Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2432763-2432864-2432868--0855-2434549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 25. Jänner 1901 Nr. 4 hohlen der christlichsociale Antisemitismus entgegenstarrt. Der Autor des obigen Artikels meint zwar, der Verein sei nicht direct antisemitisch. Er mag damit nicht so unrecht haben. Der Verein als solcher gab noch keine offen antisemitische Ennnciation von sich, doch seine Mitglieder sind antisemitisch, nnd das ist im Grunde dasselbe. Die Geschichte der Deutschliberalen in der Bukowina ist eine äußerst interessante. Wie in keinem anderen Lande Oesterreichs haben die Inden, auf ihre Eigenart und auf die Vertretung ihrer eigenen Interessen verzichtend, ihre Kräfte ganz in den Dienst der deutschen Nationalität gestellt. Wenn heute die deutsche Sprache die herrschende ist in einem Laude, das zum größtem Theile von Rumänen und Ruthenen bewohnt ist, wenn die deutsche Minorität unumschränkte Herrscherin ist über die andersnationalen Majoritäten, so haben dies nur die Juden zuwege gebracht. Einem winzigen Bruchtheil Deutscher schloss sich eine mächtige Masse von Juden an; so entstand die deutschliberale Partei in der Bukowina. Das unnatürliche Verhältnis zwischen christlichen und jüdischen Deutschen konnte nicht lange anhalten; wie in den anderen Ländern Oesterreichs trat der Drang nach reinlicher Scheidung zutage, und heute stehen den nationalen Deutschen nationale Juden gegenüber. Wer früher ein Deutscher um jeden Preis sein wollte, wurde sehend und kam zu der Ueberzeugnng, dass es am vernünftigsten sei, offen als Jude aufzutreten und die eigenen, nicht fremde Interessen zu wahren. Als die Inden solcherart zum erstenmale — es war anlässlich der letzten Gemeinderathswahlen — den Christlich- Deutschen entgegentraten und ein ferneres Zusammengehen ab lehnten, da war die Verblüffung eine allgemeine. Diese wich gar bald der Angst. . Der Führer der Deutschen, Dr. S k e d l, kam und bettelte um die Stimmen der Juden, indem er alle möglichen Compromisse vorschlug. Und als die Deutschen den Versuch machten, dar jüdische Reichsraths-Mandat der Handelskammer einem christlichen Deutschen zuzuschanzen, da erhoben sich die jüdischen Kammerräthe wie ein Mann und lehnten diese Kandidatur energisch ab. Das resolute Auftreten der Juden hat den Deutschen den letzten Rest von Muth geraubt. Wehleidig äußert sich einer von ihnen in einem Czernowitzer Blatte: „Sollten die Juden bei veränderter politischer Lage es einmal für zweckmäßig finden, sich einer anderen Partei im Lande anzuschließen, so ist das ganz ihre Sache, und es wäre Unrecht, sie zu bevormunden. Die Deutschen würden er wohl bedauern, einen alten Bundesgenossen zu verlieren, sie würden sich schließlich aber in die neugeschaffene Situation wohl oder übel finden müssen/ Die Juden darf dieses Schwächebekenutnis von einer Seite, welche stets in prahlerischer Großthncrci..das Menschenmögliche leistete, mit berechtigtem Stolze erfüllen. Den Anbiederungsversuch, der an das Mitleid appelliert, werden sie überhören. Für sie gibt es nur einen Weg, der zugleich der einzige Ausweg ist aus allen Nebeln, die eine unglückselige Politik von Jahrzehnten über sie gebracht hat: D i e B i l d u n g einer national-jüdischen Partei auf moderner Grundlage. Das braucht ein Zusammengehen mit der oder jener politischen Partei von Fall zu Fall nicht auszuschließen. Hier muss aber streng nach dem Satze: „Do ut des“ vor gegangen .werden. Mit dieser Politik allein werden sich die Inden vor allen Enttäuschungen und Ernüchterungen bewahren und sich um die Flüchte ihrer öffentlichen Tätigkeit, -welche biSnun anderen in. den Schoß gefallen sind, bereichern. werden, dass. sie. rcW, sondern unterthan sein, wie auch das Gesetz sagt/.'-) Die jüdische-Frau war demnach um das Ansehen, das fie im öffentlichen Leben genoss, nicht gerade beneidenswert. Trotzdem aber verknöcherte und verkuechtete sie in ihrem Innern nichl. Man -findet im Alterthum nicht wenige, die ein heroenhafies Gemüth und einen idealen Sinn besaßen. Man werfe nur einen Blicks auf die Menge prächtiger biblischer Frauengestalten! WaS in jenen Schilderungen Wahrheit, was Dichtung ist, bleibt'.r-füp.üMf-re Auffassung gleichgiltig, denn Geschichte sowohl wie-Sage -sind Spiegelbilder der Volksseele. Wtr besitzen /der Gudruns die Menge, auch die Art der Penelope ist unter den jüdischen Frauen keine Seltenheit, wir haben eine Ruth, die sogar ihrer Schwiegermutter eine bisher unerreichte Liebe und Treue erwies. Man denke ferner an die unbefangene Jungfräulichkeit Rebekkas, wie sie freundlich ist zum fremden Manne, Wasser für ihn schöpft nnd seine Kameele tränkt! Und als sie ihren B'äutigam erblickte, da errölhete sie,.und' bedeckte sich mit ihrem Schleier. „Diese Keuschheit", sagt Heine au einer Stelle, „ist dem jüdischen Stamme eigen und verleiht den Töchtern desselben einen eigenartigen Hiebreiz/ Derartige Eigenschaften, wie sie der Charakter Rebekkas beherbergt, und die die Bibel in ihrer originellen Art mit einigen Strichen skizziert, kann man wohl empfinden; aber ihre Darstellung -erfordert eine ganze Seelen-Analyse. Harmonischer und darum leichter verständlich ist die Gestalt der Mirjam. Schon im Kinde offenbart sich die echte Jüdin durch die Sorge um den armen kleinen Bruder. Sie weicht nicht vom Schilsmeer und wendet ihre Augen nicht ab von dem Kästchen, das auf dem Wasser schwimmt. Und als sie von der egyptischen Königstochter die Erlaubnis erhält, eine hebräische Frau zu holen, die daS Knäblein säuge, da bringt sie ihre Mutter herbei. Die spätere Mirjam ist die begeisterte Tochter ihres Stammes, die ganz und gar verschmolzen ist mit dem Volke ihres Bruders. Abr. Geiger charakterisiert sie «ach der Art der alteu Lehrer treffend : „Mirjam war für Israel wie ein frischer Brunnquell, der sich labend Vom Tage. Die Dentschradiealen. Am 31. tritt der neugewählle Reichsrath zusammen. Die Liberalen haben einen großen Theil ihrer Mandate eingebüßt und selbst einen Theil der geretteten erst in der Stichwahl behauptet. Von den Dentschradiealen eine Rückstellung des Antisemitismus im neuen Reichsrathe zu erwarten, dazu gehört die ganze Einfältigkeit des assimilatorischen Judenthums. Der Antijndaismus der Dentschradiealen entspringt derselben Quelle, wie ihre Gegnerschaft zu den Czechen, Polen und übrigen nichtdeutschen Rationalitäten, der österreichischen Monarchie. Der Antisemitismus der Deutschnationalen ist gefährlicher als der der Christlich-Socialen, er folgt aus der nationalen Forderung der unbedingten Herrschaft der Deutschen über alle übrigen Nationalitäten des Reiches, der Behauptung, dass die Deutschen eine superiore und alle übrigen Nationalitäten inferiore Rassen sind. Sich nun einzubilden, daß eine Partei/ die so über alle andern arischen Völker denkt, die doch wenigstens eine gemeinsame Confession mit den Deutschen besitzen, gerade den Juden gegenüber, die nicht nur eine andere Rasse, sondern auch eine andere Confession sind, toleranter sein wird, gehört zu den verhängnisvollsten Jrrthümern, in welche bisher die deutschthümelnden Juden Oesterreichs verfielen. Haben etwa im früheren Parlamente die Deutschradicalen sich weniger antisemitisch gezeigt, als die Christlich-Socialen? Mit Recht konnte von seinem Standpunkte aus Schönerer gegenüber der Forderung des „Deutschen Volksblattes" daß im neuen Reichsrathe die antisemitischen Fractionen gemeinsam gegen das Judenthum cooperieren mögen, darauf Hinweisen, daß im früheren Parlamente die Christlich-Socialen keinen einzigen antisemitischen Antrag der Schönerianer unterstützt haben. * P * Antiserüitische Gemeinbürgschaft. Im Concurrenzkampfe mit den Radical-Deutschnationalen in puncto des Rassenantisemitismus wird der antisemitische Flügel der Christlich-Socialen, mag sich das „Deutsche Volksblatt" noch so radical antisemitisch geberden, den Kürzeren ziehen, sogar dann, wenn sie, die „Schwarzgelben", bereits so weit gehen, daß sie ihre erbitterte Gegnerschaft gegen die „preußenheuchlerischen" Deutschnationalen hinter dem Rassenantisemitismus zurücktreten lassen. . Wieweit muß derselbe, sowie der Gegensatz zwischen dem rassenantisemitischen und dem demokratischen Flügel innerhalb-der christlich-socialen Partei gediehen sein, wenn das „Deutsche Volksblatt" dem Hr. Lueger und anderen christlich-socialen Führern „Judensreundschaft" und Mangel an „Principienfestigkeit" in der Bethätigung der antisemitischen Prineipien vorwirft. Der rassenantisemitische Flügel der Christlich-Socialen, für welchen die Bezeichnung „christlich-social" nur die Umschreibung seines rassenantisemitischen Programmes bildet, führt die Niederlage der Christlich-Socialen auf eine Coalition aller verjudeten Gruppen zurück und proclamiert das Bündnis aller antisemitischen Gruppen mit Zurückstellung der trennenden Momente, andererseits hat Abgeordneter K. H. Wolf in der Generalversammlung des „Vereines der Deutsch» nationalen", die Beseitigung des jüdischen Einflusses als eine selbstverständliche Forderung der Dentschnationalen ausgestellt. Die Brücke zwischen dem rassenantisemitischen Flügel der Christlich-Socialen und den Radical-Deutschergoss". Auch von den anderen Frauen, die in der egyptischen Knechtschaft lebten, heißt es lobend: „Durch das Verdienst der Frauen sind die Israeliten ans Egypten erlöst worden. Die Männer waren dem Drucke hingegeben, sie mussten die schwere Arbeit verrichten. Wer wahrte das Haus, wer hielt den reinen Sinn aufrecht unter den Brüdern, wer hütete das Feuer der Sittlichkeit?" — Die Geschichte ist nicht arm an solchen Bildern, die nicht nur den ästhetischen Sinn, sondern auch das nationale Gewissen befriedigen. Einen gewaltigen Eindruck machen aber hauptsächlich jene Heldenweiber, die Gefahren und Torturen äuShielten für Volk und Glauben. Wohlbekannt ist die Sage von der schwer duldenden Hanna, die ihre sieben Söhne der Reihe nach von dem Tyrannen Antiochus hinschlachten lässt und das letzte der gemordeten Kinder vor seinem Tode anfleht, dass es lieber sterben als auch nur den Schein der Abfalles vom Judenthume erwecken möge. Die Entstehung dieser Legende befremdet uns nicht; denn gerade auf dem Gebiete de» Märiyrerthumes war daS jüdische Volk ein Meister. In gewissem Sinne dürfte auch Esther als eine Märtyrerin angesehen werden, da sie sich zur Rettung ihres Volkes in den Harem des Perserkönigs aufnehme» lieft. Eine tragische Heldin ist Jephthas Tochter, diese jüdische Iphigenie, die keinen Augenblick Bedenken trägt, das Gelübde des Vaters mit ihrem Tode einzulösen. Das, was allen diesen Typen als Grundlage des Charakters dient, könnte man zufammenfassen in den Worten: Gefühl der Zusammengehörigkeit. Darauf beruht der ninstergiltige Familiensinn, darauf berght der Patriotismus der erwähnten Frauen. Trotz der engen Grenzen, die ihrer Thätigkeit gezogen Nn reu, ließen sie es niemals an Energie und gutem Willen fehlem, wo sie daran waren, die Liebe zu ihrem Volke und ihren Angehörigen zu doeumentieren. Patrioten im Sinne thatkräftiger Mitarbeit auf dem Felde der Gefahr waren Judith und Jael. Die eine köpfte den Holofernes, den Feind ihre- Volkes, die andere schlug dem Sißra einen Nagel durch die Stirne und befreite so ihr Vaterland von seinem Gegner. ES mögen diese wenigen Namen genügen, die auch hinreichend bekannt sind, so daseine detaillierte Analyse ihrer Charaktere nationalen unter Führung Wolfs und Schonerers wäre somit geschlagen. Was sagen dazu die „deutsch-liberalen" Juden und-Dr. Lueger?? * * * Die Soeialdemokraten und die prinilegierte Wählerschaft. Das Centralorgan der österreichischen Socialdemokratie blickt geringschätzend herab auf die ihm ans bürgerlichen Kreisen zutheil gewordene Unterstützung, während selbst die socialdemokratische „Leipziger Volksjettung" konstatiert, dass „die großindustrielle Bonrgeosie Oesterreichs, soweit sie überhaupt politisch denkt, aus Furcht vor der feudal-clericalen Reaction, den politischen Zielen der Arbeiterschaft eher freundlich als feindlich gesinnt ist." Und in der That hat die österreichische Socialdemokratie, mit geringen Ausnahmen, nirgends ohne bürgerliche und speciell jüdische Stimme ihre Mandate erlangt. So stimmten z. B. in Wien zahlreiche kaiserliche Beamte und besonders des Finanzministeriums aus Widerwillen gegen die Christlich-Socialen, socialdemokratisch. Ebenso wählte' nahezu die gesammte Judenschaft Wiens, auch jüdische Kohlenbarone und zwar nicht nur in der 5. Curie, sondern auch in der Städtecurie, socialdemokratisch; die beste Erklärung für das Anwachsen der socialdemokratischen Stimmen unter der „privilegierten Wählerschaft" Wiens. Andererseits unterlagen in den eigentlichen Arbeiterbezirken Böhmens und Mährens die socialdemokratischen Candidaten ihren national-socialen Gegencandidaten deutscher und ezechischer Zunge, nicht etwa nur wegen des anwachsenden nationalen Chauvinismus und Antisemitismus auch in den Arbeiterkreisen, sondern auch wegen der in denselben zunehmenden Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der socialdemokratischen Parteileitung. * -i- * Die alte Geschichte. „Haust Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden," sagten die beiden Kutscher, die ihre Fahrgäste prügelten, weil sie miteinander in Streit geriethen. Die beiden antisemitischen Hauptparteien scheinen es ebenso machen zu wollen. Die christlichsociale Partei hat bereits ihr Manifest erlassen, nach welchem die Partei „durch und durch antisemitisch" sein will; die radicale Partei bezweifelt inzwischen diesen Antisemitismus, den offenbar nur sie so recht gründlich zu pflegen verspricht. Das Facit wird sein, dass beide Parteien in der eifrigen Pflege des AutifemitiSmuS die Fürsorge für ihre Mandate erblicken werden, und die Prügel wird der Jud' kriegen. So war's ja noch immer, so wird's auch ferner sein, und so muss es auch kommen, wenn die Juden endlich lernen sollen, was sie zu thun und war sie zu lassen haben. Dann wollen wir sehen, »b sich die neügewählten freisinnigen Abgeordueten ihrer „fortschrittlichen Wähler israelitischer Confession" erinnern . . . * * * Gin höfliches Ersuchen. Die „Ostd. Rundschau" ist etwas heißfpornig und unconsequent, aber nicht ungeschickt gemacht; schade nur, dass sie gar so unlogisch wird, wenn es gegen die Juden geht. Da habe» unsere geehrten Tageblätter den Tod der Königin von England nach dem Bedürfnisse ihrer Lescrschaft au» geschrotet, waS ebenso unschön als ekelhaft war, nnd flugS kommt die „Ostd. Rundschau" und schimpft auf die „Judenblätter". Mit Verlaub, aber solche Kampfesweise ist unehrlich und undeutsch. Die Leser der geehrten TageSjonrnale recrutieren sich zumeist «u» den Kreisen der christlichen Gesellschaft und die Leute, welche diese Blätter machen, siud Inden, wie etwa Herr wohl nicht nothwendig ist. Schließlich sei nur noch ein Gemälde au8 dieser Gallerte biblischer Frauenbilver vorgeführt, nämlich das sympathische Porträt der Deborah. Sie war eine Richterin in Palästina, begeistert für ihr Volk, an deffen siegreichem Feldzüge sie persönlich theilnahm. Dabei war sie eine Dichterin mit einem eigenartigen poetischen Colorit, ihre Lieder erinnern an die überschwänglichen Gesänge Ossians. Man erzählt wohl, dass sich auch später noch, besonders in den babylonischen und römischen Kämpfen, Frauen hervorgethan hätten, aber Näheres ist darüber nicht bekannt. Es ist indessen mit Sicherheit anzunehmen, dass in der vorexilischen Epocho der jüdischen Geschichte mnthige und hochsinnige Frauen keine Rarität waren. Anderkam'- ja im Mittelalter. Die verpestete Atmosphäre deS Ghettos übte eine so ausgesprochen deprimierende und degenerierende Wirkung aus, dass nur sehr wenige Judengeschlechter den Sinn für ideale Güter bewahrten. Die große Menge concentrierte ihr ganzes Interesse ans das Geschäft und die Häuslichkeit. Für den Lebensunterhalt sorgte gewöhnlich der Mann, und die Frau war lediglich Wirtschafterin und Erzieherin der Kinder. Man könnte leicht vermuthen, dass mit dieser weiblichen Beschäftlgluig eine volle Arbeitszeit ansgesttllt wurde. In Wahrheit verhielt es sich aber ein wenig anders. Unter der ärmlichen Bevölkerung hatten natürlich auch die Frauen an der Erwerbsthätigkeit theilzunehmen, dabei wurden die Kinder und das Haus vernachlässigt. Die reichen Frauen dagegen ergaben sich dem süßen NlchtSthun, sie hielten sich für daS Hauswesen Mägde, für ihre Kinder Erzieherinnen — ebenso wie heutzutage, und da hatte die jüdische Frau Gelegenheit, sich tüchtig zu langweilen. Jeglicher Idealismus gieng allmählich dem jüdischen Weibe verloren, der Geist wurde cin« geengt, man besaß weder geistige Wünsche noch geistiges Jnteresie, sondern sehnte sich einzig und allein nach physischem Wohlleben. Daranentstand eine krankhafte Sucht nach B:.- gnügen aller Art, wobei malt einander durch Gold- und Juwelenschmuck zu überlassen bemüht war, und so entw stelle sich ein Protzellthum, da» sich noch heute in gewissen jüdischen Kreisen unangenehm bemerklich «lacht. Jedoch mns» zur Ehre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.