Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 38 (21.9.1900)
- Date
- 1900-09-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 38 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt Seite 3! Anden, welche die stärksten Stützen der magyarischen Staatsidee sind, verantwortlich nrachen. Und die Inden haben nicht | mir durch Worte ihr Ungarthum bekundet, sondern die großen geistigen und ökonomischen Fortschritte, welche Ungarn in sehr kurzer Zeit gemacht hat, sind mit zum großen Theile, manchesmal auch ausschließlich, ihr Werk. Aber ein Volk darf und kann nicht ungestraft seine nationale Individualität anfgeben, es darf sich nicht schwächen, indem es ein anderes stärkt. Dieser Satz, welcher gerade in der Geschichte der jüdischen Politik des neunzehnten Jahrhunderts sich so vielcmale durchgesetzt hat, bewährt sich auch bei den ungarischen Juden. Unter den Christen Ungarns machen sich Anzeichen einer Bewegung bemerkbar, welche ein Anschwellen des Antisemitismus in absehbarer Zeit erwarten lassen. Als Wortführer dieser Bewegung meldet sich jetzt die gerade von den Juden so verhäts^elte Universitätsjugend, welche auch Trägerin der extremsten chauvinistischen magyarischen Idee ist. Die Tagesblätter haben über die antisemitischen Lärmscenen berichtet, welche sich gelegentlich der Ausschusswahlen für den Stndentenverein der Budapester Universität abspielten. Diese lassen die ungarische Studentenschaft in einem sehr zweifelhaften Lichte erscheinen. Sie sind jedoch auch ein Fingerzeig, ein Nene tekel für die ungarischen Juden. Diese müssen, so lange noch Zeit ist, umkehren, sie müssen wieder Inden werden und nur als solche für ihr Vaterland wirken. Den österreichischen Juden aber mag auch dieser crasse Fall wieder als Beispiel dienen und sie an den alten weisen Spruch gemahnen, der wahr sein wird für alle Zeiten: »Deine Erlösung nur durch Dich selbst, Israel!" Zur Wahlbewegung unter den Juden. Brief aus Lemberg. September 1900. Die durch die Auflösung des Reichsrathes neugeschaffene Situation erweckt in unserer aus verschiedenen Schattierungen und den heterogensten Elementen mosaikartig zusammengewürfelten Landbevölkerung das lebhafteste Interesse, und die bevorstehenden Neuwahlen bilden das Tagesgespräch aller Kreise. Hierbei wiederholt sich immer wieder von neuem das alte charakteristische Schauspiel der Interesselosigkeit und Indolenz unseres jüdischen Volkes seinen eigenen vitalsten Fragen gegenüber. Denn alle möglichen Wahlcombinationen werden aufgeworfen und ins Calcül gezogen, diverse Wahlergebnisse und Eventualitäten erwogen und geprüft, nur das Verhältnis der j ü d ischen Wähler zu ihren jüdischen Candidaten bleibt von der Betrachtung ansgeschaltet und wird beiseite gelassen. Es scheint, als ob unsere Juden die Vorkommuisie während der letzten Reichsraths-Periode, wie die westgalizischen Juden-Excesse, den Mädchenraub, die Weitestbekannte Präterierung jüdischer Beamten aus Amt und Stellung, die berühmten Boryslawer Länderbank-Affairen, die Entziehung des Salzverschleißes durch den galizischen Landesansschuss u. s. w., ganz aus dem Gedächtnisse verloren haben. Der längst erhoffte Zeitpunkt muss sich endlich einstellen, an dem unsere Juden sich aufraffen und einsehen, dass s i e ihre bisher vernachlässigten Interessen vertreten müssen und sich nicht als blindes Stimmvieh stets in das Schlepptau fremder Interessen nehmen lassen. Da die Juden Galiziens nothwendigerweise auf ihre S e l b st h i l f e mehr als sonst angewiesen sind, erscheint es unbedingt n o t h w e n d i g, dass sie ihr Augenmerk ihren jüdischen Candidaten in weit höherem Maße als bisher zuwenden und keinen Augenblick außeracht lassen, dass, wenn sie vom Reichsrathe irgendeine Verbesserung ihrer Lage erreichen sollten, dies nur durch eine Gruppe erprobter, uneigennütziger jüdischer Candidaten erzielt werden könnte. Schwergeprüfte, bedrückte Inden Galiziens! Bedenket, dass die Wahlen in den Reichsrath kein Object des Handels sind, bedenket, dass dort öfters Fragen zur Verhandlung gelangen, die nicht allein die geistige Existenz und die Ehre des Gesammtjudenthums betreffen, sondern es werden auch Anträge und Gesetze berathen, di; das Sein oder Nichtsein tausender jüdischer Gewerbetreibender ausmachen. Seid daher auf der Hut, vergeudet die Zeit nicht mit leerem Tand, sondern denket an Euch selb st, an das Wohl Eurer Kinder und an die Zukunft derselben. Die Bildung selbständiger jüdischer Wahlcomites ist daher in größeren Gemeinden dringend geboten. J. P. * * * * Krief aus Prag. Das Jahr 1 897 mit seinen folgenschweren Ereignissen droht den Prager Inden mit den Neuwahlen in den Reichsrath wiederznkehren, wenn sie es nicht verstehen werden, sich die gemachten Erfahrungen zunutze zu machen. Kein Ereignis kann der Judenschaft in Prag solchen Schaden zufügen — in Ansehung ihrer Organisation — wie ein faux pas bei der allgemeinen Stimmabgabe. Und wie diese geschehen sollte, damit dieses verfassungsmäßige Recht uns nicht zum Fluche wird, das auseiuanderzusetzen, ist der Zweck dieses zeitgemäßen Aufsatzes. Um das Prager Mandat in der V. Curie — und nur um dieses kann es sich handeln — werden sich voraussichtlich folgende Candidaten beziehungsweise Parteien bewerben : Breznovsky als Candidat der Jungczechen mit antisemitischer Tendenz; D e d i c, Candidat der Socialdemokraten, eine blos a ng e b l i ch für confessionelle Fragen indifferente Partei; Pater Simon, Candidat der clerical-antisemitischen Partei; ein noch unbekannter Candidat der radicalen (Baxa) Partei; die Realisten, deren Candidat der Führer Prof. M a s a r y k aller Wahrscheinlichkeit nach sein wird; die Deutschen endlich dürften sich einer Wahl enthalten: so präsentirt sich die Lage in Bezug auf die Wahlen und sie gleicht ganz außerordentlich einer Mausfalle für die jüdischen Wähler. Wie werden sich diese den gegebenen Verhältnissen gegenüber verhalten? Oder wie sollen sie sich verhalten, damit all das, was vor drei Jahren geschah, nicht noch in verstärktem Maße wiederkehrt. Schreiten wir zur Beantwortung der ersten Frage, wie werden sie wählen, wenn sie cs unterlassen, über die Folgen nachzudenken? Ein Theil, der längst nur nominell jüdisch ist, wird, so unmöglich es den Fernstehenden scheinen mag, den Breznovsky wählen, weil sie eben Czechen und keine Inden sind. Baxa und Pater Simon dürften auf keine jüdischen Stimmen reflectieren, werden auch keine bekommen, etwas anders ist es mit den zwei letzten Parteien, der socialdemokratischen und der realistischen, diesen zweien dürften alle jüdischen Stimmen, ausgenommen den oben angedeuteten Bruchtheil, zufallen, der ersteren jener Theil der Inden, die es eigentlich nicht mehr sind, der letzteren alle übrigen; denn sie empfinden ein Dankbarkeitsgefühl gegen diese Partei und besonders gegen den muthigen Führer Professor Masaryk, das sich nach einer Gelegenheit sehnt, ja nach ihr hascht, es demonstrativ zu äußern, und wo bietet sich eine günstigere Gelegenheit als an der Wahlurne? So sagte ich, wird das Prager Judenthum wählen, wenn es nicht nachdenkt und jeder politischen Voraussicht entbehren wird; etwas ganz anderes wird aber eintreten, wenn es folgendes er- „Was soll aber aus den Kindern werden? Sieh, wie sie heranwachsen. Nach unserm Ableben werden sie ja nicht einmal Kaddisch für unsere Seelen zu sagen wissen, nicht einmal eine Kerze werden sie ja an Deinem Gedenktage anzuzünden wissen." Der Mann gab ihr im Herzen Recht und beschloss im Stillen, ihren Rath zu befolgen. Doch verschob er die Ausführung vom Svumrer auf den Winter, und vom Winter auf den Sonnner. Balo hatte er noch ein Geschäft abzuwickeln, bald musste er die ausstehenden Schulden bei den Bauern eincassiereu. So zog sich die Sache in die Länge. . . . -i- * v Inzwischen brach im Dorfe und in der Umgebung eine Typhusepidemie ans, die mit großer Heftigkeit grassierte. Auch Basja wurde krank. Einige Tage lang achtete man nicht darauf. Sie hatten sich die Gewohnheit der Bauern angeeignet, einen Kranken so lange das Bett hüten zu lassen, bis er von selber gesund wurde, ohne einen Arzt zu rufen, nur eine alte „kluge" Frau kam, um das Nebel zu „besprechen", und ein heilkräftiges Tränklein zu brauen. Die Alte that ihr Bestes, da Basja ivegen ihrer Herzensgüte und Menschenfreundlichkeit unter der Bauernbevölkerung beliebt war. Sie wurde nicht müde, die Kranke dreimal zu besprechen und ihr kräftige Mittel einzugeben, um Schweiß hervorznlvcken. Doch es half nichts. Die Krankheit nahm eine gefährliche Wendung und Jossel raffte sich auf und fuhr in die Stadt, um einen Arzt zu holen. Doch alle Aerzte hatten vollauf zu thun, und so kehrte er nur .mit der Versicherung heim, dass ein Arzt am nächsten Tage sich einfinden werde. Als Jossel zuhause anlangte, fand er Basja als Leiche vor. „Sie fragte unaufhörlich nach Dir," erklärte ihm die alte Wärterin. „Warum bist Du so spät gekommen? Sie hatte Dir etwas Dringendes zu sagen." Der Gatte musterte das Gesicht der Todten. Sie schien zu schlafen, und es war, als schwebten auf ihren Lippen noch die letzten Worte, die sie ihm hatte anvertrauen wollen. > „Ich vergaß Dir zu sagen," bemerkte die Wärterin,! „dass der Aufseher hier war und gesagt hat, wenn Du nicht binnen einer Stunde kämest, würde die Todte ohne Dich beerdigt werden. Wegen der Epidemie dürfen die Leichen nicht nicht lange offen liegen bleiben." „Ich werde sie auf meinem Wagen nach der Stadt führen," versetzte Jossel. der wie von einem schweren Traum befangen war. „Sagt, Kinder, Thehillim!" wandt; er sich an seine Söhne, die weinend, in einer Ecke saßen." Der Wachtmeister erschien. Es war Jossels Freund. „Welch ein Unglück hat mich ereilt!" jammerte Jossel. „Es ist Gottes Rath," antwortete jener theilnehmend. „Aber sie muss rasch beerdigt werden, der Polizeimeister hat es augeordnet." „Ich spanne gleich das Pferd an und führe sie in die Stadt." „Nein, Freund," bemerkte jener. „In solchen Zeiten ist es untersagt, eine Leiche eine so weite Strecke zu führen..Man wird ihr einen Platz zur Seite bei unserem Friedhofe bestimmen." „Was sprichst Du? Sie ist doch eine Jüdin!" stammelte Jossel außer sich. „Thnt nichts, wir werden sie im Laufgraben beerdigen," antwortete der Wachtmeister. „Uebrigens, was weiß ich? Der Polizeimeister befiehlt es." Jossel versuchte alles, was in seiner Macht lag, um diesen Beschluss zu entkräften, doch es war vergebens. Er musste nachgeben. So war es seiner Frau nicht einmal gegönnt, ein ehrliches jüdisches Grab zu finden. Mit Hilfe eines Glaubensgenossen, der zufällig das Dorf passierte, bestattete Jossel seine Frau im Laufgraben des christlichen Friedhofes. Jetzt konnte er sich nicht mehr entsinnen, ob es damals Tag war oder Nacht. In seinem Herzen herrschte nur eine Oede. Die Welt war für ihn zerstört worden ... So lange sie lebte, hatte er, trotz seiner großen Liebe zu ihr, ihren vollen Wert nicht zu schätzen gewusst. Erst als sie von ihm gegangen war für immer, fühlte er, dass sie alles Licht und alle Wärme aus seinem Leben mit sich genommen hatte. .. -je * ül. September 1000 wägen und beherzigen wird : Dass in einem Wahlkampfe, wo mindestens fünf Candidaten um das Mandat ringen, es zu einer engeren Wahl kommen muß; dass Breznovsky zu wählen für einen Inden entwürdigend ist; dass die Socialdemvkraten längst anfgehört haben, confessionell indifferent zu sein, und dass sie heute noch nicht offen antisemitisch sind, nur deshalb, weil sie es noch nicht sein dürfen, wenn sie ihre Organisation intact behalten wollen; dass sie der realistischen Partei mit ihren Stimmen viel mehr schaden als nützen, denn es braucht nur publik zu werden, dass die überwiegendste Mehrheit der jüdischen Wähler mit den Realisten geht, dann wählt aber auch feilt einziger Christ in Prag mit den Realisten und nur jüdische Stimmen auf sich zu vereinigen, dafür würde sich selbst der freie Denker Masaryk bestens bedanken. Befragt, wird er ganz bestimmt diese Antwort geben, und die jüdischen Wähler bitten, ihm diesen Dienst nicht zu erweisen. Nun alle diese Umstände znsammengenommen, lassen nur einen Schluss zu: Ihr Prager jüdischen Wähler bestimmt Euch einen Juden als Zäh (candidaten, und nur auf diese Art werdet Ihr dieser Mausefalle glücklich aus dem Wege gehen. Hiezu kommt noch, dass Ihr mit Euren 4—5000 Stimmen bei der bestimmt zu erwartenden engeren Wahl das Zünglein an der Wage sein werdet, und Euch nach Belieben jener Partei zuwenden könnet, welche Euch bestimmte Zusagen ga r a n t i e r t. L. * Wir bitte» unsere Gesinnungsgenossen in der Provinz, uns eingehende Berichte über die Wahlbeivegnng in ihren Bezirken zukommen zn lassen. Chronik des Judenlhums. Inland. Wien. (Tempel-Einweihung.) Am 19. d. M. um halb 4 Uhr nachmittags fand die feierliche Einweihung des von der Liesing-Atzgersdorfer Bethaus-Genossenschaft gestifteten Tempels statt. Wien. (B o r st a n d s s i tz u n g der Cultusgemeiude.) In der am 19. d. M. unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserl. Rath K l i n g e r stattgefnndenen Vorstandssitzung berichtete der Präsident über die am 10. d. M. im Stadttempel in Anwesenheit des Vorstandes und zahlreicher Andächtiger abgehaltenen Trauerandacht nach weil. Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth. Der Präsident brachte mehrere in der letzten Woche durch das Vertreter-Collegium erfolgte Erledigungen zur Kenntnis. Wir behalten uns vor, über die verschiedenen Berathungsgegenstände dieser Sitzung in unserer nächsten Nummer noch ausführlichen Bericht zu bringen. Srnichow. (Installierung.) Freitag, den 7. d. M. fand abends die feierliche Installierung unseres neugewählten religiösen Oberhauptes Sr. Ehrw. Herrn Nabb. Dr. D. Herzog in solennster Weise bei zahlreicher Betheiligung statt. Nach dem Mincha-Gebete intonierte der Tempelchor mir Orgelbegleitung den Ps. 150 tm hebräischen Texte, darauf geleitete der Gesammtvorstand; den ehrw. Herrn zu? der mit Patinen und Blattpflanzen geschmückten Bunoeslade. Herr Vorsteher Rudolf Grab hielt die Begrüßungsrede — theilweise auch in böhmischer Sprache — in der er der freudigen Genugthuung der Gemeinde Ausdruck ververleiht, ebenso dem aufrichtigem Wunsche, dass der neue Seeleuhirt sein Amt lange zum Wähle und Heile der Jugend wie der Erwachsenen im Sinne des Friederls bekleiden möge. Dr. Herzog dankte für das in ihn gesetzte Vertrauen, dass er durch Pflichttreue und Berufseifer möglichst zn rechtfertigen sich bemühen wolle, uin dereinst, wenn es Gottes Wille sein sollte, mit reinem, unbemakeltem Namen und dem Segen aller schecden könnte. Zum Schlüsse fügte auch er einige Sätze in der slavischen Sprache bei. Zu Ehren des Festes erschien Dr. B i n d n e r, namens der israeliri- Die Zeit floss dahin. Jossels Söhne wuchsen heran zu stämmigen, kräftigen Burschen. Jetzt fürchteten sie ihren Vater nicht mehr, im Gegentheil, es kam vor, dass er vor ihnen Angst empfand. Seit die Frau todt war, hatte, sich seiner eine seltsame Schwäche und Widerstandslosigkeit bemächtigt. Er überließ die Dinge ihrem Gang. Die Söhne nahmen die Zügel des Geschäftes in ihre Hände. Immer deutlicher fühlte er die tiefe Kluft, die sie von ihm trennte. Sie waren in Gesinnung und Empfindung ganz den Bauernknechten ähnlich geworden, so roh und gewaltthätig waren sie. Wenn er sich ihnen in etwas widersetzte, konnte es sogar passieren, dass sie ihn nach Bauernart bedrohten . . . Jetzt trug er sich insgeheim mit dem Gedanken, sein Besitzthum zusammenzuraffen und in die Stadt zu ziehen. Es war ihm in der Seele zuwider, mit ansehen zn müssen, wie seine Söhne die religiösen Bräuche mit Füßen traten, sich immer mehr die ausgelassene Führung der Bauernjugend aneigneten, ohne dass er Muth und Kraft hatte, ihnen zu wehren, und ohne jede Aussicht, dass seine Ermahnungen fruchten würden. In der Stadt hoffte er ihrem Treiben die Zügel anlegen zn können, und hauptsächlich sie dem verderblichen Einflüsse der Umgebung zu entziehen. Doch die Söhne wollten von diesem Plane nichts wissen. Allmählich fasste er den Entschlnss, ihnen alles zn überlassen, und mit der kleinen Summe, die die Söhne von einem der Jahrmärkte in dem nahegelegenen Dorfe heimüringen sollten, allein nach der Stadt zn ziehen. Er saß gerade in der Stube und wartete mit Sehnsucht auf die Rückkehr der jungen Leute, als die Thüre sich aufthat und der Aelteste der Bauernschaft hereintrat. Sein fettes, grobes Gesicht strahlte vor listiger Freude. „Ich bringe Dir eine freudige Nachricht, Jossel," fieng er mit seiner schmetternden Stimme an. „Deine Söhne sind fixe Junge»!, sie haben es fein gemacht." „Sv, so? Das ist hübsch. Was haben sie denn gemacht?" fragte Jossel und eine beängstigende Ahnung schnürte seine Kehle zusammen. „Nun, »vas sollten sie machen," antlvortete der Bauer *