Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 29 (19.7.1901)
- Date
- 1901-07-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Feite 2 Wien, Freitag .Jüdisches Volksblatt 10. Juli 1901 Nr. 29 tzcfuirden haben, Die Ergebnisse seiner Forschungen wnroen zuerst in den Organen des Polenclubs „Dziennik polski" und „Czas" veröffentlicht, dann erschienen sie als separate Broschüren, die in Galizien stark verbreitet tout* den. So viel von dem nicht osficiellen Antisemitismus in Galizien, oder dem sogenannten Asemitismus. Eine officielle Partei mit der antisemitischen Firma hat erst jüngst Pater Stojalowski gegründet. Der Antisemitismus dieses Hern: hängt mit seiner politischen Carrierre zusammen. Der Propst Stojalowski war ein gefügiges Werkzeug der polnischen Schlachta, welcher er den Titel eines päpstlichen Prälaten verdankte. Er war ein Todfeind der damals noch starken ruthenisch-russophilen Partei und bekämpfte den damaligen Anführer dieser Partei, Naumowycz, nicht immer mit erlaubten Mitteln. Bald aber hat er sich mit der Schlachta und mit der kirchlichen Hierarchie zerschlagen. Im Nu wurde der Katholicissimus Sroialowski zu einem radicalen Demokraten und Jesuitenfeind. Er näherte sich der Socialdemokratie, wurde von derselben unterstützt und befreundete sich mit vielen Juden. Als die katholische .Kirche Pater Stojalowski excommunicierte, schrieb er in seinem Blatte: „Ich werde gewiss nicht nach Canossa pilgern!" Aber tempora nmtantur! Es sind Zetten gekommen, da Herr Stojalowski doch nach Canossa pilgerte. Er versöhnte sich mit der röhmischen Kirche und mit der polnischen Schlachta einerseits und mit der russischen Regierung andererseits (von seiner nicht immer platonischen Liebe zu einem russischen Geudarmeriechef hat man in den meisten Blättern Verschiedenes erzählt). Seil dem Augenblicke, da Stojalowski mit der Schlachta wieder gut Freund ist, verwandelt er sich in einer: wilden Judenfeind. er bekommt ein Reichsrathsmandat, schließt Waffenbrüderschaft mit der rrrthenisch-russophilen Fraction und macht gemeinsame Sache mit seinem einstigen Todfeinde, dem russophiten Blatte „Haliczanin". Zur politischen Lage in Oesterreich. Interview mit dem Abgeordneten Grafen Herberstein. Ein Mitarbeiter unseres Blattes hatte Gelegenheit, mit den: Landtagsabgeordnete:: Grafen A. Herberst e i n, einem der Wortführer der mährischen „Mittel- Partei", über die politische Situation Oesterreichs und die Stellung der Mittelpartei zu derselben zu conferieren. Seine Anschauungen gipfeln in: Folgenden: Es sei demokratischer Oberschreier, Herr Menkes, Berichterstatter einiger polnischer Blätter, polemisierte entrüstet selbst gegenüber jenem Theile seiner Gesinnungsgenossen, welche das jüdische Proletariat hervorhoben, und verlangte ein Zusammengehen aller Proletarier gegen die Bourgeoisie. Nachdem alle die feurigen Redner ihr Pulver verschossen, ertheilte der Vorsitzende das Wort Herrn Dr. RubinBierer. und es sei uns gestattet, manche Gedanken hier zu reproducieren, welche einen frischeren Zug in die Versammlung brachten: Dr. Vierer meint: Es seien hier Dinge besprochen worden, die gar nicht hierher gehören. Wir haben uns hier versammelt, die Nöthen unserer ärmsten Gemeindegenossen, der Hausierer und nothwendig, einerseits die G l e i ch b er echt: gung der I Händler, für die Lebensgefahr im Anzuge ist, wahrzunehmen verschobenen o st e r r e : ch : s ch e n N a t: o u a ly | ^evren und wollen jetzt über die Heilung einer anderen Im Herbst vorige:: Jahres hat sich der alte Schlaumeier mit der Schlachta „a bisserl zerzankt", das war aber nur eine momentane Laune oder eher Missverständnis. Denn bald darauf hat der berüchtigte polnische Verwandlungskünstler seine Truppen dem Polcnclub zugefi'chrt, um der galizischen Opposition in den Rücken zu fallen. So konnte der polnische Landmarschall, Gras Stanislaus Baden:, bei der Eröffnung des galizischen Laiwtages den Herrn Stojalowski über den grünen Klee loben und von der Einheitlichkeit der nationalen Bestrebungen aller Polen reden. Pater Stojalowski — der erwiesenermaßen mit dem Statthalter von Galizien, Grasen Pininski, in: brieflichen Verkehr steht und seine Politik, zumindest in der letztere:: Zeit, gewiss nicht auf eigene Faust betreibt — wird wahrscheinlich die goldene Brücke zwischen den galizischen Russophilen und der polnischen Landesregierung bilden. Denn der galizische Statthalter (nachdem er sich von der Unhaltbarkeit eines ausschließlich schlachzizischen Regimes überzeugt hat) schwärmt für eine conservattv-demokratische Negierungsmajorität in Galizien, die durch den antisemitischen Kitt Zusammengehalten wäre, welcher auch die russophile Clique angehröen würde. Die aussterbende ruthenisch-rmssophile Fraction regt sich nun, verwandelt sich auch in eine antisemitische Partei und hofft jetzt neue Hilfstruppen zu bekommen von Seite der Judenfeinde aller Schattierungen. Man agitiert in verschiedenen Richtungen, mit verschiedenen möglichen und unmöglichen Mitteln. Das kommt der russophilen Partei sehr leicht, da sie eine gut situierte, von der russischen Regierung unterstützte Presse zur Verfügung hat. Die antisemitisch-russophile Partei hat auf italienische Weise eine Maffia gegründet, die ein journalistisches Räubergewerbe betreibt. Vor allem denunciert man. Wenn aber ein Gegner keine Denunciationen fürchtet, beraubt man ihn der Ehre und des guten Rufes." Sembratowicz fragt sich nun am Schlüsse seiner Ausführungen : Welches Mittel gibt es in Galizien gegen den Antisemitismus? Er schlägt vor allem vor, dass die Juden mit ihrer bisherigen Taktik im ganzen Lande die Schlachta zu unterstützen, brechen sollen, und vielmehr entsprechend den ethnographischen Verhältnissen sich in Westgalizien der polnischen und in Ostgalizien der rnthenischen Bevölkerung anschließen sollen. Mit dieser Taktik haben aber die Juden die traurigsten Erfahrungen gemacht; sie hatte in Böhmen zur Folge, dass man in Prag den Juden die Fenster einschlug, weil sie in Eger Deutsche sind, und in Eger ihnen die Fenster einschlug, weil sie in Prag Czechen sind; dasselbe artige Spiel würde sich in Krakau und Lemberg mit landesüblichen Variationen abspielen. Als zweiten Ausweg schlägt er vor, die Jude:: sollten sich als „deutsche" Nation im Lande neutral Verhalten. Wir wollen diese absonderliche Schrulle einem so liebenswürdigen Politiker verzeihen, obwohl sie jeder historischen oder nationalen Entwicklung ins Gesicht schlägt; sie ist auf den ersten Blick unausführbar. Als dritten Weg schlägt er dm vor, den die Jüdische Volkspartei schon seit Jahren vertritt; die Juden sollen sich als jüdische Nation constituieren. Das ist der Weg der nationalen Emancipation, der bis jetzt noch jedes Volk, mag es noch so darnieder gewesm sein, moralisch und körperlich regeneriert hat. Auf dieser Plattforn: hoffen wir einmal uns mit Herrn Sembratowicz über einen ehrlichen Ausgleich von Volk zu Volk auseinanderzusetzen, um auch diesem Lande ein ehrliches Zusammenarbeiten aller Nationen herbeizuführen. L. S. täten und speciell der Deutsche:: und Czechen zun: Durchbruche zu verhelfen, andererseits sei aber vom gesammt staatlichen Standpunkte aus und in: Interesse der Verständigung der verschiedenen Nationalitäten untereinander eine Verstündigungssprache, die deutsche, nothwendig. Dies sei der Standpunkt der „Mittelpartei", welche aus keinem exclusiv nationalen, sonder:: auf den: ö st e rr e i ch i s ch e gesammtstaatlichen Standpunkte fuße. Mit diesen: können sich die gemäßigten nationalen Elemente auf deutscher und czechischer Seite befreunden, und thatsächlich gravitieren viele Politiker deutscher und czechischer Nationalität zur Mittelpartei. Dieselbe ist also eine österreichische Partei, sie steht in der Mitte zwischen den deutschen und slavischen-Nationalen, ist weder liberal, noch clerical. Bedauerlich sei es, dass sich die Liberalen von den All deutschen, und die gemäßigt czechischen Elemente von den czechischen Chauvinisten umgarnen lassen. Mit diesen antiösterreichischen, extrem nationalen Fractionen von hüben und drüben gibt es für die „Mittelpartei" keinen Pact. Abgeordneter Gras Herber st ein sieht für seine Person in der kulturellen und wirtschaftlichen Auto nomie der Nationen innerhalb der bestehmdm Länder das geeignetste Mittel für eine friedliche Auseirmnderschung. In den Freiheitsfragen steht die „Mittel- Partei" näherderLinkenals der clericalen Rechten. Die abgelaufene Reichsraths-Session habe gezeigt, dass der wirtschaftliche Boden jener sei, auf dem die einzelnm österreichischen Völker die u:eisten Berührungspunkte haben, und darum sei die Cultivierung wirtschaftlicher Reformen ein geegnetes Mittel, die nationalen Gegensätze zu mildem. Für die „Mittelparte:" existiert keine Judens r a g e. Sie verwirft den Antisemitismus, da sie die unbedingte Gleichberechtigung aller Nationen und Confessionen anerkennt. Die „Mittelpartei" fordert aber auch die Unter ordnung aller nationalen und confessionellen Sonderinteressen unter das g e s a m m t ö st e r r e i ch i s ch e. Schließlich und mdlich müsse ja doch in Oesterreich eine ö st e rr e i ch i s ch e Partei e n t ft e h e n und ö st e r r e i ch is ch e Politik gemacht lverden. Vom öestrreichischen Standpunkte aus müsse jede wei tere Lockerung des Reichsverbcmdes auch Ungarn gegenüberverworfen werden, und sei im Gegmtheile eine Stärkung der Centralgewalt der Gesa mmtmonarchie wünschenswert. Jedenfalls aber mäste die politische und wirtschaftliche Uebennacht der Magyaren emgedämmt werden. mich, den Arzt, hat diese Praxis Heilung zu complicreren durch Volksversammlung im jüdischen Theater zu Lemberg. Der kleine Mann hat sich aufgerafft, hat die Worte, welche die Vertreter der Intelligenz ihm in die Ohren riefen, vernommen. Sonntag den 14. d. M. versammelten sich im jüdischen Tbeater die Hausierer und Agenten, der kleine Mann aus dem jüdischen Volke, um in einer öffentlichen Volksversammlung sein Leid zu klagen, oder viel richtiger sein Leid beklagen zu hören. Diesmal befanden sich dreSoeialisten in guter Gesellschaft, sie konnten noch Herzenslust über Corruption wettern mit einemWorte, sie konntenCapital schlagen aus demElende unseres Volkes sie sprechen in bekannterWeise von dem jüdischenProletarier lauter alte Schlagworte. Eingeleitet wurde die Versammlung durch Herrn Dr. Malz, worauf es zur Wahl des Präsidenten kam. Natürlich tobte die socialistische Clique und brüllte so lange, bis man ihren Anführer Herrn B e s e s ins Präsidium und Herrn Dr. Malz zum Vorsitzenden-Stellvertreter wählte. Was da alles von den strengen Catonen gesagt wurde, niederzuschreiben, wäre überflüssige Arbeit. Es ist das ewige Einerlei: Ausbeuter, Proletarier, Nieder mit den Neichen, Nieder mit dem Missbrauche des Parlamentes, Ausflösung dieses corrupten Volkshauses und Vertretung des Volkes durch den ehrlichen kleinen Mann, Nieder mit den Aristokraten, Bourgeoisie, schließlich — Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Zionisten und Natiionalen stellten ihren Mann in jedem ihrer Redner. Es sprachen die Herren Dr. Mal z, David Schreiber und cand. med. Bikales. Im Gegensätze zu den Socialdemokraten, welche die ganze Zeit die Großthaten ihrer Partei und deren Alleinseligmacherthum in hochtrabenden Phrasen den Nichtsocialisten anpriesen, hat es niemand so geeignet darzustellen verstanden, was Zionismus ist und wie derselbe sich zur Frage stellt. Nur Herr Dr. Schreiber ließ in seiner gutdurchdachten, sehr beifällig aufgenommenen Rede durchblicken, dass die Lösung der jüdischen Frage durch Palliativmittel nicht möglich ist; allein der Kampf selbst für diese muss ernstlich in Angriff genommen werden. Unser social- Volkskrankheit sprechen. Für etwas Unverständliches, die Addition neuer Krankheiten. Diejenigen, welche dem harten Schicksale der Aenderung der 8Z 59 00 der Gewerbe-Ordnung entgegen gehen, haben nicht das geringste Interesse in Socialdemokratie zu machen. Gerade letzt finden die Herren von der Socialdemokratie Zeit, um ihre Weisheit und die Alleinseligmacherei auszukramen und Anhänger zu werben. Dazu dürfe man diese Versammlung nicht missbrauchen. Ich warne daher die Versammlung, sich nicht von gellenden Redensarten verleiten zn lassen, den Socialdemokraten nicht aus den Leim zu gehen, sondern schnurstracks auf ihr Ziel loszugehen. Vermischet Ihr aber diese zwei Dinge miteinander, die hohe Politik und Eure missliche Situation, dann kann es geschehen, dass Ihr keinen Erfolg aufzuweisen haben werdet. (Lärm bei den Socialdemokraten.) Aber auch das Verschweigen von Thatsachen hat mich und alle Wahrheitsliebenden nur unangenehm berührt. Keiner von den Herren Vorrednern hat sich daran erinnert, was vor kaum acht Tagen in dieser Angelegenheit schon geschah. Ich meine, die Stellungnahme des Vereines „S ch o m e r I s r a e l" gegen die Abänderung der 88 59 u. 60. Niemand vonEuch hatte den Muth, es zu gestehen, dass Eure Brüder aus Wieu der „I ü d i s ch e V o l k s v e r e i n" so liebenswürdig, ja so brüderlich gehandelt hat. Euch zwei seiner Vertreter in der Person der Herren Doctor L i f c z i s und Red. Munk hierher zu delegieren. Aus dem Munde jener Herren habt Ihr erst erfahren, um was es sich handelt, und von dort aus geht die ganze Agitation, welche zur Abwehr der verhängnisvollen Gesetzes-Abänderung dient. Denen ebürt das Verdienst und die Ehre. Ihr habt daher gar kein iecht, Resolutionen zu fassen, welche damals bei der ersten großen Versammlung bereits angenommen wurden, und solltet Ihr welche fassen, so kann das nur geschehen in Berufung auf die vorangegangene Versammlung des Vereines „S ch o m e r I s r a e l". Der Lärm legte sich erst, als die soeialdemokratischen Führer hinwiesen, dass die Worte eines Vierer gehört zu werden verdienen. Ferner möchte es mir gegönnt sein, einiges zu berichtigen, und da wundert es mich, dass die Herren Redner mit philosophischer und juridischer Bildung sich herbeiließen, ganz kritiklos in das Verachtungsgeschrei von anderer Seite einzustimmen, und nicht tiefer schauten, wo eigentlich das Uebel sitzt, weshalb unsere jüdischen Abgeordneten die jüdische Sache im Reichsrathe nicht nach Wunsch vertraten. Dieses zu ergänzen, sei mir gestattet. Ich berufe mich zumeist darauf, dass ich nicht zu den Ereaturen und Reptilien des Kahals gehöre, also müsst Ihr den Muth besitzen, bte Wahrheit zu hören. Ihr klagt die jüdischen Abgeordneten an, die jüdischen Interessen nicht gehörig zu vertreten! Der Grund hierzu liegt in der Lage des jüdischen Volkes, in die es durch die Assimilation gebracht wurde. Im Vormärz, als wir unter einer centralistisch absolutistischen Regierung standen, war in unserem Bolle vieles in materieller Beziehung besser, als jetzt. Unser Volk fühlte seine Zusammengehörigkeit zueinander. Mit der constitutionellen Aera begann der eigentliche Kampf ums Dasein, und „Schomer Israel" wurde zum Zwecke des Führens des politischen Kampfes ins Leben gerufen. Allein, da kam der Assimilationsdrang in Schwung. Man wollte nur als Bürger, keinesfalls als Jude gelten. Die Assimilation also raubte unserem Volke das Volksbewusstsein, besonders in Galizien. Der Landmarschall gab erst neulich diesem Gedanken seinen Segen, indem er sich glücklich war, die Eintracht beider Nationen der polnischen und der rnthenischen zu konstatieren. Die 800.000 Juden existieren einfach nicht für ihn, sie sind mitgegangen, einfach untergegangen. Vergebens gibt der galizische Jude sein Blut, vergebens erträgt er die drückendsten Steuern, zum Nehmen ist der Jude nicht da. Ihr klagt über die 88 59 und 60, welche so viele tausende arme Familienexistenzen bedrohen. Ich beklage zehnmal mehr jene Stammesgenossen, welche ein ganzes Leben voll Studium und eine horrende Summe Geldes benöthigen, um an ihr Lebensziel in allen wissenschaftlichen Fächern zu kommen, um dann leer auszugehen — weil sie Juden sind, weil sie charakterfeste Ehrenmänner bleiben und keine gemeinen Verrätyer sein wollen — sich zu taufen. Jetzt arbeiten die Socialdemokraten an der neuen Assimilation — der soeialistischen. Ein Volk also, das sich nicht zu den Lebendigen zählt, muss zu den Todten geworfen werden, wollt Ihr Euere Lage verbessern, so müsstJhr die Assimilation aufgeben, müsst Euch zu organisieren trachten — als ein besonderer L> tamm in Oesterreich. Wir Juden in Galizien, die wir hier lange früher als die Polen waren, müssen uns aufraffen zu nationaler Gemeinbürgschaft, dann werden wir auch unser Recht der Vertretung unseres Volkes durch unsere Abgeordneten, hinter denen das jüdische Volk steht, wahren. Wer steht denn heute hinter unseren jüdischen Abgeordneten. Die Juden etwa? Nein! Der Polenclub?! Und ihm sind die jüdischen Abgeordneten verantwortlich' Organisieren wir uns, dann betreiben wireine gesunde jüdische Politik. (Allgemeiner Beifall.) Die „jüdische" Schdle. Schon in uralter Zeit waren sich die Juden der Pflicht bewusst, ihre Kinder zn erziehen und die Errichtung von Schulen, fast in unserem modernen Sinne, findet bereits zur Zeit des zweiten Tempels statt. Von dem jüdischen Gelehrten Rabbi Jochanan ben Sakkai wird berichtet, dass er von den: römischen Besieger Judäas nach der Zerstörung des Tempels nur das eine verlangt habe: er möge die Schule von Jabna unversehrt lassen, gleichsam damit andeutend, dass, wofern nur eine Schule in Israel zurückbleibe, die ganze Nation erhalten bleiben würde. Und wir wissen, dass während des langen Exils, während der ganzen finsteren Zeit des Mittelalters nur die jüdische Schule die Existenz des jüdschen Volkes verbürgt habe. Aus der jüdischen Schule erstanden unsere Märtyrer, jene starken Männer mit der tiefen inneren Ueberzugung, die ihr Leben für