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Jüdisches Volksblatt · 1901-03-01 · 9 (1.3.1901) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
9 (1.3.1901)
Date
1901-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 1. Marz 1901 Nr. 9 die Dr. Ignaz Lemberge r'sche Heiratsausstattungsstiftung im Betrage von Kr. 270'— über Vorschlag der präsentationsberechtigten Herren Moriz und Kart Lemberger an ein armes verwaistes Mädchen der Wiener israelitischen Cultusgemeinde; die Dr. Max F r i e d l ä n d e r'scheAusstattnngsstiftung im Betrage von Kr. Mli - an ein armes verwaistes Mädchen; die Lori B a u in g a r t u e r'sche Herzkrankenstiftung im Betrage von Kr. Ul — an eine arme Kranke im Sinne des Vorschlages des Primararztes des israelitischen SpitaleS; endlich die Rosalia Mintz'sche Witwenstiftung im Betrage von Kr. 758.— an 4 arme Witwen. Wien. Der Präsident der israelitischen Cultusgemeinde Herr Commercialrath K l i n g e r hat in der am 24. d. M. stattgehabten Plenarsitzung des Cultusvorstandes bekanntgegeben, dass er aus Gesundheitsrücksichten bemüssigt sei, sich für mehrere Wochen nach dem Süden zu begeben. In Vertretung des Präsidenten hat der I. Vicepräsident Herr Dr. Alfred Stern die Prasidial-Agenden übernommen. Wien. (I ü d i s ch e r B o l k s v e r e i n.) Im „Jüdischen Volksverein" hielt Herr Regierungsrath Doctor Sieger am 27. d. M. einen Vortrag über „Die Redefreiheit im Gerichtsfaale", der sowohl durch die Person des Vortragenden als auch durch das Thema ein außergewöhnliches Interesse nicht nur in Fachkreisen erweckte. Dr. Steger gab zuerst eine historische Entwicklung der Redefreiheit im Gerichtssaale", bei den einzelnen Rationen. Er wies darauf hin, dass der alte jüdische Strafprocess der humanste war von allen, die bestanden, abgesehen davon, dass die Institution der Geschwornen bereits angedeutet war. Bei den alten Griechen herrschte vollkommene Redefreiheit. Ihr größter Redner, Demosthenes, verlangte in seiner berühmten Rede „lieber den Kranz", dass nicht nur den Vertheidigern die Möglichkeit geboten werde, zu reden, sondern ihnen auch die Art und Weise der Vertheidigung vollkommen freigestellt sein müsse. Bei den Römern herrschte ein Wetteifer, als patronus der Unterdrückten zu fungieren, daraus entwickelte sich der Advocatenstand. Ja, es bestand bei den Römern ein Gesetz, das den Advocaten untersagte, vor Ausgang des Processes eine Vereinbarung über das Honorar zu treffen. Bei uns in Oesterreich kennt man die Institution der Vertheidiger erst seil 50 Jahren. Vom Jahre 1788—1850 bestand als verkümmerte Andeutung des Adoocatenstandes bloß die Bestimmung, dass der Angeklagte das Recht habe, sich eine Verteidigungsschrift aufsetzen zu lassen und zu überreichen. In Frankreich stand das Barreau seit jeher in großem Ansehen, aber die größte Entwicklung hat die Redefreiheit in England genommen, wo der Vertheidiger volle Immunität gleich einem Parlamentarier für alle im Gerichtssaale gesprochenen Worte genießt. Redner wies noch auf den bedauerlichen Missbrauch der Redefreiheit hin, wie er im Processe Hülsner von Dr. B axa unter dem Schutze des Präsidiums betrieben wurde, und schloss unter allgemeinem Beifall seine interessanten Ausfüsrungen. Wien. (»I üd i scher Volksverei n.") Der nächstwöchentliche Vortragsabend fällt des Purim-Festes wegen aus. Wien. (Hof- und Gerichtsadvocat Doctor Jakob K o h n,) der langjährige verdiente Vorkämpfer der jüdischen Sache und Beirath des „Jüdischen Volk-Vereines", hat seine Advocaturs-Kanzlei I., Bäckerstraße 4 eröffnet. So hat auch dar Directvr des Eclaner katholischen Lehrerseminars, Josef Babik, in ihrem Blatte die Nachricht veröffentlicht, dass von einer Statue des heiligen Stefan das Kronenkreuz abgebrochen worden sei. Selbstredend konnten das — wie der Berichterstatter meinte — wieder nur die Inden gethan haben. In den dem Erzbischof nahestehenden Kreisen erregte diese Nachricht großes Befremden, umsomehr, da es allgemein bekannt war, dass dieses Kreuz schon seit längerer Zeit fehle, und die Nachricht wurde sofort in dem officiellen Organ des Erzbischofs einfach als Lüge bezeichnet. Die eingeleitete Untersuchung constatierte mit voller Bestimmtheit, dass das Kreuz vor vier Jahren gelegentlich der Renoviernng des Gebäudes abgebrochen worden ist. Erzbischof Josef S a m a s s a hat infolge dessen den Berichterstatter seiner Stelle enthoben und strafweise in einer kleinen Gemeinde zum Pfarrer ernannt. Teplitz. (D e u t s ch n a t i o n a l e C i v i l i s a t i o n.) Der Anstrich von Bilvnng und Civilisation, den sich die „Alldentscheu" in der Hauptstadt zu geben wissen, verschwindet bei den Pressreptilien in der Provinz wie Schnee unter der Sonne, wenn es sich um eine wirkliche Cnltncfcage handelt. Da zeigen diese niedrigen Plebejerseelen ihr wahres Gesicht, gepaart mit bodenloser Dummheit und abgrundtiefer Frechheit. In der eben erschienenen Nummer unseres antisemitischen Schmutzblattes, genannt ,;Teplitzer Volksmacht", Kopsblatt des Anssig-Karbrtzec Wochenblatt", befindet sich nämlich eine Notiz, welche so recht Bemerkung des Staatsanwaltes kann nicht lang; dauern schon die allernächsten Wochen werden darüber Klarheit verschaffen, was jene Worte, deren Wirkung Herr Rechtsanwalt S o n u e u f e l d in seinem meisterhaften Plaidoher so zutreffend vvransgesagt hat, bedeuten sollten. Wriezen. (Scherze getaufter Jude n.) Ein Mitglied der hiesigen antisemitischen Tischgesellschaft erhielt folgenden Brief: „Die „Allcance Israelit: U nv rselle" hat in ihrer letzten deukwüroigen Schlug zu Bue Beris beschtoffen, dass in diesem Jahre die P.wvinz Brandenburg ein Opfer stelleu soll. In der letzten Abtheilnugssitz mg ist nun leider die Wahl ans Sie gefallen. Ich weiß zwar, dass diese Warnung bei Ihnen so wenig fruchten wird, wie bei E. Winter zu Könitz. Der Mann, welcher Sie zu stellen hat, ist ein Wriezener Kanfmann, von nervösem, hysterischem Aussehen, der bei seinen religiösen Anfällen bluttriefende Augen zeigt. I h warne Sie vor diesem Manne. Schon in nächster Zeit weiß er sich Ihnen zu nähern und unter nichtigen Gründen scheinbar Streit anzufangen. Also Vorsicht. —> Parole ist: (Folgt hebräischer Name.)" Als Verfasser dieses Briefes hat sich der hiesige, vor l'/a Jahren g'taufte Jude Sally, ein Thieraezt, bekannt, und wird sich für diesen Scherz zu verantworten haben. Die „Staatsbürger-Zeitung" bemerkt dazu: „Mm sieht, wie die Juden nicht bloß frech, sondern auch furchtbar d.nn n sind." Es ist hier der seltene Fall, wo wir mit der edlen „Staats- Nur hätte sie schreiben Wien. (T r a u e r a u d a ch t). Am verflossenen Dienstag (7. Adar) war die geräumige Synagoge des Beth-Hamidrasch- Vereines „Talmud Thora«, II., Malzgaffe 16, besonders stark besucht und bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Es galt die Trauerandacht, die zu Ehren der vier verdienten Tobten, der erst jüngst verstorbenen S. W. Freiherr v. Rothschild, Dr. Ludwig Ritter v. G u t t m a n n, Rabbiner F l e i ß i g-Wien und Rabbiner U l l m a n u-Lackenbach, stattfinden sollte. Nach Beendigung des Mincha-Gottesdienstes bestieg Se. Ehrwürden Herr Vereinsrabbiner M. Kramer die schwarz drapierte Kanzel, um den Dahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf zu halten. An die Bedeutung des Tages, des Todestages unseres großen Lehrers und Führers Moses anknüpfend, glorificierte der Redner in seinem geistig durchdachten, formvollendeten Bortrage dir mannigfachen Vorzüge und edlen Charaktereigenschaften jedes einzelnen der Verblichenen, gleichzeitig ans die empfindliche Lücke hinweisend, die deren frühes Hinscheiden im Judenthum zurückgelassen. Es war eine tief zu Herzen und zu Gemüth gehende, Gedankentiefe Trauerrede, die sehr oft zu Thränen rührte und sicherlich bei der Zuhörerschaft eine nachhaltige, pietätvolle Erinnerung für die Betrauerten rege erhalten wird. Schließlich sei noch erwähnt, dass der Vorstand des Vereines, mit seinem rührigen vielverdienten Obmann Herrn Simon B u ch w a l d an der Spitze, es war, auf dessen Initiative das so stark besuchte Requiem zustande kam und dem es durch das bereitwillige Entgegenkommen des Vereinsrabbiners gelungen war, die Feier zu einer so würdigen zu gestalten. D. S k u t e z k y. Wien. (Purim-Feier.) Sonntag den 24. d. veranstaltete der jüdische Mädchenverein „Moria" eine Purim- Feier im „Hotel Central", die einen glänzenden Verlauf nahm. Unter den zahlreich erschienenen Gästen bemerkte man Herrn Max Pappen heim als Vertreter des „Jüdischen Ä o l ks v e re i ns", Herrn Dr. Kornfeld, sowie die Vertreter fast sämmtlicher jüdischer Vereine Wiens. Ruch einer Begrüßung durch die Präsiventin und einer Reihe gelungener Gesangs- und Violinvorträge erfolgte durch Mitglieder der „Moria" die Aufführung eines G-llegenheitsstückes „Esther". Wenn schon die schauspielerischen Leistungen der Damen K v l l m a n n und Wolf lobenswerte Beachtung finden müssen, verrieth Frl. Mathilde H a l p e r n ein ungewöhul.ich großes Talent. Ihre Darstellung der „Esther" wird allen Anwesenden lange in Erinnerung bleiben. Ein flottes Tanzkränzchrn vereinigte die Festtheilnehmer bis zum frühen Morgen. Walter N. Budapest. (K r e u z s ch ä n d u n g.) Die Katholische Äolkspartei. die um jeden Preis auch dem Antisemitismus aufbelfen will, hat in jüngster Zeit eine Menge von angeblichen Krenzschändungen entdeckt und für ihre unlauteren Zwecke ausgenützt. Selbstredend hatte sie auch ans dem flachen Lande dienstbereite Helfershelfer, und jeder Bericht über eine Kreuzschändnng war ihrem Leiborgan natürlich sehr willkommen. geeignet erscheint, ein Bild vou dem geistigen Tiefstände dieser > bürgerin" vollständig übereinstimmm. „cultnrbildenden Rasse" und „mehrwertigen Nitio.l" zu machen. I sollen : „die getauften Inden". Der genannte Presswisch schreibt in seiner Nummer vom 27. Februar: „Hütet Eure Kinder! Deutsche Eltern! Ostern naht wieder. Noch sind die grauenhaften Morde von Sturz, Polna, kanten und Könitz in aller Gedächtnis. Ungesühnt ist der Frevel und wird es wohl auch bleiben. Diese charakteristischen Morde fanden einer wie der andere kurz von Ostern statt. Hütet Enre Kinder! Wahret sie vor jeglichem Verkehr mit verdächtigen Inden, dass ihnen nicht ein ähnliches Schicksal bereitet werde, wie jenen blühenden Kmdern, die infam hingeschlachtet und zerstückelt wurden. Deutsche Eltern, hütet Eure Kinder ganz besonders in der Osterzeit." Und der Eigeuthümec dieses Schmutzblattes ist „Volksvertreter" fünften Curie im österreichischen P irlameute Alwin Han ich), welcher sich als Vertreter von Bildung und Civilisation herausznspielen versucht, aber ec bleibt doch der frühere Stnöenkleckser Han ich. Pflicht der Teplitzer Judenschaft aber wäre es, bei der Behöroe gegen solche Schurkereien zu 'protestceren, statt das Blatt im Geheimen zu lesen. A. Sch. Fiume. (Sin jüdischer Po d e stä.) Am 17: v. M. mittags fand die Beeidigung des nengewählten Podestü Michael Mayländer in Anwesenheit sämmtlicher Mitglieder der Stadtvertretung und eines zahlreichen Publicnms statt. Mayländer legte den Treueid in die Hände des Gouverneurs Grafen Szapary ab. Der Gouverneur richtete sodann an ihn eine Ansprache und setzte die Stadtvertcetnng in ihre früheren Rechte ein. Der Podestü sprach der Regierung und dem Gouverneur sein Vertrauen und den Dank aus und schloss mit einem dreifachen „Eooiva" auf Se. Majestät. Ausland. Berlin. (Ein Iu ft iz -Irr t h u m.) Ueber einem ferneren Acte der Tragödie v o n K o n i tz hat sich der Vorhang gesenkt: Der unglückliche Moritz Lewy ist von den Geschwornen des wissentlichen Meineides schäbig befunden und daraufhin zu der furchtbaren Scrafe von vier Jahren Z ichrhaus vernrtherlt worden. Alle menschlich Empfindenden versagen einem so hart Getroffenen, auch wenn er eine wirklcche Schuld wohlverdient büßt, ihr Mitgefühl nicht; die antisemitische Internationale bethätigt auch in diesem Falle die Gemülh-.'- verrohung, der sie ihre Existenz dankt, und tobt mit einem Jnbelgeheul, das keiner Steigerung fähig ist. Die Befriedigung, die aus diesem Jrokesenläcm kstngt, ist begreiflich genug: Die monatelange Minierarbeit hat den kannr mehr erhofften Erfolg gehabt, und wer freut sich nicht, wenn seine Bemühungen endlich 31t.1t Z ele führen? Ja, die Blutlügnec haben einen volle.: Triumph zu verzeichnen; der von einer der kampfeswürhigsten Amazonen eingestandenermaßen ansgegebene Schlachtruf : „W i r müssen Moritz Lewy meineidig machen." hat zum Siege geführt; das von einer vielköpfigen Meute gehetzte Wild ist zur Strecke gebracht, und aus vollen Backen blasen seine Hetzer nach frischer, fröhlicher Jagd das noch fröhlichere „Halali" — ein blutrünstiges Treiben, von dem alle halbwegs Gesitteten sich mit Ekel abwenden. . . . Trotz der energischen Sprach: des öffentlichen Anklägers und trotz des Berdictes der „Richter aus dem Volke" sind w:r nach wie vor der unerschütterten Ueberzengung. dass die Verurteilung einen Unschuldigen getroffen hat, dass der Beklagenswerte das Opfer eines Jnstiz-Jrrthums geworben ist. Ob dieser Jrrthum noch wird berichtigt werden können, hängt von^ dem Schicksal der Revision ab, welch: seitens der Vertheidigung; dem Reichsgericht bereits zugestellt worden ist, mit dem! Antrags, dass die etwaige erneute Verhandlung nicht in Könitz! stattfi ldeu, sondern einem benachbarten Sch vurgerichle über-! tragen werden möge. W.e voransznsehen war. wcro das Uctheil nnb werden zumal gewisse Redewendungen des Ersten! Staatsanwaltes von den Antisemiten für ihre wütergehendeu Beschuldigungen gegen die Inden überhaupt und gegen die Familie Lewy insbesondere mit wüthigec Geschäftigkeit aus« geschlachtet. Sind die Worte des Herrn Schweigger wirklich so zu deuten, dass er Moritz Lewy des Mordes für verdächtig hält, dann desavouiert er seinen Chef, den doch zunächst von Herrn Schweigger informierten Jnstizminister, Miilt Herl (Züdische Richter in Bayer ».) Der prenßjch: Justiz'»inistec hat für seine Praxis beider Anstellung von Notaren ein Vertrauensvotum des preußischen Abgeordnetenhauses erhalten, damit ist die Angelegenheit formell bis ans Weiteres erledigt. Es sei gestattet, in Anknüpfung daran über einen Vorgang am bayrischen Hofe zu berichten, den seinerzeit der bayrische I lstizminister einem hervorragenden juoishen Rechtsanwalt und Notar, der längere Z'it Vertrauensmann des Fürsten Cylodwig von Hohenlohe gewesen ist, erzählt hat. Als diesem Münster v.e erste Ernennung eines jüdischen iJncisten für den bayrischen Staatsdienst — ob znnr R:chter j ober Notar, ist uns nicht mehr erinnerlich — vorlag, beschloss (Abgeordneter z er der Ansicht des Königs Lndwig II. über den Fall nichc sicher war, dem König erst Vortrag zu halten, ehe er ihm das Patent zur Unterzeichnung vorlegte. Der Köniz hörte den Vortrag ruhig mit an mb fragte alsdann: Ist der Betreffmde nach der Verfassung zu der Anstellung berechtigt? Ans die bejahende Antwort des Münsters sagte der König: Dann ist die Sache ja gut! und Unterzeichnete das Patent. Wir glauben kaum, dass nach dieser Aenßernng König Ludwigs II. es in München im Jnstizministerrnill für nöthig gehalten worden ist, eine dreifache List: der Aspiranten für den Jnstizdienst anzulegen. In Bayern gibt es jüdische Staatsanwälte und höhere Richter jüdischen Glaubens. Niemand kann leugnen, dass die bayrische Justiz ans der Höh: ihrer Aufgabe steht. Der preußische Justizininister zog in Zweifel, dass die christliche Bevölkerung zu jüdischen Notaren Vertrauen habe. Gerade in Vertranenssachen wird mit Vorliebe der Jude ausgesucht. Warum lässt der Papst sein Vermögen vom Hause Rothschilo verwalten? Row. (Ein jüdischer F i n a n z m i n i st e r.) In Italien ist wieder ein Jude zum Finanminister ernannt worden, und zwar der Abgeordnete Leo W 0 l l e m b e r g. der noch dazu deutscher Abkuuft ist. Derselbe ist als der Begründer der ländlichen Hllfscassen in Italien ein sehr angesehener Mann; durch seine Bekämpfung der finanziellen M ssstände, die ihrerzeit den Krach der „Banca Romana" hervorgerufen haben, ist er auch ein popupärer Mum geworden. Er gehört der Fortschrittspartei an und hat sich als ein echter Patriot, als ein begabter und zuverlässiger Politiker erwiesen. Es ist ein erfreuliches Züchen, dass der junge König voa Italien dem Beispiel seines edlen Vaters folgt, und seine Berather ohne Rücksicht auf das Glanbensbekenntuis und den Parteiunterschied auswählr. So ist in einem Laude des Dreibundes schon zum zweiteumale ein Jude zum Fiuauzminister gewählt wordenwährend sie in einem anderen fast vogelfrei stad und in dem dritten kaum — zu Notaren ernannt werden. Bukarest. (Das Elend in Ru m ü n i e ».) Das „Bukarester Tageblatt" schreibt: Eine Anzahl von Jassyer jüdischen Notablen hat sich an die „Alliance Jscaelite" mit der dringenden Bitte gewendet, Geldmittel zur Unterstütz mg der nothleideuden Juden zu senden, da insbesondere in der Moldau das Elend unter den Inden ein unbeschreibliches ist und zahlreich: Familien buchstäblich der Gefahr ansgesetzt sind, Hangers zu sterben. Buenos-Ayces (F ndeneinwa nder n n g.) W:e uns ein Leser unseres Blattes in B lenos-llyres mitthritt, hat die Regierung von Cstle die Einwanderung von Inden nnt rsagt. Die DemWil Cinps. B u k a r e st, den 27. Februar. Ministerpräsident Carp theilte der Kninmer und dem Senate mit, dass das Cnbinet infolge der Abstimmung in der Kammer, betreffend die Finanzvorlage, seine Entlassung gegeben habe. Der König habe dieselbe angenommen und Demeter S t 0 u r d z a, den Führer der Liberalen, mit der Bildung des neuen Cabinets betraut. Bukarest. (Ans der Bukarester A n t iwelcher wenige Tage zuvor im Abgeordnetenhause erklärte:! s e m i t e n l i g a.) Das Organ der Jnssyec Antisemiten „Es besteht darüber allgemeines Einverständnis, „Eeoul Moldovei" bringt in einer seiner letzten Nummern dass von der Familie Lewy niemand der recht erbauliche Geschichten über die Vorgänge in der T hat er ist; das ist in dem Masloff'schen Processi Bukarester geheimen antisemitischen Liga. Das Blatt bell n z w e i f e l h a f t s e st g e st e l l t worden uad wird vonj richtet, dass der Bureanchef im Unterrichtsministerium allen Sriten anerkannt." Die Ungewissheit über jene N. S. D ü m i t r e s c u in seiner Eigenschaft als Präsiden

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