Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1900-10-12 · 41 (12.10.1900) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
41 (12.10.1900)
Date
1900-10-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2432763-2432811-2432852--0723-2434403
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 12. Oktober 1900 Nr. 41 Kräfte mehren, ihren Körper stählen »vollen. Die feste Ueberzeugnng von der eminenten Nothwendigkeit eines jüdischen Turnvereines ließ unS bisher standhaft gegen alle Unbilden ankämpfen, die einen jüdischen Turnverein auf seinem Leidenswege verfolgen. In einer jüdischen Gemeinde von 180.000 Seelen war es nicht möglich, ein seinen Bedürfnissen entsprechendes Local zu erlangen — eine Thatsache, gleich charakteristisch für die politischen Verhältnisse, wie für die Indolenz der Inden. Die Benützung einer öffentlichen Locales wird uns verweigert, und der Jude findet nicht die Kraft, sich selbst zu helfen. Daher ergeht an alle jüdischen Mitbürgern die dringende Aufforderung: Unterstützt unseren Verein, ein jeder nach seinen Kräften, in moralischer und materieller Beziehung, damit wir nicht in die Lage kommen, vor der Oeffentlichkeit das Geständnis *u machen, dass die Judenschaft nicht imstande sei, das geringfügigste Unternehmen auS eigener Kraft zu vollbringen. Für den Ausschuss: zur. Bela F e l s e n b u r g. J.-U.-C. Karl Löw. dz. Vicepräses. dz. Präses. Anmeldungen und Aufnahmen im Turnlocale. » Berehrliche Redaction! Nachstehende Zeilen begleite ich mit der ergebenen Bitte, denselben in ihrem geschätzten Blatte Raum geben zu wollen. „Ohne Eintrittskarten ist selbst zu Seelenheil der Eintritt in den Tempel nicht gestattet!" So zu lesen gestern an allen Tempelthoren! Nun, eine löbliche Cultus- oder Tempelgemeinde kann ja über ihren Tempel nach Gutdünken verfügen, und es darf sich niemand anmaßen, etwas dreinzureden. Und doch und doch! Was gab es gestern blos für nette Scenen vor dem einen Tempel, vor dem, mit unzähligen anderen Damen und Herren auch ich, wie seit Jahr und Tag, geduldig standen, des Einlasses harrend. Während die einen froh waren, aus dem Gedränge zu kommen, pochten die andern auf ihr altgewohntes Recht, und sie pochten, dass die Scheiben klirrten! Hängt man doch so sehr an der Ueberlieferung, an dem Glauben, dass man wähnt, die theuren Verblichenen, für deren Seelenheil man betet, müssten ruhiger ihren ewigen Schlaf halten, wenn man vereint mit der Gemeinde betet, und sei es auch kaum bei der Thür, denn weiter kommt man doch nicht. Und das kostet doch die Gemeinde nichts, da die theuren Plätze doch alle verkauft und vermietet sind. Oder etwa nicht? Sollten sie blos an Protectionskinder vergeben fein? Ja, wenn sich jeder einen Sitz nehmen könnte! Meinen Sie nicht, Herr Redacteur, dass es viel angenehmer ist, als zu antichambrieren? Wer es kann's nicht jeder. Ich weiß viele, die bei der größten Pietät diese Ausgabe nicht leisten können, andere, die einem lieben Angehörigen, den sie unterstützen, zu Feiertag den Ueberschuss zuwenden, mit dem sie einen eleganten Sitz bezahlen könnten und demüthig an der Thür ihr Gebet verrichten, weil sie, der theuren Verklärten gedenkend, in gutem Glauben handeln, dass es gottgefälliger sei, die Bedürftigen zu unterstützen, als den Sitz zu mieten, wenn man nicht beides vermag! Welches will eine löbliche Gemeinde durch das Aussperren uns abgewöhnen, die Wohlthätigkeit? Das bisschen Pietät? Denn viel ist ja nirgends vorhanden, in jedem Falle ein lehrreiches, nachahmenswertes Beispiel für unsere Heranwachsende Jugend, dieses Ausweisen der Besitzlosen! Für die Aufnahme dieser Zeilen höflichst dankend Hochachtungsvoll Eine für viele. Kernils- und DkrsMUllullgsberichtk. Humanitärer GeselligkeitS-Verein „Schlaumeier". Der humanitäre Geselligkeits-Verein „Schlaumeier" veranstaltet am Dienstag, den 16. October 1900, im Prachtsaale Hotel „Bairischer Hof", II., Obere Augartenstraße anlässlich der Simchas-Thora- Ferer einen gemüthlichen Unterhaltungs-Abend, verbunden mit Concert, Vorträgen und Tanzkränzchen. Nachdem das Reinerträgnis zur Bekleidung armer Schulkinder verwendet wird, so haben hervorragende Kunstkräfte ihre gütige Mitwirkung zugesagt. Die Concert und Tanzmusik besorgt die k. u. k. Militär- Capelle der Tiroler Kaiser-Jäger Nr. 3. Artistische Leitung: Herr Heinrich Hahn. Tanz-Arrangement: Herr Rechnitzer, Tanzschul-Jnhaber II. Stephanieftraße 2. Beginn halb 9 Uhr. Entröe im Vorverkauf Kr. 1.—; an der Cassa Kr. 1.20. Familienkarten giltig für vier Personen, im Vorverkauf Kr. 3.—, an der Cassa Kr. 4.—. Gefällige Zuschriften, sowie eventuelle Spenden für Juxtombola rc. rc. sind an den Vereinscassier, Herrn D. B r o s a n, II., Leopoldsgasse 31, zu richten. MMhrttrmgen aus dem Publicum. (Das Ltauböl) ist eine unschätzbare Erfindung für alle Räume, welche der fürsorglichen Hand einer Hausfrau entbehren und infolge ihrer Bestimmung eine alltäglich gründliche Reinigung nicht gemeßen können. Wir können aus eigener Erfahrung sprechen, wenn wir dem Stauböl eine besondere Wirkung zuerkennen; eine Probe mit Zentner's Stauböl wird unsere Empfehlung sofort rechtfertigen. Die Adresse für den Bezug des Stauböls ersehen unsere Leser im Anzeigentheile. (Eine kleine Aufmerksamkeit) ist es doch, wenn man — so wie unser strebsamer Glaubensgenosse Herr A. S t e i n f e l d, Schuhwarenhändler, V., Schönbrunnerstraße 38 (Krystallpalast) — die für den bevorstehenden Versöhnungstag (Jom Kipur) üblichen Pantoffel vorzüglicher Qualität seinen verehrten Kunden schon von heute an ganz unentgeltlich zu deren Verfügung stellt. Krieflrasteu. ©. S., Jaffy. Ihr Vorschlag mag ja gut sein, aber wir Sud nun einmal Journalisten und nicht Maler. Das Bild, welches e sich zur Veranschaulichung des Elends der rumänischen Juden wünschen, können sie ja dort Herstellen lassen. Fraglich ist es nur, ob es dort wirken wird, wo es noththut. R. D., Amstettr». Ihr Abonnement lief am 1. October ab, ist daher zu erneuern. — Briefe für den Verein „Moriah" Snd an deffen Präsidentin Fräulein Natalie Po Hak, IX.» Sährinaerstraße Nr. 3, zu richten. — Zur endlichen Erfüllung Ihre- Wunsches unsere Gratulation! MWr DMsvttkiil in Wien. Der „Jüdische Volksverein" Hot den Zweck, überall dort, wo die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Juden geschädigt werden, helfend und schützend einzugreifen, den Geist der Zusammengehörigkeit unter den Juden zu fördern und zu heben und alle Theile zu einem festen Ganzen zu vereinigen. Wer nur eitlen Funken Gefühl für die politische Drangsalierung, wirtschaftlichen Boykotts und gesellschaftlicher Missachtung, unter denen wir Juden zu leiden haben, hat, muss einsehen, dass unser Verein nur dann Ersprießliches zu leisten vermag, wenn in unseren Reihen das gesammte jüdische Volk steht. Es ist daher nothwendig, dass eitt jeder Jude dem jüdischen Volksvereine als Mitglied beitrete. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird dem eigenen Ermessen jedes Einzelnen anheimgestellt. Anmeldungen werden im Vereinslocal II., Leopoldsgasse 49 entgegengenommen. Verzeichnis der den Mitgliedern deS Jüdischen VolkS Vereines zngeftandenen Preisermäßigungen: 1. Vivarium, Thiergarten und Uraniatheater ä 50 Heller, 40 Heller und 30 Heller, an Sonn-und Feiertagen ü 20 Heller. 2. Jantsch-Theater im Prater blos an Wochentagen 25°|n alle Plätze. (Vereinsanweisungen.) 3. Deutsches Volkstheater 20 Heller bei Stehparterre. Balkonsitze durch Vereinsanweisungen Tags zuvor ohne Vorverkaufsgebühr. 4. Dianabad gegen Vereinsanweisung zu ermäßigten Preisen. 5. Katharinenbad, XVI. Dampfbadgasse, 20°/„. 6. Marienbad, VII. Schottenfeldgaffe 94, 25°/^. 7. Russisches Schwitzbad, VI. Linieng. 5, 20°/o. 8. Brünnlbad, IX. Borschkegasse 4, 20°/.. svmtm&mmßvmmivmmm »4? Unklltgeltlichk ÄkilemmittlilUS des Haudelsaugestellteu-Bereines „Errmuah" in Brün«. (Den P. T. Chefs steht diese Rubrik unentgeltlich zur Verfügung.) Neueste Nacaureu-Kiste: Comptoir ist, mit schöner Handschrift, Stenograph. Com m i s, Schnittwaren, Falkenau a. E. Commis, Manusactur. Klattau. Commis, Herrenmode, Teplitz. Commis, Colonialwaren, Taus. Praktikant, Holz, Provinz Mähren. C o m p t o i r i st, Tuch, Brünn. Praktikant, Producten, Brünn. C o m m i s, Colonialwaren und Manusactur, Kaplitz, Böhmen. Commis, Colonial, Trebitsch. Comptoirist, deutsch und böhmisch, Pilsen. CommiS, Schnittwaren, Boskowitz. Commis, Tuch, Altötting. Praktikant, Schürzenerzeugung, Brünn. Praktikant, Photograph, Brünn. Commis, Eisenwaren, tüchtiger Verkäufer, Ung.-Hradisch. Praktikant, Colonialwaren, Welka. C o m p t o i r i st, Eisen, deutsch-böhmisch, Göding. Der Verein für nnentgeltlichen Arbeitsnachweis in Wien sucht folgende Arbeitskräfte jüdischer Cmtfesfion: 1 Schneider für große Kundenarbeit und 1 für Hosen und GiletS, beide nach auswärts, 1 Fahrrad- und Nähmaschinen- Reparatenr nach auswärts. Schuhobertheilherrichter, guter Kleber, böhmisch sprechend, nach auswärts, 1 Friseur, tüchtig, nach auswärts, 1 GeschästSdiener der Lack- und Farbenbranche, Binder bevorzugt. Lehrlinge, ferner 1 SpeditionSoeamten, tüchtig in der Expedition und im Sammclverkehre, 1 CommiS der Knopsbranche, sowie Lager- und Comptoir-Praktikanten. Persönliche Vorstellung im Bureau des Vereines, II., Taborstraße 59, von 7,12 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 11 Uhr. ztrllen-Gesuche. Comptoirist, 18 Jahre alt, beider Landessprachen mächtig, Stenograph, sucht Posten. Gest. Anträge unter „Freimuts" a. d. Adm. C o m p t o i r i st, Absolvent der Rupprich'schen Handelsschule, bereits durch fünf Jahre in der Colonialwarenbranche thätig, selbständiger Correspondent, deutsch-böhmisch, Stenograph, der einfachen und doppelten Buchhaltung mächtig, sucht Posten. Gefl. Anträge unter „Emil Ekler" a. d. Adm. Sollicitator sucht Posten. Gefl. Anträge unter „Fleißig" a. d. Adm. Praktikant wünscht in einem Specerei- und Delicatessenaeicymre unrerzutommen. Geneigte Anträge unter „Hermann Wachsberger" a. d. Adm. CommiS der Eisen-, Colonial- und Materialwaren- CommiS der Eisen-, Colonial- und Materialwarenbranche, der deutschen uud böhmischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, sucht Posten. Gefl. Anträge unter „Julius Harlmann" a. d. Adm. CommiS, der Lederbranche, deutsch-böhmisch, sucht Posten, Test. Anträge unter „Gmil Löw" a. d. Avrn. RechnungS-Unterofsicier, der deutschen und böhmischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, sucht irgendeinen Posten. Test. Anträge unter „Joses Nosrnfeld" a. d. Adm. CommiS der Schnittwarenbranche, deutsch und böhmisch, sucht Posten. Offerte unter „S. Graf" a. d. Adm. . ..Junger Mann, Absolvent der Staats-Oberrealschule in Brunn, Hörer der technischen Hochschule, Stenograph, der deutschen und böhmischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, thellweise auch der französischen und englischen Sprache, sucht Posten als Administrator, Seeretär oder in einem größeren Geschäftshause. Gütige Anträge unter „Samuel Bock" a. d. Adm. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Kulte. (Fortsetzung.) „Herr Lehrer!" sagte die Frau, „Felix ist wieder gesund und wird, so Gott will, bald wieder anfangen, in Cheder zu gehen; aber ich Hab' Sie um etwas bitten wollen. Das Kind hat, wie Sie sagen, einen guten Kopf, nicht wahr?" „Aristoteles ist ein Hund gegen ihn," erwiderte der Lehrer. „Nun sagen Sie mir," fuhr die Mutter fort, „meinen Sie nicht, dass er in seinem Alter und bei seinem Kopf mehr lernen könnte, als er lernt. Zum Beispiel: Sprachlehre, Rechtschreibung, kurz die deutschen Gegenstände. Das Kind darf doch nicht so anfwachsen, wie die anderen Kinder; er muss doch auch etwas für die Welt lernen. Gemoreh ist recht, aber er muss doch etwas werden." „He," lachte der Lehrer, „seien Sie unbesorgt. In vier Wochen lernt Ihnen Felix zwanzig Sprachlehrers und dreißig Rechtschreibungen zusammen. Er braucht sie nur einmal durchzulesen, weiß er sie schon auswendig." „Nun," sagte Jentel Frank, mir ist es recht. Fangen Sie aber bald an, je früher, desto besser, denn ich Hab' meinen Plan mit dem Kind. Es wird nächstens von Wien ein Bekannter von meinem Mann herauskommen, und ich möcht' mit dem Kind keine Schande aufheben." In dieser Weise wusste die kluge Frau unter Vorschützung mütterlicher Eitelkeit ihre wahre Absicht zu verbergen; denn sie dachte, der Lehrer wird sich mehr Mühe geben, wenn er nicht weiß, dass Felix bald in die Fremde gehen und nur noch kurze Zeit sein Schüler bleiben soll. # Was aber Felix selbst betrifft und was für Gedanken sich in ihm herumtummelten, das werden wir gleich erfahren, sowie er das erstemal nach seiner Krankheit das Haus verlassen wird. IV. Ein geheimmsvolles Buch. Im Grunde hatte Felix zu seinem Lehrer eine recht herzliche Zuneigung. Bloß von jener Furcht, welche die anderen Kinder vor demselben hatten, war er frei; wenn die anderen Kinder die muthwilligen Launen und Spässe, die sich Felix erlaubte, nicht wagten, so geschah dies — ganz abgesehen von dem Unterschied des Temperaments — nur darum nicht, weil sie das „Staberl" (Stäbchen) fürchteten, mit welchem der Lehrer, wie sie aus Erfahrung wussten, trefflich umzugehen verstand. Von jener Ehrfurcht, die aus innerer Achtung entspringt, war bei ihnen keine Rede; der Lehrer verstand es eben nicht, zu imponiereu und sich schon durch sein bloßes Auftreten Achtung zu verschaffen. In der Güte, d. h. in der Länge, Dicke und Biegsamkeit seines „Staberls" lag das jeweilige Maß der Achtung, das sie ihm zollten. Man kann sagen, das „Staberl" war seine rechte Hand, ja, man kann sagen, es war mehr als diese, denn gesetzt den Fall, der Lehrer hätte zufälligerweise gar keine rechte Hand gehabt, dann konnte er das Erziehungsinstrument, in welchem seine ganze Kraft lag, noch immer mit der linken zur Genüge handhaben, und dass Leute, die in die Nothwendigkeit versetzt sind, sich der Linken statt der Rechten zu bedienen, mit der Zeit in der Linken eine enorme Geschicklichkeit entwickeln, ist bekannt; aber ohne „Staberl" wäre der Lehrer ein geschlagener Mann gewesen, wenigstens in Gefahr, ein „geschlagener" Mann zu werden. Denn mit der Hand allein konnte er unmöglich ausreichen, so viel „Pätsch" (Ohrfeigen) gibt es gar nicht in der ganzen Welt, als er an manchem Tage hätte austheilen müssen, und wo sollte er dazu die Hände hernehmen! Es steht zu befürchten, dass er solche eher bekommen hätte. Felix hingegen, der, wie gesagt, von solcher Furcht frei war, empfand für den Lehrer eine gewisse Neigung. Hinter feinem Rücken, wie die anderen Kinder pflegten, hat Felix nie etwas unternommen; was er that, das that er frei. Diese Neigung bewirkte es auch, dass Felix gleich damals, als ihn im Walde jener Bauernbursche misshandelt hatte, sich vornahm, mit dem Lehrer eine wichtige Unterredung zu haben; er wollte sich nünilich über einige Fragen, die ihm infolge des erlebten Vorfalles aufgestoßen waren und die ihn quälten, Belehrung holen; und gewiss hätte er diese Unterredung, die er selbst eine wichtige nannte, nicht bis jetzt hinauSgeschobcn, wenn er durch Bür Lederers Dazwischenkunft nicht krank geworden und an der Ausführung seines Planes verhindert worden wäre. Jetzt war er wieder im Cheder. So lange die anderen Kinder anwesend waren, benahm er sich ganz gleichgiltig; er hörte dem Gegenstände, womit man sich eben beschäftigte, scheinbar aufmerksam zu. Innerlich wurde er aber von einer fürchterlichen Ungeduld geplagt; er konnte kaum erwarten, mit dem Lehrer unter vier Augen zu sprechen. Seine Theilnahme war so ganz bei seinen Gedanken, dass ihm die Abwesenheit Gumpels zur Ueberraschung des Lehrers, sowohl als der Mitschüler nicht einmal ausgefallen war. Letztere machten hieraus sogar den Schluss, dass die .Chawrusse* (Kameradschaft) schon zu Ende sei, und jeder von ihnen freute sich im stillen darüber, indem er sich Hoffnung machte, die Stelle Gumpels bei Felix ein-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.