl anS mit der Herrlichkeit und die europäischen Sprache» verdienen bedeutend mehr. ES man-der Herren Schneider, Greg orig o iutti quanti, und sie gelt hier selten an Gehilfen, .wer ebenso findet man auch keine! könnten sich dann auf ihren Lorbern ausruhen und mit Muße Arbeitslosen in dieser Branche, da sich diejenigen, die leine Arvert ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Jndensressen sich ungestört hiuerhalten, einer aiideren Beschäflignng znlve'nden oder auüwan- ' geben. Die Oeffentlichkeit und auch ihre biherigen Wähler dern. Seit eiiwr Reihe von Jahren erscheinen hier zlvei Wochenwürden ihnen gewiss keine Thräne nachweinen. schätzen, sich selbst den nöthigeir Unterhalt eriverben zic können iwd jenen gehörig zu achteii, der durch Arbeilsainkeit und Fleiß es verstanden hat, sich einen Wohlstand zu verschasfeii." Die einseitige Betonung, heißt es iveiter, der rein technischen, wenn auch möglichst vielseitigen lllusbildung genügt aber für nnsere eigentliche geiverbliche Erziehung in keiner Weise mehr. Mehr als je ist heute dem Getverbe auch eine kansmännische und wirtschaftliche Einsicht nöthig, mehr als je drängen henre zahlreiche Gewerbegruppen zum genossenschaftlichen Betriebe; aber maii will nicht recht begreifen, dass ein aussichtsreicher Ltampf mit dem Großbetrieb nur dann möglich gemacht wird, ivenn dessen Organisation und Lcituilg auch im genossenschaftlichen Verbände znm Muster genommen ivird. Und wenn man es begreift, so fehlt der Gemeingeist, die Unterordnung, die veriiünftige Selbsibescheidung. So ivie die Sachen heute vielfach liegen,' ist die staatliche peeuniäre Unterstützung so mancher Gero'ssenschaften direct eine erfolglose Sache. Nun ivas sagen denn rtnsere Christlich-Socialen zu diesen Anssübrnugeu. sticht wahr, da verstummen sie. Wenn sie sich anstatt mit dem Studiirm des Talmud, den sie doch nie verstehen werden, noch mit der Leetüre deö „Jndichen VolksölatteS" — welches in seiner auch den Christlich- Socialen verständlichen Sprache geschrieben ist, — befassen ivürden, io hätten sie in der jüngsten Zeit Verschiedenes lernen können, was für sie zu wissen höchst vortheilhaft gervesen wäre, und sie hätten bei der.Debatte im Landtage keine so jämmerliche Rolle spielen müssen; aber dem nicht zu rathen ist, ist auch nicht zu Helsen. Nun sind auch wir bei dem Schluffe unserer Ausführungen angelangt. Wir haben gesehen, dass und aus welchen Gründen die heutigen Zwangsgenossenschasten nicht in der Lage sind, ihre gemeinnützige Thätigkeit im Sinne des § 114 der G.-O. zu entfalten, und auch tu absehbarer Zeit nicht in die Lage kommen dürften (es müsste denn eine vollständige Umbildung der heutigen politischen Parteien vorausgegangen sein, was nur durch die Einführung des Proportionalwahlrechtes herbeigeführt werden könnte, und so weit sind wir ja noch nicht in Oesterreich), diese für die Erhaltung deS Kleingewerbes so eminent wichtige hätigkeit anfzunehmen; wir haben aber auch iveiter gesehen, dass unb warum svecwll wir Juden, die wir unter den heutigen traurigen Enverbsverhältniffen das meiste zu leiden haben, nicht mehr länger müßig znsehen dürfen, bis unsere bescheidenen Mittel allmählich tzansgezehrt sind und wir dann arlßerstande wären, aus eigener Kraft etwas zu unrnuehmeu, und dass nur warum wir gerade den jetzigen Moment für den geeignetsten halten, die zei'splüterten Kräfte der jüdischen Handeltreibenden, an welche sich dann später die der übrigen jüdischen Kleingewerbetreibenden anschließen sollen, in eine Genossenschaft zu vereinigen. Lautet doch der § 2 des Statutes der „Freien Vereinigung der Wiener Kauslenre" wie folgt: Der Ziveck der Genossenschaft ist die Förderung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder durch Errichtung von Warenhäusern, in 'welchen alls zum persönlichen Gebrauche, sowie für den Haushalt nothwenigen Artikel feilgehalten werden können, der Betrieb dieser Anstalten, sowie die Herstellung aller dieser ßlrtikel in eigener Regie oder durch genossenschaftliche Associationen. Die Genossenschaft wird bei Ausuahnie ihrer Thätigkeit jedoch toeniger aus die Errichtttug neuer als bereits bestehender Geschäfts, und zivar ohne Unterschied der Branche, ihr Augenmerk richten. Erst wenn alle Geschäfte der Genossenschafter durch Ablösttng in den Besitz der Genossenschaft gelangt sind und sich dem genossenschaftlichen Betriebe auch angepasst haben werden, wozu" mindestens ein Zeitraum von fünf Jahren in Aussicht zu nehmen seitt wird, erst daun soll daran gegangen werden, die einzelnen Geschäfte zu specialisieren und, wo es am Platze ist, überflüssige Geschäfte nnszulassen oder neue Warenhäuser und Speeialgefthäfte, immer jedoch nur nach Loealbedars, zu errichten und modern auszugestallen; dann iverden sie sich auch bestocken, grünen und gedeihen und reichlich Früchte tragen. Das sind in großen Zügen die Grundsätze, nach welchen die Gründer der Genossenschaft genossenschaftliche Warenhäuser errichtet sehen wollen. Schließlich ivolleu wir noch bemerken, dass es nach langwierigen Berathungen auch schon gelungen ist, eine allseits befriedigende Form zu finden, nach ivelcher die Ablösung der Betriebe von ihren gegenwärtigen Besitzern stattznfinden hätte, und die Ptinkte zu stiptilieren, nach welchen die mit denselben zu errichtenden Verträge gemacht werden sollen. Die Verträge müssten folgende Bestitnmungen enthalten: :y Die Verpflichtung des Verkäufers, ein vollständiges detailliertes Verzeichnis seines Inventars, sowie den Nachweis seines alleinigen Eigenthnmsrechtes an diesen Gegenständen vorznlegen; >0 die Verpflichtung des Verkäufers die Bewertung des Geschäftes sammt Inventar durch die genoffenschaftlicheSchätzungs- Commission aitzuerkennen und für mindestens die Halste der Ablösesumme Antheilscheine zu nehmen; c) muss es dem Verkäufer sreigestellt bleiben, seinen ihm abgelösten Betrieb nach 8 des Gesetzes v. I. 1878 in Pacht nehmen zu können, in welchem Falle der Pachtschilling die Höhe von 10% der Ablösungssumme nicht übersteigen dürfte; ck) das Recht des Verkäufers, in der Genossenschaft eine fixe Anstellltttg zu erhalten mit dem Mindestsalair seiries jetzigen Personaleinkommens; «) die Verpflichtung des Verkäufers, auf Verlangen der Genossenschaft oder bei eventueller Liquidation den ihm abgelösten Geschäftsbetrieb, um den jeweiligen Jnventarwert wieder zurückzunehmen; f) die Vertragsdauer darf fünf Jahre nicht überschreiten;