Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 19 (10.5.1901)
- Date
- 1901-05-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2432763-2432864-2432883--0991-2434700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 19 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 10.. Mai 1901 Seite 3 (mit sprechen immer nur von den jüdischen Unterlehrern) dermalen ans eine andere Weise nicht erreichen können, und da es den Herren vom „Nadicalen" nicht passt, dass sich die jüdischen Unterlehrer und Unterlehretinnen der Vormundschaft der Täubler rc. entziehen, so werden sie angeflegelt, was die jüdischen Unterlehrer aber nicht hindern wird, das zu thun, was' sie dermalen für richtig halten! Verstand*», »Radicaler!?" Vom Tage. Die -ieswvcheutliche Thätigkeit unserer Abgeordneten. Zu den Abgeordneten, welche durch eine Gschaftelhuberei sondergleichen, den Wählern Sand in die Augen streuen, gehört vor allem der Dr. Ofner. Die Lage von ein paar Frauenzimmern, die beim Wiener Polizei-Meldungsamte angestellt sind, zerreißt ihm das Herz; aber dass durch seine Passivität tausende der är m st enjüdischen Hausierer und Agenten an den Bettelstab gebracht werden, lässt ihn vollkommen kalt. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, diesem gleißnerischen Menschen die Maske vom Gesichte zu reißen; denn er war erstens durch keinen Fractionsbeschknss als Wilder gebunden, und zweitens ist er, wenn auch nur formell, noch Jude. Seine Aufgabe wäre es vor allem gewesen, gegen die §8 59 und 60 zu stimmen. Aber was schert sich Dr. Ofner um Hausierer und Agenten; viel‘ schöner ist es, in den eleganten Räumlichkeiten des Wiener Frauenclubs als Heros gefeiert zu werden. Würdig stehen ihm zur Seite seine Helfershelfer. Ein Führer der „Union", die sich anlässlich der letzten Cultuswahlen blind für die jetzt herrschende Partei einsrtzte und, wie der letzte Sitzungsausweis der Repräsentanz beweist, jetzt den Dank erntet, sagte uns, als wir ihn wegen der Haltung der Wiener „freiheitlichen" Abgeordneten interpellierten : „Ach was, das ist ja Nebensache, die Hauptsache ist die Actionsfähigkeit des Hauses." Ja, diese Geldprotzen lässt der Ruin von tausenden armen Teufeln ungerührt. Hauptsache ist er, in hoher Politik zu machen und in den Wahlcomitös die Wahl von unabhängigen Männern, wie des Hofrathes K a r e i s, zu verhindern. Wahrlich, die Wiener jüdische Wählerschaft kennt noch immer nicht den Spruch: „Nur die allergrößten Kälber wählen ihre Metzger selber/ Nur deshalb, weil diese Dr. Ofner, Ellenbogen, Vogler u. s. w. wussten, dass man ungestraft dieser jüdischen Wählerschaft alles bieten kann, hatten sie die Stirne zu ihrem Vorgehen; bei jeder anderen Wählerschaft hätte ein Sturm des Unwillens diese Herren an einem Tage vom öffentlichen Schauplatze hinweggefegt. * Die „Deutsche Zeitung". Die „Deutsche Zeitung" verlangt Ausnahmsgesetze für die Juden. Wir verlangen ein Ausnahms-Pressgesetz für die „Deutsche Zeitung". Denn dieses Blatt genießt eine Ausuahmsstellung in der Wiener Presse; es ist nämlich das dümmste Blatt von Wien, das Leibblatt des berühmten „dummen Kerl von Wien". Wo sie ernst ist, erregt sie Heiterkeit, und wo sie komisch wirken will, erregt sie Widerwillen. Wir rathen ihr, Herrn Karl Kraus als Redacteur zu engagieren; sie stillt damit ein geheimes Verlangen Karlchens, das wir unzart der Oeffentlichlcit preisgeben, und wird wenigstens nicht mehr so langweilig sein. unserer Unterhaltung beizuwohnen, hemmte auch jede Intimität. Andererseits wusste ich nichts von den Ereignissen, die sich zugetragen in den letzten fünf Jahren; ich war voller Zuversicht zurückgekehrt. Diese Zuversicht war zwar durch die Wechselfälle der aufregenden Nacht, die ich hinter mir hatte, sehr erschüttert worden. Ich wagte aber nicht, meine geliebte Frau darüber zu befragen, weil ich fürchtete, ihr Schmerz zu bereiten, und auch sie zog es vor, es meinem Advocaten zu überlassen, mich über die Vorfälle zu informieren. Meiner Frau wurde gestattet, mich täglich eine Stunde zu besuchen. Ich sah der Reihe nach alle Mitglieder unserer Familie wieder, und nichts ist mit der Freude zu vergleichen, die wir empfanden, als wir uns nach so langen, schmerzvollen Jahren wieder umarmen konnten. Am dritten Juli waren die Herren Demange und Labori bei mir. Ich warf mich Herrn Demange in die Arme, dann wurde ich Herrn Labori vorgestellt. Mein Vertrauen in Herrn Demange und in seine absolute Zuverlässigkeit war sich vollkommen gleich geblieben; ich empfand sogleich eine lebhafte Sympathie für Herrn Labori, der sich ebenso muthig wie beredt zum Vertheidiger der Wahrheit gemacht hätte, ich drückte ihm auch meine tiefe Dankbarkeit aus. Dann gab mir Herr Demange eine gedrängte Ucbersicht der „Affaire". Ich hörte atemlos zu, und die einzelnen Vorfälle dieser dramatischen Geschichte verketteten sich allmählich in meinem Geist. Dieses erste Expose wurde durch Herrn Labori ergänzt. Ich vernahm nun die lange Reihe von Missethaten und Verruchtheiten, von bewiesenen Verbrechen gegen meine Unschuld. Ich hörte von den heldenhaften Tbaten, den außerordentlichen Anstrengungen einiger hervorragender Geister, dem herrlichen Kampfe, der von einer handvoll Männer von großem Herzen und großem Charakter gegen diesen ganzen Bund von Lüge und Ungerechtigkeit unternommen worden war. Was war das für mich, der ich nie an der Gerechtigkeit der Gerichtsbarkeit gezweifelt, für ein Zusammenbruch aller meiner Ueberzeugungen! Die Illusionen, die ich meinen früheren Vorgesetzten gegenüber gehegt, schwanden eine . nach der anderen, und meine Seele fühlte sich mit Der „Jüdische Volksverein" an der Arbeit. Cottftituierende Generalversammlung des „Jüdischen Bolksvereines" für de» VIII., IX., XVIII. und XIX. Bezirk. Am Donnerstag den 9. d. M. fand im Restaurant „Strobelhof" die constituierende Generalversammlung des „Jüdischen Volksvereines" für den VIII., IX., XVIII. und XIX. Bezirk statt, welche einen in jeder Hinsicht gelungenen Verlauf nahm. Der „Jüdische Volksverein" hat damit neuerdings etnea Baustein gelegt zum großen Werke der jüdischen Organisation. Die Begeisterung, mit welcher die jüdischvolkliche Idee in der Bürgerschaft des IX. Bezirkes begrüßt wurde, mag dem Mnttervereine einen Beweis liefern, dass sein Auftreten allerorten ein erfolgreiches sein wird und dass das Bedürfnis nach einer strammen nationalen Organisation nur des leisesten Anstoßes bedarf, um nach Befriedigung zu ringen. Das klang auch ans den einleitenden Worten des Vorsitzenden Dr. K ö l l n e r, ^welcher sagte: „In allen unseren Versammlungen fanden wir ein so lebhaftes Willkommen, dass wir mit Fug und Recht erwarten konnten, dass der neue Verein noch vor seiner Constituierung in der Zahl seiner Mitglieder das erste Hundert erreichen würde. Wir haben uns nicht getäuscht. Es ist klar, dass zu einer Zeit, da die Leidenschaften aufgewühlt find, da Gefahr droht, sich die Stände um eine Fahne sammeln, dass dort, wo die Gefahr nachlässt, eine Erschlaffung eintritt. Wir wollen nicht abwarten, bis wieder die Noth an unsere Thüre pocht. Die Vorkehrungen, welche die Noth trifft, sind selten die richtigsten. Es ist daher ein schön, r Gedanke, eine Organisation der Juden zu bilden, und wir müssen unser Alles daransetzen, um diese Organisation zu stärken. Es ist ein großes Gefühl der Beruhigung, dass hinter uns tausende stehen, die von dem gleichen Gefühle beseelt sind, und es ist ein hoher Kampf, um unsere Menschenwürde und unser Menschenrecht. Ich bitte Sie alle, mitzuarbeiten an unserem Werke." -(Lebhafter Beifall.) Dr. W e i s e n g r ü n erstattete hierauf den Bericht des vorbereitenden Comites: „Wir waren uns immer klar, dass ver 9. Bezirk schon darum für unsere Thätigkeit ein Feld bieten wird, weil hier eine große Zahl von Juden lebt, welche sich nicht schämen, Juden zu sein, welche als jüdische Volksgenossen betrachtet sein wollen. Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Es fanden Versammlungen statt, die Erfolge und Mitglieder brachten, trotzdem mancher Versuch unternommen wurde, die Erfolge zu schmälern und zu schwächen. An Vereinen hat es den den Juden nicht gefehlt, wohl aber an Vereinen, welche das nationale Interesse pflegten. Die Vereine, die nun erstehen, bleiben in engster Fühlung mit dem „Jüdischen Volksverein" im II. Bezirke. Dieser Verein ist eS, welcher in realer, bodenständiger Weise das'nationale Element im Judenthum pflegt. Dieser Verein wird die Sonne bleiben, um den sich die Einzelvereine als Planeten bewegen. Wir wollen volksthümlich sein und bleiben, und darum sollen alle die Unserigen zu uns kommen. Wir wollen die Juden derschiedenster Schichten und Classen geeint sehen. Ich schließe mit dem Wunsche, dass der „Jüdische Volksverein" für unseren Bezirk eine warme Heimstätte werde, in der sich sicherlich jeder Jude wohlfühlen wird." (Großer, lebhafter Beifall). Hierauf wird zur Wahl des neuen Ausschusses geschritten. Gewählt wurden einstimmig : Herr Dr. Siegfried K ö l l n e r zum Präsidenten und die Herren Dr. Paul Weisengrün, Sigmund Bauer, Dr. Ludwig Beer, Max P a p p e n h e i m, Josts Steiner, Dr. Wilhelm Klein, Isidor Löwenbein, Dr. Jacob K o h n, Sigmund K o r n m e h l in den Ausschuss. ungeheurem Schmerze. Ich wurde von unsäglichem Mitleide und großer Trauer für die Armee, die ich über alles liebte, erfasst. Nachmittags sah ich meinen geliebten Bruder M^thieu, der sich seit dem ersten Tage meines Unglücks meiner angenommen, der während fünf Jahren mit bewundernswertem Muthe, Klugheit und Willenskraft auf der Bresche gestanden, der das schönste Beispiel von Bruderliebe gegeben hat. Am folgenden Tage, 4. Juli, übergaben mir die Advocaten die Auszüge aus dem Proceffe von 1898, die Enquete der Criminalkammer, die definitiven Verhandlungen vor dem Cassationshofe. Ich las den Zola-Process in der darauffolgenden Nacht und konnte mich davon nicht losreißen. Ich sah, wie Zola verurtheilt wurde, weil er die Wahrheit gewollt und gefordert hatte, ich las von dem Eide des Generals Boisdeffre, der die Authenticität der Fälschung Henrys beschwor. Während ich immer trauriger wurde, als ich so sah, wie die Leidenschaften die Menschen irrezuführen vermögen, während ich von all den Verbrechen las, die gegen die Unschuld begangen worden, erhob, sich doch ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit und Bewunderung für alle die muthigen Männer in mir, die sich als Gelehrte oder Arbeiter, Hohe oder Niedrige tapfer in den Kampf für den Sieg der Gerechtigkeit und Wahrheit, für die Aufrechterhaltung der Grundsätze, die das Erbe der Menschheit sind, gestürzt. Es wird auch diese Erhebung von Männern aller Kategorien ein Ruhmesblatt in der Geschichte Frankreichs bedeuten; da waren Gelehrte, die bis dahin sich in die stillen Arbeiten des Laboratoriums oder des Studierzimmers vergraben, Arbeiter, die ihr hartes Tagewerk verrichten, Politiker, die das allgemeine Interesse über, ihr persönliches stellten, sie alle traten dafür ein, dass die hohen Gedanken von'Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit die Oberherrschaft bewahren sollten. Dann las ich dak bewundernswerte Gesuch, das Herr Monard dem Cassationshofe eingereicht, und das Gefühl tiefster Hochachtung, das ich von jenem Angenblicke an für den hervorrygeydey Advocaten hegte, wurde nur noch verstärkt, als ich ihn. - persönlich kennen gelernt und seine hohe, unabhängige Intelligenz schätzen konnte. Hiemit war die Constituierung vollzogen, und Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Carl L i f c z i s nahm das Wort zu einem Vorträge über das Thema: „W as lehren uns die Judenverfolgungen einst und jetzt?" Er sagte ungefähr Folgendes: Für jede Volksidee werden die verschiedenartigsten Motive ins Treffen geführt. Die einen sagen, die Volksidee sei eine wirtschaftliche, der Kampf der Völker nichts anderes als ein Kampf des Individuums, ein Kampf nmS Dasein; die anderen nehmen ideale Motive an. Die Frage liegt nun: „Wie hat sich der jüdische Volksgedanke herausgebildetV Es gab Zeiten, da es den Judenpolitisch gut gieng, und dann wieder regelmäßig solche, da die Inden stark verfolgt wurden. Man konnte mit einer gewissen Sicherheit ihre Läge voraussehen: Auf Licht folgte immer Schatten und diesem wieder das Licht. Nur vergaßen die Juden in den guten Tagen an die schlechten, und in schlechten Tagen waren sie weit entfernt, die Schuld an denselben in sich zu suchen. Redner erläutert dies an der Hand einer Reihe äußerst zutreffender Daten, aus der Geschichte der Inden Wiens und Englands und zog bei dieser Gelegenheit interessante Parallelen zwischen den damaligen und den heutigen Zuständen. Redner schildert die Greuelthaten, die an den Juden in alter Zeit verübt wurden, und weist nach, dass jene trotz aller Cultur auch in neuer Zeit willige Werkzeuge finden. Was lehren uns also die Judenverfolgungen? Dass der beste Schutz für die Juden nur der Jude selbst und der Jude in d er Organisation ist. Da gibt es nur einen Weg, und. ihn müssen wir gehen: „Wir dürfen uns nicht für andere Parteien aufbrauchen, sondern, was wir an Kräften haben, an geistigen wie an materiellen, müssen wir anfsparen für den Dienst des Volkes und der Organisation/ (Langanhaltender Beifall.) Es entspann sich hierauf eine längere Discussion, welche dem Vereine neue Mitglieder zuführte. * Jüdischer Bolksvereirr in Prossnitz. Prossnitz, 11. Mai 1901. Die constituierende Versammlung des „Jüdischen Volksvereines" findet am Mittwoch den 15. d. M. im Saale des Cafe-Restaurant „Deutsches Haus" statt. In allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung unserer Stadt gibt sich für diese Versammlung das lebhafteste Interesse kund, was nicht zum geringsten Theile dem Umstande zu verdanken ist, dass wir hierbei die bewährten Führer und Sprecher der jüdischen Volkspartei, die Herren Richard Rappaport und Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Karl L i f c z i s aus Wien persönlich kennen lernen werden. In ihren bereitwilligst zugesagten Referaten über das Thema: „Die politische und wirtschaftlich e L a g e d er I ud en in Oesterreich" werden sie, bekannt als glänzende und hinreißende Redner, hoffentlich Gelegenheit finden, alle Lauen und Indifferenten unter uns von der Wichtigteit der politischen Organisation der Juden zu üllerzeugen. Was speciell Herrn Richard Rappaport betrifft, ist dessen mannhaftes, energisches Eingreifen als Veranstalter und Wortführer der großen Protestoersammlungen anlässlich des Polnaer Ritualmord- Märchens in bester Erinnerung. Der neue Verein zählt bereits heute 100 Mitglieder, welche allen Kreisen und Berufen der jüdischen Bevölkerung angehören. Diese Zahl dürfte jedoch infolge der bevorstehenden, hoffentlich würdig verlaufenden Versammlung noch stark anwachsen, zumal die Namen der genannten Herren, zu denen sich, wie bereits feststeht, noch eine Anzahl Wiener Gesinnungsgenossen gesellen dürfte, dafür bürgen, dass der neue Verein uns Juden nicht allein zur Ehre, sondern auch zum Nutzen gereichen werde. Ich stand früh zwischen 4 und 5 Uhr auf und arbeitete den ganzen Tag. Ich schlug in lebhaftester Wissbegier die Acten nach und gelangte von Ueberraschung zu Ueberraschuog vor dieser gewaltigen Menge von Ereignissen. Ich erfuhr nun auch die Illegalität des Processes von 1894, die geheime Mittheilung von falschen oder mich nicht betreffenden Actcnstücken an die Mitglieder des ersten Kriegsgerichtes, die durch General M e r ei er anbefohlen worden, ich erfuhr die geheimen Machenschaften, durch die man den Schuldigen retten wollte. Ich erhielt zu jener Zeit auch tausende von Briefen von bekannten und unbekannten Freunden, aus allen Ecken und Enden Frankreichs, Europas, der ganzen Welt; ich habe ihnen nicht einzeln antworten können, aber es war mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen hier auszusprechen, wie sehr mein Gemülh durch diese Beweise der rührenden Sympathie bewegt wurde, wie wohl sie mir gethan, und wirv'.el Kraft ich daraus geschöpft. Der Klimawechsel hatte mich sehr mitgenommen; ich fror immer und musste mich warm kleiden, obschon wir uns mitten im Sommer befanden. In den letzten Tagen des Juli hatte ich starke Fieberanfälle, die von einem acuten Leberleiden begleitet waren, ich musste das Bett hüten, wurde aber dank energischer ärztlicher Behandlung bald wieder hergestellt. Ich lebte dann nur von Milch und Eiern und hielt diese Lebensweise während meines Aufenthaltes in Rennes aufrecht. Während der Verhandlungen fügte ich noch etwas Cola bei, um die langen, endlosen Audienzen ertragen und mich aufrechterhalten zu können. Der Termin der Eröffnung der Verhandlungen war ans den 9. August festgelegt. Ich musste auf die Zähne beißen. Ich war ungeduldig, für meine geliebte Frau, die von den beständigen Aufregungen erschöpft war, sowie auch für mich selbst endlich das Ende des schrecklichen Martyriums zu erreichen. Ich war ungeduldig, meine geliebten Kinder wieder zu sehen, die noch von nichts wussten und ungeduldig, in aller Ruhe mit meiner Frau und Ihnen die Kümmernisse der Vergangenheit zu vergeffen und zu neuem Leben zu erstehen.