Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 27 (5.7.1901)
- Date
- 1901-07-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Wien, Freitag Jüdisches VolksMatt 5. Juli 1901 Seite 3 lichen, culturellen uitb politischen Interessen der in Europa verbleibenden Juden zu sorgen. Die Jüdisch - Nationalen haben mit der bisher geübten jüdischen Taktik gebrochen. Allianz-Gründungen nud Abwehrvereine können dem bedrängten jüdischen Volke eine Hilfe von bleibendem Worte nicht bringen. Darum sei es mit besonderer Freude zu begrüßen, dass wir Juden begonnen haben, uns auf uns selbst zu besinnen, bei niemand anderem um Hilfe zu betteln itnb unsere Stärke einzig und allein in unserer eigenen Kraft zu suchen. Redner verwies auf die politischen Verhältnisse der Juden in Mähren, Galizien und insbesondere auf die Lage der Juden in der Bukowina, wo sie bisher in selbstlosester Weise den Deutschen politische Gefolgschaft geleistet, ohne hierfür Dank oder Anerkennung gefunden zu haben. Redner gieng schließlich auf das Wesen der in Oesterreich ganz besonders möglichen jüdischen Realpolitik ein und besprach zum Schlüsse die nächsten Aufgaben des jüdischen Volksvcreines. Lebhafter Beifall folgte diesen Allsführungen. Bei der hierauf vorgenomnlenen Constituierullg des Vereines wurden gewählt: Reichsraths-Abgeordneter Dr. Benno Straucher zum Präsidenten, die Herren Lazar Roth und Dr. Reisch-Goldhacker zum Vice-Präsidenten, Doctor Mayer Ebner zum Secretär, Dr. Jsak Schnirer zum Bibliothekar, Elias Kampelmacher zun: Cassier, Jacob Kvzower zum Controlor, sowie die Herren Moritz Picker, Moritz Zentner und Fleminger zu Ausschussmitgliedern. In der hierauf folgende!: Ausschusssitzung wllrden genläß den Statuten einige Mitglieder als Veiräthe cooptiert, und zwar die Herren Redacteur Moritz Steckel, Hersch Trichter, Prof. Dr. Wender und die Kaufleute S. Leva Kratter und Jacob Gold. Der Ausschuss beschloss die Veröffentlichung eines in deutscher imd hebräischer Sprache abzufassenden Aufrufes, der in tausenden von Exemplaren im ganzen Lande zu verbreiten ist. Die erste That des Vereines ist die Constituierung eines Rechtschutz-Bureaus, welches die Aitfgabe hat, die politischer:, kaufmännische!: und gewerblichen Interessen unserer jüdischen Mitglieder zu wahren. In die Aufgaben dieses Rechtsschutz-Bureaus thcilen sich die Herren Doctor Reisch, Dr. Ebner, Dr. Schnirer, die Herren Kozover und Picker. Weiters wurde die Gründung eines großen jüdischen Volks- und Vereinshauses beschlossen und wird jedes Vereinsinitglied zur Gründung desselben durch Spenden beitragen. Im Herbste und in: Winter d. I. wird der Verein Wanderversammlungen in den größten jüdischen Gemeinden des Landes veranstalten, um die Gründung von jüdischen Bolksvereinen anzuregen. Die Gründung des neuen Vereines wird in der ganzen Stadt lebhaft besprochen, und widmen die hiesigen Blätter demselben spaltenlange Artikel. * Ezernowitz. (D i e B u k o w i n a e r „P o st") schreibt zur Vereinsgründung: Der „jüdische Volksverein" hat sich am 29. J:u:i constituiert. Hält er das, was er verspricht, gelingt es ihn:, das Ziel zu erreichen, welches er anstrebt: das Judenthum zu organisieren, es zur politischen Reife zu führen und cultnrell zu fördern, dann wird dieses Datum einen Gedenktag für das Judenthun: in der Bukowina vorstellen. Abgeordneter Dr. Straucher, welcher den Vorsitz in der überaus zahlreich besuchten Versanunlung führte, legte in lichtvoller Weise Zweck und Ziel des „jüdischen Volksvereines" dar, worauf Chefredakteur Stekel l,welcher wegen Zeitmangels eine Wahl in den Ausschuss ablehnte), ineinte, dass alle Mitglieder den Ausschuss iu seiner Thätigkeit in der Weise unterstützen müssen, dass sich Werbccomitees bilden. Es wird sich dann zeigen, wer zur Sache des Judenthums steht und wer der Orgauisationsbewegung gegenüber sich gleichgiltig verhält. Man muss wisse::, auf wen:uan zählen ka::n, und ein zu erlassender Aufruf möge die Idee des Vereines popularisieren. Nachdem noch Dr. Mayer Ebner in'kräftigen Worten das Wesen des „jüdischen Volksvereines" geschildert, und zur Eintracht gemahnt, wurde der Ausschuss gewählt. W i r hoffen, bald bedeutsame L e b e n s z e i ch e n v o NI ,.j ü d i s ch e n P o l ks v e r e i u e" zu s e h e n. Vom Tage. Die jüdische Bolkspartei hat einen neuen Erfolg aufzuweiscn. In Ezernowitz ist ein jüdischer Volksverein gegründet worden, und er wird hoffentlich bald das Centrum für alle politischen Bestrebungen der Juden iu dein Buchenlande werden. Er wird allen Zweiflern die Möglichkeit einer jüdischen Politik in: Land:' und logischerweise in Oesterreich überhaupt ad oculos demonstrieren. Jedenfalls ist der schändliche Versuch gelvisser politischer Zionisten, die Juden in den dentschlibera- Icit Schafstall zu führen, kläglich nn'sslungcn. Diese Menschlein haben in den intelligenten und anständigen Kreisen von Ezernowitz ausgespielt. * Zwei Wahlergebnisse. Ein alter biblischer Moralsatz lautet: „Wenn Dein Feind fällt, so freue Dich nicht!" Und sie macht uns wirklich keine besondere Freude, diese Niederlage der Antisemiten bei der Landtagswahl in Favoriten. Gesiegt haben die Socialdernokratcn, die uns gleichfalls nicht übermäßig günstig gesinnt sind. Uebrigens ist der zehnte Bezirk schon bei den früheren Wahlgängen in den Reichsrath und in der: Geineinderath von den Antisemiten abgefallen. Wir können deshalb mit gleichgiltigem Lächeln zusehen, wie Herr Dr. Lueger inuner nervöser wird, tvie er sich unter allgemeinen: Hohngelächter beeilt, wegen Gewalt und Terrorismus von Seitei: der Socialdenwkraten zu interpellieren, er, Dr. Lueger! Ein bischen Aergernis für die Antisemiten kann jedenfalls nicht schaden! . . . Dagegen bedeutet die Niederlage der Antisemiten in Algier ein freudiges Ereignis. Bei beit Wahlen der Generalräthe haben die Antisemiten in keiner der drei Provinzen die Majorität zu erzielen vernwcht, was für die dortigen Juden eine wirkliche Rettung bedeutet. Dönn im entgegengesetzten Fall wäre ihr Hab und Gut und sogar ihr Leben in beständiger Gefahr. Dort bedeuten die Wahlen einen völligen Wechsel in der ganzen Verwaltung. * Der sächsische Bankkrach ist für die antisemitische Presse eine Quelle der größten Verlegenheit. Sie hilft sich zwar nüt gewohnter Perfidie, mit einen: allgemeinen Geschimpfe über Börsenschwindel /darüber hinweg; aber es gelingt ihr doch nicht, den Umstand ganz zu verschleiern, dass es sich da um einen rein a r i s ch e n Schwind e l handelt. Ja, in Sachsen, im Lande der evangelischen Gottesfurcht und der reinen Sitte, in: Lande, wo die antisemitischen Bilderbogen für ganz Europa fabriciert werden, in: Lande des officiellei: Antisenütismus und des Schächtverbotes, wird, ungestört von naseweisen Juden, vor: rassenechten Germanen lustig geschwindelt. Hunderte von Existenzen sind durch diese Gauner um ihr sauer erworbenes Vern:ögei: gebracht worden; und schnöde ist das Vertrauen zu den konservativen p. t. Stadträthen und Consuln belohnt worden. Wir wollen nicht in den Fehler der Antisemitei: verfallen und einen Causalnerus zwischen Protestantismus und Bankschwindel annehmen; aber wir wollen hoffen, dass in Zukunft die Pächter der reinen Moral und des altehrsamen deutschen Geschäftsgeistes nicht das Maul so voll nehmen werden. * Aus Jglau. Dieses Städtchen war bisher scheinbar eine Hochburg des scheinliberalen Gedankens. Zwar gähnte zwischen den deutschen und jüdischen Studenten inuner eine Kluft, so toll beutschnational sich die letzteren auch geberdeten. Sie gründeten eine Tafelrunde Jglauer Hochschüler in Wien, die aber trotz der krampfhaftesten Anstrengungen der Juden nicht judenrein ,sonder:: rein jüdisch blieb; die p. t. Arier erschienen höchstens von Zeit zu Zeit als Gäste, und wurden entsprechend angestrudelt, aber ohne Erfolg. So entschlief denn auch die Tafelrunde Jglauer Hochschüler eines sanften Todes, sie löste sich in Wohlgefallen auf. Dieser Zersetzungsprocess übertrug sich natürlich auch allmählich auf die Bürgerschaft. Obwohl die Deutschen Jglaus guten Grund hätten, in den: verzweifelten Existenzkamfe gegen die Czechen sich die Juden nicht zum Feinde zu machen, gehen sie in ihrem bornierten Chauvinisnuis so weit, einen leichtsinnigen Kampf gegen ihre natürlichen Bundesgenossen zu entfesseln; damit werden sie den Juden nicht viel schaden, sich selbst aber ein frühes Grab bereiten. In der Beziehung ist der Fall Jglau typisch; in Budweis, Olmütz, Leipnik vollzieht sich derselbe Proccss. Obwohl die Juden Jglaus diesen: bübischen Kampfe, der besonders von einem Sudelblatte ärgster Sorte, der „Deutschen Wacht", geführt wird, ruhig zusehen, so wollen wir doch einen der. ärgsten antisemitischen Schreihälse hier annageln. Dies ist Josef Laube; dieser Mann treibt einen lebhaften Handel mit ungarischen Juden, :uacht auch Reisen nach Ungarn, zuhause aber ist er einer der ärgsten Stänkerer. "Wir machen unsere Stanuuesgenossen auf das Treiben dieses Jndivid::un:s aufmerksam, und fordern sie auf, die Trompeten und Trommeln des Josef Laube ganz für den Fall einer deutschnationalen Obstructiv:: Herrn Schönerer und Genossen zu überlassen. An die Jglauer Juden richten wir die Mahnung, die Zeichen der Zeit zu verstehen und sich auf jüdischnationaler Basis zu organisieren. Jfilfsartum für Galizien. (Original-Correspondenz des „Jüdischen Volksblatt".) Lemberg, Ende Juni. In keinem Lande fast der ganzen Welt ist die sociale Judcnnoth so acut, so spruchreif, wie hierzulande. Darin sind nun einmal alle Factoren unstreitig einig und cs wäre verlorene Zeit, darüber noch ein Wort zu verlieren. Irgend ein Prvject zur Bekämpfung dieser Nothlage, wenn nicht gar schon zur Anbahnung normaler Lebens- und Berufsverhältnisse muss daher von jedem guten Juden srcudigst begrüstt werden. Wie Ihr Eorrespondent nun aus officieller Quelle erfahrt, wird hierorts eine „Ortsgruppe" zur Leitung der von den „Bnei-Brith"-Logen für Galizien activierten Hilfsaction eröffnet, deren Führm^ dem Herrn S. von Horowitz unterstehen ivird. Zu diesem Behnse werden zunächst Sannnelbvge» an die jüdischen Gemeinden Galizieüs zwecks Zeichnung von Beiträgen, deren Mindestbetrag auf Kronen -1 festgesetzt lvurde, ausgesendet. Wenngleich die eigentlichen Geldmittel von Seiten der auswärtigen Logen zngcsichert sein sollen, so darf das die Hilfe beanspruchende Land keineswegs mit seinem Scherflein Zurückbleiben. Das ins Auge gefasste ActionSprogramm umfasst neben der Errichtung von Hausindustrien, Colonisationen auch noch die Emigration nach überseeischen Ländern. Wir wünschen dem Unternehmen, trotz der vielfachen Zweifler, erfolgreichstes Gelingen, allein wir können nicht umhin, dem Leiter der Action vor Augen zu führen und nachdrücklichst hiiizuwcisen, dass eine Aktion nur dann auf einen Erfolg zurtickblicken können werde, wenn dieselbe auf nachstehender Grundlage aufgebaut sein wird. Die Action darf keineswegs den Charakter einer rein philanthropischen Institution zur Schau tragen, vielmehr soll sie nur als ein Mittel zur Durchbildung selbständiger Existenzen und Verdienstgelegenheiten für die Unterstützten betrachtet werden. Die Action soll auf jüdisch-nationale Basis aufgebaut sein, zum wenigsten aber unbedingt in rein jüdischem Geiste geleitet werden, sie darf sich daher weder von fremden nichtjüdischen Einflüssen, noch von einer nichtjüdischen „öffentlichen Meinung" beeinflussen und in ihrer Thätigkeit behindern lassen. Da schon mehrfache Hilfsversuche in Galizien Schiffbruch gelitten haben, die zum Theile dem Mangel an eiserner Energie der Leiter selbst, insbesondere aber der llebertragung der Arbeiten auf nnqualificierbare Organe, zuzuschreibcn waren, so sei darauf ganz besonders zu achten, dass die leitenden Personen die psychologischen Eigenschaften des jüdischen Volkes berücksichtigen, und von ihnen keineswegs etwas erzwingen wollen, was ihrem inneren Gefühle widerstrebe. Bei Besetzung der Aushilfsposten, sei ein besonderes Augenmerk aus die Wahl solcher Kräfte zll richten, die neben ihrer wirklichen Qualification auch Sinn und Herz für die jüdische Sache haben, wenngleich ihre Arbeiten entlohnt würden. Zu den liebeln, die die bisherigen Uitternehmnngen geradezu untergraben haben, trug nicht in letzter Reihe das hierzulande sattsam bekannte Protectionsshstem bei. Es genügt, wenn gesagt wird, dass die „einführende" Empfehlung mancher jungen Leute eigentlich darin bestand, dass ihnen eben gerade jedes Gefühl und jeder Sinn für die jüdische Sache abgicng, dass sie sich bloß als w a s ch e ch t e Polen gerierteu oder höchstens mit einem Empsehlungsbillet eines befreundeten Schlachzizen sich decken konnten. Will der achtbare Leiter der Ortsgruppe, an dessen guteni Willen durchaus nicht zu zweifeln ist, seine Bemühungen für die jüdische Sache von gutem Erfolg gekrönt sehen, muss derselbe mit dem bisherigen philanthropischen Accommandiernngssystem völlig brechen,; vielmehr auf das „erziehliche Moment" der jüdischen Massen, auch der älteren Generation Nachdruck legen, rmter anderem jedem „polizeilichen" Schutz aus dem Wege gehen. Im llebrigen ist der Anschluss an die derzeitige jüdische Beweggung und dadurch die Gewinung junger Arbeitskräfte nur zu empfehlen, da nur ein gemeinsames Wirken aller berufenen Factoren, sowohl der „jungen" als der „alten", den erwünschten Erfolg reifen lassen könnte. Pbg. Chronik des Judentums. Inland. Wien. (Aus der Plenarsitzung des Cultr^vorstandes vom 27. Juni 1901 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn kaiserl. Rathes Klinger. . Beginn der Sitzung um 5 Uhr nachmittags.) Enrgelaufen ist eine Spende des Herrn Arnold Winkler anlässlich seiner Vermählung per 300 Kronen, und zwar: je 100 Kronen für die Ausspeisung armer Schulkinder in der Brigittenau, für das Altersversorgungs- und das Siechenhaus. Im Präsidialberichte bringt der Präsident zur Kenntnis, dass eine aus Herrn: Gottlieb Bettelheim, Obmann des Bethausvereines „Chewra Bcth-Hatfilah" im 9. Bezirke, Herrn Moriz Felse:rburg, Vorstand des Tciupel- und Schulvcreines, 6. Bezirk, Stumpergasse, und Jacob S. Stratzberg, Vorstand des Tempelvereines im 10. Bezirk, bestehende Deputation bei ihm vorgesprochen mch die nachfolgende, von der Mehrzahl der Wiener Bethausvereine Unterzeichnete Resolution mit dem Ersuchen überreicht habe, dieselbe zur Kenntnis des Gesaunntvorstandes zu bringen. „Die gefertigten Tempelvereine bgrüsten mit lebhafter Günugthiumg die Errichtung der Cultus-Bezirks-Commissionen als eine dringendst nothwendige Ausgestaltung rmserer Gemeindeorganisation. Sie sehen in diesen Bezirksvertretlingen ein kräftiges Bindeglied zwischen Gemeindeangehörigen und Vorstand, ein wirksames Mittel, um das Solidaritätsgefühl in den hiesigen Glaubensgenossen zu wecken und zu kräftigen. Sie fühlen sich jedoch verpflichtet, der Erwartung Ausdruck zu geben, dass der Vorstand den Bezirksvertretungen einen Wirkungskreis einräumen wird, in welchem auch die in ihren Bezirken angesehenen und Einfluss besitzenden Persönlichkeiten Befriedigung ihres Wunsches, sich gemeinnützig zu bethütigen, fiuden werde::, weil nur durch den steten Verkehr geistig oder gesellschaftlich hervorragender Führer init den Geineindeangehörigcn der Gemeinsinn gehoben und der inuner mehr überhandnehmenden Abfallbewcgung cnrgegengewirki werden kann. Selbstverständlich erwarten die Gefertigten mich in der Art der Zusammensetzung der Bezirkscollegieu eine Bürgschaft für ein einträchtiges Zusammenwirken derselben :uit den in den Bezirken bestehenden Teutpelvereinen ::nd sonstigen gemeinnützigen Anstalten. Der Vorstand des israelitischen Bethausvereines „Chewra Beth-Hatfilah", Schönlacern-Bethausverein, Tempclverein Fthzbachgasse, Bethansverein 3., Erdbergerstrasze, der Vorstand des israelitischen Tempel- und Schulvereinö, 0., Stumpergasse, Verein Beth Israel, Verein „Machsike Haddass", Bethansverein „Livias Chen", Tempelverein für den 0. und 7. Bezirk, der Vorstand des israelitischen Tempelvereines im 10. Bezirk, Bethausvercin Brigittenau, Tempelvereiu für den 4. und 0. Bezirk, Tempelverein für den 19. Bezirk." Der Präsiden: be:nerkt, dass er mit den Mitgliedern der Deputation eine eingehende Rücksprache gehalten und denselben eröffnet hat, dass der Vorstand unzweifelhaft im Herbste sich mit der in Rede stehenden Angelegenheit in gründlichster Weise beschäftigen iverde. Eine kleberlveisung des zu verfassenden Elaborates, betreffend die Geschäftsordnung für die Bezirtöconnnissionen, etwa^zur'Begutachtung derselben an die einzelnen Bethansvereine müsste Wohl als zu »veitgehend bezeichnet iverden und könnte bei der Verschiedenartigkeit und Mannigfaltigkeit der Wünsche kaum zur Durchführung gelange», insbesondere im Hinblicke auf den Umstand, dass ja auch für solche Bezirke Commissionen gebildet werden sollen, deren Tempel Eigenthum der EultuSgeineinde sind rind in der Verwaltung der letzteren stehen. Anderseits glaube er versichern zu können, dass Anregungen und specielle Wünsche, ivenn sie rechtzeitig den: Vorstände schriftlich mitgetheilt »verdcn, gründlich geprüft werden und nach Möglichkeit Beachtung finden sollen, womit sich die Mitglieder der Deputation einverstanden erklärt haben. Die Versanunlung nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis. Uebergehend zu der auf der Tagesordnung befindlichen Angelegenheit, betreffend unaufschiebbare Herstellungen im Spitale, bemerkt der Präsident, dass er Herrn Regienn^srath Professor Dr. Ofer ersucht habe, bei der Beraihung als Experte anwesend zu sein, welchem Ansrrchen Herr Professor Oser i:ack)gekon:men ist.