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Jüdisches Volksblatt · 1900-12-21 · 51 (21.12.1900) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
51 (21.12.1900)
Date
1900-12-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Spite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 51. December 1900 Nr. Bl Ullkchelllichk Sifllrnorrinittluttö -es Handelsangeftellten Vereines „Errirmah" in Brünn. (Den P. T. Chef? steht diese Rubrik unentgeltlich zur Verfügung. Neueste Uacanren-Krste: (Eänimtliche Offerte sind an den Verein zn richten.) Mehrere jüdische Mädchen werden als Kindermädchen und Dienstboten gesucht. Mehrere jüdische L e h r b urschen für verschiedene Handwerker gesucht. Mehrere jüdischeGoldnrbeiter werden gesucht. (& o m m i §, Tuch- und Wirkwaren, Boskowih. Comptoirist, deutsch, böhmisch. Stenograph, für Mähren. Comp t o i r i st, deutsch, böhmisch, Prag. Comptoirist, deutsch, böhmisch, Stenograph, für Böhmen. Buchhalter, Dampfmühle, Mistet. Comptoir-Praktikant, absolvierter Handelsschüler, mit schöner Schrift, Stenograph, Brünn. C o m m i s. Spezerei, nach der Auslehre, Ung.-Hradisch. Commis, Spezerei, deutsch, böhmisch, mit 20 Gulden Anfangsgehalt und freier Station, Mistek. Uhrmacher, mit 60 Gulden Monatsgehalt, selbständiger Arbeiter und Verkäufer, Mistek. Praktikant, Uhrengeschäft, Mistek. Commis, Spezerei, Teltsch. Commis, Spezerei, Hullein. Commis, Manufactur, Wagstadt. CommiS, Manufactur, Göding. Praktikant, deutsch, böhmisch, Modewaren, Göding. Commis, Eisen, Göding. Comptoir ist, deutsch, böhmisch, Wischau. Maschinenschlosser findet in einer Maschinen- und Eisenconftructions-Werkstätte in Prag Aufnahme. Offerte unter ^A. N.", Prag. Mehrere S ch u h m a ch e r g e h i l s e n werden für Brünn gesucht. Commis, Tuch, Neu-Raußnitz. C o m m i 5, Seide, Wien. C « mniis, Manufactur. Lundenburg. Commis, Spezerei, Austerlitz. C o m p t o i r i st, Stenograph, Mähren. Friseurgehilfe, Karmin. Auslage-Arrangeur, Manufactur, Bielitz. Mehrere C o m p t o i r i ft i n n e n, deutich, böhmisch. Sleüen-Ge suche. Commis der Spezereibranche, ocutsch, böhmisch, sucht Posten. Gütige Anträge unter „Lindler". Commis der Spezerei-, Eisen-, Colonial- und Farbwarenbranche, 17'/, Jahre alt, deutsch, böhmisch, mit schöner Handschrift, in sämmtlichen Comptoir-Arbeiten versiert, sucht passenden Posten. Gütige Anträge unter „Schön". Commis, 18'/, Jahre alt, der Galanterie- und Wirkwarenbranche, beider Landessprachen mächtig, wünscht seinen Posten zu verändern. Anträge unter „Bondy . Commis der Eisen- und Materialwarenhandlung sucht Posten. Anträge unter „Hartmann". Commis der Spezereibranche, 19 Jahre alt, deutsch, böhmisch, sucht Stelle. Anträge unter „Kohn"' Commis der Manufactur- und Kurzwarenbranche, beider Landessprachen mächtig. Gütige Anträge unter „Tandler". Commis der Wirkwarenbranche, sucht Posten. Anträge unter , Frirdmann". Commis der Manufacturbranche, sucht Stelle. Anträge unter „Tschaßny". B u r e a u b e a m t e r, Absolvent von 8 Classen Gymnasium, 45 Jahre alt, deutsch, böhmisch, sucht Posten in dieser Eigenschaft unter „A. P". Buchhalter, tüchtige Kraft für eine Mühle, unter .,M. H." Buchhalter oder C o m p t o i r i st unter „I. F." Comptoir ist, junger Mann mit schöner Handschrift, sucht Posten in beliebiger Branche in dieser Eigenschaft unter „B. S." Commis der Lederbranche, im Lederausschnitte besonders tüchtig, deutsch, ungarisch, sucht Posten. Anfragen unter „Adolf Donnath." Comptoirist der Mehlbranche sucht Posten. Gütige Anträge unter „Israel Ouartner". Buchhalter, der viele Jahre in einer größeren Petroleum-Raffinerie und Dampfmühle lhätig ist, wünscht seinen Posten zu verändern. Geneigte Anträge unter „Moritz Haber". Commis der Herrenconfecuons- und Manufacturbranche, in Comptoirarbeiten versiert. Anfrage unter „Leopold Grün". Comptoir ist, deutsch und böhmisch in Wort und Schrift, Stenograph, sucht paffenden Posten. Anfrage unter „Johann Lampel". Demus- «sd |crf«iiunlitst80teid)le. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an d e r i s r. t h e o l. L e h r a n st a l t). Samstag, den 22. d. M. um 9 Uhr Morgens wird in unserem Betlocale iBeth-Hanüdrasch), Tempelgaffe 9, Herr S. Bret predigen. Beginn des Gottesdienstes 8 Uhr Morgens? Wien. (Verein „F r e u n d s ch a s t 8 b u n d".) Der Humanitäre Geselligkeitsvercin „Freundschaftsbund" der seit fünf Jahren besteht ustd Schulkinder ohne Unterschied der Confession mit WinterkleidMr'.versorgt, veranstaltete Sonntag, den 16. d. M., abends, im großen Saale des Volksvereines (Leopoldsgasse) ein solennes Fest, bei welchem Knaben und Mädchen mit warmen Kleidungsstücken und einer Jause beschenkt wurden, jedes Kind erhielt überdies eine Düte Bnckwerk mit nachhause. Nach dem Präludium sang Obercautor Bela G u t t ni a n n ein stimmungsvolles Lied, worauf der Obmann Weiß die Mitglieder und Gäste, die in großer Zahl erschienen und aus diesem Anlasse auch ihre Opferwilligkeit für die nothleidende Jugend bekundeten, herzlichst begrüßte. Armenrath Dr. Ascher dankte dem Vereine für seine gemeinnützige, ersprießliche Thätigkeit, die der Commune ihre Last erleichtere, und gerade im erhöhten Elend des Winters ersehne man nur Synrbole der Freiheit. Dieses Lichtfest bilde gleichsam ein Lichtmoment in der trüben und düstern Zeit der socialen Verhetzung und Anfeindung. In diesem Sinne sprach auch Dr. K r o n a w e t t e r, welcher der Freude Ausdruck gab, dass es noch einzelne Phasen des intercvnfessiouellen und internationalen Friedens gebe in dieser großen Wühlerei des Wahnes und unbegründeten Menschenhasses, wo früher alle Bürger sich gegenseitig brüderlich beigeslanden sind, zugleich den Kindern die Mahnung einprägend, die reichen Altersgenossen nicht zu beneiden und den Ellern und Lehrern durch Fleiß und Gehorsam Freude zu bereiten. Dieses Gelöbnis gab auch eine Waise im Namen der Beschenkten in beredten Worten, wie auch herzhaft Dank sagend. Floridsdorf. (C h a n u k a - F e i e r.) Am Sonntag den 16. d. M. abends fand die vom hiesigen Frauenvereine veranstaltete Chanuka-Feier und Betheilung der armen Schulkinder statt. Um 4 Uhr versammelten sich sämmtliche Schulkinder unter Führung der beiden Religionslehrer Löw und Ehrenfest in dem festlich beleuchtete" Golteshause, woselbst sich bereits ein zahlreiches Publicum eingesnnden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präses-Slcllvcrtreter Herrn E. Grünwald, ferner die Cultusräthe N e u m a n n, Mandl, P i 8 k, Edelhofer, Wodicka, Oberlehrer L ö w, I. Glaser, die Vertretung der „Chrvra Kudischa", ferner die Doctoren Baer, Tauber, K n e ch t, wie auch viele christliche Frauen. Zehn Minuten nach 4 Uhr erschienen sämmtliche Vorstandsdamen des ‘ Frauenvereines unter Führung der Präsidentin Frau Henriette;@rii n wald und der Stellvertreterin Frau Dr. R. o s e n m a n n. /Der feierliche Gottesdienst wurde vom Cantor Groß unter Chorbegleitung mit dem Minchagebet« eingeleitet, worauf die Chanuka- Lichter angezündet und das'^i^L gesungen wurde Nun be-; stieg Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. R o s e n m a n tt die Kanzel und hielt eine der Feier entsprechende Predigt, welche! auf das zahlreiche Publicum einen tiefen Eindruck machte. Dieser j Eindruck wurde noch gesteigert, als die Schülerinnen Eisin g er, 'Winkler, L ö w y und Glaser paffende Festgedichte vortrugen, welche Vorträge von den andächtigen Zuhörern mit einem Applaus ausgenommen wurden Nach beendetem Gottesdienste wurden die armen Schulkinder in den Sitzungssaal der Cultusgemcinde geführt, wo dieselben, 27 an der Zahl, mit warmen Kleidern und Schuhen betheilt wurden. Von der Vor-! standsdame Kaffeehausbesitzerin Frau Alexander Wal'd wurden schon Samstag abends sämmtliche arme Kinder mit einer Jause bedacht, und ließen sich dieselben die dargereichten Bäckereien mit Kaffee sehr gut munden und unterhielten sich in kindlicher Weise auf das Beste. Wittheilungen aus dem Publicum. (Schul; gegen Nässe und Kälte) bietet nur eine geeignete Fußbekleidung. Die bekannte Firma M i ch e l st ä d t e r, Mariahilferstraße k>8, bringt speciclle Sorten Schuhe für empfindliche Füße zum Verkaufe. Dieselbe hält stets eine große Auswahl von Straßen-, Reise-, Salon- und Hausschuhen für Herren, Damen und Kinder; als sehr praktisch ist der „Jdeal-Schuhstrecker" zu empfehlen, dessen geringe Auschaffungskosten es Jedermann ermöglichen, seine Schuhe stets in eleganter Form zu erhalten. lSlitttin m Bl Der „Jüdische Volksverein" hat den Zweck, überall dort, wo die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Juden geschädigt werden, helfend und schützend einzugreifen, den Geist der Zusammengehörigkeit unter den Juden zu fördern und zu heben und alle Theile zn einem festen Ganzen zu vereinigen. Wer nur einen Funken Gefühl für die politische Drangsalierung, wirtschaftlichen Boycotts und gesellschaftlicher Missachtung, unter denen wir Juden zu leiden haben, hat, muss einsehen, dass unser Verein nur daun Ersprießliches zu leisten vermag, wenn in unseren Reihen das gestimmte jüdische Volk steht. Es ist daher nothweudig, dass ein jeder Jude dem jüdischen Volksvereine als Mitglied beitrete. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird dem eigenen Ermessen jedes Einzelnen anheimgestellt. Anmeldungen werden im Vereinslocal II., Leopoldsgasse 49 entgegengenommen. E. H in Dabrowa : Die gewünschten Nummern sind leider vergriffen. Schönen Dank für Ihr Interesse! D. S. 30, Wien: Leider nicht verwendbar. S. C. in Troppan: Bitte nur Geduld. Verlag F. A. Lartmann. Goslar: Besten Dank. N. K. in Wall.-Meseritsch: Wien, I., Krugerstraße. M (Ä. in Odra» : Wir werden unser Möglichstes thun. N. M. in Wien: Ist zu persönlich. Der Schlüssel Erzählung von Eduard Knlke. (Fortsetzung.) /Run" —sagte die Fran mit leuchtendem Auge, nachdem Löb Frank den Brief zu Ende gelesen hatte — „ist er nicht voller Anmuth? Das heißt ein Briefele, drucken darf man es lassen. Ich hoff' zn Gott, wir werden noch große Freuden an dem Kind erleben!" „Da sieht man, wie Eltern sind" — gab Löb Frank gutmütig darauf zur Antwort. „Wir gehen da daheim herum und sorgen und quälen uns und essen uns schier das Herz ab, dass wir ihn haben fort lassen; unterdessen springt er drinnen herum in Wien mit der kleinen Hexe und mit Fräulein Rosalie und lacht und stufst und treibt Narreschkerten und macht sich ein Tagebuch und denkt gar nicht mehr an die Heimat? ' „Das scheint mir grad nicht aus dem Brief hervorzugehen" — wendet die Mutter ein — „dass er an die Heimat nicht denkt." „Denken! nun ja" — verbesserte sich der Vater — „aber Sorgen macht er sich keine." „Und wär es Dir lieber, wenn er sich ja Sorgen machen mW?" — fragte die Frau zärtlich — „dank Gott und sei froh, dass er ein fröhliches Gemüth hat, und dass wir uns um ihn, wie Du siehst, auch keine Sorgen zn machen brauchen." In Wahrheit hatte der halb kindische, halb geistreiche Brief des Knaben die Eltern in eine fröhliche Stimmung versetzt. Jentel hatte sich durch dieses Schreiben völlig mit ihrem Schicksal ausgesöhnt. Hatte sie doch von jeher gewünscht, dass Felix studieren solle und war doch dieser Wunsch jetzt erreicht. So lange keine Nachricht von ihm einlief, hatte sie sich allerdings dem Schmerze der Trennung hingegeben, nun aber hatte sie die allerbesten, die allersröhlichsten Nachrichten in der Hand. Felix fühlte sich glücklich, und verlangt ein Mutterherz mehr, als das Kind glücklich zu wissen. Auch auf Löb schien daS Schreiben in ähnlicher Weise gewirkt zu haben; sie sah ihm die Freude, die ihm dieselbe bereitete, an den Augen ab. Eine so gule Stimmung, die jetzt etwas seltenes war, eine so gute Gelegenheit, die sich nicht täglich wiederholt, durfte sie nicht unbenutzt vorübergehen lassen; und eine gute Stimmung war nöthig. denn sie hatte ihrem Manne noch ein Schreiben zu übergeben, ein Schreiben dessen Inhalt sie nicht kannte, es war vom Advocaten, deshalb fuhr sie in ihrer Rede also fort:! .Ueberhaupt soll sich der Mensch nicht viel dem Sorgen hingeben, denn man sorgt doch am Ende nichts heraus. Es ist alles eine Bestimmung Gottes. Wie er |toin, so macht er es, und der Mensch hat keine Gewalt es zu ändern." Die Miene des Mannes verfinsterte sich wieder, bei dieser Wendung der Rede. i „Warum bist Du auf einmal wieder so düster?" — i fragte die gute Fran. Mir lacht das Herz im Leib, wenn j ich an den Brief denk." j „Was, fragst Du Jentelleben" — antwortete der Mann — „ich denk' an einen andern Brief den ich aber erst erwarte." „Wie wenn der andere Brief auch schon da wäre?" fragte die Frau. „Wie?" — rief Löb Frank, sprang vom Stuhle auf, musste sich aber wieder setzen, denn er zitterte an allen Gliedern so sehr, dass er sich auf keinem Fuße halten konnte. — „Ist der Brief da? Lass sehen! Gib her!" „Hör' an mein Kind!"—sagte das Weib treuherzig — „Du hast da vorhin ein Wort gesprochen, daS hat Dir Gott selber eingegeben." „Was für ein Wort?" — fragte Löb Frank. „Und das bat mich muthig und gefasst gemacht" — fuhr die Frau fort — „ja der Mensch muss viel, muss Alles ertragen können, was Gott schickt, und er kann eS auch, wenn er will. „Den Brief, den Brief!" —schrie Löb Frank ungeduldia. „Roch nicht" — sprach das Weib in ruhigem, ernsten Tone — „nicht eher, als bi§ Du mir versprichst, dass Du, was immer in den Brief da auch stehen mag, die Fassung nicht verlieren willst." — Bei diesen Worten hielt sie daS versiegelte Schreiben hoch in der Hand. „Versprechen!"—seufzte Löb Frank — „und was nutzt es? werd' ick) es denn halten können? Wie soll mich das nicht ans der Fassung bringen, wenn ich lesen muss, denn ich weiß doch auch ohne zu lesen, was in dem Brief steht, wenn ich lese, dass auf der Welt kein Recht ist, und keine Gerechtigkeit." „Geld verloren, nichts verloren!" — sagte die Frau. Löb Frank aber erwiderte: „Ist es mir denn ums Geld zu tbun? Weißt Du denn nicht, dass mein Ruf, mein guter Name angegriffen ist? Weißt Du d>nn nicht, was auf dem Spiele stellt. Ebr' verloren. Alles verloren! lautet das Sprichwort weiter, das Du begonnen hast." „Und wenn Gott Einem die Ebre nehmen will, n>er kann es ihm wehren? Willst Dus? Kannst Du Dich gegen ihn auflehneu? Wird nicht am Versöhnungstage Alles bestimmt? wird nicht eingeschrieben in das große Buch, wer Ehre haben soll und wer keine?" „Und ist es mir denn um meine Ehre allein zu thun?" sprach Löb Frank in seufzendem Tone weiter — „ist es denn nicht die Ehre der ganzen Gasse, die mit der weinigen auf dem Spiel steht? Weißt Du nicht, wie, wenn Einer von uns fehlt, gleich Alle für den Einen verantwortlich gemacht werden, wie gleich Alle für den Einen büßen müssen? Wenn ich den Process, Gott soll hüten, verlier', steh ich dann nicht da, als ein Betrüger, und heißt es dann nicht der Jnd, und die Juden? Ist es denn nicht eine Entweihung des heiligen Namens?" „Das Alles ist leider wahr" — sagte Jentel Frank ruhig — „und dennoch muss der Mensch sich in Alles fügen, was Gott zuschickt. Wenn ers schickt, will er's wahrscheinlich nicht anders haben. Deshalb bitt ich Dich noch einmal, versprich mir ruhig zu bleiben Löb! und dann wollen wir den Brief öffne», und sehen, was drinnen steht." Löb gab das Versprechen und er wusste es wohl, er mochte wollen oder nicht, wenn er endlich erfahren sollte, was ihm der Advocat für Mittheilungen zu mache hatte. Diesmal hatte sich der Satz des Nabbi Baruch Fränkel glücklicherweise nicht bewährt. Der Brief enthielt gar tröstliche Nachrichten. „Sie habet!" —schrieb der Advocat an Herrn Frank — „den Process in erster Instanz gewonnen. Von allen den erhobenen Anschuldigungen sind Sie freigesprochen, dagegen ist der Gutspächter zur Zahlung der Summe, sowie der Gerichtskoften verurtheilt. Ganz so, wie ich es vorausgesehen habe Die Entscheidungsgründe des Justizamtes werden Ihnen Freude machen, wenn Sie dieselben lesen werden. Ich lade Sie zu dem Behufe ein, mir sobald es Ihnen gefällig ist, daS Vergnügen Ihres Besuches zu gewähren."

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