Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 13 (29.3.1901)
- Date
- 1901-03-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2432763-2432864-2432877--0939-2434642- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 13 Wien, Freitag Jüdisches Talksblatt LS. Mär« 1901 Seite 5 Die Jndennoth in Galizien. (Otig.-Torr. d. „Jüd. VolkSbl.")! Lemberg, 25. März. In den oppositionell-jüdischen Kreisen Galiziens, d. i. iir denjenigen Zirkeln, die sich von der „regierenden" Partei emcmeipiert hatten und nach Umständen in den Bereinigungen und der Presse ein offenes Wort führten und ihre Meinungen unumwunden auksprachen, herrschte allenthalben die Gepflogen' hnt, dem misslichen und schädigenden Gebaren der CultuS-- Hkößen unerschrocken an den Leib zu rücken, an ihrem Verhalten dem jüdischen Volke gegenüber strenge Kritik zu üben und sie wegen ihres moralischen Verrathes zn geißeln und an den Pranger zu stellen. Allein mit solcher Art Kritik sind unsere vermeintlich Großen bereits „Überladen", und diese Methode, die sich bereit» abgebraucht hat, vermag nicht mehr, sie auS ihrer Indolenz zu wecken! In der Gegenwart müssen rpir die „geistige Verarmung" auSschalten und von der Tagesordnung absetzcn und unsere ganze und volle Aufmerksamkeit der „physischen" Judennoth zuwenden. Wir müssen angesichts der trostlosen ökonomischen Nothlage, in deren Bannkreis beinahe 600.000 Juden in Galizien stehen, diese der Welt in den schreiendsten Farben vorführen und schildern, sie in ihrer Nacktheit ihr vor Augen halten! Oder wollen etwa unsere Brüder in Wien und Budapest die entsetzlichen Scenen bei der Rumänenwanderung nunmehr in verstärkter Auflage auch bei ihren galizischen StammeSgenossen sehen und erleben? Das Elend unter der jüdischen Bevölkerung in Galizien nimmt mit jedem Tageerschreckendere Dimensionen au. Dem Kleinhändler fehlt es am allernothwendigsten, noch so minimalen BetriebScapitale, dem Handwerker an Arbeitsgelegenheit und Beschäftigung, dem Dienstsuchenden an Posten und Stellung und der darbenden Familie einfach an Nahrung! Jeder Handel, jeder Verkehr ist literalisch lahmgelcgt die Finanz-Institute gewähren mit wenigen Ausnahmen keine Vorschüsse und Credite, und das Land selbst ist seit den fraudolen Vorgängen in den Sparcasieu und Banken fast erschöpfte Unsere hierläudischen Juden sind viel schlimmer daran, als deren Leidensgenosien in Russland und Rumänien. In jenen Ländern unterliegen sie verschärften gesetzlichen Maßnahmen und Beschränkungen, werden aber deswegen von ihren westeuropäischen Brüdern bemitleidet und unterstützt, hier in Oesterreich als dem constitutionellen Staate haben sie die Wahl und Freiheit, zn — verhungern. Also keine Bedrückung, keine Bewegung, keine Hilferufe, keine — Hilfe! Wohl hört man, dass man im Schoße der B'nei-B'rith-Logen eine größere Hjlfsaction für Galizien plant, allein abgesehen von der in diesen Kreisen herrschenden Geheimthuerei, müsste selbst der kaltblütigsten Natur ob deS langen PlanenS und Harrens die Geduld auSgehen! Wir gehen nicht fehl, wenn wir die Befürchtung auSsprechen, dass bis zur Inangriffnahme dieser Aktion noch viel Wasser ablaufen wird, ja eS sichen ja wiederum die Sommerferien in Sicht, und die Angelegenheit könnte ja für den kühleren Herbst verlegt werden. Inzwischen aber dröhnt und kracht es allenthalben in den Mischen Behausungen Noth und Elend feiern ihren Einzug und gewinnen immer mehr an riesiger Territorialität und Ausdehnung! O, dass nur nicht noch Schlimmeres komme! Wie «!so diesem Uebel begegnen '? Das ist und bleibt die brennendste Frage, die wohl einzelne edeldenkende Menschen beschäftigt, «der lange noch nicht in einer Organisation gebürender Besprechung gewürdigt wird. Eine Organisation zur Bekämpfung des jüdischen Elends in Galizien besteht derzeit nicht. Es würde sich daher empfehlen die Einbernfnng jüdischer Massentzermmmlungen nach den größeren galizisMn Städten, die Deputationen wackerer jüdischer Männer nach Wien, Berlin, Paris zu entsenden hätten, die in Gemeinschaft mit den jüdiichen Lteichsraths-Abgeordneten jener Staaten nach Mitteln und Wege zn suchen hätten, der schreienden Noth thunlichst zu stcirern. In allen Fällen ist eS Pflicht der berufenen Organe und der jüdischen Publieistik aller Länder, ihr Augenmerk dlesem brenneudeu Thema ganz und voll zuzuwenden. Insbesondere, da sich die allgemeine und sogar die polnische Tagespresse mir dieser Frage ganz und gar nicht beschäftigt. Auf Juden! Denn die Noth ist ernst und groß! Es dämmert. (Orig.-Corr. deS „Jüd. Volksblatl". Mähr.-Ostrau, den 12. März 1801. Seit den letzten Gemeinderathswahlrn hat sich die Conjüuctnr m politischen Himmel der Inden Ostraus in wesentlicher — ich will es gleich hinzufügen — erfreulicher Weise gebessert. Es vollzieht sich eine merkliche Umwandlung. Au» dem Chaos der politischen Comprvmiffe, aus dem Gewirr« der hier herrschenden politischen Meinungen hebt sich prächtig eine Tendenz «b: Das Jüdisch-nationale. Es sind kaum drei Monate in» Laub gegangen, al» wir bei den Wahlen als »Friedensstörer" heftig angegriffen wurden. Aber auch dieser Borwurf hat sich überlebt. Heute glaubt gar kein Mensch daran! WaS haben wir denn so Schlimme» angerichtet, dass mau sich immer mit einer Schen an uns vvrbeidrückte, um ja nicht über den wunden Punkt „Judensrage" zu reden? Antwort: Mir gründeten jüdische Turnvereine! In kurzen Abständen entstanden der ,Ostrauer jüdische Turnverein" und .Wivozer jüdische Turnvereins Über dessen letzteren Gründung-. Eommers wir heute an anderer Stelle berichten. Indem wir die geuanuten jüdischen Turnvereine ausbauten, hielten wir uns stets v»r Augen, dass ein Turnverein — möge er welcher Nation immer ««gehören — der Herd des Nationalismus ist, wo das Zusammengehörigkeitsgefühl und Manneßbewnsstsein nie erlischt. Anderseits schwinden im jüdischen Turnverein — ein Erbübel der hiesigen jüdischen Gesellschaft — jedes Klaffen« bewusStsein und alle Standesunterschiede. Wir wollen aus dem schwachen, geistig überbürdeten Ghettojungen ein »Mu-keljudenthum^ schaffen. — Und zum Schlüsse, aber nicht zuletzt, sei deS neugegründeten »Jüdischen B i l d un g su n d GeselligkeitS-VereineS" gedacht, der in der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestandes sich die Sympathien aller jüdischen Bürger zu erwerben wusste. Allen — nein, den »deutschen Juden mosaischen Glanbeus" — scheint es jetzt noch nicht »opportun", helfend einzugreifeu. Die kommen, wenn der Brei schon gekocht ist. Sie werben auch dann willkommen sein Während wir diese Zeilen schreiben, vollzieht sich unier ungeheurer Betheiligung das prächtige Fest des „Ostrauer jüdischen Turnvereines". Wie ans diesem thatsächlichen Materiale zu ersehen ist, lenkt die Ostrauer Judeuheit in nationale Bahnen ein. So scheinen die hiesigen Juden doch von dem Principe Gebrauch machen zu wollen, dawir ihnen x-mal in die Ohren riefen: O lass' Dich von dem Rechten warnen. Und nicht vom Linken Dich umgarnen! Der Jude der Gegenwart muss seinen Vorfahren zur Zeit EsraS gleichen bei dem Aufbaue des Tempels: In der einen Hund die Kelle, in der anderen dar Schwert. Auch wir Juden unserer Zeit bauen und zimmern an dem uns Höchsten und Heiligsten : unserer N a t i» n. Es gibt noch eine, und zwar eine mächtige Schutzwehr, eine fixere Parade, die die Ostrauer Juden meiner tiefinnersten Ueber^eugung nach noch am sichersten vor künftigem drohendem Siechthum im nationalen Sinne, vor religiöser Indolenz retten könnte. Diese Schutzwehr ist keine körperliche, sondern eine geistige. Diese Wehr trägt allerdings durchaus nicht den Stempel des ehrwürdigen Alters an sich; sie ist vielmehr so echt und recht ein Kind unserer Zeit: die jüdisch-nationalePresse. Sie ist heute für den Juden in der Residenz, wie in der Provinz, in der Stadt, wie am Lande eine Nothwendigkeit. Aber die jüdisch-nationale Presse hat in unseren Tagen nicht nur den hohen Beruf, durch Erheben ihrer mahnenden Stimme der gewaltige Mentor, durch Verbreitung des begeisternden Wortes in Israel, der H e r o l d im Judenthum zn sein. Der jüdis chen Presse fällt auch in unseren Tagen der erhabene Beruf zu, die allgemeine Lehrerin in ganz Juda zu sein. Ihre Aufgabe ist die Kenntnis der jüdischen Lehre, der jüdischen Geschichte, dieses zweiten großen Elementes des Geistes im Judenthum zu fördern, und so der Wertschätzung des JudenthumS gewaltigen Vorschub zu leisten. M. Joseph Reiilachs Geschichte der Dreysus-Asiaire. Von Emil Reh. Paris, 21. März. Vorgestern Abend von einer der unendlichen Sitzungen zurückkehrend, die jetzt im Palais Bourbon Mode geworden sind, fand ich auf meinem Pulte ein Bündel Correcturbogen, die der Verlag der »Revue Blanche“ mir hatte -»stellen lassen; daS Buch selbst wird in den nächsten Tagen erscheinen: es umfasst 640 Seiten, ist von dem früheren Abgeordneten Joseph Rein ach verfass! und trägt den Titel: „Histsoire de 1’Affaire Dreyfus*, Geschichte der Dreyfus-Affaire. Ich begann mit Zagen und gewissermaßen mit Furcht zu lesen, denn seit der Durchführung der Amnestie ist es hier in Frankreich zum allgemein geheiligten Dogma geworden, ja nicht an der DreyfuZ-Affaire zu rühren, um die im Negiernngslager glücklich hergestellte Eintracht nicht zu gefährden. WaS soll auch die Erinnerung Gutes bringen, wo jeder glaubt, alles zu wissen, und wo alle schon zu viel haben erfahren müssen? Dem Journalisten insbesondere grauSt es, wenn er an die Fülle der Arbeit und der Erregungen denkt, welche die Jahre der DreyfuS-Assaire bedeuteten, und er möchte am liebsten, wie die Politiker, nichts mehr davon hören, bis ihm eines Morgens dis Zeitungen unversehens jenes unvermeidliche kalt nouveau enthüllen, daS die Rehabilitation deS armen Gefangenen von der TsufelSinsel ohne Widerstand erzwingen soll, ohne Kampf und ohne Wuth. Sollte vielleicht daS Buch Joseph ReinachS diese „neue Thatsache", diese letzte, nackteste, souveräne Wahrheit enthüllen? Man blättert, man überblickt die Ueberschrifteu der Capitel, man beginnt zu lrseu und mit dem wachsenden Interesse weichen die Bedenken; man sucht nicht mehr nach. Ueberraschungen, noch nach Absichten, man steht plötzlich wieder mitten in den kaum vergessenen Ereignissen. Man fühlt nicht mehr den erschütternden Eindruck, den alle diese Geschehnisse unS damals verursachten, als wir sie in täglichen Dosen einzeln einnehmen mussten, wir empfinden aber jene ergreifende, fesselnde und überwältigende Spannung des Geistes und HerzenS, die von einer großen, in allen Einzelheiten der Entwicklung und in allen Wechselbeziehungen der Mitwirkenden sich allmählich offenbarenden Tragödie ausgehen muss. Und der Leser erkennt unwillkürlich, wie eitel die Bemühungen sind, diese Tragödie zu ersticken, bevor sie ihren natürlichen, versöhnenden und gerechten Abschluss gefunden hat Joseph Reiuach ist Historiker im besten Sinne deS Begriffes; er gründet alle Thatsachen ans Documenle, aus die Acten der DreyfuS-Processe, aus die Mittheilungen der Tagespresse, auf Tagebücher der betheiligten Personen und aus mündliche Berichte; er stellt keine gewagten Hypothosen auf und lässt sich keine subjektiven Behauptungen suggerieren; in den zahlreichen, Anmerkungen kritisiert er streng und scharf seine Quellen, vergleicht die Widersprüche und nimmt in den Text nur aus, was die Prüfung bestanden hat. Und wo die Dseumenre Lücken laffen, »nacht auch der Text Halt. Diese Gewissenhaftigkeit geht zuwerlen so weit, daß einer Reihe beglaubigter Handlungen die entscheidende Schlussfolgerung versagt rvird, weil der Verfasser diese selbst nicht ebenso materiell nachzuweisen imstande ist. An» gespanntesten durste »nan in der Frage der Beweisführung auf die Schilderung sein, »velchr Re in ach von den Beziehungen Esterhazys zu Henry entwerfen würde. Er stellt peinlich alles zusammen, »vas über den Ursprung deS Bordereaus behauptet »vovden ist; er kritisiert und verwirft die Angaben der H e n r y, G o n s e, L a u t h und G r i b e l i n daß daS Bortzerau auf den» „gewöhnlichen Wege'' zu»n Nachrichtenbureau gelangt sei, und verthridigt die Angabe deS HauptmanneS Cordier. wonach Esterhazy es in Rouen zur Post gab, zugleich mit den darin verzeichneten und ebenfalls für Schwarzkoppen bestimmten Documeuten. Der Brief w»»rde, nach R e i n a ch, in der Portierloge der deutschen Botschaft gestohlen, bevor er an seine Adresse gelangte. Der Agent, per ihn rum Nachrichtendureau brachte, war Bruecker, ein in Misseredit gerathener Spion, der durch dieses Wagestück wieder die Tunst m»d das Vertrauen H enry d gewinnen wollte. Bruecker hat den Brief geöffnet und wahrscheinlich den Umschlag mit der Adresse SchwarzkoppenS behalten oder vernichtet; er kannte also den Inhalt deS Bordereaus; er verkehrte mit dem Oberst Sandherr und mit dem Major C o r d i e r und hätte sich nach den» Eindrücke des Briefes erkundigen können. Als Henry daß Bordereau erhielt, brauchte er nur einen Blick darauf zu werfen, um die Schrift Esterhazys zu erkennen, mit dem er seit zwanzig Jahren befreundet »var, den er duzte und der ihm selbst mit Gelddarlehen aus der Noth geholfen hatte. Wäre Henry n»»r der Freund Esterhazygewesen, so hätte er, angesichts der Schivere des Verbrechens und der für den Generalstao bestehenden Gefahr, das Bordereau nicht unterdrücken können; er wäre zu seinen» Ehef gegangen, um ihn aufzuklären, und Esterhazy wäre in aller Stille unschädlich gemacht worden. War aber Henry der Mitschuldige Esterhazys, hatte er ihm vielleicht selbst die Mittel z»»m Verrathe geliefert, so hatte er alles Interesse, daS Bordereau verschwinden zu lasser», ehe eS ein Anderer sah. Vielleicht hat Henry wirklich im ersten Impuls daS Bordereau zerrissen; dann erinnerte er sich, daß er in Bruecker einen gefährlichen Mitwisser besaß, und fieng an zu überlegen. G o n s e und Boisdekfre »varen von den Angaben deS Agenten V a l E a r l o S unterrichtet, dass Schwartzkoppen sich rühme, ans dem Generalstab selbst bedient zu »verden; man rvürde also den Urheber deS Bordereaus im Generalstab suchen, »vo E st e r h a z y nicht war. Die Untersuchung musste also irn Sande verlausen, und Henry hatte keine Gefahr zn befürchten, dass sein Freund entdeckt rvürde; er hatte dagegen das Verdienst, mit der Entdeckung des Bordereaus seine Tüchtigkeit bewiesen zu haben. Sr zerriss also dass Bordereau vollends in kleine Stücke, um sich das Verdienst der Wiederzusamrueustelluna zu wahren und überlieferte eS Sand Herr. „So fieng die Affaire an, mit einer Lüge," schließt Reinach das erste Capitel seines Buches. Er hätte richtiger sagen muffen, daß die Affaire so mit einem Verbrechen begann; aber allen» Anschein nach liegt ihm die Absicht fern, in den Berveis dieses Verbrechens jetzt schon einzutreten, in der Hoffnung vielleicht, dass sein Buch bald eine gründlich erneute und ergänzte A»»flage erleben werde. „Fr, Z.“ (Schluss folgt.) Kerms- Md KttjasmlulWbttichte. Wien. (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterv e r e i >».) Sarnstag den 30. d. M. findet im Vereinssaale eine außerordentliche Plenarversaminlmig statt. Tagesordnung: 1. Bericht über den Ol»»rützer Zionistentag, erstattet von Coll. Groß. 2. SocialiSrnus und Zionisrnus (Referent zur. Ord. Armin Fisch!). 3. Ersatzivahlen und Wahlen in das A g i t a t i o n s-, B i l d u n g s- und Vergnügungs-Comits (je 6 Darneu und 6 Herren). 4. Eventuelles. Beginn präcise 6 Uhr abends. Gäste (auch Dame»») willkommen. — Samstag den 6. April d. I., halb 8 Uhr abends, findet ein Vortrag der Frau Olga Kadi sch („die Aufgaben der modernen jüdischen Frau") statt, »vorauf wir schon heute aufmerksa»n machen. — Der von obigem Vereine eingeführte Tanzunterricht findet jeden Sonntag von 3—6 Uhr nachrnittags im großen Saale des Jüdischen Tnrnvereines, I., Mölkerbastei 5, statt und steht unter der bewährten Leitung des renornmierren Tanzlehrers Max Richter (aus dein Tanzinstitut Dubois). Einschreibungen von Dainen und Herren werden Samstag von 8 bis halb 10 Uhr abends im Veceinslocale, II., Schwarzingergasfe 8, Thür 4, entgegengenommen. Wien. (Ball der Frauen-Wohlthätigkeits- Vereines vom 8. Bezirk.) Der am Sonntag im Ronacher- Ballsaale abgehaltene Ball deS israelitischen Frauen-Vereines vom 8. Bezirke bietet wie alljährlich ein Bild voll Anmuth, schöner Frauen und lieblicher Mädchen. Die Präsidentin Frau Amalie Beck gab ihr Bestes, um diesem Feste zu vollem Glanze zu verhelfen. Frau Rosenbaum und auch die Herren deS ComilöS stehen ihr eifrigst zur Seite. J»n ganzen ein animiertes Tanzsest, daS dem schönen Zwecke, Bekleidung und Unterstützung jüdischer Arrner, ein bedeutendes Erträgnis lieferte. E. W. Prag. (K ränzche n.) Die Tafllrunde jüd. Studenten „FraternitaS" in Prag hat am 16. d. M. ein Kränzchen" zugunsten einer in Prag zu gründenden Toynbee-Hallr veranstaltet. Dieses nahrn einen äußerst animierten Verlauf und bedeutet »viederum einen moralischen Erfolg der zionistischen Idee auf dern Prager Boden. Zu ihrer großen Genugthunng konnte die Tafelrunde der Toynbee-Halle einen Betrag von 100 Kr. zurvendeu. Ezernvwih. (A k a d. Verbindung „H a s »n o » « e &°.) Die Chargenwahlen für das XX. (Sommer-) Semester 1901 ergaben folgendes Resultat: stud. jur. Klüger X, »tuet. jur. M. Stroh XX, stud. jur. Langhaus XXX- MMHettrmSett aus dem Uküürcrrm. (Uxznfrredenhert ««möglich.) vin großes Wort, das mit' Recht von der Kundschaft des Hoslirseranten R o t h b e r g er gelten kann. In einem Geschäfte, in den» jede nicht cvnvenieronde Ware anstandslos znrückgenommen rrnd das Geld retourniert wird, ist es ga»»z unmöglich, dass der Kunde je»nals unzufrieden ist. Diese Einrichtung irr» Hause des Hoflieserauteu R o t h b e r g e r ist aber auch der beste Beweis für die strenge Solidität dieser Firina, die sich eben in Paris die goldene Medaille erobert und durch die Allerhöchste Anerkennung Sr. Majestät des Kaisers ausgezeichnet worden ist. Alle sonstigen Einrichtungen des Hauses Rothberger st»»d anerka»»nt meisterhaft, iuSbesonderS hat sich die Einführung allgemeine Beliebtheit errungen, die getragene« Kleider zurückzustrllen und gegen ein kleines Aufgeld neue, der Saison entsprechende Kleider zu erhalten. Diese praktische Institution R o t hv e r a e r s hat sich i»n eleganten Wien längst eingebürgert und erwirbt sich täglich neue Freunde. Zu Beginn der Frühlings- Saison glauben wir unsere Leser aus diese Einführung ausmerksam machen zu sollen. Fyr jüdische Fleischhauer! Gesucbe wegen des zu übernehmenden Fleischhauer-Geschäftes sind an die EultuSgemeindo Wr.-Nenstadt zu richten! Für jüdische Kra«ke«pfleger! Der israelitisch« Krankenvereiu „Bikur Chol»»»»" in Brünn nünmt geübte Krankenpfleger gegen fixes Honorar auf. Gesuche sind an den Vereinsobmann Heinrich Kätscher, Brünn, Schüttgaffe 7, za richten.