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Jüdisches Volksblatt · 1901-01-18 · 3 (18.1.1901) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
3 (18.1.1901)
Date
1901-01-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 8 Wien, Ffeitag Jüdisches Volksblatt 18. Jänner 1901 Nr. 3 Mtthrilungen aus -rm Publicum. (Die.Teuche der Nflimilatio«.) Unter obigem Titel lässt der als Redakteur des „Israelit" bekannte Herausgeber zu billigem Preise ehre Sammlung jüdischer Erzählungen erscheinen, welche im unscheinbaren Gewände der Unterhaltungsliteratur jüdische Art und Lebensauffassung vertreten und verbreiten sollen. Die bisher erschienenen sechszehn Bändchen bringen theilweise bereits früher im „Israelit" abgedruckte Erzählungen des Meisters ziidrscher Belletristik, Meir Lehmann Band 1 die Erzählung „Des Königs Eidam", Band II „Graf oder Jude?", Band III zwei Erzählungen: „Rabbi Clchanan" und „Die Verlassene", Band IV „Däs Licht der Diaspora", Band V und VI -„Bostanai", Pkmd VIl „Süß Oppenheimer", Band VIII „Der türst von Couey"^ Band IX, X und XI „Die Familie y Aguillar", and XII Lessings „Nathan der Weise" und „Verirrt", von ®. Wehrend. Hfl. Beermann, Band XIII, XIV und XV „Die Stimme Jakobs", Friedrich Rott, Band XVI „Gerettet". DaS Unternehmen sei der Aufmerksamkeit, namentlich auch der Leiter jüdischer Volks- und Schulbibliotheken empfohlen. Die Ausstattung ist gut. Der Umschlag trägt gut ausgrführte Vignetten »on Hermann Junker. Ein Schnippchen. (Eine C h r i st b a u m g e s ch i ch t e.) Ein Mann aus dem Ghetto. Einst Herschele, jetzt Herr Heinrich. Sein Vater ist noch immer der bekannte Schnorrer, noch immer wartet er nach dem Morgengebete im Minjan auf einen Schnaps und beglückwünscht oder tröstet die Spender des erquickenden Trankes. Traditionell war in seiner Familie der Beruf männlicher Sprossen.- In der Jugend Melamed, in den alten Tagen Schnorrer. Hre und' da entstammte dieser Familie zum Tröste der gra uen Ghettowelt ein mit Talent von der Vorsehung begabtes Jndibiduum. Ein »Singer*, ein süßer Vorbeter. Solcher/war-her Stolz seiner Angehörigen. Herschel^^ gieng nicht den Weg seiner Vorfahren. Wenigstens' rr^^der Heirat nicht. Sein »Weib" war die Tochter? eineU'^ejchen Handwerkers, welcher sich ihn. als ,,LerMirch"^geMs5 hatte. Chaje, ihrem Namen ward sie gerecht/GflirgM wie das Leben. - -MZdfolWme Tochter billigte sie zwar die Wahl ihres VaMs/^ügte sich in die unvermeidlichen, mit der Trauung^Perbundenen Ceremonien, doch konnte sie nicht züseher^ -Hje ihr Gatte den ganzen Tag faulenzte. Sie jagte ihn Hur Arbeit, oder wenn sie gut gelaunt war, nur zur „GesMtigung". „Wi§ wM Du nicht meschugge, den ganzen Tag nichts; zst^Mn,^ nicht auf Salz zu verdienen?" wendete sich G.hüje 0n..ihren Gatten in gehobener Stimmung.;v -,H^l?WreMeute hinaus, werde ein Ghaschter." V ‘??Skr>.HeMsze/.ihren Gemahl m't heredlen Worten', Ai.e>'jyM HisMewerbe eines Sensals besorgt nur»/'brachte tzs iEesWeEÄuhren dahin, dars Herschele einen -Silbergülden-wöchentlich verdienen koume. HerfchelH^und Chaje hatten gute Zeiten. Mit dem Erbtheil des Schwiegervaters begann der ermuthigte und auf srch^stzlbst angewiesene Herschele zu spekulieren und bracht- & m feinem ansehnlichen Vermögen. Mn RrR alten Kleidern,. Namen und Sitten streiften unsere Eheleute alles jüdische von sich ab. Sie übersiedelten irr'-eme größere Stadt, kamen in ein anderes Milieu und MM dort als äußerst reformierte „Israeliten" LW^nachttn. Festlich sind die Salons der Herrschaft Heinmch und Clara geschmückt und beleuchtet. Auch ein Thristbaum ist'da. Die Gäste haben sich eingefünden. Der alte griechischkatholisch e"HMrer auch. Die liebenswürdige Wirtin wartet auf. Sie hmHuldigt sich beim Pfarrer ob des Mangels des '■ jqhraM jahrein — bei ihrer Tafel Vorgesetzten Welses. „Di,e. verfluchte Jüdin, die mir alljährlich den Wels bringt, blieb diesmal aus. Kommt sie noch einmal zu m ir, laste ich sie hinauswerfen," ereiferte sich Frau Clara. „Kindlein!" sprach der greise Geistliche, „Gott, dessen Geburt wir heute feiern, vergibt größeren Sündern. Lerne von ihm einer armen Jüdin verzeihen". Das „Jüdin" war betont. Frau Clara war leichenblass. An d reas Le h r e r. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard yalke. (Fortsetzung.) »Bist denn Du eine Bettlerin?" fragte Aurelie und umarmte lachend das Mädchen. »Aber wart/ fügte sie hinzu, „ich, ipeiß schon, was Du willst, ein Andenken, nicht wahr? Nimm dies Beutelchen, gefällt es Dir?" »Ja!* sagte.Rösete, »ich nehm' mir's, und wenn ich dsd hinMtben oder herausnehmen werd', dann rverd'^ Rh ^alleNeil an Dich denken. Soll ich Dir auch etwas giben?" Aurelie, „einen Kuss". L)ie«vL'Lrhan Kinder küssten sich und thalen dies mit einer JmMfeit, als ob sie gewusst hätten, dass sie sich gleich nach diesem Kusse trennen jolllen; denn Bär Lederer hatte her sagen lassen, dass Nösele sogleich heimkommemsöste. ,tp{- &ii' Bester blieb noch mehrere Tage da und die GutUDstersamilie sowohl, als auch das Frank'sche Haus gaben sich allft^rdentliche Mühe, dem Gastsreund seinen deinen Städtchen so angenehm wie möglich zu machen. Gemeinsame Ausflüge in die schöne Umgebung des Ortes unternommen, bei manchen Bekannten und Freunden der Gegend wurde vorgesprochen, und die paar Tage flössen in reizender Munterkeit dahin. Namentlich Frau Frank konnte sich mit dem kleinen liebenswürdigen Geschöpfe nicht genug beschäftigen, sie hätte das Mädchen nur gleich da behalten, so liebte sie das Kind. Und wie aufrichtig dies gemeint war, wenn sie es auch nur scherzweise auszusprechen wagte, geht daraus hervor, dass sie, nachdem Herr v. Birkenfeld mit Aurelien seine Reise wieder fortzusetzen Anstalt machte, in einem Briese, den sie gerade zu dieser Zeit an Felix schrieb, von der kleinen Amelie, von ihrer Schönheit, Klugheit, Munterkeit und Gutherzigkeit nicht genüg erzählen konnte und nur bedauerte, dass Felix nicht daheim gewesen sei, da er an dem kleinen, munteren Wesen sicher seine Freude gehabt hätte. Nachdem Herr v. Birkenfeld mit dem Mädchen abgereist war, wurde es sowohl im Hause des Gutspächters, als auch bei Löb Frank wieder etwas stiller und ruhiger und die gewöhnlichen Geschäfte, von denen man sich des seltenen Besuches wegen hie und da einige Freiheit gestattete, nahmen wieder ihren ungestörten, regelmäßigen Verlauf. VHI. Felix Tagebuch. Der Brief, welchen Felix kurz nach seinem Abgang aufs Gymnasium an seine Eltern geschrieben hatte, war keineswegs das Resultat einer bloß augenblicklichen, vorübergehenden übermüthigen Laune, sondern er drückte den glücklichen Zustand, in welchem sich Felix bei den immer neuen Eindrücken, die er in der großen, volkreichen Kaiserstadt tagtäglich zu erfahren hatte, befand, in Wahrheit vollkommen aus. Felix war aus dem kleinen stillen Kreise, in dem er bisher gelebt hatte, plötzlich in das Getriebe einer großen Weltstadt hineinversetzt worden, und die bunten und farbigen Bilder, die sich da auf Schritt und Tritt seinem ungewohnten Auge darboten, drangen auf ihn ein mit entzückendem Schrecken' und wirkten mächtig auf das empfängliche Gemüth des Knaben. Dieses Häusermeer, diese hohen, engen und winkligen Gassen, die er täglich passiren musste, diese Menschenmenge, die sich da herumtummelte und in der er sich selbst verloren sah, diese prachtvollen Gebäude, die vielen Kirchen mit ihren hohen Thürmen, namentlich der St. Stefansdom, dann wieder die schönen, trotz ihrer Buütfarbigkeit wohl geordneten Auslagekasten vor den Kaujmannsgewölben, das alles strömte mit dem vollen Reiz der Neuheit auf ihn ein und je mehr er sah und zu sehen bekam, desto mehr wuchs seine Neugierde und desto, »tefyts wollte er schauen von all den -Herrlichkeiten,'die « Wher nicht geahnt hatte. 'Herr Blumenthal, der Freund seines Vaters, nahm sich seiner aber auch in liebevollster 2heise an und versäumte keine Gelegenheit, ihm dies und ftnes zu zeigen, ihn auf dies und jenes aufmerksam zu machen. Ein oder der andere schöne Herbsttag, wie ihn der October in diesem Klima besonders angenehm hervorbringt, wurde, wenn er gerade mit einem Ferialtag zusammenfiel, noch zu einem raschen Ausfluge in die reizende Umgebung Wiens benützt. War das Wetter solchem Unternehmen weniger günstig, dann besah man die Merkwürdigkeiten der Stadt. Da gieng es einmal ins Belvedere und in die Ambraser-Sammlung, ein anderesmal ins kaiserliche Zeughaus, bald hieß es, man wolle das Münz- und Antikencabinet anschauen und bald wieder das Mineraliencabinet, und so gab es des Schauens fast kein Ende. Felix fühlte sich auf jedem dieser Gänge in eine neue Welt versetzt, die ihm bisher nicht im Traume vorgekommen war. Seine Begierde, zu sehen, wuchs immer mehr, und du der Befriedigung derselben kein Hindernis im Wege stand, so hatte auch seine Freude, in diese herrliche Welt versetzt worden zu sein, keine Grenzen. Jenes Mädchen, das er in dem erwähnten Briefe an seine Eltern mit dem Namen »rkleine Hex" bezeichnete, Bertha, des Herrn Blumenthals Nichte, war von dem guten Onkel auf solchen Wanderungen immer mitgenommen worden, und Felix konnte sich darüber nur freuen, denn Bertha war ein recht munteres, lebhaftes Mädchen, welches oft recht drollige Einfälle hatte, die den Knaben ergötzten. So gewöhnte er sich gern an ihre Gesellschaft. Es war eben bei einer solchen Besichtigung einer Sehenswürdigkeit, als Bertha plötzlich die Bemerkung machte, dass sie sich dies in ihrem Tagebuche mit rothem Stifte eintragen wüste. Felix hatte sie fragend angeschaut, weil er den Sinn ihrer Rede nicht verstand, und da erfuhr er denn von ihr, dass sie, wie er seinen Eltern auch berichtet, jeden Tag alles genau einschreibe, was sie gesehen und gehört, was vorgefallen, mit wem sie gesprochen, was der oder jener gesagt u. drgl. Felix schaute sie noch immer fragend an, deml er schien etwas an der Sache nicht recht begreifen zu können. »Was schauen Sie mich an, Felix/ sagte Bertha, „bin ich vielleicht auch eine Merkwürdigkeit?" „Gewiss/ antwortete der Knabe, »wie machen Sie 's denn mit Ihrem Tagebuch am Sabbath?" „Wie soll ich es machen?" »Da Sie doch um Sabbath nicht schreiben können!" „Ah!" rief Bertha, schlug lachend die Hände zusammen und klatschte uub klatschte. „Ah, sehr geistreich, sehr geistreich, wirklich, Felix, sehr geistreich! Das muss ich mir auch gleich einschreiben." Felix war belrofsett und ließ den Blick zur Erde sinken. Er wusste nicht, dass Bertha seine Frage als eine Ironie aufgefasst, gleichwie, als hätte er sich über alle diejenigen, die noch so weit zurück sind, um am Sabbath nicht zu schreiben, mit seiner Frage lustig machen wollen. Nichts aber war dem Knaben ferner gelegen; denn was wiederum Bertha nicht wusste, war der Umstand, dass Felix wirklich am Sabbath nicht schrieb, sondern sich die Aufgabe, die für den Sonntag gegeben wurde, von einem Mitschüler abschreiben ließ. Felix wusste sich daher ihr Lachen und ihre Bemerkung eben so wenig zu erklären, als Bertha seine durch ihren Uebermuth hervorgerufene Verstimmung zu begreifen vermochte. IX. Das Rä'del. Was ein Rä'del ist, dass lässt sich nicht in Kürze definieren. Du, theuerer Leser, der Du das Rä'del aus einener Anschauung kennst, drückst mir verständnisinnig die Hand und Dein Blick sagt mir: ich weiß es! Du aber, hochverehrte Leserin, die Du so unglücklich bist, niemals ein Rä'del gesehen zu haben, weshalb Du Dir unter diesem seltsamen Wort gar nichts vorzustellen vermagst, erwarte keine Definition von mir, denn ich kann sie Dir nicht geben, sondern komm' mit mir hinaus in eines jener kleinen Städtchen, wo der Orient und das Abendland auf einem schmalen Fleck Erde in unvermischtem Culturleben hart aneinanderstoßen, wirf mit mir einen Blick auf jene Gruppe feiertäglicher Gestalten, und es wird Dir alles klar werden. Die ganze Woche gehen diese sonngebräunten Gesichter ihren " mannigfachen Geschäften nach; am Sonntag-Morgen ziehen sie aus und am Freitag-Abend kehren sie wieder. Jeder geht, wohin sein Geschäft ihn führt, der eine in dies, der andere in jenes Dorf in der Nachbarschaft. Der eine trägt auf den Rücken einen schweren Pack, unter dessen Last er keuchend seinen Weg vollendet; er trägt Schnittwaren, die er auf dem Brünner Markt eingekauft, hinaus ins- Dorf, um die Bauern und Bäuerinnen für kleinen Gewinn mit . dem nöthigen Sonntagsputz zu versehen. Wieviele Thüren er öffnen, wieviel unnütze Worte er reden und was er oft alles anhören muss, ehe es ihm gelingt, ein Tüchel — der Bäuerin zum Kopfputz — oder einige Ellen blaue Leinwand — für einen Rock — zu verkaufen, davon hast Du wieder keine Vorstellung; darum nimm es auf Treu, und Glauben an. Der andere treibt einige Kühe hinaus, um dieselben entweder zu verkaufen, oder, je nachdem es dem Bauer gefällt, für andere aus dessen Stall umzutauschen; denn der Kuhhändler hält seine Thiere nicht als Hausthiere zum Privatgebrauch, die ihn das Jahr hindurch mit Milch und Butter versorgen, sondern als Händler sind sie ihm ein bloßer Verkaufsgegenstand, und er gibt eine wie-die andere willig hin, wenn er dabei nur etwas verdient, sowie ein Banquier seine Lose nicht hinlegt, um ängstlich auf den Haupttreffer bei der nächsten Ziehung zu warten, sondern unbekümmert jedes Los her» gibt, sobald es verlangt und mit den von ihm geforderten Procenten gezahlt wird. Ein dritter geht ins Dorf, um verschiedene andere Dinge, wie sie ihm gerade Unterkommen, wie Hasenbälge, altes Eisen, Messingbeschläge.u. s. w., einzukaufen und sie wieder an den anderen, der sie gerade brauchen kann, loszuschlagen. Dieser ist der Abenteurer unter den Dorfgehern, der richtige Hausierer, der auf nichts Bestimmtes den Sinn gerichtet hat, sondern immer voll von Hoffnung lebt, dass ihm Gott einmal eine „Mezieh" (Fund) bescheren werde. Kann denn nicht unter solchen alten Sachen einmal auch ein sehr wertvoller Gegenstand sich befinden/der ihn Zeit seines Lebens aller weiteren Sorgen überhebt! Warum sollte er nicht auch einmal einen kostbaren Edelstein, oder ein für Messing gehaltenes Stück Gold oder etwas dergleichen in die Hände bekommen, wenn ihm nur „Elie Nowi" (der Prophet Elias) begegnen und einen guten Weg führen möchte. Dabei geht keiner den Weg des anderen. An die Thüre, zu welcher der eine eingetreten, wird von dem anderen gar nicht angeklopft; ein Bauer, mit welchem der eine eben einen Handel abmacht, existiert in dem Augenblick für den anderen gar nicht; denn das hstße in das Gebiet des anderen hineintreten und das Gesetz verbietet ihnen „mastig gewul" zu sein. Die Anekdote, welche erzählt, dass ein „Schnorrer" (Bettler) seinem,Eidam als Mitgift die Provinz Brandenburg vermachte, ist in echt jüdischem Geiste erfunden; denn auch die Schnorrer sollen einander nicht „mastig gewul" sein und sie theilen die Länder und Provinzen unter sich, wie die Könige und Herren der Erde. Und wenn dies nicht einmal die Schnorrer thun, die doch nur ein vagabundierendes Gesindel sind, wieviel weniger dürfen es die Dorfgeher. Auch essen diese die ganze Woche hindurch oft gar nichts Warmes; sie leben von Brot und Käse oder milgenommenen kalten Fleischspeisen und trinken dazu ihr Glas Bier, denn Wein ist „Nestech" (verboten). Sie plagen sich, leben kärglich, fast kümmerlich die ganze Woche und hoffen Ersatz für die ausgestandeney Mühsale am Sabbath, den sie zuhause in der „Khille" (Gemeinde) zubringen. Am Sonntag-Morgen gehen sie aus und am Freitag- Abend kehren sie heim, um den Schabbes bei Weib und Kind, wie es Gott will haben, zu verleben. Die Bemittelteren in der Gemeinde machen sich's freilich bequemer. Sie fahren auf Wochenmärkte oder gar nach Brünn und verrichten mit weniger Beschwerde und leichterem Herzen ihre Geschäfte. Sie essen im Traiteurh ins und brauchen keinen Pack zu tragen, sie gehen anständiger gekleidet, weil man doch mit „Menschen" zusammenkommt die darauf sehen, wie einer aussiebi; doch sind sie schon nicht von so scrupulöser Gewissenhaftigkeit, wenn sie dem anderen einen „Auösteiger" thnn. Höchstens beschwichtigen sie ihr Gewissen damit, am Schabbes in Schul das begangene Unrecht mit 18 Kreuzern in die „Zdokeh" (Armencasse) abzubüßen; denn auch sie kommen,

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