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Jüdisches Volksblatt · 1900-06-29 · 26 (29.6.1900) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
26 (29.6.1900)
Date
1900-06-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches VoJksblatt 29. Juni 1900 Nr. 26 Ni erschütternde Tragödien. Unglückliche Juden, jammervolle Gestalten wandern scharenweise zu Fuß hinaus in die ferne Fremde, nach Amerika, nach Canada . .. Nicht die Sucht nach Eroberung führt sie hin, nicht das Eisen begleitet sie au ihrem Wege — die Entdeckung Colmnbus' soll ihnen Arbeit und Brot verschaffen, soll ihnen ein ruhiges Heim, ein sicheres Dasein bieten. Und da reichen sich Gutenberg und Columbus die Hände, da ziehen Menschen von allen beiden Nutzen, denn da herrscht das Papier neben dem Eisen, Humanität neben der Waffe, Menschenrecht neben der Gewalt. Ja, so lange Gutenberg nicht vollständig die Obermacht gewonnen hat, müssen wir auch zum Wege des Columbus unsere Zuflucht nehmen, müssen lutr die Auswanderung unserer in anderen Ländern verfolgten Glaubens- und Stammesbrüder nach Kräften fördern, ohne den Kamps um die Herrschaft der Humanität und Gerechtigkeit durch die Gutenberg'sche Erfindung aufzugeben. Möge das Jubiläum Gutenbergs zu diesem Siege beitragen, möge der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dasjenige vollenden, was der Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts begonnen hat! _ Vom Tage. „Sie haben mich arg gequält, geärgert blau und blass, die einen mit ihrer Liebe, die anderen mit ihrem Hass." Es ist, als ob Heine sein Leben und seinen Tod rückerinnernd und weitschauend hätte schildern wollen. Liebe, Hass, aber keine Ruhe! Selbst auf die stille, sagenreiche Insel, die, meerumsponneu, sein Bildnis trägt, drangen fie, die ihn zu lieben wähnen, und zerren mit liebloser Hand an der grünen Hülle, der profanen Menge zeigend, was der einsamen Thräne geweiht. Des Schmuckes bedarf er nicht, wölbt sich doch über dem Grabe sein Himmel, deckt ihn doch sein Grün! Auch jener Liebe nicht, die pathetisch aus der Straße schwärmt, sondern nur der Ruhe. Gebt sie ihm endlich. * * * Der Wiener Männergesang-Verein beschließt, einen Kranz auf Heines Grab zu legen. Der Wiener Stadtrath gibt darüber seine Entrüstung kund. Der Männergesang-Berein zieht seinen Beschluss zurück und ebenso verfährt dann der Wiener Stadtrath mit seiner Entrüstung. Die Affaire ist beigelegt, der Rest ist eine Riesendummheit und eine feige Charakterlosigkeit, die durch keine Gegenbeschlüsse aufgehoben werden können. Das Vorgehen des Vereines, der liebedienerisch zu Kreuze kroch, wird man sich merken müssen, ebenso auch jene jüdischen Mitglieder desselben, die den schmählichen Rückzug mitangetreten haben, um die literarische Bildung der Herren H r a b a und R i s s a w e g nicht Lügen zu strafen. * * * Wer aber tritt jetzt für den tobten Dichter ein? Wer denn sonst als — das „Deutsche Volksblatt"! Und das kam so. Ein Berichterstatter dieses Blattes begleitete die Sänger nach Paris und sendete von dort aus Reisebriefe. Bei einem Ausfluge nach Versailles kommt der gute Mann zu einer Wiese, aus der viele Kinder unter Aufsicht von Klosterschwestern spielen. Plötzlich vernimmt er Gesang; die Kinder wissen den seltenen Gast richtig einzuschätzen, und sie begrüßen ihn nach Gebür. Lassen wir den guten Herrn darüber selbst berichten, wie er es im Abendblatte vom 26. d. M. besorgt: „Wie gebannt blieben wir stehen. Alle sahen wir uns verwundert und verblüfft an. War denn das möglich? Die Kinder sangen ja deutsch. Vollkommen reines Deutsch: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten", klang es uns mit frischen Stimmen entgegen, und ergriffen lauschten wir sie wenig verstehen von den alten Lauten der heiligen Sprache, denn zu viel Latein, Griechisch und — o Graus, auch Mathematik erfüllt ihre kleinen Hirne, horchen auf, als gienge ihnen ein Licht auf, als verstünden sie die Wahrheit: In diesem Zeichen wirst du siegen, mein Volk! Der „Schammes" wird immer besorgter und fast feindlich blickt er auf das bartlose Gesicht des Probesingers. In der Synagoge selbst wird es immer dumpfer. Trübe flackern die Lichter, und die Schwüle ist kaum mehr zu ertragen. Ein Fensterflügel wird von einer frommen Seele geöffnet und für einen Augenblick durchströmt eine duftende Luftwelle den Raum. Der Probesinger aber murmelt jetzt die talmudischen Bestimmungen über das Lichteranzünden am Sabbath. Starre, steinige Formeln sind es, übereinander geschichtete Granitblöcke aus den Mauern, welche das Judenthum abschließen. Und doch sind die Ghettomauern längst gefallen, und sie sprechen sehr viel, und schreiben noch mehr draußen von Freiheit, Menschenbeglückung, von Recht und Wahrheit. Eine verlogene, in sich zerklüftete Zeit fürwahr, voll von Widersprüchen und grauen Borurtheilen, voll von Unrecht und Gewaltthat. — Dem Talmud ist sein Recht geschehen. Und nun folgt der Weihespruch über den Sabbath. Der ist ein Prüfstein für den Singer. Er sagt ihn mit Andacht und Lieblichkeit. Sein Sieg scheint erfochten. Durch den schmalen Eingang strömen jetzt die Leute hinaus in die duftende Nacht. Aus der Enge — in den freien Raum. Draußen ergeht sich die Menge. Man genießt den erfrischenden Hauch des Abends. — Tie Synagogenbesucher debattieren, und die Mehrheit scheint für den Probesinger gewonnen. Doch bald verlaufen sie sich. Die einen gehen noch ins Kaffeehaus, um die neuesten Course zu studieren, die anderen erfreuen sich des Sommerab-.uds, wieder andere eilen nachhause, um dem Körper sein N'cht zu geben. Die Freitag-Abendweihe ist freilich bei den meisten eine Erinnerung, nur eine längst entschwundene, an eine schöne Jugendzeit. Der Probesinger geht in sein Quartier, wo er bei einem Glase rituellen Weines der überstandenen Arheit gedenkt und die Freuden des Sabbaths besingt. Nun spielt der „Schammes" Vorsehung. Im tiefen Gesprä he mit dem Herrn Vorsteher, also sahen ihn die Leute die Synagoge verlaßen, welche jetzt wieder in das alte, dem schlichten Gesänge der Kleinen. In diesem Momente vergaß man den Autor des Liedes, und nur unsere geliebte Muttersprache drang ans Ohr, und stärker fühlten wir die Pulse pochen. Im fremden Lande ein deutscher Sang aus Kittderbrust, das that unsagbar wohl. Manchem stahl sich ein Thränlein aus dem Auge, und er hatte sich desselben wahrlich nicht zu schämen." Nun kann wohl Heinrich Heine ungestört seinen Todtenschlaf fortsetzen. Er erhält das Zeugnis, ein vollkommen reines Deutsch geschrieben zu haben, jedenfalls eine Ueberraschung für den hierin nicht verwöhnten Mitarbeiter des „Deutschen Volksblatt". Heine ergreift so stark das Gemüth des Antisemiten, dass er an den „Autor" gerade dann vergisst, wenn er an ihn denken soll; unsagbar wohl wird dem Schreiber des Berichtes, und in sein Auge stiehlt sich ein Thränlein, dessen er sich nicht schämt. Wie würde er sich schämen — wüsste er, was es bedeuten soll!" * * * „Ein echter deutscher Mann kann keinen Juden leiden, doch seine Habe nimmt er gern." Die „Deutsche Zeitung" hat sich unter anderen Dingen auch dieses Sprichwort zu eigen gemacht. Unter den anderen Dingen verstehen wir diesmal Notizen des „Jüdischen Bolksblatt". die sie ohne Quellenangabe abdrnckt. Das können w i r nun nicht leiden, werden daher dem Blatte auf die langen Finger klopfen, wenn es wiederum von seiner nationalen Warte Greifzüge in fremdes Gebiet unternehmen sollte. * * * Der Wiener „Figaro" annonciert Dinge, die nach seiner eigenen oft ausgesprochenen Ansicht eigentlich nur in jüdischen Kreisen Verwendung finden, wir meinen Zwiebel- und Knoblauch- Extracte. Anscheinend speculiert er damit auf die Taschen seiner jüdischen Leser. Denn von ihrem Gelde sagt er, was man von obigen Dingen nicht gut behaupten kann: Non ölet. Die rumänische Regierung. Ueber sechzehntausend Juden haben in kurzer Zeit Rumänien verlassen, um in weiter Ferne, zum größten Theile in Amerika, sich ein neues Heim zu begründen. Die Auswanderungsbewegung schreitet dennoch fort, und eine Entvölkerungskrisis scheint für das ohnehin spärlich genug bevölkerte Land unabwendbar geworden zu sein. Zu den sonstigen Sorgen, welche jetzt der rumänischen Regierung das Leben unerträglich machen, gesellt sich also eine ganz neue, diejenige, wie man die verhassten Juden zurückhalten könnte. Dass man sie zurückhalten muss, scheint den Regierungsleuten endlich eingeleuchtet zu haben, denn selbst das antisemitische Organ „E p o c a", das Leiborgan des Judenfressers Niculae Filipescu, fleht die Juden an, ja nicht mehr auszuwandern, ihren Patriotismus (?) kundzuthun und sich des traditionellen Talmuds zu erinnern, welcher das Auswandern verbieten soll. Aber all diese schönen Worte vermögen nicht, die Juden zurückzuhalten, auch nicht die Gewaltmaßregeln der Bukarester Polizei. Leute, die man gegen jedes Gesetz tagelang in den Polizeikellern einsperrte, haben, sobald sie wieder frei waren, Mittel und Wege gefunden, heimlich das Land zu verlassen, — diejenigen aber, die man in Freiheit ließ, sind umso verbitterter und, fühlen sich, angesichts der Willkür, mit welcher man gegen ihre Brüder vorgeht, umsomehr in ihrem Vorsatze gestärkt, diesem Lande den Rücken zu kehren. Ist es also doch eine Thatsache, dass die rumänische Regierung eine weise Voraussicht nicht kennt und erst bittere Schmerzen erleben muss, ehe sie eine vernünftige dem Lande schwarze Dunkel sich gehüllt hat. Der „Schammes" spricht viel von der Jugend des Probesingers, und wie ihm die ehrwürdige Gestalt fehle, die doch eine nicht zu entbehrende Eigenschaft jedes Singers sein soll. Auch der „Schammes" geht nun nachhause. Er grübelt und rechnet. Es ist nicht zu leugnen, dass ihm von Seite des Singers schwere Gefahr droht. Der Herr Vorsteher aber sitzt im Kreise der Seinen, lässt sich die Abendmahlzeit gut schmecken und denkt dann, während er die Zeitung überfliegt, über die immer schlechter sich gestaltende Geschäftsconjunctur nach .. . Der Singer, der „Schammes", der Herr Vorsteher, sie alle haben unter der Last der Zeiten zu leiden. Das ist nicht mehr das bedürfnislose Volk, welches einst sich erquickte an den Freuden des Sabbaths. Es ist wirklich anders geworden. Nur in der Synagoge noch behauptet die Vergangenheit ihren ererbten Sitz. Dort mahnt noch alles an eine Zeit, die gewesen. Draußen tritt die Gegenwart mit ihren nicht abzuweisenden Forderungen strenge und hart an die Menschen heran... Sonntag ist's, und der Probesinger steht vor dem Gewaltigen, dem Vorsteher, welcher duftende Dampfwolken einer Cigarre entströme« lässt. Und nun beginnt er: „Sie haben gut gesungen, man merkt, Sie verstehen etwas davon, wie man die Leute zur Andacht zwingt," — dies letztere Wort will dem Singer allerdings nicht ganz einleuchten — doch er hört aufmerkend zu. „Sie werden gewiss einmal ein guter Vorbeter sein; aber jetzt sind Sie noch zu jung; ich bitte Sie, ein Vorbeter, der keinen Bart hat, der imponiert nicht, ihm fehlen Würde und das Ansehen des Standes. Kommen Sie also in einigen Jahren wieder; indessen, Gott mit Ihnen." Man sieht, der „Schammes" hatte es wohl verstanden, Vorsehung zu spielen, man muss ja so vieles verstehen, wenn man weiter kommen will in diesen kummervollen Tagen. Der Singer aber geht sinnend von dannen. „Ich muss mir einen, Bart wachsen lassen," murmelt er vor sich hin, „und trachten, würdig auszusehen. Im übrigen helfe Gott weiter, vorläufig hat er noch nicht wollen." — Der „Schammes" aber hat wieder für einige Zeit keinen Concurrenten zu fürchten. —d. nützliche Maßregel ergreift? Die dreißigjährige Geschichte des jungen Staates scheint dies zu bestätigen. Mit den Landesfinanzenjwurde in geradezu unverantwortlicher Weisegewirtschaftet. Jede Warnung vernünftiger Leute wurde mit Hohn zurückgewieseu. Heute find die Staatscaffen leer, der Landescredit ist untergraben, und falls nicht in letzter Stunde mitleidsvolle Banquiers helfen, ist ein Zusammenbruch unabwendbar. Auch in der Judenfrage kann man obige Wahrnehmungen «rachen. Seit Jahren werden Ausnahmsgesetze geschmiedet, schon hat infolge dessen vor fünfzehn Jahren eine Auswanderungsbewegung unter den Juden stattgefunden, welche, um nur ein Beispiel anzuführen, die blühende Stadt Jassy zu einem elenden Neste degradierte, das keine Aussicht hat sich je wieder zu erholen; hat die Regierung dabei etwas gelernt? Es wurde immer weiter gehetzt, einige Geschäfts-Antisemiten wurden geradezu in Staatsdienste genommen, und Leute, welche für ein Minister-Portefeuille caudidierten, eutblödeten sich nicht, eine Hetzcampagne zu leiten, welche in Worten wenigstens, derjenigen der Boxer nicht im geringsten nachsteht. Diese Campagne, welche als Parole das berüchtigte „Juden 'raus!" gewählt hatte, wurde von der jetzigen Regierung aufs kräftigste unterstützt. Man hat den Juden nicht nur durch Ausnahmegesetze, sondern noch mehr durch polizeiliche und administrative Willkür das Leben unerträglich gemacht, und jetzt wundert man sich, dass sie das Losungswort der Antisemiten ausgenommen haben und wirklich das Land von ihrer Last befreien wollen? Einem verhafteten Inden suchte der Bukarester Polizeipräfect klarzulegen, dass er es in Bälde in Rumänien besser haben wird als in Amerika, und dass er daher besser thäte, sein Vaterland nicht zu verlassen. Der Jude antwortete: „Herr Präfect, wir haben hier alles erduldet; wir haben uns behandeln lassen wie unvernünftiges Vieh; wir haben Ausnahmegesetze, die gänzlich ungerechtfertigt waren, geduldig ertragen; wir haben uns ja doch als Kinder dieses Landes gefühlt nnd haben uns immer gesagt, dass, wenn einmal eine Gefahr käme, doch der künstlich gezüchtete Hass sich verflüchtigen werde in der gemeinsamen Liebe für das Vaterland. Nun, die Gefahr ist gekommen. Eine Krisis ist über dieses Land hereingebrochen, Leute fielen ohnmächtig auf der Straße hin, weil sie tagelang gehungert hatten, ganze Familien wurden delogiert und mussten den rauhen Winter unter freiem Himmel verbringen — wir haben alles ruhig getragen. Da hieß es in Bukarest, man brauche im Rathhause Schneeschaufler. Wir sind zum Bürgermeister gegangen, haben uns angeboten, für einen Franc, für 80 Bani, für 50 Bani *) täglich den Schnee wegzuräumen. Obwohl man unserer Arbeitskräfte bedurfte, ließ man lieber die Straßen ungereinigt, wir aber wurden abgewiesen, und Herr D e l a v r a n c e a, der Bürgermeister, gab uns den ausdrücklichen Bescheid, er könne keine Juden gebrauchen! Wir sind Reservisten, Herr Präfect, wenn ein Krieg ausgebrochen wäre, unser Blut hätte man gebraucht!" Der Präfect, auch kein besonderer Judenfreund, soll darauf keine Antwort gegeben haben, und erst nach Verlauf einiger Minuten die Freilassung des Inden angeordnet haben. Die jetzige Negierung hat nun nach so vielen begangenen Fehlern endlich erkannt, dass die Judenauswanderungen für den Staat zu einer großen Gefahr geworden sind. Man sollte nun denken, sie werde versuchen, die Inden durch Gewährung gewisser Vvrtheile, durch Milderung mancher Ausnahmegesetze, durch mildere Behandlung zurückzuhalten. Aber es müsste nicht eine rumänische Negierung sein, wollte sie in der angedeuteten Weise handeln. Gewaltsam sollen die Juden zurückgehalten *) Ein Bani gilt etwas weniger als ein Heller. Die Juden in Russland. „Was kann die einzelne Stimme irgend eines beliebigen „gebildeten Mannes" hier gelten? „Nowoje Wremja" wird spucken und dir vorwerfen, dass du dich zieren willst, oder das Gerücht verbreiten, dass dich die Juden gekauft haben. Es bleibt uns nur noch übrig zu erröthen für uns selbst, für unser Vaterland, für unser Volk und — zu schweigen." (Turgenjew.) Zur General-Versammlung des Vereines zur Abwehr desAntisemitismus, dievoreinigerZeithättestattfindensollen, hatten sich sechs Mitglieder, sämmtlich Arier, eingefunden. Wie seltsam stimmt eine Zusammenstellung dieser Thatsache mit jenen Worten Turgenjews. Es ist seit 1792 kein Jahr vergangen, ohne dass sich einer, der gewohnt, gehört zu werden, erhob und Wissenschaft und Erfahrung ins Feld führte, um das Los Entrechteter zu lindern. Mit welchem Erfolge? Der Judenpunkt hat nicht aufgehört, eine Tagesfrage zu sein. Dafür sind die Gerechten, die durchaus nicht gestorben sind in den Völkern, müde geworden eines Kampfes, der auf der Straße gefochten werden muss. Ueber und über mit Koth beworfen, haben sie sich zurückgezogen und verstehen gelernt, dass ihnen nichts anderes übrig blewe, als zu erröthen und — zu schweigen. Bor uns liegt ein Buch *), das die Stimmen solcher Gerechter in der Judenfrage sammelt. Seinen Inhalt bilden Urtheile und Zeugnisse über die Juden in Russland, sowie über die sie betreffende Gesetzgebung und Verwaltung — sämmtlich nationaler Quelle entstammend und von russischen Behörden oder angesehenen russischen Männern abgegeben. Kein Beitrag ist übrigenh für dies Buch verfasst worden, es sucht vielmehr seinen Wert darin, eine gewissenhafte Zusammenstellung bereits vorhandenen Materiales zu sein. Die Vertreter der verschiedensten Berufs- und Gesellschaftsklassen, Minister und Militärs, Metropoliten und Literaten, Journalisten und Kaufleute kommen zum Worte: keiner, der nicht^von seinem Stande und aus der in ihm gewonnenen Anschauung heraus, das Beste über die Juden zu sagen hätte. Wenn diese Männer, deren Zeugnisse eine Centennargeschichte russischen Judenthums darstellen könnten, heute durch eine Ghettogasse wandern würden, um dort ein freies Volk zu finden, sie müssten erröthen und schweigen. Die Zeit ist über die Forderungen, die sie stellten, hmweggeschritten, und das Leid, das alte Judenleid ragt ungestillt hinein ins nene Jahrhundert. Darum mied nur der Assimilant, der aus dem Wunsche Thaten formt, dem Buche einen agitatorischen Wert deimessen. Für ihn *) „Die Juden in Russland, Urkunden und Zeugnisse russischer Behörden und Autoritäten." Aus dem Russischen übersetzt von August S ch o l z, Berlin 1900, „Concordia", deutsche Verlagsanstalt. werde sollen gerau nur, nach wiesei die Bürg seine ökono Fami aber er in nach, wand trug. die § geblic überz die £ heit Jude jeder so be Die war dass bedar Antif zugef der i richte i fr c u n t Klii getan Taut instit für d Herr; Alter den i Unioi Vorst ©tati weite im R Versc in d des 2 endlil betrei Besta Jahr mäßi dass 1900 Gut auf e wart! 1. A, Hand Erste ist, d für r Fachabgel gencn Vorst Präsi bestin kann antist findet Artill wahr nahm Kur zahl gewu Hinkt Demi Jahr ergeb Zeit Gene sernu gehen Sena weißt Kath, Aemt schied Cherj ist de Wer steher Schu Vollk nicht auch

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