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Jüdisches Volksblatt · 1901-04-12 · 15 (12.4.1901) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
15 (12.4.1901)
Date
1901-04-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 15 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 12. April 1901 Seite 3 kein kunstvernünftiger Mensch hineingeht. Hätte man das Stück freigegeben, es wäre in dem großen theatralischen Papierkorbe an der Währingerlinie verschwunden, wie so viele andere und Herr Müller hätte keine Ursache gehabt, sich als Cultur-Wau-Wau aufzuspielen. Blinder Eifer schadet nur, das sagen auch die Juden, und die zuerst... Die dieslvöchentliche Thätigkeit unserer Abgeordneten. Unsere Abgeordneten benützen die Ferien, um sich den Kopf zu zerbrechen — wo sie den Sommer verbringen sollen; sie sollen, verbürgten Nachrichten zufolge, auf diesem Gebiete staunenswerte Resultate erzielt haben. Im Namen der Wähler würden wir aber die Herren Abgeordneten höflichst bitten, einmal darüber nachzudenken — wie ihre Wähler den Sommer verbringen. * Bergani für die Knuten. Die Leser irren, wenn sie den Titel dahin auslegen, dass Vergan'i für die Knuten bestimmt ist. Denn Knuten und Prügelstrafe sind in Oesterreich bekanntlich abgeschafft. Nein, Vergani begeistert sich für die Knuten. Fürwahr, trotz der vielen Gemeinheiten, die die antisemitische Presse auf dem Gewissen hat, traute ich meinen Augen nicht, als ich las, wie das „Deutsche Bolksblatt" sich prostituiert, für das Schreckensregiment in Russland einzutreten und den idealen Kämpfern für Freiheit und Recht, den russischen Studenten, in seiner perfiden und feigen Weise in den Rücken zu fallen, weil unter diesen Freiheitskämpfern einige Juden sind. Selbst in der russischen Presse hat sich, außer einigen bezahlten Subjecten, niemand gefunden, der das Vorgehen der Kosaken billigte. Es blieb dem „Deutschen Volksblatt" Vorbehalten, freiwillig die Greuelthaten der russischen Regierung zu vertheidigen, die die Blüte des Landes aus Unverstand und bösem Willen niedertritt. Es ist wahrlich eine Schande vor ganz Europa, dass sich in Wien ein Blatt findet, das ganz Oesterreich in dieser Weise bloßstellt. Die Wiener gesammte Presse müsste gegen die Gemeinschaft mit dem „Deutschen Volksblatt" protestieren, wenn es nicht schon ohnedies bekannt wäre, dass dieses Blatt ganz allein steht. Jüdische Volksversammlung iw neunten Bezirke. Der „Jüdische Volksverein" berief für den 11. d. M. eine Versammlung in das „Restaurant Strobelhof" ein, die einen äußerst gelungenen Verlauf nahm. Indische Bürger ans den besten Kreisen füllten den Saal. Herr Dr. Kö ll ner begrüßte die Anwesenden und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Er wies auf die rege Theilnahme der Bürgerschaft für den neugegründeten Bezirksverein hin. Hierauf sprach er über das eben vorbeigegangene Passahfest und dessen nationale Bedeutung und ertheilte das Wort dem Referenten Herrn Dr. Paul W e i s e n g r ü u. „-Wir wenden uns vor allem gegen die Juden, deren Politik darin besteht, sich nicht zu erkennen zu geben. Diese haben das Judenthum in einen solchen Verruf gebracht, dass das Nichtzuerkennengeben als für das Judenthum typisch gilt im Kreise der Christen. Diesen Juden gegenüber ist vor allem eine erzieherische Thätigkeit nothwendig. Ein anderer Theil bekennt sich zum Judenthum, leitet es aber auf falsche Bahnen. Sie nehmen die Juden für die liberale Partei in Anspruch; sie verschafften ihr den Namen Jndenschutztruppe und erreichten für die Juden keine realen Bortheile. Die liberale Partei verlor sich in Couliffen und Conventikelpolitik und konnte trotz ihres schönen Programmes das Aufkommen des Antisemitismus nicht verhindern. Der neueste Heilruf gehe aber von der soeialdemokratischen Partei aus. Diese könne wohl, wenn sie einmal eine solche Macht sein lvird, durch Erfüllung einiger Postulate den Juden nützen. Aber dem specifischen Jndenelend könne sie nicht beikommen, weil sie ein specifisches Jndenelend überhaupt nicht anerkenne. Es walte überhaupt ein eigenthümliches Verhängnis über der bisherigen Politik der Juden. Sie verkaufen sich und ihr Heiligstes für einige Phrasen. Dem entgegen proclamiere die jüdische Volkspartei die Politik der freien Hand. Mit Stolz könne sie darauf Hinweisen, dass sie trotz ihrer Jugend viel Praktisches geleistet habe. Vor allem die Constltniernng des Creditinstitntes für jüdische Gewerbetreibende und Beamte. Die Creditverhältniffe des Kleingewerbetreibenden feien sehr triste. Auf der einen Seite müsse er dem Kunden ereditieren, auf der anderen erhalte er nur gegen hohe Zinsen Credit. Dem werde das jüdische Credilinstitut abhelfen. Der Volksverein habe ferner eine Volkslesehalle und eine Volksbibliothek gegründet. Ferner suche er durch das sogenannte Lieferantensystcm eine wirtschaftliche Annäherung seiner Mitglieder zu erzielen. Wir sind also keine Träumer oder Utopisten, sondern ehrliche.Arbeiter." Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen des Herrn Dr. W e i s e n g r ü n. Hierauf wurde die Debatte eröffnet. Als erster Redner ergriff Herr Steiner das Wort. In beredter Weise wies er darauf hin, wie die Juden das Herannahen einer neuen Zeit mit großem Enthusiasmus begrüßten, bald aber sehen mussten, wie die finsteren Gewalten des Vormärzes wieder zur Herrschaft gelangen. Herr Korn mehl wies auf den Kampf der jüdischen Fleischhauer gegen die Cnltusgemeinde hin, den sie zur Erhaltung ihrer Existenz führen müssten. Herr Ingenieur Löwenbeiu forderte in kernigen Worten zur Organisation auf. Erst wenn wir eine Masse sind, werden wir als politischer Factor anerkannt werden. Nach einem kurzen Schlussworte des Referenten schloss der Vorsitzende die animierte Versammlung. Am Schluffe meldeten viele ihren Beitritt zum Bezirksvereine an. Die FrcileseWledes JMs chcn VoWdereines. Wir leben in einer Zeit, in der sich die alte Welt anschickt, von der neuen zu lernen; so lange exportierte sie Culturwcrte, bis sie auf dem neuen Boden solche Früchte trugen, dass sie bewundernd von Europa empfangen wurden. Auch die Bewegung zur Volksbildung und Volksaufklärung in großem Stile wurde in Amerika geboren. Eine der ersten Gründungen dieser Art in Europa, die Volkslese- und Redehalle in Zwittau in Mähren, wurde von einem naturalisierten Amerikaner Oswald Ottendorfer, dem Herausgeber der „New-Iorker Staatszeitung", gegründet. Dem Jüdischen Volksvereine gebürt das Verdienst, zuerst in seinem Festsaale einen Raum geschaffen zu haben, in dem das jüdische Wort frei und ungehindert erklingt. Aber die rührige Leitung gieng weiter und schuf die erste jüdische Freilesehalle im Erdgeschosse desselben Hauses. Daselbst liegen vor allem jüdische Blätter auf, in deutscher, böhmischer, rumänischer, polnischer und, last non least, in hebräischer Sprache. Dann die größeren Wiener und reichsdeutschen Tagesblätter, ferner Revuen wissenschaftlicher und fachlicher Natur. Es ist eine wahre Freude, mittags das Leben in der Lesehalle zu beobachten. Man kann sehen, mie mächtig der Bildungsdrang im jüdischen Volke, selbst in der armen Schichte ist, für die vorzugsweise das Institut geschaffen, und von dem cs auch hauptsächlich frequentiert wird. Männer im abgetragenen Arbeitsgewande, Lehrlinge und Commis, ganz erhitzt von dem raschen Gange zum Locale, sitzen an dem breiten Eichentische über die Zeitungen gebeugt. Da verschlingt der eine die neuesten Berichte von Berlin, dort liest ein anderer die neueste Nummer des „Jüdischen Volksblatt". In Verbindung mit der Lesehalle steht eine Volksbibliothek, die im Wachsen ist. Wir richten hierbei an alle Leser die Bitte, die Bibliothek durch freiwillige Bücherspenden zu unterstützen. Wahrlich, so bescheiden und unansehnlich nach außen diese Arbeit aussieht, ein so wichtiges Glied in dem nationalen Werke ist sie. Das geistige Brot den breiten Massen des jüdischen Volkes zu verschaffen ist so nothwendig, wie die Unterstützung des Juden in seinem wirtschaftlichen Existenzkämpfe. Nicht nur seine Hasser und Steider, sondern auch die Freunde und Schätzer sollen dem Juden sagen, was das heißt, Jude sein, und wofür jeder Jude mehr oder weniger einen heißen Kampf führt. Diese Lesehallen, die noch einer weiteren Ausgestaltung fähig sind, sollen Oasen sein in dem wüsten Einerlei des täglichen Erwerbskampfes. Hier sollen die Nerven,' die in den ewigen ° Angriffen aufs äußerste angespannt sind, ansklingen können und neuen Muth und neue Kraft für das drohende Morgen gewinnen. Hier soll der Jude aus den Blättern der Geschichte, aus den Ereignissen des Tages die tröstende Versicherung schöpfen, dass wir, wohin immer uns das Schicksal verschlagen hat, doch ein großes Volk sind, das, wenn es sich nur endlich dazu entschließt, sich eine bessere Zukunft sichern kann._ Chronik des Judenthums. Inland. Wien. („I ü d i s ch e r V o l k s v e r e i n.") Der „Jüdische Volksverein" veranstaltet Montag den 16. d. M. abends 8 Uhr im Saale des W ä h r i n g e r B r a uh a u s e s, XVIII., Geutzgasse 62, und Donnerstag den 18. d. M. abends acht Uhr im Souterrain des ,^Cafö City" IX., Porzellangasse 1, Volksversammlungen mit der Tagesordnung: „Die Ziele der Gesammtorganisation und die neue Vereinsgründung." Referent der ersten Versammlung ist Hof- und Gerichts - Advocat Dr. Jakob K o h n. in der zweiten referiert Hof- und Gerichts- Advocat Dr. Carl Lisczis. Es liegt im Interesse eines jeden Juden, diesen Versammlungen beizuwohnen. Gäste, auch Damen, willkommen. Wien. („Jüdischer V o l k s v e r e in".) Herr Dr. Sofer hält am 17. d. M., 8 Uhr abends, im Festsaale des „Jüdischen Volksvereines", II., Leopoldsgaffe 25, einen Vortrag über das Thema: „Jüdische Familiengeschichte". Wien. (Wieder eine K l o st e r a f f a i r e.) Die Frau des jüdischen Wirtshaus-Besitzers Haubenstock aus Zielonka bei Krakau, Mutter von zwei Kindern, verließ ihren Gatten aus Liebe zum Gutsherrn und flüchtete in das Kloster der Felicianerinnen in Krakau. Sie wurde polizeilich, trotz des Widerstandes der Nonnen, aus dem Kloster geholt. Gegen den Verführer wurde ein Process angestrengt. Prag. (D e r V e r e i n zur A u s s p e i s u n g rn ittelloser israelitischer Mädchen) hielt am 2 d. M. im .Hotel Bristol" unter dem Vorsitze seines Präsidenten Herrn Karl O p l a t k a bei Anwesenheit seines Ehrenpräsidenten Herrn Oberrabbiners Dr. N. E h r e n f e l d seine ordentliche General- Versammlung ab. Nach Begrüßung der erschienenen 46 Verinsmitglieder seitens des Präsidenten gelangte durch den Geschäftsleiter Herrn B. F i s ch l das vorjährige General-Versanrmlungs- Protokoll zur Verlesung. Herr S. S p r i n g e r trägt den Thätigkeits- und Rechenschaftsbericht vor, aus dem zu entnehmen ist, dass sich der Verein trotz der im Vorjahre heischenden allgemein ungünstigen Verhältnisse einer immer größeren Entwicklung erfreut. Für das Schuljahr 1600/1601 konnte der Verein schon 47 Mädchen — von denen 26 die Volks-, 12 die Bürger-, 4 die Handels- und 6 die Industrieschulen besuchen -- gegen 47 im Vorjahre in seinen Schutz nehmen. Der Verein zählt trotz seines erst fünfjährigen Bestandes 2 Ehren-, 46 gründende und 4456 (127!) Prager, 20N0 Provinz) ordentliche, zusammen 4467 Mitglieder, eine Ziffer, die beredter spricht als alle Lobpreisungen. In den vier Jahren des Vereinsbestandes wurden 12.416 Kostportionen verabreicht und dafür Kr. 5266'45 verausgabt. Nachdem der Ehrenpräsident Herr Oberrabbiner Dr. N. E h r e n f e l d in einer längeren schwungvollen Ansprache dem Vorstande, dem Damen-Comitä in Prag und in der Provinz für deren unermüdliche Thätigkeit, ferner allen Gönnern und Spendern den Dank ausgesprochen hatte, gelangt burd) den Eassier Herrn Friedrich Pollnk der Cassabericht zur Verlesung. Der Verein besitzt ein unangreifbares Stammvermögen von Kr. 4600 in Wertpapieren und ein disponibles Vermögen von Kr. 6451 '75. Die Mehreinnahme von Spenden, die anlässlick) von Freuden- und Traueranlässen :c. betrügt gegen das Vorjahre Kr. 1547'54, ein Beweis, dass der Verein in der Entwicklung erfreulich fortsä)reilet, und dass in allen Schick)ten der israelitisck)en Bevölkerung von Stadt und Land das nothwendige Bedürfnis dieses Vereines anerkannt wird. Den Revistonsbericht erstattete Herr Karl Kisch und beantragte nebst der Ertheilung des Absolutoriums für den Gesammtvorstand einen speciellen Dank für den Eassier Herrn Friedrick) P o l l a k. (Geschieht.) Der Bericht spricht den Dank aus : der Israelitischen Cultusgemeinde-Nepräsentanz für die unentgeltliche Beistellung der Mazzos, der Medieamente und Gewährung einer Subvention, dem Herrn MUDr. SJl. Wodnansky für die sorgfältige kostenlose Behandlung der Kostzöglinge, den Zeitungen für die kostenfreie Aufnahme sämmtlicher Vereinsberichte und monatlicher Spendenausweise, dem Hotelier I. Roubiäek für die unentgeltliche Ueberlaffung der Localitäten zu allen Vereinsversammlungen, der Obmännin des Damen-Comitös in Prag Frau Charlotte Angel, der Obmann-Stellvertreterinnen Frau Dr. Fanni Tauber und Frau Julie Bloch, der Schriftführerin Frau Clara Deutsch und allen Gönnern und Freunden des Vereines, die durch Gaben und Spenden die Vereinszwecke fördern, endkick) den Speise-Jnspectoren und -Jnspectorinnen für deren Mühewaltung. In dem im Vorjahre ins Leben gerufenen Mädchenheim, das unter der sorgfältigen und bewährten Hausmutter Frau Rosa Wohrizek steht, befinden sich acht Kostnehmermnen, und strebt das Damen-Comitö auch die Gewährung von Freirischen an solche Mädchen an, die sick) als Stütze der Hausfrau ausbilden wollen. Die statutengemäß ausscheidenden vier Vorstandsmitglieder, und zwar die Herren Siegmund Heller, Siegmund Klauber, Richard L ö w y, Siegmund Springer, wurden über Antrag des Herrn Adolf Weiner in den Ausschuss wieder-, die Herren Albin Hostovsky, Leopold Re ich mann, Josef Strauß, Arthur Winternitz als Ersatzmänner neu- und die Herren Max Hirsch und Karl Kisch als Revisoren wiedergewählt. In das Damen-Comitö wurden folgende 25 Damen einstimmig gewählt: Frau Charlotte A n g e l, Frau Karoline Arnstein, Frau Julie Bloch, Frau Therese Bondy, Frau Clara Deutsch, Frau Gisela Fischer, Frau Marie F i s ch l, Frau Bertha Glaser, Frau Mathilde K o h n, Frau Knrolme Lö b l, sämmtliche in Prag, Frau Friedrika Lutz er, Kgl. Weinberge, Fräulein Anna Oplatka, Frau Adele Oppenheimer, Frau Hermine Pfau, Frau Louise Pick, Frau Ernestine Poll ak in Prag, Frau Regine P o l l a k, Kgl. Weinberge, Frau Cäcilie Salus, Prag, Frau Hermine Schulhof, Frau Charlotte S t i n g l, Frau Fanni Taube r, Frau Fanni T r o l l e r, Prag, Frau Mina Weinberg, /i/ckow, Frau Karoline Weiner, Frau Josefine Weiß, Frau Ernestine Weiß, Prag. Hieraus schloss der Obmann mit dem Ausdrucke des Dankes und der Bitte, dem Vereine auch fernerhin gewogen zu bleiben, die General-Versammlung. In der am 14. März d. I. abgehaltenen eonstituierenden Ausschusssitzung wurden folgende Herren in die Vereinsleilung gewählt: Obinann : Karl Oplatka; I. Obmann- Stellvertreter °. Eduard Taussig; II. Obmann-Stellvertreter: Arnold Turn a u; Geschästsleiter: Siegmund Springer; Geschäftsleiter - Stellvertreter: Siegmund Heller; Eassier: Friedrich P o l l a k; Cassier-Stellvertreter : Wilhelm Lutzer; Schriftführer: Richard Pflaum; Schriftführer-Stellvertreter: Gotthold U t i tz; Controlor: Richard L ö w y; Rechnungsführer: Siegmund Klauber. Außerdem gehören dem Ausschüsse an die Herren: Robert Altschul) Alfred Fröhlich, JUDr. Rudolf Heitler, Siegmund L ö wr) und David Troll er. Der bisherige verdienstvolle Geschäftsleiter Herr Benjamin F i s ch l lehnte eine Wiederwahl als Geschäflsleiter entschieden ab, erklärte aber, im Ausschüsse verbleiben zu wollen, was mit Beifall ausgenommen wurde. Das Damen - Cornitü constituierte sich folgendermaßen: Obmännin: Frau Charlotte Angel; I. Obmann-Stellvertreterin : Frau Dr. Fanni Tauber; II. Obmnnn-Stellvertreterin: Frau Julie Bloch; I. Schriftführerin: Frau Clara Deutsch; II. Schriftführerin: Frau Henriette Weiß. Frauzensbad. (A l l e x I e i.) Von der isralitischen Cultusgemeinde in Franzensbad wurde Herr Theodor S p i e gl neuerdings zum Cultusvorstand gewählt. — Das in Eigenthum und in der Verwaltung der genannten Gemeinde stehende Kaiser Franz Joseph- I u b i l ä u m s - H o s p i t a l für arme jüdische C u r b e d ü r f t i g e gereicht den jüdischen Armen zu immer größerem Segen. In der verflossenen Saison 1900 wurden 109 Arme unterstützt, meist sehr leidende Frauen, und zwar theils durch vollständig freie Cur, theils durch namhafte Cur-Unterstützung und Geldspenden. Gemeinden und Wohlthätern in allen Ländern sollten daher wetteifern, dieses segensreiche Institut unausgesetzt und ausgiebig zu unterstützen. Proßnitz. (D r. G o l d s ch mi ed. — I üb if cf; er Volksoerein. — Tempelba u.) Die Lethargie, welche seit circa 30 Jahren in unserer Gemeinde mit dem vorigen Rabbiner gleichsam und gleichzeitig ihren Einzug hielt und schon jeden Keim des religiösen Gefühles zu entwurzeln drohte, ist dank häufiger Anregung unseres jetzigen Rabbiners Herrn Dr. Goldschmied, dessen gediegene Predigten stets von zündender Wirkung auf die Gemüther der Zuhörer sind, auf staunende Weise wie mit einem Schlage aus unserer Mitte gewichen. Ueberhaupt beginnt die junge Generation sich rührig für das Judenthum zu interessieren. — Der Grundstein zum Jüdischen Volksverein ist bereits gelegt und wird nur auf die

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