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Jüdisches Volksblatt · 1900-08-03 · 31 (3.8.1900) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
31 (3.8.1900)
Date
1900-08-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. August 1900 Nr. 31 leider in der Praxis gleichfalls Köpfe auf dem Spiele stünden : das Leben von dreihnndert rnniänische» Auswanderern. Das Problem, das hier vorliegt, ist nämlich deshalb unlöslich, weil formell jede der betheiligten Regiernngen momentan nichts anderes gethan hat, als wozn sie das Recht hatte, Canada stützte sich auf seine Einwandernngsgesetze, Oesterreich brauchte die subsistenzlosen Fremden nicht zu dulden, und wenn es sie zurück anstatt vorwärts beförderte, ist das angesichts der amerikanischen Erklärung wahrscheinlich sogar in guter Absicht geschehen. Jetzt sind also bloß Ungarn und Rumänien diejenige», welche einander die unbequemen Gäste znschieben wollen. Ungarn darf dies zweifellos, weil sie ja offenbar nicht Staatsangehörige sind. Nun kommt ihm aber Rumänien mit der durch die Bajouuette seiner Gendarmen wirksamer gemachten Erklärung, dass die Auswanderer sich verpflichtet hätten, nicht mehr zurückznkehreu, und infolge ihres Verzichtes auch hier kein Recht auf Staatszugehörigkeit mehr besäßen. Man sieht: wenn man den Versicherungen der Behörden hüben und drüben glauben darf, so haben diese dreihundert Juden thatsächlich den Boden unter den Füßen verloren. Es gibt für sie keinen Raum, auf welchem sie leben dürften. Im Gegensätze zu jenem Principe des Völkerrechtes, welches jedem Menschen grundsätzlich gestattet, an jedem Orte zu leben, dürfen sie an keinem Orte leben. Momentan obliegt völkerrechtlich Ungarn als gegenwärtigem Aufenthaltsorte die Pflicht ihrer Erhaltung. Dass am Lande diese Pflicht von den ungarischen Inden abgeuon.meu wurde, und dass durch wohlthätige Sammlungen, zu denen niemand verpflichtet ist, eine verhältnismäßig ungeheure Summe zu ihrer Weiterbeförderung aufgebracht werden wird, kommt juristisch natürlich nicht in Betracht. Wohl aber kommt in Betracht, dass diese Möglichkeit, durch formell f a st unanfechtbare behördliche Aeußerungen eine Anzahl von Menschen heimatlos zu machen, einzig und allein Juden gegenüber besteht, und zwar aus einem ganz bestimmten G r n n b e nur Juden gegenüber besteht. Wenn es sich nämlich um Nichtjuden handelte, wäre es außerordentlich leicht, in das dargestellte juristische Gebäude eine Bresche zu legen. Die Rechnung der Regierungen, deren Endresultat die Aussperrung der dreihundert Juden ist, h a t nämlich thatsächlich ein Loch. Man wird — denken wir uns den Streitfall als einen vor dem Richter auszutragenden Process! — die folgenden stichhältigen Einwendungen machen können, deren Erfolg ziemlich sichersteht. Man wird argumentieren: Wenn diese Auswanderer Rumänen waren, so haben sie durch ihren bloßen Verzicht ihre alte Staatszugehörigkeit gewiss nicht verloren, ehe sie eine neue gewonnen haben. Viele von ihnen in ü s s e n Rumänen sein, denn es sind gewese Soldaten unter ihnen. Auch militärpflichtige Deserteure sind unter den Wanderern, und auch sie können nur Rumänen sein. Zu dieser Gruppe von Rumänen nun kommen noch eine gewiss nicht geringe Zahl von Leuten, die sogenannte „Schutzbefohlene" einer nicht rumänischen Macht, also Ausländer gewesen sind, und denen wirklich in dem Momente, wo sie erklären, dass sie unterhaltslose Vagabunden sind, die Rückkehr ins Land verboten werden kann, da man sie ja auf Grund einer solchen Erklärung, wenn sie nicht selber gegangen wären, auch hätte abschieben künnen. Es ist nun ganz klar: die rumänische Regierung kann jeden subsitzeuzlosen Ausländer dem Staate, welchem er angehört, a u f z w i n g e n. Und andererseits kann sie von jedem Staate zur Ueberuahme der auf seinem Territorium befindlichen Rumänen gezwungen werden. Ein drittes aber als Rumänen und Nichtrumänen gibt es wohl nicht. Das ist einfachste Logik. Aber es gibt eben doch ein drittes: Juden. Die Voraussetzung dafür, dass es nur Rumänen und Nichtrumäne« gibt, wäre nämlich die wirkliche Geltung des von den Mächten „Im Namen des Allmächtigen Gottes" abgeschlossenen Berliner Vertrages vom 13. Juli 1878, dessen Art. 43 und 44 lauten: „Die hohen vertragschließenden Theile erkennen die Unabhängigkeit Rnmänieus an, indem sie dieselbe an folgende Bedingungen knüpfen: In Rumänien darf der Unterschied des religiösen Glaubens niemand gegenüber geltend gemacht werden als ein Grund der Ausschließung oder der Unfähigkeit bezüglich des Genusses der bürgerlichen und politischen Rechte, der Zulassung zu öffentlichen Diensten, Aemteru und Ehren oder der Ausübung der verschiedenen Berufs- und Gewerbszweige, an welchem Orte es auch. sei. Die Angehörigen aller Mächte, die Handeltreibenden sowohl als die übrigen, sollen in Rumänien auf dem Fuße vollkommener Gleichstellung behandelt werden." Darnach ist also die Gleichstellung der Juden eine B ed i u g n u g för die Unabhängigkeit Rumäniens. Ist es aber wirklich einer der Mächte schon eingefallen, das, was sie „im Namen des Allmächtigen Gottes" versprachen, zu halten, und Rumänien, weil es die Inden nicht für gleichgestellt erklärte, als nicht unabhängig zu behandeln? Jede hätte das Recht dazu gehabt. Gesetz- und vertragsmäßig also haben die Juden alle das Recht auf einen Wohnsitz. Der gegenwärtige Conflict ist nach bestehendem Rechte unmöglich, wenn dieses Recht wirklich angew endet wird. Dazu aber gehört jemand, der dieses Recht geltend macht. Dieses Recht der Juden hat den einen Mangel, der freilich das ganze Recht illusorisch macht, dass es nicht durchgesetzt wird. Der Grund aber ist ein juristischer: Jedes Recht muss von einem S u b j e c t e geltend gemacht werden. Im Völkerrechte aber kann nur ein Staat derjenige sein, welcher eine solche Geltendmachung betreibt. Nun aber waren die Juden in jedem politischen Handel — und so auch bei Festsetzung der in Rede stehenden Rechtssätze — immer bloß das Object. Die Subjecte der Rechte — die einzelnen Staaten — sind nicht gewillt, diese Rechte der Juden durchznsetzen, und die Juden als unorganisierter Körper können als rechtsdurchsetzende Partei — sozusagen als Kläger — im Völkerrechte nicht auftreten. Und daraus folgt: Solange die Juden nicht eine organisierte Körperschaft geworden sind, die im Völkerrechte mitreden darf, sind Vorfälle wie der jetzige Grenzstreit nicht zu vermeiden. Niemand thut für uns, was jeder nur für sich selber thut. D. Salo. *' Herr Carp an der Arbeit. Seit nahezu dreißig Jahren erwarten die rumänischen Juden, dass Herr Carp die Leitung der Regierung in Hände bekommt, damit er auch ihre Lage verbessere. Herr Carp ist nun Ministerpräsident, und als solcher wurde ihm in der ganzen europäischen Presse ein Empfang zutheil, wie ihn noch kein anderer rumänischer Staatsmann verzeichnen konnte. Was das Charakteristische dieses Empfanges ausmacht, ist, dass man Herrn Carp mehr oder weniger stürmisch begrüßte, weil er verschiedenemale die Juden unter seinen Schutz genommen, und sich jederzeit entschieden gegen den Antisemitismus ausgesprochen hat. Aber Praktisches leisten ist denn doch was anderes als Reden halten. Dies musste Herr Carp, welcher ein Schüler der großen Bismarck'schen Realpolitik zu sein vorgibt, am besten wissen. Er musste zu gleicher Zeit also auch einsehen, dass man praktisch Wichtiges für das Judenthum beim besten Willen kaum leisten kann, wenn man sich mit antisemitischen Ministern, Rathgebern und Beamten umgibt. Wie dieses Blatt noch vor der definitiven Bildung des jetzigen Ministeriums melden konnte, hat Herr Carp für die Besserung der Lage der Inden einen Plan, welcher, indem er vorderhand eine Hebung ihrer ökonomischen Lage anstrebt, den einzig richtigen Weg einschlägt. Dieser Plan soll sogar die Bewilligung des Königs haben, der zwar kein Judenfreund ist, wie man irrthümlicherweise allgemein aunimmt, der aber nichtsdestoweniger politischen Sinn genug hat, um zu begreifen, dass es mit den jetzigen Zuständen in der Jndenfrage nicht weitergehen könne. Aber wie diesen Plan durchführen, wenn man im Ministerium einen Nicolae F i l i p e s c u, welcher dem geheimen Executiv-Cvmite der antisemitischen Liga, und einen Ion G r a d i st e a u n, welcher ein eifriges Mitglied dieser Liga ist, sitzen hat? Die antisemitische Liga rührt sich in letzter Zeit dermaßen, dass man den Nachrichten der Blätter Glauben schenken muss, tvelche melden, die Antisemiten bereiten Excesse in mehreren Städten, um der Negierung Carp Schwierigkeiten zu bereiten in ihrem Genesnugswerke der rumänischen Staatswirtschaft. Solche Excesse, die sich noch stets der Patronanz gewisser Präfecten erfreuten, haben Herrn Carp bestimmt, die Absetzung jener administrativen Beamten zu veranlassen, von denen bekannt ist, dass sie Mitglieder der antisemitischen Liga sind. Dem widersetzte sich nun Herr F i l i p e s c u. unter dem Vorwände,^ mau dürfe die conservativen Präfecten nicht absetzen, damit man die conservative Partei nicht vor den Kopf stoße. Mit denselben Mitteln versuchte man der Bukarester Polizeipräfectur das bisherige Oberhaupt, den berüchtigten General Al g i n, zu erlangen. Dies gelang aber nicht, da Herr Carp wenigstens in der Landeshauptstadt einen Vertrauensmann an so wichtiger Stelle haben wollte. Mittlerweile hetzen die Antisemiten tveiter und fordern öffentlich zu Mord und Brandschatzung aus. Es ist auch mehr als sicher, dass die geplanten Straßenkrawalle stattfinden werden. Wie sich die Juden in diesem Falle verhalten werden? In Bukarest haben sich Resistenzgrnppen gebildet, welche nicht mir mit Hand und Stock den antisemitischen Anschlag abwehren werden, sondern welche fest entschlossen sind, a u f G r u n d der rumänischen Gesetzesbestimmungen, betreffend die berechtigte N o t h w e h r, denjenigen mitleidslos n i e d e r z u k n a l l e n, der sich an ihnen oder den Ihrigen zu vergreifen wagen würde. Was in der Provinz geschehen wird, kann man noch nicht wissen. In Städten von einer dichten jüdischen Bevölkerung haben die Antisemiten schon längst erfahren, dass sie nicht ungestraft wüthen können, dieselben werden also in der ihnen eigenen Feigheit gewiss dort terrorisieren, wo einige Hunderte jüdische Familien mitten in einer zahlreichen christlichen Bevölkerung wohnt. In diesem letzten Falle wird man aber sehen können, was Herr Carp leisten kann. Herr Carp hat zur Zeit der Bukarester Krawalle der damaligen liberalen Negierung z>.- gerufen: „Sie hätten die Ordnung um jeden Preis aufrechterhalten, die jüdische Bevölkerung schützen müssen!" Und auf einen antisemitischen Zwischenruf bemerkte er: „Wenn nöthig, auch mit den Bajounetten!" Es wird sich rum jetzt zeigen, ob Herr Carp dies thun wird. Rumänien braucht Geld, und um dies zu erlangen, wn— „ i in** m——m—wmwwmw ■ m vergebens ist, und dass der unerbittliche Feind früher oder später das Feld behaupten wird. Immer häufiger stand die Gestalt Baldygas vor mir. Seit einer Stunde schon saß ich vor einer angefaugenen Arbeit, doch diese gierig nicht gut von statten, die Feder fiel mir aus der Hand, und der ungehorsame Gedanke flog weit hinaus über die Grenzen der schneebedeckten und frostigen Erde. Vergebens appellierte ich an meinen Verstand, vcrgebens wiederholte ich mir zum zehntenmale den Rath des Arztes. Bisher hatte ich der mich seit Wochen verzehrenden Krankheit, der Nostalgre, einigermaßen Widerstand geleistet — heute fühlte ich mich völlig kraftlos. Das Heimweh zerfraß und peinigte mich unbarmherzig. So oft schon war ich imstande gewesen, den lockenden Trugbildern zu widerstehen, sollte ich mich ihnen heute nicht widersetzen können? Doch die Versuchung war stärker und ich schwächer als gewöhnlich. Fort also mit dem Frost unb Schnee, fort mit der jakutischen Wirklichkeit! Ich warf die Feder beiseite, und umgeben von Rauchwolken, ließ ich meiner überhitzten Phantasie die Zügel schießen. Und sie trug mich auf ihren muthwilligen Wellen dahin!.. . Hinweg über Wälder und Steppen, Berge und Flüsse, über Königreiche und unzählige Länder eilte mein beflügelter Gedanke nach dem fernen Westen und entrollte vor mir wahrhafte Zauberbilder, fern von menschlicher Bosheit und menschlichem Elend, meine heimatlichen Fluren, voller Schönheit und Harmonie. Wo ist der Mund, der das beschreiben, wo die Feder, die das schildern könnte! Ich sah die goldenen Getreidefelder, die smaragdgrünen Auen, die uralten Wälder, die Geschichten ans längst verronnenen Tagen flüsterten. Ich hörte das Rauschen der Aehren, in welchen die Winde Wellen schlugen, das Jauchzen der beflügelten Waldsänger, das Raunen der Rieseneichen, die kühn den Stürmen Trotz boten. Und ich berauschte mich an dem Dufte der balsamischen Wälder, der blütenreichen Auen, vom dem jungfräulichen Blau der Kornblumen geschmückt, an der Schönheit des Frühlings, der die Unschuld der Veilchen zierte. . . . Ein jeder Nerv an mir fühlte die Liebkosung der heimatlichen Luft . . . Jchf/fühlte die belebende Wirkung der Sonnenstrahlen, und obgleich draußen der Frost noch wütheuder knirschte und mich an den Scheiben anfletschte, kreiste doch das Blut lebhafter in meinen Adern, mein Kopf brannte, und wie verzaubert, den Blick in die Ferne gerichtet, lauschend, hörte und sah ich nichts rings um mich her . . . * * * Ich hörte also nicht und sah nicht, wie sich die Thüre öffnete und jemand ins Zimmer trat. Ich bemerkte die Dunstknäuel nicht, die hier bei jedem Oeffneu der Thüre in solchen Massen hereindringen, dass sie den Eintretenden verhüllen. Ich fühlte die Kälte nicht, die hier mit einer frechen Zudringlichkeit in die menschliche Behausung einschleicht; ich sah nichts und hörte nichts, erst als ich die Nähe eines Menschen fühlte, bevor ich ihn noch wahrgenommen, warf ich ihm unwillkürlich die Frage hin: „Was willst Du?" „Das bin ich, Herr, ich handle mit allerlei Kleinigkeiten," lautete die Antwort. Ich erhob die Augen. Sofort erkannte ich ihn au der Gestalt, die vor mir stand, trotz der mannigfaltigen Thierfellkleidung, in der sie förmlich versackt war, einen typischen, kleinstädtischen polnischen Juden. Wer ihn in unseren Laudstädtchen gesehen, der wird ihn nicht nur iu jakutischer, sondern auch in patagonischer Vermummung wiedererkenuen. Und da ich ihm, wie gesagt, meine Frage halb unbewusst hingeworfen hatte, daher wurde durch sein Erscheinen mein Brüten nicht brutal unterbrochen, der Constrast war nicht allzu schneidend. Im Gegentheil. Ich betrachtete die mir wohlbekannten Züge mit einem gewissen Wohlbehagen. Das Auftauchen eines Juden, in dem Momente, da ich mit Herz und Gedanken in der Heimat weilte, war etwas ganz Natürliches, und die paar Worte in polnischer Sprache w reu meinem Ohre angenehm. Noch immer traumverloren, betrachtete ich ihn also wohlwollend. Der Jude verweilte ein wenig, dann wandte er sich um, trat zur Thüre und fieng an, eilig seine Hüllen auszuznziehen. Erst jetzt besann ich mich, dass ich ihm nicht geannvvrtet hatte, und befürchtete, dass mein Landsmann, mein Schweigen fälschlich deutend, vor mir seine Ware anskramen möchte. Ich beeilte mich, ihn von dem Jrrthum zu befreien. „Um Gotteswillen, Mensch, was machst Du?" rief ich lebhaft. „Ich kaufe nichts, ich habe nichts nöthig, mache Dir keine unnütze Mühe und geh' mit Gott Deiner Wege." Der Jude hörte mit dem Auskleiden auf, saun eine Weile und, seine Dvche*) hinter sich herschleppend, trat er näher und fieng an mit abgebrochener Stimme hastig und ungeordnet zu reden: „O, das thut nichts, ich weiß, dass Sie nichts kaufen werden. Sehen Sie, Herr, ich bin hier schon lange, sehr lange.... Ich wusste bisher nicht, dass Sie gekommen sind. Sie sind doch aus Warschau, nicht wahr? Erst gestern sagte man mir, dass Sie hier schon mehr als vier Monate sind. Wie schade, dass ich dies so spät erfuhr! Ich wäre sogleich gekommen. Heute suchte ich Sie eine Stunde lang. Bis ans zweite Ende der Stadt bin ich gegangen, und da ist ein Trost, dass ihn der Dereiteufel... Erlauben Sie mir, ich werde Sie nicht lange stören, nur ein Paar Worte..." „Was willst Du also von mir?" „Ich möchte nur ein wenig mit Ihnen plaudern." Diese Antwort wunderte mich gar nicht. Ich war vielen Leuten begegnet, die kamen, um mit einem vor kurzem aus der Heimat Angelangten ein wenig zu plaudern. Es waren unter ihnen auch Juden. Diese Neugierigen interessierten sich für die verschiedensten Dinge. Es waren unter ihnen leere Schwätzer, es waren solche, die nur nach ihren Verwandten fragten, es gab auch Politiker, von denen so manchem schon ganz wirr im Kopfe geworden war. Im allgemeinen jedoch gaben sie alle der Politik den besonderen Vorzug. Daher befremdete mich das Verlangen meines Gastes gar nicht, und obgleich ich meine Stube schleunigst von dem unangenehmen Gerüche der Docha *) Sibirischer Pelz.

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