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Jüdisches Volksblatt · 1901-03-01 · 9 (1.3.1901) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
9 (1.3.1901)
Date
1901-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt l. März 1901 Seite 5 Casfier und Secretör des geheimen Antisemitenvereines 150.000 Francs eincassiert habe, von denen er für sich 1000 Francs monatlich als Redacteur der „Apararea Nationala" 800 Francs als Gehalt für seinen Bruder als Administrator der Druckerei und noch verschiedene andere Gehalte für eine Anzahl seiner Verwandten ausgesetzt habe. Das antisemitische Blatt berichtet ferner, dass aus den Monatsbeiträgen der Mitglieder, sowie aus dem Jahresabonnement der „Apararea National«" im Laufe von drei Jahren etwa 250.000 Francs eincassiert worden seien, und schließt mit den Worten, dass die hiesige Antisemitenliga eine Geschäftsclique darstelle, welche den Antisemitismus in spekulativer Weise ausbeute, um sich gute Monatsgehälter, gutbezahlte Sinecuren zu verschaffen, ohne irgend etwas Nützliches zu leisten. Aehnliche Dinge sollen auch in Ländern vsrkommen, die nicht in der fernen Wallachei liegen. Brief aus Nusstand. Petersburg, 14. Februar. Der offtcielle „Negierungsbote" veröffentlicht in einer seiner letzten Nummern den Bericht des Ministers des Innern über die Ergebnisse der diesjährigen Recrutierung. Darnach waren im Jahre 0)01 insgesannnt 1,033.230 einundzwanzigjährige Männer stellungspflichtig, davon 911.604 Christen, 34.460 Mohammedaner, 1408 Heiden und 55.57t Juden. Schon diese hohe Ziffer der jüdischen Mitilärpflichtigen muss überraschen. Nach allgemeiner Annahme beträgt die Zahl der Juden Niederganges die richtigen Wege betritt, auf denen ihr Bestand für die Zukunft gesichert ist und sie sich ungestört und zielbewusst wird entfalten können. Fern von jedem politischen Parteigetriebe, will sie dem jüdischen Studenten eine Pflegestätte jüdischer Interessen sein. Um '58 Uhr eröffnet der Präses Herr curnl. jur. Dankovitz die Bersammlnng, constatiert ihre Beschlussfähigkeit und erstattet hierauf den Rechenschaftsbericht. In großen, aber scharfen Umrissen entwirft er ein Bild der Halle zu Anfang des Jahres uub weist auf die Verhältnisse hin, unter denen er das Präsidium übernommen. Nachdem sich die Localitäteu in der Müllnergasse für die anwachsende Mitgliederschaft als zu klein erwiesen, sah sich der Ausschuss gezwungen, eine neue Wohnung zu mieten und die Halle, dem Wunsche vieler Rechnung tragend, in der Nähe der Universität zu installieren, wenngleich der Zins hierdurch sich um ein Bedeutendes erhöhte. Es traf sich gerade recht, dass die Halle zu dieser Zeit von einem nicht genannt sein wollenden Spender 300 Kr. zur Verfügung gestellt erhielt. Ganz besondere Sorgfalt hat das Präsidium den in der Halle abgehaltenen Vorträgen gewidmet, von denen die der Herren Dr. Weiß „Hypnose in der Wissenschaft", Dr. Gelber „Der versteinerte und lebende Homer", Dr. Lothar „Magie und Mystik in der Literatur der Gegenwart", Vincenz Chiavacci „Ernstes und Heiteres aus dem Wiener Leben" besonders hervorzuheben sind. Neichen Beifall ernteten auch für ihre wahrhaft interessanten Vorträge die Herren cand. med. Fritz Wittels „Elemente der modernen Kunst", cand. jur. U hrma n n „Eine neue Aera" (einBeitrag zur Chronologie), jur. Thau„Jllyrismus", phil. Kleinberg „Ueber moderne Lyrik", jur. L e w t o w „Ueber die moderne Presse". Hierauf legte der Präses der Versammlung die Statuten der Redehalle vor, welche mit Acclamation angenommen wurden. Die Zahl der Mitglieder beträgt 126 obwohl über 250 Kunst- und Sittenwesen (Theaterorduung — Oeffentliche Productionen — Polizeistunde — Prostitution). Das Sanitätswesen (Vorschriften über Krankenhäuser — Apvthekergesetzgebnng — Schutz gegen Verfälschung der Nahrungsmittel rc.). Das Werk steht unvergleichlich höher als alle seine Vorläufer; es ist nicht eine kahle Aufzählung von Paragraphen, sondern gewissermaßen die Jurisprudenz des täglichen Lebens — unentbehrlich für jedermann. „Jüdische Turtt-Zeitung". Herausgegeben vom Jüdischen Turnvereine „Bar Kochba" (Berlin). Inhaltsverzeichnis: Indische Erziehimgsprvbleme. Bon Doctor Moses (Mannheim). „Wanderlied." Von I. Auerbach (Davos-Platz). Feuilleton : „Sein Junge" von I. A » e r b a ch. Literarisches von H. I. Aus der jüdischen Tnrnerwelt. Vereinsnachrichten des Jüdischen Turnvereines „Bar Kochba". Fürs praktische Turnen. A b o n n e m en tsp r eis e: Für das ganze Jahr Mk. 2.—; für die Länder außerhalb Dcutschlauds und Oesterreichs Mk. 2°50 inclusive Porto; einzelne Nummern 20 Pfg. Hiiii UkchllmltlWshttilhte. Wie« (Verein „Charit ä".) Aus Anlass des zehnjährigen Bestandes dieses Vereines fand am 26. d. M. im Concert» Saale Ronacher eine Akademie statt, welche zu den gelungensten Veranstaltungen gezählt werden darf. Ein vornehmes Publicum füllte den Saal bis auf den letzten Platz und lohnte die Darsteller, welche ihr Bestes boten, mit rauschendem Beifalle. — Das m Russland nur 4'/, Percent der Gesammtbevölkerung, während im Jahre l!)01 über 6'Percent im stellungspflichtigen Alter gewesen sein sollen.! Wien zählt, welche die Halle in ihren Bestrebungen unterstützen. Zum Militärdienste eingezogen wurden: 266.272 Christen, spricht der Präses auch hier den herzlichen Dank aus. 9943 Mohammedaner, 402 Heiden und 16.403 Juden, also von Zur wissenschaftlichen Ausbildung der Mitglieder wurden Studenten ihr Hospitium angemeldet haben. Als außerordentliche '»euye ryr festes oo^i, mir rau,uienoen -oersaue. - juas Mitglieder wurden auch mehrere Doctoren ausgenommen. Den ^deutende Remertragms ^'^..^"^Ensfonds zu, Welcher 80 Förderern, zu denen auch die israelitische Cultusgemeinde in kranken Frauen ohne Unter s ch öer Con fei [io u und ien rälilt. mpfrhp die .fSnfle in ikn'en 9lpftrphiinnp.ii unterstützen.! Vatwn Htlfe und Medtcamente, sowle Verbandzeug glbt, wenn sie zu schwerem Srechthum vom Schicksale auserkoren sind. — Das Comitö wirkt die ganze Zeit, um Menscheilelend zu lindern, ie 1000 militärpflichtigen Nichtjuden 284, dagegen von d e r. Sektionen errichtet, bereit Leitung die Herren Dr. Sadger gleichen Zahl Juden 300. Erscheint schon die unverhältnis- (Hydrotherapie), Dr. F i s ch l (Juristischer Curs), Dr. K a m i n k a mäßige Ziffer der jüdischen Militärpflichtigen zum mindesten auf-^ (Religions-Philosophie und jüdische Sprache), mell. G log au fallend, so ist die riesige Zahl der zum Militär Herangezogenen , (Italienische Sprache), jur. B r i l l (Stenographie) und cand. med. mehr als zufällig, ein fernerer Beweis, dass die Prüfung bei, G r o ß (Gesang) in liebenswürdigster Weise übernahmen, unseren Glaubensgenossen eine strengere ist Obwohl nun durch j Der Ausschuss trug sich mit der Idee, irgendeine Feier diese Zahlen unwiderleglich dargethan wird, dass die russischen zu verailstalten, musste diese aber wegen der nicht besonders Juden in weit höherem Grade als die Nichtjuden den Militär- günstigen Cassaverhältnisse fallen lassen, dienst thatsächlich leisten, werden die russischen Antisemiten doch ' Der neue Ausschuss werde viel zu zweifellos aus eben denselben Zahlen, wie alljährlich, neue Waffen, werde viele neue Förderer gewinnen und in aufopfernder Weise. 12. W. Wien. (U n ter st ütz u n g s - Verein für arme Zugereiste.) Dieser in Wien einzig dastehende Verein zur Unterstützung armer jüdischer Zugereister hat am 17. d. M. im Beth Hamidrasch, II., Große Schiffgasse Nr. 8, seine ordentliche Generäl-Versammlung pro 1900 abgehalten. Aus dem Rechenschafts-Berichte, der von der sehr zahlreich besuchten Beisammlung mit großer Genugthuung ausgenommen wurde, zeigt sich arbeiten haben, er! die unermüdliche Thätigkeit des Gesantmt-Vorstandes und das die Interessen des! aufopfernde Wirken und Schaffen der im Dienste der Humanität gegen uns schmieden. Die Handhabe dazu" bietet die Zahl der! Vereines in zielbewusstem Streben nach außen sowohl, wie nach j stehenden Männer, besonders des allbekannten und hochgeschätzten Juden, welche bei der Recrutierung gefehlt haben. In der, innen verfechten müssen. Obmannes des Herrn Prof. S. H offmann, eines Greises von That ist diese Zahl so groß, dass die russische Regierung es für! Hierauf erhält der Cassier jur. W e in tr aub zum Referate 60 Jahren, sei an dieser Stelle gedacht, der selbst mehr als dre nothwendig hielt, sie besonders zu unterstreichen. Dieselbe beträgt > das Wort. An Förderer-Beiträgen sind eingelaufen 1134 Kr., an Hälfte der gesammten ausgebrauchten Summe per 3300 Kronen nämlich weit über 10.000 und vertheilt sich gleichmäßig über alle! Mitglieder-Beiträgen 252 Kr., Gesammtsumme 1386 Kr., ausgesammelt hat, und seine ganze Kraft und sein ganzes Thun Gouvernements des jüdischen Ansiedlungsrayons. Thatsächlich gegeben wurden 1386 Kr. | diesem edlen Werke widmet. Ihm würdig zur Seite stehen dre aber sind diese fehlenden 10.000 Juden weder Feiglinge noch! Nachdem sowohl der Zeitungsverweser Herr cand. med. i Herren Obercantor S ch o rr als Obmann-Stellvertreter, Wilhelm „Drückeberger", wie die antisemitischen Blätter es lügnerisch dar- Gr ab scheid, als auch der Bibliothekar Herr cand. phil. Ernst Kohn als Controlor, Jes. Goldschmied, Caffier, A. stellen, sondern — V e r st o r b e n e und Ausgewanderte. Müllerihr Referat erstattet hatten, begann die Debatte, an R o s e n f e l d, Schriftführer, T. D ö r f l e r und S. Was s er- Die von den Kronsrabbinern geführten Matrikelbücher geben j ber die Herren cand. jur. Schö n, med. Th. K o h n, med. nämlich zwar über die neugeborenen, nicht aber über die ver-§ A. F euerrin g, cand. med. S p re ch er, jur. Brill, cand.jur. storbenen Inden genaue Auskunft. Erstere werden genau registriert, > Schapira, Dr. Falk und Chef-Redacteur Munk des während die letzteren in den Matrikelbüchern häufig nicht gestrichen! „Jüdischen Bolksblatt" des Eingehenderen theilnahmen. werden. Die verhängnisvolle Folge btefec unverantwortlichen Es erfolgte die Wahl des neuen Ausschusses. Gewählt Buchführung, über welche oft genug geklagt wurde, ist, dass allj erscheinen: jährlich viele tausende von Juden, welche seit Jahren schon unter j Präsidium: cand. jur. Rob. Glesinger, cand. med. der Erde schlummern, zum Militär einberufen werden. Die zweite i A. R am ler, teclin. Ignaz Kohn. Ausschuss : cand. jur. Ursache der „Deficite" bildet die Auswanderung. Jahraus,; Beruh. Schapira, jur. Arthur Brill, jur. Ignaz Weinjahrein verlassen tausende von jüdischen Familien mit ihren , tr au b, jur. Fritz W i nt er, med. Äll F eu er r in g, med. Max mann als Beiräthe. Besonders zu erwähnen ist der allbekannte j Wohlthäter Herr Jacob Weiß (in Firma Kohn und Weiß),! der auch diesem Humanitären Vereine im verflossenen Jahre 1120 Kronen spendete. Allen Wohlthätern sei hier noch bestens gedankt, und es wäre zu wünschen, dass sich diesem besonders I nothwendigen Unternehmen weitere jüdische Kreise anschließen, ' damit es dem Vereine zu Ostern, wo der Bedarf ein dreifacher! ist, möglich sei, seiner Aufgabe gerecht zu werden. Bei der vor- 1 genommenen Wahl wurden außer den oberwähnten Herren noch 1 die folgenden Herren in den Ausschuss gewählt: S. Diamant,. Kindern Russland, ohne vorher den Behörden „Adieu" gesagt. SB e x 11) e t m e x, cand. phil. Ernst Müller. I Mich, und Sigm Figdor, G. Braun und M. Spiegel, zu haben, deshalb auch nicht registriert werden, in denj Nun übernimmt der neugewählte Präses cand. jur. Robert Wien. (Einzelverein „Zion".) Der Einzelverein Listen weiter figurieren und somit zur Stellung einberufen werden. G l e s i n g e r den Vorsitz und ergreift das Wort, um der Ver- „Wien" des „Zion" (II., Schwarzingergasse 2) hat beschlossen, einen Die durch diese Deficite" Geschädigten sind nur die Juden selbst, z sammlung für das ihm durch seine Wahl zum Präses bezeugte hebräischen Sprachunterricht einzurichten, welcher vorläufig in zunächst moralisch, da sie dadurch schweren Angriffen ausgesetzt sind, Vertrauen Dank zu sagen. „Ich kann Sie, meine Verehrten^ folgende zwei Curse zerfallen soll: I. für Anfänger (Schulkinder aber auch materiell, da bekanntlich die Angehörigen und, falls diese l meines besten Willens versichern, aber bedenken Sie, dass es, find vorläufig ausgeschlossen); II. für solche, welche in der hebräizahlungsunfähig sind, die jüdischen Gemeinden 300 Rubel per j wenn wir auf einen grünen Zweig kommen wollen, nicht nur! schen Sprache bereits vorgeschritten sind. Letzterer Curs wird in Kopf der Ausgebliebenen zu leisten haben. Für die in diesem, der Arbeit des Ausschusses, sondern auch der Arbeit jedes zwei getrennte Unter-Abtheilungen zerfallen, und zwar: a) Sprach- Jahre „nicht Erschienenen" hat somit die russische Judenheit nicht einzelnen Mitgliedes bedarf!" .. . ~ ' " ' — “ weniger als drei Millione n R übel zn zahlen! Es ist ein - -Redacteur Munk beglückwünscht hierauf Herrn jur. Jammer, dass^decartige Erfahrungen noch immer nicht ausreichen, G l e s in g er zu seiner Wahl und verspricht, dahin wirken zu um zu einer Säuberung und Berichtigung der Matrikellisten zu wollen, dass der „Jüdische Volksverein" und das „Jüdische1 bestimmen. — Die Tageszeitungen bringen erschütternde Berichte! Volksblatt" ihre Mithilfe und ihren Rath auch dem neugewählten über die in dem ganzen Gouvernement Cherson und in großen Ausschüsse zutheil werden lassen, was von der Versammlung mit Theilen Bessarabiens herrschende Hungers noth. Aus dem! stürmischem Beifalle ausgenommen wird. osficieüen Berichte des Ministers deS Innern geht hervor, dass i Schließlich wurden aus der Mitte der Versammlung einige die Ernte in Südrussland hinter der vorjährigen um volle. Anträge, das Arbeitsprogramm des neuen Semesters betreffend,' 15 Millionen Pud zurückgeblieben ist. Die landwirtschaftliche gestellt und dem Ausschüsse zur weiteren Behandlung überwiesen. Bevölkerung der von der Missernte heimgesuchteir Provinzen wird j - also einen nach vielen Millionen zahlenden schweren Ausfall ihrer j t i j* Einnahmen erdulden, und es braucht nicht dargestellt zu werden, j SÄÄÖI .Haschiloach/ H-b-äisch- Mmmtsschrift. R°d°ct°ur land trifft der Satz zu: „Hat der Baue? kein Geld, fehlt es ver O. G i n z b u rg (Achad-Haam). Herausgeber Verlag „Achiasaf", ganzen Welt/; ®ie Regierung hat, um die landwirtschaftlicheWarschau. Hl. Jahrg., Heft I. a."** n.J.- .. „Jüdisches Gefühl. Zeitschrift für die Jugend. 'Erscheint alle 14 Tage. Bezugspreise: Mit Posizusendung ganzen Auen. Ane meglerung yar, um ore landwwtscha,tllche, Bevölkerung bis zur nächsten Ernte zu unterstützen, 2'/^ Millionen! Rubel bewilligt. Wer aber t h u t etwas für d i e j darbende jüdische Bevölkerung? Die Lago unserer., ■■■t r u armen Glaubensbrüder in Südrussland ist schon jetzt eine-^ Mruch, geradezu verzweifelte. In den jüdischen Colonien in Cherson und. 2 Mk. halbjährig Bessarabien herrschen grässliche Zustände; in den Städten und; 5 Frcs. jährlich. 2 Kr. halbjährig. Deutschland 4 Mk. jährlich, Russland 2 Rubel jährlich. Balkanstaateu Einzelnuminern 15 Heller. Redactivn: Städtchen hat der Getrerdehandel gänzlich aufgehört, und unsere i rsunrdfnnnffp 7 1 Kt daselbst ansässigen Glaubensgenossen, welche ohne Verdienst und,°?v! re-' ohne Arbeit sind, nagen am Hungertuche. Und dabei stehen loh: j u 9 a * * Em Traum. - jetzt erst am Anfänge der Hungerperiode, die nothwendig bis zur Die drei Wunderdinge, nächsten Ernte im Ältonat September dauern muss. An Selbsthilfe j reichischer Kanonier bei ist nicht zn denken, da die eigenen Mittel, welche die Juden Süd- _ Rätülel _ russlands aufz»bringen vermochten, durch die vorjährige Hungers- , , ay,c * <• noth gänzlich erschöpft sind und zehntausende unserer Glaubens- — Uebersetzungsausgave. genossen, die im vorigen Jahre ihre ärmeren Brüder durch bares Die c v n f c s s i o n e l l e Gesetzgebung und Geld und Gewährung von Arbeit direct und indirectnvch unter- Schu lg ese tzgebuug sind iu den letzten Jahren stützen konnten, sich letzt selber vergebens nach Arbeit umsehen Mittelvnnkte der volitifibeu Disonifioa aefinnden und die Vermüssen. Aber nicht allein die eigenen Mittel der nothleidenden Punkte. der polttljcheil ^cnfiwn gestanden und dw Verjüdischen Bevölkerung sind erschöpft, auch die Leistungsfähigkeit haltttlsse bringen es mit sich, dass dies auch wetterhin der Fall der gesammten Judenheit Russlands scheint versagen zu wollen, sein wird. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur die in erster Linie Im vorigen Jahre, wo die Noth noch nicht im entferntesten ihre > interessierten Kreise — die L e h r e r s ch a f t und die Geistlichkeit - Administration: Myjlikgaffe 14 n. - Der Hofmeister und sein Zögling. — - Das Nachtgebet. — E'.u öfter* Solferino. — Perlen aus dem Räthsel-Auflösmigen. — Briefkasten. die im jetzigen Dimensionen erreicht hatte, arbeitete das Odessaer Comitö bereits im Jänner mit voller Energie. In diesem Jahre ist es bereits Februar, und noch ist von einer organisierten Hilfeleistullg nirgends eine Spur zu entdecken. Wer wird endlich die Initiative ergreifen, um unseren hungernden Brüdern in Südrussland zu Hilfe zu eilen? sich mit den diesbezüglichen Gesetzen vertraut machen, sondern jeder denkende Staatsbürger dies thut. Diesem Bedürfnisse ensprechen iu trefflicher Weise die soeben erschienenen Hefte 8—10 des von uns bereits wiederholt warm empfohlenen Werkes von Dr. I. I n g w e r und Dr. I. R o s n e r : „Bolksthümliches Handbuch des Oesterreichischen Rechtes". (Verlag des Volksbuchhandlung Ignaz Brand, Wien, VI., Gumpendyrferstraße 18; Preis pro Heft 25 H e l l e r.) Höchst lesenswert und interessaut sind die historischen Rückblicke auf den Josef inismus Am 27. v. M. fand in Khuners Restaurant die XIV. und das Con cord at, die den Hintergrund bilden für die!durchsichtig Kure und U»stü»dl!ch° D°ch.»..ng dtt Cultuswelches von Seiten der Studentenschaft bekundet wurde, sind 9^ fktzgebung und der Schulgesetze. Ferner brrngen unzweideutige Wahrzeichen, dass die Halle nach einer Zeit des. dle vorliegenden drei Hefte noch folgende Abschnitte: Das sc- und Redehalle jüdischer Hvchtll Übungen und Lectüre; b) freie hebräische Borträge und Discusston. Der Beginn des Unterrichtes ist für Mitte März d. I. in Aussicht genommen. Schriftliche Anmeldungen sind an die Bereinsleitung zu richten. Näheres wird noch bekanntgegeben werden. Der Einzelverein „Wien" ves „Zion" wird ab Sonntag 3. März d. I. an jedem Sonntag um 1/„7 Uhr nachmittags im Bereinslocale Vorträge über jüdische Geschichte abhalten. Referent: Herr Rabbiner Dr. Grill. Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. Außerdem wird Mittwoch 6. März um'/,8 Uhr abends im Vereinslocale Herr Dr. theol. B. Hausner über „Aristoteles in der jüdischen Philosophie" sprechen. Dienstag 12. März d. I. um V,8 abends findet ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. K aminka über „Maimonides' Leben und Philosophie" statt. Nach den Vorträgen Discusston. Wien. (Humanitärer Geselligkeits-Verein „N e u e r F r e u n d s ch a f t s b u n d".) Dieser Verein veranstaltet am Dienstag den 5. März 1901 im Prachtsaale des Hannabräu- Colosseum, XX., Klosterneuburgerstraße, ein C o st ü m f e st ohne Costümzwang. Das Reinertrag ms dieses Festes fließt dem Fonds des Vereines zur Bekleidung ärmer Schulkinder zu. Beginn 9 Uhr^ Wien. (Ball der jüdischen Fleischhauer). In den eleganten Festräumen des „Hotel Continental" fand am Mittwoch den 27. k. M. der diesjährige Ball des Vereines der jüdischen Fleischhauer und Fleischverkäufer statt, welcher einen in jeder Hinsicht glänzenden Verlauf nahm und seine Theilnehmer sis in die Morgenstunden in der animiertesten Stimmung erhielt. Um das Gelingen des schönen Abends haben sich die Herren Kornmehl, Frankl, Hermann und Beer sehr verdient gemacht. Ihnen stand ein äußerst rühriges Ball-Comite zur Seite, welcher folgende Damen angehörten : dre Fraue»i: Helene Frankl, Jeanette Klein, Gisela Klein, Helene Kornmehl, Flora Kornmehl, Jacob Morgenstern, Josefine Pick, Therese Priesender, Karla Weinberger; die Fräuleins: Malvine Altmann, Jda Bayer, Paula Bayer, Amalia Bock, Gisela Blau, Olga Blau, Hermine Eisner, Jenny Guttmann, Bertha Herrmann, Paula Keßler, Sidonie Kohn, Mathilde Mittler, Olga Orlik, Alice Preis, Bertha Röllner, Charlotte Tausky, Charlotte Winkler, Julie Wirrter, Hedwig Wolf, Rosa Wolf. Der Ball dürfte seinem wohlthätigen Zwecke ein stattliches Reinerträgnis zuführen. — Dem Feste wohnten u. A. bei: Serr Cultusvorsteher Eltbogen, der Vicepräsident des „Jüd. olksvereines" Dr. Richard R a p p a p o r t, Max Pappenh e i m, Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Jakob K o h n rc. Wien. (C o st ü m s e st.) Die Ortsgruppe Mariahilf-Neubau des Vereines „Zion" veranstaltet Dienstag den 5. März 1901 in den Sälen des „Hotel Savou" eine Costüm-Maskenredoute. — Beginn 9 Uhr. — Familienkarten 10 Kr. Einzelkarte 4 Kr. — Tanzmusik Drescher. Tanzarrangement Singer. Brünn. (Der Verein „Emunah") veranstaltet anlässlich des Purim festes zugunsten conditionsloser jüdischer Handlungsangestellter am 3, März l. I. einen Co stümb all (ohne Costümzwang) in den städischen Redouten-Sälen. -- Beginn 8 Uhr abends. Kolin. (Akademie.) Der Verein „Zion" in Kolin veranstaltet am 5. März aus Anlass des Purimfestes eine große Akademie mit darauffolgendem Tanz-Kränzchen.

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