Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 5 (1.2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Jüdisches Volksblall 1. Februar J(M)1 Nr. 5 Wien, Freitag Galizien sogar seit dem Jahre 1877 in Geltnng sind. Die Kolka roinic/.e“, die Ilebernahme gewisser Provuctionsnnd Handelszweige in die Verwaltung des Landes n.s.w. sind Erfindungen unserer sonst so wenig productiven und originellen galizischen Autonomie. Gleichzeitig mit dieser Socialpolitik Galiziens entstand das Schlagwort vom Asemitismus, welches die Originalmarke unseres Landes trägt. So vermag auch Galizien schöpferisch und energisch zu sein, wenn es sich um Juden handelt. Echte uub tiefe Gefühle können Wunder erzeugen. Der Kampf gegen die jüdische Concurrenz gehört zu jener Politik des Herzens, die auch der Unfähigkeit Kraft, Initiative und Ausdauer verleiht. Diese Politik des Herzens, nur noch offenkundiger, blüht auch an der Donau, und Wien wirkt nächst Galizien am meisten socialreformatorisch in Oesterreich. Da und dort fährt der Fortschritt sehr schnell, wenn sein Weg über jüdische Nacken führt. Wie einerseits die Socialreform das Hanptgebiet oder vielfach das einzige Feld für die Realisierung antisemitischer und asemitischer Theorien ist, so führt andererseits die Socialpolitik, die auch bei uns, insbesonders unter den Juden, zahlreiche Anhänger hat, beim natürlichen Verlaufe der Dinge zum praktischen Antisemitismus. Die materielle und moralische Existenz der Juden in dem Zustande, wie er sich unter dem Einflüsse der Diaspora herausgebildet hat, hängt mit der Herrschaft des Liberalismus innig zusammen. Die Judenseele ist tief, aber veränderlich und phantastisch; der Charakter gut und milde, aber zu weich und unbeständig; Unternehmungsgeist und Energie zwar bedeutend, aber mehr geistiger als physischer Natur, meist mit eigenem oder Familienegoismus verbunden; unbegrenzter, aber unprodnetiver Individualismus; Selbständigkeit und eine Liebe zur Freiheit, die beinahe in den Hang zu Willkür und Anarchie übergeht — mit einem Worte, lauter Eigenschaften, die, auf wirtschaftlichen Boden übertragen, nur unter der Herrschaft des Liberalismus existieren und gedeihen können. Dagegen entspricht die Socialpolitik, welche in die Erwerbsverhältnisse Ordnung und Disciplin bringen will, am wenigsten unseren angeborenen Neigungen und Fähigkeiten. So stimmt beispielsweise das Institut der fixen Warenpreise, der festen Arbeitszeit, der festen Löhne mit unserer zur Speculation neigenden Natur nicht überein und widerspricht der Tendenz, das freie Spiel der Kräfte und Einzelinteressen wirken zu lassen. Der Hausierhandel, dessen Vernichtung die Socialpolitik und der Wiener Antisemitismus auf ihre Fahnen geschrieben haben, wird nicht zufällig nur vorwiegend von Juden repräsentiert. Die schrankenlose Ungebundenheit, welche sogar von der ständigen Ausübung des Erwerbes an einem bestimmten Orte absieht, zieht den „Wanderjuden" zu diesem Erwerbzsweige hin. Der Wucher, den unsere Feinde gewöhnlich als rein jüdische Specialität hinstellen, ist ein Ausfluss unserer Uebertreibnngssucht und des Mangels an Mäßigung, der uns in ökonomischer Beziehung ebenso wie in der Gesellschaft und auf dem Gebiete der geistigen Arbeit, der literarischen und künstlerischen Production, kennzeichnet. Die jüdische Allgemeinheit verfügt über ein hochentwickeltes Rechtsgefühl. Aber trotzdem nnd vielleicht gerade deshalb kann sie sich mit den neuesten Eroberungen der socialen Gesetzgebung nicht befreunden und befindet sich ihnen gegenüber im Zustande stiller, aber permanenter Auflehnung. Wenn die Socialreform dem Juden Sonntags am hellichten Tage sein Geschäft sperrt, pflanzt er sich gleichsam als lebender Protest vor der geschlossenen Ladenthür auf und umgeht mit dem christlichen Käufer die Fronte und den für beide Theile so unbequemen Paragraphen, indem er ihn durch ein Hinterthürchen einsührt. Die jüdische Höckerin feiert blau vor Frost den ganzen Sonntag vor ihrem armseligen Kram, und die empfindlichen Strafen des Magistrats können ihr nicht die Ueberzeugung beibringen, dass in einem christlichen Staate das Feiern des Sonntages durch die Juden wichtiger ist, als das Hungern ihrer elenden Kinder. Das Judenthum, welches, wie man sagt, im Handel alt geworden ist, welches der Vater des modernen Wechselnnd Bankverkehres und sicher das älteste par excellence Handelsvolk Europas ist, hat niemals das Bedürfnis empfunden und niemals kam ihm der Gedanke, die individuelle Freiheit im Handel oder beim Vertragsabschluss, sei es bei Creditgeschäften, sei es bei Kauf und Verkauf, einznschränken. Wer aber glaubt, dass das jüdische Volk die wirtschaftliche Anarchie deshalb vorgezogen hat und vorzieht, weil es sich wohl dabei fühlt, der würde gewiss große Unkenntnis der jüdischen Verhältnisse verrathen. Niemand hat soviel unter der Ausbeutung gelitten und leidet, als die Juden selbst. Wer kennt nicht die Gestalt des kleinstädtischen „Reichen", der seinen Glaubensgenossen gegen Verpfändung der silbernen Leuchter und Feiertagsgewänder das Betriebscapital für ihren „Handel" im Betrage von 2 fl. gegen eine wöchentliche Provision von 50 kr. leiht? Und obwohl es solcher Elenden eine Legion gibt und nur einige „Reiche" im Städtchen, sind die Inden niemals aus eigener Erwägung daraufgekommen, dass dieser „Reiche" unmoralisch handelt. Wenn die „Socialpolitik" sich zufällig einmal in diese Städtchen verirren würde, hätten die Juden nur den einen Wunsch, dass man ihre „Reichen" in Ruhe lasse und ihnen weiter gestatte, 50 kr. von zwei Gulden wöchentlich zu nehmen, wenn ihnen dieser Credit, Gott behüte, überhaupt nicht entzogen wird. Es ist zweifellos eine sehr charakteristische Erscheinung, dass, während die Begriffe „reich" und „arm" in der jüdischen Volkssprache wenigstens zehn Bezeichnungen haben, sich int Jargon für die Begriffe „Ausbeutung", „Wucher" und „Wucherer" kein einziges originelles Wort findet. Diese Gleichgiltigkeit und Unempfindlichkeit der jüdischen Volksseele gegen wirtschaftliche Unterdrückungen, die das Resultat einer tiefwurzelnden Anerkennung der unbeschränkten individuellen Freiheit sind, stehen nicht im Widerspruche zu der Thatsache — sie finden vielmehr in ihr geradezu ihre Bestätigung — dass es nämlich auf der ganzen Welt keine eifrigeren Malcontenten gibt als die Juden. In unserer langen Geschichte hat es viele Parteikämpfe, viele Zusammenstöße und Durchbrüche gegeben, und noch jetzt gibt es in jedem Städtchen so viel verschiedene Parteilager als „Schulen". Aber niemals hat es bei uns eine Bewegung gegeben, welche gerichtet war auf die gesetzmäßige Einschränkung der Selbständigkeit des Individuums auf dem Gebiete des Erwerbes. Der schwere Kampf des Golns und das Fehlen einer eigenen Regierungsgewalt versperrten dem Protectionalismus vollständig den Weg und züchteten einen jüdischen Ultra-Individualismus, der aus dem jüdischen Volke — im Gegensätze zur einheitlichen Masse, welche die Gleichwertigkeit aller ihrer Mitglieder schafft, und im Gegensätze zur Hiararchie der socialen Classen — eine Sammlung selbständiger Individualitäten machte. Dieser Ultra-Individualismus, welcher die Tugend und das Verbrechen, die Gerechtigkeit und das Recht, die Ausbeutung und das Ausgebeutetwerden individualisiert hat, schließt jedes Verdienst und jede Schuld der Classe, das System der Ausbeutung einer Gruppe durch eine andere ans, macht dadurch das Protegieren einds Theiles des Volksorganismus gegen die Uebergriffe eines anderen überflüssig und lässt endlich das arbeitende Volk als einheitliche, organisierte oder auch nicht organisierte Masse nicht Heil und Hilfe beim Staate suchen, sondern weist den Einzelnen in der Noth auf seine eigenen Kräfte und höchstens auf die Hilfe der speciellen Regierung der Juden, die — Gott ist. (Schluss folgt.) (Der jüdische Arbeiter und die Socralderirokraten.) Die Socialdemokratie gibt sich als die Wortführern! des Gesammtproletariates ans; ihre Führer lieben es, sich auf diese Eigenschaft wie auf ein erworbenes Recht zu berufen. Das verflossene Jahr bot der internationalen Socioldemokratie Gelegenheit genug, ihr Verständnis für die Lage und die ans derselben resultierenden Bedürfnisse, auch der jüdischen Arbeiter, zu docnmentieren. Ist es etwa Parttcnlarismns, wenn wir von der Socialdemokratie verlangen, dass sie sich des jüdischen Arbeiters ebenso annehme, wie der übrigen? Die internationale Socialdemokratie hat ihre Taktik längst in eine nach nationalen Gruppen getheilte nmgeändert. Wenn es eine deutsche, italienische, französische Socialdemokratie gibt, wenn es in Paris eine Organisation der daselbst lebenden ungarischen Socialdemskraten gibt, wenn in Prag ein socialdemokratischer „Verein deutscher Arbeiter" und ein „Prävo lidu, Organ der czechoslavischen Seite der Socialdemokratie" existiert, wenn in Graz ein Parteitag der deutschen Socialdemokratie stattgefunden hat, warum sollte das jüdische Proletariat nicht auch das Recht besitzen, sich auf national-socialer Basis zu organisieren? An der Bahre Liebknechts fand die Trauer aller nationalen Gruppen der Socialdemokratie durch ihre Führer beredten Ausdruck. Die deutsche, die österreichische, die polnische, die czechische Socialdemokratie war hier vertreten; auch die in „Paris lebenden ungarischen Socialdemokraten" hatten einen Abgeordneten geschickt. Nur die socialdemokratische Gruppe einer Nation, in deren Register nationaler Eigenthümlichkeiten die Schweigsamkeit sonst nicht eingeschaltet wird, bleibt stumm — die jüdische. Der jüdische Arbeiter konnte in Liebknecht nicht nur einen Arbeiterfrennd betrauern — mit Liebknechts Tode hatte ein Drama voll von Bedrückung, Bedrängung nnd Drangsalierung ein Ende gefunden, ein Hinnnd Hergetriebenwerden voll der unsäglichsten Pein, beschlossen in derselben Glaubens- und Gesinnungstreue und Charakterstärke, welche eben die Ursache der Verfolgungen gewesen ist; der jüdische Arbeiter sah das Ende eines Schicksals, das dem des eigenen Volkes so ungemein ähnelt. Dass Adler sich seiner Stammesgenossen nicht annahm, ist leicht begreiflich; dass aber der Vertreter Galiziens, D a s z y n s k i, nur im Namen der polnischen Socialdemokratie sprach uns in ihrem Namen Liebknecht als erprobtesten Feind des Czarismus pries — an die jüdischen Arbeiter Galiziens ganz vergaß, — das kann eben nur der Vergesslichkeit in die Schuhe geschoben werden; jedenfalls hat er es gut verstanden, von 'dem jüdischen Arbeiter zu — schweigen. * * * Kurz vor dem Tode Liebknechts fand in Berlin ein noch von diesem begeisterten „Internationalen" eröffneter internationaler Textilarbeiter-Congress statt. Auch die jüdischen Arbeiter in Lodz entsandten einen Vertreter. Wie ich einem seinerzeit in der „Zeit" veröffentlichten Artikel von G e r l a ch entnehme, fielen die einzelnen Volks-Jnoividualitäten deutlich auf; da sah man: die nur für die Jetztzeit sich interessierenden zufriedenen Engländer, die impulsiven Franzosen, die weit vorausdenkenden Deutschen, die armen Flamen, deren Mahlzeit nur ans Kartoffeln bestand, und einen jüdischen Arbeiter, der — schwieg. Er schwieg und stimmte nicht mit; das ist traurig, aber begreiflich. Wenn man die Resolutionen nicht versteht, so ist das einzig Nichtige, nicht mitznstimmen. Der Fehler lag eben darin, daß man es nicht für nöthig befunden hat, dem jüdischen Arbeiter die wichtigen Resolutionen mundgerecht zu machen. Welche Ursachen dafür maßgebend waren, sagt Gerlach nicht; aber eine Thatsache bleibt es: die individuellen Bedürfnisse eines jüdischen Arbeiters wurden auf einem internationalen Arbeiter-Congresse nicht berücksichtigt, und er mußte — schweigen. Dem Jahre 1900 blieb noch ein Ereignis Vorbehalten: die rumänische Katastrophe. Wir sahen eine Krise, freilich nicht jene, die Marx diesem Jahre prophezeit batte, von ungeahnter Tragweite, bei der der jüdische Arbeiter durch wirtschaftliche, nationale und gesetz- Skizze aus dem Polnischen von R. —s. „Jankel!" „Zn Befehl, gnädiger Herr!" „Morgen brauche ich fünfhundert Gulden. Hast Du verstanden „Jawohl, gnädiger Herr! Warum sollte ich nicht verstehen?" „Na, zum Teufel, warum stehst Du also noch hier, schäbiger Ino? Mach', dass Du fortkommst, und ohne Geld komme mir nicht vor die Augen!" Der kleine, ausgebvcknete, vergilbte und armselig gekleidete Jude machte sich unter zahllosen tiefen Bücklingen davon. „Unterthänigster Diener, gnädigster Herr! Ich gehe schon, ich gehe. . . warum sollte ich nicht gehen? Er schürzte seine Rvckschöße hoch, setzte den Hut auf und wollte davoneilen. „Jankel!" Eine zarte, liebliche Altstimme drang von der anderen Seite des Schlosses her. Mit einem Sprunge befand sich Jankel an Ort und Stelle, mit dem Hut, der ehemals aus Sammt gewesen sein mochte, in der Hand, während das Käppchen ihm am Kopfe zitterte von einer neuen Serie tiefer und rascher Verbeugungen. „Wenn Du in die Stadt kommst, so tritt 'mal bei meiner Schneiderin ein und sage ihr, dass das Kleid mit echten Brüsseler Spitzen garniert sein soll... hörst Du, mit echten, Jankel, kannst Du die Spitzen hier ausfindig machen oder muss ich sie aus Wien bestellen?" „Aber, Gott möge Ihnen, gnädige Frau, so Leben und Gesundheit schenken, wie ich hier diese Spitzen finden werde. Nach Wien? Wozu nach Wien? Warum nach Wien? Jankel kann hier alles finden. Was wäre er sonst für ein Factor?" i „Vergiss also nicht, Jankel. Am liebsten. Du bringst mir diese Spitzen zuerst, damit ich sie mir ansehe. Aber sofort, die schönsten und feinsten, denn wenn die Schneiderin darüber mein Kleid nicht zur rechten Zeit fertigstellt..." „So hetze ich Dich mit den Hunden von dannen!" schloss der gnädige Herr, der auf der Veranda stand und ließ zugleich einen Pfiff vernehmen. Ein schwarzer Hund mit Wolfskopf tauchte wie ans einer Versenkung sofort empor, und ohne dass sein Herr ein Zeichen gab, stürzte er sich knurrend auf den Inden. „Aj, aj, aj, gnädiger Herr! Gewalt! Was ist das? Er wird mich in Stücke reißen '. Er wird mich umbringen!" Der Jude schrie, während er rings um die Veranda herumlief. Der Hund setzte ihm nach, sprang an ihm empor, während der gnädige Herr so herzlich lachte, dass ihm die Thränen über die Wangen liefen und in seinen prächtigen, echt aristokratischen Schnurrbart fielen. Er halte nicht gelacyt, wenn zu befürchten gewesen wäre, dass der Hund dem Inden wehthun könnte. Denn der gnädige Herr war keineswegs ein schlechter Mensch. Aber diese grundlose Angst, die der Jude an den Tag legte, war zu komisch und der gnädige Herr amü-: fierte sich dabei trefflich. j Und die Angst des Inden wuchs nnd nahm immer i lächerlichere Formen an. denn Jankel fürchtete sich im Grunde gar nicht, aber er wollte durch dieses unschuldige Schauspiel dem Herrn ein Vergnügen bereiten. „Aber Männchen, meine Spitzen, mein Kleid..." In der That, es war schade, an die Pantomime Zeit zu vergeuden, während das Kleid nnd die Spitzen der gnädigen ' Frau warteten. Jenes lief ja nicht davon, man konnte es haben,! wann man nur wollte. j „Hündchen, komm her!" Jankel warf noch einige spähende j Blicke nach der Seite der Herrschaften, dann verbeugte er sich einigemale tief und rannte zu dem Schlossthor. „Jankel!" Das lvar die Schaffnerin. Sie stand vor der Küchenthür, niedrig, untersetzt, dick und roth. Nach ihrer Gewohnheit kaute sie etwas zwischen den Zähnen. „Bring' mir einen Hut Zucker ans der Stadt, Jankel!" „Sogar zwei, wenn die Frau Schaffnerin wünschen..." „Was? was? Das ist ja die reinste Plage mit diesem Juden! Wie oft habe ich Dir schon gesagt, wie man zu mir spricht . . „Frau Verweserin. Schon gut. Bitte um Verzeihung, ich hab's bloß vergessen. Gott möge Ihnen, Frau Verweserin, so Leb-n nnd Gesundheit geben, wie ich vergessen habe. Ich werde doch..." „Vergiss meinetwegen, ob Du lebst, aber vergiss nicht, jeder Persönlichkeit die ihr gebürende Ehre zu geben! Das wäre nicht übel! Ich kann hier zehn andere finden, die auf den Pfoten vor mir tanzen möchten und der wagt es..." Jankel stand demüthig gebückt. Sein gelbes, kleines Gesicht war znsammeiigeschrumpft und sah aus, wie eine alte, welke Cltrone. Die Frau „Verweserin" rasselte mit den Schlüsseln und cvmmandierte weiter: „Also, zwei Hut Zucker, nein, nnr einen, dieser Jude macht mich noch ganz verwirrt mit seinem Gerede, bann Oel, Pfeffer uub Rosinen. Ja, wart' nur, ich habe noch vielerlei vergessen . . . Also Du trittst beim Schuster ein und fragst, warum meine Schuhe noch nicht fertig sind, dann . „ ." Jankel hörte den ganzen Wortschwall geduldig bis aus Ende, dann wandte er sich zum Gehen, nicht ohne zuerst eine tiefe Verbeugung vor der Frau Verweserin gemacht zu haben, eine Verbeugung, die um einige Näaneeu weniger nnterivürfig war, als jene, welche der gnädigen Frau gegolten. „Jankel l" Er sah sich um. Es war Walek, der Oberknecht, der auch seinen Spajs mit dem Juden haben wollte. Er zauste ihn bei den Ohrlöckcheu, zerrte an seinem Rocke und ließ ihn erst los, nachdem er seinen Uebermuth an ihm gesättigt hatte.