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Jüdisches Volksblatt · 1900-08-24 · 34 (24.8.1900) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
34 (24.8.1900)
Date
1900-08-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 34 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 24. August 1900 Seite 3 Ursprünglich hatte bekanntlich die Allianz im getreulichen Einvernehmen mit dem wackeren Wiener Culturvorstande sich entschieden dagegen gesträubt, den Emigranten irgendwelche Hilfe nngedeihen zu lassen. Trotz zahlreicher Telegramme und Briefe sollte der erste in Wien ankommende Nuswanderertrupp schutznnd hilflos dastehen, und nur dank der Menschenfreundlichkeit des Schiffscapitäns wurde Frauen und Kindern ein bergendes Obdach aus den Schleppdampfern gewährt. Es begann nun ein langwieriges Unterhandeln und Bitten. Der Telegraph spielte zwischen Wien und Paris, zwischen der „Israelitischen Allianz" in Wien, der „Jewish Colonisation Association“, der „Alliance israelite universelle“, bis endlich die „Allianz", gedrängt durch die öffentliche Meinung und last not least dank eines in Paris eröffneten beträchtlichen Credits, sich dazu verstand, ihr Nettungswerk zu beginnen. Und nun zu dem leitenden Principe dieses Rettungswerkes. Die „Oesterreichisch-israelitische Allianz" in Wien beförderte wenigstens bis in die allerjüngste Zeit hinein grundsätzlich nur erwachsene, kräftige tt n b intelligente Personen m ännlichen Geschlechtes u n t e r 40 Jahren, die ihren Militärdienst ordnungsgemäß geleistet hatten, einen Pass besaßen und nach Rumänien zuständig waren. Welch furchtbare Consequenzen dieses Princip, das man mit den nrerkwürdigsten Gründen zu bemänteln suchte, nach sich zog, das hat man mit Schaudern in den ersten Wochen beobachten können. Herzlos rissen die Executivorgane der „Allianz" die Männer von Frauen und Kindern los, um die einen nach Canada, die anderen aber zurück an die rumänische Grenze zu befördern. Das Schicksal der ihres Ernährers beraubten Familie, die die letzten Ersparnisse, Pass und Gepäck dem Familienvater anvertraut hatte und nun schütz- und ausweislos dastand, rührte niemanden.') In Ausführung der früher genannten Beförderungsmaxime nahm nun die „Allianz" eine strenge Assentierung der Auswanderer vor. Der eine musste Zurückbleiben, weil er zu jung, der andere, weil er zu alt, der dritte, weil er zu dumm der vierte, weil er keinen Pass hatte3), der fünfte, weil er seinen Militärdienst nicht geleistet hatte ch, der sechste, .weil seine Eltern vor x Jahren in irgendeinem galizischen oder russischen Neste geboren worden waren und er selbst nach Rumänien nicht zuständig war, mochte er auch sein ganzes Leben dort zugebracht haben, der siebente, weil er keiner organisierten Auswanderergruppe angehörte, sondern auf eigene Faust ausgewandert war, und so fort mit Grazie. Und nun zur Unterbringung der Leute. Mit der Begründung, dass in der Weltstadt Wien kein anderes Quartier zu beschaffen wäre, hat man circa 600—800 Menschen, darunter zahlreiche Kinder und selbst schwangere Frauen, auf den Schleppdampfern am Wiener Handelsquai interniert, und dies unter Verhältnissen, die einen Wiener Polizeikotter als Paradies erscheinen lassen. Bei der furchtbaren, in Wien damals herrschenden Hitze stieg die Temperatur bis über 50° C., und die Qualen des mit Menschen dichtgepfropften, mit dicker, fast unathmenbarer Luft ') Dazu kam noch, dass damals die rumänische Regierung sich weigerte, den rückkehrenden Emigranten die Grenze zu öffnen, und diese so förmlich in der Luft hiengen. 2) Wörtliche Aeußerung eines Vorstandsmitgliedes der „Allianz". 3) Die Pässe der Mitglieder einer Auswanderergruppe werden gewöhnlich durch den Führer aufbewahrt; bei dem fluchtartigen Charakter der Emigration kamen Pässe häufig in Verlust. 4) Die „Allianz" scheint das furchtbare Schicksal, das den durch sie zwangsweise zurückgebrachten Deserteuren droht, nicht gekannt zu haben. gebot oder die zwingende Nothwendigkeit, und dann haben sie am 9. Ab gejammert über die untergegangene Herrlichkeit, der Märtyrer wegen, die ihr Leben hergegeben zur Heiligung des göttlichen Namens, über den Tempel, welcher verbrannt wurde, und über die Thorarollen, welche der vandalische Barbar des Mittelalters in Flammen aufgehen ließ, wie dies Rabbi Meir, genannt „die Leuchte des Exils", so beweglich, so herzerschütternd schildert. Freilich an unsere Misere werden wir auch in der friedlichen Natur draußen ganz gewaltig gemahnt, wenn wir auch die Worte unserer Peitanim und Selichoth-Dichter nicht hören und nicht verstehen wollen. Wir Juden sind ein ganz eigenthümliches Völkchen. Wir wollen nichts lernen und vergessen sehr rasch. Und so tragen wir unser Geld mit Vorliebe solchen Leuten zu, die den gar nicht riechenden Mammon sehr gerne mögen, uns aber nach Canada, Palästina oder Argentinien 'wünschen. So entwickelt sich denn an manchen der von Juden mit besonderer Vorliebe ausgesuchten Sommerfrischen ein frisches, manchmal etwas frommes, aber ganz und gar nicht fröhliches Kessel- oder Haberfeldtreiben, welches gegen unsere Stammesgenossen gerichtet ist und mit dem antisemitischen Regime, das sich sogar in Reichshauptstädten in erschrecklicher Weise breit macht, eine ganz verzweifelte Aehnlichkeit hat. So ein Vergnügungs-Comite an manchen unserer, von österreichischen, deutschen und natürlich auch polnischen Juden ausgesuchten Curorte, lässt sich wahrlich oft mit — ich will natürlich diese erhabene Körperschaft nicht herabsetzen — also mit dem Wiener Gemeinderathe vergleichen, so lustig geht es da zu. Die Assimilanten freilich wollen sich die „Erholung", die sie so nöthig haben, nicht verderben und stecken von den Generalgewaltigen der Vergnügungs-Comitos so manchen Fußtritt ein. Man geht doch schließlich nicht in den Curort, um sich abzuschließen und sich zu ärgern. Und wozu hat das Fräulein Tochter des Herrn Haudelskammerrathes, — er ist zuhause natürlich „Cultusvorsteher",— zehn Reisekörbe, angefüllt mit allen Toilette-Herrlichkeiten ins erfüllten Schiffsraumes waren derart entsetzlich, dass zwei Begleiter des Verfassers dieser Zeilen schon nach einem Aufenthalte von zehn Minuten von Ueblichkeiten befallen wurden und auf das freie Schiffoberdeck sich begeben mussten. Man konnte damals (am zweiten Tage des Verweilens auf den Schleppern) bereits drei Krankheitsfälle constatieren, ohne dass die „Allianz" es für nothwendig erachtet hätte, einen Arzt intervenieren zu lassen; nach acht Tagen hatte diese Pesthöhle bereits dreißig Krankheitsfälle gezeitigt, wodurch dann der das Schiff inspicierende Delegierte des Wiener Stadtphysikates viele Stunden hindurch bis tief in die Nacht hinein amtieren musste. Möge wenigstens an dieser Stelle diesen: wackeren christlichen Menschenfreunde inniger Dank gezollt werden. Aber all dies schien der „Allianz" noch nicht genug zu sein. Sie ließ bei dem Bezirks-Polizeicommissariate es durchsetzen, dass man nur Gruppen von jeweilig 20 Personen abwechselnd das Verlassen des Schiffes gestattete, so dass die große Mehrheit gleich Verbrechern eingesperrt blieb und die sanitären Annehmlichkeiten ihres Kerkers in vollem Maße genießen konnte.') Dazu bekamen die Leute äußerst spärliche, erbärmliche Nahrung, so halbverfaultes Wurstzeug, und insbesondere reichte die Milch bei der großen Menge kleiner Kinder nicht aus, zumal sie täglich nur einmal geliefert wurde und bei der großen Hitze rasch verdarb. Diese maßlosen Uebelstände heischten schnelle Abhilfe. Düstere Verzweiflung herrschte bei allen Familien der Emigranten, die Leute waren halb verhungert und mit zerrissenen Schuhen und fetzenartigen Kleidern versehen. Unter dem Eindrücke dieser furchtbaren Thatsachen bildete sich aus dem Kreise jüdischer Bürger und Studenten ein Permanenz-Comite, das im Einvernehmen mit dem Vereine „Osten", der schon früher viel Ersprießliches geleistet hatte, die unnöthigen Brutalitäten der „Allianz" verhindern und den Auswanderern brüderlich mit Rath und That zur Seite stehen sollte. Es möge bei dieser Gelegenheit gleich festgestellt werden, dass das Gros ehrenwerte, durch die Verfolgungen verschüchterte, bescheidene Menschen, zum großen Theile brave Handwerker, zum geringeren Theile Geschäftsleute sind, wenn sich auch hie und da Elemente höchst zweifelhafter Natur darunter mischten. Nicht wie eine Herde zudringlicher Bettler, sondern als unglückliche Brüder waren die Aermsten aufzunehmen, und die „Allianz", die dies der Oeffentlichkeit feierlich in ihrem Aufrufe versprochen hat, sie ist eines schnöden Wortbruches schuldig, wenn ihre Action in der That von nutzloser Grausamkeit, brutalen Roheiten im persönlichen Verkehre und verletzenden Frivolitäten begleitet war. Dem Beispiele eines anekdotenhaften Banquiers folgend hat die „Allianz" die Lösung der Judenfrage gefunden: den Hinauswurf. So oft auch der eine oder der andere der Emigranten sich in die Kanzlei in der Weihburggasse begab, um Hilfe und Rath zu erbitten — und Gelegenheit konnte sich wahrlich dazu genug bei tausenden von Leuten bieten, die in der Fremde des Allernothwendigsten entblößt sind — so oft dies geschah, warf man die Bittsteller mit allerlei saftigen Grobheiten auf die Straße. „Man schmeißt uns immer hinaus, was sollen wir machen?" so klagten unter Thränen die Frauen, so konnte man es aus dem Munde von Hunderten hören. Kein freundliches Wort, keinen tröstenden Zuspruch hat jemals einer der Armen von Organen der „Allianz" vernommen, und es möge als historisches Factum der Zukunft überliefert sein, dass in dem antisemitischen Wien des Schneider und G r e g o r i g nicht von fanatischen Judenfeinden den Emigranten Unflätigkeiten an den Kopf geworfen wurden, nein, dass seitens eines Vorstandsmitgliedes der „Allianz", wie dies von zahlreichen Zeugen bestätigt wird, das Wort „schmutzige Judenbagage" gefallen ist. 5) Merkwürdigerweise wurden nur die Auswanderer auf den Schleppern eingesperrt gehalten, denen in der Malzgasse und Himbergerstraße aber freie Passage gewährt. Bad mitgenommen, wenn es mit den Herrn Lieutenants und Gerichtsbeamten nicht einmal bei den Reunions und anderen Unterhaltungen tanzen und Staat machen soll? Der Jude aber, welcher es nicht täglich bedauert, dass er noch ein solcher ist, welcher nicht den Kopf in den Sand steckt, um sich nicht zu erkennen zu geben, welcher sein Auge nicht absichtlich verschließt, um nichts zu sehen, er wird es wahrnehmen, wie die Segnungen des 19. und 20. Jahrhunderts, wie die holde Barbarei und liebliche Schmach der Zeit, wie der Rassenhass die Berge draußen und die Thäler zu einem oft wenig beneidenswerten Aufenthalte gemacht hat. Der Rabbiner bestreut sich am 9. Ab nicht mehr mit Asche das Haupt, er klagt nicht mehr in den Tönen Kalirs, der Vorbeter recitiert nicht mehr die Klage über die gefällten „Cedern des Libanon", über jene Helden, die sich braten und spießen, durchbohren und verbrennen ließen, um Gottes Namen zu heiligen, die Herrn Vorsteher trinken Sprudel und wandeln in Strandschuhen über den Meeressand, sie alle, alle möchten fern, fern von der heimischen Gemeinde an das Goluth vergessen, das uns brausend und brandend umgibt und uns selbst die reinste Freude, die an der Natur, vergällt. „Der ewige Jude" hat sich aber auch hinausgeflüchtet in die Natur. Auf jeder Bergspitze schwankt er uns entgegen, hinter jedem Baume grinst er uns an, aus allen Thälern lässt er seinen Ruf erschallen. Man möchte zwar draußen, eine Weile wenigstens, des großen nationalen Elends nicht gedenken, man möchte den Frieden finden in der Natur, man möchte sich erquicken an dem Sonnenstrahle, der doch allen in gleicher Weise leuchtet, aber die Errungenschaften der modernen Cultur lassen dies nicht zu. Du möchtest Mensch unter Menschen sein draußen in der segenspendenden Natur, aber gemach, das Gespenst, das in den Städten haust, es verfolgt Dich auch auf Schritt und Tritt in Feld und Flur und Wald — kurz in der Sommerfrische. Dr. M. Und zun: Schüsse eine Episode für viele. Unter den Emigranten befand sich eine Gruppe von 82 erwachsenen Mädchen, sännntliche arbeitswillig und arbeitskräftig. Diese Mädchen nun sollten in Wien ein förmliches Martyrium durchmachen, die Behandlung, die sie erfuhren, kann füglich als typisch hingestellt werden. Die „Allianz" weigerte sich vor allem, ihren: mehrfach erwähnten Beförderungsprincipe gemäß, die Gruppe, obgleich durchaus aus intelligenten Arbeiterinnen bestehend, nach Amerika zu senden, und bestand darauf, sie nach Rmnänien zurückzuschicken, gleichgiltig, ob sich deren Angehörige dort oder bereits in der neuen Welt befanden. Kein Mittel schien der „Allianz" schlecht genug, um ihren Witten durzllsetzen. Man drohte mit der Polizei, der zwangsweisen Abschiebung, mit allen möglichen Schrecken. Aber vergebens. — Da sollte den ruinänischen Emigrantinnen in dem Wiener jüdischen Mädchenvereine „Moriah" eine mächtige Hilfe erstehen. Die wackeren Damen dieses Vereines wussten es durch ihr energisches Auftreten durchzusetzen, dass man die Auswanderergruppe insolange in dem Massenquartier Favoritens dulde, bis man den einzelnen Mädchen passende Anstellungen gefunden habe. Die „Allianz" gab widerwillig nach, setzt aber zugleich einen unmöglichen Termin, bis zu den: alles versorgt sein müsse. Der Termin verstrich, und neuerdings begann die „Allianz" mit Polizei und Delogierung zu drohen, und neuerdings schwebten die Armen in steter Angst vor den: Abschube und allen möglichen durch die „Allianz" angedrohten Unbilden; so gieng dies teuflische Spiel fort, Wochen hindurch, lange Wochen hindurch, für die Mädchen in fortwährendem Schwanken zwischen Hoffen und völliger Verzweiflung, bis schließlich alle Mädchen durch die „Moriah" untergebracht waren. Nur wenige erschütternde Details aus der sogenannten Hilfsaction der „Allianz" waren in Vorstehenden: angeführt. Sie alle konnten und können zun: Theile heute noch von der Oeffentlichkeit constatiert werden. — Welche Winkelzüge aber die „Allianz" in: Geheimer: unternimmt, kann man sich vorstelleu, wenn man von glaubwürdiger Seite vernimmt, dass Vorstandsmitglieder der „Allianz" bei der Wiener Polizeidirection um zwangsweise Entfernung der noch in Wien weilenden Emigranten vorstellig wurden und sich sogar an die ungarische Regierung wenden wollten, um die ungarisch-rumänische Grenze gegen jeden ferneren Zuzug absperren zu lassen. Das Ersuchen der „Allianz" soll sowohl in Wien wie in Budadest mit berechtigtem Abscheu zurückgewiesen worden sein. Die „Allianz" hat bekanntlich in jüngster Zeit ihrer Humanität die Krone aufgesetzt. Hat sie zu Beginn Kranke und nothdürftig bekleidete kleine Kinder tagelang im Freien campieren lassen, um ein Exeinpel mit Schrecken zu statuieren und neue Auswanderungen zu hindern, brutalisierte sie dann in jeder erdenklichen Weise die Auswanderer, so wendete sie jetzt das radicalste Mittel an, indem sie alle ohne Unterschied, ohne Berücksichtigung ihres berüchtigten Assentierungsprineipes zurückspediert und den rumänischen Peinigern preisgibt, die ihr Müthchen vornehmlich an den rückkehrenden Emigranten in grausamer Weise kühlen. Niemandem zuleide, künftigen Auswanderern hoffentlich zun: Nutzen ist diese Schilderung der Leiden der rumänischen Juden geschrieben. Unendlichen Jammer hat die „Allianz" durch ihre Rettungsaction nicht bloß nicht gemildert, sondern frisch heraufbeschworen, und die Ehre der jüdischen Bevölkerung Wiens, die das alles ungehindert geschehen ließ, n:it unauslöschlicher Schande beladen. Es ist wahrlich an der Zeit, Wandel in der Verwaltung der „Allianz" zu schaffen, die Schuldigen exemplarisch zu strafen, und jene Genugthuung der Oeffentlichkeit zu geben, deren das beschünpfte Judenthun: bedarf. Für die Aufnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichne ich hochachtungsvoll A Chronik des Judentums. Inland. Wien. (Fest-Gottesdienst.) Der Verein „Offeh Chesed", 2. Bezirk, Schiffamtsgaffe 5, veranstaltete zu Ehren des 70. Geburtstages unseres erhabenen Kaisers in den neu restaurierten Räumen seines Vereins-Bethauses Samstag den 18. d. M. einen feierlichen Fest-Gottesdienst. Die ergreifende Festrede hielt Herr Religionslehrer Abraham Stein und erzielte durch die schlichte, einfache Weise, in der er den Lebensgang und die vielen Wohlthaten, die wir unserem Monarchen zu verdanke:» haben, schilderte, einen außerordentlichen Erfolg. Nach der Festrede wurde die Volkshymne von allen Anwesenden mit größter Andacht gesungen. Wien. (Zur K a i s e r f e i e r.) Unter den zu Ehren des Geburtstages Seiner Majestät unseres vielgeliebten Kaisers festlich beflaggten Häusern im 2. Bezirke, Leopoldsgasse, zeichnete sich insbesondere das neue Local des „Jüdischen Volksvereines", Levpoldsgasse 49, durch seine besonders geschmackvoll arrangierte Decoration der ganzen Frontfa^ade ans. Auch die Beleuchtung gewährte durch die vielfärbigen Lampions und Transparent- Bilder einen sehr angenehmen, interessanten Anblick. Wien. (Humanitärer Verein „Marpe Lanefesch".) Im Bethanse „Marpe Lanefesch", II.,Glockengasse 4, fand am 18. d. M. ein feierlicher Gottesdienst, verbunden mit einer Festpredigt statt. Herr Leopold Selmeczy speildete zun: ewigen Andenken tut den 70. Geburtstag Seiner Majestät unseres erhabenen Monarchen einen namhaften Betrag zum Ankäufe eines „Sef er Thora" und Thoramantels, welche mit diesbezüglich passenden Inschriften versehen werden. Außerdem spendete Herr Selmeczy größere Beträge für die Armen und Angestellten des Vereines. Linz. (K a i s e r f e i e r.) Anlässlich der 70jährigen Geburtsfeier Sr. Majestät des Kaisers fand auch hier in dem festlich decocrerten Tentpel ein feierlicher Gottesdienst statt, der diesmal einen äußerst würdiget: und imposanten Verlauf nahm

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