Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 32 (10.8.1900)
- Date
- 1900-08-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 10. August 1900 Seite 3 Collegium zu wählen : Hcrrn Ernst Schneider, der durch die von ihm erfundene Hänge- oder Köpsthevrie den Befähigungsnachweis hierfür erbrecht hat, Herrn Hans S ch Iv e r, der den rumänischen Auswanderern gegenüber seine seltene Herzensbildung bekundete, den deutschen Treschgrafen P ü ck l e r, der den Inden zeigen Hüll, was eine Harke ist, Herrn Pfarrer D e ck e r t, den Prediger des Evangeliums der Liebe, und die Oberin des Felicianerinnen-Klosters in Krakau. * * * Fromme Moral. Von Zeit zu Zeit veröffentlichen einige Blätter eine Liste der in einem bestimmten Zeiträume bekannt gewordenen p r i e st e r l i ch e n S i t t l i ch k e i t s v e r b r e ch e n. Das „Correspondenzblatt für den katholischen Clerns O e st e r r e i ch s" empfindet diese Beröffentlichungen so unangenehm, dass es schreibt: „Wir geben unseren Zeitungen den wiederholten Rath, jeden Schmähartikel der gegnerischen Presse nachzudrucken, aber überall, wo „Pfaffen" steht — „Jude n" zu setzen." — Das ist ja allerliebst. Wir haben es hier nicht mit einem Scherze oder einer im Zorne unüberlegt niedergeschriebeueu Aeußerung zu thun, denn das Blatt hat jenen Rath schon „wiederholt" gegeben. Hier liegt die offene, ernste und unzweideutige Aufforderung vor, systematisch zu lüge u. Diese Aufforderung geht von einem Blatte aus, dass für den „katholischen Clerns Oesterreichs" bestimmt ist. Es mag sein, dass es diesem Clerus genehm ist, für die Sünden von Priestern die — Juden büßen zu lassen. Dass aber die Aufforderung hierzu öffeistRch erhoben wird, beweist den Tiefstand der sittlichen Moral gewisser dem Clerus nahestehender Männer. Der katholische Clerus Oesterreichs hätte alle Ursache, sein Correspvudenzblatt aufs nachdrücklichste zu desavouieren! # +. * Im Coups. Am 0. d. M. befand sich Schreiber dieser Zeilen in einem Coupä zweiter Clnsse auf der Reise nach Pressbnrg. Die Reisegesellschaft war eine recht gemächliche und die Unterhaltung ziemlich anregend und ungezwungen. Den Gesprächsstoff bildeten zunächst die armen Auswanderer ans Rccinänien. Es nncrden wahrhaft ergreifende Episoden und rührende Scenen geschildert, wert und würdig, von berufener Feder verewigt zu werden. So erzählte ein Kaufmann aus Budapest, dass er Augenzeuge n>ar, wie ein Gasarbeiter, von der Arbeit kommend, sich direct zum Cassier des Hilfscomitos begab imd dceseur einen silbernen Gulden einhändigte. Der Cassier dankte im Namen der Armen. Doch der redliche Mann der Arbeit entgegnete: „Ich bitte, ich besitze leider nicht mehr als diesen einen Gulden; ich kann daher zu meinen: Bedauern nur eine Krone spenden, weil ich eine Krone zur Befriedigung meiner eigenen Bedürfnisse benvthige." Diesem Ehreumanne folgte bald ein anderer, dem es gleichfalls anzusehen war, dass er eben nicht mit Glücksgütern gesegnet sei. Er brachte Brot und Esswaren. Dann gab er den zahlreichen Neugierigen, die ihn umringten, folgende Erklärung: „Ich stannne aus einem großen Dorfe des Araber Comitates. Jeden Samstag machen bei uns die Ortsarmen die Runde im Orte und halten vor jedem Hause an, von dem sie aus Erfahrung wissen, dass hier etwas zu holen ist. Selbstverständlich sprechen sie auch bei den israelitischen Familien vor, deren es, soviel ich mich erinnere, nur wenige bei uns gab, und sie wissen wohl, dass sie hier selten leer ausgehen. Aber ich habe noch nie bemerkt, dass ein Bettler mosaischen Glaubens bei Nichtglaubensgenofsen uin ein Almosen angesprvchen hätte. Er absolviert einfach die jüdischen Familien, die im Orte wohnen, und schaut dann, dass er weiter kommt. Das war mir schon in meiner Kindheit recht auffallend. — Ich weiß mich aber auch accs meiner frühesten Jugend noch genau zu erinnern, dass bei plötzlichen Unfällen, Krankheiten und dergleichen, wo rasche Hilfe, sofortiger Beistand erforderlich sind, wir wie auch unsere Nachbarn gerade an die nächstwohnende jüdische Familie uns wandten und bei diesen innner Mitgefühl und Theiluahine fanden. Ich glaube somit, eine alte Schuld wenigstens theilweise abgetrngen zu haben, und es ist nur mcr herzlich leid, dass ich für diese Aermsten hier nicht mehr leisten kann." So wetteiferte», von Erbarmen unb Mitleid ergriffen, Arme und Reiche, den Heimatlosen Hilfe und Beistand zu leisten. „Das Bolk ist, wenn es nicht irregeleitet oder verleitet wird, gewöhnlich gut und edel," meinte einer unserer Reisegesährten; aber vor Jahrtausenden schon hat der Prophet klagend ausgerusen : „M ein a r rn e s B o l k, D e i n e F ü h r e r verführen Dich!" „Da sehen Die einmal ein recht hässliches Bild", fuhr der Sprecher fort, indem er die Sonntags-Nummer der „Neuen Freien Presse" aus der Tasche zog. „Ein dunkler Ehrcmnann null blcitige Rache an seinem ganzen Stamme und Bolle nehmen, iveil ihm von einigen wenigen, seiner Ansicht nach, ein Unrecht zugesügt wurde ccnd weil er sich von einzelnen Individuen benachtheiligt glaubt - und sofort findet dieser „p o l ic i s ch e I u d e" Unterstützung, Förderung und Empfehlung von Leuten, die Rang und Stellung einnehme:: und in gewissen Kreisen großen Einfluss haben . . . Ich glaube, Aehnliches untre nicht einmal in bem in ethischer und cultnreller Beziehung so rückständigen E h i n a möglich, auf das wir im Bennisssein unserer geistigen ccnd moralischen Neberlegenheit so geringschätzig herabblicken." Die liebevolle Theilnahme, die I e h u d a V i l l i n g e r a:cs Z a b l o s t o w in Galizien in so zuvorkonunender Weise findet, befremdet >nich ganz und gar nicht," ließ einer unserer Gefährten sich vernehme::, „da sie von einer nrit zahlreichen Filialen versehenen Firmen ausgeht, die sich nüt Borliebe und vorzugsweise damit befasst, den A u s w n r f n n d de tl 31 bfall des Iudenth u m s z u verwerte n. Ist auch das Geschäft ein wenig anrüchig und nicht nach jedermanns Geschmack — thut nichts, „D e r Z w e ck heiligt die M i t t e f," lautet ja die Devise dieser alter: Firma" . . . Den folgenden Auseinandersetzungen und Beinerknngen konnte ich nicht folgen, denn ich war an meinen: Ziele angelangt. So schied ich denn mit raschein Gruße. Die nationale Antottomie, die immer mehr Anhänger unter den verschiedensteu Parteien und versthiedensteu Vvlksstämmen der österreichischen Monarchie findet, wird bekanntlich von uns auch für die Juden gefordert. Seltsamerweise haben wir in der letzten Zeit, allerdings nur für einen bestimmten Fall, einen Verbündeten gefnnden im „Deutschen Blatt", dem Brunner Organe der radicalen Deutschnationalen. Dasselbe trat vor einigen Tagen in einem Leitartikel für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums in Brünn ein. Diese Thatsache ist an und für sich bedeutsam, mag man auch über die Beweggründe des Blattes und seiner Inspiratoren welcher Meiuung immer sein und die Begründung dieses Vorschlages als Ausfluss eines einseitigen Nalionalisinus und als nichts weniger als judensreundlich angesehen. Das „Deutsche Blatt" ergeht sich in den sattsam bekannten Klagen über die zunehmende Verjudung der Mittelschulen, über die Zunahme des jüdischen Gelehrten-Proletariats nnd verweist aus den schädlichen Einfluss jüdischer Lehrer und jüdischer Studenten auf die Erziehung und Entwicklung der arischgermarrischen Jugend. Zur Steuerung dieser Uebelftände schlägt das „Deutsche Blatt" die Errichtung eines jüdischen Gynasiums in Brünn vor, an jüdischen Professoren fehle es nicht, nnd schließlich werde sich auch ein Dircelor finden, sei es ein jüdischer, sei cs ein — arischer. Man mag ii' er die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums welcher Meinung immer sein, sie ist mindestens der Discussion wert. Sie ist ein Anzeichen dafür, dass man selbst in antisemitischen Kreisen mit der wachsenden Organisation der Juden zu rechnen beginnt und begreift, dass es wohl nicht gut augehe, den Juden schlechtweg jene Rechte abzusprechen, die die übrigen Nationalitäten als selbstverständlich vom Staate fordern, die Berücksichtigung ihres Volkes in Schule und Amt. Wenn man über Verjudung der bestehenden Mittelschulen klagt und anderseits nicht mit der banalen Phrase „die Inden hinaus", die Jndenfrage gelöst zu haben glaubt, dann ergibt sich eben von selbst die culturelle nationale Antvnonüe auch für — die Juden als die logische Folge. Inland. Wien. (Spät, aber d o ch.) Die Brüder R o t hschild erlegten für die run'.änischen Inden 50.000 Kr. bei der Israelitischen Allianz. Wien. (An die jüdischen Mädchen und Frauen.) Seit Wochen ziehe:: die unglücklichen Emigranten aus Rumänien schutzlos durch die Welt. Unbeschreiblich ist der järumerliche Zustand, in dem sich die armen Heimatlosen befinden, und es ist herzbrechend, Niese Männer, Weiber und Kinder aller Hckssmitlel entblößt, kau::: mit den: Dünrigstc:: bekleidet, in ihren: Jammer zu sehen. Kräftig gebaute Männer, gestählt von harter Arbest, schauen müßig mit verschränkten, durchfurchten Händen, vor sich hin. Wo mögen ihre Gedanken wohl weilen? Ist es das kann: verlassene Elend oder die Aussichtslosigkeit auf eine best? re Zukunft, die das Siegel hoffnungsloser Verzweiflung so deuilieh in die Ziige geprägt hat? Wie krampst sich jedes Herz dein: Anbllek der heimatlosen Frauen und Kinder, von bitteren: Weh erfüllt, zusa:::n:e:i. Weis; doch ein jeder von uns, wie eng das Stückchen heimatliche Scholle mit dein Herzen verknüpft ist, wie hart die Roth sein musste, um unsere unglücklichen Glaubensgenossen zur Ausivandcruug gezwungen zu habe::. Die bedauernswerte:: Frauen kauern ineist au: Boden uucher, au: Ariu die kaum nvthdürftigst bekleideten Säuglinge und sehen, stunnn vor sich hinbrütend, den: Spiele der größeren Kinder zu. Unter diesen tausenden Flüchtlingen befindet sich auch eine Gruppe Mädchen ans Galatz, die alles, was sie durch jahrelange Arbeit erworben haben, verkaufen inussten, um fern vom heimatlichen Boden für sich und ihre Angehörigen eine Existenz zu gründen, und diese Unglücklichen können zu ihre::: Endziele „Canada" nicht gelangen. Die namenlose Verzweiflung der armen Hei:natlose:i, als ihnen nütgecheilt wurde, sie müssen nach Rumänien znrücktehcen, hätte einen Stein rühren mögen. Müssen nicht ihre Klagerufe Wiederhall in jedem fühlenden Herze:: finden? Innner wieder drängt sich die Frage auf: „Was ivürde mit diesen Mädchen nach Rückkehr in Rumänin: geschehen? Könnte ihnen denn in Wien nicht Hilfe zukonnuen? Es sind durchwegs nette, fleißige Mädchen, die arbeiten löuuen und sich freudig jeder Arbeit unterziehen wollen, nur nur in Wien bleiben zu Oürfen. Manche von ihnen sind Schneiderinnen, Weißnäherinnen und Herreuschneiderinnen, ferner sind sämnckliche Mädchen für häusliche Arbeite:: verwendbar. Diese Thatsacheu ins Auge fassend, war der Verein „Moria", der sich dieser Mädchen gleich bei ihrer Ankunft liebevoll aunahm, bald entschlossen, den schutzlosen Glaubensschwestern in Wien Arbeit und Versorgung zu schaffen. Es gelang auch, beinahe alle Mädchen als Räheriuneu oder Stubenmädchen i:: jüdischen Häusern uuterzubriugeu. Nur mangelt es aber sowohl diesen Mädchen, als auch sänuntlichen Emigranten an Kleidern, Wäsche und Schuhen. Daher ergeht insbesondere an Frauen und Mädchen die herzliche Bitte, sie mögen bei der Bekleidung und Versorgung unserer unschuldig ins Elend gestürzten Glaubensgenossen behilflich sein. Auch der hilflosen Kleinen gedenket, denn diese müssen das Nölhigste entbehren! Von der Ueberzeugung durchdrungen, dass cs in Wien unzählige hilfsbereite, jüdische Herzen gibt, hoffe ich mich nicht getäuscht zu haben, wenn ich mit Sickserheit annehme, dass jeder sein Scherflein für die Unglücklichen beitragen wird. Jüdische Frauen und Mädchen, helfet! Der Segen Goites wird Euch stets begleiten! Berta Herr m a n n, Mitglied des Vereines „Moria". Waden hei Wien. Es wurde erst jüngst in einem Wochenblatte gerügt, dass die hiesige Synagoge, so geräumig sie ursprünglich für den Localbedarf schien, schon seit Jahren während der Sommersaison an Sabbath- und Festtagen und bei sonstigen feierlichen Anlässen infolge des immer mehr sich steigernden Fremdenbesuches als viel zu klein und unzureichend sich erweist. Es ist. immerhin ein erfreuliches Zeichen der Zeit, insbesonders in der jetzigen, für das Judenthum so bewegten, wenn unsere zur Cur hier weilenden Glaubensgenossen von den gottesdienstlichen Einrichtungen der Gemeinde so ergiebigen Gebrauch machen und ander öfseullicherrAudacht soregenAntheil nehmen. Allein besremdenerregend ist es,.wenn das in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses sich befindliche, vom hiesigen ehrwürdigen Herrn Rabbiner geleitete Beth Hamidrasch, die dem heiligen Thorastudium geweihte Stätte, im Gegensätze zur Synagoge, trotz bescheidener Räumlichkeit und starker Frequenz von Curgästen, als zu groß und zu geräumig sich erweist und nur eine sehr spärliche Anzahl von Frequentanten zu seinen Besuchern zählt. Zum Curgebrauche hier weilend, pflege ich arr den Vorträgen theilzunehmen, die daselbst täglich vor bem Mincha-Gottesdienste von einem Functionär der Gemeinde abgehalten werden, doch so oft ich die Leere wahrnehme, vor der das Haus des Thorastudiums und der Gesetzesforschung gähnt, drängen sich nur fast unwillkürlich die Worte des Talmuds auf: „Ist die Thora nahe daran, vergessen zu werden, dann kauert sie in einem verborgenen Winkel." Vielleicht genügt dieser Wink, um manchen thorabeslissenen Curgast, der das Bedürfnis suhlt, seinen Wissensdurst zu löschen, zum öfteren Besuche dieses g a st l i ch e n L e h r h a u s e s anzueifern, und das alte, es auf diesen: Wege einfach zugrunde gehl, und es versucht nun den verzweifelten blutigen Schritt zu seiner Befreiung. Die Juden in Europa aber Habei: nienucks nach Macht gestrebt, haben uiernanden angegriffen, uie:na::de:n eine neue Cnttnr aufgedrängt. Sie sind froh, wenn mail sie in Frieden lässt, und glücklich, wenn :nan ihnen gestattet, gute Bürger zu sein. Sie waren stets bemüht, sich den Sitte:: nnd Gebräuchen des Landes anzupassen und haben nieinats Sonderinteressen betnndet. Und dennoch sucht ein Theil des Volkes, ihr Leben zu verkünunern, und dennoch wird eine fanatische Hetz- und Schniähsucht gegen sie entfaltet, ihre Religion verhöhnt nnd ihre Ehre verletzt. „Sie sind Freunde!" — Ja, wenn die Inden in den europäischen Staaten heute noch Freinde sind, mit welchen: Rechte empört man sich dann gegen die Chinesen, weit sie die Freinde:: nüt Oematt fernyalten wollen? Zweierlei Maße in logischer und ethischer Beziehung. Bei anderen findet man es verwerflich, was man bei sich selber zur Tugend ansbildet. Bei anderen sicht niau wohl ein, zu welchen unheilvollen Eousegnenzen die Herrschaft des JnstincleS führt. Bei sich selber aber kleidet :>:an die niedrigsten Triebe in schöne Phrasen nnd erhebt die Bestialität ziun wisseuschaftlichen Principe. Ob :::an sich Boxer, Antisemit oder Rationalist nennt, es konunt ans dasselbe hinaus. Roch ausfallender gestaltet sich diese Parallele, wenn man an die Entstehung der chinesischen Katastrophe denkt. Der Vater dieses Unglücks ist der eingewurzelte Hass gegen alles Fremde,! also das nationale Rasse::prmeip. Die Schürer dieser unheilvollen Flamme sind die fanatischen Bernfshetzer, die Führer der antiarischen Partei, die Agitatoren in Wort und Schrift. Manche ihrer Flugblätter und Placate könnten ganz gut in den anti-! senütischen Druckereien Deutschlands und Oesterreichs hergeffetlt j werden. Einige dieser Documenle -menschlicher Verirrungen klingen: geradezu rvie eine Uebersetzung der deutschen Weisheit ins Chinesische. I So hat zum Beispiel der Mandarin Püekler am 10. Juli i in Berlin tu einer Boxerversamiiilnng eine Rede gehalten und darin folgende chinesische Moralphilosophie entwickelt:! „In Deutschland gibt es zwei Rassen, Germanen und Inden, eine davon muss h e r a n s g e s ch:n i s s e:: werden. In: Heransdrängen besteht die einzige praktische Lösung der Jndenfrage. D n r ch h a u e n unb ranss ch tit eiss e::, das führt sicher zum Ziele. Es ist die höchste Zeit, dass wir dieses Mittel jetzt einmal energisch in Angriff nehmen. Wir wollen jetzt in Wirklichkeit einmal chinesische Boxer spielen und sie boxen, dass sie nicht mehr aus und ein wissen, dass sie endlich einmal ihr verfluchtes Maul halten. Das Boxen ist das einzige, was wir von den Chinesen lernen können, das aber wollen nur gründlich nnd energisch lernen zun: Segen unseres Vaterlandes nnd wollen die ganze Judenbande niederrennen und niederboxen. Mir dürfen kein Mitteid haben mit den Juden, das Ungeziefer geht nicht zugrunde, sie werden, wenn sie von uns ransgeschmisse:: werden, zu einen: anderen Volke gehen, bis sie dort wieder an die Lust gesetzt werden. Gott der Herr hat uns das Deutsche Reich gegeben, dass wir Deutschen 'darin leben und nicht die dreckigen ch :n i e r i g e:: I u d e::. Wir müssen den: Jndenthum den Krieg erklären ans Tod und Leben, den Kampf bis zur Vernichtung." Ich weiß nicht, ob Pückler von einen: Boxerhäuptlinge abstammt, wäre das aber der Fall, so hätten seine Ahnen alle Ursache, ans ihren Nachkommen stolz zu sein. Aber die Chinesen sind ja fanatisch nnd abergläubisch. Und wir? Wenn man nulten in Europa glaubt, die Inden brauchen Ehristenblnt zu irgendwelchen Zwecken, kann man sich dann wundern, wenn die Chinesen dasselbe von den Christen glauben? In einer sehr verbreiteten chinesischen Hetzschrift heißt es : „Die Religion des Tien-Chn (Seele des Herr:: in: Himmel) entstand mit Jesus. Ihre Anhänger behaupten fälschlicherweise, dass Jesus mit göttlicher Mach: ausgestattet war. Die Priester werden größtenthetts von Kindheit an für ihren Berns erzogen. Diejenigen, die diese Religion annehme::, begehen schrankenlos Sünden. Jeden siebenten Tag versammeln sie sich in Kirchen; sobald die Ceremonien vorüber sind, überlassen sie sich den wildesten Ausschweifungen. Sie treiben finstere Teusetskünsto und sisselndie! Unwissenden durch ihre Zauberkünste und Beschwörungen, sv dass sie freudig ihrer Seele beilreten. Sobald jemand sich zu dieser Religion bekehren will, gibt ihm der Lehrer vier Unzen Silber und eine Pille. Hat er die Pille eingenommen, so ist sein Sinn verwirrt und trübe und, zerstört seine' Ahnentafeln und betet nur das Bildnis eines nackten Kindes an, das mit einen: Finger gen * Himmel, mit dem anderen zur Erde zeigt. Sie nennen es den I Prinzen Jesus. Familien mit Töchtern, die die ^Religion an-! nehmen, verbieten einer dersetben die Heirat. Diese sind dann die Hüterinnen des Schlosses nnd der Schlüssel der Lade, welche die Zauberwerke enthält. Man nennt sie „Die alten Frauen, welche die Lade öffnen". Findet ein Begräbnis statt, so weisen die Religionslehrer alle Verwandten unb Freunde aus^dem Han>e und der Tobte wird bei verschlossenen Thüren in den Sarg gelegt. Beide Augen werden ihn: heimlich hernusgenommen und me I Augenhöhlen werden mit einem Pflaster versiegelt. Ihr Grund, i die Augen herauszunehmen, tst der folgende: Ans hundert Pfund 1 chinesischem Blei tonnen acht Pfund Silber gewonnen werden,! und die übrigbleibende:: Pfund können zun: ursprünglichen I Preise verkauft werden, Aber man erhält das Silber nur, wenn man d : e Augen u o :: C h : n e s e :: mit den: Blei vermischt. Die Augen von Ausländern langen nichts ztt diesen: Zwecke . . . Es ist unmöglich, alle ihre Kniffe aufznzählen. Der allgemeine Beweggrund, 'der sie dabei lecket, ist ihr fester Entschluss, unser Voll zu bethören und es zu vertilgen. Dann hoffen sie Besitz von dein Reiche der Mitte zu ergreifen." Das klingt wie der „gelehrte" Text Max Bewers zu einem antisemitischen Bilderbogen. Der Unterschied zwischen CHineieu und rllntisemiten scheint wirklich nur der Zopf zu fein. Es ist die alte Erfahrung, die die Geschichte innner von neuem bestätigt: Verlässt man die Bahn der allgemeinen Gerechtigteit, negiert man die Idee der Menschlichkeit, dann gelangt man zur Anaechie, zur Herrschast der Bestie. Es gibt gegen all diese Entartungen der menschlichen Seele nnr ein Mittel, die :vahre Volksausklärnng, nicht die nervöse Hyperenltnr, sondern eine gesunde, schlichte Bildung, die Herz und Geist adelt. Das XtX. Jahrhundert war das Jahrhundert des Rationalismus. Die nationale Idee wurde in dieser Periode im Uebermaße gepflegt, und :nan gelangte gar bald zur Earieatnr derselben, zum abscheulichen Chauvinismus. Vielleicht wird das XX. Jahrhundert das Jahrhundert echter Menschlichkeit. Vielleicht erinnert inan sich wieder, dass wegen der berechtigten Ausbildung der Individualität und des Nationalgeistes das Menschliche, das allen Völkern, allen Religionen und alten Nassen heilig :st, nicht vergessen werden darf.