Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 2 (11.1.1901)
- Date
- 1901-01-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 11. Jänner 1901 Seite der Bevölkerung in Unkenntnis des neuen Gesetzes seine ganze Tragweite nicht würden ermessen können, veranstaltete der Jüdische Volksverein zunächst in seinem Festsaale eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung, in welcher Dr. I. Lifczis über das neue Heimatsrecht sprach. Der Abend war in jeder Hinsicht interessant und bedeutungsvoll zu nennen. Interessant, weil die Betheiligung an demselben, sowie die zahlreichen Anfragen, die an den Vortragenden Dr. I. L i f c z i s gestellt wurden, einen klaren Beweis lieferten, dass die Action des Jüdischen Volksvereines in Sachen des neuen Heimatsgesetzes mächtigen Wiederhall in der Wiener Judenschaft gefunden habe, bedeutungsvoll durch das Austreten des ehemaligen Neichsraths - Abgeordneten der Leopoldsladt. Hofrath K a r e i s. Bei diesem Anlasse kamen die unerhörten Quertreibereien zur Sprache, mit welchen man diesem um die Judenschaft des Bezirkes so verdienten Mann die öffentliche Wirksamkeit verleidet hat. Das liberale Bezirkswahleomitö, bestehend aus Leuten, die ebenso charakterfest, als strebsam, hat sich nicht entblödet, Herrn Hofrath Kareis zuerst einstimmig als Candidaten zu nominieren, um ihn dann entgegen den bereits gefassten Beschlüssen nur darum fallen zu lassen, weil das Centralwahlcomite keinen Juden a u f st e l l e n wollte. Um eine Spaltung zu vermeiden und um nicht den Vorwurf auf sich zu laden, dass nur durch diese der Bezirk in die Hände der Antisemiten gefallen sei, hat der Jüdische Volksverein zu diesem ganz ungualificierbaren Vorgehen geschwiegen und es unterlassen, zur Wahl im II. Bezirke überhaupt Stellung zu nehmen. Ueber diese geradezu scandalösen Vorgänge soll noch nach den Wahlen gesprochen werden. Die stürmischen Acclamationen aber, deren Gegenstand Hofrath K a r e i s im Jüdischen Volksverem war, sollen ihn mit dem stolzen Bewusstsein erfüllen, dass die Judenschaft in der Leopoldstadt mit dem Vorgehen jener, welche sich ihre Bevormundung angemaßt haben, nicht einverstanden ist, dass sie vielmehr dankbar zu dem Manne halte, der unentwegt und in erster Reihe auf die Vertretung ihrer Interessen bedacht war. Nachstehend der Bericht: Der Präsident, Herr Cultusvorsteher Hermann E l tbogen eröffnet die Versammlung und begrüßt unter den Anwesenden insbesondere den früheren Abgeordneten des II. Bezirkes, Herrn Hofrath Kareis (Stürmischer Beifall), sowie den Vertreter der . Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" Herrn Redacteur Fleischer. Hierauf nahm Hof- und Gerichtsadvocat Dr. I. Lifczis das Wort zu seinem Vortrage über „Das neue Heimalgesetz". Er erläutert die ethische und juristische Bedeutung des Begriffes „Heimat", und schildert an der Hand drastischer Beispiele, welch unendlichen Wert, namentlich für die Juden Wiens, die Erlangung der Heimatsberechtigung in einer Stadt habein welcher sie ohne diese schutzlos an Erwerb und Existenz geschädigt werden können. Darum sei es Pflicht Aller, in den weitesten Kreisen Wiens dafür zu sorgen, dass alles, was jüdisch denkt und fühlt, im Interesse seiner Fannlie, seines Volkes und seiner selbst, zuständig werde. Der „Jüdische Volksverein" wird zu diesem Zwecke der gesammten Judenschaft Wiens bereitwilligst seinen Rath und seine Mithilfe leihen. (Lebhafter Beifall.) Dr. I. L i f e z i s beantwortet nach Beendigung seiner ausgezeichneten Ausführungen einige aus der Mitte der Verslicken möchten. Sie hören mit Vorliebe auf die dialektischen Sprüngchen unseres Talmudisten und lachen sich bei seinen wohlverstandenen Seitenhieben auf die Amrazim (Ignoranten) und Trefesesser weidlich ins Fäustchen. Dabei hat diese allergetreueste Anhängerschaft unseres Zurückgesetzten und heimliche Opposition der modernen Trefesesser und Kuttenmenschen von den Geheimnissen des hebräischen Alphabets keine Ahnung, ergötzt sich an den Freuden der nichtkoscheren Küche und lässt auch sonst den lieben Hergott einen guten Mann sein. Die Oppositionsgemeine setzt sich aber auch aus solchen Männern zusammen, denen die neue Zeit überhaupt ein Greuel ist. Wie kann man. so rufen diese Heiligen aus, vor einem Rabbiner Achtung haben, welcher nicht einmal einen laugen Rock trägt und von dem man nicht weiß, ob er täglich Tephillin (Gebetriemen) anlegt? Diese Oppositionellen sind auf ihre Gelehrsamkeit sehr stolz, werfen mit hebräischen Citateu um sich und sind davon überzeugt, dass ihnen der Antheil am ewigen Leben nich entgehen könne. Den dritten und nicht unwichtigsten Flügel der Anhängerschaft unseres Gemeindepapstes bilden die Armen im Geiste, welche in der Nacht unverbesserlicher Dummheit wandeln, gegen welche keine Waffe, kein Licht und keine Gottheit anfkommt. Sie sind der eigentliche Grundstock jener Partei, die sich um den „Zurückgesetzten" schart, ihr eiserner Bestand gleichsam die feste Phalanx, welche nicht besiegt werden kann. Alles wird vergehen, aber die Dummheit wird ewiglich bestehen. Und so herrscht mit absolutem Despotismus unser Znrückgesetzter, über Nörgler, Stänkerer, Fromme — und Dumme, ihnen allen lässt er unparteiisch seine Sonne leuchten und gemächlich wandeln sie in ihrem Glanze. Wieder ein Beispiel dafür, wie sich im engen Nahmen des Jndenthnms die große Welt abspiegelt. Kennt Ihr sie nicht, die ewig Unzufriedenen, Verkannten und Zurückgesetzten? Ihnen ist es nach ihrer eigenen gar oft wiederholten Behauptung nicht um die vergängliche Gunst des großen Haufens zu Ihn», ihnen genügt das eigene Licht, in welchem sie sich wohlgefällig sonnen. Und doch, ,wie wohl schmeckt ihnen der Beifall der Armen im Geiste, der gleich ihnen Unzufriedenen und was geben sie für den Zuruf derer, die in jedem Fortschritte eine fortschreitende Vernichtung dessen betrachten, was s i e als gut und recht und ehrenvoll anerkennen wollen. Die Menschen sind sich überall gleich, ob auf dem Markte draußen oder im Hürsaale oder in der engen Gasse. Sie sind überall zu finden die Anerkannten und Zurückgesetzten und überall folgt ihnen die große Schar der —j Mameluken. Judaeus. | sammluna an ihn gerichtete Fragen, worauf, stürmisch begrüßt, Herr Hofrath Kareis das Wort ergriff. Er sagte: „Es obliegt mir die Pflicht, dein Herrn Präsidenten meinen tiefgefühlten Dank dafür auszusprechen, dass er nnch noch einer besonderen Begrüßung gewürdigt hat. Ich rechne es mir zur Ehre an, ihrem Vereine von: heutigen Tage ab angehören und meine schwache Kraft zu seiner Verfügung stellen zu dürfen. (Lebhafter Beifall.) Als einfacher Soldat will ich in ihrem Kreise wirken, und ich hoffe auch da meinen Mann zu stellen. Jur Abgeordnetenhause konnte ich nicht mehr leisten, als alle anderen. Ich habe mich aber dadurch von den anderen, wie ich glaube, vortheilhaft unterschieden, dass ich kein Simulant war. Ich habe immer das eine Princip verfochten und bei jeder Gelegenheit vertreten, dass der Mensch um seines Stammes oder Glaubens willen von der Gemeinschaft uud ihren Rechten nicht ausgeschlossen werden dürfe. Das breurrt mir auf der Seele wie ein heiliges Feuer. Uud es ist eine Schande und eine Schmach, dass man einen Juden nur darum nicht als Candidaten aufstellte, rveil er Jude ist. Das Bezirks-Wahlcomitö hat mich in dreifachen Deputationen nach unendlichen Sitzungen, und nachdem 20 Candidaten aufgestellt und zu meinen Gunsten verworfen worden waren, ausgefordert, neuerdings zu candidieren. Der Referent des Bezirks-Wahlcomitös, der nach alledem die Verpflichtung gehabt hätte, auch im Central-Wahlcomitö bei meiner Candidatur zu beharren, hat aber rn letzterem gegen mich Stellung genommen. Das ist eine unauslöschliche Schande für den Bezirk. Nun bitte ich Sie, mir zu gestatten. Ihnen nochmals herzlich für Ihre Gesinnung zu danken, und Sie zu bitten, gerade in diesem Vereine dafür zu wirken, dass die Prineipien der Menschlichkeit nicht verletzt, und dass ein Jude um seines Judenthums willen nicht zurückgesetzt werde. Wenn Sie mich in Ihre Gemeinschaft aufnehmen wollen, so werden wir mit allen rechtlichen Mitteln dahin streben, dass vor dem Gesetze Allen das gleiche Recht gewahrt werde. (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Nachdem Dr. Lifczis und der Präsident Herr H. Eltbogen Herrn Hofrath Kareis gedankt hatten, schloss die Versammlung. Vom Tage. Ein finanzieller Nitualmord. Der Zusammenbruch einiger reichsdeut s ch e r Banken, bei denen kein einziger Jude betbeiligt war und an dem nur streng conseroative und gut kirchliche Männer die alleinige Schuld tragen, hat die Antisemiten einigermaßen aus dem Concept gebracht und es ihnen unmöglich gemacht, wenigstens vorläufig ihre Tiraden über die „mammonistische Judenwirtschaft", über den unheilvollen Einfluss des „Börsenjudenthums", die sie gerade um diese Zeit mit besonderer Vorliebe zu schreiben pflegten, anzubringen. FW uns hat dieser Bankkrach an sich weder Interesse noch Bedeutung; wir wissen sehr genau, dass es gute und schlechte Menschen, anständige Kaufleute und Betrüger unter den Anhängern'' aller Religionsbekenntnisse gibt; wir classificieren eben nicht die Verbrecher nach den Religionen wie unsere Gegner. Was aber diesem Falle eine über das Besondere hinausgehende Bedeutung verleiht und uns zwingt, auch an dieser Stelle darauf einzugehen, das ist die charakteristische Thatsache, dass die Urheber all dieses Unheils auch selbst diesen Anlass benützen, um gegen die-Juden zu Hetzen. Dass sie Antisemiten sind, ist ja selbstverständlich, dass sie aber die Schuld an ihrem Zusammenbruch, die sie doch allein tragen, nun gar auf die Juden abzuwälzen suchen, dass sie an das Mitleid ihrer polnischen Gesinnungsgenossen appellieren, indem sie die Frechheit haben, zu sagen, es sei an ihnen „ein finanzieller Ritualmord" vollzogen worden, das ist ebenso charakteristisch wie interessant für die Weltanschauung dieser Leute. Sie glauben auf mildernde Umstände rechnen zu dürfen, wenn sie auf die Juden schimpfen, aber das Manöver war zu plump und vermochte nicht einmal den weiten Kreis derer zu täuschen, die bekanntlich nie alle werden. In jedem Falle aber bleibt die ganze Affaire dieses Bankkrachs eine wertvolle Episode in der Geschichte des Antisemirismus. * Wieder einer! Erst unlängst haben wir von den Lobschalmeien berichten können, welche das Spiel der Jüdin Sorma bei den sonst streng nach der Rasse urtheilenden Kunstkritikern der Wiener Antisemitenblätter hervorrief. Ein zweites Beispiel antisemitischen „Judengeruches" gibt Ferd. Bon n, der augenblicklich am Kcnser-Jubilänms-Theater gastiert. Er wird, hauptsächlich ob seiner Leistung als Shylvk mit „Lobespyramiden" überschüttet, und die antisemitischen Blätter geben ihm das Zeugnis, dass so wahrheitsgetreu noch kein anderer Künstler diesen ^rachsüchtigen Juden" dargestellt hat. Kunststücke!! Bonn ist Jndenstämmliirg — wir wissen nicht einmal, ob er überhaupt schon getauft ist — und der Umstand, dass er am antisemitischen Theater gastiert, entspricht denselben Ursachen, denen der ehemalige Magistratsdireetor Tachau seine gute Beförderung verdankt: „er kann eben was" — und solche Leute können die Antisemiten immer brauchen, wenn sie nur soklug sind, eine unverdächtige Nase zu haben. So ist B o n u auch bei den Antisemiten anerkannt, wie die Sorma . . . * Die „Arbeiter-Zeitung" und die Juden. Die Socialdemvkraten, die bekanntlich ebenso wie die anderen „liberalen" Parteien, keine „Judenschutztruppe" sein will, hat sich gleich nach den Wahlen krampfhaft bemüht, „die Juden von sich abznschütteln". Sie that das in einem Artikel, in welchem , sie den Juden den Vorwurf machte, dass sie zum Wählen „keine Zeit , gehabt hätten"., Die „Arbeiter-Zeitung" braucht sich keine Mühe zn geben; die Juden sind in Bezug auf Dankbarkeit der Socialdemokrateu nicht verwöhnt. Das kann uns natürlich nicht hindern, zu constatieren, dass bei den diesmaligen Wahlen überhaupt die Juden ausschlaggebend waren. Tie Liberalen und Christlich-Socialen sind ja nicht zur Wahl gegangen; gewählt haben die Juden! Wenn die Socialdemvkraten klug wären, würden sie in Bezug auf derartige Aeußerungen vorsichtiger sein. Nachdem die Inden einmal ein Factor jeoer Wiener Wahl sind, verfeindet man sich nicht mit ihnen. Ans der Art, wie für den radikalen Gregorig der gemäßigte Geßmann in den Wiener Abgeordnetenkörper der Christlich-Socialen „schmerzlos" eingefügt wurde, könnten die Socialdemvkraten lernen, wie man sich mit Thatsachen abfindet — wenn sie lernen wollten. Sie wollen aber nicht, das ist ein alter Fehler der Socialdemokratie, an deni sie noch einmal schwer leiden wird. * Girre Anbiederung, die vorausznsehen war, bringt das Blatt Ehren-Verganis in der gestrigen Nummer. Die Wahlerfolge der, .Deutschnationalen haben den „Ehren "--Bürger von Mühldorf, ganz consterniert; er schwärmt für einen concilianten Verkehr zwischen den beiden Parteien. „Urbanere Umgangsformen" möchte er sehen! Wenn man sich der Scenen erinnert, die seitens der.Herren Doctor Lueger, Gregorig und Bielohlawek gegen die Deutschnationalen im Parlamente hervorgerufeu würden, der Kosenamen gedenkt, mit denen Schöner ex und Wolf den „Gaukler von Wien" bedacht haben, der wird von diesem Wunsche nach urbaneren Umgangsformen ganz entzückt sein. Solche urbanere Umgangsformen könnten, in der That der Reputation des österreichischen Parlamentarismus nur zustatten kommen. Und wenn man die Dickyäutigkeit der Deütschnationalen kennt, wird man das Liebeswerben des-' diäen Pauschaliensammlers aus der Josefsgasse auch gar"nicht so ohne finden. Denn beide Parteien gehören zu jenen Charakteren von denen der „Judenstämmling" Heine so stimmungsvoll sagt : „.. . Und als sie im .... sich fanden, Da verstanden sie sich gleich." * Die Parteien im Abgeordnetenhause. Wien, 11. Jänner. Bis zum heutigen Tage wurden gewählt: 19 Mitglieder der Deutschen Fortschrittspartei 18 „ „ Deutschen Volkspartei 2 „ des verfassungstreuen Großgrundbesitzes 2 deutsch-freisinnige Wilde 19 Deutsch-Radicale 12 Christlich-Sociale 21 Mitglieder der Katholischen Volkspartei 2 Deutsch-Clericale 2 clericale Wilde 9 Socialdemvkraten 1 unabhängiger Socialist 9 Italiener 1 feudaler Großgrundbesitzer 49 Jungczecheu 5 czechische Agrarier 6 czechisch-nationale Arbeiter 2 Czechisch-Clericale 44 Mitglieder des Polen-Clubs 8 Mitglieder der polnischen Volksparteien 9 Ruthenen 3 Rumänen 12 Slovenen 10 Croaten 2 Serben Zus. 267 Abgeordnete. Wien. (Christlich-sociale Wirtschaft im A l l g e m e i n e rr Krankenhaus e.) Die christlich-sociale Wirtschaft des Dr. M u ch a, des jetzigen Direktors des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, hat außer der Einführung-der Nonnen noch den Erfolg aufzuweisen, dass sich die jüdischen und christlichen Aspiranten zu gemeinsamem Widerstande, aufrafsen. Der letzte crasse Fall von Präterierung eines Juden ereignete sich auf der Klinik Weinlcchner. Weinlechner ist ein radicaler Chirurg uud Antisemit. Wir werden seinerzeit den Lesern von dem Fortgange der Bewegung berichten. Wien. (Die e r st e n I ü d i s ch - N a t i o n a l e n im C u l t u s v o r st a n d.) Am Sonntag den 6. d. M. fand die constiluierende Sitzung des neugewählten Cultusvorstandes statt. Cultusvorsteher Hermann E l t b o g e n dankte dem Präsidium für die besondere Begrüßung und betonte, entgegen den Aus-' lassungen eines Redners aus der vorigen Sitzung, dass ihn seine Partei, nicht um zu nörgeln, in den Cultusvorstand entsendet habe, sondern um Positives zn leisten. Seine Ausführungen wurden beifällig ausgenommen. Hierauf wurde Herr kais. Rath K l i n g e r zum Präsidenten, die Herren Dr. Gustav K o h n und Dr. Alfred Stern zu Vicepräsidenten des Vorstandes gewählt. Wien. (O b d u e t i o u — Leichenschändung.) Der Kaufmann Adolf Ungar aus Ungarisch-Altenburg, welcher vor einigen Tagen in einer Gescstaftsangelegenheit nach Wien kam, ist vorgestern im Hotel Metropole, in welchem, er Absteigequartier genommen hatte, infolge eines Herzschlages plötzlich verschieden. Die Leiche wurde behufs Obduction ins Allgemeine Krankenhaus befördert. Da jedoch bei den orthodoxen Juden die Obduction als Leichenschändung betrachtet wird, so setzte sich der Geschäftsfreund des Verblichenen, Herr Bernhard