Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 1 (4.1.1901)
- Date
- 1901-01-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2432763-2432864-2432865--0831-2434522- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Chełm 1× ep/1002403
OCR text
Jüdisches Volksblatt 4. Jänner 190 t Seite & Nr, 1 Wien, Freitag gewürdigt und gar oft wird das Daheim inS Lächerliche gezogen, als rächt zeitgemäß genannt, wofür der Lehrer feine Schüler begeistert. In Zwiespalt geräth das Kind, auf der einen Seite der Lehrer, durchdrungen von seinem heiligen Berufe, auf der andern die Eltern, erfüllt von dem tödtenden IndifferentiSmus, dort das erwärmende Wort, hier die erkälttende That. Dieser bedauernswerte Uebelstand herrscht allerorten, in den Haupt- und Landstädten, in den größten wie in den kleinsten Cultusgemeinden. Am empfindlichsten aber trifft er letztere. In der Großstadt findet sich immer eine verhältnismäßig stattliche Zahl von Familien, in welchen der jüdische Geist vorwaltet, in der einen ist er leider nur unbedeutend und jede Schwächung desselben wirkt hier doppelt schädigend. Dazu kommt noch der Uebelstand, dass dem jüdischen ansetzte, fertig geworden, bleibt also noch das zähe Judenthum, welches besonders an den heiligen Stätten eine größere Widerstandskraft entwickeln dürfte. Die Widerstandskraft müsste natürlich im Verhältnis zur Stärke der Einwanderung steigen, und um diese zu schwächen, unterstützt Russland die gegen die jüdische Einwanderung nach Palästina gerichteten Maßnahmen des Sultans. Das neueste Circular der Pforte an ihre auswärtigen Vertreter ordnet an, dass Niederlassungen von Juden in Palästina und Syrien ausgenommen die bestehenden — unbedingt untersagt werden, Es werden nur jüdische Pilger zugelassen, welche aber nach Nblanf von drei Monaten spätestens das Land verlassen müssen. Die Pforte behält sich vor, andernfalls behufs Veranlassung sofortiger Ausweisung an die betreffenden Consulate zu appellieren. Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen aus dem Lande Auf Grund dieses auch den fremden diplomatischen Vertretern eine völlig ungenügende Zahl von Lehrstunden behördlich be-. mitgetheilten Circulars fanden mehrfache Conferenzen der Botwilligt und zugewiesen ist. In den Volksschulen oft nur 1—2 j schafts- und Gesandtschaftsdragomanen statt, welche aber em Stunden für alle Classen wöchentlich und in dieser Zeit soll! Ergebnis vorläufig nicht gehabt haben. Russland ist. wie gesagt, der so wichtige Unterricht ertheilt werden, gemeinschaftlich den geneigt, auch osficiell sich auf die Sette der Türke: zu stellen, Schülern von der niedrigsten bis zur höchsten Schulclaffe, Kindern der Volks- und Bürgerschule zu gleicher Zeit. Kann unter solchen Umständen ein Erfolg erzielt werden, kann der während fast alle anderen Staaten eine abwehrende Haltung einnehmen und voraussichtlich einen concreten Fall abwarten, um aus ihrer Reserve hervorzutreten. Nur Italien hat sofort gegen Religionslehrer, auch der tüchtigste, seiner Aufgabe gerecht - das gesetzwidrige Circular der Pforte mit Entschiedenheit prowerden, kann von einer Hebung des religiösen Sinnes auch {testiert. Prinzipiell steht thatsächlich der Pforte das Recht zu nur die Rede sein? ' W1'r Nicht besser sieht es an vielen Mittelschulen aus. Für btefe besteht daS Gesetz, dass uur an jenen Anstalten, welche von wenigstens 20 Schülern der religiösen Minderheit besucht werden, der fr. Religionslehre als zum Lehrkörper gehörig angesehen und behandelt wird, nur in diesem Falle wird der Religionsunterricht als obligat angesehen. Die ReligionSnote hat Einfluss auf den Gesammtfortgang des Schülers, der Lehrer diesem Erlasse nicht zu. Das unter Sultan Abdul Medjit erlassene Gesetz „Sefer", welches auch heute noch der Türkei bei ihren Verhandlungen mit den Mächten als Norm dient, bestimmt ausdrücklich die Freizügigkeit, sowie den Erwerb von Grund und Boden für die Angehörigen fremder Staaten im ganzen türkischen Reiche, ausgenommen die Provinz Hedschaz. Dass die fremden Staatsangehörigen jüdischen Glaubens von diesen Begünstigungen ausgeschlossen seien, ist in dem jG ese tz S efer wird de» Conferenzen beigezogen und feine Leistungen werden entlohnt. In diesem Falle sind dem Religionslehrer Mittel ge-i nicht er w ahnt und würde auch im Widerspruche boten, auf die Schüler einzuwirken, die Säumigen zur Pflicht-> mit einer mehr als dreißigjährigen Praxis erfüllung zu nöthigen. Weist aber die Mittelschule die Zahl 'stehen. Trotzdem will es aus den oben angedeuteten mehrfachen 20 nicht auf, da sinkt mit einemmale die Würdigkeit des! Gründen scheinen, dass, die Mächte zu einer definitiven Einigung Religionsunterrichtes, es hängt von der Laune der Eltern, von. I nicht kommen werden, und die Pforte der weiteren Einwanderung dem Willen des Schülers ab, daran theilzunehmen, der Unterricht wird nicht an der Anstalt ertheilt, der Religionslehrer und die ReligionSnote werden völlig ignoriert und lahmgelegt ist das Wirken des Lehrers, ohnmächtig steht er den Schülern gegenüber, welche einsehen, dass von ihrer Zahl die Stellung des Religionslehrers abhängig ist, und eS ist nur natürlich, wenn dann der Zweck des Religionsunterrichtes nur in den seltensten Fällen erreicht wird; lernt doch der jüdische Schüler sein Bekenntnis als etwas nebensächliches kennen, sieht er es doch nur geduldet und als minderwertig behandelt und dann soll er sich dafür begeistern? Ist die Religivnslehre von Wichtigkeit, so muss sie es unter allen ttmständen bleiben, sie darf nicht von der Zahl der Angehörigen des einen oder anderen Religionsbekemttlsisses bedingt sein, der Religionslehrer einer jeden Confessivn muss als solcher anerkannt und seine Rechte dürfen nie und nimmer geschmälert werden. Der Schüler muß wissen, was er seinem Bekenntnisse schuldig ist, er muss die Gleichwertigkeit aller Confessioncn thatsächlich vor Angen haben; dann, nur dann wird er auch für feinen Glauben fühlen können, und der Neligivnsunterricht wird auch dort nicht ganz spurlos bleiben, wo HauS und Schule im Widerspruche stehen. Soll die Zahl der Schüler irgend einen Eiiislnss haben, so darf er nur darin bestehen, dass bei einer Schülerzahl von 20 oder mehr der Religivuslehrer die gesetzlich normierte Remuneration füe den Unterricht erhalte, im entgegengesetzten Falle nicht; auf die Wichtigkeit und Würdigkeit des Religionsunterrichtes darf die Zahl der Schüler keinen Einflirss haben. Diese liebelstände zu beseitigen, sei Aufgabe unserer Cultusgemeinden, des Gkmciiidebnndes, von dem man sonst gar nichts hört, der Abgeordneten jüdischer Confessivn, die den Stimmen ihrer Wähler chr Mandat verdanken und die außer vor und bei den Wal,len sich „nicht zu erkennen geben"; rühmliche Ausnahmen bestätige!: nur die Regel. So trage jeder dazu bei, dass das jüdische Bewusstsein gehoben, das Gefühl der Zusammengehörigkeit gekräftigt iverde, ans dass die Zukunft sich besser gestalte und unsere Jugend zu wahren Inden heranwachse und ihre»»: angestammten Glauben treu bleibe. Iscli Jehudi. von Juden einen Riegel vorschieben wird. Russlands Stellung — gegen den Zionismus. Bo» Davis Trietfch. Berlin im December 1900. „Scha'are Zion^ (Thore ZionS) ist der Name eines Vereines, der sich vor Kurzem in Berlin gebildet hat, und der heute zum ersten Mal vor Aue größere Oeffentlichkeit tritt. Zu den Mitgliedern dieses Vereines gehören die besten Namen der Berliner Zionistischen Gruppen, die übrigens schon seit längerer Zeit zu der Idee Hinneigen, welche der Verein verkörpert,*) ' „Scha'are Zion" ifi eine gute Uebersetzung für „Palästina u n d s e i n e Nachbarländer, denn nach hebräischem Sprachgebrauch bedeutet „Thore Zions0 nicht nur die Thore selbst, sondern auch was sie einschließen und Ebenso auch die Zugangsstellen im weiteren Sinne: die umliegenden Länder. Es werden von dem Verein außer dem engeren Stamm lande diejenigen Nachbarländer Palästinas in Betracht gezogen, die bereis zur Zeit unserer alten Geschichte jüdisch waren. Der Land-ZivniSmuS (im Gegensatz zur idealen und cnlturellen Bewegung) kann sich heute ebensowenig auf die engsten Grenzen Palästinas beschränken als in jenen allen Zeiten, wo gleichfalls die wachsende Anzahl ein größeres Land nöthig machte. Das größere Palästina, dadamals war, haben wir als unsere Heimat anzusehen, und die heutigen national-jüdischen Bestrebungen müssen wieder ans dieses größere Palästina hinstreben — umsomehr, als das engere, uns zur Zeit verschlossen ist . . . sodass die engere Auffassung gleichzeitig zun: Nichtsthnn verurtheilt und nicht nur jede Kraftbethätignttg, sondern auch jede Hilfe bis auf eine Zeit vertagt, zu der es sicherlich für die heut i g e N o t h und vielleicht auch für die heutige Kraft zu spät sein wird.- Die Scha'are Zion-Bewegnng ist also ihrem Wesen nach nicht erwas anderes als die zionistische. Der Zionismus in seiner bisherigen Gestalt ist ein Jdealohne A c t i o n — demgegenüber war die bisherige a u ß e r p a l ä st i n e u s i s ch e Colonisativn eine A c t i o n ohne Ideal. Hier aber wird — im Gegensätze zu beiden —■ die Möglichkeit der sofortigen Thäiigkeit gezeigt — einer Thätigkeit ans historisch-jüdischem Boden —- einer gntzionistischen Abhilfe der Indenuotö. Die Scha'are Zion Bewegung ist sonach der Zionismus plus A c t i o n s m ö g l i ch k e i t mto liegt nur i n de m Sinne außerhalb des Zionismus von heute, in w el che m der größere von 2 c v n c e n tr i sch en des kleineren liegt. Aber allein richtige. Das Der „Franks. Ztg." schreibt man: Die Pforte hat wiederholt in Circnlarnoten an ihre Vertreter im Aasland zur überhauvnehmendeu Einwanderung fremder jüdischer Staatsangehöriger m Palästina Stellung genommen. Doch schien es, dass diese Anslussuugen keine Wirkung hatten, da trotzdem, besonders in letzter Zeit, uiiv Rumänien sieh Inden dauernd in Palästina j Kre i s e n a rl ß e r h a l b niedertassen konnten. Ob im Zusammenhänge hiermit oder inj die größere Auffassung ist altch die folge von äunereu Eiu'lüssen jetzt eine neue, schärfere Verordnung i gebt ans Folgenden: zwingend hervor: Der erste und vor- «rlassen worden ist, bleib: noch fe'izustellen. Die Türke: ist durch nehmste Satz des Baseler Programme^ laulet: „Der Zionismus die zionistische Beweg.:: ng von größtem M:si.> trauen gegen die; erstrebt für das jüdische Volk die Schajjung einer öffentlich jüdische E.iiivandernng in Snrien und Para/lina ersülit, da die rechtlich gesicherte» Hrimitälte in P a l ä u i n a." Inden dort da-.nnuüinn:.u!B,e Element zurück längen nndderSntian - Nim ist das engere Land mcht fiigrg — in absehbarer schon im Gerste den Abia'.t me rerer Promnz-'n und die Errich-! Zeit — mehr als zwei Mill-on-'-n Me?'scheu ausznnehmen — lang eines jüdischen Ltdinarcuches siebt. Dieses Misstrauen beö i das Volk aber zählt 10-— 1 ö Millwne - Seelen! Eirttans wicd durch da., ossicielle Rußland stark genährt. Rnss-' Darf nun eine n a t i o n a l e P a r t e i sich prinla»d beueioi seit einem Jahrzernn mit gr.-jwu Geldmirleln und 'cipi ell auf einen kleinen T v e i l der Nativ» der Unterstützung des gesammceu Clerus eine intensive Propab e s ch r ä n k e n? Darf sie mm allem Anfang an den ganda in Snrien und Pmüst'.mr. Rusakand bofsl, das uumeusch j w e i t a u 0 größten T-.>cil des Volkes ausschließen? starke aber geistig schwache griechische und arabische Element in! Das wäre so u b s v l n t n n s: u n i g, dass unter Palästina den beiden Provinzen seiner Propaganda dienstbar zu machen! in diesem ersten und vvtiuhlnsten der Baseler Programm-Sätze und diese Bestrebungen zeigen auch bereits Erfolge. Mit den j nur das g r b ß e r e P a l ä st i n n verstanden werden darf indolenten Mostuns ist Russland noch überall, wo es den Hebel > — das histvrische größere Palästina! Dass Palästina der Mittelpunkt der national-jüdisch-» zionistischen Bestrebungen bleiben muss, ist uns allen klar — aber ebenso klar ist es auch, dass wir außerhalb des Mittelpunktes, respective des Hauptlandes anfangen müssen, so lange dieses uns — auf ungewisse Zeit hinaus — verschlossen ist. Bon den Nachbarländern Palästinakommt in Bezug auf die politischen Verhältnisse in erster Linie in Betracht Cypern, die englische Insel gegenüber der palästinensischen Küste — ,das historisch-jüdischeste Land nach Palästina", wie es in einem Artikel der „Welt" (1899, Nr. 29, Seite 11) genannt ist. Die wundervolle jüdische Geschichte des Landes ist noch wenig bekannt — aber der erste Blick auf die Karte zeigt, dass der entfernteste Punkt von Cypern immer noch näher zu Palästina liegt, older n ä ch st e Punkt des Euphrat. Auch zu erreichen ist Cypern leichter. WaS dem heutigen Palästina so sehr fehlt : eine starke Regierung, eine einsichtsvolle Verwaltung, Autonomie und Gleichberechtigung der Bewohner — aller das ist in Cypern p: einer Weise vorhanden, die den Erfolg einer o.r g a n i s i e r t e n jüdischen Besiedelung des gleichfalls menschenarmen Landes sichert. Weiter kommt in Betracht der an Palästina stoßende Theil des Sinai, der gleichfalls zn dem historischen ,g r ö ß er en Palästina" gehörte, heute ägyptisch ist und in Bezug auf frühere und jetzige Bodcnbeschaffenheit sich ähnlich wie daS jüdische Palästina verhält. Und schließlich denken wir noch an die ägyptische Hälfte des Küstenstreifens zwischen Gaza und Wadi-El-Arish, dem Nachal Mizrajim (Bach Aegyptens) der die biblische Grenze des engsten Palästina barste llt. Dieses von den Palästinophilen und sogar, auch von den Palästina-Zeloten einfach übers eh ent, ßaiib; eignet sich mindestens für Errichtung von Industrien, eine Colonisations- Weise, die viel besser als die landwirtschaftliche geeignet ist, eine schnelle Abhilfe momentaner' Poth zu gewähren. Durch dieses „A e g y p t i s ch - P a l ä st j.n a*; wird die Bahn gehen, welche in nicht ferner Zeit das ägyptische Schienennetz mit dempalästinensisch-syrisch-mesopotamischen verbinden wird —- dir einzig mögliche Verbindungslinie der afrikanischen mit den asiatischen und europäischen Bahnsystemen, (Man denke: Bon Kapstadt nach Calcutta, Peking und Wladiwostok per Bahn, ebenso wie von Südafrika nach Nord-Europa!) Alle diese Hauprsysteme sind bereits, projektiert und mehr oder weniger in der Ausführung begriffen — kein Zweifel, dass die ägyptischsyrische Küstenbahn, von der hier wohl zum erstenmal öffintlich die Rede ist, bald Nachfolgen muss! Aber schon von allem Anfänge an werden die industriellen Unternehmungen Aegyptisch-Palästinas, vorausgesetzt dass fir hauptsächlich Rohmaterialien der Hinterländer für Bedarfsartikel eben dieser Hinterländer verarbeiten, bequeme und gute Absatzgebiete finden, während andererseits durch die Verproviantierung der Ansiedler den palästinensischen Ackerbau-Colonien ein neuer und naher Markt sich öffnet. Es sei noch erwähnt, dass diese- „Aegyptisch-Palästina" annähernd 1000 km* groß ist, und demnach, wenn wir für Palästina eine Einwohnerzahl von 2'/, bis 3 Millionen für möglich annehmen, etwa 100.000 Einwohner fassen könnte. * « * Ob mm unsere Freunde — die Ernsten, die Thaiesfreudigen, die H i l f r e i ch e n — dem größeren oder dem engeren Pvlästina den Vorzug geben werden, ob die große Gunst der Verhältnisse, wie Cypern sie bietet, oder der süße Duft des Wortes Palästinas, der auch dem Wadi- El-Arish anhaftet, den Ansschlag geben wird'''für die Richtung, in der die Thätigkeit der „Schaa're Zion"« M.beginnen hat —: in jedem Falle bietet unser Programm Raum für die Bet h ä t i g n u g aller, die an die orientalische Lösung der Judenfrage glauben. Und nicht nur für diejenigen/, -ie heute schon sich an den Palästina-Bestrebungen betheiligfn, sondern auch für die große Anzahl derer, die sich ferrMsten, weil ihnen die bisher gezeigten „Möglichkeiten" nicht einkeuchten konnten. Wir bieten ein größeres Land — Greater Palestine — und auch einen größeren Zionismus bieten wir.Wie nöthig das ist, das zeigt die Lage in Rumänien und auch anderwärts, wo nur durch das Fehlen eines EinwanderungSgebieteS die Auswanderung gehemmt ist — ein Zustand, vott dessen Fruchtbarkeit die wenigsten einen klaren Begriff-habe». *) Die „Kadi m a h", (Berliner Verein russischer Studierender) fasste einstimmig am 22. Juni 1899 folgende Resolution: »In Erwägung, dass eine jüdische Colonisativn auf Cypern dem Principe des Zionismus in keiner Weise Whe^spricht, sondern vielmehr eine höchst wertvolle Bocarheit zur Erq reichuug der Ziele der Bewegung darstellt, erachtet edie Versammlung als außerordentlich wichtig, dieAufyierkfgmkeit des Wiener Actions-Comite auf die Frage hiyzqlenkeg und ihm geeigneten Falls die Ergreifung zweckdienlicher Maßregeln zu empfehlen". Eine noch weiter gehende Resolution fasste am 1'4'. Febrqqr 1900 die Berliner Zionistische Bereinigung: „In Erwägung, dass die Besiedelung von Cypern durch Juden dem zionistischen Programm keineswegs widerspricht, sondern, falls sich da^ Land in praktischer Beziehung brauchbar erweist, die Ziele des Zionismus zu fördern geeignet wäre, erwartet die Berliner Zionistische Bereinigung, dass das zionistische Actious-Cvmitü der Frq^e die größte Ausmerksamkeit zuwendet. Sie empfiehfi me Entsendung einer Sachverställdigeu-Commiffion nach Cypern, um die einschlägigen Verhältnisse an O:t und Stelle zu studieren und geeigneten Falls diese Frage auf die TqyeSorduuug des nächsten Cvngresses zu setze».