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Jüdisches Volksblatt · 1900-04-13 · 15 (13.4.1900) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
15 (13.4.1900)
Date
1900-04-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 19. April 1900 Nr. 15 Seite 2 Sagen umhüllte Gestalt, das ist ein Mann ans dein Volke, der" die Befreiung seines Volkes zur Lebensaufgabe sich gemacht und sie auch glänzend ansgeführt hat! Das ist ein Mann, der, die Finsternis in Aegypten zurücklassend, sein Volk mit einer Lichtsäule führte! Den Frühlingsmonat wühlte er zum Befreiungsmonate seines Volkes, zum frischen Aufleben seiner Nation! . . . „Gedenket des Frühlingsmonates!" so wurde uns befohlen, und wir gedenken seiner auch bis auf den heutigen Tag. Wir gedenken seiner während unseres ganzen nu'ihbeladenen Lebens, und wir gedachten seiner auch während all der finsteren, trüben Zeiten, die wir durchlebt. Unser Sommer war ja leider nur von sehr, sehr kurzer Dauer, ein furchtbarer, grimmiger Winter brach sodann für unser Volk heran. Die entsetzlichsten Verfolgungen und die grausamsten Unterdrückungen mussten wir durchmachen, und nur die Erinnerung an den bewussten Frühlingstag hat uns Muth und Thalkraft verliehen. Wir gedachten des ersten befreienden Frühlingsmonates, und die Erinnerung an ihn flößte uns Kraft, Ausdauer und neue Hoffnungen ein. Und siehe da! Gerade dieses Frühlingsfest haben unsere Feinde uns zu zerstören stets gesucht, gerade diese Peßach-Feier haben sie oft mit Blut bespritzt, gerade an dieses Fest haben sie die ebenso albernen wie boshaften und niederträchtigen „Ritualmord"-Beschuldigungen geknüpft und uns hierdurch die traulichen, gemüthvollen im Kreise der Familie gefeierten Seder-Abende gar häusig verbittert und mit Angst und Schrecken erfüllt!. .. Mit „Blut, Feuer und Rauchsäulen"/) heißt es, war die Befreiung unserer Urahnen aus der ägyptischen Knechtschaft verbünden, und Blut, Feuer und Rauchsäulen haben in der Geschichte unseres Volkes leider allzu oft traurige Rollen gespielt. Durch Blut. Feuer und Rauchsäulen hat unser Volk sein Dasein fristen müssen. Von einem Peßach zum anderen mussten wir uns in Kummer und Drangsal fortschleppen . .. Und ein neuer Frühling kam, auch ein befreiender Frühling! Die neue Zeit verkündigte: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit". Wir dachten, dass auch wir an diesen Gütern theilnehmen werden können, wir vergaßen mit einemmale u n s e r altes Frühlingsfest, unseren Befreiungsfeiertag und waren bestrebt, uns an der allgemeinen Jrühlingssonne zu wärmen; nicht Peßach, nicht die Seder-Abende waren nun unsere Freiheitsfeste, der großen Weltfeier schlossen wir uns an. Der Frühling der Gesammtmenschheit hatte uns angelockt, und als Menschen wollten wir unter allen anderen Völkern leben. Allein dieser Frühling war für uns kein befreiender. Der Liberalismus kennt officiell keine verschiedenen Confessionen, und trotzdem sind wir auch da verhasst! Der S o ci al ism us macht keinen Unterschied in der Nationalität, und dennoch sind wir in seiner Mitte nicht gerne gesehen! Die Demokratie hält alle Menschen für gleichwertig — mit Ausnahme von uns Juden! . . . Und wieder kommen wir zum Seder-Tische, und wieder hören wir fragen: „Ma nischtane? . . . Warum sind wir anders, als alle anderen Völker? Warum werden wir Juden stets verfolgt und drangsaliert?" „Sclaven sind wir!" so tönt es uns zur Antwort zurück. Ja, Sclaven in der Freiheit, Sclaven und Knechte sind wir jedem, der über uns herrschen will, Sclaven und Schleppträger sind wir bei allen Nationen, unter welchen wir wohnen — und wie Schleppträger und Sclaven werden wir auch von ihnen behandelt! Stets sind wir es, die den fremden Völkern die Kastanien aus dem Feuer holen. Wir verbrennen uns wohl dabei die Hände, aber wenn es zum Genießen kommt, werden wir weggedrängt und verächtlich zur Seite gestoßen. Wir arbeiten, und den Nutzen haben andere! Und wieder kommt der Frühling, und wieder lächelt die Frühlingssonne, und abermals klopft das Pessach-Fest an die Pforten Israels. Es erinnert es an die nationale Geburt Israels, an jenen Frühling, in welchem er die Knechtschaft Aegyptens von sich abgeschüttelt, die für Fremde geleistete Arbeit eingestellt und an ein eigenes Lolksthum gedacht. Und die jüdisch-nationale Idee taucht als ein geistiger Moses auf, erweckt die Gemüther, erwärmt die Herzen und erfrischt die Geister. Sie ermuthigt die ."pw nnam an. c schildert: „Agathon (das ist der sechzehnjährige jüdische Knabe), fand kein anderes Wort dafür, als das Wort „Jüdisch", in seinem hässlichsten Sinne. Gudstikker schien ihm die jüdischeste Natur, die er je getroffen." Nach einer solchen Beurteilung des Judenthums im allgemeinen und seiner Landsleute im speciellen ist es nicht gerade erstaunlich, dass Wassermann von seinen osteuropäischen Stammesbrüdern noch unverschämter spricht. „Der russische Jude ist ein großer Trunkenbold und meist ein übler, verwerflicher Charakter. Die Galizier sind scheußliche Mädchenhändler, und was sie sonst noch treiben, weiß Gott." Nun, was mögen sie wohl sonst noch treiben? Vielleicht schreiben sie verlogene Tendenzromane oder offenbaren sich als verkappte Volksverräther? -- Angesichts einer so scruppellosen Verächtlichmachung seines Volkes und damit auch seiner Person, bleibt es unbegreiflich, warum Wassermanu so oft in national-jüdischen Gebieten nachtwandelt. Nicht, dass er die Zusammengehörigkeit des gesammten jüdischen Volkes ausspräche, nein, aber er sagt, dass Deutschland nicht das Vaterland der deutschen Juden sei. Charakteristisch hierfür ist ein Gespräch zwischen Agathon und seinem Vater: Agathon: „Wir haben kein Vaterland." Vater: „Warum nicht? Hier ist unser Vaterland! Deutschland! Uns beschützt der Kaiser und das Gesetz." Agathon: „Aber Kaiser und Gesetz sind nicht Deutsch- Verzagenden und muntert aus die Zögernden zur Arbeit, zur muthigen Arbeit für das eigene Volk, für unsere eigene Nationalität. „Heute ziehet Ihr aus, in dem Frühlingsi monate!" so klingt es im ganzen Lager Israels. Nun denn, ziehet aus aus Eurer Sclaverei! Ziehet aus aus allen fremden Lagern, in denen Ihr ohnehin nicht gerne gesehen seid! Ziehet aus und kehret auch wieder in Euch selbst, kehrt zurück zu Eurer eigenen Nation, und der Frühling wird für Euch dann wirklich der befreiende Frühling werden! Die Iildkii und die Nationulitätenftuge in Oksterreilh. II. Als treue Söhne unseres jüdischen Volkes, dem während seiner jahrtausendlangen Diaspora stets eine Pariarolle zukam, sind wir die geborenen Gegner jedweder Unterdrücknng im allgemeinen und der n a t i o n a len insbesonders. Tendenzen, die dahin gerichtet sind, einzelne Theile der österreichischen Monarchie zu germanisieren, czechisieren, polonisieren, verwelschen und zu magyarisieren, können daher aus ideellen und reellen Gründen von einer jüdischen Volkspolitik nie und nimmer gefördert werden. Das Recht des einen ist begrenzt durch das Recht der anderen. Jeder Volksstamm dieses vielsprachigen Reiches hat soweit Anspruch auf die freie Entwicklung seiner Individualität, als dadurch nicht in die Interessensphäre der anderen Nationalitäten eingegriffen wird, und als dadurch nicht die Interessen des österreichischen Gesammtstaates gefährdet sind, dessen Bestand im Interesse aller seiner Völker gelegen ist oder gelegen sein sollte. Die Existenzbedingungeu und die Existenzberechtigung Oesterreichs gipfeln beide darin, durch eine Verfassungsrevision im Sinne der nationalen Autonomie allen seinen Völkern diesnnd jenseits der Leitha jene Sicherung des Volksthums zu verschaffen, die ihm nur der Nationalitätenstaat Oesterreich zu gewähren imstande ist. Oesterreich ist seit dem Jahre 1860 kein deutscher Staat mehr, wie es ein Theil des deutschen Bürgerthums noch immer behauptet; Oesterreich ist aber deshalb auch noch kein slavisch-magyarischer Staat geworden, wie es die Exaltados im slavischen und magyarischen Lager proclamieren. Oesterreich ist eben Oesterreich, ein polyglotter Staat, der die geschichtliche Aufgabe zu erfüllen hat, alle die verschiedenen Bolksstämme, die das Reich der Habsburger bilden, unbeschadet ihrer nationalen Individualität, unter der Devise der nationalen Autonomie, des politischen und ökonomischen Fortschrittes, im Zeichen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu vereinen. Das ist der von allen Regierungen und allen altösterreichischen Parteien stets im Munde geführte und doch immer verkannte, ja verrathene österreichische Reichsgedanke. Dieser Reichsgedanke soll keinen treueren Vertreter finden, als unsere Volksgenossen, für welche der nationale Begriff nicht in der Hetze gegen andere oder in dem Bestreben, ein anderes Volksthum zu unterdrücken, gipfelt, sondern in der innigen Liebe zu unserem eigenen Volksthum, in der Fürsorge für die geistigen und materiellen Interessen aller unserer Volksgenossen seinen Ausdruck findet. Es bereitet sich eine Wandlung in der Auffasfilng des nationalen Gedankens bei den verschiedenen Völkern vor. An Stelle des reactionären Nationalismus, welcher die Herrschaft über andere Volksstämme erstrebte und in den Rassenantisemitismus logischerweise mündete, sich schon auch darum des Bündnisses mit dem Feudalismus und Clericalismus erfreute, tritt der demokratische Nationalismus der Modernen. Von socialem Geiste durchweht, fordert er das Princip der Gleichberechtigung aller Nationalitäten nicht nur, sondern ist es auch zu realisieren bestrebt. Dieser Nationalismus tritt zum erstenmale in schon positiver Gestalt in dem Programme der neuen „Czechischen Volkspartei" unter Führung Professor M a s a r y k s in die Oeffentlichkeit. Am Cougresse der „Czechischen Volkspartei" wehte zum erstenmale das Banner des geläuterten und modernen Nationalismus, der von der Ansicht ausgeht, dass „jeder V o l k s st a m m (a u ch die Juden) seine Angelegenheiten selbst und jaus eigene Verantwortung verwalte". In dieser Richtung muss auch unsere Politik sich bewegen, eine jüdische und volkliche sein, eine „Politik der Wahrheil uns itub anderen gegenüber". Das ist zugleich jüdische Realpolitik Eine solche aber darf sich vor allem der Thatsache nicht verland, Vater. Und wo man beschützt werden muss, ist man auch nicht daheim." Ja, der Dichter geht sogar noch weiter, er scheint sogar an einer Stelle das Judenthum zu achten und lässt dort einen Großvater zu seiner Enkelin sagen: „Bleib e gute Jüdin, wenn de aach nit glaubst; denn wir sin e großes Volk mit bedeutende Gelehrte." Es gibt Leute, deneu eine derartige Aeußerung aus solchem Munde wohlthut, die überhaupt frohlocken, wenn sie über das Jndeuthum etwas Anerkennendes hören oder lesen. Wer aber von der hohen culturellen Bedeutung des Judenthunis überzeugt ist, vor allem, wer sein Volk liebt, den werden diese Wort kalt lassen, ja, sogar verletzen. Was soll denn damit gesagt sein? Sie passen gar nicht in die Harmonie des ganzen Romans und sind nur geistreich sein sollende Eruptionen eines in Worten schwelgenden Phantasten. Sie sind gleichsam im Fieber gesprochene Gedanken, die kein Mensch verstehen kann. Der ganze Roman ist ein Complex von Krankheiten, alle seine Personen sind degeneriert und geistig defect, die Weiber sind hysterisch und die Männer närrisch. Und was hat man vom Verfasser zu halten? ... Odi profanum volgus . . . Max Jungmann. schließen, dass die Judenfrage wohl keine ausschließlich wirtschaftliche, aber auch keine ausschließliche Raffenfrage ist, dass nnsere nationale Nvth zum guten Theile eine wirtschaftliche Noth ist, dais daher jüdisch-national gleichbedeutend ist mit jüdisch-social. Auch hier wandeln die Aufgaben einer jüdisch-vvlklichen Organisation parallel mit den Aufgaben der neuen czechischen Volkspartei unter Führung des Professor M a s a r y k. Unsere social-wirtschaftliche Politik kann ebensowenig eine einseitige Bvnrgeoispvlitik sein, als das einseitige Gepräge des Marxismus der classenbewussten Arbeiterschaft tragen. Unser arbeitcndesVolk besieht nur zu einemBruchtheile aus industriellen Arbeitern; für die großen Massen der übrigen prodncierenden Schichte unserer Volksgenossen aber bedeutet der marxistische Katechismus gar nichts. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, an dieser Stelle den Nachweis zu liefern, dass der Marxismus nicht das letzte Wort in der socialen Entwicklnng bedeutet, und dass der Weg, den der Socialismus von Utopie zur Wissenschaft zurückgelegt hat, noch keineswegs beendet ist. Aber auf eines muss gerade au dieser Stelle hingewiesen werden, dass jene, welche in der marxistischen Socialdeinokratie das Mittel zur Ueberwittduug des Antisemitismus erblicke», vollkommen übersehen, dass gerade in jene gewerblichen und bäuerlichen Volksschichten, in denen vorwiegend der wirtschaftliche Antisemitismus! seinen Sitz hat, die marxistische Socialdeinokratie überhaupt nicht einzudringen vermag, solange sie an der These der unvermeidlichen Proletarisierung des Mittelstandes festhält. Nachdenr aber unsere Volkspolitik speciell auf den Gewerbestand Rücksicht nehmen muss, der als Gewerbestand und jüdischer Gewerbestand unter dem Drucke der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Antisemitismus doppelt leidet, so ist der marxistische Socialismus zur Lösung auch nur des wirtschaftlichen Theiles ungeeignet. Aber auch soweit die Nationalitätenfrage in Betracht kommt und der nationale Theil d e r Judenfrage, handelt die Socialdemokratie ebenso inconsequent wie alle bürgerlichen Parteien, inconsequent im allgemeinen, inconsequent gegen uns Juden im besonderen. Zuerst existierte für die Führer der österreichischen Socialdemokratie keine Nationalitätenfrage, keine Judenfrage. Eine positive Action zur Lösung derselben lvurde bis zum heutigen Tage nicht von den Socialdemokraten in Angriff genommen, obwohl auf dem socialdemokratischen Parteitage die Existenz der Nationalitätenfrage, allerdings nicht der Judenfrage, anerkannt und die Lösung derselben als nothwendig durch die Realisierung des uationalantonomistischen Programmes hingestellt wurde. Die nationale Autonomie, welche von den Führern der österreichischen Socialdemokratie als ihre Erfindung hingestellt wird, obwohl sie längst früher als Programm von anderer Seite und speciell von der „Extrapost" in einer Reihe von Artikeln formuliert wurden, wird von den Svcialdemokraten in ihren eigenen Reihen nicht cousequent durchgeführt. Die österreichische Socialdemokratie hat deutsche, czechische rc. Organisationen errichtet, eine jüdische verwirft sie. Die nationalen Forderungen der Juden werden als Philosemitismus hingestellt. Die Nationalitätenfrage in Oesterreich im allgemeinen, und soweit sie die Judenfrage im besonderen betrifft, wird somit von der Socialdemokratie ebensowenig als von allen den bürgerlichen Parteien im Sinne der Gleichberechtigung und der Gerechtigkeit aufgefasst, eine jüdische Bolkspolitik muss daher vorläufig ihre eigenen Wege wandeln. Dr. K. Bukarest, 11. April. Die große ökonomische Krisis, unter welcher Rumänien so fürchterlich leidet, scheint noch nicht genügend gewirkt zu haben. Die rumänischen Patrioten, die sich die Zugrunderichtung des Vaterlandes zum Vorsatze gemacht zu haben scheinen, fahren nämlich fort, judenfeindliche Gesetze zu schaffen und vorzubereiten, obwohl vernünftige Staatsmänner, an deren Spitze Herr P. C a r p. schon seit langer Zeit erkannt und ausgesprochen haben, dass gerade die Lage, in welcher die Juden belassen und erhalten werden, zum ökonomischen Ruin R u m ä n i e n s führt. Unter der jetzigen conservativen Regierung werden die Juden zwar weniger aufgesetzgeberischem Wege getroffen, dafür aber umsomehr auf administrative m. Was ein rumänischer Beamte an Willkür leisten kann, das mag auch einem halbcivilisierten Menschen unmöglich erscheinen. Handelt es sich aber in Rumänien um einen Jude n, so wird der Beamte zum Unmenschen. Auch dem geringsten Beamten gegenüber ist der rumänische Jude vogelfrei; es wäre denn, dass er genug Kraft und Energie besäße, uni auf Ungesetzlichkeiten in gleicher Weise zu antworten. Wie weit die Willkür getrieben wird, mag ein kleines Beispiel zeigen, das beweist, lote die Juden auch direct in ihren ökonomischen Interessen rücksichtslos geschädigt werden. Einer der größten Versammlungssäle in Bukarest, der Spitalsephorie gehörend, ist von einem Juden gepachtet worden. Der Pachtschilling ist ein unverhältnismäßig hoher, und der Pächter hat speciell unter dem Drucke der heurigen Krisis sichtlich zu leiden. Vermietet nun der Pächter den Saal der liberalen Partei, so wird er zur Polizei gerufen und aufgefordert, den Mietern das Handgeld zurückznerstatten, widrigenfalls man ihn a u s w e i s e n würde. Dieser Fall ist natürlich empörend genug, bleibt aber hinter vielen anderen, welche arme Händler und Handwerker treffen, weit zurück. Ueberhaupt öffnet das sogenannte „Fremdeugesetz". welches die Juden in Bezug auf Pflichten als Rumänen, sobald aber gewisse Rechte in Anspruch genommen werden, als „Fremde" behandelt, der Willkür Thor und Thür. Alljährlich werden im Lande geborene Juden, welche selbst der Militärpflicht uachgekommen sind, unter den verschiedensten und lächerlichsten Vorwänden ausgewiesen. Wie sich dies mit dem soeben erlassenen vfficiellen Dementi zusammenreimen lässt, ist natürlich dem schlichten Menschenverstände unbegreiflich, denn man ist nicht überall ge-

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