Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 48 (30.11.1900)
- Date
- 1900-11-30
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 30, November 1900 Nr. 48 sonds, zum Prager Freitisch-Verein, zur Jsvaclttischeu Allianz, zum Gemcindebmid und außerdem noch zu einigen anderen auvliuivtigeit Vereinen. Auch der Kreuzer-Verein für Waisen- 'uädchen. der Centralverein für die Interessen der Juden, der Lehecr-PensivnsfondS, alle in Prag, zahlen hier zahlreiche Mitglieder. Die „Chcwra Kadischah" besitzt einen Friedhof und Leichenwagen; außerdem befinden sich im Bezirke noch an zwei Orten vvn altershcr Begräbnisstätten, während die hiesige erst vvr 22 Jahren angelegt worden ist. Der derzeitige Cnltnsvorstehcr bekleidet sein Amt mit kurzer Unterbrechung seit dem Jahre 1881. 8. Pisck. Der Gerichtshof hat im nun beendigten Hülsner- Processe die Einholung des Gutachtens von Sachverständigen, ob an Agnes H r n z a ein S ch ä ch t e r s ch n i t t vollzogen worden sei, a b g e l e h n t, letzteres mit der Motivierung, dass das Gutachten der mevicinischen Faenltät erklärt, diese ÄÄnride hätte mit jedem beliebigen Messer beigebracht werden können. Was folgt daraus? Der Grund, loanuii die Untersuchung gegen Johann Hrnza wegen Ermordung seiner Schwester niedergeschlagen wurde, war nach beeidigter Aussage des Gendarmen Klunovec lediglich die Annahme, dass der Schnitt mit eineiu Taschenmesser nicht gemacht werden könne. Da diese Möglichkeit nun aber feststeht, so sollte die Untersuchung gegen diesen Verdächtigen wieder ausgenommen werden. Die Frage aber ist: Wo befindet sich zur Zeit Johann H r u z a V Ausland. Berlin, (©er Iudenhof). Ein interessantes Haus birgt der „Große Judenhof" in Berlin. Tritt man durch die schmale Eingangsgasse in diesen stillen Platz der Reichshauptstadt, Gouverneur von Petersburg ist gezwungeit, ihnen ein Zeugnis anszustcllen, das ihnen dies Recht gewährt, nnd darf es unter keinem Vorwände verweigern. Dieser Beschluss wurde getroffen infolge zahlreicher Couflictc zwischen dem Gouverneur vvn Petersburg nnd den jüdischen Kanflenten, denen der Gouverneur den Aufenthalt in der Stadt erschwerte. 3. Durch einen Erlass annulliert der Senat eine Entscheidung des Gouverneurs vvn Kiew, der der israelitischen Gemeinde das Recht abgestritten hatte, eine gewisse Summe auf die Fleischstener ansznrechnen. Nach dem Senate war das gesetzmäßig, denn diese Steuer ist bestimmt zur Unterhaltung der Synagoge und zur Bestreitung der Kosten für gewisse Gemeindeinstitiltionen. Odessa. (Ein Sieg.) Im Kampfe wider den Antisemitismus ist es den hiesigeu Juden gelungen, einen schönen Sieg zu erfechlen. Der von Osmckwiv begründete „Nenrussische Telegraph", welcher wi Jahre hindurch gegen ,,Inden und Ausländer" unermüdlich gehetzt hat, musste vor wenigen Tagen das Zeitliche segnen. Als die einzige große politische Zeitung Südrusslands, durfte das Hetzblatt sich eine Zeit lang 8000 zahlender Abonennten rühmen, ans die Däner aber konnte ein Blatt mit einem so negativen Programm sich nicht halten, am wenigsten in einer Stadt wie Odessa, deren jüdische Bevölkerung zn den politisch geschulten Inden Russlands zählt. Durch stilles, aber hartnäckiges Boykottiere», sowie durch Gründung liberaler Concurrenzblätter, welche an Reichhaltigkeit und Billigkeit das Aickisemitenblalt weit nberirafeu, ist es den Inden Odessas gelungen, das Schandblatt, welches schon bei gar manchem Judenkrawall die Hände im Spiel hatte, endlich todt zu machen. Am 20. October verschickte der „Nenrussische Telegraph" an feine wenig lreugebliebemm Abonennten seine eigene Todesanzeige, in der er meldete, so hat man vor'sich in dem Schatten'der alten AkaLe ein ein-! dass er „emstwellen" fein Erscheinen emsttlle. Kurz darauf wurde stockiges, hochgiebliges Gebäude, dessen lichtgrüner Anstrich ineck-! vom Gerichtsvollzieher die öffentliche Versteigerung der Druckerei würdig mit dem der altersgrauen Nachbarn contrastiert. Eine sowie des gesammteli Inventars des Anllsemitenblattes ausge- Steintreppe fuhrt zur Thür hinauf; das eiserne Geländer endet schrieben. mit blanken^ Messingknöpfen, der ganze Ban trägt das Gepräge! Basel. (Ganz wie b e i u n s!) In der Schweiz NVII. Jahrhunderts. Rector Küster schreibt in seiner Chronik i bekanntlich die Richter durch das Vvlk gewählt, vor Berlins von diesem Dause: „Das belle Haus all hier ist das den a . . , “ . /, . . ' , . .. . Erben des Geheimen Rathes und General-Fiscals Wilhelin i ^»elryes, wie bei den Wahlen der Reglerungsbeanckeu, jcc e Dühram, zugehörige, welches der Schutzjude Benedix Fürst vicle politische Partei mit ihren Vorschlägen tritt. Am 11. d. M. Jahre mietsweise bewohnte. Die Dnhrams gehörten der französifand hier die Wahl eines Civil- und Strafrichters statt. Znm Kolonie an. Wilhelm Dühram ivar General-Fiscal im (Xtmlricl)ter wurde der von den Liberalen vorgeschlagene Herr Munftermm der Justiz und Chef der Slrafrechtspstege, hatte — r. <z , t .r, cm rt oann außerdem die Jurisdiction über die gesummte Judenschast der j P^vsper Wolf gewählt, der un ersten Wahlgange 3300 Mark; wahrscheinlich war es der letztere Grund, der ihn veranz Stimmen erhielt. Rühmend hervvrzuheben ist, dass, obgleich die lasste, ^.seul Haus^unter die Kinder Israels zu bauen. Er. Eonservativen und Socialisteil Gegeneandidaten ansgestellt haben, starb 1/3o. Sein Sohn Georg Wilhelm wurde geadelt. Seine j jja§ Wort „Jude" während des ganzen Wahlkampfes nicht ge- Tocqter heiratete den Refugw Jean Henry Eolomb, denen , . . , , ... 0; <4, „ c Tochter Marie Elisabeth Eolomb rn zweiter Ehe Oie Gattin des j wurde uno auch cie Gegner anerkannten, dass Dr. Wolf, Obristwachmeisters v. Humboldt und somit die Mutier unserer! der sich durch einen Cvnnnentar zur BundeS-Gesetzgebung rühmbeiden Geistesheroen Ällexander nnd Wilhelm v. Humboldt wurde.! lich hervorgethau hat, des Rlchteramtes würdig sei. Das stille grüne Hans auf dem Judenhof darf sich also rühmen,! ' der Ausgangspunkt zweier der größten deutschen Männer gewesen zu sein." Schlochatt. (Antisemitische „Erfolge".) Wieder hat ein jüdischer Geschäftsmann infolge der aus Anlass des Konitzer Mordes in Scene gesetzten antisemitischen Hetzereien seine im lieb gewordene Scholle verlassen müssen. Der Kaufmann Herr B a u m - F ö r st e n a u hat seine seit etwa dreißig Jahren innegehabte Gastwirtschaft und Materialienhandlung verkauft, weil er von der christlichen Bevölkerung vollständig boycottiert wurde. Bukarest (Die Unterstützung der moldauischen Juden.) Die Herren Braun, Repräsentant des jüdischen Unterstützungsvereines in London und N. Astruk, Repräsentant der israelitischen Allianz in Paris sind dieser Tage Die Cnliuswahlen in Brünn. Brünn, 26. November 1000. Eine jüdische Volksversammlung. Die von den Jüdisch-Nationalen einbernfene öffentliche Volksversammlung im Redoutensaale,, fand am 24. d. M. mit der Tagesordnung „Die Cultusgememdewahlen" statt. Trotz des schlechten Wetters, das den Besuch wesentlich beeinträchtigte, waren etwa 600 Personen anwesend. Die Herren Vorstandsmitglieder waren, wie ja zu erwarten war, nicht erschienen. Muth haben und mit dem Volke fühlen, war niemals ihre starke Seite. Das erste Referat erstattete Herr Dr. L. Kahn aus Wien, der in einer glänzenden Rede die Nothwendigkeit des gegen die heutigen Cultusgememden geführten Kampfes des nationalen Judenthums in Jassy °mg°tr°ss°n, D.° b-id-n H-rr-n hab-n in Begleitung S' der Herren Goldenthal und Joanovitsch die Gemeinden Brünnei Eultusgemeinde. Durch Anführung concreter Fälle und von Stanra und Scnleni besucht, wo sie einer Anzahl armer Vorkommnisse, beleuchtete er die-feindselige, unwürdige Haltung jüdischer Familien Unterstützungen vertheilt haben. In diesen! des Vorstandes gegen jüdische Mtionen und Jttstitutwnen. Die Tagen werden die Herren auch die jüdischen Vorstädte von Jassy, sowie die dortige jüdische Volksschule besuchen, und dann ihre Rundreise in den Städten der Moldau beginnen, woselbst sie an ihre nothleidenden Religionsgenossen den Betrag von einer Million Francs vertheilen werden, welche die jüdischen Comites zu diesem Zwecke bestimmt haben. Petersburg. Die Juden in Sibirien, speciell aber in den Gouvernements Irkutsk und Jeniseisk, werden von den dortigen Behörden in geradezu empörender Weise behandelt. Söhne der alten, ausgedienten Nckolaus'schen Soldaten, sowie solche Juden, deren Großväter schon in Sibirien gewohnt hahvn und demnach zweifellos zu den „freien Ansiedlern" zu zählen sind, werden dennoch wie internierte Verbrecher behandelt. Wie diese, dürfen die Juden ohne obrigkeitliche Genehmigung ihren Wohnort nicht verlassen. Diese Genehmigung erfolgt in Gestalt eiue§ Passes, und wird dieser erst ausgestellt, nachdem über das Thun nnd Treiben des Bittstellers tue eingehendsten Erkundigungen eingczogen und officielle Recherchen angestellt worden sind. Der dann bewilligte Pass lautet stets für einen bestimmten Ort, das vom Inhaber angegebene Reiseziel. Stellt sich dann die Nothwendigkeit heraus, einen zwecken Ort zu besuchen, so muss der Inhaber des Passes erst nach seinen Wohnort zurückkehren und von da zionistischen Candidaten Herr Josef Feiwel, Wilhelm Sonderling und Dr. S. Strach hielten ihre Eandidatenreden, die von der Versammlung mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden. Nach der Rede des Herrn Dr. Kadlsch, kam ein gegnerischer Candidat, Herr Ludwig Straßer, zum Wort, der allerdings erst während der Rede des Herrn Dr. Kadisch sich zum Worte meldete, als dieser den abwesenden Vorstand und die anwesenden Freuden nicht die entfernteste Ahnung haben und sich nur parat halten, ihm auch äußerlich Adieu zn sagen, sollte dem gewählten Vorstand und den Inden sagen: „Wir bringen Euch das Opfer und thnn uns den Zwang an, an Cnltnswahlen theilznnehmen. Aber Ihr seid uns, die wir als Deutsche und Liberale kommen, bei den Reichsrathswahlen Revanche schuldig." Die Fabrikautengilde und die anderen Patrizier unser Stadt eilten herbei, um ihr Classenbewnsstsein mit den Candidaten zn dveninentieren. Zn dieser festgeschlossenen Masse unserer Uebernnd Nimmersatten gesellten sich zwei andere Kategorien von Wählern: die wirtschaftlich und geschäftlich Abhängigen neben denen, welche als jüdisch-politischer Kern der gegnerischen Wählerschaft die Vogel Strauß-Politik und die hyperbcscheidene, oft demüthige, vvr der öffentlichen Meinung sich feige verkriechende Haltung des Vorstandes billigen. „Die ruhigen Bahnen unseres bisherigen Gemeiudelebens" sind in ihrem Wahlaufrufe ihr oberster und einziger Prvgrammpilnkt. Die Wähler wollen also eine Eultusgemeinde mit ihrer bisherigen Unthätigkeit und lässigen Vertretung jüdischer Gesaiinutinteressen. Der Vorstand wird diesen Wink seiner Wähler verstehen und gewissenhaft befolgen. Er wird die administrativen Geschäfte schlecht und recht vvn Gemeiildebeamten führen lassen nnd selbst die parteipolitischen Geschäfte her Dentschliberalen besorgen. Die Kampfesweise nnd Agitation nuferer Gegner. Während die Opposition in durchaus loyaler und anständiger Weise während der ganzen Wahlcampagne den Kampf gegen einen von vorneherein übermächtigen Gegner führte, waren den Gegnern auch die im politischen Kampfe verpöntesten Mittel nicht zu schlecht, um mit Erfolg in Anwendung gebracht zn werden. Sie haben den Versuch gemacht, den Bürgermeister von Brünn zur Verweigerung des städtischen Saales für unsere Versammlung zu bewegen. Sie haben jüdisch-nationalen Wählern mit geschäftlichem Boycott gedroht. Sie haben ihre Angestellten zu Lügnern ihrer Ueberz-mguilg machen und zur Wahl der osficiellen Liste zwingen wollen. Sie haben Familienvätern die Entziehung der Stipendien ihrer Kinder in Aussicht gestellt. Sie haben in terroristischer Weise jedes wirtschaftliche und geschäftliche Abhängigkeitsverhältnis zn Wahlzwecken missbraucht. Sie haben Wählerfang und Wahlbeeinflussung in jeder Form betrieben. Kurz, sie waren scrupellos in der Wahl ihrer Agitationsmittel. Die Gemeindeorgane trieben vvr den Augen nnd ans Cvmmando ihrer Herren allerlei Wahlunfug. Ein Gemeindebeamter gieng so weit, bei einem jüdischen Begräbnisse die Wähler zu bearbeiten, eine Verrohung, die auch seinem agitatorischen Eifer übelgenommen werden darf. Der Obmann des Wahlcomites Dr. H. Fialla ließ es sich nicht nehmen, neben bezahlten Agitatoren im Gemeindelvcale Stimmzettel zn vcrtheilen und zionistische Wähler abznfangen. Er und der kaiserl. Rath Epler hatten vor der Wahl plötzlich ihre Freundschaft nnd Zuneigung zum kleinen Manne entdeckt und waren von einem Greißlerladen, von einem Geschäfte znm anderen gezogen, ans ihrer olympischn Höhe niedersteigend und Stimmen erbettelnd. Auch die anderen, sonst so stolzen hochwohlgeborenen Herren, spielten Volksmann — den Wählern gegenüber. Auch der Herr Straßer, der Klotzberg der Brunner Eultusgemeinde, war sehr schneidig, als er im Hanse der Eultusgemeinde dem Hausmeister thätig Beihilfe leistete.. Wir gratulieren dem Vorstande zu dieser seiner Acqnisition. Am 25. November haben die Assimilanten einen unschönen Sieg errungen. Der jüdisch-nationale Gedanke aber hat festen Fuß gefasst nnd fordert von der Zeit die Verwirklichung seiner Ideen. Er beherrscht heute die gesammtc jüdische Jugend, soweit sie noch jüdisch fühlt und denkt, er beherrscht die breiten Schichten unseres Volkes. Diesen das Recht zu erobern, in der Cnltnsgemeinde ein entscheidendes Wort mitznsprechen, diesen der Muthlosigkeit zieh. Herr Straßer j das bisher vorenthaltene Wahlrecht zn verschaffen, eine nationale nnd wirtschaftliche Thütigkeit von der Eultusgemeinde immer und überall zn fördern, die Inden Brünns über die wahre Natur und das Schankelspiel ihrer Repräsentanz in Wort und Schrift aufzuklären, soll unsere Thätigkeit . in den nächsten zwei Jahren sein. Das öffentliche Gewissen unter den Juden ward durch diese Wahl mächtig erweckt nnd soll nicht mehr z n r Ruhe kommen. Wir w e r d e n n i ch t a u f h ö r e n, unser „e e t e r u m censeo“ Wählern n n d Gewählten schweigenden Gegner schwieg sich über das Sündenregister, das dem Cultnsvorstand vorgchallen worden war, gründlich ans. Seine Redv bestand aus' der wiederholten Petheuerung, dass er sein Herz jederzeit aus dem rechten Flecke trage, aus einer Anrempelung der Wiener Redner und ans der Aufforderung an die Opposition, mit Anstand und Würde zur Wahl zu schrecken. Aus dem Munde eines Mannes, der vor zwei Jahren noch ein erbitterter Gegner des Cultusvorstandes war und herrte ihm wie am Tage der Wahl Hausknechtsdienste leistet, klingt ein solcher Appell gar zu komisch. Nach ihm hielt Herr Dr. Krziwaczek, eine deutsch-liberale Wahlmachergröße, seine Carldidatenrede für die bevorstehenden Genus um einen neuen, aus den zweiten Ort lautenden Pass bitten, , . . _ .. Ferner wird ein Pass nur für die Dauer von zwei Monaten Leben zurückziehen, über sie zur Tagesordnung ubergehen könnten! und nur einmal im Jahre ertheilc. Endlich erfreuen sich beiweitem! Zuvor hatte noch Herr Straßer durch ein mvhünscenieites Wahlnicht alle Juden dieser minimalen Bewegungssreiheit. Ganze! Manöver die Versammlung zu stören versucht. Die Absicht nnsslang Kategorien von Juden, wie Musikanten, Hilfsschreiber, Handlungs-j und die Versammlung konnte in aller Ruhe zlt Ende geführt gehilsen, sowie ungelernte Arbeiter sind buchstäblich in ihrer» werden. Wohnorte interniert und dürfen dessen Bannkreis nicht verlästert, und nur Handwerker, langjährige Kaufleute, sowie Hausbesitzer meinderathsrvahlcn. Der Herr Doctor machte den Eindruck . t m m c x wieder zuzurufen : Euer S y st e m i st eines sehr naiven AstlMtlarrten und emes Ktrchthurmpolrtrkers , f . . . lt „ h nnsaerottet werden mit sehr kleinlichen Kalibers. Für ihn hört hinter Wien dre Machth n l r l o s und m u s s a u s g e r o t t e r w c r o e l litt sphäre des Antisemitismus auf. Er führt als einfacher Soldat S t u m p f u il d S t i e l. N. den gemeinsamen Kampf gegen alle finsteren Mächte. Der Arme > - befürchtet, dass die Parteien, wenn sich d .e Juden vom öffeutlichen? erhalten einen Pass. Irgend ein Recht, völlig unbescholtene, nicht nach Sibirien^ „verschickte" Juden so zu internieren, besitzen die Die Wahl. Bei früheren Wahlen konnte das gesetzliche Achtel der Ein Hausmittel. (Zur Reform des § 240 der Strafprocess- Ordu u n g.) Wir wollen die Frage uuerörtert lassen, ob auch unter gelehrten Richtern Männer sich finden können, welche von oststbirischen Beborden keineswegs, aber rn Ost,lblnen dürfen sich ^,m die Wahl giltig zu machen. Diesmal waren von 1200 die Behörden gegen die Juden eben alles erlauben, denn nirgends hfhererfitinle,» 700 also 58°/ an der Urne erschienen 500 wie in Ostsibirien gilt die Klage des russischen Bauern, dass der, ^aylverechtigte» /ou, ai)o 5« /0 an Der ucne erMenen ouu Himmel hoch und der Czar fern ist. Auch der Senat ist von Ost-! Stimmen erhielten die offlciellen, 200 die oppositwuetten Candlstbirien gar zu fern, so dass eine Beschwerde an ihn kaum vor daten. Die äußerst rege Wahlbetheiligung ist unser Erfolg, den 15 Jahren Erfolg haben könnte. Man möchte es kaum glauben,! auch das Wahlresultat und die gewiss sehr starke Mehrheit dass eme solche willkürliche Behandlung der zweckausend Juden' ,jfht , rja ift und bleibt unser Verdienst Ostsibiriens möglich und denkbar sei! Da diese Nachricht aber!S/l Ichmalern vermag. ES i,t nno viewr rm,er Bervtenst, von russischen Blättern gemeldet worden, so ist bei den in Rufs-j das gleich Null gewordene Interesse der Brüuner Juden für land bestehenden Censurverhältnissen an ihrer Richtigkeit leider jüdische Angelegenheiten und für ihre Vertretung wachgerufen kaum zu zweifeln. T. I zu haben. Aber nicht als Juden erfochten unsere Gegner ihren Petersburg. (A u f e u t h a l t s r e ch t.) Der Senat hat Sieg. Es war in erster Linie ein dentschliberalcr Wahlsieges kürzlich folgende interessante Entscheidung getroffen: 1. Die war in zweiter Linie ein Sieg der wirtschaftlichen Uebermacht fremden Zsspaeliten haben das Recht, in den Städten zu wohnen,' und nur zum geringsten Theile der Erfolg eines jüdischdie an deü'. Grenzen von Turkestan liegen, unter der Bedingung, politischen Princips. Die ganze Assimilationsgarde der hiesigen dass sie Zeugnisse besitzen und die Patente bezahlen. 2. Die! FortschriMpaetei marschicrte auf. Man wird das verstehen, israelitischen'Kaufleute erster Gilde, die die Städte des Terri-!we»n man weiß, dass die Gemeinderathswahlen vor der Thüre torinms bewohnen, haben das Recht, zeitweilig in der Hauptstehen. Die Wahlbetheiligung aller nnserer deutschen und stadt zu toohneu, um über ihre Geschäfte zu ivachen. Der deutschesten Inden, die vom Judenthum seinen Leiden und Wähler nur mit Mühe und Noth zur Wahl gebracht werden, j Jugend auf anerzogeue Berachtung alles Jüdischen, die ihnen während der Hochschnlzeit regelmäßig zur fixen Idee geworden ist, nicht zum mindesten als' innere Befangenheit dem jüdischen Beklagten oder Kläger gegenüber empfinden. Mag zugegeben werden, dass der Richtereid das letzte Flackern des Judenhasses für immer unterdrückt, indem er den richterlich e n Beamten dauernd dem politischen Hader entzieht und auf eine höhere Warte stellt, als ans die Zinnen der Partei: der Richter ans d e in Volke, der die Missachtllttg des Judenthums mit der Muttermilch eingesogen hat, dem sie allsvnntäglich von 5l'allzel und Tribüne mit jenem wilden Feuer gepredigt wird, welches religiöser und politischer Fanatismus den Dienern seines Wortes leiht, kann die Gedanken und Gefühle, mit deneil sein Jirnerstes solcherart imprägniert wird, nur in hartem, stets erneutem Kampfe zurttckdrängen. Mühsam nur wird er die innere Stimme besiegen, die allem sich regendeii Zweifel an der Schuld des Beklagten, die jedem mildernden Elliwurf in den verschiedensten Landes-