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Jüdisches Volksblatt · 1901-04-03 · 14 (3.4.1901) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
14 (3.4.1901)
Date
1901-04-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Wien, Freitag Jüdisclies VolksblaIt :>. April 1901 Seite 5 Ergebnisse für die Gestaltung des Jndenthmns zu schildern. Der Vortrag fand großen und lebhaften Beifall, sowohl dein Inhalte nach, wie auch nach der Seite des französischen Stiles hin. Wiederholt riss der gefeierte Historiker das ansehnliche Publicum zu lebhaften Beifallsbezeigungen hin. Ein politisches Blatt sagt von dem Vortrage, dass der Redner seine Pflichten als Geschichtsschreiber, wie als Geisteserbe gleichermaßen erfüllt habe. Genf. (V o l k s z ä h lu n g.) Nach der jüngsten Volkszählung scheint die israelitische Bevölkerung der Schweiz in den letzten 50 Jahren proportionell den anderen Cvnfessionen gegenüber am meisten zugenommen haben. 1850 zählte man in der Schweiz 8145 Israeliten 1860 „ 4214 1870 6996 „ 1880 7373 „ 1888 8386 „ 1900 „ 1 2399 Die Zunahme der Israeliten in der Schweiz is sonders in den letzten 12 Jahren von Bedeutung und im Vergleiche zu der 1850 bei uns vorhandenen Jsraeliten-Zahl hat dieselbe sich seitdem bereits um das vierfache vermehrt. Paris. (Der „Figaro" autifemi11fdj.) In der Hauptversammlung der „F i g a r o"-G e s e l ls ch a f t kam es zu heftigen Erörterungen über die Haltung des Blattes in den letzten drei Jahren, als deren Folge die Unzufriedenen den Rückgang der A n t h e i lscheine von etwa 1460 auf 520, nach anderen sogar auf 410 Frcs.. hinstellten. Die Wahlen des neuen Äufsichtsrathes haben die Bedeutung, dass der „Figaro" künftig in eine v e r s ch ä m t n a t i o n a l i st i s ch - antisemitische Richtung e i n s ch w e n k e n ni u s s. Teheran. (Judenverfolgung.) Die hiesigen Juden, welche einige Jahre hindurch von jeder ernsteren Verfolgung verschont blieben, sind unerwartet die Opfer eines plötzlichen Ausbruches des Judenhasses geworden. Als das Volk am Freitag ans den Moscheen strömte, hielt Scheich I b ra h i m, welcher bis dahin niemals judenfeindliche Gesinnungen geäußert hatte, eine heftige Rede gegen die Juden und führte die fanatisierte Menge direct gegen das Judenviertel. Die Polizei erwies sich dem plötzlich ausgebrochenen Sturm gegenüber völlig machtlos, und der Mob, welcher durch allerhand lichtscheues Gesindel inzwischen starken Zuzug erhalten hatte, konnte volle drei Stunden nach Herzenslust plündern und rauben. In kurzer Zeit waren die jüdischen Läden verwüstet, die Häuser zerstört und zahlreiche Juden schwer verwundet. Endlich kam Militär und jagte die Menge auseinander. Inzwischen begab sich eine jüdische Deputation unter Führung des Directors der Alliance-Schule zum englischen Gesandten und von da zum Minister des Auswärtigen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet und mehr als 200 Personen sind verhaftet. Leider gelang es dem Hauptschuldigen, dem Scheich Ibrahim, zu entfliehen und spurlos zu verschwinden. Der durch ein ihm unmittelbar überreichtes Memorandum von der wahren Sachlage unterrichtete Schah gerieth in heftigen Zorn, entließ drei seiner Minister, sowie den mit dem Schutz der Juden und Armenier beauftragten Beamten und spendete aus seiner Privatschatulle zur "Unterstützung der geschädigten Juden 500 Lstr. Der angerichtete Schaden wird auf 6000 Lstr. geschätzt. Die wirtschaftliche Seite der Judensrage?) Von Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Jakob Kohn. 11. Diezweite wirtschaftliche Gruppe unte den Juden, die Intelligenz-Arbeiter, liefert ein Arbeitsproduct, welches im höchsten Grade individuell ist. Der Arzt, Advocat, Lehrer wird auf seine Vertrauenswürdigkeit, Moral, Weltanschauung geprüft, und werden nun alle diese ethischen Momente, wenn sie jüdisch sind, von den antijüdischen Consumenten verworfen, so wird den jüdischen Intelligenz-Arbeitern jede Concurrenzmöglichkeit benommen und sie sind nach und nach immer mehr auf das jüdische Publicum angewiesen. Daraus folgt nun, dass diese Kreise ungemein interessiert sind an der wirtschaftlichen Kräftigung der Inden und an dem Aufbau widerstandsfähiger, zusammenhängender jüdischer Wirtschafts-Organisationen. Allein das jüdische Publicum ist in seiner Aufnahmsfähigkeit für die Ärbeitsproducte jüdischer Intelligenzler beschränkt, und nun rverden diese Intelligenz-Arbeiter in großer Zahl überflüssig. Dieses Schicksal theilen sie auch mit der Hanptschichte, nämlich den in Handel, Industrie und Production Beschäftigten. Allerdings haben diese letzteren noch das allerweiteste Gebiet, und zwar deswegen, weil ihr Arbeitsproduct keinerlei jüdische Marke trügt; jüdische Wolle, jüdisches Eisen oder jüdisches Papier kennt der Weltmarkt nicht und wird auch nie zu einer solchen Unterscheidung die Möglichkeit haben. Daher ist das jüdische Capital in seiner Entwicklung unbedingt frei. Anders ist es schon mit dem Heere der in Handel und Production Angestelllen. Hier kommt es darauf an, ob an der Spitze eines Unternehmens Juden stehen, und wie weit nach unten zu dieser Zusammenhang von Juden fest bleibt. Bloß eine zusammenhängende jüdische Wirtschafts-Organisatiou bietet die Möglichkeit, dass Juden ungehindert in Coucurrenz treten können, und hier werden sie mir insoweit überschüssig, "ls die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sie hinausdrängt. Denn wie bei den anderen Völkern, jo muss es auch bei den Juden eine wirtschaftliche Reservearmee geben, deren Theile nach und nach wieder lebensfähige Organisationen zu schaffen vermögen. Jedoch immer bleibt ein Rest unverivendet, und diese Erscheinutlg dürfte wohl so lange dauern, als die herr- *) Siehe Nr. 12 des „Jüdischen Volksblatt" vom 23. März dieses Jahres. sehende Wirtschaftsordnung nicht durch eine vollkommenere ersetzt wird. Die Juden, welche nicht einzig durch die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch aus anderen, ans politischen und socialen Gründen aus den wirtschaftlichen Organisationen hinansgedrängt wurden, suchen nunmehr Länder auf, in welchen sie neue Organisationen schaffen, um innerhalb derselben Platz zu finden, oder sie treten im Auslande in Concurrcnz inmitten der bestehenden Organisationen, weil dort auch noch für Juden mehr Spielraum ist; man pflegt dies so auszudrücken, dass der Sättigungspimkt für Juden in einem gewissen Lande noch nicht erreicht ist. Allein noch immer bleibt ein Rest, u. zw. nicht bloß ein Rest gleich den entsprechenden Resten anderer Völker, sondern ein Rest, dessen Größe bestimmt und in erster Linie herbeigeführt wurde durch den socialen und politischen Kampf gegen die Juden. Dieser Mehrrest ist der Ausdruck der wirtschaftlichen Jndenfrage, und diesen Rest anfgehen machen wollen, heißt die Lösung der wirtschaftlichen Judenfrage suchen. Dieser Mehrrest wird jedoch erst gefunden werden, wenn man alle verfügbaren Kräfte innerhalb der Judenheit aufgeboten haben wird. Erst wenn man alles gethan haben wird, um die Inden in den von ihnen innegehabten Positionen zu erhalten, tveiters nach weitestgehender Förderung der auf Basis neu zu schaffender Organisationen oder zu erhöhender Concnrrenzfähigkeit der Juden in wirtschaftlich freien Ländern erreichbaren Expansion, somit nach Förderung der organisierten Emigration, erst wenn die große, alle Länder umfassende jüdische Rettungsgcsellschaft sämmtlichen durch die I u d e n n o t h aus allen wirtschaftlichen Zusammenhängen gerissenen jüdischen Bettelproletariern beigesprnngeu sein wird, dann erst kann man die jüdische Reservearmee überblicken und darnach sondern, ob sie durch die wirtschaftliche Entwicklung im allgemeinen bedingt ist oder aber aus der speciellen Lage der Juden resultiert. Den durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in die Reservearmee hinuntergestoßenen Juden kann organisch bloß zugleich mit allen ihren anderen Schicksalsgenossen geholfen werden; dieses Theilchen der Jndenfrage kann daher allerdings nur mit der allgemeinen socialen Frage gelöst werden, was jedoch das Eingreifen der Wohllhätigkeit für einzelne Volksgenossen nicht ausschließt. Jedoch für die durch die Jndennoth Declassierten müssen seitens der Gesammtjudeuheit die Nothstaudsbanten beginnen, wie sie in Zeiten unverschuldeter Roth jede Gesammtheit zugunsten der arbeitswilligen Schichten beginnt; die jüdische Gesammtheit muss ihren im wirtschaftlichen Kampfe gegen die erklärten Feinde des jüdischen Volkes invalid gewordenen Kriegern eine gesicherte Heimstätte beschaffen. Letzteres kann nur dort erreicht werden, wo diese wirtschaftlich Schwächsten neben der Förderung durch die jüdische Gesammtheit keinerlei politische oder sociale Macht gegen sich haben können, somit an einer allseits gesicherten Heimstätte. Ob diese Sicherheit durch völkerrechtliche Garantien erreichbar ist, oder ob sie erst in einer Zeit als möglich gedacht werden kann, wo alle Völker den ewigen Frieden proclamiert haben, dies zu untersuchen ist nicht Sache des Nationalökonomen, das ist die Aufgabe des Politikers oder politischen Führers. A b w e h r, A u s b a u und Aufbau, das s i n d die Ziele einer jüdischen Wirtschaftspolitik! Die Colomen in Palästina. Die augenblickliche precäre Lage der jüdischen Colonieu in Palästina hat manchen ehrlichen Freund der Colonisation stutzig gemacht und in ihm Zweifel hervorgerufen, ob nicht die 18jährige Arbeit mit einem Misserfolge geendet hat. Eine erschöpfende Antwort auf diese Frage gibt eine eben zum zehnjährigen Jubiläum des Odessaer Comites erschienene ans der Feder des bekannten Colonisten und Agronomen M. Meierowitsch aus Rischon-le-Zion herrührende Schrift. Nach diesem Kenner der palästinensischen Verhältnisse befinden sich gegenwärtig 28.46t Hektar palästinensischen Bodens in jüdischein Besitze. Dieses ansehnliche Besitzthum ist in 31 kleinere und größere Parcellen getheilt, von denen nur vier kleinere bereits vor Beginn der gegenwärtigen ColonisationS-Aera in jüdischen Besitz gelangt sind. Der Rest wurde erst in den letzten 18 Jahren von Inden erworben. Von diesen jüdischen Besitzthümern liegen 12 in Judäa, 11 in Galiläa, (i endlich jenseits des Jordans. Von Diesen circa 28.550 Hektar Land im jüdiscyen Besitze gehen circa 23 Pereent resp. 6660 Hektar als n n b e b a nt ab, und zwar 280 Hektar für Banlichkeiren, Höfe und Keine Gemüsegärten und 210 Hektar für Wege und Straßen, 530 Hektar sind Sumpfland, welches erst trockengeleat werden muss, 3880 Hektar sind Berge, steiniger Boden und Weideland, und weitere 1760 Hektar liegen noch brach, lieber die Verivendnng voa 5300 Hektar gibt der Verfasser keine nähere Auskunft. Der größte Theil dieses Landes wird wohl jenseits des Jordans liegen, wo die türkische Regierung jeden Colonisationsversuch leider inhibiert. Die einstweilen bereits unter Cultnr genommenen Ländereien im Umfange von 16.500 Hektar werden von den Inden in geradezu musterhafter Weise gepflegt. Das Hanptprodnct der jüdischen Colonisten ist, im Gegensätze zu der bisherigen allgemeinen Au- 57 Hektar. Zur Bearbeitung ihrer Felder besitzen die Colonisten 751 Pflüge, 125 Wagen, I I12 Pferde und Maulthiere, sowie 156 Ochsen. Ferner 1335 Milchkiihe und 2112 Schafe und Ziegen, die alle in 512 Ställen untergebracht werden. An sonstigen Baulichkeiten wurden 605 Gebäude aufgeführt, darunter zwei umfangreiche Weinkellereien, eine Böttcherei, fiinf Mühlen, eine Glasfabrik, eine Seidenspinnerei und ein Laboratorium. Als der bedeutendste Erfolg der jiidischen Colonisation in Palästina wird jedoch stets und immer die Thatsache angesehen werden müssen, dass nicht weniger als 5502 Inden, welche bis dahin in Städten gelebt und allerhand Kleinhandel getrieben haben, zu echten und rechten Bauern gemacht worden sind, und dadurch der Beweis erbracht worden ist, dass der Jude überall, wo sich nur eine günstige Gelegenheit dazu bietet, ebenso wie in Handel und Industrie auch in der Landwirtschaft ebenso gut wie der Arier seinen Platz ansznfiillen vermag. Auch die türkische Regierung könnte anden vorliegenden Erfolgen der Juden in Palästina etwas lernen: die Inden haben achtzehn neue Tranbensorten und sieben neue Obstarten in Palästina aeclimatisiert. Ferner haben sie neue Weizen- und Gerstenarten da eingeführt. den Anbau ^uott Kartoffeln cnltiviert, türkischen Tabak angepflanzt und die Seidenzucht eingeleitet. Im Gegensätze zum Araber, der in Palästina Raubbau treibt, geben die Inden dem Boden Dung, arbeiten mit eisernen Pflügen, mähen und dreschen mit Dampfmaschinen uub säen Futter für das Vieh. Die Inden fabricieren Wein, Cognac, Seide und wohlriechende Essenzen. Endlich pflanzen sie ganze Encalyptnswälder und sanieren an zahlreichen Stellen das hier und da ungesunde Klima. Solche wahre Cnlturträger, welche im besten Sinne des Wortes Cultnr nach dem Osten tragen, sollte die tiirkische Regierung nicht in ihrer Cultnrarbeit hindern, sondern nach Kräften zu fordern suchen. Wie bedeutend die jüdische Colonisation jetzt schon die Stenerkraft Palästinas hebt, beweist das Beispiel von Rischon-le-Zion. Vor 18 Jahren brachte das elende Arabernest Ajun-Karah, auf dessen Boden sich jetzt die jüdische Colonie Rischon-le-Zion erhebt, der türkischen Regierung 300 Francs jährlich Steuer ein. Jetzt bringt dieser Boden, den die Juden in eine reiche Weinplantage umgewandelt haben, nicht w eniger als 30.000 Francs ein. Die Inden haben schon einmal der Türkei großen Segen gebracht. Damals waren es die spanischen Juden, welche nach ihrer Vertreibung ans Spanien im 16. Jahrhundert nach der Türkei giengen und ihr einen gewaltigen Zuwachs von Capitalien und Intelligenz brachten. Die Türkei hat es nie bereut, im 16. Jahrhundert die Inden gastlich ausgenommen zu haben. Möge sie es jetzt zum zweitemnale mit den russischen Juden versuchen. Auch deren gastliche Aufnahme wird der Türkei Segen bringen und zu ihrer Verjüngung wesentlich beitragen. Der Mord in Könitz. Ein falsches Geständnis. Der „Wiener Allg. Ztg." wird telegraphiert: Vor dem Oraner Kriegsgericht hatte bekanntlich ein Fremdenlegionär ansgesagt, er habe den Konitzer „Ritualmord" begangen. Auf die telegraphische Anfrage des Pariser rj „ Localanzeiger "- Correspondenten in Oran erhielt dieser gestern eine Depesche über die phantastische Aussage, die schon deshalb ein purer Schwindel ist, da der Mord Winters im März erfolgte, während der Legionär Lebeeder im August 1900 in Könitz gewesen sein will. Lebeeder sagte aus, er wäre nach Könitz gekommen, und in der dortige Herberge sei ein Fleischer an ihn herangetreten mit der Frage, ob er Geld verdienen wolle. Er erhielt zehn Mark Vorschuss und wurde vor die Synagoge geführt, wo ihm die Augen verbunden wurden. Im Innern wurde ihm die Binde wieder abgenommen. Er sah nun vermummte Männer, die ihm ein Etui mit scharfen Messern verschiedenster Größen vorlegten. Dann wurde ein weißes Linnen vom Boden weggezogen, da lag ein junger Mann, anscheinend in tiefer Narkose. Diesen Körper sollte er zerschneiden, und die Stellen, wo die Einschnitte zn machen seien, waren mit einem weißen Seidenfaden markiert. Nach vollbrachter That gab man ihm einen Brief mit der Bemerkung, wo immer er ihn einem Juden vvrzeige, werde er Unterstützung erhalten, was thatsächlich in Breslau und Frankfurt der Fall war. Ans die Frage des Kriegsgerichts- Präsidenten. ob er den Brief noch habe, antwortete Lebeeder, er habe ihn verloren. Auf die weitere Frage, ob er sich irgendwie an Personen in Könitz erinnern könne, antwortete er: nein. Er habe sich in Verdun der Freindenlegioir angeschloffen und alle Namen vergessen. Den Diebstahl, der ihn vor das Kriegsgericht führte, gab er zu. allen unter Cultnr genommenen Landes, werden mit Getreide bebaut, während für Baumenlturen und Plantagen im ganzen nur 3855 Hektar reserviert werden. Unter diesen nimmt der Weinbau mit 2530 Hektar die erste Stelle ein, ihm folgt in weiter Entfernung die Anpflanzung von Oliven mit 101, die von Mandelbäumen mit 230 und die von Apfelsinen sin vier Bujaren» mit 207 Hektar. 303 Hektar sind mit Maulbeerbäumen gepflanzt, ein Beweis dafür, dass die jüdischen Colonisten in Palästina eine bedeutende Seidenzncht betreiben. Auch wohlriechende Essenzen werden von ihnen hergestellt, wie die 67 Hektar, welche unter Rosenban genommen sind, beweisen. Zur Sanierung des fieberschwangeren Klimas wurden von den Juden massenhaft EucalyptuSbaume, darunter allein in Chederah 200.000 Stück, angepflanzt. Die Encalyptnsbäume werden auch als Nutzholz gepflegt, wie ein 18 Hektar umfassender Eucalyptnshain beweist. Endlich erwähnt vie Schrift des Herrn M e i e r o w i t s ch einiger ansehnlichen Gemüsegärten mit künstlicher Bewässerung im Umfange von Nkkkiitsnull KerjiMNlsWsdttj-te. Czernowitz (A k a d e m. L e s e v e r e i n ,,H u m a n i t a s". Am 18. März trat der Verein in das 3. Semester seines Bestandes. Ein vom Ausschuss creiorter Vortragscyklus fand bei den zahlreich als Gäste erschienenen Gesinnungsgenossen beifällige Aufnahme und Anerkennung. Es wurden folgende Themen behandelt: „Wie können die Makkabäer würdig gefeiert werden?" (.zur. H n t in a n n); „Geschichke der Inden" (pbi>. K o h an); .^Geschichte des Antisemitismus und seine Wirkung ans das Judenthmn" siur. N eugeboren); „Moses Mendelssohn, sein Leben und seine Werke" (zur. Fleischer); „Die rechtliche Stellung der Inden im Mittelalter" (zur. S t e r n b e r g) und „Spinoza als Pantheist und seine Stellung zum Judenthum" (zur. Fried wald). Im Soinmersemester wird der Vortragscyklus fortgesetzt. Die Bibliothek zählt 113 Werke mit 581 Bänden; im Vereinsloeale liegen 18 verschiedene Zeit- und Tagesschriften ans (darunter fünf jüdische). Die Ansschusswahl ergab folgendes Resultat: stuck, zur. Jacob W e ch 8 l e r, Obmann; stuck, zur. Elias Fried wald, Obmann-Stellvertreter; siiul. zur. Markus Sternberg, Schriftführer; stuck, zur. F. S o b e l, Caffier; simi. phil. A. Trichter, Bibliothekar; sruck. zur. M, Kurzweil, Zeitungswart und Oekonom. j Vücher-Emlauf. I Dr. O. M ü n z: Handbuch der Ernährung für Gesunde! und Magenkranke. Mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Speisegesetze. Mainz, 100t. I. Wirth. Richard B e e r - H o f m a n n: Der Tod GeorgS Berlin,; 1000. S. Fischer. (Siehe Nr. 12, III d. „I. B.": „Der Zufall der Geburt" von Leo S o f e r.)

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