Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 6 (8.2.1901)
- Date
- 1901-02-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 8. Februar 1901 Seite 5 Socialisten werfen den Jüdischem Arbeiterbund vor, daß er durch den Anschluss an die gesammtrussische Organisation, mit welcher auch die den kleineren Theil der polnischen Arbeiter vertretende Soeialdemokratie Russtsch-PolenS und LithauenS zusammengeht, sowie durch die Verbreitung russischer socialistischer Literatur unter den intelligenteren jüdischen Arbeitern polnisches Gebiet russificieren helfe, die proletarische Einheit auf polnischem Boden spalte und EmaneipationSkampfe des polnischen Volkes schweren Schaden bereite. Die große Mehrheit der jüdischen Arbeiter spricht übrigens weder polnisch noch russisch, sondern den bekannten deutsch-jüdischen Jargon, in welchem auch die für sie bestimmten Zeitungen, z. B. „Der Arbotjer", geschrieben und in den eineNeihe socialdemokratischer Parteffchriften übersetzt sind. In den letzten Monaten haben wieder zahlreiche Verhaftungen und Bestrafungen jüdischer Arbeiter stattgefunden, namentlich aus Anlass von StrikeS und geheimen Versammlungen. Jüdische und chWIichc Rumünen. Bon Dr. Georg Brande - in Kopenhagen. II. Während man mit großer Consequenz die Juden jedes Bürgerrechtes beraubte, vergaß man nicht, ihnen alle Bürgerpflichten aufzuerlegen. Sie waren wehrpflichtig, wie alle anderen Rumänen. Sie machten überdies so wenig Anstrengungen, sich dem Militärdienste zu entziehen, dass die jüdische Bevölkerung im Vergleiche mit der christlichen im Heere durch die BerhältniSzahl 11 gegen 49/,0 repräsentiert wird, und das, trotzdem man die Juden jeder Aussicht auf Avancement beraubt hat. Sie können nicht allein keine Officiere, sondern nicht einmal Unterofficiere werden. Nichtsdestoweniger weist die officielle Statistik nach, das«, während die Anzahl der christlichen Deserteure in unseren Tagen 18 Percent erreichte, nur e i n Percent der Juden sich der Wehrpflicht durch die Flucht entzogen hat, eine Thatsache, die umsomehr auffällt, als das Kasernenleben des jüdischen Soldaten eine einzige Kette von Demüthigungen und Misshandlungen bildet. Auch in Rumänien schützt mau die nationale Arbeit. Um sie zu fördern, ergieng ein Gesetz, dajedem Fabrik- oder industriellen Unternehmer der Verpflichtung auferlegte, dass nach Verlauf von drei Jahren die von ihm beschäftigten Arbeiter mindestens zur Hälfte auS eingeborenen Rumänen bestehen mussten. Das Gesetz forderte nicht, dass diese Rumänen Staatsbürger sein sollten; aber es wurde so ausgelegt, dass die Juden ausgeschlossen waren. In den rumänischen Hospitälern werden die eingeborenen Kranken kostenlos verpflegt. Dagegen müssen arme kranke Juden als „Fremde" eine von der Hospital-Verwaltung für jeden ciuzelnen Fall willkürlich festgesetzte Summe erlegen, und von den Patienten dürfen selbst mtter diesen Umständen nur zehn Percent Juden sein. Von dieser Regel kann jedoch insofern« abgewichen werden, als sie bei gewissen schweren und seltenen Erkrankungen ohne Bezahlung ausgenommen werden können, da man sich die Juden als Versnchsobjecte in wissenschaftlich merkwürdigen Fällen sichern wollte. Der rumänischen Verfassung gemäß soll der Elementarunterricht in den öffentlichen Schulen allen Eingeborenen gratis crtheilt werden. Um womöglich die Juden von der Erlangung allgemeiner Bildung auszuschließen, und im Vollbewusstsein dessen, dass man diese so wissbegierige Bevölkerung am härtesten treffe, wenn man ihnen den Zugang zum Wiffen, dieser entscheidenden Waffe im Kampfe umS Dasein, verwehrte, wurde das Schulgesetz von 1839 um die verfassungswidrige Bestimmung vermehrt, dass jüdische Kinder in öffentliche» Schulen nur gegen Bezahlung einer sogenannten „Fremdrusteuer", die willkürlich festgesetzt werden konnte (in der Regel 90 Francs), und nur wenn Plätze übrig waren, ausgenommen wurden. Mit anderen Worten: es hieng jetzt von den Schulleitern ab, ob das jüdische Kind einen Platz fand, und hierdurch war thatsächlich seine Aussperrung gesichert. Gleichzeitig machte man den bestehende» jüdischen Gemeindeschulen in jeder Weise daß Leben sauer. In den gelehrten Schulen war die .Fremdensteuer" bedeutender: sie begann mit 60 und stieg bis 90 Francs. In die Forstschulen konnten Juden nur mit besonderer Erlaubnis des Ministerausgenommen werden. Kunst- und Handwerkorschulen sind ihnen ganz verschlossen. Da sie als letzte Zuflucht die Handelsschulen aufsuchten, wurde bestimmt, dass sie dort eine „Fremdensteuer" von 90 Francs für den Elementar-, von 150 FrcS. für den höheren Unterricht zu zahlen hätten, und dass nur ein Zehntel der Eleven aus Juden bestehen durfte. Für Uuterftützungen und Stipendien durften sie nie in Betracht kommen, auch nicht für die von Juden gestifteten, und das, trotzdem eS das Geld der Steuerzahler ist, ans dem die Staatsunterstützungen ertheilt, sowie die Schulen erhalten werden, und trotzdem eS oft die Juden sind, welche die meisten Steuern zn entrichten haben. Im vorigen Jahre wurde da- Uuiversitätswesen in demselben Geiste .reformiert". Bisher hatten sich die Juden nur zur mediciuischtn Facultät gedrängt, da die einzige freie Thätigkeit, welche sie auSübeu durften, die ärztliche Praxis war. Nun wurde jedem Einzelnen eine „Fremdensteuer" von 900 Francs auferlegt, wodurch sie faktisch von der Universität verbannt wurden. In den anderen Facultäten, der juridischen, theologischen re., welche für keinen Juden in Betracht kommen, ist, nm den Schein der Gerechtigkeit zu wahren, dem jüdischen Studenten eine weit geringere Abgabe von 40—60 Francauferlegt worden. DaS hier Aufgeführte umfasst nur die Hauptpunkte. Wollte man auf die Erfindungsgabe, welche die Machthaber in ihrem Bestreben, der jüdischen Bevölkerung den Aufenthalt im Lande unerträglich zu machen, entwickeln, näher eingehen, so gehörte dazu ein ganzes Buch. m. Nachdem man mit Hilfe von Gesetzen und Reglements so weit gekommen war, wie es nur irgend angieng, wurde es Sache des Einzelnen, einzugreifen und zu vervollständigen, was Regierung, Kammer und Senat unvollständig gelassen hatten. Nun war es an jedem einzelnen Rumänen, soweit es bei ihm stand, die Juden zn martern, sie ihres Eigenthums zu berauben, zu misshandeln und todtzufchlagen. Damit indessen die vielen Einzelnen die Sache derart angreifen könnten, dass keine Kraft verloren gieng, sondern jede Bethätigung so wirksam wie irgend möglich war, wurde am 8. November 1895 die sogenannte .antisemitische Allianz" gegründet, ein Geheimbund, der seitdem wie eine förmliche Maffia gewirkt und Schreckenszustcinve für die unglücklichen rumänischen Israeliten geschaffen hat. Und damit diese Maffia richtig arbeiten konnte, war es nothwendig, dass sie sich, wie die sicilianische, mit undurchdringlicher Geheimnisthuerei umgab. Nichk einmal ihre Statuten sind gedruckt, und erst in diesen Tagen ist es gelungen, sie auszukundschaften und zu veröffentlichen (.Die Jüdische Presse", 7. December 1900). Diese Statuten machen sechs ausführliche Capitel aus, von denen das erste das wichtigste ist. In seinem ersten Paragraphen heißt es, dass diese in Bukarest begründete antisemitische Allianz Zweigvereine im ganzen Lande und Verbindungen mit allen Gesellschaften des Auslandes, welche das gleiche Ziel verfolgen, hat. Im zweiten Paragraphen heißt es: .Die Allianz will, da das jüdische Element sich nicht assimilieren lässt, jede Vermehrung der politischen Rechte der Juden bekämpfen und alle zulässigen Mittel anwenden, um die Lag« der Juden in Rumänien unmöglich zu machen und demgemäß ihre Auswanderung aus dem Lande zu fördern." § 9 sagt: „Um dieses Ziel mit größerer Sicherheit zu erreichen, ist die Allianz eine geheime Vereinigung. Jedes Mitglied muss bei seiner Aufnahme einen Eid oblegen, sowohl hinsichtlich aller Handlungen und Aufgaben der Allianz, wie auch hinsichtlich tzer Namen der Mitglieder strengstes Geheimnis zu bewahren." Diese Liga ließ zum erstenmale im November 1693 etwas von sich hören. Ihre Organisation war damals vollendet, ihre Agitatoren waren nach allen Richtungen auSgesandt, hatten überall gegen die Juden aufgestachelt und besohlen, dieselben zu boycottieren. Es ist wohl bekannt, dass frühere und jetzige Minister, sowie fast sämmtliche Mitglieder der Kammer und des Senats der Allianz angehören; folglich war und ist ihre Autorität eine ganz ungeheure. Am 17. und 23. November brachen in Bukarest Straßenunruhen aus, während derer eine Plünderung der jüdischen Häuser stattfand, die von dem gegenwärtigen Dvmänenminister F i l i p e s c u angeordnet war, von dem damaligen Minister Pherekydis unterstützt und von dem Premierminister S t u r d z a geduldet wurde. Pherekydis drohte den geplünderten Juden mit Ausweisung, falls sie nicht ihre Klagen um Schadenersatz zurücknehmen, und das, trotzdem gerichtlich erwiesen wurde, dasdie patriotischen Plünderer ihre Beute öffentlich verauctioniert hatten. Nur der Mangel an - pecuniären Mitteln hielt die Juden davon ab, schon damals' auszuwandern. Im Mai 1899 folgten für die Unterdrückten und Misshandelten noch schlimmere Schreckenstage in Jassy. Nachdem sie die Vororte der Stadt unausgesetzt durch aufwiegelnde und drohende Retzen in Bewegung gesetzt hatten, beschlossen die Antisemitenführer (Professoren, Studenten und Beamte), zum Angriffe überzugehen. Unter den Augen der Behörden wurden Aufrufe vertheilt, in denen für die von Christen bewohnten Häuser, welche ja doch geschont werden sollten, Kennzeichen angegeben und die Christen aufgefordert wurden, sich mit Stöcken gegen die Juden zu bewaffnen., Der Präfect, der Polizeipräsident, Deputierte und Senatoren zeichneten Beiträge für diese „Manifestation". Man schlug Fenster ein, erbrach Thüren, plünderte Läden und zerstörte Häuser. Darauf fand «ine Schein- Untersuchung statt, welche Veranlassung dazu gab, vor Gericht von neuem gegen die Juden aufzureizen. Der öffentliche Ankläger zog seine Klage gegen die Urheber zurück, dagegen wurden mehrere Juden zu 3—6 Monaten, einzelne sogar zu 2—3 Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil sie den Angreifern, die ihnen nach dem Leben trachteten, Widerstand geleistet haben. Bon nun an musste es allen Rumänen jüdischer Abstammung klar sein, dass sie in ihrem Vaterlande völlig recht- und schutzlos waren. Bisher hatten sie das Land, in dem ihre Vorfahren Jahrhunderte hindurch ihr Vaterland erblickten, mit treuer Liebe erfasst und in Bethätigung jener Anhänglichkeit für dasselbe, welche der israelitischen Bevölkerung in allen Staaten eigenthümlich ist, jede Gelegenheit ergriffen, um eS auszusprechen, dass sic Rumänen seien, dass sie sich alS Rumänen fühlen, im Kriege nicht nur auS Pflichtgefühl, sondern an- Vaterlandsliebe wie Rumänen gekämpft hatten, obgleich sie Rumänen ohne Menschenrechte und ohne Bürgerrechte seien. Aber nunmehr hatte die Stunde der Entscheidung geschlagen. Misswuchs und Theuerung, die im Sommer 1899 hereinbrachen, gestalteten ihre Lage zu einer verzweifelten. Aller Handel hörte auf; kein Credit wurde mehr gegeben. Es war den Juden unmöglich, datrockene Brot für sich und ihre Familien zu schaffen. Die kleinen Kinder erfroren in den Wiegen; die Eltern stahlen ein Brot, um die Klagen der älteren Kinder zu stillen. In Jassy begann man für Geld, davon Juden ans anderen europäischen Städten gesandt worden war, unter die ausgehungerten Handwerker Brot zu vertheilen. Im Dunkel der Nacht schlichen sie sich über den langen Hof zur VertheilungSstelle, beschämt darüber, betteln zu müssen, sie, die noch vor einem Jahre 30—40 Francwöchentlich verdient hatten. Sie kamen in erbärmlichen, dünnen Lumpen >— alles andere hatten sie versetzen müffen — um etwas Brot zu emfaugen. Oft kamen die Kinder, um an Stelle der kranken Eltern das Brot zu holen. In einem Briefe aus Galatz vom 28. Mai liest mau. dass, wer die Stadt besuche, Unglückliche erblicke, die buchstäblich. verhungern, Weiber, die sich vor Hunger krümmen, Kinder, die zugrunde gehen, nicht bloß aus Mangel an einem Stück Brot, sondern — so unglaublich es klingt — auS Mangel 6« einem Schluck Wasser. Die Bevölkerung der anders» Orte war in Rumäniens zweiter Hauptstadt in solchen Massen zusammengeströmt, dass sie zu huntzerten in offenen Höfen, andere in den Synagogen, die meisten auf den Friedhöfen lagen, wo man sie wie hungrige Wölfe umherstreifen sah, am Tage von der Sonnenhitze und des Nachts von Mosquitostichen gequält. Die Kinder waren fast nackt, die Frauen meist fieberkrank, alle barfuß, weinend, von nagendem Hunger und Durst gemartert. Zwischen ihnen Gruppen von ungefähr hundert jungen Männern, die, in zwei Zelten liegend, am Tage Marschübungen Vornahmen, 'in der phantastischen Absicht, zu Fuß über Budapest nach Hamburg zu wandern und von dort in die weite Welt hinauszngehen. (Forschung folgt.) Zum Konitzer Blutmorde. Unter den Haussuchungen, welche die Behörden fortgesetzt mit größter Energie vornehmen, macht diejenige bei dem Lehrer B e i ch e l einiges Aufsehen. Gegen Weiche! sollen die Behörden schon seit längerer Zeit den Verdacht haben, dass er um den Mord an dem Gymnasiasten Winter wisse. Ueber diesen Weiche! wird der „Tägl. Rimdsch." (der die Verantwortung für ihre Mittheilungen überlassen bleibe) Folgendes mitgetheilt: Weiche! soll aus Skurz stammen und in seinen Jünglingsjahren Gelegenheit gehabt haben, die Leicheutheile des in gleicher Weise wie Winter ermordeten Knaben C y b u l l a zn sehen. Zur Zeit des Mordes wobnte Weiche! im Hause de- Kaufmannes Caspar! in der Danzigerstraße in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlächtermeisters Adolf L e v y. Diese Wohnung war derjenigen Stelle, wo die ersten Leichentheile gefunden wurden, noch näher, als L e v y s Behausung. Es soll nun die Vermuthung bestehen, Weiche! habe bei Heimkehr von einem Spaziergange, den er an jenem Tage mit dem Schneidermeister Otto P l a t h — von diesem stammt die Leinwand, in welche der Rumpf Winters genäht war — unternommen habe, den jungen Winter im Hause angetroffen, tzer vielleicht ein Fräulein, das im Hause wohnte, besuchen wollte.'Jn der irrigen Annahme, Winter habe vielleicht ein sträfliches Verhältnis mit seiner Frau, erwürgte Weiche! den jungen Mann im Jähzorn und zerstückelte dann die Leiche zur bequemeren Beseitigung in der bekannten Weise. - Thatsache ist, dass W e i ch e l, der allgemein als der st ä r k st e Mann von Kouitz gilt, sehr jähzornig und eifersüchtig ist und schon einmal in einem Anfälle von Eifersucht einen Mordversuch auf seine Ehefrau machte. Weiche! ist S a n i t ä t S - U n t e r o f f i c i e r und hat als solcher nach Zeugenaussagen während seiner Dienstleistung im Garnison- Lazareth zu Graudenz stets Interesse bei der Leichenschau geworbener Soldaten an den Tag gelegt. Er verfügt auch über )ie zur Zerstückelung der Leiche nöthigen anatomischen Kenntnisse und soll thatsächlich um jene Zeit in dem Besitze chirurgischer Geräthschaften gewesen sein. Er konnte ferner durch einen Verkehr mit Plath sehr leicht in den Besitz der betreffenden Packleinwand gelangen und noch leichter in den der braunen Lederpappe, in welche Kopf und Rumpf bekanntlich eingewickelt waren, da solche von einer im gleichen Hause wohnenden Modistin sehr oft auf dem jedermann zugänglichen Hausflur aufbewahrt wurde. Der Ruf Weichels ist nicht der beste. Seine Frau soll unter der Beschuldigung, dass ihr Mann sein ganzes Gehalt in den Kneipen verjubelte und sie mit den Kindern darben lasse, vor einiger Zeit Scheidungsllage gegen ihn eingereicht haben. Sie lebt getrennt von ihm in Giubow bei Stettin. Das Berliner Blatt macht zu diesen Mittheilungen selbst Agende Bemerkungen : Diese Verdächtigungen Weichels scheinen ja ganz folgerichtig zu sein, aber derartige Combinationen, deren Schlüssigkeit auf den ersten Blick verblüffen kann, sind übrigens auch schon früher in dieser lxidigenSache in ähnlicher Weise gemacht worden, so dass man jetzt auf solche Gedankenspäne nicht viel mehr geben darf. — Die Haussuchungen werden, wie schon gesagt, mit größter Energie betrieben. Ueber das Ergebnis der Nachforschungen wird natürlich das größte Stillschweigen beobachtet. Verhaftungen sind nicht erfolgt. In einzelnen Wohnungeu. Geschäfrslocalen rc. sind Criminalbeamte verborgen, die unauffällig den Verkehr dort überwachen. Bon Winter- Sachen fehlen nun noch sämmtliche Unterkleider, Hut, Stiefel, Uhr und Kette, sowie von der Leiche selbst die Eingeweide, der linke Arni, linke Unterschenkel, sowie das ganze linke Bein. AuS der Beschaffenheit der bisher gefundenen Sachen darf geschlossen werden, dass Winter einen Theil seiner Kleider nicht auf dem Körper gehabt hatte, als er von dem tödlichen Stiche oder Schnitte getroffen wurde. Der Ueberzieher war nicht im geringsten blutig, ebensowenig die Weste, nur die Jacke batte auf der linken Seite von der Achselhöhle Blutflecke. Die Behörde nimmt denn auch mit Recht an, dass Winter in entkleidetem Zustande getödtet worden ist. Die blutbefleckte Jacke ist zur chemischen Untersuchung nach Berlin gesandt worden. Diejenigen Personen, die Kleidungsstücke fanden, erhielten 1000 Mark Belehnung. Die der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stehende Summe zur Belohnung für die Ermittlung des ThäterS beträgt 88.000 Mark! Perms- ««d Nkch«mlv«ssbmlhtk. Wien. (Orthodoxer Bethaus-Verein „M a r p e Lanefesch", II., Glockengaffe Nr. i. Sonntag den 10. Februar 5 Uhr Abends wird für den allzu früh verstorbenen Baeon Wilhelm v. Rothschild aus Frankfurt a. M. von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner N. Fried mann ein „Hesped" abgehalten. Wie». lHumanitärerundorthodoxerBethauS- Verein „Marpe Lanefesch".) Die V. General-Versammlung findet Dienstag den 1:1. d. M. halb 8 Uhr abends im Clubloeale deS Lass Blau, II., Rothe Sterngaffe Nr. 17. statt, und werden sämmtliche P. T. Herren Mitglieder zu erscheinen höstichst eingeladen