Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 9 (2.3.1900)
- Date
- 1900-03-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 2. März 1000 Nr. 0 seinen im Postmuseum gehaltenen Vortrag über „Elektrische Alchymie" wiederholte, ist nach demselben vom Kaiser persönlich der Rothe Adler-Orden IV. Classe überreicht worden. Siegen. (Ein antisemitischer Amtsrichter.) Der Amtsrichter F r e e s e in Laasphe. Führer der Stöckerianer, hatte im Wirtshause bei einer Besprechung der Bibelvariationen des Stadtverordneten P r e u ß in Berlin laut zu seinem Nachbar gesagt: „Die Inden werden nachgerade so unverschämt, dass man gnt thnt, ihnen mit der Reitpeitsche znleibe zn gehen!" Der an einem anderen Tische sitzende Geschäftsreisende Kantor trat an den Tisch des Amtsrichters mit den Worten: „Wie kommen Sie dazu, sich in solcher Weise über die Inden zn äußern, zumal Sie Amtsrichter sind?* Statt einer Entschuldigung beschied Freese den Kantor unhöflich und rief schließlich den Wirt herbei, damit er ihm „Ruhe verschaffe". Nachdem noch verschiedene gereizte Aenßernngen auf beiden Seiten laut geworden, nannte Freese den Kantor einen „unverschämten Kerl", worauf dieser znrückgab: „Sie können mich gar nicht beleidigen!" Bei der hierauf stattgefundenen Verhandlung wurde natürlich Amtsrichter Freese freigesprochen, da die Aeußernng von dem Anspeitschen der Juden nicht als Beleidigung des Klägers gelten kann, da eine Absicht, diesen dadurch zn beleidigen, nicht erwiesen sei. Brüssel. (Die Rechte der Inden in Transvaal.) Der Correspondent der „Frankfurter Zeitung" hat in einer Unterredung mit Dr. Leyd s, dem Gesandten der Transvaal-Republik, auch Anlass genommen, einige Fragen über die staatsrechtliche Stellung der Katholiken und der Juden in Transvaal zn stellen. Der Gesandte erklärte, dess ein Gesetz, welches Nichtprotestanten von allen Aemtern ausschließe, nur im Jahre 1858 bestanden habe und noch in demselben Jahre wieder aufgehoben worden sei. Gegenwärtig könnten Andersgläubige das Bürgerrecht erwerben, nur seien sie vom passiven Wahlrechte und von den hohen Beamtenposten ausgeschlossen; auch die höchsten militärischen Grade seien ihnen nicht zugänglich. Wohl aber gebe es z. B. in Transvaal jüdische Friedensrichter. Einen Antisemitismus kenne man nicht; das Verhältnis der Afrikaner zu ihren jüdischen Mitbürgern sei ein gutes; weit eher könne man eine gewisse Abneigung gegen die Katholiken constatieren. London. (Für die rumänischen Juden.) Jan „Jewish Chronicle" theilt ein Correspondent Genaueres über den jetzt gemachten Versuch, rumänische Inden in Kleinasien anzusiedeln, mit. Die Mohammedaner aus der Dobrudscha wandern nach der Türkei aus, weil ihnen die rumänische Herrschaft nicht gefällt, und werden von der türkischen Negierung i« den spärlich bewohnten Provinzen Anatoliens angesiedelt. Die Juden der Dobrudscha, bei denen die Regierung des Sultans in gutem Ansehen steht, möchten am liebsten diesem Beispiele folgen; doch werden sie von der Furcht zurückgehalten, dass die Türkei ihnen als Juden die Einwanderung verwehren würde. Vor einigen Monaten machten indessen 38 junge Leute aus Tulza und 21 Familien vom Lande, im ganzen 160 Seelen, den Versuch, sich ihrenmohammedanischen Landsleuten anzuschließen. So arm waren diese Auswanderer, dass selbst den kleinen Betrag von 6—7 Mark, den die Reise nach Constantinopel kostete, wohlthätige Glaubensgenossen bezahlen mussten. In Constantinopel kamen sie von den nothwendigsten Mitteln entblößt an, wurden ohne weiteres von den türkischen Behörden nach Jsmid weiter befördert und zunächst hier von denselben mit Brot versehen, sowie nothdürftig einqartiert. Später bekamen sie 30 Para pro Tag und nach Verlauf einiger Zeit wies man ihnen ein Stück Land in Beylik- Ahur, an der Bahn zwischen Eskischer und Angora zu. Jeder Mann erhielt 20 Dun am gleich 5 Acres Land, und soll später jeder einzelne soviel erhalten, als er bebauen kann. Auch Saatgetreide sollen die Ansiedler von der türkischen Negierung erhalten. Angeblich ist nun auch für 100 Familien, die noch in Tulza wohnen, die Erlaubnis zur Einwanderung unter denselben Bedingungen ertheilt worden. Man wird abwarten müssen, wie sich der neue Ansiedlungsversuch bewähren wird, und ob die türkischen Autoritäten so freundlich wie bisher gesinnt bleiben. New Aork (Gründung eines Erhol u n a swiderte Redner aus die Ausführungen des Referates Luther, betreffend, es sei nicht richtig, dass Luther sich der Juden angenommen hätte, im Gegentheile sei Luther der erste Begründer des wirtschaftlichen Antisemitismus gewesen, wie aus verschiedenen Schriften zu ersehen ist. Schliesslich wendet sich Redner gegen die Auffassuntz des Referenten bezüglich Mendelssohn und erklärt denselben für den ersten Assimilanten für den Schöpfer jenes Typus der Juden, tue ihr Judenthum vor aller Welt ängstlich zu verbergen bemüht sind und durch die Aufnahme aller Unsitten und Missbräuche der sie uingebenden Nationen in sich dem Judenthum noch stets mehr Schaden als Nutzen gebracht haben. Nach diesem Redner sprach noch Herr Morgenstern, der ebenfalls Mendelssohn für keinen wirklich aufrichtigen Juden hält, Beweis ist die Erziehung, die er seinen Kindern gab, die dahin führte, dass alle sich tauten ließen, und dass heute ein Enkel von ihm einer der wüthendsten Antisemitenführer in Berlin ist. Nach einigen aufklärenden Schlussworten des Referenten wurde der sehr interessante Abend geschlossen. (Jüdischer V o l k s v e r e i n.) Mittwoch den 7. März I. I., 8 Uhr abends, findet in unserem Vereinslocale, II. Bezirk, Haasgasse 8 (Untere Angartenstr. 10) ein freier Discussionsabend statt, zu dem sämmtliche Mitglieder und auch Gäste eingeladen werden. Tagesordnung : „Der Fall Arate n". Referent H,e r r D r. C a r l L i f c z i s. Mit anschließender freier Discussion. Die Mitglieder werden ersucht, sich an diesem Diseussionsabende recht zahlreich zu betheiligen und in ihren Bekanntenkreisen fleißig zu agitieren. (K a u f in ä n n i s ch e r U n t e r st ü tzungsvei n „0 st e n" in Wien.) Der Verein hält am 8. März looo. s Uhr abends im R e st a n r a t i o n s - L o e a l e des Herrn G u t h, 0. B ez., H a m m e r - P u r g st a l l g n s s e Sir. 1, l. Stock seine XXIII. ordentliche General-Versammlung ab mit folgender Tagesordnung: I. Erstattung des Verwaltungs- und Rechenschafts-Berichtes für das Jahr 180!) und des Berichtes der Revisoren. II. Ertheilung des Absolutoriums an das Comito. HL Wahl des Präsidenten und des aus 15 Mitgliedern bestehenden Comitvs, ferner 3 Cassa-Revisoren und 3 Schiedsrichtern. IV. Eventuelle Anträge. (Vortragsabend mit K r ä n z ch e n.) Für das Bethaus, IL, Novaragasse IM, veranstaltet ein Comita am 10. d. M. einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen in den Prachtsälen des „Thiergartens". In Anbetracht des guten Zweckes der Unterhaltung wäre ein zahlreicher Besuch sehr empfehlenswert. (E i n z e l v e r e i n „Wie n" des „Z i o n".) Der nächste Familienabend findet am Samstag den M. März in Anders Restaurant, II., Große Pfarrgnsse 7 (Ecke Große Sperlgasse), statt. Beginn 8 Uhr. Eintrittskarten ü 60 Heller die Person, 2 Kronen die Familienkarte (I Personen) an der Cassa. Zum zahlreichen Besuche laden wir unsere Gesinnungsgenossen und Freunde her.zlichst ein. — Ferner erlauben wir uns mitzutheilen, dass der Vorverkauf der Eintrittskarten für den am 15. März — P urim — im Festsaale des Hotel „Bayrischer Hof" stattsindenden C o st ü m b a l l (ohne Costümzwang) täglich iü unserem Vereinslocale, II., Gredlergasse 0 (gegenüber der Fruchtbörse), vormittags 0—10, nachmittags 3—4 und abends 6-7 Uhr stattfindet. Preis der Einzelkarte Krone 1.50, der Familienkarte Kronen 5.—. Auf Wunsch werden die Eintrittskarten auch brieflich zu gesandt. (E i nz el v e r e i n „Neubau - Maria hilf" des „Z i o n".) Der Verein hält Montag den 5. März um 8 Uhr abends eine Versammlung ab, in welcher Herr Richard R a p p a p o r t über „I ü d i s che Realpolitik" sprechen wird. (Tanzkränzchen.) Die 'Ortsgruppe „Wieden- Margarethe n" des Verbandes „Zion" veranstaltet Dienstag den 6. März l. I. im Saale des Hotel „Goldenes Kreuz" eine Akademie mit Tanzkränzchen unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Besonderes Interesse dürfte die Vorführung lebender Photographien „Unsere Colonien in Palästina" nach Aufnahme des Herrn Börsenrathes Borger eriveckeu. Karten zu diesem Abend, für welchen sich bereits lebhaftes Interesse kundgibt, sind bei sämmtlichen Comitä-Mitgliedern zu haben. (Im Betlocale des Vereines „M o n t e f i o r e", II. , Taborstraße 38) wird Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Kramer um 7 Uhr des 2. Adar, als dem Geburts- und zugleich dem Todestage unseres großen Lehrers Moses eine Gedenkrede halten. Millhellungen aus dem Publicum. Die seit 1850 unter der altbekannten Firma Sigmund Blatt, XIV/., Herklotzgasse Nr. 44 bestandene Selchwarenfabrik wurde am 1. Jänner 1000 von den Herren Rudolf Neufeld und Bernard Freund käuflich erworben und werden dieselben bestrebt sein, durch Erzeugung von Selchwaren unübertrefflicher Qualität das Renommee der Firma zu erhalten, Briefkasten. wenn ei« Jude ihr Coupe betritt, empfangen sie ihn mit Slockschlägen. So geschah es kürzlich einem Geschäftsmanne namens Scharf, und als sich ein anderer Herr der Sache annahm, wurde er von dem Conducteur angefahren. Vielleicht genügt dieser Hinweis um die Bahnverwaltung an ihre Pflicht zu erinnern. Die Herren Conducteure haben allen Passagieren gleich höflich entgegenzukommen, den zahlenden ebenso, wie den p. t. Lausbuben, die mit Freikarten fahren! Czernowitz. (Antisemitisches. — „D r. Ko hu" i nt S t a d t t h e a t e r.) Auch unser sonst ruhiges Bncheuländchcn hat zu antisemiteln begonnen. Kommen da einige Universitätsprofessoren aus dem Westen und wollen angeblich das Deutschthum in der Bukowina heben. Sie gründen zu diesem Zwecke einen Verein mit dem Banner „christlichdeutsch". Ja, meine lieben Herren, wenn es Euch wirklich nur um das Deutschthum zu thun ist, wozu dieses Beilvort „christlich"? Diese Herren wagen es noch nicht, offen Farbe zu bekennen, und deshalb ihr Verschanzen unter das „Deutschthum." — Anlässlich der jüngst stattgefnudenen Vereinigung der galizischen und Bukowinaer Notariatskammerli, die dahin geht, gegen eine etwaige Vereinigung des Notariats mit der Advocatur Stellung zu nehmen, erdreistet sich ein hiesiges Organ, das auch hie und da Propaganda für den „christlichdeutschen Verein" macht, zu folgenden Worten: „Eine antisemitische Enunciatiou der Delegierten der galizischen und Bukowinaer Notariatskammern, welche die Runde durch die Blätter machte, ist nicht auf Rechnung der Bukowina (?!) zu setzen, da der einzige Vertreter der Bukowina als toleranter Manu allgemein bekannt ist." Ja, möchten wir fragen, wenn dieser Herr wirklich so tolerant ist, wer zwang ihn, sich diesem Beschlüsse der Delegierten anzuschließen? — Am Dienstag den 20. Februar wurde im hiesigen Stadttheater zugunsten des hiesigen Vereines „Zion" Max N o r d a u s bürgerliches Trauerspiel „Dr. Kohn" zur Aufführung gebracht. Der Abend unterschied sich im wesentlichen von den anderen durch das Zuschauerpublicum. Das Theater wird bekanntlich gewöhnlich von den „Neichen" und „Begüterten" besucht, die nach des Tages Nichtsthun Unterhaltung im Theater suchen. Au diesem Abend jedoch blieben sie alle zuhause. Die Christen, nun weil die überhaupt das Theater wenig besuchen, und die Inden — ich meine die „großen" Inden — die gehen eben ins Theater, sich zn unterhalten, und wollen nicht an ihr Judenthum erinnert werden. Und „Dr. Kohn", pfui, das klingt zu „jüdisch"! — Nichtsdestoweniger war das Haus stark besucht. Man sah echt „jüdische" Herzen, die nach des Tages anstrengender Arbeit gekommen waren, und es war ein herzersreuender Anblick, wie sie da saßen und mit gespannter Aufmerksamkeit der interessanten Handlung des Stückes folgten. Die Aufführung selbst war eine gelungene, und der Erfolg ein derartiger, dass sich die Direction veranlasst sah, das Stück zn wiederholen. Iwri. Berlin. („A dventiste n" in Deutschland.) Eine drollige Entgleisung passierte kürzlich der hiesigen antisemitischen „Deutschen Tageszeitung" : Unter der vielversprechenden Spitzmarke „Palästina in Deutschland" brachte sie einen Bericht aus Memel, wonach ein Schuhmachermeister G o tz in einer öffentlichen Anzeige erklärte, dass er am „Sabbath" feiere, dagegen am „ersten Tage der Woche" (Sonntag) arbeiten lasse. Der Bericht gieng von der Annahme aus, dass G o tz Jude sei und seine ReligionsvorLchriften gegen das Gesetz der Sonntagsruhe zur Geltung bringen wolle. Die brave „Tägliche Rundschau", deren Redacteur sich rühmt, kein Antisemit zu sein, hatte diesen Bericht in der gleichen Annahme übernommen. Durch eine Zuschrift von anderer Seite wird das letztere Blatt nun darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hier um einen Anhänger der sehr rührigen christlichen Secte der Adventisten handelt, die besonderen Wert auf die Heiligung des „Sabbaths" (Samstag) als des von dem Herrn selbst eingesetzten Ruhetages legen. Die Anhänger dieser Secte nennen daher mit besonderer Betonung den Sonntag den ersten Tag der Woche, der als solcher nicht als Feiertag gelten könne. Indem nun das Blatt seine früheren Angaben berichtigt, schreibt es: „Es handelt sich also hiernach nicht um eine jüdische Anmaßung, sondern eine christliche Schwarmgeisterei, die allerdings in ihrer Abweichung von Landesgesetz und Sitte nicht minder bedauerlich ist." Man beachte sehr wohl die „feine" Distinction: Was bei einem Juden als „jüdische Anmaßung" gilt, genau dasselbe ist bei einem Christen „christliche Schwarmgeisterei"! Berlin. (Die I u d e n i n China.) Ans China kommt nunmehr ein authentischer Bericht, dass daselbst noch eingeborene Juden leben. — Ein Ofstcier der Deutschen Schutztrnppe in K i a u t s ch a u — I. I. Liebermann — hat nämlich die kleine jüdische Gemeinde besucht, welche nach ihren eigenen Angaben vor zweitausend Jahren in Kaifengr, der Hauptstadt der Provinz Honan, am Aellow gegründet wurde. Sie führen dort den Namen „Tian-Kon-Tchians". Auf der Pfoste eines chinesischen Hauses fand er auch eine hebräische Inschrift (eine Mesusah). Der geistliche Führer der Gemeinde erklärte dem deutichen Officier, dass die chinesischen Inden über Persien, Khorassan und Samarkand nach China gekommen seien, „drei Jahre nach der Zerstörung des Tempels in Salem." Wir wiederholten unseren Wunsch, dass die Anglo Jeuösh Association und die Alliance israelite universelle Genaueres über die Lage der Juden in China zu erfahren suchen: es wäre das Vielleicht eine Aufgabe für das Berliner Comite der Allianz, welches dabei wohl auf die Unterstützung der deutschen Behörden rechnen könnte. Wir möchten den Vorsitzenden Herrn Sanitätsrath D r. N e u m a n n bitten, der Sache baldigst uäherzntreten. Berlin. (A u s z e i ch n u it g.) Herrn Dr. Walther N e t h e n a u in Berti n, welcher im Beisein des Kaisers u n d G e s e l l s ch a f t s h a n s e s f ü r j ü d i s ch e Mädchen.) Das in New-Wrk eröffnete „Erholnngs- und Gesellschaftshans" für jüdische Mädchen erfreut sich eines so großen Zuspruches, dass man bereits daran denkt, ein benachbartes Grundstück anzukaufen, um dasselbe zn vergrößern. Das „Erholungshaus" verdankt seine Entstehung dem Zusammenwirken verschiedener Vereine, die mit relativ geringen Mitteln die Gründung bewerkstelligten. Satt Francisco. (E i n j ü d i s ch e r W o h l t h ä t e r.) Der verstorbene Capitän Julius Fr*ied mann vermachte dem Jüdischen Altersheim die Summe von 250.000 Dollars. Außer dieser Summe erhielteit zahlreiche andere jüdische und christliche Wvhlthätigkeits-Jnstitnte Schenkungen, zum Theile von sehr hohem Werte. Aus den Organisationen. /Jüdischer Volksverein.) Mittwoch den 28. v. M. hielt Herr Isidor Bauch einen sehr gelungenen Vortrag „über das Rechts- und Wirtschaftsleben der Inden tut XVI. unbXVIL. Jahrhundert. Redner unterzog das damalige Verhältnis der Inden in ganz Europa zu den anderen Nationen, besprach die Vertreibung der Juden ans Spanien, deren Aufenthalt in Italien und in der Türtei, ferner deren Aufnahme in Polen, und entwickelte so ein recht interessantes historisches Bild der damaligen jüdischen Zustände, wofür ihm reichlich Beifall gespendet tuiube. In der darauffolgenden Discussion wendete sich Herr Dr. Carl Lifczis hauptsächlich gegen drei Punkte im Referate, die er richtigstellen zu müssen glaubte. Bezüglich der Aufnahme der Inden in Polen meinte Herr Dr. Lifczis, dies sei nicht ans Humanität geschehen, sondern weil erstens die Inden Geld hatten, was die Polen stets brauchten, ferner, weil sie ein Gegengewicht gegen die in Polen angesiedelten und unter eigener Gerichtsbarkeit lebenden Deutschen in den Juden erkannten. Ferner er¬ B., Czernowii;. Artikel leider nicht verwendbar, da wir schon damit versehen sind. Die Notizen fanden, wie Sie sehen, Ausnahme. Die Einsendungen an das Blatt häufen sich manchmal derart, dass beim besten Willen eine sofortige Antivort nicht möglich ist. Wir bitten um Entschuldigung. Amhorez, W. Ihre Zuschrift ist unverständlich. Sind die Kinder getauft? Es ist ein großer Unterschied, ob nur von Unterlassung der Beschneidung oder von Taufe die Rede ist. Darüber müssen Sie uns erst ausklären. P. H. Leider nicht verwendbar. Wir bitten darüber zu verfügen. Beda. Anonyme Zuschriften können nicht berücksichtigt werden, wessen Inhalts sie auch seien. Darum wandert Ihr Gedicht in den Papierkorb, wenn Sie uns Ihren iUmiten nicht nennen. M. Sch., Prag. Der Redacteur des Blattes ist jetzt auf Urlaub und uns ist von Ihren Zuschriften nichts bekannt. Ebensoivenig wissen wir von Listen, die Sie uns entsandten. Wir werden Nachfragen und Ihnen dann Bescheid geben. Das braucht Sie aber nicht zu hindern, uns Ihr Wohlwollen neuerlich zn bezeugen. Besten Gruß! W„ Eibenschüh. Wir werden die Sachen dnrchsehen und dann baldmöglichst bringen. Wir tnüssen aber bemerken, dass an Gedichten ein solcher Vorrath ist, dass man einen Zeitpunkt für Erscheinen von Gedichten kamn angeben kann. Also etwas Geduld. 83, hier. Ist, wie Sie sehen, anfgenominen. Wir sehen Ihrem Besuche gerne entgegen. B. W. S, Berlin. Ihr Aufsatz wird geprüft werden. Jedenfalls bitten wir um frenndl. Bescheid, ob und welchen Honoraransprnch Sie stellen. A, Prag. Ihr Bericht war leider so undeutlich, dass wir, um unliebsame Fehler zu vermeiden, lieber viel wegliesten Wir bitten, das Thatsächliche möglichst deutlich zu gebett, da wir sonst nicht wissen, tvns wir damit nnfangen sollen. R. I., Wilme ckdvrf. Wir bitten, sich zn gedulden, bis der Redacteur des Blattes von seinem Urlaube znrückkointnt. Herrn I. Stern, Lehrer, hier. Wir bestätigen Ihnen, dass Sie dem mit 2. Februar d. I. in unserem Blatte erschienenen Artikel: „Die Cullusgemeinde und die jüdischen Lehrer" gänzlich fernestehen.