Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 3 (18.1.1901)
- Date
- 1901-01-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 3 Wien, Freitftjy Jüdische« Yolksblatt 18. Jfijm«? 1901 Seiie 5 Diejenige Forderung, die bisher nur von den Bekenner» des strenggläubigen JndenthumS erhoben worden — weil sie ja die einzige Möglichkeit für dessen Erhaltung und Fortbestand bildet, sie wird heute auf den verschiedensten Seiten, mögen sie in jeder anderen Richtung in noch so scharfem Gegensätze zu einander stehen, geltend gGrackt. Die Stimmen, welche um die Mitte des 19. Jahrhunderts so vorlaut nach Abschaffung deS hebräischen Unterrichtes geschrieen, sind heutzutage überhaupt nicht mehr zu vernehmen. Um diesen Wechsel der Stimmungen herbeizuführen, hat die Erfahrung nicht unwesentlich mitgewirkt, dass man die Flamme ebensowenig ohne Brennstoff zu unterhalten, als den Juden als solchen ohne Kenntnis des Hebräischen zu erhalten vermag. Die Kenntnis der hebräischen Sprache verlecht dem Juden rine Art chara«.ter indelebilis, an dem alle Versuchungen des Abfalles wirkungslos zurückprallen. Doch seidem wie immer. Gerade jene Kreise, in denen es vor noch nicht allzulanger Zeit zur stehenden Gewohnheit geworden, Klagen über die Belästigungen zu hbren, die den Kindern aus der Erlernung deS Hebräischen erwachsen, sie verlangen heute mit einem förmlichen Heißhunger danach. Es ist zwar nicht das wiedererwachte religiöse Interesse als treibende Kraft hier ausschließlich im Spiele. Die Tinen fordern das Hebräische aus nationalen, die Anderen aus geschichtlichen, die Dritten aus cullurhistorischen, oder gar auS sprachwissenschaftlichen Rücksichten. Vielleicht ist die Vermuthung incht allzu kühn, dass bei dem einen oder anderen eine förmliche Sehnsucht nach Erkenntnis der Religion an der Quelle, wo sie am frischesten sprudelt, ebenfalls mit ain Werke sei. Man will sich das nur nicht so ohne weiteres aus einer Art falsch ve> ü mdener Scham eingestehen, um nicht vor aller Welt unter dein Verdachte cleriealer Anwandlungen zu erscheinen. Immerhin bekundet sich in diesen Bestrebungen das Erwachen eines kräftigen idealen Triebes, der als Gegensatz zu dem allenthalben sich breit machenden krassen Materialismus eure um so erfreulichere Erscheinung bildet. Es kann aber andererseits einem Zweifel nicht unterliegen, dass, wenn sonst feindliche Parteien sich in derselben Forderung begegnen, schon in deren Befriedigung die beste Gewähr für die Anbahnung eines allmählichen Ausgleiches der Gegensätze liegt. In letzter Linie kann aber in unserer Mitte eine Stärkung des religiösen Bewusstseins ebensowenig ausbleiben, als bei der Berührung mit dem Feuer ein Einströrnen von Wärme verhindert werden kann. Wer es verstünde, diese Strömungen in die rechte Bahn zu lenken, der könnte aus Geschlechter hinaus segensreich, befruchtend und erhaltend wirken. Der so vielfach stark hervortretenden Tendenz dcs Verfalls und der Auflösung könnte aus diesem Wege um nachhaltigsten entgegengearbektet werden. Trotz alledem sehen wir mit Bedauern, wie man das erwähnte Bedürfnis nach Befriedigung ringen lässt, ohne ihm irgendwelche Handhaben für dieselbe zu bieten. Es zeigt sich hier wieder ein bedauerlicher Mangel an praktisch gestaltenden Fähig, ketten, wie er leider im Verlaufe der jüdischen Geschichte so oft hervortrttt. Das Judenthum lenkt durch seine abstracte Gotteslehre, durch seine rein geistigen Ideale, wie es den Anschein hat, den Menschen fast unbemerkt von der Beobachtung der Natur und ihrer so überaus vollkommenen Wirkungsweise ab. Andererseits üben eben diese Ideale aus zahlreiche große Geister so bestrickende Wirkungen aus, dass sie in ihre siegreiche Kraft ohne weiteres ein unbegrenztes Vertrauen setzen. Von solchen Erwägungen in ihrem Denken und Handeln bewusst oder unbewusst bestimmt, fühlen sie sich der Nothwendigkeit überhoben, die Strömungen der Zeit in zweckmäßige Bahnen zu lenken. Andere wieder, die zwar im Genüsse der Idee schwelgen, haben aus gewissen unheimlichen Erinnerungen, die sich daran knüpfe.,, eine Art Grauen, ihrer praktischen Ausgestaltung näher zu treten. An den Begriff hebräischer Kenntnisse heftet sich fast unwillkürlich das Schreckgespenst jener, aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts noch bekannten Anstalt — des LhederS - welcher solche meist erworben wurden. Gewiss, jene Institute haben, der überwiegenden Mehrzahl nach, für Verkümmerung von Leib und Seele soviel geleistet, dass man sich über die Discreditierung alles dessen, was an dieselben erinnerl, nicht sonderlich zu wundern braucht. Nun hat aber leider auch die neuere jüdische Schule nur so weit, als ihre äußeren Einrichtungen in Betracht kommen, ein modernes Gewand angezoge-.. Was den Unterrichtsbetrieb selbst anbelangt, so ist sie noch vollständig in dem engen Gesichtskreise befangen, wie ihre Vorgängerin — das Eheder. — DaS Cheder war eben jenes Lehrhaus, in welchem alles, nur nicht die Lehrkunst waltete. Von der rein sinnlichen Wahrnehmung ausgehend, dass anhaltendes Wiederholen und Einprägen derselben Worte oder Wortreihen schließlich eures gewissen Eindruckes auf das Gedächtnis nicht entbehren, ward dieser Vorgang bald daS einzige und ausschließliche Mittel, welches zur Aneignung de§ nöthigen Wissen angewendel wurde Der Gedanke, dass in jeden Lernprocess ein Naturovrgang sich abwickelt, der nach bestimmten Gesetzen sich vollzieht, lag da völlig außerhalb des Gesichtskreises. Wer sollte nun gar darauf verfallen, bas Geheimnis dieses Vorganges mit der ausgesprochenen Absicht zu belauschen, um die Gesetze, die dessen Wirken 'regeln, zu ermitteln? Nur diese Enge und Beschränktheit der Auffassung machen es erklärlich, wenn selbst zu den allernächstliegenden Erwägungen, die aus eine geeignete Sichtung, Auswahl und Abstufung des Lehrstoffes es absehen, man sich nicht veranlaßt sah. Es ist nicht zu leugnen, dass nach der eben erwähnten Richtung die neuere Schule mancherlei Fortschritte im Vergleiche ist ihrer Vorgängerin ausweist. Nichtsdestoweniger ist sie auch hierbei in den Anfängen stecken geblieben. Dies wird auch solange der Fall sein müssen, als der Unterrichtsbetrieb selbst sich nicht zur Höhe einer Kunstleistung erhoben, daS heißt einer Thäcigkeit, dce sich aller ihrer Momente bewusst ist und dieselben von richtig erkannten Gesetzen beherrschen lässt. Dass aber die Technik des Unterrichtsverfahrens selbst es zu keiner auch nur nennenswerten Vollkommenheit gebracht hat, beweist am besten die Unsicherheit, mit der sie von dem einen Extrem in das andere hipüberschwantt. Da rühmt sich der eine seiner handfesten Urwüchsigkeit, die ihn befähigt, sich kurzer Hand über die Grammatik hinivegzusetzen. Er treibt Hebräisch, wie inan es halt immer betrieben hat, mechanisch Wort um Wort übersetzend. Das wird solange wiederholt und gedrillt, bis es gehl. Es ist ja bislang immer noch so gegangen, warum nicht m aller Wege auch noch so weiter? Ueversehen wird nur, dass man früher bei Beobachtung diese- Lehrverfahrens den grüßten Theil der Schulzeit auf eben diesen einen Gegenstand verwendete. Wieviel kostbare Zeit wurde dabei todt-, wieviel unschuldige Stücken wurden dabei bl.:u geschlagen!? Wie vielen wurde endlich der Geschmack an allem Hebräischen füralle Zeiten gründlich verdorben? Das alles waren die beklagenswerten Folgen der Unbeholfenheit im Lehrverfahren. Die Anderen sind ehrlich genug, um sich nicht vor den nachtheiligen Folgen dieses einförmigen Wortgedresches die Augen zu verschließen. Von der Verwerflichkeit des im Schwünge befindlichen Verfahrens nur allzusehr überzeugt, steuern sir .ohne weiteres aus den eugegengesetzten Pol los. Vergessen wird jedoch die hier so folgenschwere Wahrheit, dass etwas recht wohl einen GegensatzzumFalschen bilden kann,ohnedarumselbst noch daS Richtige zu fein- Eie fasten daher die Sache am entgegengesetzten Ende an. Der Schüler fall mit den» Rüstzeug der Granunatik ausgestattet erscheinen bevor irgend ein hebräischer Text behandelt wird. Der Unter mechanische Leistung. In dem Maße, al§ jede Möglichkeit für eine Anlehnung und Verknüpfung mit bereits vorhandenen Kenntnissen abgeht, in demselben Maße erfordert deren Aneignung die verwegensten Anstrengungen der Gedächtniskraft. Das auf diese Weise Aufgenommene geräth gar zu bald in eine chaotische Verwirrung. Die gänzliche Lähmung der Gedächtniskräft ist nicht selten daS einzige Ergebnis, das der Schüler, der einen derartigen Drill über sich hat ergehen lassen müssen, für die Dauer behauptet. Ts heißt der Sache selbst auch nicht viel gedient, wenn die Dritten ihre Forderung dahin formuliren, beim hebräischen Unterricht soll zwar keine Grammatik gelehrt werden, derselbe soll aber nichtsdestoweniger durchaus nickt auf mechanische Weise ertheilt werden. Daß Reeept läuft eigentlich auf die bekannte Forderung hinaus: „Wasch' mir den Pelz — mach' ihn mir aber nur ja nicht nass!" In Erkenntnis der Thatfache, dass sowohl der rein mechanische, wie andererseits der rein grammatische Unterricht Klippen bilden, an welchen jede Lernfreude zerschellen muss, wird dem Lehrer der höchst zweifelhafte Rath gegeben, fortwährend zwischen denselben herumzulavieren. Das mag sich ja auf dem Papier recht gut ausnehmen. In Wirklichkeit stellen sich die Dmge ganz anders. Das fortwährende Hin- und Hecschwanken ist nur dazu angethan, eine unheilvolle Verwirrung in den Köpfen anzurichten. Gin Unterricht kann nur dann wirksam sich gestalten, wenn er so wenig als nur irgend möglich dem Zufälle freien Spielraum lässt und sich in festen, ausgefahrenen Geleisen bewegt. Denn daS Schwankende — der noch nicht geformte kindliche Geist muss an daS Feste stch anlehnen, wenn es erstarken soll. Wollen wir den hebräischen Unterricht aus seinem unerquicklichen Zustande herausheben, so wird es sich zunächst darum handeln, für denselben ein festes methodisches Princip anfzufinden, welches den gesammten Betrieb bis in das feinste Geäder hinein beherrscht. In dem Grundgesetze deS „kleinsten Kraftmaßes" bietet sich unS ein solches oberstes Princip dar. Es ist dies jenes Gesetz, welches unS anleitet, bei jedem unterrichtlichen Vorgang Anstrengung und Leistung gegeneinander genau abzuwägen und unter allen zu Gebote stehenden Mittel dasjenige zu wählen, welches bei den beziehungsweise geringsten Anstrengungen den größten Erfolg verheisst. Es ist dieses Gesetz der Natur m ihrem verborgenen Schaffen abgelauscht. Sie hat uns darin das tiefe Geheimnis, das sie bei ihrer gesammten Wirksamkeit befolgt, verrathen. Dieses Gesetz empfiehlt sich schon auf den ersten Blick vermöge der praktischen Vortheile, die seine uneingeschränkte Anwendung sichert. Wie kein anderes verspricht es den Lernzwang, so weit, als es die Natur der Sache nur gestattet, zu erleichtern. Wesentlich günstiger stell: sich das Verhältnis noch, wenn das psychologische Moment dabei nach Gebür gewürdigt wird. Die üblichen Lehrmethoden führen nicht bloß durch ihre Unzweckmäßigkeit einen großen Zeitunv Kraftverlnst herbei; diese Nachtheile wären allenfalls noch zu verschmerzen. Verhängnisvoll jedoch werden sie durch den Umstand, dass sie den Schüler niemals zu dem inneren Gefühle geistigen Wachsthums gelangen lassen und in Folge dessen seinen Eifer geradezu lähmen müssen. Wo jedoch der Aufwand an Kraft in ein richtiges Verhältnis zu dem Lernerfolg gesetzt wird, da wird sich letzterer niemals der Wahrnehmung des Schülers entziehen. In diesem erhebenden Gefühle findet er gleichzeitig die wirksamste Aneiferung zum Weitersireben. Dieses oberste methodische Princip trägt sohin alle Merkmale richtiger Grundsätze ans den ersten Blick zur Schau. Der Natur dcr Dinge abgelauscht, ist es einfach, ohne weiteres einleuchtend, durch seine praktischen Bvrtheile sich selbst empfehlend, dns ganze Gebiet umfassend, so dass es schließlich alle in dasselbe einschlagende Tätigkeiten i bis in die letzte und feinste innere Regung hinein beherrscht. ' ' ' .' " ’ (Schluss folgt.) Der „Rilualmord" als DWrtations- Thema. Am 6. Deeember hatte Doctor Markus, anlässlich seiner Promotion, Gelegenheit, eine merkwürdige Doctordissertation vorder Pariser UniversitätS-Tommisfion unter Vorsitz des Professors Brouardel zu halten. Er wählte nämlich als Dissertarionsthema den „Ritualmord", mit dem er sich in einer „medicinischjuridischen Studie" beschäftigte. „L'Tcho Sioniste" begleitet diese Mittheilung mit folgenden Ausführungen: „In dem Maße, als das gerichtliche Verfahren an Exactheit gewinnt und die juridische „Erforschung dev Wahrheit" sich durch wissenschaftliche Stützpunkte zu sichern sucht, hat die gerichtliche Medicin an Bedeutung gewonnen und spielt insbesondere in den Ritualmord-Processen eine wichtige Rolle. Als Beweis mag der bedeutende Einfluss gelten, den die Aussagen der GerichtSmediciner in den Processen von Tanten (1892) und Polna (1890—1900) ausübten. Während des ersten Polnaer Processes sah man mit Erstaunen Medieiner an die Barre herantreten, welche im Namen der „Wissenschaft" bestätigten, dass man in der Umgebung der Leiche der AgneS Hruza nicht das Quantum Blut aufgefundeu hätte, das man sonst auffinden müsste. Es war leicht daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen und der Advoeat der Privatbetheiligten, der famose Baxa, that eD auch, indem er sagte, dass daS Blut, welches man nicht aufgefunden habe, von den Juden verwendet worden sei. Das Gutachten der Aerzte habe sich nur auf negative Momente und auf Prämissen gestützt, die von der Wissenschaft längst über Bord geworfen worden sind. Scheint es nun angesichts des rücksichtslosen Hasses, der uns überall verfolgt, nicht geradezu nothwendig — wenn wider uns die Anklage wegen eines „rituellen Mordes" erhoben wird, wenn sich ferner im civilisierten Europa Leute finden, die daran glauben und Gelehrte, die diesen Glauben mit aller Macht ihrer antisemitischen Competenz unterstützen — scheint es da nicht nothwendig und einem gesellschaftlichen Bedürfnisse, zu entsprechen, die Frage deS Ritualmordes vom wissenschaftlichen Standpunkte aufzunehmen, um die gewaltigen Jrrthümer aufzudecken, welche durch die Experten begangen werden können und Verhaltungsmaßregeln wissenschaftlich festzustellen, welche im Wiederholungsfälle ein Experte zu beobachten habe, um die Wahrheit herauszufindeu? . . . Nachdem der junge Doctor die Dissertation geschlossen hatte, wurde er vom Profefforen-Collegium „wegen seines nützlichen und zeltgemäßen Beitrages Hzur gerichtlichen Medicin" herzlichst beglückwünscht. Die Auszeichnung „sehr gut" (tr4s dion) beweist, wie die Fakultäts-Commission die große Sorgfalt, mit der unser Gesinnungsgenosse seine These niederschrieb, sein kritisches Vertändnis und die Richtigkeit seiner Schlüsse zu würdigen verlanden Hut. Es ist nur gerecht, wenn man diesen jungen Gelehrten üU seinem Mnthe beglückwünscht, den er dadurch bewies, dass er n unserer Zeit, bei dieser judenfeindlichen Strömung, gerade ein Thema, dessen Inhalt die Juden tief berührt, zur Dissertation wählte. Obgleich die Dissertation von Markus eine rein wissenschaftliche ist, rathen wir doch allen un'eren Freunden, sie zu richtserfolglällt unter Anwendung dieses Verfahrens »rchc viel! leseil. Sie eilthält einen historischen Ueberblick Imb eine SO^engc günstiger «u<f. Das Ectccnen grammatischer Formenreihen ohne! interessanter Einzelheiten, die aus den Ritualmord Bezug haben." K'ot Grün 'i-l >e in der Sprache ist eine geradezu geisterlähmende, - - Eingesendet. (Für diese Rubrik übernimmt die Redaction keine Verantwortung. Aufruf! „Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler" hat durch Erweiterung ihrer Näilmlichkeiteu und zahlreiches Zuströmen neuer Mitglieder einen größeren Charakter angenommen und sieht einem stetigen Aufschwung entgegen. Nur der Zustand unserer Bibliothek entspricht unseren eigenen Anforderungen nicht, andererseits kann durch N.'Uänschäffnng von Büchern in dieser Beziehung kein so rascher'Aufschwung erfolgen wie in den übrigen Angelegenheiten unseres Vereines. Darum wenden wir uns an unsere Gönner und F eunde mit der Bitte, uns, soweit es möglich, durch Bücherspenden zu unterstützen, da wir nur durch eine gründliche Verbesserung unserer Bibliothek unsere Aufgabe, geistiger Sammelpunkt jüdischer Hochschüler zu werden, voll und ganz erfüllen können. Hochachtend der Ausschuss der Lese- und Redehalle. Wien, IX., Währingerstraße 24. I. A. d. A. Siegfried Dailkowitz Ernst Müller, dz. Obmann. Nttcks- Nh UttslMIlllMBttiGr. Wien. (Noch einmal der orthodoxe BethanS- Verein.) Wir erhalten das folgende Schreiben: In rineiu Erlasse der niederösterreichischen Statthalterei heißt es: Erlass der niederösterreichischen Statthalterei an die politischen Bezirksbehörden.- Z. 29.968, 24. September 1890, bestehend einen Erlass des Cultusministerimns Z. 8773 vom 4. Mai 1890. Es bleibt übrigens zu erwägen, ob die unter den Israeliten des dortigen Bezirkes in ritueller Beziehung bestehenden Bersch:edenhertsn es nicht erwünscht erscheinen lassen, zwei Mnsterstatnte zu verfassen, von denen das eine mehr der orthodoxen, das andere der neologen Richtung entsprechen würde. Die „Erfindung der behördlich anerkannten Orthodoxie", kam also leider um 40 .Jahrs zu spät, wie sich Herr M. aus den Archiven der Sratthaltecei Übexzeugen kann. Oberwähnter Erlass war in Nr. 36, 1890 der „O. W." abgedruckt, was selbe nicht verhindert, Berichtigungen gegen den ihr gewiss sehr sympathischen „Humanitären Verein" nicht aufzunehmen. Hochachtungsvoll D. F. Wien. (Leopold st ädter Kranken - Unterstützungsverein „N ä ch st e n l i e b e".) Am Samstag, den 19. Jänner 1901 findet im Pcachtsaale des „Hotel Bayrischer of" II., Obere Augartenstraßr 5, ein Costüm-Kcänzchen (ohne ostümzwang) statt. Das Reinerträgnis fließt dem außerordentlichen Unterstntzungs-, Witwen- und Waisenfonde des Vereines zu. — Die Ballmusik besorgt die vollständige Kapelle des k,. und k. Jnf.-Reg. FZM. Galgotzy Nr. 71 unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters. Mcheremlarrf. Dokumente der Frauen. Nc. 20, 15. Jänner. Herausgegeben von Frau Marie Lang, Wien, vjBkagd.alenenstraße 12. ' Berühmte israelitische Mämrer und Frauen in der Cultnrgeschichte der Menschheit. Bon Doctor Adolf Ko Hut, Leipzig. 1901. A. H. Payn e. Heft 5. Krirfkasts«. —k, Brünn: Auf die Schimpfartikel dieses.Herrn,...der Sachlichkeit verlangt, selbst aber nur von persönlichen Motiven geleitet wird, näher einzugehen, haben wir keine Ursache. UebrigenS ist der Wunsch nach Klarheit bei einem Menschen voff unreifer und verworrener Ansichten nur zu begreiflich und... darum auch verzeihlich. M. I. in Lemberg. Ich denke, wir lassen die Sache auf sich beruhen. Besten Gruß! .• M. Sch i» Kelese-Zrmple». Besten Dank.' Berits besprochen. Sophie Kr. i« BreSla». Besten Dank für die Zeitungen Mifchrr Volksmein in Mit«. Der „Jüdische Volksverein" hat den Zweck, überall dort, wo die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Juden geschädigt werden, helfend und schützend einzugreifen, den Geist der Zusammengehörigkeit unter den Juden zu fördern und zu heben und alle Theile zu einem festen Ganzen zu vereinigen. Wer nur einen Funken Gefühl für die politische Drangsalierung, wirtschaftlichen Boycotts und gesellschaftlicher Missachtung, unter denen wir Juden zu leiden haben, hat, muss einsehen, dass unser Verein nur dann Ersprießliches zu leisten vermag, wenn in unseren Reihen das gesammte jüdische Volk steht.,', Es ist daher nothwendig, dass ein jeder Jude dem jüdischen Bolksvereine als Mitglied beitrete. Die Höhe des Mitgtiedsbeitrages wird dem eigenen Ermessen... jedes Einzelnen anheimgestellt. Anmeldungen werden im Vereinslo^äs' / II., Leopoldsgasse 49 entgegengenommen.