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Jüdisches Volksblatt · 1900-07-13 · 28 (13.7.1900) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
28 (13.7.1900)
Date
1900-07-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 13. Juli 1900 Seite 5 Wer denkt da nicht an die herrliche Vision Ezechiels, die so fein dichterisch und psychologisch gezeichnet ist? Es fehlt noch das Höchte Stadium dieses Traumbildes: der Geist, der allbelebende, allbeherrschende, allwirkende Geist. Aber auch er schwebt in der Luft, und manchmal ist es uns, als wenn er ganz leise mit seinen Schwingen den Körper berührt. Noch versuchen die berufenen Todteuwächter ihn zu verscheuchen, aber er ist stärker als sie. Schon spüren wir den frischen Hauch einer gesundenden Zeit. Bald wird eine neue lichtvolle Aera heranstürmen, alles Morsche hiuwegfegend, um Platz für die Herrschaft des Bolksindividuums zu schaffen. Was hat diese gewaltige Metamorphose hervorgerufen? Der Antisemitismus und das Nationaljudenthum. Der Antisemitismus — ich spreche das Wort mit vollem Bewusstsein aus — ist die Geißel der Geschichte. Er ist der Geist, der das Böse will und das Gute schafft. Er wurde den deutschen Juden, wie keine andere geschichtliche Erscheinung, zum Segen. Sie wiffen gar nicht, was sie ihm alles verdanken: ihre ganze moralische Existenz. Ah lw ard t hat mehr dazu beigetragen, das Judenthum in Deutschland zu erhalten, als irgendein Rabbiner oder Führer. Wenn einst die Zeit kommt, wo man frei, ohne Leidenschaft über die Erscheinungen der Vergangenheit und ihre Früchte denkt, dann wird die deutsche Judenheit dem Antisemitismus eine Denksäule errichten und S t ö cf t r und Ahlwardt als Relieffiguren anbringen. Die Assiniilationssucht war künstlich im Namen der Aufklärung hervorgerufen, aber sie that ihre Schuldigkeit. Man kann auch künstlich eine Fäulnis, einen inneren Verfall Hervorrufen. Man braucht nur den Stoffwechsel zu hemmen, den Boden der Entwicklung zu untergraben. Der Process der Amalgamierung gieng rapid vorwärts, und seine treuen Begleiter, Charakterlosigkeit und Taufe, folgten im schnellen Tempo. Es gab bald keine jüdische Familie ohne christliche Verwandtschaft, und es hätte nicht viel gefehlt, und das Bild währe umgekehrt: keine christliche Familie ohne jüdische Verwandtschaft. Wieviel Juden wären in Deutschland noch übrig geblieben, wenn der Assimilationsprocess ungestört weiter gienge? Aber der Antisemitismus kam, ungerufen, ungeladen, von der Geschichte geschickt. Er trat anfangs schüchtern, unklar, halb religiös, halb national mit socialem Beigeschmäcke auf. Aber er störte doch den süßen Schlaf und die lieblichen Träume der deutschen Juden. Sie hatten vor und nach 1870 einen herrlichen Traum geträumt. Ein großes, stolzes Deutsches Reich sei auf den alten Trümmern nenerstanden, ein neues Reich mit großen Idealen. Und ein edles Volk schützt seine theuren Güter, ein einheitlich Volk mit einheitlicher Cultur, mit einheitlichem Geiste; ein deutsches Brudervolk, vereint zum Schutze der Freiheit, der Civilisation und des Fortschrittes. Wer wird da nach Jud und Christ, nach Nase und Haar fragen? Das Volk der Denker und Dichter, au der Spitze der Cultur voranschreiteud, wird alle Vorurtheile bannen und einem veredelten Menschenthum die Wege bahnen. Es war ein gewaltig schöner Traum, nur sollte man nicht den Fehler begehen, ihn ins Wirkliche übersetzen zu wollen. Es musste misslingen, wie jedes Märchen, wenn man es zu einem modernen Drama machen will. Im Leben regiert die Leidenschaft und nicht die Vernunft, die Gefühle sind störker ols das Jntellect. Und wie viel geistige Kraft, wie viel sittliche Energie wurde für diesen Traum geopfert! Die Hauptträger der Assimilation legten auf dem Altäre des Gleichheilsdogmas das Theuerste nieder: ihr Herz, ihre Individualität. Die Geiger Eingesendet. (Für diese Rubrik übernimmt die Redaction keine Verantwortung.) Offene Anfrage an Herrn Bernhard Hofbauer! Sie behaupten, nicht gesagt zu haben, dass Sie Führer der Orthodoxen Wiens sind, und wir glauben Ihnen. Zweifellos aber sind Sie A n führer der Orthodoxie, denn seit 14 Monaten führen Sie uns a n, respective an der Nase herum. Sie haben mit großem Eclat vor einer zahlreichen Versammlung strenggläubiger Juden die Gründung einer „Vereinignng der Orthodoxen" in Aussicht gestellt, dieselbe als dringende, unaufschiebbare Nothwendigkeit bezeichnet. Sie haben ein Comite wählen lasten, dessen Vorsitzender Sie sind. Die interessierten Kreise wurden in den Glauben gewiegt, es sei für die Befriedigung der religiösen Bedürfniffe gesorgt, oder doch nahe Aussicht hierzu. Und siehe, seit dem 23. April 1 8 9 9 hat man nichts mehr gesehen und gehört! Erlaubt Ihnen Ihre Thätigkeit ais liberaler Parteimann oder als Antizionist nicht, solchen „Lappalien" Zeit zu opfern? Dann durften Sie eben nichts anfangen. Aber alle Welt in Bewegung setzen, eine Vertrauensstellung anuebmen und gar nichts thun, das geht denn doch nicht. Zersplittern Sie Ihre Thätigkeit etwas weniger und leisten Sie etwas mehr. Eine That wiegt schwerer als hundert Reden. Oder sollte etwa „Liebedienerei" auch bei Ihnen zu finden sein? Man munkelt, dass Rabbinar und Cultusvorstand, d i e jede jüdische Organisation perhorrescieren, die „freie Bereinigung" um keinen Preis wollen aufkommeu lassen. Ist das wahr? Und ist dies der Grund Ihres Schweigens? Dann müssten wir eben für den A n führer einen Führer suchen. M. M. schaut er vom sicheren Orte aus zu, wenn sich die volksthümllche Politik zur Erhaltung eines christlichen Mittelstandes scheibenklirrend Bahn bricht. 'Man sieht ja auch den Erfolg. Die jüdischen Ladeninhaber machen wirklich schlechtere Geschäfte, als früher: in einem Manufacturwarenladen, dessen Besitzer Pole und Katholik ist, hat sich der Andrang der Käufer, besonders aus der Landbevölkerung so gesteigert, dass der glückliche Inhaber zu October die Eröffnung eines großen Warenhauses, des ersten in Könitz, trotz der Miquel'schen Warenhaussteuer ankündigt. Die kleinen christlichen Kaufleute haben also den Trost, künftig nicht von „rassenfremdem Ungeziefer", sondern von ihresgleichen aufgesressen zu werden. Zu der Hoffnung auf materiellen tritt die Ueberzeugung vom moral.schen Erfolge. Es herrscht nur eine Stimme darüber, dass die angeblich beschlossene Verhaftung des Schlächters Hoffmann nur durch die Tumulte vom 10. Juni verhindert worden sei. Dass die Staatsgewalt vor dem Volkszorne capitnliert hat, ist zum festen Glauben in diesem Theile der preußischen Vendee geworden. Man murrt über den „verdammten Judenstaat", in Kranken-Urrterstützungsverein „Oseh Chesed". Angeregt durch die Liebe zu unserer heiligen hebräischen Sprache, in der Gott und die Propheten zu uns gesprochen und in welcher unsere Vorfahren die Schätze ihres unvergleichlichen Geistes vermachten, haben edeldenkende Mitglieder ^unseres Vereines sich zur Aufgabe gemacht, einen systematischen und methodischen Unterricht in der hebräischen Sprache und Literatur für die Kinder unserer geehrten Mitglieder unentgeltlich ertheilen zu lassen. Zur Erreichung dieses Zweckes ist bereits ein bedeutender approbierter Pädagoge im Hebräischen gewonnen. Das Unterzeichnete Comite wird alles veranlassen, den Kindern durch Prämien und sonstige Aufmunterungen Lust zum Lernen einzuflößen, damit sie mit Liebe sich die Kenntnis der hebräischen Sprache und so den Schlüssel zu unseren Nationalschätzen aneignen. Diejenigen Eltern, die ihre Kinder an diesem Unterrichte theilnehmen lassen wollen, werden ersucht, sich brieflich an das gefertigte Comite zu wenden, wo sie alle näheren Informationen erhalten werden. Hochtungsvoll Das Comite des Vereines „Oseh Chesed" Wien, II., Schisfamtsgasfe 5. Demus- und KkchlUNllllNSsbkNlhtk. (Jüdischer Gesangverein in Prag.) Vorüber und Philippsohn, Holsheim und Ritter waren im Grunde ihres! tuo fict) der Jude Schämte, sich Jude zu nennen Herzens nicht minder jüdisch wie Zunz. Sie hatten eine echt jüdische Erziehung genossen, und ihre immer mit den Jugenderinnerungen verf Nationaljudenthum und nicht zum T Vereine stellen das Wort jüdisch in die ja ulte; tpiwh hrpfi» Nl»nip,inii>1 firh rtmii außerordentlicher Brei confuser politischer Vorstellungen füllt die Köpfe. Die Minierarbeit der antisemitischen Agitation, die sich mit aller Kraft auf die Stadt und die Provinz gestürzt hat, zerstört allmählich das Vertrauen zu den hergebrachten Einrichtungen und Mächten. Schon jetzt steht die Autorität der Justiz in diesem conservativsten Theile Deutschlands auf schwachen Füßen. Wie oft habe ich in diesen Tagen das Wort gehört: „Die Juden decken mit ihrem Gelbe alles zu. Rothschild bezahlt alles." So unendlich blödsinnig solche Redensarten auch sind, dass sie geglaubt und zur festen Volksmeinung werden konnten, ist eine furchtbare Anklage gegen die preußische Volksbildung. Die Konitzer Volksschulen — die Stadt hat zwei sechsclassige Knaben- und zwei Mädchenschulen — werden in ihren Leistungen dem Durchschnitte durchaus entsprechen. Dass in engen, dunklen Räumen 60 bis 70 Kinder zusammengepfercht werden, trifft man ja auch anderwärts an. Was aber geben diese Schulen den Kindern an Einsicht und Kraft fürs Leben mit? Wo die Soeialdemokratie und die Gewerkschaften nicht die Erziehung übernehmen, bleiben die stumpfen, hilflosen Heloten sich selbst überlassen, bis sich der Antisemitismus ihrer bemächtigt und ihrer unklaren Unzufriedenheit ein Ziel gibt. Diese öden, von der Industrie noch nicht berührten Landstädtchen mit ihrem kleinbäuerlichen und gutsherrlichen Hinterhalt werden seine Festungen, aus denen ihn der schwächliche Liberalismus nicht mehr verdrängen kann. So hat Arnswalde-Friedeberg Ahlwardt gewählt, so wird Konitz-Tuchel Herrn Bruhn in den Reichstag senden, wenn es einmal gelingen sollte, den polnischen Schlachzizen zu verdrängen, der jetzt das Mandat inne hat. Könitz ist heute bereits eine solche Burg des Antisemitismus. Er hat sich in der Stadt häuslich niedergelassen und einige staatliche Functionen gleich mit übernommen. In der Mordsache führt er die Untersuchung auf eigene Faust und ganz ohne die würdige Unnahbarkeit der staatlichen Justiz. Er vernimmt die Zeugen in rauchigen Hinterzimmern von Brantweinschenken, er seht Anklageschriften auf, die ein Mann unterzeichnet, gegen den selbst die Voruntersuchung noch schwebt, erhorcht auf die Mittheilungen, die ihm über den Verlauf der amtlichen Untersuchung von irgend woher kommen. Den unsinnigsten Weiberklatsch, die Schauergeschichten, die Dienstmädchen an den Thüren erhorcht haben wollen, nimmt er bereitwillig entgegen und verbreitet ihn. Er hat Freunde und Zuträger in Beamtenkreisen. Der Wortlaut von Depeschen, die in Könitz aufgegeben worden sind, wird in der „Staatsbürger-Zeitung" veröffentlicht. Und um den kleinen Beamten Muth zur Pflichtverletzung zu machen, tuschelt er ihnen ins Ohr, dass der Landrath des Kreises, ein Freiher vou Zedlitz, materiell an dem antisemitischen „Konitzer Tageblatt" betheiligt sei. Und diese Verleumdung wird geglaubt. Der erste Bürgermeister von Könitz gefällt ihm nicht. Herr Deditins hat nicht gethan, was von ihm erwartet wurde, er hat den Schlächter Lewy nicht sofort als Mörder eingesperrt. Flugs wird ermittelt, dass er eine Jüdin zur Frau hat. Er nimmt aus sechs Wochen Urlaub; sogleich wird versichert: er kommt überi Haupt nicht wieder. Seit die officielle Untersuchung die Ritual-! mordfabel beiseite geschoben zu haben scheint, wird sie miss-! trauisch überwacht, werden ihr, wo es gehr, Steine in den Weg c ist bie Seit 1 geschoben. Ein ganzer Berg haltloser, anonymer Denunciationen r, ja gan'e^ sich aufgepapelr, und eine Reihe von Meineidsprocessen erste Linie hier in Praa ■ bildet das Gefolge der Untersuchung und wird die an sich schon zerordentlicher Erfolge zu! schreckend hohe Ziffer von Meineiden noch mehr in die Höhe .... ° ' frhnefltm. die (cfiütt tu rumnen 8ettlautten Jahr um Jahr tnt aod) geduldet wird, so lange er eben nö t hig ist. Es sei höchste , ßw*0 ein 3«tel unter Den « Zeit, dass er nun auch an sich denke, fremde Fluren nicht mehr aufsuchen, und schloss. Der Verein möge wachsen, gedeihen und blühen, zu Mulh und Ehre des Judenthums, das walte Gott. Nach erschöpftem Programme wurde dem Tanze gehuldigt. Kiichereinlauf. städten herum, auf dem sich die Mörder einzeichneten. Hin und wieder erhob eine besorgte Frau oder Tochter Widerspruch gegen den gefährlichen Plan und zivar so laut, dass ihre warnenden Stimmen von den an den Slubenrhüren lauschenden Dienstmädchen gehört werden konnten. Aber es nützte ^nichts. Eine der Warnermnen starb in Berlin eines plötzlichen Todes. Vielleicht wusste sie zuviel und ist umgebrachr worden. Den Juden ist jede Schaitdthat ohne weiteres zuzutrauen. Die That wurde der gedie unheraurzul°mmc» IN digrchc Freiheit. — ‘ ■ """" -» «•« .^ . ... ".. wem, die Mörderdand« mcht aufzugeben, um das Gewaltige zu fördern. Und so traten sie mit dem Eifer rnus für die assimilatorische Weltanschauung selbst verflucht wenig hatten, die aber die Rettung für die Zukunft sein sollte. Und die armen Opfer einer falsch verstandenen Ausklärung redeten sich in einen Enthusiasmus hinein und — sie bahnten den genusssüchtigen jungen Strebern, die nichts von diesen inneren Kämpfen merkten, den Weg zur Taufe und zu Ehren und Titeln. Diesen fiel der moderne Religionsgalopp nicht schwer, denn die jüdische Weltanschauung, ...... . „ ... f; hi? feste Grundlaae stirer Väter fehlte sturen bereit« D-e W. B a m b u s : Industrielle Colonisatio» in Palästina., also beschlossen. Nur scheint man eme Zeltlang geschwankt zu dw feste ^n nolage ryrer ^a er seylle ihnen mrerr.. Berlin, 1W0, G u l e n b e r g. haben, wer das Op er sein ollte. Em Knecht der einem Alten zerstörten heroisch den Boden, auf dem sie starrden, und > ^___? jüdischen Schlächter ein Stück Vieh bringen sollle, scheint zuerst verbluteten fast am inneren Zwiespalt, um die liistigen Jungen j j auserkoren gewesen zu fern. Doch rettele ihn sein blasses Ausin die Höhe zu heben. Eine traurige Rolle!! . HriefNafleN. sehen; die Blutmenge, die er liefern konnte, war wohl zu gering. Ein kleines Häuflein rettete sich hinter die Schanzen Sili. Wie Sie sahen, enthielt die letzte Nunrmer keinen! an"emen dürrsten On^gelo ckt alter religiöser Formeln, verbarricadierte sich mir orthodoxen Briefkasten. Ihre Skizze ist angenommen.Wir bitten utn Warnen | ö von der Mörderbande abgeschlachtet. Wie die Scene Starrheiten, um von der modernen Flut nicht hingerissen jul««* W * im vor sich gegangen ist?.!vie 7s gelungen ist, den werden. Sv entstund ein neues Wort und eine neue Richtung!^ Oe I Ü I Schottenrina, Svcialw B, VIll., Schlüße!- kräftigen lungei,.Burschen zu überwalttgrn, zu entkleiden und chm im Jndenlhmn : Orthodoxie. Da die Aufklärung soviel Schadet s Ä j Ar angerichtet hat, glaubte man auf der anderen Seite ins nn»rrr die Juden geheime Zanbersprüche aus der Kabbala. An dem Extrem verfallen z.l müssen und die geistige Entwicklung im . Körper des Gemordeten sind, soweit seine Stücke gesunden Judenthllm gänzlich zu negieren. 1’llU U£U ItHH’U. ' worden sind, keine Verletzungen entdeck! worden.. die! ans einen Aber wer achtete auf diese Wnnderlinae 9 Sie aalten ~ . vorausgegangenen Kampf schUesren ließen. Der chemische Sach- ^iver lver awrele aus oiese ^vunoertlnge . galten . K » ni tz, den 20. Juni 1900. verständige hat auch teme «puren von irgend einem Itarcotlcum als Rudimente einer abgestorbenen Periode. Man nahm sie, w nrrt„«, her 2^ in entdecken könne,., das zur vorherigen Betänbimg angewandt worden wäre. Aber — wer weiß — vielleicht ist auch er gekauft. Auch über den Ort der Thal sind die Gelehrten des Antisemitismus getheitter Ansicht. Die einen entscheiden sich für den Keller des Schlächters Lewy, die anderen für die Synagoge selber. Beide Vermulhungen ftuö gleich gut, um ein phantastisches Schauergenrälhe von dem Verlause der Dinge am Akordabend zn ermöglichen. Die taktfesten Antisemiten treten mehr für die Synagoge ein, die unmittelbar in der Nähender Fundstelle des Rumpfes liegt, uup wo ja auch ein Fläschchen angebliches Hühnerblut gefunden worden ist. Die Gemäßigteren glauben mehr an ben Lewy'schen Leller, der ein geeigneter Schauplatz sur uno io hebräische Sprache sogar aus der Synagoge verbann jüdische Geschichte wurde ins Archiv geschickt. Und weiter abwärts. - Schon wollte das so schrecklich zugestutzte, bewaffneten' Vertreter der staatlich garantierten Ordnung und Toleranz sind. Dass es dann aber wieder losbrechen wird, kann Misshandelte Judenthum ganz verschwinden — da kam der Antisemitismiis, das flammende Schwert, und wehrte den. Eingang ins Paradies. (Fortsetzung folgt.) Toleranz sind. Das, man von honetten Konitzern allenthalben hören. Freilich, die Leute, die solche Versichernngen^besonders gerne abgeben,, denken zu allerletzt daran, selber einen Stein hochznheben. Der „anständige mehr an den Lewy scheu Leiter, oer SliSCZ, rh Bürger" hütet sich, seine Haut zu Ästarkie zu tragen; gerne aber ' den Fall ist, dasv nicht ein .Huu«lmoiÖ, soüdern em Snhrnmord

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