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Jüdisches Volksblatt · 1901-02-22 · 8 (22.2.1901) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
8 (22.2.1901)
Date
1901-02-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 22. Februar 1901 Nr. 8 Zum Glück enthält das Gesetz eine Bestimmung, wonach,. reichs und der daraus resultierenden Schwäche der jeweiligen wenn binnen sechs Monaten das Ansuchen nicht erledigt wird,! österreichischen Negierung gegenüber dem Polen-Club,, die in ' diesem herrschende Schlachta vor, das väterliche Erbe zu vergeuden und sich durch Sinecuren vom Staate erhalten zu lassen. Dadurch ermöglichen sie aber auch ihren jüdischen Gläubidie Statthalterei dieses Ansuchen zu erledigen hat. Wie wird man nun diese Aufsicht, die eventuell lästig werden kann, los? Auch dagegen versucht man einen Ausweg zu finden. Tiefe sechs Monate beginnen erst zu laufen von dem Momente, wo die Gemeinde etwas „aus S aumsal" nicht erledigt. Erledigt die Gemeinde ein Ansuchen nicht aus dem Grunde, weil sie überbürdet ist? Das ist nicht »Sanmsal", da könne man von sechs Monaten nicht sprechen. Dies eine kleine Blumenlese über den Geist, wie man das neue Heimatsgesetz zu handhaben versucht. Wir werden diese Blumenlese fortsetzen und bei der Oefftutlichkeit anuageln. Vielleicht werden die Ob-rbehörden im Interesse des Ansehens eines Rechtsstaates cinzngrcifen sich veranlasst sehen. Interview mit dem Abgeordneten Dr. Kos. A b g. Dr. Kos, einer der Führer des^R uthenen- Clu b, äußerte sich folgendermassen einem unserer Mitarheiter gegenüber; . i Alle Parteien sind arbeitswillig mü Ausnahme der- Deutschradicalen und Czechischradicalen; denn alle fürchten j 1°?I*1 v die imrtPtmffa Qitfimfr I ^ro^grunooeirtz U"S?räpb“Äoet6er hätte vielleicht nach --"--..trie-t, braucht Bankerott des neuen Parlamentes absolutistisch regiert, wenn die Wahlen anders ausgefallen und nicht die radiculen Volksparteien so viele Siege erfochten hätten. Den Chauvinismus auf deutscher und tschechischer Seite nützen außer den Budapester Machthabern in erster Linie die polnischen Stanczyken aus. Deren Uebermacht muss gebrochen werden, dann werden die deutschen und czechischen Gruppen sich schon verständigen, wenn man in Westösterreich keinerlei Unterstützung für deutsche oder czechische chauvinistische Bestrebungen im Polen-Club mehr findet. gern und den sonstigen jüdischen Capitalisten den Erwerb ihrer väterlichen Güter, d. h. den Uebergang einer immer größeren Anzahl von Landtafel-Gütern in jüdische Hände. Der auf dem Krakauer Katholikentage im Jahre 1899 vom Grafen T a r n o w s k i ansgestoßene Kassandra-Ruf hat wenig geholfen. Der Großrundbesitz in Galizien geht immer mehr in jüdische Hände oder, um mit Herrn Tarnowski zu sprechen, in »fremde" Hände über. Diese jüdischen Großgrundbesitzer in Galizien bilden einen ganz eigenartigen TypnS. Sie sind zumeist durch Wucher zu Vermögen gelangt, wohnen selten auf ihren Besitzungen, werden vom landbesitzrnden Adel mit der traditionellen Verachtung angesehen, und sie sehen selbst in ihrem Großgrundbesitze nicht eine eigene Scholle, sondern die Quelle reichlicher Grundrente. Als Parvenüs sind sie auch gewöhnlich ehrgeizig bis zur Eitelkeit und mandatslüstern bis zur Lächerlichkeit. Ein Mandat in den Bezirksrath oder gar in eine Steuer- Commission genügt zumeist ihrem Ehrgeize. Daraus erklärt j sich auch ihre Haltung. Die jüdischen Großgrundbesitzer in sind die v e r l ä s s l i ch st e n Stützen des corrupten Schlachta-Regimes, und trotzdem der in immer größerem Umfange sich in jüdischen die Schlachta um ihre 20 Reichs- Händen raths-Mandate aus dem Großgrundbesitze nicht besorgt zu sein Selbst im Stryjer Bezirke, wo die Juden im Großgrundbesitze die Majorität bilden, stimmen sie ausnahmslos für den Candidaten des polnischen Central-Wahlcomites. Auch der jüdische Fleisch-Comnlissionär in der Wiener Großmarkthalle, der sich jüngst im Stryjer Bezirke ein Land tafelgut um 400.000 Kr. angekauft hat, konnte es nicht über sich bringen, den Wünschen des Bezirkshauptmannes zu widersprechen. Dieser Fleischcommisiionär, der gleichzeitig Stryjer Großgrundbesitzer ist, hat seinen Wohnsitz mit dem rentablen Gewerbe in Wien beibehalten, und weder der galizische Statthalter noch Die nationale Autonomie ist die Rettung für Oesterreich; die Länderauto Schwindel. Wie diese aussieht, zeigt sich am besten in Galizien, wo man sogar die Autonomie der Bezirksvertretungen beseitigen würde. Die Juden gehen, wie dem Sprecher gegenüber sich viele äußerten, nur mit dem Polen-Club, weil dieser der stärkere ist. obwohl sie sich nicht wohl dabei fühlen; sie fürchten derzeit mit den Ruthenen, als dem schwachen Theile, zu gehen. Kommt eine unparteiische Regierung, die in Galizien Ordnung macht, dann werden die Ruthenen stärker, die Juden werden dann mitihnen gehen und auch Schutz bei ihnen -finden. In Galizien muss die Stanczyken-Herrschaft beseitigt werden, dann wird Friede in Galizien und in ganz Oesterreich. Die Großjuden von Galizien. Von Dr. S. R. Landau. Seitdem die Juden in Galizien. Dank der Verschuldung und Verschwendung der galizischen Schlachta, in den Besitz der früher dieser gehörigen Landtafel-Güter gelangt sind, ist es den herrschenden Kreisen Galiziens sehr unangenehm zumuthe. Statt die eigene Schuld einzugestehen und zu productiven Berufen zu greifen, um das Erbe der Väter zu erhalten, wie es bereits ihre Standesgenossen in Russisch-Polen eingesehen haben, zieht es, Dank der eigenartigen politischen Constellation Oesterirgenbein Bezirkshauptmann sind in der Lage, sich ihm durch n o m r e! ^"deine Gegenleistung zu revanchieren.! Aber gesetzt den Fall, er wäre Fleischcommissionär in Stryj, Drohobycz oder gar in Lemberg, welche Fülle von Geschäften könnte ihm für seine »patriotische" Haltung in den Schoß fallen. Lieferungen für das Militär, die Gefängnisie, die Protection des Herrn Bezirkshauptmannes bei Bewerbung um ein Gemeiuderaths- oder Cultusvorsteher-Mandar oder dergleichen. Denn M o s i e k kann auf Dank rechnen, so lange er — Mosiek bleibt. Allerdings, es wird dafür gesorgt, dass die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen. . Die immer mehr an Zahl zunehmenden jüdischen Großgrundbesitzer sind der polnischen Schlachta sehr unbehaglich, und so hören wir jetzt, nach den Wahlen, nachdem die »Größen" unter den jüdischen Großgrundbesitzern Hand in Hand mit den Führern der Kabal-Cliquen ihre Pflicht gethan, d. h. an das Höchste geleistet haben, schallen. Diesmal nicht aus Graf Tarnowski, sondern Halters. Das höchstofficiöse Organ des Statthalters »Gazeta Narodowa" hat einem bis jetzt ganz unbekannten Autor seine Spalten zur Verfügung gestellt, damit er in denselben ein Bild der trostlosen Zukunft der Schlachta und der unvermeidlich bevorstehenden Vorherrschaft der Juden im Großgrundbesitze schildere. (Schluss folgt.) Corruption und Charakterlosigkeit neuerlich den Kassandra-Rnf erdem Munde des Privatmannes aus dem Blatte des — Statt- Die „Ostdeutsche" und die jüdischen Studenten. Wir wissen wahrhaftig nicht, was den ehemaligen Reichsraths-Abgeordueten F o u r n i e r veranlasst hat, in einem seiner Aufsätze den Hass der Deutschnationalen gegen die jüdischen Studenten darauf zurückzuführen, dass diese eben nüchterner und fleißiger und darum „gefährlich" sind. Vielleicht haben ihn seine Erfahrungen als langjähriger Universitätslehrer zu dieser Einsicht geführt. Die »Ostdeutsche Rundschau", deren Hintermänner das Landtags-Mandat des Herrn Professors für ihre diätenhnngerigen Journalisten brauchen, benützen diesen Ausspruch, um den Besitzer des benvthigten Landtags-Mandates als einen Judenliberalen zu verdammen, und unternehmen dabei unglaublich rohe Ausfälle gegen die jüdische Studentenschaft. Rach dem Verfasser dieser Artikels wäre der jüdische Student der feigste, dümmste und niedrigste Kerl, den man sich denken kann. Er lernt nur aus Gier, den Christen alsbald zu betrügen; nicht fürchten, sondern verachten muss ihn der teutsche Student. In der Redaction der »Ostdeutschen Rundschau" sitzen acht verbummelte Studenten. Nicht einer hat es bis zum Doctorhut gebracht, und die kindliche, unglaublich brutale Schreibweise des Blattes stellt der Redaction auch in Bezug auf das Gelernte nicht das beste Zeugnis aus. Herr Wolf, der als Student in Prag überall, nur nicht im Hörsaale zu finden war, glänzt bekanntlich nicht nur in allen an die Wissenschaft auch nur streifenden Dingen durch seine beispiellose Unwissenheit; sein Charakterbild wird anmuthig ergänzt durch die erwiesene Thatsache, dass er noch in Prag für Freiheit und Gleichheit schwärmte, jeden Antisemiten für einen dummen Kerl erklärte und von den Inden und Judenknechten des Casinos „bis zur Bewusstlosigkeit" Geld pumpte, das er erst als »Antisemit" zurnckzahlte. Aehnliche Portraits geben seine Commilitonen ab: der Herr Pacher, der Herr S e d l a k, der Herr G e r st g r a s s e r, der Herr Petting rc. rc. Wie solche Leute dazu kommen, die jüdische Sludentenschaft zu beschimpfen, fragt man sich vergebens. Der arme jüdische Student darbt und hungert für sein Studium, die »teutonischen" k la Wolf finden im „Suff" und im »Pump" die höchste studentische Ehre. Und wenn man untersuchen wollte, wer feiger ist, der »teutonische" oder der jüdische Student, so braucht man nur die Ursachen zu untersuchen, welche zur Aberkennung der Satissactionsfähigkeit der Juden seitens des A.-C. geführt hat, um zu finden, wer mehr Haue gekriegt hat. Mag sein, daß die Rassenabneigung im Studentenleben, das ja leichter und rascher kreist als das philiströse, mag sein, dass sie eine Rolle spielt; die Hauptrolle aber spielt die antisemitischeH etz e, die immer von außenher in die Studentenschaft getragen wird. Als Herr Wolf noch in Prag erzlrberaler Student war, verdammte er ungezähltemale den Antisemitismus. Als der Ehrgeiz in ihm erwachte, wurde er Apostel des vor kurzem verfehmten Antisemitismus. Seit dieser Zeit leben die Herren von der »Ostdeutschen Rundschau" vom Antisemitismus. Was wären diese verbummelten Studenten, wenn der Antisemitismus nicht wäre. Ihm hat der Herr Wolf sein Mandat, sein ganzer Stab seinen Lebensunterhalt zu verdanken. Wenn die Herren von ihren schöpferischen Ideen leben sollren, wären sie im „Löwenbräu" lange nicht die gute Kundschaft, die sie ihm sind. Wie kommt diese sonderbare Gesellschaft dazu, die arme, ehrliche jüdische Studentenschaft zu besudeln? Wenn der Herr Professor seine Schüler gut chacakterisirt hat, was können die jüdischen Studenten dafür? Sie wären, wie wir sie kennen, zu Dutzenden bereit, dem Herrn Wolf und seinen Schreibersknaben ihren Mnth mit rothen Jeremias. Von Dr. Julius Reiner, Berlin-Charlottenburg. Im Portale der Berliner Bildergallerie befindet sich ein Bild, welches den um den Sturz Jerusalems trauernden Jeremias darstellt. Im Vordergründe des Bildes auf einem Steinblvck sitzend, in einer Hand eine Pergainentrolle, mit der anderen das kummervolle, gramdurchfurchte Haupt stützend, befindet sich der Prophet, dessen thränenumflorte Augen die ’ innere Trauer verrathen. Um die markige Gestalt des Propheten gruppieren sich klagende Weiber mit Säuglingen auf den Armen, im Hintergründe befinden sich Jünglinge und Greise, und in der Ferne sieht man den trostlosen Znstand der gefallenen Stadt Jerusalem. Trauer und Jammer werden aber von dem siegestrunkenen Heere übertönt, das mit der Plünderung der Stadt und der Schändung der Heiligthümcr beschäftigt ist. Gegen den Himmel sich aufwirbelnder Rauch, einstürzende und brennend; Häuser füllen den Rahmen des Bildes aus. Dahin der Glanz und die Pracht Israels, seine Zukunft in Nebel und undurchdringliche Finsternis gehüllt. Wenden wir uns von diesem traurigen Bilde zur Hauptgestalt derselben, denn sie gehört zu den hervorragendsten Männern nicht nur Israels, sondern der ganzen Menschheit, und wenn auch JeremiaS nicht der Begründer des Judenthnms ist, so erblicken wir doch in ihm seinen großen Märtyrer. Ohne diesen Propheten würde die Religion der gesammten Menschheit gewiss ganz andere Bahnen betreten haben. Kaum 20 Jahre alt, tritt JeremiaS im Jahre 027 v. Chr. als Prophet auf, dieselbe Stelle und Bedeutung unter König Josias einnehmend, wie Jesaias unter Ezechias. Sohn des Priesters Hclkiah aus Anathot — einer kleinen, im Norden Jerusalems gelegenen Stadt — scheint er schon im frühesten Jugendalter das Wort Gottes verkündet zu haben, wenn auch seine Sendung von den Leuten in Anathot nicht anerkannt wurde und sie ihm sogar das Leben bedrohten, was er uns juim' im Cap. XL 21 — 23 erzählt. Auch seine eigene Familie scheint ihm feindlich gesinnt gewesen zu sein. Cap. XU. 6. Dieser Umstand mag ihn wohl zum Verlassen seiner Vaterstadt gezwungen haben, um nach Jerusalem, wo er ein fruchtbareres Feld für seine prophetische Sendung zu finden glaubte, zu gehen. Die Verderbtheit in der Hauptstadt hatte bereits um diese Zeit ihren Höhepunkt erreicht, Nachäffung der barbarischen Sitten der Nachbarländer, Götzendienst, Anbeten der Himmels» I kürper haben den reinen Jeyova-Cnltus aus dem Tempel verdrängt. Ein nicht minder trauriges Bild zeigt das damalige | Familienleben und die Rechtsprechung wurde von bestechlichen Richtern gepflogen. Jeremias kam mit der ganzen reinen Flamme einer aufopfernden Begeisterung und mit dem Glauben an die idealen Güter der Menschheit nach Jerusalem. Er glaubte, durch die Macht seines Wortes, durch die Gewalt der Ueberzeugung und durch den Hinweis auf die göttliche Sendung Israels eine Besserung yerbeiführen zu können. Wir sehen diesen begnadeten Propheten auf dem Ringplatze Jerusalems, wie er inmitten einer wollüstigen und höhnenden Volksmenge zornentbrannt zur Umkehr mahnt, bittet und fleht. Er verkündet die traurigsten Prophezeiungen, der heilige Zorn treibt ihn zum Schelten, und mit allen Mitteln der Rhetorik sucht er seine Zuhörer zu gewinnen mld zu bessern. Er verheißt schwere Prüfungen und Plagen, die unansbleiblichen Folgen einer zuchtlosen Lebensführung. Mancher ließ sich bekehren und wich von seinem frevelhaften Wege, und allmählich gesellte sich zu dem Propheten eine kleine Schar, die der Religion der Wahrheit zum Siege verhelfen wollte. Auch der König Josias legte sich ins Werk, der Trmpel, die Stadt, ganz Jndäa wurde von den Götzen und Standsäulen gereinigt, die Priester des Moloch und der Astarte abgeschafft und die Anhöhen niedergerissen. Diesen Vorgang finden tvir ausführlich im zweiten Buche der Könige, Cap. XXIII, berichtet. Nach diesen vorgenommenen Reformen, die alle auf die Beranlassnug Jeremias ansgeführt wurden, gewinnt der Tempel an Ansehen, er wird das alleinige natiouale Heiligthum, was bei dem innigen Zusammenhänge der Religion und Nation in der damaligen Zeit zu den besten Hoffnungen auch auf politischem Gebiete berechtigte. Der absolute Monotheismus ist nun fest und neu begründet. Der Tempel bildet von mm an den Mittelpunkt des religiösen Lebens des Volkes, die nationalen Feste werden in ihrer ursprünglichen Herrlichkeit gefeiert, was nicht wenig zur uationalen Zusammengehörigkeit beigetragen hat. Das bewirkt zu haben ist schon an und für sich ein großes Verdienst, doch damit ist noch lange nicht die segensreiche Thätigkeit dieses um das Wohl seines Volkes besorgten und voraussehenden Propheten erschöpft. Im Jahre 622 wurde im Tempel ein Gesetzbuch durch den Priester Kelkiah aufgefunden. Es ist Grund genug vorhanden, um dieses Gesetzbuch — Thora — als das Werk Jeremias anzusehen; den» diese ganz plötzlich aufgefundene Gesetzesrolle ist durchwegs vvu dem Geiste Jeremias durchweht, und auch der Stil ist dem seinigen zum Verwechseln ähnlich. Manche moderne Kritiker haben die Vermuthnng ausgesprochen, dass JeremiaS dieses Buch selbst verfasst habe und um demselben eine höhere Sanction zu verleihen, als ein bereits längst vorhandenes, nur durch die Zeit v rgessenes bei dem Restaurieren des Tempels auffinden lässt. So wurde dieses alte Pergainent als ein noch von MoseS her stammendes angesehen. Ans einigen Stellen des aufgefundenen und unter dem Namen Deuteronomium auf uns überkommenen Buches, kann man diese Vermuthungen schöpfen. Deuteronomium, Cap. XXVIII. 69. Jeremias, Cap. XI. 1—8. Cap. XXXIV, 8—22, und Deuteronomium, Cap. XV, 12—15, uitö noch viele andere Stelleil, die eine solche Bermuthung aufkommen lassen. Wenn wir auf den Inhalt dieses aufgefundenen Buches näher eiugehen mid es mit den älteren Büchern Moses vergleichen, nämlich mit dem Buche Exodus, da sehen wir den ungeheuren Fortschritt in deu religiösen Anschauungen, der inzwischen durch die Propheten und in» besonderen durch Jeremias herbeigefnhrt wurde. Wenn wir die allgemeine Weltlage der damaligen Zeit in Betracht ziehen, so steigert sich noch mehr der Wert dieses

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