Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 30 (27.7.1900)
- Date
- 1900-07-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2432763-2432811-2432841--0620-2434289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 27. Juli 1900 Nr. HO Ja freilich gibt es eine Friedhof-Section! Aber es gibt auch ein „Gesetz über die interconfessionellen Verhältnisse" in Oesterreich, das. wenn sie nicht da wären, ihre Functionen übernimmt. Die bei den Juden wenig belangreichen religiösen Vorschriften würde dann eine Chewra Kadischa wahren. Die Unterrichts-Section? Dass sie gut ist, konnte man höchstens daraus folgern, dass sie es noch nie jemand recht gethan hat. Den Freigeistern geschah stets zu viel und den Strenggläubigen zu wenig. DieWohlthätigkeits-Section? Aber dieCultusgemeinde wird sich wahrscheinlich selber nicht zu einem Organ für Abweisung von Almosenheischenden machen wollen. Im übrigen handelt es sich da um eine wirtschaftliche Frage, wo natürlich die gegenwärtige Organisation versagt. Siehe oben. Kurzum: Wenn die Cultusgemeinde in den beiden wichtigsten Fragen, deren Lösung man von einer Repräsentanz der Judenheit verlangen muss — die Judennoth im geistigen und im materiellen Sinne — von vornherein selber erklärt, dass sie sich für unfähig erachte, auch nur an den Versuch einer Lösung zu denken, so hat sie aufgehört, im öffentlichen LebendesJudenthums ein Factor zu sein, mit den: man in irgendeinerArtzurechnenhat. Denn unter den anderen Angelegenheiten, die sie heute besorgt, gibt es keine, die nicht die Staatsverwaltung oder eine private Körperschaft ebenso gut verrichten könnte. Was aber von Wien gilt, das gilt auch von den anderen Großgemeinden: Brünn, Prag, Krakau, Budapest u. s. w. Dem gleichen Nebel entspricht überall die gleiche Missbehandlung. Die Repräsentanz der Judenschaft in ihrer gegenwärtigen Form entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen der von ihr vertretenen Gesammtheit. Wir sind heute Glieder ohne einen Kopf. Mit einem Worte: es ist der Bankerott des ganzen Systems. Chinaismus und Judaismus. Zwei Weltanschauungen, die seit uralter Zeit einander bekämpfen, sind der Chinaismus und der Judaismus. China schließt sich von allen anderen Völkern und Ländern vollständig ab, verhindert die Einwanderung Fremder und raubt den wenigen Ausländern, denen es nach schwerer Mühe gelungen ist, sich in China anzusiedeln, alle Rechte. Judäa dagegen hat in seinen Religionsgesetzen die Vorschriften: „Liebet den Fremden!" „Den Fremden sollst Tu nicht bedrücken!" „Ein Gesetz und e i n Recht gelte für den Einheimischen und Fremden im Lande!" China umgab das ganze Reich mit einer festungsartigen Mauer, baute auch Mauern um jede größere Stadt; und der jüdische Prophet Zacharias rief im Namen Gottes aus: „Offen bleibe, Jerusalem... und viele Völker werden zu dir strömen" . . . Absonderung, Absperrung, das meine nur für mich — das ist Chinaismus; offen, frei, ich für alle und alle für mich — das ist Judaismus. Es ist noch nicht lange her, dass der Judaismus in Europa herrschend gewesen ist. Nach der Revolution, als die freiheitlichen Ideen officiell zum Ausdrucke gelangt sind; als Europa frei aufzuathmen begann, und ein wahrer Liberalismus die führende Rolle übernahm, da wurde die strenge Wache, die bis dahin an den Grenzen der Länder gestanden war kleine und große, liefen um die kleinen Augen und die große, gekrümmte Habichtsnase. Ein schwarzes Käppchen bedeckte den weißen Schädel, und ein langer weißgelber Bart lag in großen Strähnen über das beschriebene Pergament. Er saß in einer Art Lehnstuhl ohne Rückenlehne, und zwei Krücken lagen neben ihm auf der Erde. Wie gern hätte ich mein Skizzenbuch hervorgeholt! Der edle Kopf mit dem Barte, der mit dem Pergament und dem Lichte der Fenster eins war, umgeben von dem Dunkel des finsteren Raumes. Aber vor dem strengen Blick des Gesetzschreibers wagte ich es nicht- Er zeigte mir mit Stolz die Schönheit seiner Schrift, die Herrlichkeit der großen Buchstaben, und wie alles gleichmäßig ohne Linie geschrieben war. Er nahm würdevoll den großen Gänsekiel, tauchte ihn tief in das schwarze Fläschchen, das neben ihm stand, und zeigte mir dann, wie er schrieb. Nachdem ich ihm meine Bewunderung ausgedrückt hatte, bat er mich, ihm seine Krücken zu reichen, und er humpelte mit mir nach dem flachen Dache. Beide genossen wir nun das Panorama von Tanger, das unter uns lag, die Hügel und das Meer in der Ferne. So sitzend, das fremde Land vor mir, neben mir den langbärtigen Alten, auf den Matten des flachen Daches in Marokko, überkam mich das Gefühl, als ob ich in diesem Augenblick in einer Welt lebte, von der ich einmal geträumt hatte. Dann stand ich auf, um zu gehen, der Alte legte seine Hände auf mein Haupt, und mit einem „jeworechecho aüonui wejinnerecho“ (Der Herr segne Euch und behüte Euch) schieden wir voneinander. Der Kampf pp die (Obltnution. (Eine jüdische Geschichte a u s Russisch-Pole n.) Von R. A. BraudeS. Die große Synagoge in dem Städtchen B. ist seit einigen Wochen geschlossen. Die Sabbath^ Gottesdienste können infolge desfin nicht entsprechend abgehalten werden. Die lh suche dieses Zustandes ist wohl jedem bckalmt — aber die Mittel zur aufgehoben, das Passwesen verschwand und der Verkehr wurde frei. Dies war echter Judaismus. In den letzte» Decennien hat jedoch eine Reaction die Oberhand gewonnen, die Clericalen nähern sich immer mehr dem Staatsruder, nationale Fanatiker gelangen zur Herrschaft, und wir hören abermals den Chinaismus diktieren: Deutschland für Deutsche, Russland für Russen, Frankreich für Franzosen u. s. w. Der Fremdenverkehr stockt, vor den Grenzen der Länder werden Wachen anfgestellt, und selbst in England und Amerika ist es zur Einbringung einer Fremdenbill gekommen, laut welcher die Einwanderung der Fremden zu verbieten oder doch wenigstens zu beschränken sei. Das ist der wahre Chinaismus, der gegenwärtig in Europa herrscht. Und welche Ironie! In China selbst bemüht sich Europa jetzt, den Judaismus einzuführen! In China selbst kämpft Europa gegen den Chinaismus, dem es bei sich zuhause zur Herrschaft verholfen hat! Es will die chinesischen Mauern niederreißen, während es selbst ähnliche Mauern errichtet! In China soll der Judaismus den Europäern dienen, und in Europa soll der Chinaismus gegen die Juden angewendet werden... Die Juden fühlen den Schmerz der Europäer in China tief mit. Wer hat denn noch unter den Principien des Chinaismus so viel gelitten, wie die Juden? Wird denn der Jude nicht noch heute in vielen Ländern als „Fremder" betrachtet und als solcher verfolgt und unterdrückt? Auch das Herz des Juden blutete bei der Nachricht, dass die Chinesen die Europäer niedermetzelten, aber er erinnert sich oft an den Bibelvers: „Es ist doch besser, auf einmal mit einem Schwerte getödtet zu werden, als von Hunger gequält langsam hinzusiechen" ... Die Juden werden in Europa wohl nicht abgeschlachtet, aber das Brot wird ihnen vom Munde weggeriffen, alle Nahrungszweige werden ihnen abgeschnitten und so werden sie dem Hungertode preisgegeben . . . Den Juden liegt der Gedanke an Rache vollständig ferne, sie wollen Europa nicht zurufen: „Du hast den Chinaismus hier gegen uns eingeführt, jetzt tritt derselbe dort gegen Dich auf." Sie thun es nicht, weil Rache und Schadenfreude den Juden fremd sind — aber wenn die „traurigen Ereignisse in China" — wie die Zeitungen melden — „die Seele des Papstes mit Schmerz erfüllten" und dieser die Kirchengemeinden auffordert, „heiße Bittgebete zu Gott zu richten, dass Er den Gedanken an Friede und Eint r a ch t erwecke," da schließen wir Juden uns gerne diesem Wunsche an und fügen bloß hinzu, dass der „Gedanke an Friede und Eintracht" möge auch in Europa erweckt werden; nicht nur bei den Chinesen den Europäern gegenüber, sondern auch bei den Europäern den Juden gegenüber! Mögen die chinesischen Mauern sowohl in China, als auch in Europa fallen! Möge der Judaismus über den Chinaismus überall triumphieren! Der neue Lehrplan für de« israelitischen Religionsunterricht an Uollrsmrd Bürgerschulen. Von Dr. Daniel Fink. In einer der letzten Plenarversammlungen des Vorstandes der Israelitischen Cultusgemeinde wurde der Entwurf zu einem neuen Lehrplane für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen zur Berathung gestellt und diesbezügliche Beschlüsse gefasst. Es ist dies die dritte Umgestaltung, welche der gedachte Lehrplan an den hier in Betracht kommenden Schulen seit dem Jahre 1878 erfährt. Diese an sich rein äußerliche Thatsache ist für die Abhilfe desselben zu finden, um den regelmäßigen Fortlauf des Gottesdienstes wieder herzustell en, ist schwierig. Es wurde verschiedenes versucht, aber alles blieb erfolglos. Der alte Reb Kalmen will nicht von der heiligen Lade weichen und hindert in der Weise jeden Sabbath die Aushebung der Thora und das Vvrlesen des Wochenabschnittes, kurz, er macht Obstruction. Und das ist sein gutes Recht. Das Städtchen B. bewahrt noch streng orthodox die jüdischen Sitten und Gebräuche. Die traditionellen Einrichtungen blieben heilig bis auf den heutigen Tag. Streitigkeiten von Juden untereinander werden beim Rabbi ausgetragen — zum Gericht geht man nicht: man will nicht die Schmutzwäsche sozusagen vor den weltlichen Richtern waschen; und wenn nun einer sein Recht beim Rabbi durch irgend einen Umstand nicht finden kann, da wendet er ein eigenartiges Mittel au: Er kommt am Sabbath in die Synagoge, stellt sich während des Gottesdienstes hart vor die heilige Lade und verhindert so die Aushebung der Thora. In dieser Weise unterbricht er stets den Gottesdieust und macht ihn so lange unmöglich, bis ihm der Vorsteher der Gemeinde zu seinem Rechte verhilft. Dieser Gebrauch stützt sich auf eine Vorschrift im Schulchan-Aruch. Die jüdischen Gesetze verbieten es, gegen einen auf solche Weise Protestierenden Gewalt anzuwenden. Und so blieb die Synagoge in B. bereits seit einigen Sabbatheu geschlossen, denn man wusste, Reb Kalmen sei noch nicht zufriedengestellt, das Vorleseu der Thora werde also nicht vorgenommen werden können ... Die Gottesdienste werden demnach vorläufig in kleinen Privat-Gotteshäusern (Minjonim) abgehalten. Reb Kalmen ist im Städtchen als ein äußerst starrköpfiger und hartnäckiger Mensch bekannt; als einer, der auch nicht eine Haaresbreite von seinem Ntechte uachgibt, und der nicht auf ein Iota Verzicht leisten wird, wenn auch die ganze „Kehile" darüber in Aufruhr kommen soll. Doch sein Gegner Reb Feibesch ist nicht nachgiebiger. Dazu ist letzterer auch noch ein „Takes" : reich, angesehen und stolz. Die Ursache des Kampfes bildet eine eigentlich gar nicht so wichtige Angelegenheit: Nachbarn sind sie, und einen Garten haben sie gemeinsarn, und von jeher war dieser von beiden gemeinschaftlich gepflegt tuib benützt worden. Nun fiel ihnen ein, dass der Natur des Gegenstandes von nicht unwesentlicher Bedeutung Es soll im vorhinein zugestanden werden, dass die erwähnten Beschlüsse, sachlich durchaus angemessen, auf der Höhe des neuesten Standes pädagogischer Einsicht sich bewegen. Allein die in so kurzen Zeiträumen einander folgenden und jedenfalls einem dringenden Bedürfnisse entsprechenden Neugestaltungen des Lehrplanes zeugen hinreichend für die Thatsache, dass es sich hier um die Bewältigung eines der schwierigsten unterrichtlichen Probleme handelt. Mau wird dies auch ohneweiters zugestehen, wenn erwogen wird, dass die Forderung, genau genommen, dahin geht, den Heranwachsenden jüdischen Menschen in zwei wöchentlichen — oder besser tu achtzig jährlichen — Lehrstunden in der Sprache und Geschichte seines Volkes, sowie in dessen religiösen Lehren und gottesdienstlichen Einrichtungen in jenem Ausmaße zu unterrichten, das ihn befähigen und veranlassen soll, mit lebendiger Theilnahme dieser Gemeinschaft anzugehören. Es ist auf den ersten Blick klar, dass ein bloß pädagogischer Mechanismus schon bei der Inangriffnahme einer derartig umfassenden Aufgabe innerhalb eines so enggezogenen zeitlichen Rahmens gründlich versagen musste. Andererseits soll aber nicht verschwiegen werden, dass selbst die bis zur vollen Meisterschaft gediehene pädagogische Einsicht und Fertigkeit hier mit einer Aufgabe ringt, die innerhalb der nun einmal unverrückbar gesteckten engen zeitlichen Grenzen niemals ganz ohne Rest aufgehen wird — noch kann. Dass nun dieser letztere möglichst klein ausfalle, das muss nach wie vor die unausgesetzte Sorge der betheiligten Kreise sein. Es darf niemals außeracht gelassen bleiben: ein Lehrplan ist je nach dem Maße seiner Vollkommenheit doch schließlich nur eine Art mehr oder minder zuverlässiger Wegweiser. So lange der Weg selbst nicht geebnet und leicht gangbar gemacht wird, werden viele hinter dem gesteckten Ziele weit Zurückbleiben. Zur Erreichung desselben können die Lehr- und Lernbehelfe wesentliche Dienste leisten. Unter erstereu verstehen wir hier jene Hilfsmittel, welche, ausschließlich für die Hand des Lehrers bestimmt, die Ertheilung des Unterrichtes erleichtern und zugleich wirksamer gestalten sollen. Unter letzteren sind jene für die Hand des Schülers bestimmten Hilfsmittel gemeint, welche der Befestigung und Vertiefung in den Lehrstoffen zu Dienen tjaben. Der bisherige Unterrichtsbetrieb war nur auf die Ausgestaltung der Hilfsmittel letzterer Art bedacht, ließ jedoch die erstgenannten zum nicht geringen Nachtheile für die Sache — fast ganz außeracht. Was nun die zur Zeit in Gebrauch befindlichen Lernbücher betrifft, so sind sie für den Unterricht, welcher nach dem nunmehr in Kraft tretenden Lehrplane zu ertheilen ist, schon um deswillen nicht geeignet, weil bei deren Abfassung ganz anders geartete pädagogische Zwecke vorgeschwebt haben. Sachlich betrachtet, tragen sie, namentlich soweit sie für biblische Geschichte in Betracht kommen, alle Merkmale eines verflachenden Rationalismus zur Schau. Der biblischen Erzählung werden mit einer gewissen Absichtlichkeit alle jene Momente geuommen, welche ihr das Gepräge einer so aumuthsvollen Einfalt, verbunden mit einer so saftigen lebensvollen Anschaulichkeit verleihen. Wenn die gedachten Lernbücher nun gar, um den Eindruck spröder Trockenheit zu vermeiden, die aus den biblischen Geschichten abzuleitenden ethischen und religiösen Wahrheiten in den Text selbst eiuflechten — so wird das Uebel nur verschlinlmert. Der Schüler wird dadurch nur verleitet, die Dinge in falscher Perspective zu sehen, der Unterschied zwischen Thatfachen und den mittelst Schlussfolge zu gewinneuden Lehren erscheint von Anfang an verwischt. Die Folge davon ist, dass Garten getheilt und abgegrenzt werden soll. Und bei diesen Abgrenzungen ist es nun zu Streitigkeiten gekommen. Reb Feibesch will sich dem Urtheile des Rabbis nicht fügen, und Reb Kalmen verhinderte den öffentlichen Gottesdienst, und die große Synagoge musste eine geraume Zeit geschlossen bleiben. Die hohen Feiertage rückten heran, und die Sache Nluss doch einmal ein Ende nehmen. Man muss doch endlich au die große Synagoge denken, um sie zu öffnen und dort die Andacht zu verrichten. Und der Vorstand der „Kehile" beruft eine Sitzung ein, um Rath zu schaffen. „Meine Herren!" begann der Präsident der Gemeinde. „So geht es weiter nicht mehr! Wir sind ja zur Schmach und Schande geworden! In allen Nachbarstädten wird von uns mit Hohn gesprochen. Kaum öffnen wir unsere Synagoge, kaum beendigt man das Schacharith-Gebet — da ist schon der Kalmen da und hindert die Fortsetzung des Gottesdienstes! Können wir denn ewig die Synagoge geschlossen behalten und ohne öffentlichen Gottesdienst sein? Da kommen die hohen Feiertage, es muss in der Synagoge gebetet werden: N e uj a h r, der V e r s ö h u u n g s t a g, lvie machen wir es, ohneau diesen Tagen die große Synagoge offen zu haben? . . . Rabaußai! Wir müssen trachten, den 9ieb Kalmen oder den Dieb Feibesch zu beschwichtige». Ich weiß zwar nicht, wer von beiden im 9techte ist, aber ein Vergleich muss einmal zustande gebracht werden ... 9Nöge jeder seine Meinung äußern!" Die Diebe übte einen tiefen Eindruck auf die Versammelteu. Alle waren vou der Wahrheit und Nichtigkeit des Gesagten vollständig überzeugt, aber niemand wusste Rath zu schaffen. Einer — ein jüngeres Gemeindemitglied — hat zwar den Vorschlag gemacht, man könne dieses einemal von den Vorschriften des Schulchan-Aruch abweicheu und den Kalmen, wenn er wieder die Aushebung der Thora sollte verhindern wollen, einfach von der Polizei abführeu lassen — aber sümmtliche „Baale batim" riefen mit Eutriistung aus: „Was, wir sollen Polizei in die heilige Synagoge führen?! Pfui! Das thut keine anständige Kehile!" Und ein älteres Mitglied fügte noch hinzu: „Ich kann mich erinueru, dass einst ein „Gabbe" bei einem ähnlichen Anlässe Polizeileute iu die Synagoge gebracht hat —