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Jüdisches Volksblatt · 1901-05-10 · 19 (10.5.1901) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
19 (10.5.1901)
Date
1901-05-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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V ) t Seite 4 Wien, Freitaf Jüdische* Volkablatt 10. Mai 1001 _ ___—-—_—.-' *___ «r. 19 So fordern wir denn auch, dass alle, von denen vorausgesetzt wird, dass sie ein Herz für die jüdische Sache, mithelfen werden an dem schönen, edlen Werke und die Reihen derer verstärken werden, denen es um einen wirksamen Schutz des bedrohten Judenthums zu thun ist. Alfred Freiberger. Nationales. Bortrag von Richard Rappaport, gehalten in der »Lese- und Redehalle jüdischer Hochschule r" i n Wien. Wir brachten bereits in der Nnmmer vom 26. April ein kurzes Referat über diesen überaus interessanten und bedeutsamen Vortrag, mit dem wir uns heute ausführlicher beschäftigen wollen. In einer nahezu anderthalbstündigen Rede, in der es der Vortragende meisterhaft verstand, Ausblicke auf die moderne jüdische Bewegung als indirecte Streiflichter anzubringen, packte er sein Thema, ohne sich in Details zu verlieren, in einer so sachlichen und doch so tiefen Weise an, dass jedermaun beim Verlassen des Saales den Eindruck einer besonders hervorragenden geistigen Leistung bekommen musste. Der Redner führte zunächst aus, dass die Ideen, von welchen die verschiedenen Generationen geleitet werden, auch in ihrem Grundgehalte verschieden seien. Er sprach zuerst von der alten Generation, die ihre gelammte Gedankenwelt der deutschen idealistischen Philosophie entlehnt habe: Fichte, Schölling, insbesondere Hegel waren die geistigen Nährväter jener Generation, die heute von der Bild« fläche zu verschwinden sich anschickt. Für sie alle galten die abstracten, die allgemeinen Ideen als die Hauptsache. Das abstracto Princip der Freiheit spielte daher in der Achtundvierziger-Bewegung, dem classischen Zeitalter der' alten Generation, eine entscheidende Rolle. Die zweite Generation, die heute in reifem Mannesalter steht, wurde von ganz anderen Gedanken, von anderen Männern beeinflusst: Nicht mehr abstracte Ideen, nicht das bloße Spiel der begreiflichen Entwicklung, nicht die Zauberworte »Freiheit, Gleichheit" spielen mehr die entscheidende Rolle. An die Stelle von Schelling und Hegel traten Darwin und Marx. Der Gedanke der naturwissenschaftlichen Entwicklung brach mit elementarer Macht hervor, und die Marx'sche Idee, welche Friedrich Engels in. der prägnanten und populären Form brachte ': „Eine' Periode wird "nicht von ihrer" Philosophie, sondern von ihrer Oekonomie beherrscht", wurde zum Leitfaden des Denkens und Fuhlens dieser Generation. Doch auch dieser Gedankeninhalt genügt der heutigen jungen,, moderne n Generation nicht mehr. Dieselbe ist sich allmählich bewusst geworden, welch einen verhängnisvollen Fehler, verursacht durch m a n g e l h a f t e Psychologie, die ältere Generation machte, als sie gerade die nationalen Eigenthümlichkeiten, die Rassenmerkmale und -Elemente vernachlässigte und in den Hintergrund der Untersuchung schob. Der Vortragende suchte nun auseinanderzusetzen, in welcher Weise die Nationalität ein treibender Factor der Weltgeschichte sei, und in ganz origineller Weise, ohne sich in dieser .Beziehung irgendwie an die vorhandene Literamr anlehnen zu können, suchte er zunächst das Princip der R a ss e n r e i» h e i t und Ra ss e nv e r m i sch u n g klarzulegen, er suchte aus der Geschichte zu beweisen, dass die Völker in dieser Beziehung drei Perioden durchlaufen: 1. Das Zeitalter der völligen Rassenvermischtheit . der Nationen, ein Zeitalter, in das kein fremdes Element sich störend einmengte — eine Periode der Blüte, das elastische Zeitalter der historischen Völker. 2. Die Periode der halben Mischung, welche mittelmäßiger Entwicklung der Culturvölker entspricht. 3. Die Periode der völligen Vermischung, der völlig mit fremden Elementen durchsetzten nationalen Entwicklung, das Zeitalter des culturellen Verfalles, der Decedance einer Raste. Wie ein Schlager wirkte es auf die Versammlung, als der Referent nachwies, wie die imponierenden Militär-Erfolge des kleinen Boerenvolk.'s über das gewaltige England nur der Rastenreinheit zuzuschreiben seien.. Ein rastenreines. unvermischteS Volk kann selbst bei einer völligen Erstarrung der Cultur zu einem gefährlichen Gegner werden, wie z. B. die Chinesen beweisen. Höchst interessant war auch die Art und Weisewie der Vortragende an Nietzsche anknüvfend, das Verhältnis von Herren- und Sclavenvölkern auseinandersetzte. Nur Rasten und Völker, welche sich unablässig bemühen, ihre Traditionen zu pflegen, ihre vornehmen und starken Eigenschaften zu entwickeln, werden in der. fernen Zukunft, in welcher eine feinere und intensivere Rastenbewegung erst recht stattfinden wird, ein entscheidendes ^vort mitsprechen. Wenn die Juden es verstehen werden, ihre guten Eigenschaften zu erhalten, so werden sie ein Herrenvolk der Zukunft blr-iben, Chronik des Judenthums. Inland. Wien. (Israelitische Cultusgemeinde), Tagesordnung für die öffentliche Plenarsitzung am Sonntag den 12. Mai 1901, '/,11 Uhr vormittags, a) Rechnungsabschluss pro 1900. b) Präsidialbenicht: 1. Constituierung der Schätzungscommission. 2. Siechenhans-Angelegenheit. c) Vorschriften, betreffend Errichtung von Vereins- und Privatbethäusern. (Referent Herr Dr.S t e i n e r). 6) Antrag des 1. Bicepräsidenten Dr. A. Ster n, betreffend den Bau eines neuen Tempels, e) Antrag der 2. Section auf Einsetzung einer historischen Commission (Referent Herr Dr. Steiner), f) Antrag der 2. Section» betreffend die Dr. Adolf S ch m i e d l und Dr. Adolf Iellinek - Stiftnugen. g) Koscher-Fleisch- Angelegenheit (Referent Herr Dr. Berger). Wien. (Ein Brief Hilsners an seine Mutter.) Hilsner, offenbar noch in Unkenntnis des gegen ihn erfloffenen Urtheils, schrieb folgenden Brief an seine Mutter : »Pi sek, am 30. April 1901. Liebe thenere Mutter! Ich grüße Dich vielmals nnd bin bei meinen Leiden und Kummer gesund. Liebe thenere Mutter, heute muss ich Dir schreiben, dass ich von der Sache nichts weiß; am 23. April war die Verhandlung beim obersten Gericht, und ich weiß leider nicht, wie es mit mir ist. Möglich, dass Du weißt, wie es mit mir steht, Du hast es vielleicht in der Zeitung gelesen. Sollte die Sache bestätigt werden, so kommt es zum k. k. Ministerium zu seiner Majestät dem Kaiser um Gnade. Liebe thenere Mutter, auch muss ich Dir schreiben, dass ich sehr schlechte Feiertage verbracht habe. Schreibe mir wie es Euch geht, ob Ihr alle gesund seid und wie es mit mir ist. Ich bin sehr betrübt und weine jeden Tag vor Leiden und Kummer, dass ich werde unschuldig leiden müssen. Liebe thenere Mutter, mehr kann ich Dir nicht schreiben. Wenn es Dir möglich ist, so schicke mir etwas Geld, ich habe jetzt Mangel an Geld. Schreibe mir, wie es Euch geht, und wie es mit mir steht. Ich weiß gar nichts von der Sache. Ich grüße Dich vielmals und alle lasse ich grüßen, Jucker und Moriz. Ich bleibe Dein treuer Sohn bis ins Grob Leopold Hilsner." Brünn. (Heiteres aus Schilda.) Es war wieder einmal seit langer Zeit eine Sitzung einberufen worden. Diesmal waren die Herren Vorsteher, etwas „vollzähliger" als sonst erschienen. Heute war eine Art Ehrensitzung. Trotzdem der Herr Landesrabbrner, der in wenigen Tagen sein vierzigjähriges Dienstjubiläum begeht, ersucht hatte, von jeder öffentlichen Ehrung abstehen zu wollen, glaube der Vorsitzende dennoch, es als ein Gebot der Pflicht hinstellen zu dürfen, dass der Gesammtvorstand sich am genannten Tage in der Wohnung des Jubilars einfinde, um daselbst, unter Uxberreichung eines Ehrengeschenkes seine Glückwünsche vorzubringen. Die Frage wäre nur, worin dieses Ehrengeschenk bestehen solle. An diesem letzteren Punkte nun wäre um ein Ha.er die ganze edle Absicht des Vorsitzenden I gescheitert. Nicht als ob.sie^sjch. .gegen die Zumuthung gesträubt hätten, statt wie sonst Ja und'Amen zu sagen, um auch einmal etwas anderes vorzubringen — im Gegentheile, die Betheiligung an der Debatte wurde eine .gegen , alles Erwarten rege, indem selbst jene sich das ,Wort erbaten, . die für gewöhnlich das Gold j des Schweigens dem Silber des Redens vorzogen — aber es wurde schwer, aus der großen Reihe der Vorschläge, die sich zumeist in den so 'beliebten „Adressen" und „Ehrenpokalen" bewegten, einen geeigneten, originellen herauszufinden. Da, in letzter Minute, war es ein kunstsinniges Mitglied, das den erlösenden Gedanken vörbrachte. (Sr schlug . nämlich vor, dem Jubilar eine silberne Moses-Statue zum Geschenke zu machen. Denn, so.begründete er untev allgemeinem Staunen über seine Bibelsestigkeit den Vorschlag,. Moses habe sich nach vierzigjähriger Führung des Volkes zurückgezogen, und auch unser hochgeehrter Herr Landesrabbiner Heye, wie es heißt, gleichfalls die Absicht, f -e i« geistliches Führern m t nied erzu legen. Das schlug ein. Der Vorsitzende, glücklich, die Debatte endlich zu einem günstigen Abschlüsse bringen zu können, ließ rasch über diesen Vorschlag abstimmen, der allgemeine, begeisterte Zustimmung fand, und so konnte , man denn im stolzen Gefühle redlich gethäner Pflicht änsei,landergehen. Aber ein Schiduch ist,.wie man bei' uns Juden zu sagen pflegt, immer nur aus einer Seite gleich fertig. Und auch diesmal hatte die eine Seite ohne die andere die Rechnung gemacht : der silberne Moses wurde dem Vorstande einfach zurückgeschickt, nachdem er bei der Uebergabe, wie üblich, „gerührten Herzens" entgegengenommen ward. Aus welchem Grunde? Wer kann in das Gemüth eines.Landesrabbiners blicken? Einige wollten behaupten, er sei mit Recht entrüstet gewesen; denn ein Moses, der bekanntlich doch kein guter Redner gewesen, sei doch kein passendes Geschenk für einen so eminent hervorragenden Kanzelredner, wie er es sei. Andere böse Zungen behaupteten, er habe den „Moses" nur als V o r geschenk angenommen. Endlich wollten, einige Eingeweihte wissen, dass gerade jene verblümte Anspielung auf seine Amtsniederlegung rhn zu dieser Rücksendung veranlasst hätte. Denn nichts läge ihm ferner, als ganz und gar die Leitung des Brünner Rabbinates aus den Händen zu legen. Er ziehe sich bloß lheilweise von der Kanzel zurück, aber die Stellung eines Landesrabbiners als solche mit ihren Prärogativen sei er keinesfalls gewillt, niederzulegen, wie er sich denn überhaupt Vorbehalte, von Zeit zu Zeit bei Hochzeiten wie Leichenbegängnissen erster und höherer Classe zu fungieren. Mir dem aber auch sein mag, genug, der Vorstand fühlte sich durch diesen Refus in seiner Ehre getroffen, abgesehen davon, dass ihm nun eine neuerliche, umso unangenehmere Entscheidung bevorsteht, was. mit dem silbernen Moses zu geschehen habe, nachdem eine geplante Aufstellung desselben in den Tempelräumen durch den Widerstand einzelner zunichte gemacht worden. Gewisse Stimmen bezeichneten es darum als einen Act der Räche, als sie eines schönen Tages einen Anschlag im Tempel und erste Notiz in den Zeitungen zrr lesen bekamen, der Vorstand werde zu einer Berathung über die Wahl eines neu aufzunehmenden Rabbiners eingeladen. Man vermag zwar nicht recht.eistzusehen, was für eine Rolle dieser neue Rabbiner spielen solle, nachdem der Herr Landesrabbiner nach wie vor das Heft in den Händen behalten will? und auch hie beider, momentän stellvertretenden Prediger, wenn sie.auch eigentlich nur Religioirslehrer sind, sich schwerlich zu einer gänzlichen Unthätigkeit werden verbannen lassen. Vielleicht spricht aber, rvie gervöhnlich, der sparsame Sinn unseres allgewaltigen Secretärs das entscheidende Wort, und die Rabbinerfrage wird, wie so vieles. Dringenderes, zürn Beispiel der neue Tempelbau, aus die lange Bank hinausgeschoben. . . ProsSniy. (I ü d i s ch e r B o l k s v e r e i n.) Der Zutritt zu der constilüierenden General-Versammlung des „Jüdischen Volksvereines" in Prossnitz ist nur gegen BorweiS der auf Namen lautenden Einladungskarte gestattet- Auskünfte ertheilen die Herren Dr. Latus utzd A. Freiberg er. . Troppau. Der unerbittliche Tod hat hier eine Persönlichkeit dahingerafft, deren Abgang für lange, hinaus eine stark fühlbare, unersetzliche Lücke hinterlassen wird. Am 3, d. M. jst nach längerem, schweren Leiden der k. k. Finanzeotttrolor Herr Jacob Oberländer in seinem 43. Lebensjahre verschieden. Der jüdisch - literarische Verein in Troppau, dessen langjähriges, verdienstvolles Ausschussmitglied der leider so früh Dahingeschiedene gewesen ist, sowie eine Reihe anderer gemeinnütziger Körperschaften verlieren in ihm eine allem werk- und wohlthätigen Wirken stets förderlich gewesene Kraft. Bei aller unermttdlicheu Pflichttreue im Amte und sonstiger anstrengenden Thätigkeit — der Verstorbene war auch behördlich autorisierter Translator für mehrere fremde Sprachen und führte eine ansgebreitete Correspondenz — fand dieser seltene Mann dennoch die Zeit und Lust zur aneiferndeu Mitarbeit bei so manchen edlen und gesellschaftlichen Bestrebungen, ein wahrhaft glaubenstreuer Jehudi, der unentwegt die Tradition seiner Väter hochhiclt. '— Das Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Betheiligung aller Schichten der hierortigen Bevölkerung statt und gab Zeugnis von der großen Beliebtheit und Wertschätzung, welche dem Verstorbenen allgemein eutgegengebracht wurden. Es beteiligten sich unter anderen eine stattliche Anzahl von k. k. Finanzbeamten unter Führung des schlesischen Laudes-Finanzdirectors, der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Troppau, der gesammte Ausschuss des hiesigen jüdisch-literarischen Vereines, sowie viele Mitglieder desselben, die Vertreter des Troppauer Synagogenchores, dessen gründendes und fleißiges Mitglied der Verblichene gewesen,. und Abordnungen anderer Körperschaften. Den Verewigten betrauern insbesondere dessen schwergeprüfte, tiefgebeugte Witwe und eine im jugendlichen Alter stehende Tochter, welche in der allgemeinen Theilnahme und dem ehrenvollen, weit über das Grab hiuausgehenden Angedenken, das dem theueren Verblichenen dauernd eutgrger,gebracht werden wird, einigen Trost in ihrem unvergleichlichen Schmerze finden mögen. Krakau. (Entführung ins Kloster.) Aus Krakau wird der „Correspondenz Globus" eine mysteriöse Entführungsgeschichte mitgetheilt. Am 2. d. M., um 8 Uhr abends, kamen in die Dorfschenke des Salomon S ch w i m m e r in Drwjenia, im Bezirke Bochnia, vier Bauern. Nachdem sie Schnaps getrunken hatten, traten sie in das der Schenke gegenüberliegende Wohnzimmer des Wirtes, rissen die siebzehnjährige Tochter desselben aus dem Bette und machten Anstalten, sie gewaltsam mit sich zu führen. Der Vater wollte das Attentat auf seine Tochter verhindern. Da griff einer von den Bauen, ihm an den Hals, würgte ihn, drückte ihn an die Wand und hielt ihn dort so lange fest, bis die anderen das Mädchen davongetragen hatten. .Der Vater verlor das Bewusstsein und als'er zu sich kam, war seine Tochter mit den Bauern verschwunden. Erst am anderen Tage erfuhr er die näheren Umstände des Ueberfalles. Während die Bauern das' Mädchen ausder Dorfschenke'Mflihrteli, stand unweit des Wirtshauses ein bespannter Wagen, in welchem eine Nonne saß. Die Bauern trugen das Mädchen in den Wagen, welcher mit den Insassen bis zur Eisenbahnstation Bochnia fuhr. Währe ndder Fahrt wurde d as M äd ch en in N o n n e n kl ei d e r gesteckt. Von Bochnia fuhren die beiden Frauen mit der Bahn nach Tarnow und von hier aus gieng dann die Fahrt in einem Fiaker nach den, nicht weit entfernten Kloster in der Ortschaft Szynwald, und von hier aus ist jede Spur .verlorengegangen. Der Vater des Mädchens fuhr nach Tarnow und sprach mit seinem Vertreter Dr. Gold H ammer beim Staatsanwalt vor. Ein Commissär der Bezirkshauptmannschaft fuhr in das Kloster, um dort eine Revision vorzunehmen, fand jedoch das-junge Mädchen nicht mehr daselbst vor. Es wurden, um diesen Thatbestand festznstellen, bereits mehrere Zeugen verhört. Der Portier des Bahnhofes in Bochnia gibt an, dass in der kritischen Nacht zwei Nonnen, eine alte und eine junge, ans dem Bahnhofe gesehen wurden, die den Zug nach Tarnow benützten, und der Fiaker Nr. 8 in Tarnow bestätigt, dass er damals diese zwei Nonnen ins Kloster gefahren habe. Von da aus fehlt von der jüngeren Nonne jede Spur. Dr. Goldhammer hat bei der Staatsanwaltschaft die Anzeige erstattet. Krakau. (Misshandlung eines Schulknaüe n durchden Katecheten.) In einer Sitzung des Kr a k a uet Gemeinderathes beantwortete Bürgermeister Fried'lein die in der letzter, Sitzung vom Gemeinderathe Sein selb e:ngebrachte Interpellation, betreffend die Misshandlung eines Schulknaben durch den Katecheten Dembowski. Der Bürgermeister theilte das Resultat der vom Schulinspeetor Kawecki durchgeführten Untersuchung mit, welche die vollständige Nichtigkeit der. in der Presse enthaltenen Beschuldigungen ergab. - Der Katechet Dembowski hat, wie durch die Untersuchung festgestellt .wurde, thatsächlich die Schulkinder aüfgefordert, .mit ihren jüdischen Mitschülern nicht zu verkehren, und den Schüler T ab pr o w s k i, welcher dieser Aufforderung nicht .nachkam, arg misshandelt. Ans Grund der Ergebnisse dieser Untersuchung wurde nun vom Schulrathe die Disciplinaruntersuchung gegen P. Dembowski eingeleitet. Budapest. (Die israelitische Cultusgemeinde) hielt gestern Vormittag im Prunksaale, ihres Hauses unter Vorsitz Sigmund KohnerS ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung. In der Eröffnungsrede betopte der Präsident die Nothwendigkrit einer Aenderung der Statuten. Die Vorarbeiten hierzu soll der Ausschuss unter Beihilfe mehrerer Repräsentanten durchführen und das Elaborat dann einer außerordentlichen Generalversaminlung unterbreitet werden. In Verbindung mit dem Jahresbericht urgrerte Professor Moriz. ytüthq die Vermehrung der Elementarschulen und Privatdocent Dr. Max Schächter die Errichtung eines jüdischen Obergymnasiums. Er,missbilligt es auch, dass Kaffee- und Gasthäuser gelegentlich zu Betsälen umgewandelt werden. Paul Teuczer weist auf die großen materiellen Opfer für Religionsunterricht hin, Doetor Julius Schwarz urgier, die Errichtung : eines Lehrerheims. Präsident weiSt daraus hin, dass die Hauptsacke, warum die Reformen nicht durchgesührt werden, in, Desixit des Budgets zu suchen ist. Für Cültuszwecke hat die Gemeinde im vergangenen Jahre Kr. 1,030.57»,— geopfert, Für dieses Jahr sinh präliruiniert: Für Unterrichtszwecke Kr. 230.457—, für Cultuszwecke

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