Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 12 (23.3.1900)
- Date
- 1900-03-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Jüdisches Voiksbi.iü 23. Mftrz IV00 Ni. 12 Si' i i i» if Wjt'M. Fivil ütiüounlcn Individualität der freibeitlichen und ökonomischen Interessen aller Schichten des eigenen jüdischen VolksthumS ein treten und einen treue!«, gerngkschenen Bundesgenossen aller derer bilden, deren Parole lautet: .Imperium ct liberfas.“ Itlie Juden aber, die «ns vaterländischem Boden die ideellen und materiellen Interessen unseres Bvlksthums vertreten »vollen, müssen es als ilire Pflicht ansehen, an der«, Ausbau unserer Organisaiion mitznivickcn: als treue Söhne unseres jüdischen Kolkes, unseres österreichischen Vaterlandes, unserer modernen socialen p,?a. Dr. K. Galizische Zustände. Zum Falle A raten bringt die „Allgemeine Zeitung des Jndentbnms" ans der Feder des Krakauer Schriftstellers S. M. Lasar folgenden sehr bemerkenstverten Aufsatz: Die Klvsteraffaire A raten bildet noch immer das Tagesgespräch hier und beschäftigt auch reichlich die hiesige wie die Wiener Presse. Dass die Sache soviel Staub ausivirbelt, verdankt sie bloss Nebenumstände!!. rate dass das geflüchtete Mädchen «'ach einem russischen Zeugnisie noch keine 14 Jahre alt ist, trotzdem es ein Verhältnis mit einem christlichen Regrinentsarzte hatte, dein sie jetzt ihre Religion und die Elternliebe opfert; nach dein Gesetze famt nämlich ein Mädchen unter 14 Jahren seine Religion nicht wechseln. Auch der Umstand, dass der Vater, sorvie der Großvater zufällig reiche Leute sind, trägt dazu bei, die Angelegenpeit au die große Glocke zu hängen. Sonst ist es iu Galizien durchaus kein Cnriosum, dass jüdische Mädchen mit ihren frommen Eltern nicht harmonieren zn können glauben und durchs Kloster ihren angestrebten Zielen näher zn kommen suchen oder einfach ihrer »Ueberzengnng" durch die That Ausdruck geben. Es gibt fast keine größere jüdische Gemecude, die «licht solche Fälle auszuweisen hat: sie gehören zn den Erscheinungen, die kein Aufsehen mehr erregen. Ein Mädchen jüdischer, just orthodoxer Eltern verschwindet plötzlich; matt entdecke sie in einem Kloster, alle Mühe, sie herauszubekommen, scheitert an dem Widerstande der frommen Jungfrauen, vor deren Allmacht sich auch Minister, sofern es sich nur um Inden handelt, ohnmächtig suhlen; des -Vaters Eifer «vird allmählich abgekühlt — er fügt sich und die Sache ist abgethan. So oft sich solche Fälle ereignen, findet keine Zeitung sich veranlasst, derselben auch nur unter den geringfügigsten Tagesneuigkeiten zu erwähnen. Der Fall A r a t e n bat, wie gesagt. Nebeuumständen seine Popularität zu verdanken, «nd gelegentlich erzählt mau sich hier, dass 30 jüdische Jungfrauen, die in den hiesigen Klöstern eingesperrt sind, demnächst ihre Religion wechseln würden. Und solche Dinge gehen in Galizien seit Decennien vor sich, ohne dass sie beachtet «verdeu. Wer die Verhältnisse näher kennt, muss drei Thatsachen bei diesen Judentaufen wahrnehmen, «vocüber ein Fernstehender staunen würde: 1. dass sämmtliche jüdischen minderjährigen Kinder, die in den Klöstern Gastfreundschaft suchen, dem weiblichen Geschlechte angehöcen; 2. dass sie fast ausschließlich streng orthodoxen Familien in polnisch-jüdischem Sinne entstammen; 3. dass die meisten Renegatinnen in Galizien wie in Russisch-Polen überhaupt aus „Ueberzeugung" zum Christenthum üdertrateu, und die Nachfolger der Apostel triumphieren über sie mit Recht mehr als über die männlichen Ueberläuser, die ausnahmslos nur aus materiellen Gründen ihre Religion wechseln. Tieic drei in allen Fällen übereinstiinmenden Thatsachen sind gewis-? nicht dem Zufall zuzuschreiben, ebenso wie es kein bloßer Zufall sei!« kann, dass Mädchen aus solchen wohlhabenden Familien, die ihrer Religion und ihren Eltern treu bleiben, sich sehr oft bei ihrer Verheiratung unglücklich fühle««, und dass «vir oft bei der Trennung einer jüdischen Braut von ihren Freundinnen tragische Scenen sehen, «vie cs bei der Trennung der Tochter Jephtas der Gileaditers, als dieser sein „Gelübde" einlösen wollte, erschütternder nicht sein konnte. Ein «vahres Räthsel! gesternmt, den Hut im Genick, schritt er langsam vorwärts und saug aus voller Kehle alle die wehmüthigen Melodien der Gebetstücke der heiligen Tage, denn Mendele hatte eine gute Stimme und würde sicher mit dem Vorbeten des Kol-Nidre beehrt morden sein, wenn er nicht ledig gewesen «väre. In seiner rveihevollen Stimmung versuchte er auch zu tanzen, verlor aber das Gleichgewicht und sah sich gezwungen, zur Herstellung desselben wider Willen einige Schritte vorwärts zu laufen. Plötzlich hörte «nan ein Knistern und Krachen in« Busch«verke. Mendele «var in den Graben an der Seite der Straße gefallen, wo er von den Zweigen festgc-tMen wurde, die sich ihm um Hals und Beine schlangen. Er sann lange darüber nach, «vas das zu bedeuten habe. Da er es aber nicht zu erratheu vermochte, stieß er einen tiefen Seufzer aus und blieb ruhig liegen. Ueber ihm rvölbte sich der blaue, mit Sternen besäete und der Mond gieng auf. Mendele brummte den Segensspruch über den Mond, und als er die dabei übliche hüpfende Bewegung «nachen wollte und r««cht konnte, wurde er sich etivas seiner Lage bewusst. Er machte alle Anstrengung aus dem Graben heraus auf die Straße zurückzukommen. Jetzt war er fest überzeugt, es sei mit ihrn K i sch es geschehen. Auf der Straße glaubte er vor sich eine in der Dunkelheit dahinschreitende weibliche Gestalt zu sehen. Er eilte ihr, so rasch ihn seine schwankenden Beine zu tragen vermochtet«, nach und befand sich bald an ihrer Seite. Die Gestalt wandte ihm das Gesicht zu, und er glaubte in der Person Hannele zu erkennen. Gewiss aber war er seiner Sache nicht, ob es wirklich Hannele oder eine Machschefe sei. lim dieses Räthsel zn löse •, milss man dir Erziehnngsweise kennen, die tut modernen Polen in jenen vbeilgenaiinten Kreisen gepflegt «vird. Der polnische Jude richtet sich bekanntlich »och heutzutage nach veralteten Normen, insofern sie unverständlich und mysteriös erscheinen. Eine der strengstens beobachteten alten Vorfchriftei« dieser Art «st nnn daangebliche Verbot, das «vcibliche Geschlecht in die religiöse Literatur einznweihcn. Die Töchter der frönimstei« Inden hierzulande genießen daher entiveder gar keine oder eine echt moderne Erziehung. Sie sind somit entiveder der schädlichen Wirkling des Müßigganges oder der denivralisierenden Romanliteratur nnsgesktzt. Es besteht ans diese Weise der schroffste Cvntrast zwischen den Töchtern der from«nen jüdischen Bevölkerung Polens und deren Söhnen, die von der frühesten Jugend bis znin reife«« Jünglingsalter dem Taliiindstndium und in neuester Zeit zn«!« Theile auch dein der Bibel und der ««ationalen hebräischen Literatur ergeben sind; profane Bildung aber «vird ängstlich vermieden, «vvzn auch die allgemeinen Schnlverhältnisse beitragen. In Russisch-Polen gibt es keinen Schulzwang; in Oesterreichisch-Polen gibt e>? zwar Schulzwang, aber nur auf dem Papier, ebenso «vie die Gleichstellung der Bürger. Je«>e Gemeinde in Galizien hat eine Schitle; der Percentsatz der Analphabeten ist aber trotzdem in Galizien nicht kleiner als in Russland. In den kleinere«« Gemeinden und Marktflecken sind die Schnlgebände und die Lehrer nur dazu da, um da zu sein, nicht aber, um, dem Gesetze entsprechend, dem Volke auch nur die primitivste Bildung beizubringen. Es liegt dies in» Interesse des allmächtigen Adels und des Clericalisnms, ans deren Milte der Schulrath zusamnrengesetzt ist. In den kleinen Städtchen, die zur guten Halste Jndeu beherbergen, arbeitet der Chassidismus übereinstimmend mit den maßgebenden Kreisen des Pole-itbums daran, das Ziel des Schulgesetzes zu vereiteln. Ter chussibische Jude zahlt gerne Strafe, «vendet oft erlaubte und im erlaubte Mittel an. um seine Söhne vorn Schulbesuche zn befreie!«, während er sich die Ausbildung derselben im Talmudftudinli« v:e! kosten lässt. Anders ist es mit der Erziehung der Töchter bestellt. Für diese «vird sowohl seitens des Schulrathes, als auch meistens seitens der Eltern ernstlich gesorgt. Bon der Ausbildung der Mädchen droht nämlich den selbstsüchtigen Zivecken der herrschenden Dunkelmänner keine Gefahr, ebenso «vie dem ängstlichen Bestreben, an der versteinerten Lebensweise der Vorfahren ftstznhalter«. Besonders viel leisten die wahrlich mirsterhaften Mädchenschulen, die unter der Leitung der verschiedenen Nvimenorden stehen. Es ist erstaunlich, mit welchem Eifer und unerniüdlichcm Fleiß die Töchter der fanatischesten Eltern diese ausgesprochen clericalen Schulen besuche««, und mit welcher Dankbarkeit und väterlichen Treue die sich gegen jegliche «veltliche Bildung sträubenden Chassidim die Allsbildung ihrer Töchter in den genannten Schulen begünstigen. Die Folgen bleiben nicht aus. 'unüberbrückbare Kl««ft infolge dessen zwischen der «veiblichen und der männlichen Jugend der jüdisch-orthodoxen Bevölkerung in Galizier«. Und doch müssen diese zwei Gegensätze durch das Baud der Ehe verbunden werden, Natürlich nicht ans freier Wahl, ««ach Muster der Romanheldei«, die sich die gebildeten Mädchen zum Muster nehmen möchten. Da ist das Hebel. Dieselben Väter, die bei der Erziehung ihrer Töchter die größte Toleranz üben, «verden plötzlich, sobald es sich um die Zukunft der letzteren handelt, Tyrannen. Die Mädchen werden ihrer gewohnten Freiheit beraubt. Wehe dem Mädchen, «velches bei der Wahl ihres Bräirtigarns — oder entsprechender gesagt, des Schwiegersohnes ihres Vaters, denn ttur um einen solchen hcmdclt cs sich in der Regel — etwas dreinzureden wagt. Ist es ein Wunder, dass es häufig den Töchtern der strenggläubigsten jüdischen Eltern in einer solchen Lage im Kreise ihrer Familien bange und unheimisch «vird? Es «vird ihl«err, wenn sie nicht schrvachsinrtig sind, unmöglich, sich der Leitung ihrer Eltern, deren Autorität sie nicht anerkennen, zu fügen, nach ihrem Gutdünken zu leben und ihre Existenz zu «estimmen. In den meisten Fällen sind die Einsprüche der „Es muss doch Hannele sein," rnurrnelte Mendele, iitdem er die vor ihm stehende Person aufmerksam «nusterle. Diese snh ihn gleichfalls an und lächelte. „Guten Abend, Hannele, Du bist ja aufgeputzt, wie an« Schabbes. Woher des Weges?" „Ich komme oorn Schloss," erividerte das Mädchen, indern sie verschäntt die Augen niederschlug und eine Bewegung machte, als wollte sie ihren Weg fortsetzen. „Wie kommt es, dass ich Dich nicht gesehen habe?" „Wie hättest Du «uich sehen sollen, Mendel? Um mich schaut sich niemand um." Weil Hannele ihm mit so viel Achtung begegnete, indem sie ihn nicht Mendele, sondern Mendel nannte, beschloss er, sie einer ferneren Unterredung zu «vürdigen. „Wollen «vir uns nicht niedersetzen?" meinte Mendele und fuhr, auf seine Taschen klopfend, fort: „Ich habe da einen Schluck und etlvas zum Beißen. Setze Dich nur. Du wirst doch nicht noch wachsen wollen?" Das Mädchen ließ sich mit einigem Widerstreben an seiner Seite nieder. Mendele tauchte mit den Händen in die Tiefe seiner Taschen und brachte die Flasche sammt einigen Stück Kuchen z««m Vorschein. Nachdem er einen Zug gethan, reichte er die Flasche dern Mädchen, das schüchtern seinem Beispiele folgte. Als sie jetzt auf Mendel schaute, lag etwas Eigenthümliches in ihrem Blicke. Berauscht von dem Zauber der herrlichen Nacht, streckte sich Mendele seiner ganzen Länge nach, in eine Art von Selbstoergessenheit versinkend, im Grase aus. DaS bleiche Gesicht des Mondes fiel auf das Gesicht des neben ihm sitzenden Mädchens und verlieh ihr einen Mädchen cinch materiell begründet, da ein in der erwähnten. Weise erzogener jüdischer Jüngling nie weiß, ans welche Weise er dereinst sich und eine Familie ernähren wird. Die Eltern sorgen dafür keineswegs. Denn obschon der Talmud an vielen Stellen gebietet, die Kinder eine Prvfesiivn zu lehren, gehört doch gerade diese Bvrschrift nicht zu denen, die allein bet den polnischen Inden das Recht auf peinlichste Beobachtung haben. Mädchen, die an ihre Zulnnft zn denken fähig sind, und denen daaltjüdische Vertrauen auf «vunderbare Ernährung durch den Hort Jacobs ganz unbekannt ist, fühlen sich von einer niiüberivirtdlichen Macht getrieben, irgendlvv Trost und Hoffnung, Interesse und freies Leben zu suchen, «oas alles manche «ntr in den Nonnenklöstern zn finden ruähnen. Der christlicheu Religion «vnrden sie ja schon auf der Schulbank zngeneigt, «vv sie oft dem Unterrichte t:t derselben beigeivvhnt habe», «nährend sie von der jüdischen nichts kennen, als die trockenen, ver«rlteten änßerllcheii Gebränche, die sie von ihren Lehrerinnen und Colleginnen zu verachten gelernt hatten und die freilich auch «licht geeignet sind, einem in einer moderne!« Literatur ausgebildeten Mädchen Sympathie und Nespect vor der Ncligivtt ihrer Väter einzuflößen. In den größeren Städten gibt es zwar Neligionslehrer, aber diese find oft nichts weniger als hierfür geeignet; orthodoxe Inder« besitzen nicht die nöthige Qualisicalivir. Massentanfen solcher Mädchen sind also nur die natürliche Folge einer unpraktischen Erziehllng, die radical zn ändern heilige Pflicht der maßgebenden .Kreise «väre. Da «vir eine solche Aeiiderung «veder von der Regierung noch von den jüdischen Gemeinden selbst zu erwarten habe««, bleibt die unnatürliche Erziehnngsweise unserer Jugend, «vie die schreckliche inaterielle Lage derjelben, auf unabsehbare Zeit dieselbe. Hoffen «vir, dass die Unhaltbarkeit der Verhältnisse selbst dem llebelsttiiide schließlich ein E««de machen werde. Er» Maz^es-Cttrtell. Die Mazzesbäcker haben ein Cartell geschlossen, rvonach der Preis von 24 Kreuzern per Kils festgehalten werden soll. Sie geben dafür folgende Darstellung: Die Mazzesbäcker sind genöthigt, bereits im November «mt dem Backen zu beginnen, und müssen daher ihre Mehlporräthe schon in dieser Zeit einkaufen. Im Novernber «var aber das Mehl angeblich noch nicht so billig «vie jetzt. Weiters blieben den Mazzesbäcker«« in« vorigen Jahre große Borrüthe liegen, die dann verschleudert «verdeu iiinssten. Urn sich i«iu« für jeden Fall zu decken haben die Mazzesbäcker sich Heuer dahin geeinigt, einer« Einheitspreis von 24 Kreuzern per Kilo festzustellen. — Wie man weiter hört, hat die Cultusg e m e i «r d e dieses Cartell z u st a n d e gebracht. Wenn das richtig ist, so müsste die Sache ernster aufgefasst «verden. Denn die Cultusgemeinde hat gleichzeitig anch die rituelle U e b e r rv a ch n n g d e r M a z z e s b ä ck e r e i in der Hand und kann so diesen Erwerbszweig zu einem Monopol gestalten, das schon deshalb nicht geduldet «verdeu dürfte, weil rituelle Vorschriften eine derartige Centralisierung perhorrescieren. Das Mazzesessen ist eine rituelle Vorschrift. Wem« «um die Cultusgemeinde, deren Rabbiner die Anfertigung der Mazzes überwachen, ein Cartell protegiert, so hat sie auch die Macht in der Hand, alle mazzesessenden Juden zu den von ihr vvrgeschriebenen Kaufstellen zu verurtheilen. Gegen solch eine geschäftsmäßige Ausbeutung der rituellen Slreugglünbigkeit muss irr« Interesse des Jndeuthmus protestiert «verdeu. Wir werden der Sache unser Augenmerk zuwendeii. Zur Polmier Asfaire. Dieser Tage brachte«« die antisemttlscheu Blätter Nachrtchten von einer neuerlichen Verhandlung iu Chrudim. Das Gcschrvätz »st nicht ernst zn uehinen, nachdem bcs jetzt über die Revision des Processes noch gar nicht vecha««delt «vu«de. — Unter dem Tutel: „Die Bede u t u ng des P o l n a e r Verbrechens für den R i t n a l - A b e r g l a u b e n" hat Professor Al a s a r y k in Berlin bet H. S. H e r in a n n eine neue Schrift über den sonderbaren, man könnte sagen, fast übernatürlichen Ausdruck. „Es ist doch eine Machschefe!" dachte Mendele, iudem er verstohlen nach dem Mädchen schielte. „Ich will fort. . . unter jeder Bedingung fort!" Da aber durchdrang ein Gefühl süßer Ermüdung seine Glieder und er blieb regungslos liegen. Das Mädchen sprach. Was sie aber sagte, konnte Mendele nicht verstehett, de«««« seine Gedanken begannen sich zn verwirren. Ihrn «var zu Mnthe, als läge er im Banne eines Kischef, von de««« es fein Entrinnen gebe. Ein Windstoß löste den Haarknoten Hanneles, und die dichten rabenschlvarzen Locker« fielen über ihren Nacken. „Ha. jetzt «ve«ß ich. Du bist eine Machschefe!" Statt aber aufzuspring»« und davonzulanfe««, schloss Mendele die Machschefe in seine Arme und drückte einen gtüheilden Kuss auf ihre Lippen. * * Einige Monate später saß Mendele, nachdem er eben «nit einem schweren Bündel vor« eine««« Dorfe nachhause gekommen «var, ain Tische u««d wartete aus sein Essen. „Wie konnte ich nur so dumm sein, die dort für eine Machschefe zu halten," dachte er, «nit einem Seufzer aus das umfangreiche Weib blickertd, das soeben mit einer Schüssel in den Händen auf ihn zukam. Hannele «var inztvischen vor Gott und der Welt seine rechtmäßige Frau geivorden. Mendele hatte ein Herz. Aber er glaubt heute ««och steif und fest, er «nüsse in jener Nacht verlischest «vorder« sein. L. Neumann.